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HufflepuffsUrenkel

Quidditch-Star

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Donnerstag, 6. Dezember 2007, 01:30

James Potter jr. und der ängstliche Geist

Nach zwei FFs um den erwachsenen Harry schreibe ich nun auch eine Hogwarts-Geschichte. In ihrem Mittelpunkt steht James jr., Harrys ältester Sohn. Die Geschichte spielt im Jahr 2016, also ein Jahr vor dem Epilog von Band 7. Es treten zwar Figuren auf, die ich in den beiden anderen FFs vorgestellt habe, diese Geschichte ist aber keine direkte Fortsetzung der beiden anderen.
Es gibt Parallelen zum Original, doch James verhält sich nicht immer wie sein Vater und Lucy schon gar nicht wie Hermine. Also viel Spaß beim Lesen!


1. Im Zug
Gleis 9 ¾ war voller Hexen und Zauberer, die ihre Kinder in den Hogwarts-Express verabschiedeten. Am dichtesten war die Traube rund um eine fünfköpfige Familie. Als der Vater, äußerlich ein eher unscheinbarer Mann, klein, mit dichten, schwarzen Haaren und einer Narbe auf der Stirn, einen riesigen Koffer in den Zug hob, blieben viele andere stehen und tuschelten. Eine Eule flog vom Koffer auf die Hand eines elfjährigen, brünetten Jungen, der oben in der Waggontür stand. „Ganz ruhig, Maggy!“, flüsterte er, ehe er wieder hinunterstieg. Er umarmte seine Mutter, deren Haare rot waren, der er aber sonst deutlich ähnlicher sah als seinem Vater. „Tschüss Mama! Hab keine Angst!“
„Dass du mir nicht schon am ersten Tag eine Überschwemmung fabrizierst oder ein Klassenzimmer zum Explodieren bringst!“, sagte seine Mutter, halb scherzhaft, halb drohend.
„Gute Idee, Mama! Aber nein, ich muss erst was lernen, bevor ich richtig Mist bauen kann. Zum Beispiel, wie ich dich in ein Schwein verzaubere, Ali!“ wandte er sich seinem Bruder zu, der wie eine kleine Ausgabe seines Vaters aussah.
Der wusste erst nicht, ob er die Drohung ernst nehmen sollte.
„Erschreck deine Geschwister nicht dauernd, du Lausbub!“, mahnte der Vater. „Also, alles Gute, James! Und vergiss nicht, uns deine Eule zu schicken, wenn du da bist!“
James gab seinem Vater, seinem Bruder und seiner Schwester die Hand und stieg ein, nachdem hinter ihm schon einige schimpften, er solle endlich durchgehen.

Er hatte einige Mühe, den schweren Koffer durch den Gang zu wuchten und war froh, ein Abteil zu finden, in dem nur ein Junge saß. „Ist da noch frei?“, fragte er.
„Siehst wo wen sitzen?“, fragte der andere zurück. „Da, kannst dir noch aussuchen, wo du hinwillst! – Ach ja, bin übrigens der Sean, Sean Finnigan.“
„James Potter“, stellte sich James vor, während er versuchte, seinen Koffer auf die Ablage zu heben.
„Wart’! Ich helf’ dir!“, bot Sean an. Zu zweit gelang es ihnen, den Koffer hochzuheben.
James sah sich seinen Nachbarn an, während der Zug anfuhr. Sean hatte rote Haare, war etwas größer als James und noch blasser im Gesicht. Er trug bereits seinen schwarzen Umhang.
„Sag“ begann Sean, „haben dich bestimmt schon viele gefragt, Tschuldigung, wenn’s falsch ist!: Bist...“
James hatte mit der Frage gerechnet. In der Zaubererwelt kannte einfach jeder seinen Vater; selbst die Verwandtschaft Tante Nicoletas aus Rumänien. „Ja, ich bin der Sohn von Harry Potter. Du darfst gern auf die Knie gehen!“
„Fällt mir nicht ein! Übrigens: Mein Papa ist mit deinem im gleichen Jahrgang in Hogwarts gewesen. – Seamus heißt er mit Vornamen.“
James konnte sich nicht an den Namen erinnern. Zu den engeren Freunden seiner Eltern schien Seamus Finnigan nicht gehört zu haben.

Plötzlich ging die Abteiltür auf. „Schau, da hast noch gut Platz! Komm, trau dich, mein Cousin beißt ganz selten!“ hörten die beiden eine Stimmbruchstimme. Ein großer, dunkelblonder Junge, wuchtete einen Koffer auf die Ablage. Hinter ihm kam ein fülliges Mädchen mit langen, blonden Haaren.
„Servus Cormac!“, begrüßte Sean den Neuankömmling. „Willst mir deine neue Freundin nicht vorstellen?“
„Die stellt sich selber vor. Ich hoff’ du bist anständig! Ich geh dann wieder zu meinen Kumpeln zurück!“
Das Mädchen stand etwas unbeholfen im Raum. Sie trug einen langen, blauen Mantel, unter dem ein Wollpullover vorschaute und Lackstiefel. An ihren Ohren baumelten Ohrringe, die beinahe bis auf ihre Schultern reichten.
„Na? Setz dich halt und zieh deinen Mantel aus, sonst friert’s dich, wenn’st aussteigst!“, forderte Sean sie auf.
„Wie heißt du überhaupt?“, fragte James. „Ich bin James Potter und das ist Sean Finnigan.“
„Lucy Stewart“, antwortete das Mädchen, während sie den Mantel auf einen noch freien Sitz legte. Sie schob ihre Perlenkette, die sich offenbar verschoben hatte, zurecht, sodass den Jungen auffiel, dass sie schwere Ringe an den Fingern trug und sich die Nägel lackiert hatte.
„Boah, die hat sich aufgemascherlt!“ flüsterte Sean James zu und sie lachten.

Das Mädchen blieb still, während die Jungen sich bald lebhaft unterhielten. James erfuhr, dass Seans Vater ebenfalls Auror war, wenn auch in Irland, dass er noch drei jüngere Geschwister hatte und seine Mutter, die eigentlich auch die Aurorenausbildung hatte, deshalb zuhause bleiben musste. Auch James erzählte von seiner Familie.
Lucy zog ihr Handy aus der Tasche und begann mit einem Spiel. Sean schaute ihr interessiert zu. „Was ist das?“ brachte er schließlich heraus.
„Blue World, die neue Version“, kam die Antwort. „Frag mich nicht, die wievielte.“
„Naa, ich mein, das Ding hier? Ist das ein – wie sagt man – Handy oder so?“
Lucy schien nicht zu verstehen.
„Ich glaub, Sean hat noch nie ein Handy gesehen!“, vermutete James.
„Echt?“, wunderte sich Lucy.
James erklärte: „Ein Handy ist eigentlich ein Telefon „Aber auf diesen Handys sind meistens auch Spiele und Infoprogramme und alles Mögliche. Schau!“ Er zog sein eigenes aus der Tasche, das weit einfacher war als Lucys, aber für Sean immer noch ein Buch mit sieben Siegeln.

„Du kennst dich aber aus mit Muggelsachen, oder?!“ stellte Sean eher fest als er fragte.
„Wo hast das alles gelernt? Ich hab keine Ahnung davon.“
„Meine Mutter hat wert darauf gelegt, dass ich das auch mitkriege. Ich war auch auf einer Muggelschule und habe auch Freunde, die Muggel sind“, bestätigte James. „Ist ne ganz andere Welt, aber wenn du die Dinger gewohnt bist, auch nicht schwerer als zaubern. Ich muss nur daheim immer aufpassen: Wenn meine Muggelfreunde kommen, muss ich alle Bilder abhängen, die sich bewegen; ich durfte nie mit ihnen über Quidditch oder andere Dinge reden. Über meine Eltern musste ich sagen, dass mein Vater beim Geheimdienst ist und nicht über seine Arbeit reden darf und meine Mutter Chemikerin – davon verstehen auch die meisten Muggel nicht viel.“
„Geheimdienst? Chemikerin? Was soll das sein?“, wunderte sich Sean.
„Fast die Wahrheit: Der Geheimdienst schleicht sich bei den Muggeln in Verbrecherbanden und in feindlichte Armeen ein, damit die nicht so stark werden. Also wirklich so etwas ähnliches wie Auroren. Und Chemiker mischen auch irgendwelche Tränke zusammen, so wie meine Mutter das im Giftschutz auch machen muss.“
„Deine Eltern sind also auch Zauberer?“, wollte nun Lucy wissen.
„Und wie! Sein Vater ist Harry Potter“, sagte Sean, worauf James ihm einen bösen Blick zuwarf.

„Wer ist das?“, wollte Lucy wissen.
„Eben ein Auror oder ein Geheimdienstoffizier, wie es bei den Muggeln heißt“, antwortete James knapp. Sean flüsterte er zu: „Du musst das nicht jedem sofort auf die Nase binden. Ich hab keinen Bock, dass alle mich anstarren wie ein Ausstellungsstück.“
„Und du? Deine Eltern sind Muggel, versteh ich das richtig?“, wandte sich Sean nun an Lucy.
„Ja. Sie sind beide in der Geschäftsleitung eines Chemiewerks. Frag mich aber nicht zuviel über Chemie, ich habe wenig Ahnung. Ich seh meinen Vater alle Schaltjahre und meine Mutter auch meistens nur abends.“

Die Tür ging auf und die Hexe mit den Süßigkeiten kam herein. Während Sean und James schnell ausgewählt hatten, tat sich Lucy, die zwar viel Zauberergeld einstecken hatte, aber nichts von den angebotenen Waren zu kennen schien, schwer. Schließlich kaufte sie von allem etwas.
Sean und James hielten den Atem an, als Lucy eine Tüte von „Bertie Botts Bohnen in allen Geschmackrichtungen“ öffnete. Die ersten, die sie verspeiste, schienen ihr aber zu schmecken. James tat sich inzwischen an einem Schokofrosch gütlich.
„Oh nein, will jemand von euch? Ich weiß, wie Papa aussieht!“, bot er das Bild in seinem Schokofrosch an.
Sean schüttelte den Kopf. „Deinen Papa hab ich schon“, doch Lucy nahm dankend an und las halblaut: „Harry Potter: Überlebte als Kind als bis dahin einziger bekannter Mensch überhaupt den Todesfluch, wodurch die Macht des Schwarzmagiers Voldemort in sich zusammenfiel. Nach dessen Rückkehr bekämpfte er Voldemort und besiegte schließlich im Alter von 17 Jahren ihn, den größten Schwarzmagier aller Zeiten, endgültig. Er darf daher mit Recht als Retter der magischen Welt gelten. Heute ist er Leiter des britischen Aurorenbüros.
Harry Potter ist verheiratet und hat drei Kinder. In seiner Freizeit ist er begeisterter Quidditch-Spieler und Kunstflieger. – das ist dein Vater, echt?!“

Die Tatsache, dass sich erneut die Tür öffnete, ersparte James die Antwort. Zwei seiner Cousins, Sophie und Arthur, kamen herein, beide schon im schwarzen Umhang.
„Wollten mal schauen, was ihr Kleingemüse so treibt! Ich bin Arthur Weasley, James’ Cousin – sieht man vielleicht.“ Arthur hatte rotes Haar und ein Gesicht wie James, aber sein Haar war glatt und fiel fast auf die Schultern. Er sah aus wie Onkel Bill auf den alten Fotos, bevor ihn ein Werwolf entstellt hatte und er war so groß, dass er sich unter der Tür beinahe bücken musste.
„Und ich bin Sophie, auch eine Kusine“, stellte sich Sophie vor. „Vielleicht kommt ja jemand von euch nach Ravenclaw und spielt Quidditch?“ Lucy sah sie mit großen Augen an; offenbar sagten ihr weder „Ravenclaw“ noch „Quidditch“ etwas.
James verglich seine Kusine mit der aufgebrezelten Lucy. Sophies Gesicht war ungeschminkt und ihr einziger Schmuck bestand aus einem Ravenclaw-Adler an einem blauen Band. Ihre roten Locken krümmten sich, kaum gebändigt, um ihren Kopf.
„Sophie ist womöglich bald unsere Feindin: Kapitän von Ravenclaw, eine Weasley, stellt euch das vor!“, informierte Arthur.
„DU bist Kapitän?!“, fragte James ungläubig. „Warum hast du das nie gesagt?“
„Ich weiß es auch erst seit `ner Woche. Bei uns hat der Hauslehrer gewechselt – Flitwick ist in Pension gegangen und Vector scheint’s erst nicht geblickt zu haben, dass Dave Cassidy inzwischen den UTZ gemacht hat. Und dann darf halt ich die neue Mannschaft aufbauen.“
„Ui, da werden die lieben Eltern aber geschaut haben“, lästerte James, der genau wusste, wie wenig Tante Penelope, die noch dazu neue Lehrerin für Zauberkunst war, für Quidditch und alles andere, wo man sich verletzen oder schmutzig machen könnte, übrig hatte.
„Papa war stolz, hat nur gesagt, ich wär’ leider Kapitän der falschen Mannschaft, na und Mama hat auch nicht direkt was dagegen gesagt. Hab’ sogar einen neuen Besen gekriegt. Jetzt habt ihr endgültig keine Chance mehr gegen mich.“
„Euch werden wir auch dieses Jahr wieder zeigen, wie Quidditch geht!“, hielt Arthur dagegen.

Vor der Tür gingen einige andere jüngere Schüler vorbei, drückten ihre Nasen an das Glas, verschwanden aber sofort wieder. Kurz darauf ging die Tür auf und Victoire, James’ älteste Kusine, kam herein: „Ich soll euch ausrichten, ihr möchtet euch bitte umziehen, soweit noch nicht geschehen. Wir kommen in einer Viertelstunde an.“
„Schon erledigt, Frau Vertrauensschülerin!“, meldete Arthur ironisch seiner älteren Schwester. Lucy, Sean und James suchten ihre Schulumhänge und verschwanden in verschiedene Richtungen.
Als James zurückkam, saß Sean schon wieder mit Sophie und Arthur im Abteil. Auf dem Gang standen einige Schüler und unterhielten sich laut.
„Ey, hast du die vorhin gesehen, Rufus! Wetten, das ist ein Schlammblut!“, hörte James einen von ihnen rufen. „Ey, Schlammblut, pass auf, sonst verzaubern wir dich in ein Schwein!“
„Braucht man nicht mehr viel zu zaubern!“, knurrte ein anderer.
James war auf dem Posten und zog seinen Zauberstab, als der erste Sprecher, ein schlanker Junge mit kurzen, blonden Haaren, den seinen auf Lucy richtete, die gerade vom Umziehen kam.
„Tarrantallegra!“, brüllte der Blonde. Lucys Beine fingen wie wild an zu strampeln. Sie ließ ihre Muggelkleidung und ihre Toilettentasche fallen. Zwei der anderen hoben und öffneten die Tasche magisch, sodass eine Menge Gefäße durch den Gang purzelte.
„Interessant, was Schlammblüter für Zeug mitnehmen!“ grunzte einer der Jungen.
„Fünf auf eine! Ihr seid feige Schweine, dass ihr das wisst! Expelliarmus!“, mischte sich nun James ein und ließ den Zauberstab des Blonden, der offenbar der Sprecher war, auf sich zufliegen.
„Gib’s ihm, Rufus!“, befahl dieser und der Angesprochene, der größte der fünf, stürzte auf James zu. Der bekam es mit der Angst.

„Was ist denn hier los?“, bellte eine fast männliche Stimme. Sie gehörte zu einem großen, dunkelhaarigen Jungen: „Enervate!“, schrie er, den Zauberstab auf Lucy gerichtet, die sich nun wieder normal bewegen konnte und auf Rufus: „Petrificus Totalus!“. Der große Junge fiel im Sprung zu Boden und blieb bewegungslos liegen.
Inzwischen waren auch Sophie, Arthur, Sean und einige andere aus den Abteilen gerannt und hatten die Zauberstäbe gezückt.
Der Große befreite Rufus aus seiner Starre. „Also, wer will sich duellieren? Ich bin bereit.“
„Ich auch!“, schrie Arthur, der inzwischen auch auf den Gang getreten war, während Lucy ihre Sachen aufsammelte.
Die fünf Angreifer wurden kleinlaut.
„Ich warte. Ihr fünf gegen fünf von uns!“, ließ sich der große Junge vernehmen. „Oder wenn ihr zu feige seid, gebe ich euch genau fünf Sekunden Zeit, eure Zauberstäbe wegzupacken und in eure Abteile zu gehen. Wenn ich danach nichts mehr von euch höre, bis wir in Hogwarts sind, ist die Sache vergessen. Ansonsten muss ich es McGonagall sagen, ich bin schließlich irgendwo auch noch Schulsprecher. Also: Eins – zwei – ”
Die fünf verzogen sich schleunigst. „Nachwuchs für Slytherin!“, grinste Arthur. „Passt richtig zu denen: Feig, hinterlistig, schikanieren grundlos Muggelstämmige – eben die Tugenden des Hauses.“
„Ist was kaputt?“, wandte der Schulsprecher sich an Lucy. „Ach ja, bin übrigens der Tim. „
„Das hier!“, brachte die heraus und hielt ihm Scherben einer Parfümflasche hin.
„Werden sie dir ersetzen“, versprach er.
„Inzwischen kannst du welches von mir haben!“, versprach Sophie. „Meine Mama hat mir ne ganze Menge Fläschchen geschenkt, die bei mir bloß verstauben.“

Der Zug hielt und sie stiegen aus. „Erstklässler, hier rüber!“ hörten sie eine laute Stimme. James sah Hagrid am Ufer des Sees stehen. Viele der anderen, die den Halbriesen noch nicht kannten, erschraken über den Mann mit dem wilden, grauen Bart, dem sie kaum zu den Knien reichten.
„Das ist also der berühmte Hagrid“ stellte Sean fest. „Brauchst kei Angst hab’n, Lucy, der tut dir nix!“
Tim ging auf Hagrid zu und schubste ihn an. Der schlug sich mit seiner Pranke gegen die Stirn. „Ach ja, richtig, wieder mal vergessen. Wer eines von den Dingern, den Hän-dies, dabei hat: Jetzt könnt ihr nochmal daheim anrufen. In Hogwarts funktionieren die nicht!“ Lucy und einige andere leisteten Folge und so verzögerte sich die Abfahrt.

Sachlichen Fehler korrigiert
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »HufflepuffsUrenkel« (14. März 2008, 09:53)


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Dienstag, 11. Dezember 2007, 00:17

2. Die ersten Tage in Hogwarts

Sie stiegen in Boote und fuhren über den See, ohne dass jemand rudern musste. Am anderen Ufer erkannten sie in der Dämmerung die Silhouette des gewaltigen Schlosses. Hagrid führte sie in einen riesigen Saal, in dem vier lange Tische standen und dessen Decke mit Sternen übersät war. An jedem der Tische saßen Schüler und schnatterten. James erkannte Cormac am Tisch ganz links vom Eingang aus gesehen. Auch Victoire und Arthur konnte James erkennen. Am Kopfende des Saals stand der Lehrertisch. James erkannte Tante Penelope neben der Direktorin und Neville auf der linken Seite ganz außen. Hagrid setzte sich neben letzteren.
Die Direktorin erhob sich und schlagartig wurde es ruhig. „Guten Abend und Willkommen, liebe Schülerinnen und Schüler! Zunächst werden wir, wie üblich, die Erstklässler den neuen Häusern zuteilen. Ihr seht hier in der Mitte einen alten Hut auf einem Stuhl. Ich werde euch jetzt einzeln aufrufen. Jeder und jede setzt diesen Hut auf, und dieser entscheidet, in welches unserer vier Häuser ihr gehört. Irgendwelche Fragen?“ Niemand antwortete.

Der Hut hob sich plötzlich vom Stuhl und begann zu singen.
„In Hogwarts bin ich Urgestein
und jeder, der hier trat herein
hat mich schon auf dem Kopf getragen
damit ich ihm sollt’ sicher sagen,
wohin er soll, in welches Haus,
so dachten sich’s die Gründer aus.
Mein Herr vor Zeiten, Gryffindor,
zog Mutige den anderen vor,
so soll, wer nie von Angst geplagt
in sein Haus gehen, so ist’s gesagt.
Die Klügsten, die sehr schnell verstehen,
nach Ravenclaw sie sollen gehen.
Doch List und Ehrgeiz lassen hoffen,
dass euch auch Slytherin steht offen,
wenn reinen Bluts ihr seid zumal,
sonst fällt auf Hufflepuff die Wahl
wo Fairness stets und Treue walten,
der Rest soll seinen Platz erhalten,
nun setzt mich auf den Kopf und seht,
wohin die nächsten Jahr ihr geht!“

Der Hut beendete sein Lied und die Direktorin zog ein Pergament hervor:
„Arningham, Cathleen!“ Ein dunkelhaariges Mädchen trat hervor und setzte den Hut auf.
„Hufflepuff!“ rief der Hut. Am Tisch neben den Gryffindors brach Jubel aus.
„Ashley, Colin!“ Ein dicker Junge setzte den Hut auf. Der musste scheinbar einige Zeit überlegen. „Ravenclaw!“ Nun jubelte der dritte Tisch. James erspähte Sophie in der Menge.
„Baring, Brian“ wurde der erste Gryffindor. Ein kleiner, schmaler Junge, der sich recht schüchtern zu dem Tisch begab, an dem die meisten von James’ Verwandten saßen.
Es folgten zwei Hufflepuffs, eine Slytherin und ein Rawenclaw.
„Crockett, Lucius!“, rief der Hut. Der Junge, der Lucys Sachen im Zug hatte schweben lassen, trat vor.
Sean schubste James an: „Schau an, unser Freund! Wettest, dass...“ Er hatte noch nicht ausgesprochen, als der Hut schon „Slytherin“ rief.
„Cuthbert, Emily!“ Diesmal musste der Hut länger überlegen, bis er das dunkelhäutige Mädchen nach Gryffindor steckte.
Es folgten einige weitere Schüler. Schließlich:
„Finnigan, Sean!“ Der Hut musste ebenfalls längere Zeit überlegen. Nach endlos langer Zeit hieß es „Gryffindor!“ James klatschte gemeinsam mit den Gryffindors. Er war sich sicher, auch dorthin zu kommen und Sean schien ein netter Kerl zu sein.
„Flint, Rufus!“ rief der Hut den großen Jungen auf, der James im Zug angegriffen hatte. Bei ihm ging es schnell: „Slytherin!“
Auch zwei der anderen aus Lucius’ Gang, deren Namen James sich nicht merkte, kamen nach Slytherin. Überhaupt konnte er den Namen und Gesichtern allmählich nicht mehr folgen.
„Pandell, Susan!– Hufflepuff!“ Jetzt schien es für James langsam ernst zu werden.
„Potter, James!“ James ging auf den Stuhl zu und nahm den Hut. Er hörte das Gemurmel: „Potter – der Potter?“
Er setzte den Hut auf: „Viel Unsinn im Sinn, aber im Grund ein guter Kerl!“, flüsterte eine Stimme. „Und nicht schnell in Angst zu bringen. Klarer Fall: Gryffindor!“
James hatte gar nicht gemerkt, dass der Hut das letzte Wort lauter gesprochen hatte. Er lief auf den Gryffindortisch zu. Ein relativ großes Mädchen mit bunten Haaren namens Eileen O’Neill und ein Junge mit Pickelgesicht, der sich als Evan Powell vorstellte, reichten ihm die Hand. Arthur gratulierte ihm mit dem Daumen nach oben.
James beobachtete den Hut weiter. „Singer, Kevin!“ rief der Hut und James erkannte den letzten aus der Gang, die Lucy angegriffen hatte. Es dauerte endlos lang. Als der Hut sprach, traf James fast der Schlag: „Gryffindor!“
Lustlos stapfte Kevin auf den Gryffindortisch zu. James warf ihm einen bösen Blick zu. Wie konnte so jemand nach Gryffindor kommen?
„Smith, Adrian! – Ravenclaw“
„Smith, Gordon! – Slytherin.“
„Stewart, Lucy!“ Auch bei Lucy brauchte der Hut einige Zeit, ehe er „Gryffindor“ rief. Die setzte sich soweit wie möglich entfernt von Kevin an den langen Tisch.

Nach Beendigung der Auswahl entfernte die Direktorin den Hut. „Bitte kurz um Aufmerksamkeit!“
Obwohl sie nicht laut sprach, wagte niemand, dazwischenzureden. Professor McGonagall strahlte tatsächlich genügend Autorität aus, dass es völlig still blieb. „Zunächst begrüße ich zwei neue Kollegen: Professor Weasley wird Nachfolgerin von Professor Flitwick als Lehrerin für Zauberkunst“ – James’ Tante Penelope erhob sich kurz – „und Professor Lowe ist der neue Lehrer für Verwandlungen“ Ein bärtiger Mann stand auf und verbeugte sich, worauf einige lachten. „Eure Hauslehrer werden euch nach dem Essen die Stundenpläne geben. Es sind dies: Frau Professor Vector für Ravenclaw, und die Herren Professoren Zabini für Slytherin, Finch-Fletchley für Hufflepuff und Longbottom für Gryffindor.“ Die Genannten standen auf.
„Eure Hauslehrer sind eure ersten Ansprechpartner bei irgendwelchen Problemen untereinander oder mit der Schule.

Drei Dinge sind strikt verboten: Der verbotene Wald heißt aus einem bestimmten Grund so“ sie schaute auf eine Gruppe unter den Gryffindors. „Zauberei außerhalb der Unterrichtsräume ist nicht gestattet und wird geahndet. Außerdem sind sämtliche Artikel aus ‚Weasleys Zauberhafte Zauberscherze’ tabu. Wer solche Artikel bei sich hat, gibt sie noch heute Abend seinem Hauslehrer.
Im Übrigen ist es nicht erlaubt, ohne Erlaubnis fremde Häuser zu betreten, sich im Schlafsaal des anderen Geschlechts aufzuhalten oder, außer an den freien Samstagen, soweit jemand die Erlaubnis hat, nach Hogsmeade zu gehen. Weitere Verbote finden sich in der Liste, die bei unserem Hausmeister Argus Filch einzusehen ist.

Alles, was ihr tut, kann Plus- oder Minuspunkte für eure Häuser einbringen. Ihr seht hier die Stundengläser: Rot für Gryffindor, gelb für Hufflepuff, blau für Ravenclaw oder grün für Slytherin. Dort könnt ihr jederzeit den Punktestand eures Hauses einsehen. Der Sieger erhält am Schuljahresende den Hauspokal.“
Wer in der Quidditchmannschaft seines Hauses spielen will, trägt sich in die Liste ein, die ab morgen im jeweiligen Gemeinschaftsraum aushängt. Die Kapitäne bestimmen gemeinsam mit den Hauslehrern die Auswahltermine. Im Übrigen wünsche ich guten Appetit!“

Ehe James sich umgesehen hatte, bog sich der Tisch unter den herrlichsten Speisen. James bemerkte erst, wie hungrig er trotz aller Süßigkeiten im Zug war.
Während des Essens fielen James die vielen Geister auf, die über den Tisch schwebten. Der Geist, der sich gerade auf ihn zu bewegte, musste der ‚Fast Kopflose Nick’ sein, von dem seine Eltern und Onkel schon so viel erzählt hatten. Er begrüßte die Erstklässler sehr freundlich. Auch ein anderer Geist schaute sich am Gryffindortisch um, verschwand aber schnell wieder.
Als die Schüler wirklich nichts mehr in ihre Bäuche brachten, trat Neville Longbottom heran und gab ihnen die Stundenpläne und stellte die Vertrauensschüler vor: Aus der fünften Klasse waren dies Eileen und Evan, die James begrüßt hatten, aus der sechsten Victoire und ein großer Junge namens Jermaine Jones.

James sah, dass an den Nachbartischen die Schüler bereits aufbrachen.
„Okay, gehen wir. Miss O’Neill, Mr Powell, zeigen Sie bitte den Erstklässlern den Weg!“, befahl nun auch Neville.
Sie liefen einige Treppen hinauf und durch lange Gänge, sodass nicht nur James nicht sicher war, ob er den Weg alleine wiederfinden würde.
Eileen und Evan blieben vor dem Bild einer dicken Dame stehen. „Merkt euch das Passwort, das ich jetzt zu der Dame sagen werde, ihr braucht es, um hineinzukommen!“, befahl Evan. „Es ist ‚Dumbledore’!“
Das Bild klappte zur Seite und die Erstklässler sahen in einen großen Raum, der voll mit rot bezogenen Sofas stand. Gegenüber dem Eingang und zur Linken führten weitere Treppen weg. „Mädchen hier!“, befahl Eileen und ging auf die linken Treppen zu. Evan führte die Jungen zu einem Raum, auf dessen Tür „Erstklässler“ geschrieben stand. Neun Himmelbetten standen darin; außerdem waren die Koffer rechts neben dem Eingang aufgereiht. James schaute Sean an und sie sprangen gleichzeitig in zwei nebeneinanderliegende Betten.

Bevor die Jungen schlafen gingen, dekorierten einige ihre Betten mit Bildern ihrer Quidditch-Mannschaften, manche Muggelstämmige auch mit denen von Fußballvereinen. James verstand durchaus einiges vom Fußball und Arsenal London bedeutete ihm beinahe so viel wie die Holyhead Harpies, die Mannschaft, in der seine Mutter gespielt hatte.
Den ersten Krach gab es schon an diesem Abend, als Kevin Singer bemerkte, dass der kleine Brian Baring neben ihm nur Fußballbilder besaß und außerdem ein Handy in seinem Anorak lag.
„Mach den Dreck da weg, Schlammblüter!“, bellte er Brian an, während er mit dem Zauberstab auf dessen Fußballposter zeigte.
„Wag es, das noch mal zu sagen!“, brüllte James wütend. „Wir sind hier nicht in Slytherin!“
„Halt’s Maul, Potter! Tarantallegra!“, antwortete Kevin prompt, doch nichts geschah.
„Oh, unser kleiner Schwarzmagier hat ein paar Flüche auswendig gelernt, aber keine Ahnung, wie sie wirken und was man machen muss, außer ein bisschen mit dem Zauberstab zu fuchteln. Den hätte ein Muggel besser hinbekommen! Pass mal auf! Levicorpus!“, antwortete James prompt
Kevin hob sich tatsächlich ein kleines Stück vom Boden, fiel aber sofort wieder und landete in seinem Bett. James war über das Misslingen seines Fluchs fast ebenso entsetzt wie Kevin, doch kam er nicht dazu, weiter zu denken, denn Evan Powell kam ins Zimmer.

„Was macht ihr für Blödsinn? Zauberstäbe weg, das ist saugefährlich, wenn man nicht damit umgehen kann!“, brüllte er.
„Potter hat mich in die Luft gehoben und dann aufs Bett knallen lassen!“, kreischte Kevin.
„Stimmt das, James Potter?“, fragte der Vertrauensschüler mit scharfer Stimme.
„Er hat angefangen! Er hat Baring einen Schlammblüter genannt und einen Kitzelfluch versucht. Der ist bloß danebengegangen, weil er zu blöd dafür ist!“, antwortete Sean für James.
„Schnauze, Finnigan! Lüg nicht so!“
„Was sagen die anderen? Hat Singer das getan?“
„Hat er“, bestätigte Brian. „Aber was ist eigentlich ein Schlammblüter?“
„Eine Beleidigung für Muggelstämmige, die ich nie mehr hören will!“, antwortete Evan, immer noch wütend. „Und die Professor Longbottom auch nicht gern hört. – Potter und Singer, ihr gebt mir besser eure Zauberstäbe, bevor ihr noch mehr anstellt.“
„Ich denk’ nicht dran!“ bellten James und Kevin gleichzeitig.
„Ich kann auch zu Professor Longbottom gehen, wenn ihr lieber gleich diese Woche eine Strafarbeit macht“, drohte Evan. „Also: Bei drei habe ich eure Stäbe, ich pass’ drauf auf und morgen kriegt ihr sie wieder, oder ihr arbeitet morgen an Pflanzen, die eure Arme mit Eiter vollaufen lassen und Longbottom schreibt an eure Eltern. Also, was ist?“
Widerwillig gaben James und Kevin ihre Zauberstäbe ab. Evan nahm sie mit zu sich und kam wieder, um aufzupassen, dass die Erstklässler ordentlich zu Bett gingen.

James schlief bald ein und träumte davon, in die Quidditchmannschaft Gryffindors aufgenommen zu werden.

Am nächsten Morgen stellte er fest, dass seine Aktion gegen Kevin das Ansehen der anderen gefunden hatte. Die anderen Jungen gratulierten ihm und nach der ersten Stunde, Geschichte der Zauberei, wussten auch die Mädchen Bescheid, die ebenso begeistert waren wie die Jungen. Kevin war dagegen vom ersten Tag an Außenseiter in Gryffindor. Wenn er Zeit dazu hatte, traf er sich mit seinen Slytherin-Freunden und in Zaubertränke und Zauberkunst, Fächern, die beide Häuser gemeinsam hatten, saß er auch bei ihnen.

Schon zwei Tage nach Schulbeginn hing die Interessentenliste für die Quidditchmannschaft aus. Kapitän war Cormac Finnigan, den James kurz im Zug gesehen hatte. Er war der Sohn eines Cousins von Seans Vater, wie dieser erzählte. An sich bestand die Familie von Seans Großvater aus Muggeln, Seans Vater hatte die Zauberkraft von der Mutter geerbt, doch Cormac war eine Ausnahme in der Familie Finnigan.
James trug sich in die Interessentenliste ein. Auch Sean wollte sich als Treiber bewerben, machte sich aber wenig Illusionen, dass er in dieser Position als Erstklässsler schlechte Karten hatte. „Es hat viel Stärkere wie mich, und, klar, der Cormac nimmt die.“

In der ersten Flugstunde konnte James erneut glänzen. Nicht nur war er der erste, der mehrere Runden in der Luft durchhielt, als Lucy einmal in ihrer Nervosität an ihre Halskette griff und sie fallen ließ, fing James sie blitzschnell auf.
Das sah auch Cormac, der gerade Freistunde hatte: „Respekt, Potter! Wenn wir nicht schon einen guten Sucher hätten, würde ich dich glatt dafür vorschlagen!“, meinte er beim Mittagessen. „Auf jeden Fall, beim Auswahltraining will ich dich dabei haben.“
Lucy und einige andere Mädchen scheiterten dagegen bei den ersten Versuchen – was Sean darauf zurückführte, dass viele rot wurden, sobald Professor Davies auch nur in ihre Nähe kam.
Cormac widersprach seinem Großcousin: „Eigentlich müssten die ganzen Weiber bei dem doch super fliegen lernen, so wie sie auf ihn fliegen!“

James war gespannt. Er hatte den Ehrgeiz, den Sucher, wer immer es war, auszustechen – schließlich hatte sein Vater auch schon im ersten Jahr Sucher gespielt.
Wegen seiner Träumereien in Quidditch fing er sich in Zaubertränke die erste Strafarbeit ein, weil er nicht genügend aufpasste, als der Trank zu kochen begann und dies erst merkte, als das Gebräu überkochte.
„Schau, schau!“, bemerkte Professor Zabini zynisch. „Der Herr Aurorensohn meint wohl ihm fliegt alles zu. Da haben Sie sich getäuscht, Potter! Am Freitagabend werden Sie mir beim Neuetikettieren helfen, damit Sie sich die Wirkungen der Tränke einmal merken!“
Die Einführungsstunden in Zauberkunst, Verwandlungen und Verteidigung gegen die Dunklen Künste verliefen dagegen ohne besondere Ereignisse. Muggelkunde musste James nicht belegen, da er auf eine Muggelschule gegangen war und so nutzte er die letzte Stunde am Donnerstagmorgen, um auf dem Slytherintisch Salz und Zucker gegen ein Scherz-Salz aus dem Laden seines Onkels George auszutauschen, das für kurze Zeit Hautausschläge verursachte. Er freute sich diebisch auf die Reaktion der Slytherins, vor allem einiger arroganter Mädchen, die in Verwandlungen, das Gryffindor und Slytherin gemeinsam hatten, hinter ihm mit ihren Besitztümern und ihren Schönheitsartikeln geprahlt hatten.
Plötzlich ging die Tür auf: „Was suchst du an dem Tisch? Wir sitzen dort drüben und es ist noch gar nicht Essenszeit!“, rief Victoire hinüber.
James fiel auf die Schnelle keine Antwort ein, doch Victoire interessierte sich auch nicht dafür: Sie lief geradewegs auf einen anderen Ausgang der großen Halle zu, der sich vor ihr öffnete. Darin stand Cormac. James wäre den beiden zu gerne nachgeschlichen: Waren Victoire und Cormac womöglich ein Paar? War Victoire nicht noch immer mit Alexandru, dem jüngeren Bruder von Tante Nicoleta, zusammen?
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
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Rockgirl44

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Dienstag, 11. Dezember 2007, 20:24

heym deine neue FF gefällt mir vom Ansatz wieder extrem gut, besonders mit dem Lied hast du dir echt Mühe gegeben, ich stelle mir das ziemlich schwer vor. Auch das du über James schreibst, irgendwie schreiben die meisten über Albus und der Titel deiner FF klingt auf jedenfalls spannend.James habe ich mir schon so vorgestellt. Freue mich auf dein nächstes Kapitel.

nur ne kleene Frage, von wem war nochmal Sophie??

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Mittwoch, 12. Dezember 2007, 01:08

Zitat

Original von Rockgirl44
heym deine neue FF gefällt mir vom Ansatz wieder extrem gut, besonders mit dem Lied hast du dir echt Mühe gegeben, ich stelle mir das ziemlich schwer vor. Auch das du über James schreibst, irgendwie schreiben die meisten über Albus und der Titel deiner FF klingt auf jedenfalls spannend.James habe ich mir schon so vorgestellt. Freue mich auf dein nächstes Kapitel.

Danke für die Blumen!

Zitat


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Freitag, 14. Dezember 2007, 19:43

3. Die Auswahl

James freute sich diebisch, als er während des Mittagessens einige Slytherins kreischen hörte. Er spähte hinüber und sah, wie auf den Gesichtern der Betroffenen rote, blaue und grüne Pickel wuchsen. Auch bei den anderen Gryffindors war die Schadenfreude groß. Schnell merkten Schüler und Lehrer, dass nur Slytherins den Ausschlag bekamen, während an den drei anderen Tischen nichts passierte. James hätte gerne angegeben, doch er wollte nicht sofort eine Strafarbeit kassieren.

Professor Zabini rettete die Situation, indem er die Schüler seines Hauses, die ihr Essen mit dem ‚falschen’ Salz gewürzt hatten, in sein Büro mitnahm, um ihnen ein Gegenmittel zu geben.

Professor McGonagall kündigte noch am selben Nachmittag eine Kontrolle an, bei der gezielt nach Scherzartikeln gesucht werden sollte. Nicht nur James war nervös, doch kaum hatte er den Gemeinschaftsraum betreten, tippte ihn Sean an: „Der Cormac hat mir gesagt, er weiß, wie man Scherzartikel unsichtbar zaubern kann. Wenn du auch welche hast – ich treff mich gleich mit ihm. Gegenüber vom Eingang. Nimm alles mit, was d’ nicht haben darfst!“, flüsterte er.
James leistete gerne Folge, packte das Hautausschlagssalz, das Nasenblut-Nougat und die Kanariencreme sowie einige andere Scherzartikel in eine Tasche und ging gemeinsam mit Sean und Cormac in ein Zimmer gegenüber dem Eingang zum Gryffindorturm. Cormac drückte den beiden Jüngeren etwas Raues, Unsichtbares, was sich wie Jute oder Ähnliches anfühlte, in die Hand. „Das sind Verstecktaschen. Gibt’s in einem Laden in Hogsmeade. Da kann man Sachen drin aufheben, die kein anderer sehen soll“, erklärte er. „Müsst bloß acht geben, wo ihr die hinlegt – ihr könnt’s selber auch nicht sichtbar machen. Außerdem: Unsichtbar heißt nicht unberührbar – man kann drüber stolpern.“
James brauchte einige Zeit, bis er die Öffnung im Sack gefunden hatte, doch danach ging alles wie von selbst. Er spürte den Sack zwar in der Hand, doch niemand sonst sah, dass er etwas trug. Sean versteckte den Sack sogar so geschickt, dass James nicht erkennen konnte, ob er ihn noch bei sich trug oder abgestellt hatte.

Sie gingen zurück in den Gemeinschaftsraum, wo Cormac sich neben Victoire setzte, die über irgendeinem Aufsatz brütete. James und Sean gingen weiter in den Schlafraum und legten ihre Verstecktaschen auf die Überdachungen ihrer Himmelbetten.

Als am Nachmittag kontrolliert wurde, fanden die Lehrer bei keinem von James’ Jahrgangskollegen Scherzartikel. James war sich sicher, dass auch andere Verstecktaschen oder sonstige Tricks benutzt hatten.

Am Abend sah James zufällig Victoire und Cormac in einem Gang stehen und einander küssen. James war nur in diesen Gang gekommen, weil die Treppe zum Gryffindorturm sich am Nachmittag bewegt hatte, was offenbar auch das Paar übersehen hatte. James erschreckte die beiden, was ihm eine wütende Beschimpfung einbrachte. Cormac zog seinen Zauberstab und drohte, James erstarren zu lassen, sollte er nicht sofort verschwinden.

James verzog sich, erzählte aber noch am selben Abend Sean und Arthur, was er gesehen hatte. Sean wusste, dass Cormac schon einmal mit Victoire zusammen gewesen war, die Beziehung aber mit einem heftigen Krach geendet hatte. Auf jeden Fall war auch er neugierig.
Arthur brummte dagegen nur: „Keine Ahnung! Wenn ich mir die ganzen Lover von meiner Schwester merken würde, hätte ich viel zu tun. Sie war schon mal mit Cormac zusammen, das stimmt. Ob sie es momentan ernst meint oder ob das bloß ein One-Night-Stand ist, weiß sie höchstens selber.“

Am Freitag, in der zweiten Doppelstunde Zaubertränke, hatten einige aus James’ Klasse Probleme mit dem Herstellen eines Wachstumstranks für Pflanzen. Das Gebräu sollte am Ende der Stunde hellgrün sein und leichte Blasen werfen, doch James’ Trank war dunkelgrün und der von Lucy sogar eher braun.
„Na ja, Miss Stewart“, sagte Zabini zu Lucy. „Für ein Muggelkind schon nicht ganz schlecht, bei Ihnen kann man ja nicht erwarten, dass Sie in unserer Welt sofort alles richtig machen! Den werden Sie eben nochmals versuchen.“ Ein Großteil der Klasse wieherte, auch Kevin und Sean. James besann sich schnell, da auch sein Trank nicht ganz geglückt war.
Tatsächlich verfinsterte sich Zabinis Miene, als er vor James stand. „Vom Sohn Harry Potters hätte ich mehr erwartet. Evanesco!“ Der Trank löste sich vor James’ Augen auf.
„Bis nächsten Freitag lesen Sie alle das erste Kapitel über Wirkungen von Wachstumstränken für Pflanzen. Diejenigen, deren Tränke missglückt sind, bleiben hier und machen das ganze nach meiner Anleitung nochmals! Kollege Finch-Fletchley...“ Er sah sich um. „...muss nichts erfahren. Wie nicht anders zu erwarten, hatten mit Ausnahme von Mr. Potter vor allem die Zauberer der ersten Generation, um mich politisch korrekt auszudrücken, Probleme.“
Muggelkunde, das Fach, das als nächstes auf dem Stundenplan stand, war im ersten Schuljahr nur für diejenigen verpflichtend, die keine Muggelgrundschule besucht hatten.

James sah, dass außer Lucy und ihm nur noch ein Mädchen aus Ravenclaw nacharbeiten musste. „Haben wir uns beim Zaubertrankbrauen zu viel unterhalten, Miss Prewett!“, kommentierte Zabini. „Am Anfang sah Ihre Arbeit nicht schlecht aus, aber Konzentration ist beim Zaubertrankbrauen nötig – vor allem, wenn man es nicht im Blut hat.“
Beim zweiten Versuch wurde James klar, was er falsch gemacht hatte: Auf der Liste stand eindeutig, dass Expandelliskraut zuerst auf etwa die anderthalbfache Menge quellen musste, bevor man die weiteren Zutaten hinzufügen konnte. Er war wieder einmal zu ungeduldig gewesen und hatte den Quellvorgang nicht abgewartet. Lucy brauchte auch dieses Mal Hilfe, doch zum Schluss schaffte sie es auch.

Am Samstagmorgen fand die von vielen Erstklässlern lange erwartete Quidditch-Auswahl des Hauses Gryffindor statt. James und Sean hatten noch beim Frühstück gewettet, wer in die Mannschaft oder zumindest in die Reserve aufgenommen werden würde. Etwa 30 Mädchen und Jungen aus allen Jahrgängen hatten sich zusammengefunden, darunter zwei Erstklässler, Brian und ein Mädchen namens Amanda, die überhaupt keinen Besen besaßen. (seit 2014 war es Erstklässlern erlaubt, eigene Besen zu benutzen; sie mussten lediglich beim Hauslehrer deponiert werden).
Cormac brauchte eine ganze Weile, um sich durchzusetzen. „Okay, Mädels und Jungs, ist jemand da, der die Quidditchregeln nicht kennt?“, fragte er. Schüchtern meldete Amanda sich.
Cormac erklärte geduldig, welche Funktion die vier Bälle hatten und was Jäger, Hüter, Treiber und Sucher zu tun hatten. „Für diejenigen aus der Ersten, die Quidditch nur aus Büchern, womöglich alten, kennen: Es gibt seit acht Jahren international eine wichtige neue Regel, nämlich dass der Schnatzfang nur noch sechzig und nicht mehr 150 Punkte bringt – es hängt also nicht mehr so stark vom Sucher ab, wer das Spiel gewinnt. Ein Sucher muss deshalb nicht nur gut sehen und schnell reagieren, sondern auch gut bluffen können, falls der Schnatz auftaucht, während seine Mannschaft mehr als sechzig hinten liegt. Weitere wichtige Regel für den Sucher: Der Schnatz muss vorgezeigt werden, berühren und wieder loslassen gilt seit langem endgültig nicht mehr.
Wichtig für die Jäger: International seit der letzten Weltmeisterschaft, seit diesem Jahr auch hier in Hogwarts gilt, dass man mit dem Quaffel in der Hand kein ganzes Spielfeldviertel überfliegen darf und nach fünf Sekunden abgeben oder aufs Tor werfen muss. Nachher, beim Mannschaftsspiel, wird Professor Longbottom die Trennlinien nach oben zaubern. Für Muggelgeborene: Das sind reine Sichtlinien, in der Luft, ihr könnt durchfliegen und spürt nichts, ihr müsst bloß wissen, dass ihr, wenn ihr Jäger seid und den Quaffel habt, den vorher abgeben müsst.
Okay, soweit zu den Regeln, jetzt zu unserer Mannschaft: Fix sind Lara McArthur und Adrian Summer als Jäger, Ken Stevens als Sucher und Charlie Holmes als Treiber – und wohl auch meine Wenigkeit als Hüter. Das heißt, einen Treiber und einen Jäger brauchen wir auf jeden Fall noch, vielleicht finden sich noch andere.“

Cormac begann mit den Jägern, bei denen es auch Sean versuchte. Der fing und warf sicherer als manche ältere, überspielte auch einige, scheiterte aber bei den Würfen auf die Ringe: Bei fünf Versuchen konnte er seinen Großcousin kein einziges Mal versetzen.
„Reserve auf jeden Fall“, entschied Cormac. „Für die Stammmannschaft bist noch a weng schwach, aber du hast ja auch noch Zeit!“
Sean verzog das Gesicht zu einer Grimasse. „Hast gut gespielt“, lobte James den Freund. „Ich hätt’ wohl auch nichts getroffen.“
„Bringt mir trotzdem nichts“ brummte Sean, „noch üben ja ein paar, da bin ich vielleicht der vierte oder fünfte Reservespieler.
Schließlich entschied sich Cormac nach Beratung mit einigen anderen für Arthur Weasley als dritten Jäger.

Bei den Treibern ging die Entscheidung schneller: Einige wurden selbst von den Klatschern getroffen und mussten in den Krankenflügel gehen. Einige Mädchen erschraken und verzichteten freiwillig. Ein Riesenkerl aus der Fünften namens Wayne Rolves gewann schließlich Cormacs Vertrauen. Zwei andere, deren Namen James sich nicht merkte, wurden Ersatzleute.

„Jetzt die Sucher. Schaut genau: Hier ist der Schnatz!“, verkündete Cormac und hielt den kleinen, geflügelten Ball in die Luft, während fünf Jungen und drei Mädchen sich um ihn gruppierten. „Gleich wird der Schnatz verschwinden, dann haltet die Augen auf. Hoch in die Luft, dann zähl’ ich bis ‚drei’ und lass los!“
Lange tat sich nichts, bis ein Mädchen aus der Dritten schrie „Ich hab ihn!“ Tatsächlich hatte sie den Schnatz in der Hand, doch war sie so nervös, dass er ihr entkam, noch bevor sie ihn Cormac zeigen konnte.
„Weiter!“, befahl Cormac kurz.
„Aber ich hab ihn gehabt!“
„Gilt nicht, wenn er dir auskommt, bevor du ihn vorzeigen kannst. Hab ich vorhin lang und breit erklärt, Steph!“, antwortete Cormac kalt, worauf Steph ihm einen bösen Blick zuwarf. Schließlich fing ein anderes Mädchen den Schnatz.
„Okay, dein Punkt, Joanna!“, lobte Cormac. „Gut gemacht!“
„Zufall!“ konterte ein Junge.
„Kann sein! Deshalb geht es weiter. Klar, Glück gehört dazu, deshalb machen wir das Ganze mehrmals. Also: Position einnehmen – eins – zwei – drei!“
Dieses Mal fing James den Schnatz um Millimeter vor einem anderen Jungen.

Cormac ließ den geflügelten Ball ein weiteres Mal los. Das Spiel wiederholte sich fünfzehn Mal, bis der Kapitän stoppte.
„Okay, einmal kann Zufall sein, aber bei fünfzehn Mal: Fünfmal hat Ken den Schnatz gefangen, viermal James, je zweimal Steph und Joanna, je einmal Louis und Pete. Die drei anderen muss ich leider bitten, zu gehen. Für die Verbliebenen: Steph, Joanna, Louis und Pete müssen bei den nächsten zehn Versuchen mindestens auf einen Punkt an Ken und James rankommen, damit sie drinbleiben!“
Das gelang den vieren nicht; vielmehr überholte James mit vier weiteren Fängen noch Ken, der nur noch zweimal erfolgreich war. Joanna und Louis fingen zwar je einmal den Schnatz, doch der Stand, den Cormac verkündete, war eindeutig: „Neunmal James, achtmal Ken, dreimal Joanna, je zweimal Steph und Louis, einmal Pete – das ist eine klare Sache.“ Nur Joanna nickte, die drei anderen meckerten nach, doch Cormac ließ nicht mehr mit sich verhandeln.

„Okay, hört zu – das heißt, vor allem du, James; du, Ken, weißt ja, was jetzt kommt“, wandte Cormac sich an James und Ken. „Ich werden jetzt die Anzeigentafel laufen lassen. Wie sich der Spielstand verändert, wisst ihr nicht vorher. Je nach Spielstand – den ihr ständig verfolgen müsst – bringt der Fang möglicherweise nur einem von euch etwas. Wenn deine Partei mehr als sechzig Punkte hinten ist, James...“
„Muss ich Ken nur ablenken, damit er nicht den Schnatz wegfängt“ vollendete James.

Er fand es schwierig, auf den sich ständig ändernden „Spielstand“ zu achten und gleichzeitig Ausschau nach dem Schnatz zu halten. Einmal, als die Tafel anzeigte „Potters 430, Stevens 410“ sauste Ken nach unten. Hatte er wirklich etwas gesehen, was James nicht gesehen hatte? Er jagte seinem Rivalen nach, so schnell er konnte.
Da war plötzlich der Erdboden vor ihm, doch wo war Ken? James bremste mit Mühe, sodass er sich nur leicht aufschürfte.
„Alles klar, James?“, fragte Cormac neben ihm. James nickte und sah Ken weit über sich hämisch grinsen. Natürlich wusste James, was ein Wronski-Bluff war, doch selbst der Betroffene zu sein, war ärgerlich.
„Okay, weiter geht es!“, kommandierte Cormac, während schon die Glocke zum Mittagessen läutete.
Da tauchte plötzlich der Schnatz auf. Auch Ken flog in dieselbe Richtung, doch James gab alles und überholte ihn letztlich. Ein Griff und der geflügelte Ball lag in seiner Hand, versuchte noch einmal auszureißen, doch James hatte oft genug mit seinen Geschwistern, Vettern und Kusinen trainiert, dass ihm der Fehler, zu zaghaft zuzugreifen, nicht mehr passierte.

„Gut gefangen, James!“, lobte Cormac ohne Ausdruck in der Stimme. „Aber jetzt schau einmal auf die Tafel!“ James fluchte: Potters 610, Stevens 650.
„Da ist der Schnatzfang schon dabei! Du hättest bei dem Stand den Schnatz nicht fangen dürfen. – Los, noch einmal! Wir müssen vor dem Essen fertig werden; danach haben die Ravenclaws das Feld
Auch beim zweiten Mal ließ James sich einmal bluffen, während ihm zwei Versuche misslangen. Außerdem fing diesmal Ken den Schnatz, sodass Cormac die Sucherauswahl für entschieden erklärte.
„Mach dir nichts draus, James! Ich hab seit ewig keinen Erstklässler so spielen gesehen. Deine Zeit kommt noch und ich bin froh, dass ich auch noch einen guten Sucher in der Reserve habe. Wenn du im Bluffen und Bluffs erkennen noch besser wirst, kannst du’s mal weit bringen!“
Trotzdem war James niedergeschlagen, als er zum Essen ging. Die Wette mit Sean war unentschieden ausgegangen: Beide waren nun Reservisten.

„Mach dir nix draus, eigentlich hättest vielleicht du im nächsten gewonnen – der Ken ist dem Cormac sein bester Freund und deshalb hat der Cormac dann aufhören lassen, wie’s für’n Ken besser ausgeschaut hat“ versuchte Sean, James zu trösten.
Das machte James nur wütend; er kämpfte mit den Tränen. „Aber die anderen – wieso lassen die anderen sich das gefallen?“ fragte er. „Und wieso sagst du mir das erst jetzt.“
„Ich hab gehofft, dass noch mehr Leute bei der Sucherauswahl da sind. Aber da war keiner mehr da, der dem Cormac widersprechen würd’ – und auf mich hört der eh nicht!“

James kam den Nachmittag über nicht darüber hinweg, dass er nicht Sucher geworden war. Er wusste nicht, was ihn mehr verärgerte: Dass er sich hatte bluffen lassen oder dass Cormac von vornherein Ken bevorzugt haben könnte – hatte er womöglich die Anzeigentafel nach James’ Schnatzfang nachträglich verstellt?

Am Abend schrieb er stolz an seine Eltern, dass er immerhin Reservist war und gegen einen Fünftklässler nur knapp gescheitert. Davon, dass Cormac ungerecht gewesen war, schrieb er nichts - vor allem seine Mutter würde so etwas nicht ohne Weiteres glauben.
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Sonntag, 16. Dezember 2007, 15:16

4. Erste Stunden und Störungen

In der folgenden Woche machte James’ Klasse zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Poltergeist Peeves. Es war in Verwandlungen, wo die Schüler gerade ihre Tintenfässer in Trinkbecher verwandeln sollten. James gelang zwar beim zweiten Versuch der Zauber, doch sein Becher war immer noch voller Tinte.
„Wenn ich gemein wäre, würde ich sagen, Sie sollen jetzt aus Ihrem Becher trinken, Mr Potter!“, meinte Professor Lowe sarkastisch. Einige Slytherins, die gemeinsam mit den Gryffindors Verwandlungen hatten, wieherten.
Lucy hatte beim dritten Versuch einen perfekten Trinkbecher vor sich, doch als sie sich darüber beugte, um ihn aufzuheben und stolz dem Lehrer zu zeigen, spritzte ihr plötzlich eine Ladung Tinte ins Gesicht. Sie kreischte auf. Ein kleiner Mann wurde neben ihr sichtbar und freute sich diebisch. „Hihi! Die kleine Erstklässlerin hat nicht gemerkt, dass ich einen Zwischenboden da hineingesetzt habe!“
„Lass uns in Ruhe, Peeves!“ bellte Lowe. Der Angesprochene verzog sich mit lautem Gekreische, nicht ohne Kevins Tintenfass gegen die Decke zu werfen, von wo es sich über mehrere Schüler ergoss. Lautes Gekreische war die Folge. Ein Slytherin, den es getroffen hatte, ärgerte sich so sehr über Seans Gekicher, dass er diesem sein halb verwandeltes Fass ins Gesicht warf.
„Was soll das, Robinson?“, brüllte Lowe. „Schluss oder Strafarbeit!“
Er wurde allerdings abgelenkt, da einige Mädchen ihn baten, ihnen die Tintenflecken aus Gesicht und Kleidung zu zaubern.
Doch schon war zwischen Sean und dem mit Robinson angesprochenen ein regelrechtes Duell ausgebrochen. Die übrigen Slytherins und Gryffindors feuerten ihre Vertreter an, während Lowe versuchte, Ordnung zu schaffen. Doch schon war Peeves zurückgekehrt.
„Hey, ihr süßen Erstklässler, lasst ihr den lieben Peeves mitspielen!“ kreischte er von oben und warf Kreidestücke zwischen die Kinder und auf Lowes Kopf.
„Peeves! Raus oder ich gehe sofort zum Baron!“ brüllte Lowe wütend, worauf Peeves sich endgültig verzog. Die Stunde war allerdings gelaufen. Zwar schaffte es Lowe nach einiger Zeit, die Schüler zu motivieren, sich wieder zu setzen und Sean und Dolph Robinson mit je einer Strafarbeit und fünf Minuspunkten für Gryffindor beziehungsweise Slytherin und der Drohung, dass es bei Fortsetzung des Duells zehn würden, in die Schranken zu weisen, doch bis zum Ende der Stunde wurde es nicht mehr ruhig genug für regulären Unterricht.

Am Mittagstisch war die missglückte Verwandlungsstunde weiterhin Gesprächsstoff. Auch einige ältere Schüler schalteten sich in die Unterhaltung ein.
„Armer Lowe!“ kommentierte Arthur. „Eigentlich hat er ´ne Ahnung, glaube ich, aber er kann sich nicht durchsetzen. Bei uns geht es ganz ohne Peeves schon genauso zu – dabei sind die Slytherins im Parallelkurs, möchte wissen, wie es da abläuft.“
Auch in der vierten Klasse schien in Verwandlungen Unruhe zu herrschen.

Verteidigung gegen die Dunklen Künste war wie in der ersten Stunde langweilig. Offenbar war Professor Brown der Meinung, die Schüler müssten zuerst alle Theorien über Basisflüche lernen, bevor sie selbst einen ausprobieren dürften. James hoffte auf eine Störung durch Peeves, doch es kam keine.

Sean erhielt kurz danach seine Strafarbeit: Er sollte Hagrid dabei helfen, einen entflohenen Kniesel zu finden – eine Aufgabe, die im Verbotenen Wald nicht ungefährlich war. Kniesel waren raffiniert und reagierten nicht auf jeden Köder. Außerdem konnten beim Köderlegen andere Tiere angreifen. Sean tat so, als würde er sich auf das Abenteuer freuen, doch James sah ihn zittern.

Am folgenden Morgen erhielt Sean einen Heuler von seinen Eltern. Eine Frauen- und eine Männerstimme brüllten abwechselnd, was ihm einfiele, sich im Unterricht zu duellieren. Die Slytherins grinsten während Sean immer tiefer unter dem Tisch versank.

In der ersten Stunde dieses Tages hatten sie Zauberkunst. Penelope Weasley wiederholte ihre Einführungssätze aus der ersten Stunde: „Das Wichtige in Zauberkunst ist Konzentration. Wer nicht bei der Sache ist, kann noch so viel mit seinem Stab herumfuchteln, er wird entweder nichts zustande bringen oder sogar sich und andere gefährden. Es gibt einige Zauber, die bei falscher Anwendung gefährlich werden können – und daher sollten Sie zuhören und nicht unter der Bank Quidditchmagazine lesen, Mr. Lewis!“
Der Angesprochene, ein Hufflepuff, bekam einen roten Kopf und packte das Magazin, den „Quaffel“, weg. Soweit James wusste, hatte seine Tante zwar keine magischen Augen, dennoch schien ihr nichts zu entgehen, was sich im Klassenzimmer abspielte.
Sie erhielten den Auftrag, glitzernde Sterne zu zaubern. James und Sean brachten zwar einige Sterne zusammen, doch keiner glitzerte. Lucy gelang erst der dritte Stern, der dafür perfekt. Beim nächsten Versuch hatte sie weniger Glück.
„Zittern Sie nicht so, Miss Stewart, Sie können es und brauchen nicht nervös zu werden!“, befahl die Lehrerin, während sie sich über Lucys Pult beugte. „Tief durchatmen, dann versuchen Sie es noch einmal! –Mr Finnigan, den Stab waagerecht halten, sonst wird das nichts!“
Knall! An einem der Hufflepuff-Tische war etwas explodiert und Cathleen Arningham stand völlig verschreckt hinter ihrem Tisch.
„Hier ist eigentlich nichts, was explodieren könnte“, murmelte Tante Penelope. Dann zog sie ihren Zauberstab und befahl „Zeige dich, Peeves!“
Peeves wurde sichtbar. Er hatte einige Körner dunklen Pulvers in der Hand, das vermutlich zusammen mit dem Glitzerzauber eine Explosion verursachte.
„Raus hier, Peeves, oder ich helfe nach!“
Peeves schien ebenso wie bei Lowe drei Tage vorher auf seinen großen Auftritt zu spekulieren, streckte der jungen Lehrerin die Zunge heraus und warf das Pulver durch die Luft.
James sah seine Tante mit dem Zauberstab auf die nächstgelegenen Sterne zeigen und „Levicorpus“ rufen, worauf sich diese erhoben und aus der Flugbahn des Pulvers flogen, sodass es keinen weiteren Knall gab. Dann richtete sie den Stab auf Peeves. „Du wolltest es nicht anders! Abstraho!“, sagte sie streng und der Poltergeist wurde von einer unsichtbaren Kraft gepackt und aus dem Zimmer geschleift – offensichtlich ziemlich unsanft, denn er kreischte auf und anders als bei Lowe nicht aus Schadenfreude. Einige Schüler klatschten Beifall. Mit einem „Evanesco“ ließ James’ Tante schließlich die restlichen Körner verschwinden.
„Ruhe bitte! Ich sollte vielleicht noch sagen, dass der Abstraho-Zauber als minder schwerer Fluch gilt und deshalb gegenüber Menschen normalerweise verboten ist“, erklärte sie. „Nur für den Fall, dass jemand versuchen sollte, ihn nachzuahmen – was aber ohnehin viel Übung braucht. Und jetzt zurück zur Sache! Gibt es irgendjemand, der das Gefühl hat, den Zauber überhaupt nicht verstanden zu haben?“
Niemand meldete sich. Die Schüler experimentierten weiter und die Stunde verlief, als ob Peeves nie da gewesen wäre. Am Ende hatten die meisten wenigstens ein oder zwei glitzernde Sterne, einige auch mehr.
„Hausaufgabe: Jeder bringt nächste Woche zehn Sterne mit, die so aussehen!“, Tante Penelope hob einen perfekten Stern hoch. „Die Sterne, die ihr in der Stunde schon geschafft habt, dürfen Sie behalten. Außerdem lesen Sie das Kapitel über Leuchtzauber.“ Die Glocke läutete als hätte sie es mit der Zauberkunstlehrerin abgesprochen.

In Kräuterkunde ließ Neville Longbottom, den James außerhalb des Unterrichts beim Vornamen nennen durfte, die Erstklässler zum ersten Mal selbst an Pflanzen arbeiten: Sie sollten die Früchte der Placantis Minor abernten, die einer der wichtigsten Bestandteile für Beruhigungstränke waren. Da die Pflanze jedoch so genannte Wanderdornen hatte, die jeden, der versuchte, Früchte abzupflücken, stachen, musste man mit Schutzhandschuhen arbeiten. Viele Erstklässler hatten jedoch mit den Handschuhen zu wenig Gefühl und zerdrückten die Hälfte der Früchte, die sie berührten. Auch James bekam mehrmals gut gemeinte Ratschläge zu hören.
Gordon Smith, einer der Slytherins, die gemeinsam mit den Gryffindors Unterricht hatten, schlich sich an das Ende des Gewächshauses, nahm eine Pflanze von dort mit und stellte sie vor den Tisch Fiona Larners, einer Gryffindorschülerin, die gerade ihre Abfälle entsorgte. Fiona merkte nichts, doch James schrie laut zu ihr hinüber „Vorsicht!“
Das Mädchen zog gerade noch die Hände zurück, als die Stängel sich schon um ihren linken Arm wanden. Sie kreischte auf, was Neville hörte. Der Lehrer reagierte schnell und ließ rote Funken aus seinem Zauberstab losprasseln. „Achtung! Kann heiß werden, Miss Larner!“, rief er, doch da hatte das Mädchen sich schon befreit. Er nahm den Topf mit der Schlingpflanze und trug ihn dorthin, wohin er gehörte.
Als er zurückkam, war er verärgert: „Wie oft soll ich noch sagen, dass Sie nicht eigenmächtig an die Pflanzen gehen dürfen?“, brüllte er. „Ich verzichte besser, zu fragen, wer es war, denn es war bestimmt wieder einmal keiner. Aber wir haben hier Pflanzen, die nicht ungefährlich sind und die Teufelsschlinge gehört dazu. Fesselt jeden, der den Blüten zu nahe kommt. Wenn Sie ausschließlich Theorie hören wollen, können Sie so etwas noch einmal machen!“
„Was kann ich dafür, wenn irgend ein Idiot von da drüben da hinten rumschleicht?“, brüllte Lucius Crockett und zeigte auf die Gryffindors. „Sicher war es Potter selber, aber dem tut ja niemand was, weil er einen berühmten Vater hat!“
James schrie zurück: „Du Arschloch, lüg nicht so! Du hast genau gesehen, wer es war: Smith, einer von euch!“
„Ruhe bitte!“, rief Neville ohne auf Lucius’ Beschimpfungen weiter einzugehen. „Mich interessiert nicht, wer es war. Aber jetzt stell ich mich hierher, damit keiner mehr in den hinteren Teil des Gewächshauses kann. Wer Fragen hat, muss eben kommen. Und ab jetzt keine Beschimpfungen mehr!“
Tatsächlich blieb Neville für den Rest der Stunde stehen und passte auf wie ein Wachhund, sodass niemand mehr etwas anstellen konnte.
Nach Kräuterkunde sangen Lucius und seine Bande laut „Potter ist in Larner verknallt.“ James hatte die Hand schon am Zauberstab, als Sean ihn anschubste: „Lass sein! Der Depp ist es nicht wert, dass du Minuspunkte riskierst!“

Am späten Nachmittag musste Sean zu Hagrid, um seine Strafarbeit abzuleisten. James vertrieb sich die Zeit mit einigen Partien Zaubererschach mit Brian Baring, der zwar anfangs erschrocken war, als die Figuren einander beim Schlagen wirklich k.o. schlugen, doch sich als guter Spieler herausstellte. Von vier Partien gewann James nur eine.

Sean kam erst zurück in den Gryffindor-Schlafsaal als die meisten anderen schon schliefen. „War echt krass!“, erzählte er. „Wir haben quer durch den ganzen Wald Köder gelegt, damit der komische Knieser anbeißt. Dabei bin ich an Spinnen vorbeigekommen, die waren so groß!“ Er breitete seine Arme aus. „Aber Hagrid folgen sie wie Schmusekatzen. Und Hippogreife hab ich auch gesehen – einer hat mich sogar an sich rangelassen. Der Hagrid hat versprochen, er lässt mich mal drauf reiten. Und...“
„Halt’s Maul, Finnigan, ich will schlafen!“, bellte Kevin.
„Recht hat er! Kannst morgen weiter erzählen!“, brummte der sonst ruhige Ray.
So erfuhr James erst am nächsten Morgen mehr über die magischen Kreaturen, mit denen Sean Bekanntschaft gemacht hatte: Zentauren hatte er getroffen, die von Sternenbewegungen erzählt hatten. Außerdem eine riesige Schlange und fürchterlich kreischende Vögel.
Sean erzählte auch von einem Geist, der ihm einige Zeit nachgeschwebt war, allerdings kehrt gemacht hatte, als er, Sean, sich umdrehte.
„Was wollte der von dir? Und wieso hat er plötzlich Angst bekommen?“, fragte James.
„Keine Ahnung. Weiß nicht, ob es im Wald Sachen gibt, vor denen sich Geister fürchten. Auch der Hagrid hat’s nicht gewusst. Der hat gesagt, er hat seit ewig keinen Geist mehr im Wald gesehen.“

An diesem Tag, einem Freitag, fing Hagrid James ab: „Wenn’st Lust hast, kannst mich am Wochenende mal besuchen. Und dein Freund Sean ist auch eingeladen.“ James, der am Wochenende nichts zu tun hatte, nahm die Einladung gerne an und auch Sean hatte Lust.
Vorher mussten sie allerdings noch eine Doppelstunde Zaubertränke überstehen. Diesmal bot Professor Zabini vor allem Theorie, zeigte anhand von Bildern, die er an die Tafel zauberte, Wirkungen verschiedener Tränke bei Überdosierung oder falscher Anwendung. James wusste vieles davon schon von seiner Mutter, sodass er die meiste Zeit im „Quaffel“ über die anstehenden Länderspiele zur Qualifikation für die Quidditchweltmeisterschaft nachlas. England hatte zunächst mit Österreich und Dänemark lösbare Aufgaben, bevor es gegen Deutschland ging.
„Ihr habt Dussel mit eurer Gruppe“, flüsterte Sean. „Wir kriegen Rumänien und Italien, das wird hart!“
„Wenn ihr die Italiener besiegen könnt, dann seid ihr dabei!“, machte James ihm Mut. „Und Rumänien ist auch nicht so stark wie alle immer tun.“
„Was haben Sie hier zu besprechen?“, unterbrach Zabini die Unterhaltung. „Mr. Potter, wann darf man den Quellwurz-Schlaftrunk keinesfalls anwenden?“
James hatte keine Ahnung. Mit Schlaftrünken hatte seine Mutter nichts zu tun. Zabini ignorierte Meldungen anderer Schüler und fragte statt dessen Sean: „Mr. Finnigan, was passiert, wenn man den Anti-Furunkel-Trank zu lange stehen lässt?“
Auch Sean hatte keine Ahnung.
„Helfen Sie Ihren Mitschülern, Miss Prewett“, rief Zabini schließlich ein Ravenclaw-Mädchen auf.
„Den Quellwurz-Schlaftrunk sollten Zauberer nicht anwenden, die in der Zeit davor von Schlangen gebissen worden sind, da es gefährliche Wechselwirkungen mit Schlangengiften gibt. Auch sollten Werwölfe den Trank nur mindestens vier Tage vor oder nach dem Vollmond anwenden, da sonst ihre Widerstandskraft zu schwach ist.
Anti-Furunkel-Trank, den man zu lange stehen lässt, verstärkt seine Wirkung und führt zu Ätzungen auf der Haut und Schwächung des Blutkreislaufs.“
„Gut gemacht, Miss Prewett! Wer so gut aufpasst, kann es auch als Zauberer-der-ersten-Generation zu viel bringen.“
„Das heißt ‚Schlammblüter’!“ platzte Kevin heraus.
„Ich muss doch sehr bitten“, wies Zabini ihn zurecht. „Dieses Wort ist doch nicht mehr politisch korrekt.“ Die Ermahnung wirkte allerdings nicht ernstgemeint, jedenfalls weniger ernst als der Punktabzug für Gryffindor, den sich James und Sean wegen Unaufmerksamkeit zuzogen.

Nach der Stunde knöpften James und Sean sich Kevin vor: „Falls du es vergessen hast: Du bist nicht im stinkigen Slytherin. Wenn du noch einmal ‚Schlammblüter’ sagst, passiert was“, drohte James.
„Ach? Du bist doch Reinblüter!“, gab Kevin zurück. „Oder bist du so einer wie dein Vater!“
„Nichts gegen meinen Vater, Singer!“, giftete James und zog seinen Zauberstab.
„Schau an, der Sohn von Harry Potter, dem Schlammblüterfreund!“, lästerte Kevin. „Kommst dir mutig vor, weil dein Kumpel dabei ist!“
„Mit dir werd' ich gerade noch allein fertig!“, konterte James.
„Wann und wo? Duell gefällig? Dich mach ich alle, Schlammblüterfreund und Sohn von Blutsverrätern!“
„Wenn du unbedingt willst... Noch kannst du zurücktreten!“, gab sich James gnädig. „Wenn du das jetzt noch machst, dann ist alles andere vergessen und du bleibst gesund. Wenn nicht garantier ich für nichts!“
„Ich denk nicht dran“, antwortete Kevin und spuckte James vor die Füße. „Wenn du Hosenscheißer dich nicht traust, ist es dein Problem.“
„Von mir aus heute Abend“, sagte James grob. „Da hast du noch Zeit, einen Abschiedsbrief an deine Mami zu schreiben!“
„Elf Uhr im Pokalzimmer! Dort wo bald ein Pokal für mich stehen wird: Hat die Zaubererwelt von einem Potter-Weasley-Bastard befreit!“
„Wenn du noch einmal etwas gegen meine Eltern sagst, dann...!“, brüllte James. Sean packte ihn am Arm: „Vorsicht, da kommt Finch-Fletchley! Sollte das nicht hören!“
„Was ist denn hier los? Mr. Potter, wissen Sie nicht, dass Zaubern auf den Gängen verboten ist?“, rief der genannte.
„Ich hab nicht gezaubert!“, verteidigte sich James. Sean nickte.
„Noch nicht“, gab auch Kevin zu. „Aber du hast es vorgehabt.“
„Kann sein“, antwortete der Lehrer ruhig. „Aber solange er es nicht getan hat, lassen wir noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Mr. Potter, packen Sie Ihren Stab ein, beim nächsten Mal bin ich nicht mehr gnädig! Und Sie, Mr. Finnigan und Mr. Singer, kommen mit, wir haben jetzt Unterricht!“
Sean und Kevin folgten ihrem Lehrer zum Muggelkunde-Unterricht, während James in die Bibliothek ging. Er musste unbedingt nach Duellierzaubern suchen. Vielleicht könnte ihm auch einer der Älteren einen Tipp geben.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
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Sluggy

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7

Sonntag, 16. Dezember 2007, 15:28

Hallo,

es geht ja langsam richtig zur Sache hier. Duelle im Unterricht. Geheime Duelle zur Schlafenszeit ... wow.

Was mich gewundert hat, war, dass Penelope immer als 'Tante Penelope' bezeichnet wurde, während Neville nur außerhalb des Unterrichts 'Neville' war, innerhalb aber natürlich 'Professor Longbottom'.

Vielleicht solltest du das angleichen, dass aus 'Tante Penelope' auch 'Professor Weasley' wird. Fänd ich besser.

Ein paar Tippfehler hast du drin, die stören aber nicht sonderlich.

Gruß und schönen dritten Advent noch

Sluggy
:D 8) --knuddel--

HufflepuffsUrenkel

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8

Donnerstag, 20. Dezember 2007, 15:52

5. Geister am Werk

James fand in den Büchern Beschreibungen einiger Flüche, die er aus Erzählungen seiner Eltern kannte, darunter des Silencio- und des Schockfluches. Er versuchte, sich die komplizierten Zauberstabbewegungen einzuprägen, doch wusste er nicht, ob es ihm gelingen würde. Ihm fiel auch nicht ein, wie er Arthur oder Cormac am Besten nach Flüchen fragen könnte, ohne Verdacht zu erregen.

Nachdem Sean aus dem Muggelkundeunterricht herauskam, bat er ihn, ihm beim Duell gegen Kevin zu sekundieren. Nach dem Abendessen sprachen die beiden mögliche Flüche ab.
„Singer kann nichts“, hoffte James.
„Singer nicht, aber Crockett scheint einiges zu wissen und Singer ist ja nach dem Essen schon zu ihm rüber. Kannst du den Expelliarmus?“
James nickte. „Den hab ich schon mal probiert und den Petrificus Totalus auch.“
„Okay, das reicht. Glaube nicht, dass Crockett mehr beherrscht. Probier’s ruhig mal!
Sean und James gingen in ein leeres Klassenzimmer, wo sie sich gegenseitig entwaffneten. Beiden gelang der Zauber ohne größere Probleme. Auch den Petrificus Totalus beherrschte James – er probierte ihn allerdings nicht an Sean aus, sondern kurz vor dem Schlafengehen an einem Gnom im Garten.

Beide Jungen gingen brav schlafen, legten aber ihre Sachen bereit und standen Punkt halb elf auf. Kevin schlich ihnen hinterher und traf sich an einer Zwischentreppe mit jemand, den sie an der Stimme als Lucius Crockett erkannten. Einmal liefen sie falsch, kurz darauf begegnete ihnen Filch, doch konnten sie gerade noch rechtzeitig in ein Klassenzimmer fliehen.
Fast auf die Minute pünktlich betraten sie das Pokalzimmer. Kevin und Lucius kamen kurz nach ihnen. Unmittelbar nach den beiden letzteren spähte ein Geist durch die Wand, verschwand aber sofort wieder.
„Okay, Potter!“, begann Lucius Crockett. „Dir ist klar, worauf du dich eingelassen hast? Finnigan und ich zählen jetzt gemeinsam bis „drei“, dann fangt ihr an. Wir werden uns zurückziehen und wenn Kevin dich alle gemacht hat, wird Finnigan die Reste von dir auflesen. Okay?“
„Alles okay“, antwortete James, „außer dass ich Singer, diesen schnöseligen Affen, alle machen werde und dich gleich mit, du Stinker!“
„Okay, weitere Nettigkeiten vor dem Duell?“, fragte Sean.
„Potter ist der größte Schleimbeutel, der in Hogwarts rumläuft, seit seine Eltern abgegangen sind“, sagte Kevin laut.
„Singer hat das Hirn eines Trolls, die Energie eines Flubberwurms und außer dem Maul kein funktionierendes Körperteil!“, gab James zurück.
„Ich hoffe, Finnigan wird sich um deine Leiche kümmern. Nicht auszuhalten, wenn Teile von dir den Raum verstinken würden!“, ätzte Kevin weiter.
„Wie ich sagte: Das einzige funktionierende Körperteil von Singer ist das Maul – und das wird auch bald mit Geisterstimme maulen.“ James zwinkerte Sean zu, der seine Hand hob. Lucius nickte ihm zu und zählte: „Eins – zwei – drei!“

„Silencio!“ begann James und frohlockte: „Das einzige funktionierende Körperteil von Singer war das Maul!“
Der Fluch hatte allerdings nicht geklappt, da James zwar über den Fluch gelesen hatte, aber die Bewegung nicht richtig ausführen konnte. Nach zwei Sekunden war Kevin wieder redefähig.
„Stupor!“ konterte er, doch der Schockfluch überstieg ebenso weit über seine aktuellen magischen Fähigkeiten. James hatte sich geduckt, aber das wäre nicht nötig gewesen.
„Hey! Hört ihr das?“, rief Lucius plötzlich. Draußen rief eine Geisterstimme: „Schüler im Pokalzimmer! Alarm!“
Die Duellanten ließen sich nicht beeindrucken. Fast gleichzeitig rief Kevin „Locomotor Mortis“ und James „Petrificus Totalus!“ Beide wichen aus, fielen dadurch zwar auf den Boden, doch die Flüche klatschten wirkungslos gegen die Wand.

Fast gleichzeitig ging die Tür auf. „Was ist denn hier los? Schon wieder Schüler bei Nacht draußen! Was stellt ihr schon wieder an, ihr Mistkerle?! Wohl wieder Pokale zerstören!“, schrie ein alter Mann. „Mir scheint, eure Lehrer sind nicht streng genug. Sollten euch verprügeln!“
„Das lassen Sie uns entscheiden, Mr. Filch! Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mich verständigt haben!“, hörten sie eine Frauenstimme hinter der Tür. Sie gehörte zu Professor Vector, die nun an Filch vorbei in den Raum trat. Im Licht ihres Zauberstabs betrachtete sie die Erstklässler. „Dreimal Gryffindor und einmal Slytherin, soso. Potter wenn ich mich nicht täusche.“
Arithmantik war in der ersten Klasse kein Pflichtfach und so kannte Professor Vector die Erstklässler, die nicht zu ihrem Haus gehörten, noch nicht.
„Ja, genau!“, bestätigte die Lehrerin sich selbst, nachdem sie die Wappen an den Umhängen nochmals inspiziert hatte. „Alle vier haben Sie gegen die Nachtruhe verstoßen und alle vier waren Sie an einem Duell beteiligt – wer die Duellanten und wer die Sekundanten waren, ist zweitrangig. Das macht dreimal fünf Minuspunkte für Gryffindor und einmal fünf für Slytherin wegen Verlassens des Schlafraums während der Nachtruhe und nochmals dasselbe wegen unerlaubten Duellierens. Außerdem eine Strafarbeit für jeden. Ich werde mit der Schulleiterin sprechen. Und jetzt machen Sie, dass Sie in die Betten kommen, bevor ich Ihren Häusern noch mehr Punkte abziehe! – Halt, vorher noch die Namen. Und lügen Sie nicht!“
Die vier nannten der Lehrerin ihre Namen und schlichen davon.

„Dumm gelaufen!“, flüsterte James Sean zu.
„Dieser komische Geist hat uns verpfiffen, sonst hätte nicht einmal Filch was gemerkt“, antwortete der.
„Welcher Geist?“
„Sag bloß, du hast die Stimme nicht gehört?“ Sean wollte James gerade erklären, was der im Eifer des Gefechtes verpasst hatte, als zwei Mitschüler, Tony und Steve „Maulhalten“ brummten. „Oder du kannst selber geistern gehen, Finnigan!“, fügte Tony allein hinzu.

James brauchte lange, um einzuschlafen, doch schließlich gelang es ihm. Am nächsten Morgen beim Frühstück sah er, wie Professor Vector sich mit Neville und Zabini unterhielt. Er befürchtete Schlimmes und dies bewahrheitete sich, denn sein Hauslehrer bat „die Herren Potter, Singer und Finnigan heute Vormittag um elf in mein Büro.“

Er erschien pünktlich, um nicht noch mehr Ärger zu bekommen und wurde als erster hineingebeten.
„Setz dich, James!“, befahl der Hauslehrer. „Du weißt vermutlich, warum ich dich hierher gebeten habe?“
James begann kleinlaut. „Wegen dem Duell gestern Nacht. Tut mir leid, Neville ääh Professor Longbottom! Ich habe – also.“
„Du kannst mich ruhig Neville nennen, solange wir alleine sind. Was ihr getan habt, weiß ich von der Kollegin Vector. Was mich interessiert, ist, warum. Duelle zwischen verschiedenen Häusern habe ich schon oft erlebt – ich sage nicht, mit welchem am häufigsten. Aber unter Gryffindors, das ist neu – und ich muss dir sagen, es ärgert mich, dass in unserem Haus Streitigkeiten auf diese Art ausgetragen werden.“
„Singer hat...“ begann James. Sollte er petzen? Er entschied sich dafür. „Singer hat meine Eltern beleidigt. Bastard und Blutsverräter hat er gesagt. Und er nennt ... andere... Schlammblüter... und...“
„Wie bitte?“, unterbrach ihn der Hauslehrer aufgebracht.
James nickte. „Ich glaube, der ist im falschen Haus.“
„Das braucht nicht deine Sorge sein. Ich denke aber nicht, dass Professor McGonagall darüber mit sich diskutieren lässt. Das Urteil des Hutes ist endgültig.
Im Übrigen, James: Wenn stimmt, was du behauptest, verstehe ich dich ein bisschen. Trotzdem: Du musst lernen, dich zu beherrschen. Wenn du jedem ein Duell anhängst, über den du dich ärgerst, wird das noch böse enden.
Ich kenne dich und weiß, dass du normalerweise vernünftig bist, also reiß dich zusammen!“
James fiel etwas ein: „Was für eine Strafarbeit bekomme ich?“
„Vermutlich keine von mir, da ich im Moment keine Aufgaben zu vergeben habe, die ein Erstklässler erledigen könnte. Ich sage euch Mitte der Woche Bescheid, wer was zu tun bekommt.“

James wurde hinausgeschickt. Sean kam als Nächster an die Reihe, während Kevin und James sich schweigend anstarrten. James wartete, bis der Freund wieder hinauskam und Kevin ins Büro gebeten wurde.
„Und, was hat er zu dir gesagt?“
„Irgendwas von ‚Zusammenreißen’ und dass er meinen Eltern schreibt“, antwortete Sean. „Aber denen kann ich das erklären. Die haben beide was gegen Reinblutfanatiker und werden es vielleicht sogar gut finden, dass wir’s dem Singer gezeigt haben – ach ja, der Longbottom hat mich übrigens gefragt, ob der Singer deinen Vater echt Blutsverräter genannt hat. Hat ausgeschaut wie wenn er alles schon gewusst hätt. Hast’s ihm verpetzt?“
James nickte. „Ich sehe nicht ein, warum ich wegen Singer den Mund halten sollte.“
„Recht so! Weiß der Geier, warum der in Gryffindor ist!“, gab Sean ihm Recht.

Am Nachmittag besuchten die beiden Jungen zum ersten Mal Hagrid. Obwohl James Fang bereits kannte, erschrak er, als der riesige Saurüde ihn ansprang. Sean dagegen schaute dem Tier tief in die Augen und brachte es dazu, sich zu setzen, noch bevor Hagrid es zurückrief.
Der Halbriese nahm nacheinander die beiden Jungen hoch und umarmte sie für seine Verhältnisse zärtlich, wobei beide Jungen allerdings aufschrieen, weil sie das Gefühl hatten, zu ersticken.

Sie setzten sich an den Tisch und Hagrid stellte Tee und Plätzchen auf. James, der schon von seinen Cousins und Kusinen bezüglich Hagrids Backkünsten vorgewarnt war, tauchte seine Plätzchen in den Tee, sodass sie einigermaßen zu beißen waren.
„Hast ja `nen tollen Einstand geliefert, James!“, sagte der Wildhüter mit einem Grinsen. „Hab schon gehört, dass du dich gleich am ersten Abend mit diesem Kevin Singer duelliert hast. Geschieht ihm recht, ‚Schlammblüter’ sagt man nicht. Trotzdem musst du `n bisschen achtgeben, diese Typen haben immer noch viel Einfluss, auch beim Elternverein.“
„Hat mir Nev... ich meine Professor Longbottom auch schon gesagt“, antwortete James. „Und wird mir Papa auch schreiben, schätze ich.“
„Dein Vater wird’s verstehen. Der konnte solche Typen auch nie ab und hat denen auch deutlich die Meinung gesagt.“

„Haben Sie eigentlich `ne Ahnung, ob der Sprechende Hut schon mal jemand ins falsche Haus gesteckt hat?“, wechselte Sean das Thema.
Hagrid schüttelte den Kopf, sodass die Brösel der Plätzchen durch die Luft flogen. „Der Sprechende Hut täuscht sich nicht.“
„Und warum sind dann Typen wie Singer in Gryffindor“, brachte James die Frage heraus, die er sich keinem anderen Lehrer, nicht einmal Neville, zu stellen traute.
„Ich hab keine Ahnung“, antwortete der Halbriese. „Aber wir hatten schon Todesser in Gryffindor. Kannst dich nicht drauf verlassen, dass die alle in Slytherin landen. Auf jeden Fall: Niemand wechselt das Haus. Nicht einmal Dumbledore hätte sich das getraut. Hat gesagt, so war der Wille der Gründer und den kann niemand ändern.“

Sie blieben lange sitzen, unterhielten sich mit Hagrid über die bevorstehenden Quidditchspiele und über den Verbotenen Wald und seine Bewohner. Vor allem Sean interessierte sich sehr dafür.
„Wer weiß, vielleicht wirst du einmal Wildhüter!“, sagte Hagrid zu Sean. „Ich weiß, ist nicht gerade der Traum von einem Hogwartsschüler, aber man muss dafür auch was können – und ich kenne keinen Erstklässler, der auf Anhieb mit einem Hippogreif klargekommen ist; die meisten haben sogar vor Fang Angst, dabei macht der wirklich nix. Nicht wahr, mein Kleiner?“
Der Saurüde sabberte an Hagrids Beine und machte einen zufriedenen Eindruck.
„Mach ich vielleicht sogar. Ein Onkel von mir züchtet unter anderem Hippogreife, deshalb kenn’ ich mich ein bisschen aus – Garrett Lennart, vielleicht kennen Sie ihn.“
Hagrid schien zunächst etwas erschrocken, als ob der Name ‚Lennart’ ihn an etwas Unangenehmes erinnerte. „Naja“ brummte er dann. „Mit Viechern kann der umgehen, das stimmt. Zweitbeste Adresse für magische Haustiere nach Plank.“

Als sie sich von Hagrid verabschiedeten, dämmerte es schon und war beinahe Essenszeit. Sie trafen einige Schüler in gelben Quidditchumhängen, die ziemlich verschwitzt vom Spielfeld her kamen. James kannte niemanden von ihnen mit Namen und sie schienen auch alle deutlich älter zu sein als er.

Beim Abendessen schwebten einzelne Geister durch die Halle, wenn auch die meisten sich diesmal anderswo aufhielten. James fiel einer am Ravenclawtisch auf. „Kennen wir den nicht?“, fragte er Sean. „War das nicht der, der ins Pokalzimmer reingekommen ist, als ich mich mit Singer duelliert habe.“
„Kann sein“, antwortet Sean. „Glaube auch, den hab ich schon mal gesehen. Aber keine Ahnung, wer’s ist.“
„Kann ich auch nicht weiterhelfen“, sagte ein Viertklässler, der beide gehört hatte. „Taucht immer wieder mal auf, aber selten hier beim Gryffindortisch. Vielleicht war er in Ravenclaw. Fragt mal den Fast-Kopflosen-Nick, aber ich glaub’, der weiß auch nicht mehr.“
„Weil wir gerade von Geistern reden: Peeves hat heute wieder einen Auftritt hingelegt. Hat beim Hufflepuff-Training mit nachgemachten Klatschern rumgeschmissen. Haben die geschrieen!“, erzählte ein anderer. „Bis schließlich Davies gekommen ist und ihn verscheucht hat. Vor Lehrern hat der Gute doch immer ein bisschen Respekt.“
„Außer vor Lowe“, widersprach der erste. „Schätze, bei dem wird er noch öfter auftauchen.“
„Ist mir neu, dass Peeves in den Unterricht kommt. Hast du das schon mal erlebt, Franky?“, fragte der andere.
„Mein Bruder hat geschrieben, er probiert’s bei jedem Neuen. Der hat noch mitgekriegt, wie Longbottom neu gekommen ist“, antwortete Frank. „Aber die meisten Lehrer verschaffen sich Respekt. Schätze, bei der Weasley sehen wir den Kerl auch nicht wieder.“
„Hat sie ihn bei euch auch mit dem Abstraho-Zauber rausgeschmissen?“, wollte Sean wissen.
„Nö. Bei uns hat er nen Feuerwerkskörper geschmissen – direkt auf den Tisch von Weasley Junior. Aber Mama Weasley hat es gemerkt, von wem der kam, hat gesagt, wenn er Feuerwerk so gern mag, darf er sich daran beteiligen und hat ihm einen Knallfrosch in den Bauch gehext, sodass er mit einem Riesenknall rausgeflogen ist. Da kommt er nicht nochmal, wenn er vernünftig ist“, erzählte Frank.
„Bei der Schreckschraube könnte ich ihn gerade brauchen“, stöhnte der andere.
„Mach mal halblang, Aldo! Immerhin hat sie ne Ahnung und bringt einem was bei! Und lieber so als das letzte Jahr bei Flitwick, der keinen Stab mehr festhalten konnte. Klar, weniger Hausaufgaben könnte sie schon geben.“

James konnte sich erinnern, wie seine Eltern einmal mit anderen darüber gesprochen hatten, dass der frühere Zauberkunstlehrer eine Krankheit hatte, die seine Arme und Beine versteifen ließ, weshalb er auch in Ruhestand gegangen war.

Frank und Aldo täuschten sich, denn Peeves erschien noch einmal im Zauberkunstunterricht – diesmal mit Stinkbomben, die auch bei einer strengen Lehrerin den Unterricht unmöglich machten. Er handelte sich zwar erneut einen unsanften Rausschmiss ein und nach zehn Minuten hatte Professor Weasley das Gegenmittel organisiert, doch immerhin war ein erheblicher Teil des Unterrichts im Chaos versunken.
In Verwandlungen war dagegen kein Poltergeist nötig, um Chaos herzustellen: Die Schüler ließen die Nadeln, in die sie ihre Streichhölzer verwandelt hatten, durch die Luft schweben und andere Schüler stechen, unterhielten sich laut und zauberten immer wieder kleine Gummibälle quer durchs Zimmer, mit denen sie andere beschossen, während Professor Lowe vergeblich versuchte, die Übeltäter ausfindig zu machen.

Das erste Quidditchspiel zwischen Ravenclaw und Hufflepuff verlief lange ziemlich ausgeglichen, doch nach etwa einer Stunde ging Ravenclaw immer deutlicher in Führung. Allerdings täuschte Hufflepuffs Sucher Brian Manson beim Stand von 170:110 für Ravenclaw seine weit unerfahrenere Kontrahentin Diana Byrnes und fing so den Schnatz. Während er schon jubelte, warf Sophie Weasley in Verzweiflung den Quaffel aus unmöglicher Position auf die Ringe. Hufflepuffs Hüter Adrian Banks, der nicht mit einem Torwurf gerechnet hatte, griff erst ein, als es zu spät war: Der Quaffel war durch den linken Ring gegangen; im selben Moment präsentierte Manson den Schnatz Professor Brown, der in diesem Spiel Schiedsrichter war. Brown besprach sich kurz mit zwei anderen Lehrern, bevor er entschied: „Der Quaffel war vor dem Schnatzfang durch den Ring! Ravenclaw gewinnt mit 180:170.“
Während die Ravenclaws jubelten, wirkten die Hufflepuffs eher enttäuscht als verärgert. Auch am Gryffindortisch wurde jedoch lebhaft über die Schiedsrichterentscheidung diskutiert, wobei James sich nicht sicher war, ob Sophie zuerst getroffen hatte oder Brian zuerst gestanden war.

James’ Strafe bestand darin, dass er Filch beim Sortieren seiner Akten helfen musste. Außer ihm war Kevin dabei, mit dem er kein unnötiges Wort wechselte. Sean hatte dagegen am Tag davor Pokale putzen müssen. Filch beschimpfte die beiden immer wieder wegen schlampiger Arbeit, aber James fand etwas, das ihn wirklich interessierte.
Während Filch über „Diese Potter-Brut“, schimpfte, sah er sich genauer um.

**Namensverwechslung korrigiert**
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HufflepuffsUrenkel« (9. Januar 2008, 20:55)


HufflepuffsUrenkel

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Mittwoch, 26. Dezember 2007, 01:46

6. Familientradition

James sah, dass ein Regalbrett voller Ordner war, auf denen der Name „James Potter“ stand. Während er die verblassten Etiketten erneuerte, las er immer wieder, was sein Großvater, dessen Namen er geerbt hatte, angestellt hatte. Da war von Duellen, von unerlaubtem Verschwinden nach Hogsmeade außerhalb der Ausgangszeit, Stehlen von Trankzutaten und Quidditchbällen und vielen anderen Dingen die Rede. Manches erklärte Filch auch von sich aus: „Dieser Nichtsnutz ist mitten in der Nacht im Verbotenen Wald herumgestreunt, nur um magischen Froschlaich zu sammeln, mit dem er und seine Kumpane herumschießen konnten. Alle anderen haben herumgekreischt und die ganze Große Halle war verdreckt – drei Tage musste ich putzen, zum Glück wurden Potter und Black erwischt und ich konnte sie mit einspannen! Und du bist auf dem besten Weg, wie dein Großvater zu werden!“
James hätte beinahe etwas wie „Gute Idee, das mit dem verzauberten Froschlaich“ geantwortet, hielt sich aber zurück. Auf jeden Fall nahm er sich vor, dem Namen James Potter Ehre zu machen.

Während er von Filch zu hören bekam, dass auch Kevins Vater und seine Onkeln immer wieder Strafarbeiten bekommen hatten und Kevin ebenso wie er selbst „ein Nichtsnutz, Sohn und Enkel von Nichtsnutzen“ sei, schaute James auch auf die Akten seines Vaters. Manches, was er sah, wusste er bereits, wie Duelle oder der Flug mit dem Auto seines Großvaters Weasley, doch er sah nun mit eigenen Augen, dass sein Vater zwar braver als sein Großvater gewesen war, aber auch einiges angestellt hatte. Zwischendurch hörte er mit, wie Filch über Kevins Vater Guy Singer herzog, der vorwiegend jüngere und muggelstämmige Schüler gequält hatte. ‚Wie der Vater, so der Sohn’, dachte James.

Später am Abend zählte Filch ihm die Schandtaten seiner Familie mütterlicherseits auf. Die wenigen Einträge unter „Weasley, Arthur“ bezogen sich auf seinen Cousin. Entweder war Opa Weasley ungewöhnlich brav gewesen oder Filch damals noch nicht Hausmeister.
Im Regal folgten einige Einträge unter „Weasley, Charles“, die sich vor allem auf nächtliche Streifzüge durch den Verbotenen Wald bezogen, danach jeweils fast ein ganzes Regalbrett mit „Weasley, Frederick“ und „Weasley, George“. Auch hier ließ Filch einige Etiketten erneuern und James stellte fest, dass seine beiden Onkel fast immer gemeinsam am Werk gewesen waren.
Eine weit weniger dicke Sammlung, aber immerhin auch einiges Interessante an nächtlichen Streifzügen und Flüchen hatte James’ Mutter aufzuweisen.
Eine Akte „Weasley, Percy“ existierte nicht; offenbar war Onkel Percy immer schon so brav und langweilig gewesen, wie James ihn kannte. Dafür war unter „Weasley, Ronald“ wieder erheblich mehr zu finden; das meiste kannte James aber nun schon aus der Akte seines Vaters.

Aus unerfindlichen Gründen ließ Filch James nicht in die Akte seiner Kusine Victoire, die dicker als die ihres Bruders, aber nicht mit den Sammlungen ihrer Onkel Fred, George und Ron zu vergleichen war. Auch über die Schandtaten seines ältesten Onkels Bill hörte er nur wenig.

Um halb zehn Uhr wurden Kevin und James endlich entlassen und gingen, jeder für sich, in Richtung Gryffindorturm. Auf dem Weg dorthin sah James, wie Kevin mit einem Geist zusammentraf. Der Geist schien Kevin etwas sagen zu wollen, doch der Junge schrie ihn an, er solle ihn in Ruhe lassen. James selbst hatte diesen Geist noch nie bewusst gesehen. Er sah deutlich jünger aus als beispielsweise der Fast-Kopflose-Nick und hatte knapp schulterlange Haare und ein trauriges Gesicht. Als James näher kommen wollte, huschte der Geist davon. Auch Kevin polterte die Treppe hinauf, nicht ohne auf dem mittleren Absatz auf den Boden zu spucken.
„Komm, geh ins Gitterbett, Singer!“, hörte James Seans Stimme. „Wenn du nicht essen kannst, ohne zu sabbern.“

Sean und ein Junge aus der zweiten Klasse kamen herunter und James entgegen.
„Ist Filch noch unten?“, wollte der Zweitklässler wissen.
„Schätze, der sortiert noch immer die Zettel, wo seine Strafarbeiten draufstehen, also die, die er Schülern aufgebrummt hat“, gab James Auskunft. „Hat er alles gesammelt, seit mein Opa in der Schule war. Und Singer-Stinker und ich haben heute für ihn einige neu etikettieren müssen. Übrigens interessant – hab mitgekriegt, was mein Vater und meine Onkeln so angestellt haben. Da müssen wir uns richtig anstrengen, wenn wir die schlagen wollen!“
„Ich möchte ja nicht stören, aber wir hatten noch was vor, oder, Sean?“, mischte sich der Zweitklässler ein. „Bin übrigens der Canopus.“
„Der James hilft bestimmt, oder?“, sagte Sean.
„Kommt drauf an, bei was.“
„Wir haben einen Schlammteppich aus Weasleys Laden in einem Kerker gelagert“, erklärte Canopus. „Den legen wir jetzt vor den Slytherin-Gemeinschaftsraum.“ Schlammteppiche waren unsichtbare Scherzartikel, mittels derer man einen Steinboden innerhalb einiger Stunden in tiefen Schlamm verwandeln konnte.
„Also, entweder du hilfst oder du vergisst schnell, dass du uns hier getroffen hast – oder du beziehst Prügel!“, forderte Canopus James auf.
„Natürlich bin ich dabei, wenn’s gegen die Slythies geht!“, antwortete James.
„Okay, dann schaust du jeweils um die Ecken und sagst Bescheid, wenn Filch oder sonst jemand auftaucht!“, teilte ihn Canopus ein. „Dann tragen wir den Teppich zu zweit. Ist mir lieber, der ist schwer.“
James folgte den beiden zu einem modrig riechenden Kellerraum, wo Canopus und Sean einen schweren, zumindest in der Dämmerung allerdings unsichtbaren Teppich auf ihre Schultern wuchteten.
„Los, du gehst zuerst! Ich sag dir, wie wir laufen müssen und du sagst uns, ob irgendwas Verdächtiges kommt! Ab! – Da vorne links!“, befahl Canopus. Vier Ecken lang ging es gut, bis James Professor Zabini ihm entgegenkommen sah. Er flüsterte seinen Kumpanen etwas zu, sodass diese sich gerade rechtzeitig in einen Raum verziehen konnten.
„Suchen Sie was?“, fragte Zabini übertrieben freundlich. „Oder wollen Sie Papa Konkurrenz machen. Der hat auch alles auskundschaften müssen.“
„Ich... ich hab mich verlaufen.“
„Um diese Zeit sollten Sie in Ihr Haus gehen! Da rechts, wenn Sie den Gang bis ans Ende weitergehen, ist eine Treppe. Die gehen Sie hoch, bis es nicht mehr geht. Am Ende der Treppe liegt der Gang zum Gryffindorturm.“

Wohl oder übel musste James in die verlangte Richtung, die genau der von Canopus angesagten entgegen lag, gehen. Als er an der Treppe stand, stellte er erleichtert fest, dass Zabini sich schon verzogen hatte. Er huschte zurück und meldete Canopus und Sean, dass die Luft rein war.
„Umso besser“, meinte Canopus. „Ist noch ein schönes Stück bis zum Slytherinkerker, das kann dauern – dafür merkt Zabini nicht sofort, dass wir es waren. Also, los, Sean! Pack an!“
Zehn Minuten später standen die Jungen vor einer nackten Steinwand. „Hier ist die Höhle des Abschaums von Hogwarts“, informierte Canopus die Erstklässler. „Absetzen. Das Ding braucht drei, vier Stunden, um in den Boden einzuwirken. Aber morgen sollten die Slytherins Probleme haben, hier rauszukommen.“

Die drei machten sich auf den Weg zum Gryffindorturm, liefen dort allerdings noch Peeves in die Hände, der ankündigte, sie Filch zu verpetzen.
„Nicht ernst nehmen!“, riet Canopus. „Der hasst Filch so wie jeder Schüler.“
Peeves verriet sie tatsächlich nicht, sondern stülpte ihnen statt dessen einen Mülleimer über die Köpfe. Canopus wollte James und Sean mit einem Ratzeputz-Zauber behilflich sein, stellte jedoch überrascht fest, dass beide diesen schon beherrschten.
„Hat vielleicht damit zu tun, dass wir beide daheim die Ältesten sind“, mutmaßte James. „Da hört man schon mal, wenn mein Zeug dreckig ist, ‚James, du bist doch unser Großer, du kannst das doch inzwischen selber’ oder so.“ Sean nickte eifrig.
Es war nach Beginn der Nachtruhe, als die drei im Gryffindorturm ankamen, aber noch innerhalb der Viertelstunde Toleranz, die ihr Hauslehrer ihnen üblicherweise gewährte. Außer „Jetzt schaut aber, dass ihr euch wascht und ins Bett kommt!“, schimpfte Neville Longbottom nicht.

Am nächsten Morgen fehlte tatsächlich ein großer Teil der Slytherins. Professor Zabini schickte einen Vertrauensschüler, der nach längerer Zeit in Begleitung von etwa zwanzig Schülern mit Matsch an den Beinen in die große Halle kam. Vor allem vom Gryffindortisch kam Gelächter, doch die Direktorin wies die Lacher scharf zurecht und hielt eine Strafpredigt, in der sie den Urhebern Konsequenzen ankündigte. James hatte ein bisschen Angst, wieder Ärger zu bekommen, doch legte sich dieser, als er mitbekam, dass am Gryffindortisch die meisten die Tat lobten.
„Und wenn’s jemand von den Ravies war“, meinte Arthur. „Jedenfalls eine gute Idee. Den Huffies trau ich’s weniger zu.“
Canopus winkte James nach dem Frühstück zu sich: „Wenn dich McGonagall, Longbottom oder sonst jemand fragt: Du und Sean, ihr habt unten noch was zu Trinken geholt und euch verlaufen, weil die Treppe umgestellt hat. Ich hab euch gefunden, aber nicht mehr rechtzeitig zurückbringen können!“

James gab, als sein Hauslehrer tatsächlich fragte. genau diese Antwort zum Besten und Neville schien zufrieden.
Kurz vor dem Mittagessen sah er, wie sich Sophie und Arthur unterhielten. Arthur erzählte ihnen beim Mittagessen, dass auch in Ravenclaw einige spät heimgekommen waren und man auch dort den Slytherins die unangenehme Überraschung gönnte.

Der Übeltäter wurde tatsächlich nicht gefunden. Die Stunden der nächsten Woche liefen wie schon gewohnt: Chaos in Verwandlungen, disziplinierte Arbeit in Zauberkunst, viel Theorie in Verteidigung gegen die Dunklen Künste und scheinbar viel Verständnis für Missgeschicke muggelstämmiger Schüler in Zaubertränke.
Cliff, ein Junge aus Ravenclaw, war der erste, der Zabini persönlich darauf ansprach, dass es ihn störte, wenn der bei jeder Kleinigkeit, die er falsch machte, auf Cliffs Muggeleltern anspielte: „Ich mein’, bei Adrian oder Ellen oder bei den Gryffindors, die Kinder von Zauberern sind, sagen Sie ja auch einfach ‚Das ist falsch’“, giftete er. „Und auch die machen dumme Fehler.“
„Es ist nun einmal so, dass Sie noch ein bisschen zu lernen haben!“ antwortete Zabini ohne Erregung in der Stimme. „Im Übrigen können Sie froh sein, dass ich bei Ihnen gnädiger bin, sonst hätten Sie schon den einen oder anderen Punktabzug für Ravenclaw bekommen.“

Höhepunkt der Woche war unbestreitbar das Quidditchspiel Slytherin gegen Gryffindor. Der Muggelkundelehrer Finch-Fletchley bat um ein faires Spiel, doch er hatte kaum den Quaffel frei gegeben, als einer der Slytherin-Jäger Arthur festhielt. Auch im weiteren Spielverlauf gab es viele Fouls und der Schiedsrichter hatte zu tun, das Spiel in Griff zu bekommen. Beim Stand von 80:60 für Gryffindor tauchte erstmals der Schnatz auf, doch Ken Stevens und Slytherin-Sucher Cacus Hellbride verkeilten sich ineinander, sodass der kleine Ball wieder verschwinden konnte.
Slytherin gelangen einige sehenswerte Angriffe, auch wenn die Treiber zwei Torchancen vereiteln und Cormac eine Glanzparade hinlegen konnte. Dennoch blieben die Slytherins überlegen und drehten das Spiel auf 110:100, als der Schnatz zum zweiten Mal auftauchte – direkt hinter Ken.
„Ken, hinter dir!“, brüllte sogar Cormac, doch Ken reagierte zu spät und Hellbride traute sich nicht, vorbeizufliegen, um Ken nicht aufmerksam zu machen.
Gryffindor wurde wieder stärker und Slytherin wusste sich nur durch Fouls zu helfen. Lara und Arthur verwandelten je einen Freiwurf und allen drei Jägern gelangen weitere sehenswerte Torwürfe. Es stand 140:100, als sich Adrian zu einem Revanchefoul gegen Lennart Neal, der ihn festgehalten hatte, hinreißen ließ. Finch-Fletchley pfiff zweimal, doch Adrian scheiterte diesmal an Slytherin-Hüter Hathor Lokey, während Neal Cormac verladen konnte.
Im folgenden ging das Spiel hin und her, doch Gryffindor blieb stärker und erhöhte auf 190:140, bis der Schnatz direkt hinter dem Slytherin-Tor zum dritten Mal auftauchte. Hellbride startete, Ken folgte einen Moment zu spät, doch dieser Moment war entscheidend: Obwohl Ken seinen Gegner noch am Bein zu fassen bekam, fing Hellbride den Schnatz; den Versuch eines Notfouls vereitelte Nott mit einem Klatscher. Der Schlachtgesang der Gryffindors verstummte: 200:190 hatten sie verloren.
„Mensch, Stevens hat natürlich wieder gepennt!“, kommentierte James. „Da hätt’ ich den zweiten schon gehabt!“ Auch Cormac schien mit Kens Leistung nicht unbedingt zufrieden zu sein. Fast alle Gryffindors, selbst Kevin Singer, verzogen jedoch das Gesicht, als die Slytherins sangen:
„Für Stevens, diesen armen Wicht, holladio!
reicht’s beim Quidditch eben nicht, holladio!

Gryffindor es gar nicht kann, holladio!
Haben keinen guten Mann, holladio!“

Den Pokal, den holt wie jedes Jahr, holladio!
Slytherin, das ist wunderbar, holladio!“


„Kopf hoch!“, ermutigte Cormac die anderen. „Noch haben wir nichts verloren!“

Als die Gryffindors beim Abendessen ihr Lied wieder anstimmten, fügten die Ravenclaws ihre Strophe hinzu:
Slytherin täuscht sich gar sehr, holladio!
Denn diesmal hat Ravenclaw die Ehr’, holladio!“
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
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Dienstag, 8. Januar 2008, 01:23

7. Verschiedene Probleme

Die Gryffindors mussten in Stunden, die sie gemeinsam mit den Slytherins hatten, noch einige Zeit deren Spott über die Niederlage ertragen. James versuchte so gut es ging, sich nichts anmerken zu lassen, doch selbstverständlich ärgerte es ihn.
Cormac ließ sich von Victoire trösten und vergaß sogar, Anweisungen für das nächste Training zu geben – das Spiel gegen Hufflepuff würde erst kurz vor Weihnachten stattfinden.

Die letzten Oktobertage verliefen ohne größere Ereignisse. An Halloween war es so verregnet, dass auch diejenigen, die nichts mit der Vorbereitung zu tun hatten, freiwillig im Schloss blieben. Die Große Halle war für Schüler tabu, da die Lehrer ihnn dieses Mal eine besondere Überraschung bereiten wollten. James und seine Freunde vertrieben sich die Zeit mit Zaubererschach und ‚Snape explodiert’, während Victoire und Cormac ebenso wie einige andere Pärchen nach Orten suchten, wo sie weniger beobachtet waren als im Gemeinschaftsraum.

Als die Schüler am Abend die große Halle betraten, erschraken nicht nur die Erstklässlerinnen: riesige Spinnen sprangen meterweit durch die Luft und griffen mit ihren Klauen nach den Hälsen der Schüler. Auch James hatte fürchterliche Angst, als eine Spinne auf seine Schulter sprang, doch als sie saß, spürte er, dass sie nur aus weichem Stoff bestand.
„Keine Angst!“, befahl Tim, der Schulsprecher mit magisch verstärkter Stimme, als das Gekreische stärker wurde. „Die sind nicht echt!“
„Schade! Hätte es dir gegönnt, wenn dich eine Spinne gefrühstückt hätte, Potter, du Trollgesicht!“ hörte James Lucius Crockett halblaut hinter sich sagen.
„Dann hätte ich’s ihr gezeigt!“, konterte er. „Aber für euch Mamakinderchen aus Slytherin ist es besser, wenn man keine echten nimmt – ihr scheißt ja schon bei daumengroßen Viechern in die Hose!“
„Aufhören!“, befahl eine Mädchenstimme hinter ihnen. Sie gehörte zu einer Vertrauensschülerin. „Hört doch wenigstens einmal im Jahr mit dem Unsinn auf! Ich hab keine Lust, euch heute Minuspunkte aufzubrummen.“

James und Lucius verzogen sich in getrennte Richtungen, bevor sie größeren Ärger bekommen konnten.
Am Esstisch bekam James mit, wie sich andere über die Spinnen unterhielten. „Wirklich witzig ist das nicht“, meinte eine Drittklässlerin. „Es gibt Spinnen, die einen Menschen zum Frühstück verputzen könnten. Mein Bruder hatte mal einen Unfall mit einer Riesenspinne; danach war er wochenlang in St. Mungo, weil ihm die sein Bein abgerissen hat und die Heiler es praktisch neu basteln mussten.“
„Komm, Linda, das hat doch wirklich jeder gesehen, dass das keine echten Spinnen waren!“, versuchte ein anderer Drittklässler, sie zu beruhigen.
„Naja, ich weiß nicht! Potter hatte ziemliche Angst vor denen. Aber der ist ja auch ein Schisser!“, mischte sich Kevin ein.
„Heiß ich Singer? Du hast ja schon vor Flubberwürmern Angst“, konterte James.
„Naja, ich versteh es irgendwo auch – wenn es in echt Spinnen in der Größe gibt, hätte ich vielleicht auch Angst“, gab Brian zu. „Hab ich aber bisher noch nie davon gehört.“
„Ich züchte welche, damit sie Schlammblüter fressen!“, giftete Kevin ihn an. „Und bei dir werden sie den Anfang machen – oder bei Stewart, an der ist mehr dran.“

Das hätte er besser nicht gesagt, denn nun ließ Cormac plötzlich Victoires Hand los und baute sich neben Kevin auf: „Bub, wir sind hier nicht in Slytherin! Noch einmal dieses Wort und ich verzaubere dich in eine Ratte – und wenn sie mich anschließend rausschmeißen.“
„Brauchst du nicht mehr – weil vorher hab ich ihn schon gekillt, wenn er das nochmal sagt“, unterstützte ihn Sean.
„Vor dir fürchte ich mich nicht, Finnigan!“, gab Kevin zurück, was wohl mutiger klang als es war, denn er schwieg den restlichen Abend.

Den Abend durften die Geister gestalten, die gemeinsam mit einigen älteren Schülern Gruselgeschichten darstellten. Der Fast-Kopflose Nick schlüpfte dabei in die Rolle eines Hausgeistes, der eine Prinzessin gefangen hielt und nicht von der Tür wich. Erst der fünfte Freier, den ein Sechstklässler aus Hufflepuff darstellte, schaffte es, ihn wegzuzaubern.
Einen fürchterlichen Schwarzen Magier gab zunächst Cormac als Mensch; nachdem er in einem Duell getötet worden war, spielte der Blutige Baron den Übeltäter als Geist. Es wurde ein Stück, in dem viele Menschen getötet oder grausam gequält wurden und daher fast alle Hausgeister auftraten, bis ein Mädchen aus Hufflepuff den Geist erlösen durfte.
Dazwischen spielte Peeves gemeinsam mit Arthur ein lustiges Stück, bei dem ein Geist und ein Mensch einer jungen Hexe (einer Freundin von Sophie) mehrere Streiche spielten – offenbar schlugen die beiden über die Stränge, denn das Schreien des Mädchens klang ziemlich echt und schließlich griff McGonagall persönlich ein, um Peeves aus der Halle zu vertreiben. Am Gryffindortisch fand eine lebhafte Diskussion statt, ob das Eingreifen der Direktorin Teil des Spiels oder Ernst war.

Überhaupt erschraken vor allem die muggelstämmigen Schüler über manches. James hörte mit, wie Lucy ihrer Freundin Fiona zuflüsterte: „Letztes Jahr an meiner Muggelschule haben wir auch ein paar Geistergeschichten aufgeführt – da haben wir noch den Kleinen erzählt, dass es keine Geister gibt – aber jetzt, wo ich weiß, dass es das alles wirklich gibt, krieg ich ein bisschen Angst.“
„Alles gibt es nicht. Zum Beispiel wird ein Mensch nie nach dem Tod zu einem Poltergeist. Und dass ein Geist erlöst wird, habe ich auch noch nie gehört. Meistens geistern die in alle Ewigkeit.“
„Freilich gibt es das, dass Geister erlöst werden“, mischte sich James, der dies ja bei seinem Onkel Fred selbst erlebt hatte, ein. „Keine Ahnung, wie oft, aber kommt vor.“

Alles in Allem gefiel die Party den Schülern und als Professor McGonagall das Ende verkündete, brauchte sie lange, um sich gegen die Proteste durchsetzen zu können. Im Gryffindor-Gemeinschaftsraum warnte Professor Longbottom noch seine Schützlinge, in der Nacht selbst zu geistern und befahl den Vertrauensschülern, dies gegebenenfalls zu unterbinden. Tatsächlich sah James, als er gegen halb zwölf in den Gemeinschaftsraum spähte, Victoire dort sitzen – ohne Cormac. Sie schrieb etwas, doch James wusste, dass es keinen Sinn machte, auszukundschaften, was es war: Verstecke gab es im Gemeinschaftsraum kaum und Victoire dürfte ihn ganz offiziell für seine Neugier bestrafen.
Eine halbe Stunde später saß Evan an Victoires Stelle, sodass James und Sean merkten, dass ihr Hauslehrer Ernst gemacht hatte.
Bevor er einschlief, bemerkte James aber noch etwas im Halbdunkel: Kevin redete mit jemand. James spähte vorsichtig aus seinem Himmelbett und erkannte, dass der Jemand ein Geist war.
„Kevin, es hat keinen Zweck, wenn du es verheimlichen willst! Sie werden es merken!“, flüsterte der Geist.
„Das geht dich einen Scheißdreck an! Verschwinde jetzt!“, gab Kevin in normaler Lautstärke zurück.
„Schnauze, Singer!“, bellte Sean, der nun ebenfalls wach geworden war und den Vorhang seines Himmelbetts zurückgeschlagen hatte.
„Misch dich nicht ein, Finnigan!“, gab Kevin zurück und James erkannte trotz der Dunkelheit, dass dieser seinen Zauberstab in der Hand hatte. Er langte nach seinem eigenen, worauf der Geist sich durch Kevin, der vor Schreck den Zauberstab fallen ließ, hindurch verzog.
James lästerte: „Na, Angst vor Gespenstern, Singer-Stinker?“, obwohl er wusste, dass man unweigerlich einen Schock bekam, wenn man einen Geist berührte – es war ein scheußlich kaltes Gefühl.
Bevor das Duell beginnen konnte, ging die Tür auf. „Schlaft ihr immer noch nicht? Bettelt ihr um Strafarbeiten?“, rief Evan von draußen. „Filch wird sich freuen.“
Die Aussicht, wieder einen Abend mit Filch zu verbringen, brachte sowohl James als auch Kevin dazu, ruhig zu sein. Dennoch konnte James nicht schlafen: Wer um Himmels Willen war der Geist, der mit Kevin gesprochen hatte?

James fand es nicht heraus: An den restlichen Wochentagen ließ der Geist sich nicht mehr blicken. Sean hatte ihn nur gehört, aber nicht gesehen und von den anderen hatte niemand etwas Genaueres mitbekommen.

Am folgenden Samstagmorgen war ein neues Quidditchtraining angesetzt, bei dem auch die Reservemannschaft mitspielen durfte. Obwohl Ken Stevens im Spiel gegen Slytherin einen spielentscheidenden Fehler gemacht hatte, änderte Cormac allerdings nichts an der Aufstellung: Dieselben Spieler, die gegen Slytherin verloren hatten, durften auch gegen Hufflepuff antreten. James protestierte, denn er war der Meinung, im Training mindestens so gut gewesen zu sein wie Ken, doch Cormac blieb hart. Er drohte sogar damit, James aus der Mannschaft zu werfen, wenn er weiter Probleme machen sollte.
„Das ist nicht mehr fair!“, ereiferte sich auch Arthur beim Abendessen. „Nur, weil Stevens sein bester Freund ist!“
James freute sich, dass der Cousin auf seiner Seite war. Beinahe wünschte er Ken, sich beim Spiel gegen Hufflepuff noch einmal zu blamieren.

Als das Spiel gegen Hufflepuff stattfand, hatte es bereits geschneit. Es war kalt, doch die Zuschauer wärmten sich teils durch warme Gewänder, teils durch herbeibeschworene Feuer.
Anders als gegen Slytherin spielte Gryffindor von vornherein hochüberlegen und lag bald mit über 80 Punkten in Führung. Beim Stand von 150:60 für Gryffindor schaffte es Brian Manson nicht, Ken zu versetzen: Ken fing den Schnatz, bevor er sich verflüchtigte und gab ihn auch nicht her, bevor er ihn Fluglehrer Wood, der diesmal das Spiel pfiff, gezeigt hatte.
Die Gryffindors jubelten: Nicht nur hatten sie deutlich gewonnen, sie waren theoretisch auch wieder mit im Spiel um den Hauspokal: Wenn Ravenclaw Slytherin schlagen könnte und sie gegen Ravenclaw gewinnen würden, könnte es noch klappen!
James wusste nicht recht, ob er jubeln sollte. Natürlich freute ihn der deutliche Sieg für Gryffindor, doch nun, nachdem Ken erfolgreich gespielt hatte, lag der Platz als Sucher wohl noch in weiterer Ferne als vorher.

Wenige Tage vor den Weihnachtsferien versuchten Kevin und seine Bande noch einmal eine Aktion gegen Muggelstämmige: Sie schafften es, Lucy, Brian und Wolf, einen Erstklässler, der ebenfalls Muggeleltern hatte, zusammenzutreiben und ließen sie im Hof schweben. Als James das vom Fenster aus sah, lief er hinunter, doch als er auf den Hof hinauskam, hatte Evan schon eingegriffen: Kevin und ein Zweitklässler aus Slytherin bekamen Strafarbeiten und konnten den Muggelstämmigen keinen größeren Schaden mehr zufügen.

Kurz vor Weihnachten sah James zufällig eine Karte, die seine Kusine Victoire mit der Posteule bekommen hatte. Neugierig sah er auf den Absender. Allerhand! Das hätte er nicht erwartet!

**Auf Sluggys Anregung editiert**
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HufflepuffsUrenkel« (9. Januar 2008, 20:51)


Sluggy

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Dienstag, 8. Januar 2008, 19:38

Hallo,

mal wieder einen kurzen Kommentar.

Mir gefällt die Geschichte weiterhin. Nun ist ja wohl auch der ängstliche Geist (der sich mit Kevin unterhielt) aufgetaucht, oder?

Über diese Stelle hab ich mich gewundert:

Zitat

Von HufflepuffsUrenkel Wenige Tage vor den Weihnachtsferien versuchten Kevin und seine Bande noch einmal eine Aktion gegen Muggelstämmige: Sie schafften es, Lucy, Brian und Wolf, einen Erstklässler, der ebenfalls Muggeleltern hatte, zusammenzutreiben und ließen sie im Hof schweben. Als James das vom Fenster aus sah, lief er hinunter, doch als er auf den Hof hinauskam, hatte Evan schon eingegriffen: Kevin und ein Zweitklässler aus Slytherin bekamen Strafarbeiten, die Muggelstämmigen waren noch einmal davongekommen.


Das klingt irgendwie so, als hätten auch die Muggelstämmigen bestraft werden müssen - aber wofür bloß? Wirklich davongekommen sind sie ja auch nicht, Kevin und seine Freunde haben ja ihren 'Schabernack' mit ihnen getrieben. Vielleicht wäre 'gerettet' besser als 'davongekommen'? Oder hab ich was nicht mitbekommen?

Gruß Sluggy
:D 8) --knuddel--

HufflepuffsUrenkel

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Montag, 14. Januar 2008, 01:53

8. Weihnachtsferien

James sah über Victoires Schultern deutlich die letzten Zeilen der Karte: „Ich liebe dich und freue mich ganz sehr, wenn wir uns endlich zu eurem Weihnachtsfest sehen können. Viele Tausende Küsse, Dein Alex!“
Die Formulierung „Euer Weihnachtsfest“ verwendete nur jemand, der nicht am 25. Dezember Weihnachten feierte und Alex hieß nur einer in James’ Bekanntenkreis, auf den das zutraf: Alexandru, der jüngere Bruder von Tante Nicoleta und Victoires Ex-Freund.
Victoire küsste das Pergament und bemerkte erst jetzt, dass James neben ihr saß. „Sag Cormac nichts, bitte!“, flüsterte sie.
„Mit wem bist du eigentlich zusammen? Mit Cormac oder mit Alexandru?“, war James neugierig.
„Das ist kompliziert – nur: Bitte nichts zu Cormac! Am Besten, er weiß nicht, dass es Alex überhaupt gibt.“
James witterte seine Chance: „Ich könnte beim Training versehentlich mal was zu Cormac sagen – außer du...“
Er machte eine kurze Pause, da Cormac gerade in die große Halle trat und auf seine Freundin zulief.
„Fünf Sickel jeden Monat wenn du das Maul hältst, okay?“, versprach Victoire schnell.
„Zehn!“, antwortete James. Er hatte momentan eindeutig die besseren Karten.
„Okay, du Stinker!“, flüsterte Victoire, stand auf und warf sich Cormac in die Arme.

James verließ die Halle und sah Sean und Brian draußen stehen. Er biss sich auf die Zunge: Zu gerne hätte er Sean von Victoires Doppelspiel erzählt, doch Sean würde es womöglich weitererzählen – und zehn Sickel im Monat waren kein Pappenstiel. Dafür könnte er Einiges an Leckereien und Scherzartikeln kaufen.
„Hey, du Träumer! Spielst du mit ‚Snape explodiert’?“, fragte Sean überlaut.
„Sorry! Hab kurz nicht zugehört! Okay, gern!“
Die drei Jungen hockten sich auf einen Treppenabsatz, packten die Karten aus und begannen mit dem Spiel. Sie lachten laut auf, wenn wieder der Knall einer Explosion zu hören war.
Nach etwa einer Stunde unterbrachen sie und gingen hinauf in den Schlafsaal. „Mama hat geschrieben“, erzählte Sean. „Sie ist schon wieder schwanger. Hab mich gerade erst an die Zwillinge gewöhnt. Irgendwann mal werde ich meine ganzen Geschwister nicht mehr kennen.“
„Meine Mutter ist eins von sieben Kindern“, beruhigte ihn James. „Und sie hat mal gesagt, sie würde auf keinen Fall tauschen. Aber, ehrlich, mir reichen auch zwei kleine Geschwister – obwohl, eigentlich mag ich die beiden.“ Sie waren ja auch wirklich keine Babys mehr. Albus war gerade ein gutes Jahr jünger als er– alt genug, dass er fast bei allem mitmachen konnte, aber James meistens doch der Bessere war.

Weihnachten kam näher, doch fiel in Hogwarts dieses Jahr kaum Schnee. Es gab zwar Schneeregen und draußen war es nasskalt und unangenehm, doch richtig winterlich sah es nicht aus. So war die Stimmung trotz allem Lametta in der Großen Halle und den Gängen wenig weihnachtlich, als am Abend des 22. Dezember die Weihnachtsfeier stattfand. Es gab größere Mengen an Süßigkeiten für alle und man sang einige Lieder, doch James fand, dass etwas an der festlichen Stimmung fehlte – und war sich nicht sicher, ob es nur am Wetter lag. Professor Neville Longbottom hatte eine Woche zuvor im Gemeinschaftsraum eine Liste ausgehängt, auf der man Ideen für die Feier eintragen sollte, doch war den Gryffindors wenig eingefallen, was zu Weihnachten passte. Auch in den anderen Häusern sah es wenig besser aus und so brachten nur je eine Gruppe aus Ravenclaw und Slytherin einige mehr oder weniger lustige Sketche zustande.

Am darauf folgenden Freitag stiegen die Schüler nach dem Frühstück in die Boote oder die Kutschen, die sie zum Hogwarts-Express bringen sollten.
James saß im Zug wieder mit Sean und Lucy, außerdem mit Fiona und Brian zusammen. Der sechste Platz blieb leer.
Die Heimfahrt verlief ereignislos. Offenbar traute sich die Bande um Lucius Crockett und seine Freunde derzeit wenig.
Als sie die Schüler anwies, Muggelkleidung anzuziehen, blieb Victoire kurz an der Abteiltür stehen. „Denk daran: Daheim kein Wort von Cormac!“, flüsterte sie James zu.

Der Zug erreichte London und wurde langsamer, bis sie schließlich in King’s Cross ankamen. Die Schüler verabschiedeten sich tränenreich. „Kannst uns gern mal besuchen!“, lud James Sean ein. „Meine Eltern haben bestimmt nichts dagegen.“
Sie liefen hinaus und James fand trotz dem Gedränge schnell seine Mutter und seine Geschwister. Ginny Potter umarmte ihren ältesten Sohn fest und auch Albus und Lily freuten sich, dass der Bruder wieder da war. Seinen Vater sah James erst kurz darauf auf sich zukommen – gemeinsam mit Sean und offenbar dessen Familie.
Auch Harry Potter drückte seinen Sohn an sich. Währenddessen machten sich die Familien miteinander bekannt. Seans Vater war groß und kräftig und hatte einen roten Bart. Die Mutter, eine blondgelockte Frau mit Vornamen Deirdre, reichte ihrem Mann gerade bis zu den Schultern. Ihr bodenlanger Rock mochte zwar irgendwann einmal Muggelkleidung gewesen sein, doch würde sich draußen bestimmt jeder Muggel darüber lustig machen – vor allem, da der silbern leuchtende Anorak überhaupt nicht dazu passte.
Auch Eithne, die ein Jahr älter war als Lily und lange blonde Zöpfe hatte, trug ähnlich wild zusammengestöpselte Muggelkleidungsstücke. Bei den erst dreieinhalbjährigen rothaarigen Zwillingen Brandon und Conan fiel dergleichen weniger auf.
Dagegen wirkte die Familie Potter seriös – James’ Vater wusste, wie man sich in der Muggelwelt zu kleiden und zu verhalten hatte.
„Der Sean hat schon viel von dir geschrieben, James“, sagte Seamus Finnigan. „Freut mich, wenn ihr euch so gut versteht.“

Lange konnten sich allerdings die Familien Potter und Finnigan nicht unterhalten, da Seans Familie für 17.30 einen Portschlüssel bestellt hatte, der sie nach Irland bringen sollte. Dafür musste James auf der Heimfahrt und beim Abendessen im Haus am Grimmauld Place jede Kleinigkeit von Hogwarts erzählen.
Albus wollte, nachdem die Kinder sich aus dem Salon verzogen hatten, noch Einzelheiten über die Duelle wissen. Er versprach dem älteren Bruder, ihn gegen Leute wie Kevin und Lucius zu unterstützen, sobald er selbst nach Hogwarts kommen würde.

James wachte in der Nacht auf und wunderte sich, wo seine Jahrgangskollegen geblieben waren. Er griff noch halb träumend nach seinem Zauberstab, bis ihm einfiel, dass er ja wieder im Haus seiner Eltern und nicht mehr in Hogwarts war.

Heiligabend half er seinen Eltern bei den letzten Vorbereitungen und nutzte gleichzeitig sich bietende Gelegenheiten, um Naschzeug in der Küche zu stibitzen. Seine Mutter hatte offenbar Kreacher nicht direkt verboten, die Kinder mit Süßigkeiten zu versorgen und so freute sich der alte Hauself, wenn er den dreien die Verstecke zeigen konnte.
In der Nacht wachte er mehrmals auf und sah einmal eine Eule auf durch sein Zimmer flattern. Ihm kam vor, als ob es die seines Taufpaten, Onkel Ron, war, doch vielleicht täuschte er sich.
Jedenfalls waren am Morgen des Weihnachtstags die Stiefel voller Geschenke. Er hatte sogar den neuen Besen, den er sich gewünscht hatte, bekommen. Außerdem einige Bücher sowie – nicht gerade zur Freude seiner Mutter – einen Gutschein über Scherz-artikel nach Wunsch im Wert von vier Galleonen von seinem Onkel George.

Am Mittag traf sich die Familie diesmal bei Tante Hermine und Onkel Ron, doch die Potters erschienen früher, um den Gastgebern helfen zu können. Auch James’ Kusine Rosie bombardierte ihn mit neugierigen Fragen über Hogwarts.
Als schließlich James’ Onkel Bill und Charlie mit ihren Familien einschließlich Alexandru erschienen, hätte James beinahe gelästert, weil Victoire und Alexandru so engumschlungen daherkamen, als ob es Cormac nicht gäbe.
Kurz nach den ältesten Onkeln kamen James’ Großeltern sowie Onkel Percy mit Familie und, wie üblich als letzter, Onkel George mit Tante Cho und dem kleinen Fred.
James’ Mutter interessierte sich, ebenso wie die Großeltern, intensiv für die beiden jüngsten Weasleys, Fred und Alexandra.
Sophie beäugte Victoire scharf, sagte aber nichts. In ihrem Festkleid und mit wohl unter Tante Penelopes Zauberstab gebändigter Frisur fühlte sie sich sichtbar unwohl. Sie taute erst auf, als James von seinen ersten schlechten Erfahrungen mit Slytherin erzählte.
„Nur gut, dass die ab Ende Januar deprimiert sein werden – wenn wir sie abgezogen haben!“, verkündigte Sophie. „Ich hoffe, dass auch Gryffindor uns unterstützen wird!“
„Gegen Slytherin unterstützen wir jeden – und untereinander werden wir es ja im Sommer noch ausmachen“, versprach Arthur.
Im Übrigen erfuhr James sonstige Neuigkeiten aus der Familie: Onkel Percys redete ausführlich über Gerichtsfälle, Onkel Charlie über einen neuartigen Drachenmischling – was die Kinder weit mehr interessierte und den sonst eher stillen Mann zwang, weit auszuholen: Sie hatten einen Ungarischen Hornschwanz mit dem Weibchen eines Norwegischen Stachelbuckels gekreuzt und einige Merkwürdigkeiten an dem Neugeborenen festgestellt. „Kann sehr interessant werden – aber auch sehr gefährlich: Wenn wir Pech haben, kann das Vieh jemand mit dem Schwanz auf die Stacheln auf seinem Rücken peitschen.“
Vor allem Sophie, die hoffte, dass ihre Eltern ihr das Praktikum im Sommer erlauben würden, interessierte sich für Einzelheiten aus der Welt der Drachen, doch auch James hörte genau zu.
Onkel Charlie erzählte auch, dass Constantin Calid, der verbrecherische Auror, den James’ Vater im letzten Sommer erwischt hatte, im Februar vor Gericht gestellt würde. James hatte sich die Geschichte gemerkt: Immerhin hatte er als erster die Idee gehabt, dass in dem rumänischen Schloss, in das Onkel Leonidas während Tante Nicoletas Hochzeit gehen musste, eines der Amulette Draculas lag. Außerdem hatte er sich die Hektik um die Geburt der kleinen Alexandra gemerkt.

Während die Weihnachtsfeiertage mit der Familie für James zum Erlebnis wurden, fand er die Tage bis Silvester eher langweilig. Ihn freute es daher besonders, als an Silvester ein Brief von Sean ankam, in dem dieser schrieb: „Mein Vater hat nächsten Donnerstag in London zu tun. Wenn deine Eltern es erlauben, komm ich vorbei – und bin von den kleinen Monstern hier erlöst. Frohes Neues Jahr, Sean.“
James’ Eltern erlaubten es und gestatteten sogar, dass Sean bis zum Montagmorgen nach Dreikönig im Hause Potter übernachten durfte.
Inzwischen wollte James sich von Kreacher einen ganz bestimmten Zauber zeigen lassen. Er hoffte nur, dass Kreacher durfte.

Pünktlich zur Teezeit am 5. Januar erschienen Seamus und Sean Finnigan vor dem Haus am Grimmauld Place.
„Das war also das Quartier des Ordens“, stellte Seans Vater bewundernd fest. „Schönes Häuschen!“
„Du hättest es damals sehen sollen!“, antwortete Ginny Potter. „Es war eine richtige Schwarzmagierhöhle – aber meine Mutter hat einiges gemacht und während wir in Hogwarts unsere liebe Not mit den Carrows hatten, hat Kreacher hier ein kleines Paradies erschaffen! – Kreacher, nicht so schüchtern, zeig dich Mr. Finnigan!“
Erst auf den Befehl erschien Kreacher, wie üblich mit dem Medaillon, das einst Regulus Black gehört hatte.
„Da habt ihr es gut getroffen mit einem solchen Hauselfen!“, lobte Seamus Finnigan den guten Geist des Hauses am Grimmauld Place nur indirekt.

Am Abend in James’ Zimmer fragte Sean: „Was ich vorhin nicht ganz kapiert hab: Das Haus hier hat echt Schwarzen Magiern gehört. Ich hab gedacht, das hat dein Vater von seinem Paten geerbt und der war zwar mal in Askaban, aber unschuldig – hat der Papa zumindest erzählt.“
„Da hat dein Papa Recht: Der Pate von meinem Vater – Onkel Sirius sozusagen – war unschuldig in Askaban. Aber seine Eltern waren Schwarzmagier. Das Haus muss früher richtig gruselig ausgesehen haben, mit geköpften Hauselfen und so.“
„Hätte ich gern gesehen.“
„Ich auch, kann ich dir flüstern. Aber Oma, Kreacher und später meine Eltern haben wohl ziemlich aufgeräumt. Aber eine Sache kann ich dir morgen zeigen – sobald meine Eltern weg sind.“

Dreikönig war kein Feiertag und so mussten die Eltern Potter beide arbeiten. James und Sean warteten ab, bis sie sicher waren, dass Albus und Lily in ihren Zimmern beschäftigt waren, ehe sie in den Salon schlichen.
„Da, hinter dem Vorhang!“, flüsterte James. „Pass auf! Dissolvio! Intermediazo!“
Er musste einige Zauber versuchen, bis der Vorhang beiseite gezogen wurde. Das Bild einer Frau wurde dahinter sichtbar, doch die Frau blieb zunächst ruhig.
„Slytherins stinken!“, begann James. „Und Leute, die etwas gegen Muggelstämmige haben, sind unterbelichtet!“
„Blutsverräter! Pack!“, kreischte die Frau. „Wie die Eltern, so der Sohn! Eine Schande für die Zaubererschaft seid ihr!“
„Eine Schande für die Zaubererschaft sind die Reinblutfanatiker!“, konterte Sean.
„Wer immer du bist, du bist Abschaum, wenn du so redest!“, kam es zurück.
Die beiden Jungen provozierten die ehemalige Hausbesitzerin über eine halbe Stunde lang und die Antworten ließen nicht auf sich warten. Immer lauter wurde das Kreischen, bis schließlich Albus im Zimmer stand.
„Was habt denn ihr? Einen Kreischzauber entwickelt?“, fragte er interessiert. „Ich hör euch ja bis oben!“
„Noch ein verdammter Blutsverräter! Schämen sollt ihr euch, dieses Haus so zu entweihen!“, brüllte die Frau auf dem Bild. „Wer schafft solchen Dreck aus meinem Haus?“
„Das Haus ist von den Slytherins schon verdreckt worden. Wir haben es sauber gemacht!“, konterte Albus.
Der Lärm lockte auch Lily und Kreacher an. Lily bekam, anders als ein knappes Jahr vorher, keine Angst sondern brüllte dem Bild „Slytherin ist das Letzte!“ entgegen, worauf Walburga Black sie fürchterlich anbrüllte.
Kreacher dagegen bekam einen Weinkrampf. „Arme Herrin“, jammerte er. „Von dieser Brut lächerlich gemacht. Schämen sollt ihr euch!“
„Wir denken nicht daran!“, bellte James ihn an.

Dummerweise gelang es James allerdings nicht, den Vorhang wieder vollständig zu schließen, sodass seine Mutter, als sie nach Hause kam, ebenfalls noch den Zorn Walburga Blacks zu hören bekam.
James hörte sie im Treppenhaus rufen. Als er nicht reagierte, riss sie seine Zimmertür auf. „Komm!“, schrie sie ihn an. James folgte ihr, während Sean erschrocken im Zimmer blieb.
James sah den Zauberstab seiner Mutter wachsen, bis er fast so groß war wie er, James, selbst.
„Das erste Mal, aber diesmal ist es notwendig!“, schnaubte Ginny Potter. „Verbero!“
James bekam vier kräftige Schläge mit dem gewachsenen Zauberstab auf den Allerwertesten. Er war erschrocken, denn bisher hatte seine Mutter ihn noch nie geschlagen.
„Hundertmal haben wir dir gesagt, dass du das nicht darfst. Und noch öfter haben wir dir gesagt, dass du keinen Zauber ausprobieren darfst, wenn du den Gegenzauber nicht kennst!“, schimpfte James’ Mutter. „Kannst du denn gar nicht hören? Und hättest du nicht wenigstens Papa oder mir Bescheid sagen können, dass du die Sache nicht mehr in Griff bekommst?!“
Obwohl es ihm wehtat, grinste James, als er sich wieder in sein Zimmer verzog.
„Prügel gekriegt?“, fragte Sean knapp. James nickte.
„Hab ich wegen viel weniger schon gekriegt. Vergeht wieder.“

Zwar musste James sich am Abend noch eine Strafpredigt seines Vaters anhören, doch am Wochenende waren die Eltern schon wieder freundlich – und am Montagmorgen beinahe traurig, als James und Sean wieder nach Hogwarts fuhren.

Edit: Zwei Tippfehler korrigiert
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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Freitag, 18. Januar 2008, 01:23

9. Ereignisse im Winter

In der ersten Woche nach den Weihnachtsferien geschah wenig Spektakuläres. James und Sean probierten noch einige der magischen Scherzartikel aus, die sie noch zwei Tage vor Schulbeginn in George Weasleys Laden gekauft hatten: James bestreute beim Frühstück Lucys Teller mit einem Pulver, das Lucys Zähne nach dem Frühstück rasend schnell wachsen ließ. Während das Mädchen kreischend durch den Raum lief, johlten die Schüler an allen vier Tischen über ihre Zähne, die schon weit über das Kinn hinaus reichten, bis Professor Zabini Lucy beruhigen und in sein Büro mitnehmen konnte.

Offenbar gab er ihr dort einen Abschwelltrank oder Ähnliches; in die Zauberkunststunde nach dem Frühstück kam Lucy jedenfalls pünktlich und hatte keine auffällig langen Zähne mehr. Sie warf den Jungen einen bösen Blick zu – es schien, als ob sie ahnte, dass jemand vom Gryffindortisch der Übeltäter war – traute sich aber nicht, etwas zu sagen – nicht einmal zu Fiona, die neben ihr saß.
Auch nach dem Unterricht, auf dem Weg zu ‚Geschichte der Zauberei’ tat Lucy, als ob nichts wäre, doch als die Erstklässler vor dem Mittagessen ihre Sachen in den Gemeinschaftsraum legten, wartete dort ihr Hauslehrer auf sie und kündigte an, dass, falls derjenige, der Lucy verhext hatte, sich nicht melden sollte, alle bestraft würden.
„Aber das können Sie nicht machen! Einfach Unschuldige bestrafen!“, widersprach Fiona.
„Sagen Sie das Professor Zabini. Ich halte diese Maßnahme auch nicht für richtig, aber die Lehrer sind in ihren Entscheidungen frei. Verbieten könnte es lediglich die Direktorin. Im Übrigen weise ich Sie darauf hin, dass ich im Lauf des Tages die Zimmer durchsuchen werde.“

Niemand aus der Klasse hatte große Lust, zu Professor McGonagall zu gehen und fast jeder fürchtete, dass sie Zabini Recht geben würde.
„Nur gut, dass Longbottom immer ankündigt, wenn er Kontrollen macht!“, meinte Sean, als James und er ihre Neuerwerbungen in die Verstecktaschen stopften.
„Meinst du echt, Zabini zieht uns allen Punkte ab?“, fragte James.
„Schätze“, brummte Sean. „Dem Schleimer wär’s zuzutrauen.
„Und wenn ich hingeh und es zugeb’?“
„Wird Gryffindor auch nicht viel davon haben und du eine Strafarbeit.“

Die Kontrolle an diesem Abend verlief wie von James und Sean erhofft ergebnislos, doch kündigte Professor Longbottom an, im kommenden Schuljahr noch einige weitere Kontrollen durchzuführen und die nächsten nicht mehr auf den Tag genau anzukündigen. James beschloss daher, seine Schätze aus Onkel Georges Laden dauerhaft in der Verstecktasche zu lassen.
Beim Abendessen hörte James mit einem Ohr mit, dass Fiona und Lucy sich mit den anderen Mädchen darüber einig waren, dass Kevin der Schuldige sein musste und dass sie sich an ihm rächen wollten. Kevin selbst, der weit von den Mädchen entfernt saß, bekam nichts davon mit.
Normalerweise – zumindest in der Muggelschule war es so gewesen – hatte James immer spätestens dann eine Übeltat gestanden, wenn er mitbekam, dass jemand anderer seinetwegen bestraft werden sollte, doch bei Kevin war es anders: Kevin wurde ja nicht durch einen dummen Zufall falsch verdächtigt, sondern deshalb, weil er seit Schuljahresbeginn gemeinsam mit seinen Freunden aus Slytherin alle Muggelstämmigen beleidigte und schikanierte. Dennoch überlegte James, der immer noch wütenden Lucy seine Tat zu gestehen, doch er ließ es sein.

Am Samstag im Gemeinschaftsraum machten sich plötzlich Kevins Kleidungsstücke selbständig. Der Junge sprang splitternackt im Raum herum und griff unter dem Gekicher anderer Gryffindors in der Luft nach seinen Kleidungsstücken, während Fiona und Lucy, die sich jede hinter einem Sessel versteckt hatten, aufstanden und am lautesten kicherten. Evan ermahnte zweimal, aufzuhören und ruhig zu sein. Danach hob er seinen eigenen Zauberstab: „Es reicht! Expelliarmus! Expelliarmus!“
Die Zauberstäbe der beiden Mädchen flogen in Evans Hände, während Kevins Kleidungsstücke zu Boden fielen.
„Ich bring euch um!“ brüllte der Junge und zog seinen Zauberstab. Evan hielt ihm den seinen unters Kinn: „Das lässt du bleiben! Lucy und Fiona sammeln jetzt deine Sachen zusammen und du nimmst sie und ziehst dich wieder an.“
„Und ihr, verehrte Damen, kommt mit mir, wenn Kevin seine Sachen wieder hat!“, befahl Victoire. „Und dann sagt ihr mir, was das soll. Und keine Zicken, sonst geht es zu Longbottom oder McGonagall!“
James erfuhr gerüchteweise, dass Victoire den beiden Strafen aufgebrummt hatte. Kevin kam das Wochenende nicht mehr dazu, sich zu rächen, da die vier Vertrauensschüler abwechselnd jeden Schritt bewachten, den er, Lucy oder Fiona machten.

In der nächsten Zaubertrankstunde machte Zabini ätzende Bemerkungen über den Zusammenhalt im Haus Gryffindor. Die Ravenclaws tuschelten, während einige der Gryffindors Unwillen äußerten. Für James aber war nun der Moment zur Entscheidung gekommen.
Nach dem Unterricht trat er vor Zabinis Pult: „Bitte, Herr Professor, ich habe Lucy Zahnwuchspulver ins Frühstück gestreut. Es war ausschließlich meine Idee; alle anderen Gryffindors sind unschuldig.“
Zabini starrte ihn ungläubig an. Dann öffnete er die Tür und rief laut durch den Gang: „Miss Stewart, kommen Sie bitte noch einmal!“
James’ Herz klopfte, während Lucy scheu ins Zimmer schaute: „Ja, was ist los, Herr Professor?“
„Mr. Potter hat Ihnen etwas zu sagen!“ James stotterte herum. – „Na los, Potter!“
„Ich...ich war das... mit dem Zahnwachspulver... Tut mir leid, Lucy!“ brachte James tonlos heraus.
Lucys Augen blitzten auf: „Du Dreckschwein, Potter! Na warte!“
„Keine Duelle in meinem Unterricht!“, bremste Zabini sie im Ansatz. „Miss Stewart, Sie können gehen. Mr. Potter –“ James blieb wie angewurzelt stehen. – „Um eine Strafarbeit werden Sie nicht herumkommen. Und zehn Punkte Abzug für Gryffindor; dafür passiert Ihren Kollegen nichts. Es gefällt mir als Slytherin, dass Sie eine Strafe auf sich nehmen, um Ihrem Haus Schlimmeres zu ersparen, wenn Ihr Haus auch nicht meines ist. Sie können gehen, Kollege Longbottom wird Ihnen Ende der Woche sagen, was Sie als Strafarbeit zu tun haben.“

James passte die übrigen Tage genau auf, da er eine Racheaktion entweder von Lucy oder von Kevin fürchtete, doch da beide weiter von den Vertrauensschülern überwacht wurden, geschah nichts.
Am Freitag wurde er von seinem Hauslehrer zitiert. „Zum Einen“, begann Neville Longbottom, „deine Strafarbeit besteht darin, einige Pflanzen zurechtzustutzen, die im Dezember ausgetrieben haben, weil es so warm war. Das ist keine schwere Arbeit, aber unangenehm, da manche von ihnen ätzende Extrakte aussondern. Miss Stewart und Miss Larner werden dich dabei unterstützen.
Zum anderen: Deine Heldentat kann ich nicht gutheißen. Außerdem finde ich es nicht in Ordnung, dass du zusiehst, wie an jemand anderem Rache geübt wird für etwas, das nicht er, sondern du getan hast.“
„Ich... Singer ist kein Unschuldslamm. Er hat mit diesen Beschimpfungen...“
„James!“, wurde Neville richtig wütend. „Darum geht es nicht. Wenn Kevin etwas anstellt, bekommt er seine Strafe. Außerdem denke ich, du weißt, was ich darüber denke, Muggelstämmige als Schlammblüter zu beschimpfen. Der Punkt ist: Dieses Mal ist Kevin unschuldig und ich verlange, dass du dich auch bei ihm entschuldigst. Außerdem werde ich deinen Eltern schreiben müssen.“

James nahm sich an diesem Wochenende mehrmals vor, sich bei Kevin zu entschuldigen, aber er brachte es nicht fertig. Dafür brachte die Posteule am Mittwoch einen roten Brief für ihn. „Aufmachen! Wird umso schlimmer, je länger du’s rausschiebst!“, flüsterte Sean ihm zu.
James sah sich um. Kevin saß am anderen Ende des Tischs, würde es aber dennoch hören. Er öffnete vorsichtig den Brief.
„James, du solltest dich schämen!“, hörte er seinen Vater rufen. „Zuzusehen, wie ein Mitschüler deinetwegen Ärger bekommt, ist erbärmlich!“
„Musste das denn sein? Kannst du deine Dummheiten nicht lassen?“, stimmte James’ Mutter ein. „Wenigstens als sie diesen Jungen verhext haben, hättest du es zugeben müssen!“
Kevin stand auf und ging langsam auf James zu. „Potter? Du warst das mit dem Zahnwuchsmittel? Du Schwein! Mich haben sie deshalb ausgezogen.“
„Selber Schwein, Singer-Stinker!“, gab James zurück. „Du hast ja auch mitgelacht. Gib’s zu, du hättest das auch gemacht, wenn’s dir eingefallen wäre.“
„Pass auf, was mir gleich einfällt, Potter!“, zischte Kevin und zog seinen Zauberstab. „Vingardium Leviosa!“
Ein Teller hob sich vom Tisch und sauste auf James’ Kopf nieder; der duckte sich jedoch rechtzeitig, sodass er kaum verletzt wurde.
„So, das reicht!“, hörte James Eileens Stimme. „Wir gehen jetzt zu Longbottom! Beide!“
„Ich hab doch gar nichts gemacht!“, protestierte James. „Der war’s“.
Es gelang ihm irgendwie, sich herauszureden, doch schon in der Mittagspause hing ein Pergament am Schwarzen Brett des Gemeinschaftsraums: „Bitte dringend heute nach dem Abendessen in mein Büro kommen: Larner, Potter, Singer, Stewart. Mit freundlichen Grüßen, N. Longbottom.“

Der Hauslehrer war aufgebracht, als er die vier empfing. „Ich kenne mittlerweile die Geschichte!“, bellte er. „Und nur die Tatsache, dass ich nicht schon wieder unserem Haus Punkte abziehen möchte, hindert mich daran, Sie auch zu bestrafen, Mr. Singer. Aber jetzt ist es so weit: Jeder von Ihnen vieren hat gegen die Regeln verstoßen. Bis Ostern will ich von Ihnen keinen Ärger mehr haben. Der nächste von Ihnen, der einen anderen angreift, kann seine Sachen packen und Hogwarts verlassen.
Seit einigen Wochen ist hier in der ersten Klasse von Gryffindor die Luft zum Schneiden. Wenn sich das nicht ändert, muss ich die Konsequenzen ziehen. Und, damit das klar ist: Egal, wer bisher was getan habt: Ich will keine Duelle, Streiche oder Attacken mehr von Ihnen sehen. Wer meint, es auf Ärger anlegen zu müssen, kann zusehen, wo er Magie lernt. Ich hoffe, Sie haben mich verstanden!“

Am Donnerstag hatten Lucy, Fiona und James ihre Strafarbeit in den Gewächshäusern abzuleisten. Die Mädchen würdigten James keines Blicks, während sie nach den Anweisungen ihres Hauslehrers verfaulte Knospen abschnitten. James bemühte sich, die Anweisungen Neville Longbottoms möglichst genau nachzuvollziehen und nicht auf dumme Bemerkungen der Mädchen zu achten. Noch mehr Ärger wollte er nicht, ganz egal, ob der Hauslehrer seine Drohung wirklich wahr machen würde.
Es war tatsächlich unangenehm, da man höllisch aufpassen musste, sich nicht mit Eiter zu bespritzen, doch irgendwann war die Arbeit erledigt und die drei konnten zurück in den Gemeinschaftsraum gehen.

Am Samstag stand das Spiel zwischen Slytherin und Ravenclaw an und bereits am Freitag begannen die Lästereien bei jeder Mahlzeit.
„Frau Weasley tröstet ihr Töchterlein
gar bitterlich weint Sophiechen klein,
Ravenclaw ist geschlagen
von Slytherin erschlagen
Das findet klein Sophie gar nicht fein!“, sangen die Slytherins und

„Au! Schreit Sophie, du tust mir weh
und heult gar laut uns entgegen
ein Klatscher traf sie am großen Zeh
und sie plärrt ewig deswegen!“

„Scheinen sich auf die Sophie eingeschossen zu haben!“, stellte Sean fest. „Gegen uns waren sie viel ruhiger.“
„Können sich wohl kein Mädchen als Kapitän vorstellen!“, vermutete Fiona. Arthur schüttelte den Kopf: „Zwischen Nott und meiner lieben Kusine läuft auch was Persönliches. Er war letzten Sommer hinter ihr her und sie hat ihn ziemlich böse abblitzen lassen.“ Er erzählte am Tisch nichts Genaueres darüber, doch James nahm sich vor, ihn noch auszufragen.

Beim Abendessen hatten auch die Dichter im Haus Ravenclaw ihre Lieder gefunden:
„Es war eine Schlange grün-silbern und dumm
die spielte mit Quidditchbällen herum
Sprüht auf alle Leute
Gift, weil Tod sie freute,
doch nun kann man Slytherins Schlange vergessen,
denn der bronzene Adler hat sie gefressen!“

In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es getaut, sodass die Quidditcharena ziemlich schlammig war, als am Samstagmorgen das Spiel stieg. Ein Mädchen aus Hufflepuff, das James nicht kannte, durfte dieses Mal kommentieren. Schiedsrichter war der Hauslehrer der Gryffindors, Neville Longbottom.
James wunderte sich, dass vor den Rängen der Ravenclaws ein grünes Banner mit dem Schlangenmotiv wehte, doch seine Verwunderung legte sich, als der Stoff plötzlich von oben her blau wurde und man einen bronzenen Adler zu sehen bekam, der vom Himmel herunterstürzte und die Schlange fraß.
„Eins muss man ihnen lassen: Ideen haben sie!“, sagte er zu Sean.
Punkt zehn Uhr pfiff Longbottom und rief Sophie Weasley und Colin Nott in die Mitte. „Ich möchte ein faires Spiel sehen, auch wenn es um einiges geht!“, sagte er laut genug, dass man es in der ganzen Arena hören konnte.
Ravenclaw ging sofort in die Offensive und vor allem Sophie spielte, als ob sie allein das Spiel gewinnen müsste. Nach kaum einer Minute hatte sie zum ersten Mal getroffen. Die Jäger Slytherins taten ihr Bestes, doch waren sie zu langsam. Die Ravenclaws kamen immer wieder frei und warfen und trafen aus fast jeder Position. Slytherins Hüter Lokey gelangen zwar einige Glanzparaden, doch dennoch führte Ravenclaw bereits mit 70:0 als Slytherin den ersten echten Angriff starten konnte.
Bei 100:10 tauchte zum ersten Mal der Schnatz auf. Hellbride erkannte ihn wohl als erster – zumindest sah James ihn in Richtung Schnatz schauen – sauste jedoch genau in die Gegenrichtung in Richtung Boden. Seine Kontrahentin Diane Byrnes flog ihm hinterher und verfehlte so nicht nur den Schnatz, sondern stürzte in die matschige Brühe.
Die Slytherins johlten über den gelungenen Wronski-Bluff, während Sophie eine Auszeit beantragte. Diane war jedoch schon nach Sekunden wieder spielbereit.
Slytherin-Jäger Lennart Neal nutzte die Überraschung zum zweiten Treffer für seine Mannschaft, doch Ravenclaw ging sofort wieder in die Offensive. Die Treiber Slytherins konnten zwar zwei Torwürfe verhindern, doch ihre Gegner waren ihnen ebenbürtig. Beim Stand von 150:30 und nach ihrem achten Treffer wurde jedoch Sophie am Arm getroffen. Sie konnte sich nicht mehr halten, stürzte zur Erde und blieb kurz liegen, stand jedoch sofort wieder auf und gab das Zeichen zum Weiterspielen.
James jedoch sah seine Kusine mehrmals mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rängen vorbeifliegen. Ihm fiel auch auf, dass sie nun mit der linken Hand warf. Ihr gelang zunächst auch kein weiterer Treffer mehr, dafür waren die beiden anderen Jäger noch je zweimal erfolgreich, bis der Schnatz wieder auftauchte – direkt hinter Diane Byrnes.
Hellbride täuschte eine Drehung und einen Suchflug hinter sich vor, worauf Diane ihm nachflog. Daraufhin drehte er sich zurück und ließ das zierliche Mädchen in seinen weit kräftigeren Körper hineinfliegen. Diane geriet ins Schlingern, fing sich aber wieder.
„Alles okay?“, schrie Sophie.
„Okay!“, gab Diane mit ihrer Piepsstimme zurück. Währenddessen sauste Colin Nott auf Sophie zu und schlug ihr mit seinem Schläger auf den Kopf. Sophie schrie auf und sauste halb benommen wieder zu Boden.
Sie stand zwar wieder auf, doch als der Pfiff zum Freiwurf kam, überließ sie ihrem Mitspieler George Spencer die Ausführung – mit Erfolg, denn dieser Traf.
Slytherin holte nun geringfügig auf, während Sophie immer benommener wirkte. Beim Stand von 190:70 schließlich sauste Diane auf den Boden zu. Cacus Hellbride versuchte zwar nochmals, sie abzulenken, doch vergebens: Sie griff nach dem Schnatz, überschlug sich vor Nervosität, zeigte ihn aber dem Schiedsrichter.

Die Ravenclaws führten einen Siegestanz auf. Dass sie Slytherin so deklassieren würden, hätten sie sich nicht träumen lassen. Die Spielführerin sank jedoch während des Tanzes wieder ohnmächtig zur Erde, wo ihre Mutter sich sofort um sie kümmerte. Das letzte, was James sah, war, dass Mutter und Tochter Weasley in Richtung Krankenflügel marschierten.
Auch die Gryffindors freuten sich über den Erfolg der Ravenclaws, wenn auch Cormac feststellte: „So müssen wir sie leider deutlich schlagen. Mir wär’s lieber gewesen, sie hätten weniger hoch gewonnen.“
„Komm! Gegen Ravenclaw so wie heute haben wir keine Chance!“, widersprach Wayne Rolves, der Treiber.

Die Slytherins waren frustriert und James kam vor, als ob sie schon wieder eine Gemeinheit ausheckten.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

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14

Donnerstag, 24. Januar 2008, 01:27

10. Rätselhaft

Schon am Tag nach dem Quidditchspiel saß Sophie Weasley wieder völlig gesund am Ravenclawtisch. Nach dem, was James mitbekam, hatte Madam Pomphrey zwar ihre Knochen heilen müssen, aber dies schnell bewerkstelligt. Sophie selbst sprach auch wenig darüber, sondern sorgte, so wie viele andere Ravenclaws, dafür, dass immer wieder das Endergebnis des Spiels gegen Slytherin an allen möglichen Stellen aufleuchtete. Dies kam immer wieder vor, obwohl die Direktorin mehrmals einschärfte, dass dergleichen unter verbotene Zauberei in den Gängen fiel. Gelegentlich kam es auch zu Duellen zwischen Ravenclaws und Slytherins.

James kam es vor, als ob Professor Zabini in den Wochen nach dem Spiel die Gryffindors in Ruhe ließ, dafür aber die Ravenclaws umso mehr schikanierte. So konnte er in Zaubertränke häufiger Unsinn anstellen oder seine Hausaufgaben nur unvollständig machen.
Dies änderte sich allerdings schnell wieder und Zabini ließ die üblichen bissigen Bemerkungen fallen, wenn er James, Sean oder jemand anderen ohne Hausaufgaben erwischte.
Dazu kam, dass auch Verwandlungen seinen Erholungscharakter verlor, da Anfang Februar plötzlich Professor McGonagall in eine Unterrichtsstunde platzte, in der Lowe wieder einmal vergeblich versuchte, Schüler, die sich duellierten oder Gegenstände in der Luft gegeneinander klatschen ließen, zu beruhigen.
Es folgte eine Standpauke sowie Strafarbeiten für vier Slytherins und drei Gryffindors und zwanzig Minuspunkte für beide Häuser. Erheblich folgenschwerer war jedoch, dass die Direktorin für den Rest der Unterrichtsstunde im Zimmer blieb und ankündigte, noch öfter zu kommen. Jeder, den sie bei irgendwelchem Unsinn erwischen sollte, bekäme Strafarbeiten, im Wiederholungsfall könne es auch zum Schulverweis kommen.

Im Gemeinschaftsraum erfuhr James, dass die Direktorin auch in anderen Jahrgängen Lowes Stunden besuchte. „Jetzt ist Lowe fertig“, vermutete Arthur. „Schätze nicht, dass McGonagall ihn weiter beschäftigt. Schade eigentlich, wenn er sich ein bisschen besser durchsetzen könnte, wäre er ein guter Lehrer.“

Auch in Zauberkunst besuchte McGonagall einmal die erste Klasse, da dort aber ohnehin Disziplin herrschte, fiel es kaum auf.

Victoire bat James noch um einen weiteren Gefallen: Immer wenn Alexandrus Eule, die an den hellen Streifen auf der Unterseite ihrer tiefschwarzen Flügel deutlich zu erkennen war, am Morgen in Richtung Gryffindortisch flog, sollte er Cormac kurz ablenken, zumindest lange genug, dass Victoire die zugehörige Nachricht in ihre Verstecktasche stecken konnte.
James konnte den Pakt beim ersten Mal leicht erfüllen, da er ohnehin in ein Gespräch mit Cormac über das Länderspiel Rumänien gegen Irland vertieft war, als er mit einem Auge die Eule wahrnahm. „Den Knaller gleich zu Anfang“, stellte Cormac fest. „Obwohl – dann haben wir’s hinter uns. Hoffe nur, dass sie nicht allzu hoch verlieren.
„Wer weiߓ, machte James ihm Hoffnung. „Die Rumänen sind auch nicht unbesiegbar. Wenn ihr gute Treiber habt und euer Sucher den Schnatz fängt, habt ihr gute Chancen.“
„Das ist das Problem: Sucher haben wir keinen vernünftigen und Hüter auch nicht. Die Treiber und Jäger spielen vielleicht sogar auf dem Niveau von den Rumänen, aber das langt halt nicht gegen eine Mannschaft mit sieben Spitzenleuten.“
James schaute in Richtung Victoire, die gerade ihren Brief las, während Alexandrus Eule verschwunden war. „Ist der Leharty eigentlich noch Hüter?“, fragte er, obwohl er es besser wusste.
„Nö. Flannery heißt der Neue – Ist aber kein Stück besser. Und das heißt, wir kriegen zwar unsere Torchancen, aber wir müssen dreimal so viele haben wie wir den Rumänen erlauben, weil bei denen fängt die Valescu zwei von drei, während der Flannery, der Schauer, alles reinlassen wird. Ich seh’s schon kommen.“
James hörte sich weiter Cormacs Sorgen über die irische Nationalmannschaft an, während Victoire endlich Alexandrus Brief weggesteckt hatte.
„Seid ihr fertig mit Fachsimpeln?“, fragte sie mit gespielter Verärgerung. Cormac nickte und küsste sie, während James aus der Halle lief und Sean suchte, der längst draußen war.

Während Kevin sich in den nächsten Wochen zurückhielt und keine muggelstämmigen Schüler mehr beleidigte, schikanierte die Clique um Lucius Crockett dafür umso mehr die nicht „reinblütigen“ Erstklässler. James hörte an einem Nachmittag Ende März nach dem Quidditchtraining ein Geschrei. Er lief in die entsprechende Richtung und sah am Waldrand Lucy, Brian und einen Jungen aus Hufflepuff in der Luft schweben. Ringsum standen Slytherins mit Zauberstäben und lachten laut, während die drei in der Luft um Hilfe schrieen.
„Ihr Schweine“, brüllte James.
„Ich würde mich nicht einmischen, Potter!“, antwortete Lucius kalt. „Wenn du uns was tust, könnte es sein, dass wir versehentlich die Schlammblüter fallen lassen.“
„Lass sie, sie haben recht“, hörte James eine hohle Stimme hinter sich. „Hol lieber einen Lehrer! Ich denke, Davies ist nicht weit.“
James drehte sich um und sah einen Geist davonhuschen. Wenn ihn nicht alles täuschte, war es genau der Geist, der im Schlafraum mit Kevin gesprochen hatte. Der Junge rannte, so schnell er konnte, in Richtung Quidditchstadion, wo tatsächlich der Fluglehrer zu finden war. Es war nun die Mannschaft des Hauses Hufflepuff, die unter seiner Aufsicht trainierte, doch Davies ließ sie allein, als James ihm erzählt hatte, was los war. Gemeinsam liefen sie zu der Stelle am Waldrand. Die Slytherins sahen den Lehrer kommen, ließen ihre Gefangenen fallen und rannten davon. Davies erkannte dennoch einige von ihnen und brüllte die noch Unschlüssigen an, sie sollten stehen bleiben.
„Da hätten wir also die Herren Hellbride, Nott, Crockett und Flint!“, stellte er fest. „Crawley und Stevenson sind weg. Wer waren die beiden anderen?“
Keiner der Slytherins antwortete.
„Gut! Es waren jedenfalls Schüler Ihres Hauses“, stellte der Lehrer fest und wandte sich den drei Gefolterten zu: „Sind Sie verletzt?“ Alle drei schüttelten die Köpfe.
„Wie kam es denn überhaupt dazu?“, wollte Davies wissen.
„Sie haben uns vor dem Eingang abgefangen“ berichtete Lucy stockend. Mit ‚Expelliarmus’ die Zauberstäbe weggenommen. Dann haben sie mich hierher schweben lassen. Fiona haben sie droben erstarren lassen.“
„Stimmt das?“, fragte Davies streng.
„Ja, das heißt, mich haben sie erst erstarren lassen, dann hat mich Flint auf die Schultern genommen“, erzählte nun Brian.
„Was sagen Sie dazu, Flint? Stimmt das?“ – Der Slytherin antwortete nicht.
„Was sollte das Ganze, Hellbride?“ – Auch der Sucher der Slytherins blieb stumm.
„Wenn Sie nicht reden wollen, ist das Ihr Problem. Die Sache ist klar genug. Das macht...“ er rechnete kurz. „Acht mal fünfzig, also 400 Minuspunkte für Slytherin. Und Kollege Zabini wird Ihnen demnächst mitteilen, welche Strafarbeiten Sie erledigen werden. Außerdem muss ich den Vorfall der Direktorin melden und Ihre Eltern informieren. Sie sind gemeine und feige Personen, die wir hier nicht brauchen können.“
„Bitte, Professor!“, flüsterte Lucy beinahe.
„Ja, Miss – Stewart?“
„Fiona Larner, meine beste Freundin, ist noch erstarrt. Ich kenn’ den Gegenfluch nicht. Könnten Sie bitte...?“
„Selbstverständlich. Zeigen Sie mir bitte den Weg – und die Herren Schwarzmagier holen ihre Komplizen. In einer halben Stunde will ich Sie am Eingang zur großen Halle sehen; wir gehen dann gemeinsam zur Direktorin. Unterstehen Sie sich ja nicht, abzuhauen. Wer nicht rechtzeitig dort ist, bekommt noch zwanzig Minuspunkte extra. Sagen Sie das auch den anderen. Wehe, ich sehe weniger als acht von Ihnen! – Ach ja, Mr. Potter, es wäre nett, wenn sie mitkämen!“
Davies ließ sich von Lucy zu einer Hecke führen, in der die Slytherins Fiona versteckt hatten. Er hob seinen Zauberstab, rief „Enervate!“, Fiona sprang auf und sie und Lucy fielen sich in die Arme.
Lucy wandte sich noch einmal James zu. „Übrigens: Danke, Potter! Ich hatte echt Angst die bringen mich um! – Ja, Fifi, Potter hat Davies geholt, damit der uns rettet! Sonst – keine Ahnung, was die mit uns gemacht hätten.“

Eine halbe Stunde später stand James tatsächlich mit den anderen in der großen Halle. Auch Lucy, Brian und der Hufflepuff, er hieß Edmond, waren dabei. Professor Davies machte wortlos eine Handbewegung, ihm zu folgen. Nach einem kurzen Marsch kamen sie vor einem Wasserspeier zu stehen.
„Professor McGonagall wünscht, Sie einzeln zu sprechen!“, informierte er knapp. „Außer den drei Opfern, die dürfen jetzt sofort gemeinsam hinauf. Die anderen bleiben hier! – Tigerkatze!“
Der Wasserspeier sprang beiseite und gab den Zugang zu einer Wendeltreppe frei, die Lucy, Brian und Edmond nun betraten. Kaum waren die drei auf der Treppe, rückte der Wasserspeier an seinen alten Platz zurück. James fühlte sich in Gegenwart von acht Slytherins unwohl. Sicher heckten sie bereits eine Gemeinheit gegen ihn aus. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, bis sich endlich der Zugang wieder öffnete und die drei „Opfer“ zurückkamen.
Professor Davies rief erneut ‚Tigerkatze’ und bedeutete James, hinaufzugehen.
Die Wendeltreppe zog ihn von selbst hinauf und führte ihn in einen kreisrunden Raum, dessen Wände voller Bücherregale und Porträts waren. Ihm fiel sofort das Bild Albus Dumbledores auf, das auch im Arbeitszimmer seines Vaters sowie im Salon hing.
„Mr. Potter, Sie können sich gerne ein andermal die Porträts anschauen, aber jetzt müssen wir zur Sache kommen!“, riss die Direktorin ihn aus seinen Betrachtungen.
Sie saß hinter ihrem Schreibtisch und hatte eine Miene aufgesetzt, als ob er, James, etwas angestellt hätte.
„Was können Sie zu dem Vorfall sagen?“, fragte sie streng.
„Ich...wir haben trainiert. Danach habe ich Stimmen gehört und bin hingelaufen. Da haben einige, wohl aus Slytherin, Lucy, Brian und Edmond schweben lassen. Ich bin zu Professor Davies gelaufen. Ich hab befürchtet, wenn ich versuche, die drei runterzuholen, verletzen Sie sich nur.“ Er sah die Direktorin ängstlich an. „War das richtig so?“
„Das war äußerst sinnvoll“, lobte sie. „Wenn Sie allein versucht hätten, drei Personen zugleich vor acht Angreifern zu retten, wäre das wirklich gefährlich gewesen. Das hätte nicht einmal ein Erwachsener tun sollen. Nehmen Sie zwanzig Punkte für Gryffindor!“
James bedankte sich und ging aus dem Direktionsbüro. Der Eingang öffnete sich von selbst, sobald er in die Nähe kam.
„Rache, Potter!“, flüsterte Crockett, während Hellbride von Professor Davies aufgerufen wurde.
„Gern, Dreckschwein!“, gab James zurück. „Aber wenn, dann ehrliches Duell – da hast du keine Chance!“
„Sie können gehen, Mr. Potter!“, rief Professor Davies James zu. „Und an Ihrer Stelle, Mr. Crockett, würde ich zurzeit aufpassen, was ich sage!“

James hatte seine Begegnung mit dem Geist verschwiegen, doch wurde er auf dem Weg zu den Gryffindor-Räumen wieder daran erinnert: Er sah, wie der Geist sich mit Lucy und Fiona unterhielt. Als James näher kam, verschwand der Geist nicht, wie James es gewohnt war, sondern blieb und forderte die Mädchen auf, sich bei James zu bedanken. Lucy dankte nochmals, ebenso Fiona, die von ihrer Freundin wohl schon alles erfahren hatte.
„Du bist ein guter Gryffindor, James Potter! Ganz der Vater“, lobte der Geist mit seiner hohlen Stimme. Dabei sah James ihn erstmals genauer von vorn: Er musste wirklich noch jung gewesen sein, als er gestorben war, denn im Gegensatz zu vielen anderen Geistern war sein Gesicht nicht faltig. James war also richtig gelegen, als er den Geist zum ersten Mal bei Nacht gesehen hatte. Seine Augen jedoch sahen aus, als ob er jeden Moment heulen würde.
„Wer bist du überhaupt?“, fragte James. „Und warum bist du immer vor mir abgehauen?“
Der Geist antwortete nicht sofort. „Man nennt mich den schnellen Brad“ sagte er schließlich tonlos. „Und ich bin vor dir nicht abgehauen.“
„Ach nee? Und was war das im Schlafsaal.“
„Ich... Es war...Ich wollte nicht, dass mich alle sehen.“
James bekam nicht mehr aus dem Geist heraus. Dieser wurde sofort schweigsam und so verabschiedeten die Mädchen und James sich von ihm und gingen durch das Porträtloch.
„Wieso stellst du ihm so komische Fragen?“, wollte Fiona wissen.
„Na, der, der komisch ist, ist wohl er. Taucht bei uns im Schlafsaal auf, haut dann wieder ab. Und auch heute hat er mir von hinten zugeflüstert, ich soll Davies holen. Als ich mich umgedreht hab, war er weg.“
Lucy schüttelte den Kopf. „Komisch! Zu mir war er immer sehr nett! Hat uns den Weg gezeigt, wenn wir am Anfang unsere Klassenzimmer nicht gefunden haben, weil sich die Treppe wieder verstellt hat.“
„Und er hat uns auch ein paar Räume im Schloss gezeigt, die nicht jeder kennt“, ergänzte Fiona. „Nur sag ich dir die nicht, Potter!“
„Na und?“, gab James zurück. „Ich sag euch auch nicht alles, was ich weiß. Nur eins: Ich hab ´nen Vornamen.“
„Tschuldigung, James!“, sagte Fiona leise.

„Na? Zwei Damen angelacht?“, hörte James eine wohlbekannte Stimme aus dem Raum. Es war Sean. Er erzählte seinem besten Freund in allen Einzelheiten, was passiert war.
„Steht zu befürchten, dass die Slytherins sich rächen!“, mutmaßte der. „Nicht sofort – im Moment passt McGonagall wohl sehr genau auf. Aber wir müssen aufpassen. Ich helf dir auf jeden Fall, wenn die Stinker was wollen!“

Beim Abendessen erfuhren sie von Arthur, dass es im Raum gegenüber der Großen Halle eine Spiegelwand gab. „Normal ist die tabu, aber das Spiel gegen Österreich dürfen wir uns am Samstag anschauen!“, versprach er den Erstklässlern.
Tatsächlich durften alle Schüler mit Ausnahme der acht Slytherins, die genau an diesem Abend ihre Strafarbeit bei Filch abzuleisten hatten, das Spiel ansehen.
Die Österreicher hielten zu Beginn gut mit und einer ihrer Treiber traf Englands Jäger Watson mit dem Klatscher, doch der schien nicht ernsthaft verletzt. England ging mehrmals in Führung, doch Österreich glich jedes Mal aus. Der schnelle Jäger Thomas Nemeth erwischte Englands Hüter Jim Simons mehrmals auf dem falschen Fuß. Erst nach etwa einer Stunde ließ die Konzentration beim Außenseiter nach. England gelangen vier Treffer hintereinander und beim Stand von 110:60 war Colin Hickey um den entscheidenden Moment schneller als sein Gegenüber Andreas Laschnigg.
Die Schüler aus Hogwarts jubelten über den Sieg; dennoch waren einige über die Vorstellung der englischen Nationalmannschaft enttäuscht. „Wenn wir gegen Deutschland so spielen“, meinte Arthur, „machen die Krauts Bratwürste aus uns!“

Es wurden noch einige Szenen aus anderen Spielen übertragen, unter anderem das Spiel der Iren in Rumänien. Soweit man aus den Ausschnitten erkennen konnte, versteckten sich die irischen Jäger keineswegs vor dem Vizeweltmeister, doch Ana-Maria Valescu sorgte mit mehreren Glanzparaden dafür, dass ihnen wenig gelang. Beim Stand von 120:30 für den Gastgeber tauchte der Schnatz auf und dem irischen Sucher Jeffrey O’Neill gelang es, seinen Kontrahenten Ion Ciuriu mit einem sehenswerten Bluff abzulenken. Dies nützte den Iren allerdings nicht viel, denn die Rumänen erhöhten bald auf 180:50, bis der Schnatz zum zweiten Mal zu sehen war und Ciuriu ihn fing.
Irland hatte im Karpatendom die erwartete Klatsche bekommen, doch nicht nur James, der seinen Freund Sean tröstete, sondern die meisten Schüler fanden, dass die Spieler von der grünen Insel gut mitgehalten hatten.

Ausgerechnet zwei Tage nach der Niederlage Irlands hatte James einen unaufmerksamen Moment: Victoire saß im Gemeinschaftsraum und schrieb einen Brief an Alexandru, während James in einem Buch über die letzten Weltmeisterschaften las. Er war so vertieft darin, dass er Cormac nicht in den Raum kommen hörte. Er merkte es erst, als Cormac Victoire mit „Hallo Schatz!“, begrüßte. Der „Schatz“ hatte ebenfalls nichts bemerkt. Sie schmiegte sich an Cormac, der jedoch plötzlich zurückschreckte, als ob ihn ein Schockfluch getroffen hätte: „Wer ist Alex?“, fragte er scharf.
‚Scheiße!’, dachte James. Victoires Gesicht wurde weiß.
„Komm mit, Vicky!“, befahl Cormac tonlos. „Das Kleingemüse hier braucht nichts mitzukriegen!“
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


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HufflepuffsUrenkel

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Donnerstag, 31. Januar 2008, 15:32

11. Jeder hat seine Geheimnisse

Es dauerte eine ganze Weile, bis Cormac und Victoire wieder in den Gemeinschaftsraum zurückkehrten. Als sie kamen, fiel jedem auf, was passiert war: Statt Händchen zu halten, würdigten sie sich keines Blickes. Victoire weinte und Cormac schnaubte wütend. Beide verzogen sich sofort in die jeweiligen Schlafräume.
„Sieht aus, als ob es aus ist“, kommentierte ein Drittklässler. „Schade! War ein schönes Paar!“
„Mach dir um die mal keine Gedanken!“, meinte Arthur. „Jede Wette, meine Sis hat bis Ostern einen Neuen – und Cormac braucht ja auch nur in seinem Fanclub was auszusuchen.“
James schüttelte den Kopf. Er würde wohl nie verstehen, wie man sich in eine Mädchengeschichte so hineinsteigern konnte.
Sean tippte ihn an und wollte wissen, was zwischen den beiden passiert war. James, der nun ohnehin kein Schweigegeld mehr kassieren konnte, erzählte die Geschichte ohne Skrupel.

Arthurs Voraussage erfüllte sich in den nächsten Tagen: Fast immer waren zahllose Mädchen hinter Cormac her. Der musste beim letzten Quidditchtraining vor Ostern den Stadionzugang mit einem Schließzauber belegen, damit sein „Fanclub“ ihn nicht durch kreischen bei seinen Anweisungen stören konnte. Sean bot hinter dem Rücken seines Großcousins Wetten an, wer Victoires Nachfolgerin sein würde. James setzte einen halben Sickel auf Arwena, eine Schülerin aus Ravenclaw mit langen, dunklen Haaren, die sich immer wieder in der Nähe des Gryffindor-Gemeinschaftsraums aufhielt und sich auch schon länger mit Cormac unterhalten hatte.

Am vorletzten Schultag vor den Osterferien bekam James ein Lob von seinem Hauslehrer: Professor Longbottom fand es erwähnenswert, dass es seit seiner Standpauke Ende Januar keinen Ärger mehr innerhalb des Hauses Gryffindor gegeben hatte. Das Verhältnis zwischen James und Kevin war seitdem von offener Feindschaft allmählich in Ignorieren übergegangen. Mit Lucy und Fiona verstand sich James seit er Professor Davies geholt hatte, als die Slytherins Lucy schweben ließen, sogar recht gut. Natürlich waren die beiden Mädchen und James würde nie verstehen, wie Frauen endlose Gespräche über Frisuren oder Schminke führen konnten oder welches Problem man haben konnte, wenn man sich in Kräuterkunde oder bei einer missglückten Flugübung dreckig machte.
Ein Rätsel blieb allerdings der Schnelle Brad: James beobachtete ihn öfter und er sah ihn mehrmals aus der Ferne mit Kevin reden, einmal auch mit Lucy und Fiona und einmal mitten in einer Gruppe von Zweitklässlern. Als James, Brian und Sean jedoch dazukamen, verschwand der Geist. Daraufhin erzählte er den Freunden seine Beobachtungen und beide fanden sie ebenso seltsam wie er selbst. Deshalb fragte er noch einmal den Fast Kopflosen Nick, doch auch der konnte sich die Sache nicht erklären.
„Ich glaube nicht, dass er als lebender Mensch in Gryffindor war und auch nicht, dass er hier in Hogwarts getötet wurde – beides hätte ich mitbekommen. Aber er ist auch selten mit den anderen Hausgeistern zusammen. Bisher ist sein Benehmen gegenüber Schülern und Lehrern stets tadellos gewesen, doch ist er auch noch niemandem besonders positiv aufgefallen.“

Am Mittwoch vor Ostern brachte der Hogwarts-Express die Schüler nach London. James wusste, dass sein Vater erst am Abend nach Hause kommen würde, da er an diesem Tag eine Zeugenaussage in Rumänien machen musste. Seine Mutter und seine Geschwister standen dagegen am Bahnhof von King’s Cross und empfingen ihn herzlich. Sean wurde zum Ausgleich nur von seinem Vater begrüßt, da seine Mutter schon im achten Monat war und sich nicht mehr traute, zu apparieren oder per Flohpulver zu reisen. Die beiden Jungen versprachen sich noch, einander während der Ferien Eulen zu schicken, ehe James seiner Familie nach Hause folgte.

Tom Graham, James’ bester Freund aus der Grundschule, hatte geschrieben. Auch er war in einem Internat und wollte die Ferien nutzen, um James wieder zu treffen. James wollte ihm per SMS einen Termin vorschlagen, als ihm siedend heiß einfiel, dass er Tom erzählt hatte, sein Handy sei kaputt gegangen, als er mit anderen mit dem Sportbeutel Fußball gespielt und vergessen hatte, dass es darin steckte. Als Strafe für Leichtsinn hätten seine Eltern ihm kein neues Handy gekauft. Dies war nach James’ Meinung die beste Ausrede gewesen, warum er seit Monaten nicht zu erreichen gewesen war. So musste er den Freund anrufen – glücklicherweise hatten seine Eltern ein Telefon. Die beiden Jungen verabredeten sich für Donnerstag nach dem Mittagessen – bei Tom, was den Vorteil hatte, dass das Haus am Grimmauld Place nicht noch auf Vordermann gebracht werden musste.
Nun war James’ Erfindungsgeist noch auf ganz andere Weise gefragt: Er musste, wenn er keinen Verdacht erzeugen wollte, Dinge aus der Schule erzählen können, die aber genau so gut an einer Muggelschule hätten passieren können. Den ganzen Mittwochabend war er so sehr damit beschäftigt, dass er nicht einmal mitbekam, wie sein Vater nach Hause kam. Harry Potter musste ins Zimmer seines Sohnes gehen, damit dieser ihn bemerkte.

Nun musste James noch einmal über die Schule erzählen. Wie schon bei seiner Mutter schilderte er besonders ausführlich, wie die Slytherins Lucy hatten schweben lassen. Der Vater richtete Grüße von Onkel Charlie und Tante Nicoleta aus, die in diesem Jahr nicht kommen würden, da das Osterfest des Ostens auf denselben Termin fiel wie das des Westens. Außerdem erzählte er, dass Constantin Calid, gegen den er hatte aussagen müssen, mit dem Tod zu rechnen hatte. „Ich weiß, dass er ein Verbrecher ist. Aber es gefällt mir gar nicht, dass jemand getötet wird, der für niemand eine Gefahr ist“, schloss Harry Potter den Bericht. „Und Onkel Leonidas – von ihm übrigens auch schöne Grüße! – ist sich ziemlich sicher.“
„Aber dieser Calid hat doch einige Leute umgebracht. Fast wie Voldemort damals – und den hast du doch auch umgebracht. Und als Tante Fleur den anderen – Almorth oder so – umgebracht hat, hattest du auch nichts dagegen.“
„Ich habe Voldemort nicht getötet, sondern er wollte mich töten und der Fluch ist zurückgeprallt. Außerdem: Wenn er nicht gestorben wäre, hätte er mich und viele andere getötet. Wir hatten damals kein funktionierendes Ministerium mehr und Voldemort stand kurz davor, die gesamte magische Welt unter seine Fuchtel zu bekommen. Das kann man mit heute gar nicht vergleichen. Und was Almorth betrifft: Tante Fleur hat ihn im Kampf getötet, nachdem er ihr angedroht hat, sie und Victoire umzubringen. Calid hat sicher Gefängnis verdient, aber er kann niemandem mehr gefährlich werden und deshalb soll man ihn nicht töten. James, merk dir bitte: Auch gegen einen Schwarzmagier – so wenig Gewalt wie möglich. Es ist eines der Dinge, auf die ich stolz bin, dass ich als Auror noch nie unverzeihliche Flüche verwendet habe – und das, obwohl ich es im Notfall dürfte, wie du weißt – und dass ich bisher, abgesehen von Almorth, alle Schwarzmagier, die ich gesucht habe, lebend gefangen habe. Es ist eine Sache, sich verteidigen zu können und es ist klar, dass jemand, der seine Zauberkraft dazu einsetzt, andere zu töten oder zu erpressen, bestraft werden muss.“
James war sich nicht sicher, ob der Vater Recht hatte.

Nachdem seine Mutter ihn schon ins Bett geschickt hatte, sah James sich noch einmal die Liste mit den Ideen an. Zu erzählen gab es ja genug, nachdem Tom und er sich nicht einmal in den Weihnachtsferien gesehen hatten. Von Streich mit dem Hautausschlagssalz auf dem Slytherintisch sollte Tom hören – nur, dass James ihm erzählen würde, dass das Salz nur die Zunge verfärbte. So etwas gab es auch in Scherzartikelläden der Muggel. Auch das Pulver, das Lucy geschluckt hatte, würde die Zähne des Opfers nur verfärben, nicht wachsen lassen. Anstatt von einem Schlammteppich vor dem Slytherinkerker würde er davon erzählen, dass sie eine Stolperschnur gespannt und den Boden mit Farbe eingeschmiert hatten. Und die Slytherins hätten demnach Lucy nicht schweben lassen, sondern an einen Baum gefesselt und Kieselsteine auf sie geworfen. Auch von Peeves’ Streichen durfte er nicht alles erzählen. Statt von einer Quidditch- würde er von einer Basketballmannschaft erzählen, in die er aufgenommen werden wollte.

Während James am Vormittag noch mit seinen Geschwistern Eier bemalen musste, fuhr er am Mittag mit dem Bus zu Tom. Es war ein warmer Tag, sodass die beiden beschlossen, Minigolf spielen zu gehen. Der Verlierer musste dem Sieger ein Eis spendieren. Waren sie im vorigen Sommer noch gleich gut gewesen, führte diesmal Tom schon nach neun Bahnen deutlich. Er erzählte, dass es auf dem Gelände seiner Schule eine Anlage gab. Überhaupt schien Toms Schule ein großes Sportangebot zu haben: Basketball, Hockey, Tennis, Cricket, Schwimmen, Judo und vieles andere konnte man wählen und James war beinahe neidisch auf seinen Muggelfreund.
Natürlich konnte auch Tom von Streichen erzählen: So hatte er mit seinem besten Freund eine Abhöranlage in einem der Mädchenzimmer installiert und ein anderer Freund mit dem Handy ein Filmchen von einer Unterrichtsstunde bei einem Lehrer, der sich offenbar ebenso wenig durchsetzen konnte wie Professor Lowe, gemacht. „Musst du dir unbedingt nachher mal anschauen! Total scharf!“, kommentierte Tom. „Zeig ich dir daheim. Hab auch mal sowas versucht, ist aber nichts geworden. Schade, dass deine Eltern so streng waren, sonst könntest du auch mal was knipsen.“
James verstand nicht sofort, aber antwortete dann doch: „Ich war ja auch zu blöd, dass ich das Handy im Sportbeutel gelassen hab. Außerdem gibt es bei uns nicht mehr viel zu filmen: Bei Lowe ist jetzt dauernd die Chefin im Unterricht und bei der traut sich natürlich keiner.“
Er kam erst in Verlegenheit, als Tom fragte, was Lowe unterrichtete. Er entschied sich für Religion – das war ein Fach, in dem auch an Toms Schule viel Unfug passierte.
„Da muss es ja echt abgehen, wenn du schon überlegen musst, was das für ein Fach ist!“, lästerte Tom.
James erschrak und hoffte, dass der Freund es nicht bemerkte. Hatte er sich verplappert? Glücklicherweise schien Tom aber keinen Verdacht zu schöpfen. James kaufte ihm das Siegereis und leistete sich auch selbst eines und die Jungen unterhielten sich weiter, während sie ihr Eis schleckten.
Sie gingen nach Hause zu Tom, wo Tom James sofort das Video aus seinem Geschichtsunterricht zeigte. Tatsächlich ging es dort zu wie bei Lowe. Der einzige Unterschied war, dass es kein mit Peeves vergleichbares Wesen gab und Kämpfe mit dem Lineal statt mit dem Zauberstab ausgetragen wurden.
James geriet erneut in Verlegenheit, als Tom ihn nach der Adresse seiner Schule fragte. „Ich hab ein bisschen im Internet gesurft“, sagte er. „Auf allen Seiten, auf denen der Name ‚Hogwarts’ vorkam, stand, dass es diese Schule nur in Phantasiegeschichten gibt. Oder ist das eine Spezialschule vom Geheimdienst und du darfst genauso wenig darüber erzählen wie dein Papa über seine Arbeit?!“
James wusste nicht, ob er diese Frage mit ‚Ja’ oder ‚Nein’ beantworten sollte. Er wusste, dass es irgendeine Adresse gab, an die Muggel, deren Kinder Hogwarts besuchten, Post an ihre Kinder schicken konnten, aber er hatte diese nicht im Kopf.
„Hab die Postleitzahl und den Ort, zu dem Hogwarts offiziell gehört, vergessen“, brachte er heraus.
„Schreiben dir deine Eltern nie? Anrufen können sie dich ja kaum“, blieb Tom hartnäckig.
„Die mailen meistens“, antwortete James, doch er merkte, dass Tom ihm nicht glaubte. Was tun? Sollte er seine Eltern bitten, einen Vergessenszauber auf Tom loszulassen? Er war für den Rest des Tages nervös, verabschiedete sich bald und brüllte am Abend seinen Bruder Albus an, nur weil dieser plötzlich neben ihm im Salon stand, ohne dass er ihn bemerkt hatte. Seinen Eltern sagte er aber dennoch nichts, da er fürchtete, sie würden schimpfen, weil er sich verplappert hatte.

Karfreitag und Karsamstag vergingen langsam. James erledigte seine Hausaufgaben und spielte zwischendurch mit seinem Bruder Zaubererschach. Am Samstagnachmittag gab es Abwechslung, da die englische Quidditch-Nationalmannschaft ihr zweites Qualifikationsspiel in Dänemark hatte. Diesmal ließen sie nichts anbrennen: Die Dänen kamen während der gesamten Spieldauer kaum ins Spiel und auch Colin Hickey beherrschte seinen Kontrahenten Lars Andersen problemlos. England gewann ein einseitiges Spiel mit 300:10.
„Offenbar haben sie dazugelernt, dass man sich auch gegen eine vermeintlich schwache Mannschaft vorbereiten muss“, kommentierte James’ Vater. „Gegen Österreich wäre es ja beinahe schiefgegangen.“
„Meinst du, sie haben nicht trainiert?“, fragte James.
„Trainiert schon. Aber wenn in einer Mannschaft ein Jäger so dominiert wie der Nemeth bei den Österreichern, muss man den manndecken oder ihm immer wieder die Klatscher um die Ohren hauen. Das haben sie nicht geschafft. Bei den Dänen haben sie es gemerkt: Die haben immer wieder versucht, zu kombinieren und das haben unsere Treiber verhindern können. Sich auf den Gegner einzustellen ist das halbe Leben.“

Am Morgen des Ostersonntags erschien fast die gesamte Familie am Grimmauld Place. Die Kinder ließen ihre Ostereier von einem Hügel im Garten herunterrollen. Hugos Ei rollte am schnellsten, doch James stoppte es mit einem Zauber, was jedoch Rosie merkte. „Du bist fies! Rictusempra!“, rief sie mit gezücktem Zauberstab.
James krümmte sich unter dem Kitzelfluch, bis Arthur ihn befreite. Auch die Erwachsenen mussten etwas gemerkt haben, denn Tante Hermine fragte ihre Tochter streng, woher sie den Kitzelfluch hatte.
„Ich weiß nicht mehr, Mama!“, antwortete die. „Ich hab in euren alten Schulbüchern gestöbert und da standen auch solche Sachen. Die hab ich ausprobiert. Ich weiß natürlich auch anderes, zum Beispiel, wie man ein Federmäppchen in eine Maus verwandelt oder ähnliches. Schau!“
Sie richtete ihren Zauberstab auf einen herumliegenden Ball, dem plötzlich lange Ohren wuchsen, danach ein Fell und dann Beine, bis er als Kaninchen davonhoppelte.
Die Kinder starrten sie mit offenen Mündern an. „Das ist Drittklassstoff!“, brachte Sophie heraus.
„Sie hat eben die Talente ihrer Mutter geerbt“, meinte Onkel Ron anerkennend.
James hatte seine Kusine noch nie unterschätzt, doch wenn sie jetzt schon solche Zauber beherrschte, musste er beinahe Angst vor ihr haben. Er musste dringend in Verwandlungen und Verteidigung gegen die Dunklen Künste besser aufpassen, damit ihn Rosie nicht schon kurz nachdem sie im September nach Hogwarts kommen würde völlig in der Hand hatte.
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Donnerstag, 31. Januar 2008, 15:33

11. Jeder hat seine Geheimnisse (Teil 2)

Wieder einmal ein überlanges Kapitel.

Die Osterferien vergingen schnell und am Mittwoch musste James wieder zum Hogwarts-Express. Etwa gleichzeitig mit ihm kam Lucy mit einer Frau, die dem Alter nach eher ihre ältere Schwester war als ihre Mutter auf den Bahnhof. Sie verabschiedete sich im Muggelbahnhof von der Dame und ging unmittelbar vor James durch die Absperrung.
James suchte auf dem Gleis nach Sean und fand ihn tatsächlich, wieder in Begleitung seines Vaters und diesmal auch seiner Geschwister. Die beiden Jungen begrüßten sich stürmisch, während die Väter sich die Hände schüttelten.
„Wie geht es deiner Frau?“; wollte Harry Potter wissen.
„Gut, zum Glück. Zu Hause kann sie noch fast alles machen, die Heiler sagen nur, sie soll keine Reisen mit Flohpulver mehr unternehmen und nicht mehr apparieren – aber das ist ja nichts Neues mehr. Als die Zwillinge unterwegs waren, hatte ich mehr Angst, weil die Deirdre damals wirklich flachgelegen ist. Wenn’s diesmal so bleibt, sind wir alle zufrieden!“
James erzählte Sean inzwischen davon, wie er Tom über Hogwarts berichtet hatte und erwähnte dabei auch, dass Tom nach der Adresse gefragt hatte.
„Was fragst mich? Ich kenn’ überhaupt keine Muggel näher. Frag halt die Lucy oder den Brian, an wen ihre Eltern schreiben.

James konnte schon im Zug den Rat des Freundes befolgen. Die beiden kamen mit Lucy und Fiona in einem Abteil zu sitzen und irgendwann gelang es James, das Gespräch auf das Thema ‚Eltern’ zu bringen. Lucy kicherte über Toms Reaktion, doch konnte sie Auskunft geben: „Ja, meine Eltern schreiben an ein Postamt in der Nähe von Hogsmeade. Ein kleines Kaff – die Post glaubt, dort ist eine Waldarbeiterschule. Ich schreib’s dir auf.“
James las: „Hogwarts Fachschule, 1 St. Nicolas Ave., Kinlochgar, TD 4HG“. Er wusste, dass die Muggelpost mit Zahlen- und Buchstabenkombinationen arbeitete, doch hatte er keine Ahnung, in welchem Postbezirk Hogwarts lag.

Die übrige Zeit blätterten die Mädchen gemeinsam eine Muggel-Modezeitschrift durch, während die Sean, James und Marco aus der zweiten Klasse, der sich dazugesetzt hatte, über Quidditch fachsimpelten.
Gegen Abend kam der Zug in Hogwarts an. Hagrid brachte die Erstklässler wieder mit dem Boot über den See und McGonagall begrüßte sie am Abend zum „letzten und wichtigsten Teil des Schuljahres“

Am Abend bekam James zufällig mit, wie Lucy und Fiona sich in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes mit dem „Schnellen Brad“ unterhielten, der sich von beiden ausführlich schildern ließ, wie sie Ostern gefeiert hatten. Lucy erzählte ihm, dass sie im Sommer mit ihren Eltern in die Karibik fliegen würde und er ließ sich schildern, wie es dort aussah. James, der ebenfalls noch nie außerhalb Europas gewesen war, hörte mit halbem Ohr zu.
„Ich wollte, als ich noch gelebt hatte, auch nach Amerika fliegen“ erzählte Brad. „Aber das Flohpulver-Netzwerk hat damals noch nicht richtig funktioniert. Es war kurz nachdem der Dunkle Lord gestoppt wurde. Und die Amerikaner haben uns nicht getraut. Ein regelmäßig verkehrendes Zauberschiff gibt es erst seit 2005 wieder, gerade nachdem ich gestorben bin. Und als Geist darf ich nicht mitfliegen.“
„2005 bist du gestorben? Du hast – Voldemort also noch selbst erlebt?“, mischte sich James ein.
„Nenn bitte nicht diesen Namen!“, schrie der Geist so laut, dass die anderen herschauten. „Ich kann mir denken, dass du keine Angst hast. Wie der Vater, so der Sohn. Aber für uns andere war es schreck-lich!“
„Glaube ich dir! Wenn so ein Monster die ganze magische Welt in der Hand hat“, pflichtete Fiona bei.
Dennoch konnten die Erstklässler ihre Neugier nicht zügeln. Stockend erzählte der Geist vom Kampf in Hogwarts, doch weigerte er sich standhaft, zu sagen, auf welcher Seite er selbst gestanden hatte. „Ich bin geflohen als der Dunkle Lord ins Schloss eingedrungen ist – so wie viele andere. Nicht alle waren Helden wie Harry Potter. Außerdem war ich erst in der Vierten.“
„Ich wäre auch abgehauen“, gab Kevin zu, der unbemerkt dazugekommen war.
„Solange du nicht auf der Seite dessen, dessen Name nicht genannt werden darf, gekämpft hättest. Und das hättest du nie tun können. Warum weißt du ja“, antwortete der Schnelle Brad.
James spürte, dass sonst niemand den Grund erfahren würde. Was verband Kevin und diesen Geist?

Später am Abend verzog der Schnelle Brad sich. James wunderte sich erneut, dass der Geist zu ihm neuerdings so gesprächig war und nicht sofort vor ihm geflüchtet.
Fiona legte die Stirn in Falten: „Weißt du was? Wir, also die Lucy und ich, hatten die Idee schon vor längerem und heute...“
„Was heute?“, fragte James unwirsch.
„Tja, James Potter. Was ist an dir oder um dich herum anders als sonst? Und was war auch an dem Tag, als du Davies geholt hast, anders als sonst?“, spannte ihn Lucy auf die Folter.
„Keine Ahnung.“
„Was, oder besser wer, mit dem du sonst immer zusammenhängst, fehlt?“
„Du meinst – er hat vor Sean Angst, nicht vor mir?!“
Die beiden Mädchen kicherten. „Frag mich nicht, warum das so ist, aber das gibt Sinn“, brachte Lucy heraus. „Kannst ja mal selber austesten.“
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LillyLovesJames

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Sonntag, 3. Februar 2008, 17:13

WOW!
Ich bin begeistert. Deine FF ist echt toll.
Ich hab Gänsehaut beim Lesen gekriegt - und das soll schon was heißen!

In Liebe

Lilly
Die Mutigsten zog Gryffindor,
bei weitem allen andern vor!

In Gryffindor regieren Tapferkeit und Mut,
dies sagte auch schon der alte sprechende Hut!

Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hgwarts,
bring uns was Schönes bei,
Ob alt und kahl oder jung und albern,

wir sehnen Wissen herbei.

Denn noch sind unsere Köpfe leer,
voll Luft und toter Fliegen,
wir wollen nun alles erlernen,

was du uns bisher hast verschwiegen.

Gib dein Bestes - wir können's gebrauchen,

unsere Köpfe, sie sollen rauchen!

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Sonntag, 3. Februar 2008, 21:23

12. Viel Quidditch und einige neue Rätsel (1)

@Lily
Vielen Dank für das Lob! Freut mich, dass dir die Geschichte gefällt!

******************************************************
Und hier geht es weiter:

James machte den von Lucy vorgeschlagenen Test und achtete immer, wenn er den Schnellen Brad sah, darauf, ob Sean in der Nähe war oder nicht – und tatsächlich stellte er fest, dass seine Mitschülerin Recht hatte: Sobald Sean dabei war, verzog sich der Geist. oder blieb einsilbig. Er sprach seinen besten Freund einmal darauf an, doch Sean konnte sich die Sache nicht erklären. „Ich hab dem nichts getan – und ich hab auch nie wen gekannt, der Brad heißt“, erklärte er. „Kann aber gern noch meine Eltern fragen, ob sie eine Ahnung haben, wer das sein könnte.“
Wenige Tage später erhielt er allerdings auch von diesen einen Brief, dass in ihrem engeren Freundeskreis nie jemand Brad geheißen hatte. Auch der Name Kevin Singer, nach dessen möglichen Verbindungen zum Schnellen Brad Sean sie gefragt hatte, sagte ihnen nichts.
Die Jungen fanden sich damit ab, dass sie derzeit nicht mehr erfahren würden und interessierten sich statt dessen mehr für die nächsten Quidditchspiele. Da stand zum Einen Hufflepuff gegen Slytherin an, zum anderen musste die englische Nationalmannschaft am 20. Mai auf dem Blocksberg antreten und auch Irland hatte gegen Italien ein Schlüsselspiel – nur wenn die Mannschaft von der grünen Insel gewinnen sollte hätte sie noch Chancen, zumindest als Zweiter hinter den offenbar übermächtigen Rumänen noch zur Weltmeisterschaft zu fahren.

Am 13. Mai versammelte sich wieder einmal die gesamte Schule im Quidditchstadion. Hufflepuff war nach zwei Niederlagen aus dem Rennen, während Slytherin trotz der Klatsche gegen Ravenclaw noch eine theoretische Chance auf den Hauspokal hatte. Slytherin begann dementsprechend aggressiv und führte schnell mit 40:0. Hufflepuffs Sucher und Kapitän Brian Manson beantragte eine Auszeit, die offensichtlich Erfolg hatte: Als die Mannschaften wieder spielten, stand die Deckung der „Gelben“ besser; die Slytherin-Jäger rannten sich immer wieder fest oder wurden von Klatschern getroffen, während Harris und Branding für Hufflepuff mehrfach trafen. Nott erwischte allerdings beim Stand von 60:50 für Hufflepuff Harris mit dem Klatscher am Wurfarm, sodass dieser immer weniger ins Spiel kam. Slytherin wurde stärker, spielte nun geordneter und konnte dreimal hintereinander die Deckung der Hufflepuffs ausspielen. Hufflepuff wurde in die Defensive gedrängt, blieb jedoch bei Kontern gefährlich. Beim Stand von150:120 für Slytherin sauste Manson plötzlich zur Erde. Hellbride zögerte zunächst, bevor er ihm nachsauste – und hart auf den Boden aufschlug. Auch im Gryffindorblock war die Schadenfreude über den gelungenen Wronski-Bluff groß.
Bei den Jägern der Hufflepuffs ließ allmählich die Kraft nach und so erhöhte Slytherin auf 170:120 und 190:140. Beim Stand von 200:150 raste Manson noch einmal nach unten. Hellbride zögerte – und dies erwies sich als Fehler. Manson fing den Schnatz, Hufflepuff hatte den ersten Sieg und Slytherin war voraussichtlich letzter. Das gesamte Stadion tobte und die Slytherins verließen es wie geprügelte Hunde.

Im Lauf der nächsten Woche rächten sich die Slytherins an Erstklässlern von Hufflepuff. James kam einmal zufällig dazu, wie drei Slytherins einem Hufflepuff eitrige Wunden an alle verfügbaren Körperstellen zauberten. Ihm gelang es, einen zu entwaffnen, doch verlor er auch selbst seinen Zauberstab. Der Hufflepuff floh. James war verärgert. ‚Hättest mir helfen können’, dachte er, doch schon hörte er die Stimme seiner Tante: „Aufhören, aber sofort!“
Die drei Slytherins ließen von James ab und rannten davon, was sie jedoch nicht vor Strafarbeiten bewahrte. James war nicht ernsthaft verletzt und der Hufflepuff, er hieß Ian Brown, dankte ihm überschwänglich. „Sorry, ich wollte nicht feig sein“, meinte er dann. „Hab aber gedacht, wir haben zu zweit keine Chance. Da hab ich geschaut, dass ich den nächsten Lehrer find.

Am Freitagabend huschte plötzlich Peeves durch den Schlafraum der Erstklässler von Gryffindor, warf etwas auf Seans Bett und verschwand. James schaute hin: Es sah aus wie ein Fotoalbum. Er zögerte noch, ob er es anschauen sollte, als Sean, der gerade aus dem Waschraum kam, schon danach griff. Er schlug es auf und kreischte auf.
„Wo kommt das her?“, brachte er heraus.
„Von Peeves“, antworteten James und Ray gleichzeitig. James hakte nach: „Warum? Was ist drin?“
Sean zeigte ihm die Bilder: Ein blondgelocktes Mädchen und ein Bursche mit langen, dunklen Haaren in grünem Umhang waren darauf zu sehen, die sich auf einem Bild innig umarmten und küssten.
„Kennst du die beiden?“, wollte James wissen.
„Das Mädchen kenn` ich natürlich: Das ist meine Mama mit sechzehn oder so. Aber der Bub... nie gesehen.“
„War deine Mutter mit einem Slytherin zusammen?“, fragte James erstaunt.
„Sie war selber in Slytherin, glaub ich. Aber sie redet nicht gern über ihre Schulzeit.“
„Würd ich auch nicht, wenn ich bei den Schleimern gewesen wäre. Hast du auch ne Ahnung, wer der Kerl ist?“
Sean schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, wie der Peeves das in die Finger gekriegt hat.“
„Frag halt deine Mama, wer der Typ ist!“, schlug James vor.
Sean tippte sich mit dem Finger an die Stirn. „Meinst, die ist wild drauf, mir zu erzählen, wer ihre Exen waren?“
„Warum nicht? Ich weiß, dass eine Ex von meinem Vater einen Onkel von mir geheiratet hat.“
Sean traute sich dennoch nicht, seinen Eltern das Album zu schicken oder nachzufragen. Statt dessen starrte er noch am nächsten Tag mehrmals ratlos auf die Bilder darin.

Am Nachmittag versammelte sich die gesamte Schülerschaft wieder vor der Spiegelwand. „Meine Damen und Herren, bei leichtem Nieselregen begrüßen wir Sie auf dem Blocksberg“, begann der Kommentator. „Während noch die Heinzelmännchen die Unordnung der Kobolde aufräumen, heißen wir unsere Mannschaft willkommen: Als Hüter: Jim Simons; als Treiber: Dennis Filcher, Adrian Hoover; als Jäger: Brian Watson, Sharon Keane, Diana Lurch und als Sucherrrr: Colin Hickey!“
Die englische Mannschaft, diesmal in dunkelrot gekleidet, formierte sich in der Mitte des Spielfelds.
„Und hier die Gastgeber: Schneeberger, Deuerlein, Wolfhart, Gruber, Leuthauser, Gebbert, Wimmer.“
Unter „Deutschland, Deutschland“ – Rufen im Hintergrund formierte sich auch die deutsche Mannschaft im traditionellen Weiß. Sucherin Petra Wimmer wirkte zwischen ihren athletischen Mannschaftskameraden klein und zerbrechlich, doch jeder wusste, dass sie eine der besten Sucherinnen der Welt war.
Etwa die Hälfte der Hogwarts-Schüler sang „Land of Hope and Glory“ mit, einige wenige krächzten danach Verhunzungen von „Einigkeit und Recht und Freiheit“, bevor endlich das Spiel begann.
Beide Mannschaften spielten schnell, sodass der Sprecher kaum mit der Nennung der Namen nachkam: „Keane – Lurch – Watson – wieder Lurch – Achtung Klatscher! – Lurch verliert den Ball, Gruber fängt, auf Gebbert, der wirft, Keane noch mit der Hand dran, Gruber, Wurf und – großartig gehalten von Simons!“
Sowohl Jim Simons als auch sein Gegenüber Matthias Schneeberger vereitelten einige hochkarätige Chancen, sodass es fast eine Viertelstunde dauerte, bis Peter Leuthauser Deutschland in Führung brachte. Ein schneller Gegenstoß während die Deutschen noch jubelten führte zum Ausgleich durch Lurch.
Da beide Treiberpaare hervorragend arbeiteten, kamen selten längere Spielzüge zustande. Die Engländer halfen sich mit weiten Pässen, die allerdings oft ihr Ziel verfehlten, während die Deutschen es erfolgreich mit Distanzwürfen auf das Tor von Jim Simons versuchten. So stand es bald 50:20, bis der englische Kapitän Brian Watson eine Auszeit beantragte.
Danach stellten die Engländer in der Abwehr von Torraumdeckung auf Manndeckung um, sodass die Würfe der deutschen Jäger immer wieder hängen blieben. Durch häufige Zweikampfsiege konnten die Engländer auch das Spiel insgesamt wieder drehen, kamen bis auf 60:50 heran als der Schnatz zum ersten Mal auftauchte. Petra Wimmer startete, Colin Hickey folgte in fast aussichtsloser Position, doch plötzlich sauste ein Klatscher direkt auf die deutsche Sucherin zu. Die wich im letzten Moment aus, stieß mit Colin Hickey, der nicht mehr bremsen konnte, zusammen und der Schnatz verschwand. Die Schüler atmeten auf, während die Zuschauer im Stadion auf dem Blocksberg raunten.

England blieb stark, auch nach einer Auszeit der Deutschen. Die Gastgeber versuchten es mit Fouls, doch Schiedsrichter Persson war aufmerksam und Watson traf mit allen Freiwürfen, die England zugesprochen bekam.
Das Spiel dauerte bis in den Abend hinein. Allmählich wurde die englische Deckung unkonzentriert, kassierte unnötige Tore und beging Fouls, die Persson ebenso konsequent ahndete wie auf der Gegenseite. Auch Rainer Gebbert erwies sich, zum Leidwesen der Schüler als zuverlässiger Werfer, sodass es nur noch 120:110 für England stand, als die Einstellung auf der Spiegelwand drehte.
„Wimmer rast nach rechts oben, Hickey hinterher. Ich sehe den Schnatz nicht“, rief der Kommentator aufgeregt. „Nein, Wimmer dreht, fliegt genau so schnell in die Gegenrichtung – oh nein, das ist der Schnatz! Sie hat ihn. Wo sind unsere Treiber? Oh Adrian, tu doch was! Da ist er am Klatscher – viel zu spät gegen eine Sucherin dieser Klasse! Wimmer zeigt den Schnatz vor und da ist der Abpfiff! Schade!“
Die Schüler waren mucksmäuschenstill, bis auf Sean, der unvorsichtigerweise „Deutschland siegt – England fliegt“ sang.
Sofort stürzten sich vier Schüler auf ihn. Nicht einmal James half seinem besten Freund. Es war schließlich Professor Neville Longbottom, der bei allem Nationalstolz den unvorsichtigen Sean beschützte und die Angreifer zurückpfiff. Dennoch war Sean schon mehrmals von Flüchen getroffen worden, sodass er in den Krankenflügel geschickt wurde und vom Sieg seiner Nationalmannschaft gegen Italien nichts mitbekam.
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Sonntag, 3. Februar 2008, 21:28

12. Viel Quidditch und einige neue Rätsel (2)

In den nächsten Tagen erwischte James zweimal Lucius Crockett und Kevin Singer dabei, wie sie in den Gängen herumschlichen, wobei Kevin jeweils an einer Ecke stehen blieb, um mögliche Verfolger abzuhalten. Am Donnerstag wäre es beinahe zum Duell gekommen, wenn nicht Mrs. Norris aufgetaucht wäre, was sowohl James als auch Kevin veranlasste, in entgegengesetzte Richtungen zu fliehen, bevor Filch sie erwischen konnte. James erzählte Sean und Brian davon und alle drei beschlossen, herauszufinden, welches Geheimnis es dort unten gab.

Am Freitag stieg das nächste Quidditchtraining der Gryffindors. Cormac eröffnete mit „Ich hoffe, ihr habt letzten Samstag das Spiel gegen Deutschland genau angeschaut.“, worauf ihm ein lautes „Buuh!“ entgegenschallte.
„Da will ich einmal was Positives über England sagen und das ist der Dank“, antwortete er gespielt weinerlich. „Ihr hättet von eurer Nationalmannschaft viel lernen können! Schaut auf die Wand!“. Er zog einen Sendespiegel aus der Tasche. „Magnifico!“
Auf der Wand war zu sehen, wie Rainer Gebbert zum Wurf ansetzte. Cormac stellte mit seinem Zauberstab die Übertragung auf extrem langsam. In Zeitlupe bewegte der deutsche Jäger seine Hand mit dem Quaffel nach hinten, dann wieder nach vorn, doch er warf nicht – und sofort war der Grund zu erkennen: Sharon Keane war ihm in den Weg gehechtet.
Cormac stellte auf normal. Die Spieler sahen, wie Gebbert sich umschaute und schließlich zurückgeben musste.
„Finio Incantatem!“ rief Cormac, worauf die Wand sich wieder weiß färbte. „Seht ihr: Gebbert wollte werfen und konnte nicht, weil Keane im Weg war – und dann hat er eine Anspielstation gesucht und nicht gefunden.
England hat genau das richtige gemacht: Die Deutschen werfen aus allen Positionen und treffen auch – aber Kombinieren haben sie nicht gerade erfunden. Für uns ist das wichtig, weil das – auf Profiniveau übertragen – die gleichen Stärken und Schwächen sind, die Ravenclaw hat. Mit einer Ausnahme: Die Diane wird wohl nie eine Petra Wimmer.
Heißt für uns: Die Ravies nie zum Wurf kommen lassen, sondern sofort angreifen, wenn sie den Ball haben. Den Rückraum abdecken war gegen die Huffies gut, diesmal auf keinen Fall – die Slythies haben gezeigt, was passiert, wenn man Leute wie die Sophie oder den George werfen lässt.“
„Kannst du uns nicht lieber davon einen Mitschnitt zeigen, Cormac?“, bettelte Lara.
„Leider hab ich da zu wenig gute Bilder eingefangen. Außerdem zurück zum Ernst: Die Ersatzmannschaft spielt jetzt mit fünf Jägern als Angreifer gegen die Jäger und Treiber von der ersten Mannschaft als Verteidiger. Wenn ihr“ Er schaute die Ersatzspieler an. „...werfen könnt, werft ihr sofort. Jedes Mal, wo ihr den Quaffel über die Ringlinie werft, ist ein Punkt für euch, egal ob ihr die Ringe trefft oder nicht. Jedes Mal, wenn ein Verteidiger den Quaffel fängt, gibt es einen Punkt für die Verteidiger und die Angreifer kriegen den Quaffel wieder. Jeder Punkt bedeutet ein Butterbier oder einen Kürbissaft in den Drei Besen; morgen kommen wir ja nochmal nach Hogsmeade. Die Erst- und Zweitklässler geben jemand das notwendige Geld mit oder kriegen die Beute mitgebracht! Auf geht’s!“
Es wurde eine heftige Jagd, bei der zeitweise auch Sean bei den Angreifern mitspielte, während James nur zuschauen durfte. Erst beim Spiel zum Abschluss fungierte er als Sucher der Reservemannschaft und fing sogar den Schnatz. Umso enttäuschter war er, dass Cormac dennoch Ken gegen Ravenclaw aufstellen wollte.
„Hey, das ist nicht mehr fair!“, protestierte auch Sean. „Der James war heut’ klar besser.“
„Schnauze, Kleiner!“, bellte ihn Cormac an. „Ich bin der Kapitän und ich entscheide!“
James und Sean schlichen vom Platz wie geprügelte Hunde. Sean beruhigte auch die Aussicht, zwei Butterbier mitgebracht zu bekommen, nicht.

James verzog sich am Samstag in eine Ecke des Gemeinschaftsraumes und begann, für die Prüfungen zu lernen. In Verwandlungen aber auch für Verteidigung gegen die Dunklen Künste hatte er längst nicht alle Einträge vollständig. Gegen zwei Sickel hatte ihm Fiona ihr Heft zum Abschreiben geliehen, wollte es aber bis zum Nachmittag wieder haben.
Im Laufe des Nachmittags trudelten die älteren Schüler wieder ein und es wurde unruhiger im Gemeinschaftsraum. Sean bekam sein Butterbier und ließ auch James mittrinken, dem es hervorragend schmeckte – Victoire und Arthur hatten ihn zwar schon oft mittrinken lassen und sein Vater hatte eigentlich nichts dagegen, wenn er gelegentlich davon naschte, doch seine Mutter mochte das überhaupt nicht.

Am Sonntagmorgen wurde James von einem lauten Kreischen geweckt. Er lief in den Gemeinschaftsraum und sah, was passiert war: Victoire lag ausgestreckt und offenbar bewusstlos auf einer der Bänke. Lucy stand daneben und kreischte unaufhörlich, geschockt von dem, was sie sah.
„Sie ist tot!“, schrie sie.
James lief hinunter, strich mit der Hand über Victoires Mund und rief: „Sie atmet noch!“ Daraufhin brüllte er zwei ältere Schüler, die zufällig vorbeikamen, an: „Hey, bringt sie in den Krankenflügel!“
„Schrei nicht so, du haariger Gnom!“, gab der eine zurück. „Du hast uns nichts zu befehlen.
„Schnauze, Dan! Er hat Recht! Levicorpus!“
Victoires Körper schwebte durch die Luft, als ob er nichts wöge. Der Schüler, der gezaubert hatte, berührte sie leicht mit den Fingern, um sie zu steuern und bugsierte sie aus dem Raum.
Der mit ‚Dan’ angesprochene nahm ein leeres Glas, das vor Victoire stand, in die Hand und roch daran. „Kollaps-Sirup“ stellte er fest. „Sind doch noch gar keine Prüfungen.“
James sah auf dem Boden, unter der Bank, auf der Victoire gelegen war, ein Stück Pergament und eine fast leere Flasche liegen. Er nahm beides an sich.
„Hey, du Kriechwesen!“, schrie ihn Dan an. „Komm hoch und lauf rüber in den Krankenflügel – und erzähl der Pomphrey, dass das Mädel ein ganzes Glas Kollaps-Sirup geschluckt hat. Das Glas war fast voll und schon so ein Schluck reicht für zwei Tage krankmachen!“ Er schob Daumen und Zeigefinger zusammen. „Was die intus hat ist echt gefährlich. Los, ab!“
James lief hinüber, musste jedoch warten, da Madam Pomphrey sich sofort um Victoire kümmerte. Während er dasaß, las er neugierig das Pergament.
„Liebe Vicky!“, stand da. „Bitte sei nicht traurig. Ich weiß, der Brief ist schwierig für dich. Ich muss es dir leider sagen, dass ich mich habe verliebt in eine andere Mädchen. Es hat nicht Sinn mit uns, über viele Tausende von Meilen. Ich denke gerne zurück, es ist gewesen eine schöne Zeit. Es ist nicht wegen dir. Vielleicht wir können weiter Freunde sein. Liebe Grüße, Dein Alex.“
„Nun, was haben Sie mir zu sagen?“, fragte die Krankenschwester, bevor James über den Brief nachdenken konnte.
„Hier!“, zeigte er die Flasche vor. „Sie hat fast eine ganze Flasche Kollaps-Sirup getrunken. Habe ich schon vermutet. Dieser George Weasley gehört nach Askaban! Jedes Jahr sind Schüler hier wegen dieser dämlichen Scherzartikel – Entschuldigung, Sie können ja nichts dafür. Danke, Sie können gehen!“
„Aber Sie können Ihr doch helfen?“, fragte James, immer noch etwas besorgt. Seine Kusine bewusstlos zu sehen, hatte ihn mehr getroffen als er zugeben wollte.
„Natürlich! Aber sie wird ein, zwei Tage hier bleiben müssen. Armes, dummes Ding! Selbst auf den Flaschen steht ja ‚Nur einen kleinen Schluck nehmen’“
Madam Pomphrey regte sich so sehr über verantwortungslose Geschäftemacher und dumme Schüler auf, dass sie vergaß, James die Flasche wegzunehmen.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

LillyLovesJames

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20

Montag, 4. Februar 2008, 18:05

Oooooooh! Manno... zuende.
Ich fand's gerade so spannend. Ich hoffe es folgen noch ienige Kapitel. Vielleicht machst du daraus mal ein Buch. Ich würde es sofort kaufen!
Naja.. ich warte sehnsüchtig!

In Liebe
Lilly
Die Mutigsten zog Gryffindor,
bei weitem allen andern vor!

In Gryffindor regieren Tapferkeit und Mut,
dies sagte auch schon der alte sprechende Hut!

Hogwarts, Hogwarts, warzenschweiniges Hgwarts,
bring uns was Schönes bei,
Ob alt und kahl oder jung und albern,

wir sehnen Wissen herbei.

Denn noch sind unsere Köpfe leer,
voll Luft und toter Fliegen,
wir wollen nun alles erlernen,

was du uns bisher hast verschwiegen.

Gib dein Bestes - wir können's gebrauchen,

unsere Köpfe, sie sollen rauchen!