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HufflepuffsUrenkel

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Samstag, 28. Juli 2007, 00:46

Spoiler: Harry Potter und das Geheimnis des Grafen

Diese FF spielt nach dem 7. Band (um genau zu sein: drei Jahre vor dem letzten Kapitel). Wer diesen noch nicht gelesen hat, wird hiermit gewarnt, dass Spoiler enthalten sind.

Harry und viele seiner Freunde haben inzwischen Karriere gemacht und Familien gegründet. Harry ist ein angesehener Auror, verheiratet mit Ginny, die ebenfalls im Ministerium arbeitet. Sie haben drei Kinder, den neunjährigen James, den achtjährigen Albus und die siebenjährige Lily.

Ron hat verschiedene Tätigkeiten ausgeübt; derzeit arbeitet er als Besenmacher und leidet darunter, im Schatten seiner Frau Hermine, die als Autorin zahlreicher Standardwerke der Zaubererwissenschaft bekannt ist, zu stehen. Sie haben zwei Kinder, Rose und Hugo.

1. Die Botschaft aus der Ferne

Harry Potters Arbeitstag ging allmählich zu Ende. Es waren die üblichen Denunziationen gewesen: Obwohl es seit langem keine ernsthaften Probleme mit schwarzen Magiern gab, erhielt das Aurorenbüro immer wieder Anzeigen von denen sich fast alle als gefälscht entpuppten. Einerseits war er froh darüber - einen zweiten Lord Voldemort wollte er wirklich nicht - andererseits langweilte ihn sein Beruf manchmal. Bei einer Inspektion heute Mittag war er verärgert gewesen: Wieder einmal hatte Charles Chatty eine Anzeige gebracht, diesmal gegen einen gewissen Robert Early, dem er vorwarf, ein Gift zu brauen, mittels dessen Muggelautos explodierten. Diese Geschichte war erstunken und erlogen.
"Wenn Chatty einmal wirklich einen schwarzen Magier ertappt, wird es ihm keiner glauben", hatte Harrys Mitarbeiter David Abbot festgestellt.
"Richtig, David", hatte Harry geantwortet. "und diesmal bekommt er Ärger. Ich bin mir so gut wie sicher, dass er genau weiß, dass Earle nichts Böses im Sinn hatte.
Harry saß am Brief an Chatty, der seine letzte Tätigkeit für heute sein würde: "Sehr geehrter Mr Chatty" schrieb er, "dies ist eine offizielle Warnung des Ministeriums. Sie haben wiederholt unschuldige Hexen und Zauberer der schwarzen Magie beschuldigt. Ich behalte mir vor, Sie anzuzeigen. Mit freundlichen Grüßen" er grinste bitter über die Höflichkeitsform, bevor er unterschrieb und die Eule losschickte.

Er packte seine Sachen zusammen, als es an der Tür klopfte. Missmutig ließ er den Besucher ein und war überrascht: Es war Charley Weasley.
"Was verschafft mir die Ehre?", fragte er. Harry mochte Charley eigentlich, aber er hatte wenig Kontakt mit dem recht schüchternen zweitältesten Bruder seiner Frau. Er wusste nur, dass Charley in Rumänien inzwischen einer der angesehensten Drachenbändiger war.
"Harry, jemand hat fünf Drachen aus unserem Gelände freigelassen."
Harry war erschrocken. Drachen waren die gefährlichsten Geschöpfe der Zauberwelt und fünf Drachen außerhalb menschlicher Kontrolle - oder in falschen Händen - waren eine Gefahr für jeden.
"Wie gibt es das?" fragte Harry. "Ich meine, wer kann unbemerkt Drachen entführen? Euer Gelände ist doch sicher bewacht."
"Bewacht und durch Anti-Ausbruch-Zauber gesichert. Die nötigen Zaubersprüche kennen nur meine Mitarbeiter und ich und ich habe zu allen Nachtwächtern Vertrauen. Die einzige Möglichkeit ist meiner Meinung nach, dass jemand unter dem Imperius-Fluch stand - ein Bändiger, der den Bann aufgehoben hat und womöglich noch der zuständige Nachtwächter."
"Hast du euer Ministerium nicht informiert?"
"Doch, das habe ich. Aber ich traue diesen Leuten nicht. Ich halte niemand dort für einen schwarzen Magier, zumindest niemand, den ich kenne, aber ich fürchte, sie wollen es vertuschen."
"Warum das? Und wie kommst du darauf?"
"Gerade in Rumänien, wo es mehr Drachenzuchten gibt als irgendwo sonst in Europa, weiß jeder, wie gefährlich freie Drachen sind. Eine Warnung an die Bevölkerung wäre das Mindeste gewesen. Aber nichts war zu hören, und in der Bufnita Diaria, dem Tagespropheten von Rumänien, stand auch nichts. Und du errätst selber, warum"
Harry hatte keine Ahnung.
"Na, was ist denn dieses Jahr in Rumänien?"
Harry schlug sich gegen den Kopf. Natürlich, die Quidditch-Weltmeisterschaft! Die gesamte Familie Potter fieberte dem Ereignis schon entgegen.
Charley fuhr fort: "Rumänien ist seit hundert Jahren zum ersten Mal Ausrichter. Und das Land hat ja einen schlimmen Ruf, was schwarze Magie angeht. Wenn du mich fragst, es gibt nicht mehr und nicht weniger schwarze Magier als anderswo, aber es hat ihn. Und nichts fürchtet unser Minister so sehr wie dass die Gerüchte wieder aufkommen und kein ausländischer Zauberer sich nach Rumänien traut."
Harry nickte. Das alles machte Sinn. Der berüchtigte schwarze Magier Dracula wurde sogar in Gruselromanen der Muggel erwähnt. Wenn stimmte, was man von ihm erzählte, war er zu seiner Zeit ebenso gefährlich gewesen wie im 20. Jahrhundert Voldemort oder Grindelwald. Und dass Ministern der Schein von Sicherheit wichtiger war als die Wahrheit wusste er noch aus seiner Kindheit.
Aber er brauchte weitere Informationen.
"Wer, meinst du, stiehlt fünf Drachen?", fragte er. "Jemand wie Hagrid"
"Schön wär's. Jemand wie Hagrid könnte versuchen, einen Drachen zu entführen. Aber, wie ich dir gesagt habe, um die Drachen zu entführen, braucht es einen Plan, der einige Kenntnisse in schwarzer Magie voraussetzt. Und ein Drachennarr wie Hagrid würde auch nicht gleich fünf von der Sorte entführen."
"Du glaubst also an Schwarze Magie hinter der Sache?"
"Ja" antwortete Charley, "und es gibt Gerüchte, dass vor einigen Tagen Zauberer aus England in einem Dorf in der Nähe unseres Geländes gesehen wurden - keine Ahnung, was dran ist. Aber falls es so ist, ist es besser, ihr wisst Bescheid, bevor die Kerle mit den Drachen bei euch sind. Dir traue ich auch zu, dass du das Nötigste unternimmst, aber nicht mehr Leute verunsicherst als nötig."
"Also danke für die Information! Kommst du mit zum Abendessen? Ginny würde sich sicher freuen. Und die Kinder auch."
"Sorry, Harry, aber es ist besser, wenn ich verschwinde. Wenn ich in England auftauche, kann das Leute wie eure Rita Skeeter auf den Plan rufen, Gerüchte zu streuen. Wir sehen uns sowieso zu Papas Siebzigstem, denke ich." Mit diesen Worten verschwand Charley.
Harry setzte sich wieder an den Tisch. Was sollte er tun? Er musste auf jeden Fall die Abteilung für magische Geschöpfe informieren, so viel war klar. Und er musste mehr über diese Sache herausfinden.
Er schrieb Charley eine Eule, in der er sich für den Brief bedankte und um weitere Informationen bat, "sobald du erfährst, ob Haggy Ruby seinen Schoßhund wieder hat".
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

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Sonntag, 29. Juli 2007, 18:21

RE: Spoiler: Harry Potter und das Geheimnis des Grafen

2. Familienfeier

Bevor Harry ging, fiel sein Blick auf das Buch in seinem Regal. "1000 Fragen zur Welt der Muggel einfach beantwortet". Es war ein Geschenk seiner alten Schulfreundin und Schwib-Schwägerin Hermine Granger-Weasley, die inzwischen eine der angesehensten Fachfrauen der Muggelkunde, aber auch der Geschichte der Zauberei war. Harry fiel es ein: Sie hatte vor einigen Jahren auch eine Geschichte der Schwarzen Magie mit verfasst, als eines ihrer ersten Werke. Harry ging in die Bibliothek des Ministeriums und verlangte nach genau diesem Werk.
Er sah auf die Uhr: Es war höchste Zeit, nach Hause zu gehen. "Kann ich die Bücher über Nacht haben, Angelina?", fragte er die Bibliothekarin.
"Eigentlich... – aber natürlich, Mr Potter!" antwortete die leicht errötend. Sie war noch jung und verehrte berühmte Auroren wie Stars. Harry füllte die Leihscheine aus und das Mädchen küsste seine Unterschrift. Er steckte die drei Bände ein und ging zum nächsten Kamin, streute Flohpulver ins Feuer und rief "Grimmauld Place Nr. 12!". Er flog so schnell durch die Luft, dass er es kaum sehen konnte und landete kurz darauf im Kamin seines Hauses.
"Abend, Papa" begrüßten ihn James und Albus, die sich mit ihren Spielzeugzauberstäben duellierten.
"Abend, ihr kleinen Teufelchen. Ich warte ja schon, bis ihr das Wohnzimmer demoliert." Er nahm sie in den Arm. Darauf ging er in die Küche zu seiner Frau.
"Ich habe schon gedacht, du kommst gar nicht mehr" begrüßte ihn Ginny vorwurfsvoll. "So viel Arbeit?" Harry biss sich auf die Zunge. Gerne hätte er mit seiner Frau besprochen, was ihn bedrückte, doch es ging nicht. Wenn es stimmte, dass ein schwarzer Magier unterwegs war und das rumänische Ministerium diese Nachricht unterdrückte, hatte Charley gute Gründe, dass seine Geschwister nichts erfahren durften.
„Dieser Chatty mal wieder“ knurrte Harry. „Der 20. Fehlalarm in diesem Jahr. Aber diesmal kommt er mir nicht davon. Es geht nicht, dass er Hinz und Kunz als schwarzen Magier verleumdet.“
„Wenn du mich fragst: Lieber jemand ist übervorsichtig als übertrieben sorglos. Besser, es kommt nie mehr ein Schwarzer Magier so hoch wie damals.“
Harry wusste es nur zu gut. Seine Großeltern Potter, vermutlich auch seine Großeltern Evans waren im Auftrag Voldemorts getötet worden, seine Eltern direkt von ihm. Einer von Ginnys Brüdern hatte im Kampf um Hogwarts ebenfalls sein Leben gelassen, zwei andere waren schwer verletzt worden. Dennoch waren Leute wie Chatty gefährlich, gerade weil viele ihrer Anschuldigungen sich als falsch herausstellten.
Harry legte die drei Bände des „Kurzüberblick über schwarze Magier, ihre Methoden und ihre Überwindung“ auf den Tisch seines Arbeitszimmers und ging zu seiner jüngsten Tochter Lily, die gerade mit ihrem Spielzeugzauberstab eine Puppenmama bewegte. „Hey, Papa! Schau, bei den Snapes gibt es heute dein Lieblingsessen: Kürbispasteten!“ Harry grinste und nickte bewundernd, als das Mädchen tatsächlich die Puppe Miniaturkürbispasteten aus dem Puppenherd holen ließ.
„Kann man richtig neidisch werden!“, sagte er. Das Spiel seiner Tochter lenkte ihn von seinen Sorgen ab.
Wenige Minuten später wurde Ginnys Bild im Familienfoto, das auch in Lilys Zimmer an der Wand hing, lebendig. „Essen!“ rief es. Harry und Lily gingen hinunter.
Harry bemühte sich, am Abend möglichst seine Sorgen zu vergessen, doch es gelang ihm nicht. Als nach dem Abendessen seine beiden Söhne die Wohnzimmersessel durch die Luft schweben ließen, wollte er sie mit einem Bindezauber am Boden halten, ließ jedoch den ersten so heruntersausen, dass er brach.
Als Ginny, nachdem die Kinder im Bett waren, wegen des Geburtstagsgeschenks für ihren Vater mit ihm reden wollte, musste sie fast jeden Satz zweimal wiederholen. Irgendwie einigten sie sich, Arthur Weasley einen Fernseher, der soweit verzaubert war, dass sich die einzelnen Funktionen selbst erklärten, zu schenken. „Aber am Besten wir legen einen Schutzzauber gegen weiteres Verzaubern drauf“, schlug Ginny vor. „Mum, Hermine und Ron sagen, bei Dad muss man langsam genauso aufpassen wie bei Kindern. Er wird alt.“
„Oh ja!“, stöhnte Harry. Schon einmal hatte Zaubereiminister Kingsley Shackenbolt ihn „im Vertrauen“ gebeten, auf seinen Schwiegervater einzuwirken, endlich in den Ruhestand zu gehen. „Ich mag Arthur Weasley wirklich, und deshalb möchte ich, dass er freiwillig geht und als verdienter Mann im Bereich des Muggelschutzes in Erinnerung bleibt, anstatt dass ich ihn feuern muss.“ Harry hatte es ihm auch gesagt, doch Mr Weasley hing so an seiner Arbeit, dass er Harrys Warnungen ebenso in den Wind schlug wie die seines Sohnes Percy, zu dem weder er noch Harry ein besonders gutes Verhältnis hatten.

In den Tagen vor Mr Weasleys Geburtstagsfeier geschah wenig. Harry warnte seine Kollegen zwar, er habe „einen anonymen Tipp erhalten, dass gefährliche magische Geschöpfe unterwegs seien“, und konnte so, ohne Genaueres zu sagen, erhöhte Wachsamkeit fordern doch niemandem fiel etwas auf.
Am Tag vor Arthurs Geburtstag nahm Harry einen halben Tag frei. Er und Ginny wollten auf jeden Fall mithelfen, denn selbst eine Molly Weasley konnte die Vorbereitungen unmöglich allein schaffen: Sechs Kinder, davon vier mit Ehepartnern, acht Enkel und zahlreiche Freunde und Kollegen würden kommen. Das brachte nicht nur viel Arbeit in der Küche mit sich, auch Muggelabwehrzauber rund um den Fuchsbau würden nötig sein, damit den nichtmagischen Bewohnern von Ottery St. Catchpole nichts auffiel. Das wollte Harry gemeinsam mit Hermine, Ron, Percy und Penny übernehmen. Ginny würde dagegen ihrer Mutter und Fleur helfen müssen.
Die Familie Potter reiste per Flohpulver, doch sie waren nicht die ersten, die kamen. Fleur und Bill mit ihren Kindern, der vierzehnjährigen Victoire und dem elfjährigen Arthur, warteten schon gemeinsam mit den Eltern auf sie. Vor allem Molly begrüßte die Neuankömmlinge herzlich, doch auch Fleur umarmte sie alle.
Kurz nach den Potters kamen Hermine und Ron mit ihren Kindern Rose und Hugo, die sich schnell mit Ginnys und Harrys Kindern in den Garten verzogen.
Am späten Vormittag apparierten eine Frau von Ende Dreißig Jahren und ein Mädchen, das etwas älter als James sein mochte. Erst als Mutter Weasley sie als Penny und Sophie begrüßte erkannte Harry sie als Percys Frau und Tochter. Mit Percy, der inzwischen Richter am Zauberergamot war, hatte Harry zwar gelegentlich beruflich zu tun, aber sie sprachen kaum über ihr Privatleben. „Perce hat nicht freibekommen. Er kommt heute Nachmittag, sobald es geht“, entschuldigte Penelope.
„Das rate ich ihm!“, brummte Vater Weasley. „Wenn er heute Abend nicht kommt, mache ich ihm mehr Ärger als jeder Zaubereiminister machen kann.“
„Hey, Soph, spielst du mit?“, schrie Arthur. Er, Rosie, James und Albus hatten sich unbemerkt Besen geschnappt. „Ich will auch!“, kreischten Hugo und Lily gleichzeitig.
Penelope wollte es ihrer Tochter schon verbieten, da sie Angst um deren neues Kleid hatte, doch da war Sophie schon losgesaust.
„Mach dir nichts draus! Es gibt wirksame Sauberkeitszauber!“ tröstete Ginny, die jeden Tag mehrere davon für ihre Kinder anwenden musste.
„Vicky, und du?“, rief Arthur vom Besen. „Nö, keinen Bock!“ knurrte Victoire, die Fleurs feinen Körperbau geerbt hatte.
„Standardandwort“, raunte ihr Vater Harry zu. „Freu dich nur noch ein paar Jahre an deinen Kindern – im Moment hat mein Töchterchen auf nichts Bock und alle ihre Mitschülerinnen sind Zicken und alle Jungen ‚voll blööd’. Hoffe, das ändert sich bald wieder.“
„Das ändert sisch, sobald sie den rischtigen Jungen findet“, war Fleur überzeugt. „Die Pubertät, und dann nok als Veela-Mischling, das ist nischt einfach. Isch war genau so, sagt Maman, und isch kann mir vorstellen, es geht ihr wie mir damals in Beauxbattons: Alle Jungen machen Dumm’eiten, um ihr zu gefallen und alle Mädschen sind neidisch.“
Während die Kinder im Garten Quidditch spielten, trieb Hermine ihren Mann, Penelope und Harry nach draußen, um mit den Muggelabwehrzaubern zu beginnen. Mehrmals sahen die Erwachsenen zu den Kindern nach oben, Hermine und Penelope besorgt, Harry und Ron eher bewundernd. „Sieht aus, als ob Percy wenigstens etwas vernünftiges in seinem Leben fertiggebracht hätte, Alter!“ sagte Ron zu Harry, als Sophie den Quaffel durch einen Ring warf. „Los, Hugo, trau dich!“, rief er seinem Sohn zu, der vor dem wesentlich älteren und größeren Arthur zurückschreckte.
Als das Haus muggelsicher gemacht war, war auch George mit einer Frau, die Harry trotz der langen Zeit als seine erste Liebe Cho Chang erkannte. Von ihr hatte er nur einmal aus dem Tagespropheten erfahren, als sie als Sucherin sich mit der koreanischen Nationalmannschaft für die letzte Quidditch-Weltmeisterschaft qualifiziert hatte.
„Ihr habt mir nie gesagt, dass...“ fiel Harry George an.
„Sorry, Alter, habe gedacht, ihr habt eine kleine Überraschung verdient! So wie sie mich vor ein paar Monaten überrascht hat. Kam einfach in mein Geschäft, ich war brav“ Harry und die anderen kicherten über das Wort „brav“ in Zusammenhang mit George – „bei der Arbeit, und sagt ‚Guten Morgen, Chang mein Name, ich hätte da einen Auftrag...’ und wie ich sie mir genauer anschaue, ist es die liebe Cho aus Ravenclaw.“
„Und wie du sie dir genauer angeschaut hast, hast du gemerkt, dass sie dir gefällt“, spottete Ron. „Was machst du jetzt eigentlich, Cho? Eure komischen Daihyun-Besen in England verscherbeln?“
„Ron, du änderst dich nie! Wie ein Troll im Laden für Zaubertrankzubehör“, tadelte ihn seine Frau.“
„Du weißt so gut wie ich, dass dein komischer Bruder entschieden hat, dass Daihyun-Besen für England umkonstruiert werden müssen. Gibt zwar keinen sinnvollen Grund dafür, aber gut“, gab Cho zurück. „Nein, ich arbeite für Chagan. Das ist Versandkette, die verschiedene ausländische Waren nach Korea bringt. Für Sauberwisch interessieren wir uns allerdings nicht, solange eure besten Besen dreimal so teuer sind wie der Daihyun F 10.“ ,
„Glaubst ja wohl selber nicht, dass der so gut ist wie Nimbus 2100 und Sauberwisch 9A.“
Vater Weasley unterbrach: „Kinder, ich habe einen Geburtstagswunsch, auch in Mollys Sinn: Keinen Streit und möglichst wenig über die Arbeit reden! Geht das?“
Charly kam spät und wirkte übermüdet. Harry mutmaßte, dass es damit zusammenhing, dass er die entführten Drachen wieder einfangen musste, dies aber bisher nicht geschafft hatte. Er nahm sich vor, Charly in einem ruhigen Moment darauf anzusprechen.“
Percy erschien erst nach den ersten Gästen außerhalb der Familie. Er entschuldigte sich wortreich bei seinem Vater und erzählte diesem vom Prozess, den er führen musste, wobei Mr Weasley höflich, aber bestimmt unterbrach.
Ab sieben begann die Gesellschaft mit dem Essen. Mrs Weasley Fleur und Ginny hatten Stunden in der Küche verbracht, doch sie strahlten, als den Gästen das Menü schmeckte, auch Fleurs für viele Gäste ungewohnte Bouillabaisse. Zwei Söhne von Mitarbeitern von Vater Weasley flirteten zwischen den Gängen des Menüs mit Victoire, was Fleur kritisch beäugte.
Nach dem Essen hielten Amos Diggory, Xenophilius Lovegood und andere inzwischen auch ältere Zauberer längere Toasts auf Mr Weasley. Auch die Kinder durften sprechen, während die Enkelkinder sich im Haus vergnügten. Percy erhielt mehrere Rippenstöße von seinen Brüdern, weil er zu lange redete; George sagte darauf nur: „Mein Vorredner hat ja schon alles gesagt, darum nur noch eins: Dad, du bist der beste Dad der Welt! Auf dein Wohl!“ Auch Ron und Ginny blieben ähnlich kurz, während Harry immerhin noch erwähnte: „Du, lieber Arthur – natürlich auch du, Molly – ihr habt mich hier aufge-nommen wie ein achtes Kind! Ich weiß nicht, wie ich ohne euch je meine Sommerferien überlebt hätte. Viel Freude an euren Enkeln wünsche ich dir noch lange!“
Als die Kinder merkten, dass die Toasts vorbei waren, schlich sich James an Charly: „Onkel Charly, du hast doch Opa eine Karte für die WM geschenkt? Kann ich auch eine haben, bitte?“ Andere Kinder folgten mit dem gleichen Anliegen.
Als erster der Erwachsenen schloss sich Ron den Bitten der Kinder an. „Ich zahl sie dir auch.“
„Dann spar schon mal“, spottete Charly. „Für Dads Karte habe ich drei Tage die Abteilung für magische Sportarten unsicher gemacht. Wenn ich euch Vier – das heißt...“ er zählte ab „zwanzig Karten besorgen soll, kostet mich jede einzelne, wenn ich überhaupt so viele bekomme, mindestens hundert Galleonen Schmiergeld.“
„Ich denke, es ist geregelt, wie die Karten verkauft werden“, warf Percy ein.
„Im Prinzip ja, aber Rumänien ist wie unser Ministerium wie unter Fudge: Jede Abteilung macht ihren Mist und jeder sorgt dafür, dass der Mist möglichst lange unentdeckt bleibt. Also: Offiziell gibt es für jedes Spiel 4000 Karten zum freien Verkauf in Rumänien und 1000 zum freien Verkauf in jedem Land, das sich qualifiziert hat. Offiziell gibt es seit erstem Mai diese Karten, aber alle Kartenverkaufsstellen, die ich kenne, behaupten, sie haben noch keine.“
„Willst du sagen, dass die Karten unter dem Tisch verkauft werden?“ fragte Percy empört, und als Charly nickte: „Warum unternimmt denn niemand etwas dagegen?“
„Rumänien“, antwortete Charly nur. „Schätze, die Richter am Zauberergamot bekommen ihre Karten billiger oder Anteil am Schmiergeld, dann ist die Sache gegessen.“ Percy schüttelte verständnislos den Kopf.
Das Thema Quidditch beherrschte die Diskussionen. Ron glaubte an ein „Karpatenwunder“ wie das „Wunder vom Blocksberg“ vor acht Jahren, als England überraschend Weltmeister geworden war – mit zwei ehemaligen Mitschülern Harrys, Oliver Wood als Hüter und Marcus Flint als einem der Jäger. Harry hielt das, so wie die meisten, für wenig realistisch. Gastgeber Rumänien, Titelverteidiger Russland, China, vielleicht auch noch Deutschland, Bulgarien oder Mexiko, das waren die Favoriten. England hatte bei der letzten Weltmeisterschaft enttäuscht und danach die Mannschaft völlig umgebaut und noch keine ausreichend eingespielte neue Mannschaft.

Als Harry und seine Familie sich verabschiedeten, flüsterte Charly ihm zu: „Haben noch nichts.“
Harry hatte ein unbestimmtes Gefühl, dass die Drachen genau bei der Weltmeister-schaft losgelassen würden, doch er traute sich nicht, mit jemand darüber zu sprechen, um die anderen nicht zu verängstigen.

Noch am selben Abend bekam er eine Eule von Charly, in der dieser fragte, ob Harry Karten für die Weltmeisterschaft wollte. „Er hat doch gesagt, dass er wahrscheinlich keine bekommt“ wunderte sich Ginny, die mitgelesen hatte. Harry schüttelte den Kopf, ging in sein Arbeitszimmer und hielt seinen Zauberstab auf das Pergament:
„Verum adspecto!“
Die Zeilen verschwanden und statt dessen erschien ein neuer Brief. Er enthielt ein Zeichen: Drei gekreuzte Schwerter, darüber ein Herz und darunter ein angedeutetes Feuer. Darunter hatte Charly geschrieben: „Das ist an Stellen, an denen die Drachen angeblich sein sollten, mehrmals aufgetaucht. Weiß nicht, ob es damit etwas zu tun hat. Gruß, Charly.“
„Was für Drachen?“, hörte er plötzlich die Stimme seiner Frau hinter sich.
„Seit wann spionierst du mir nach?“, herrschte er sie an.
„Harry, Schatz, ich mach mir nur Gedanken“, antwortete sie. „Seit Tagen bist du so nervös und sagst nie, warum. Haben Charly und die Drachen etwas damit zu tun? Er schaut auch nicht gut aus, finde ich.“
Harry erzählte ihr, was er von Charly wusste. Dann nahm er sie in den Arm: „Aber bitte, versprich mir, niemand etwas davon zu erzählen! Ich will nicht, dass Rita Skeeter oder andere das erfahren. Massenhysterie ist genau so schlimm wie Ignorieren eines Problems.“
„Versprochen. Trotzdem meine ich, Hermine sollte davon erfahren. Wenn jemand das Zeichen erkennt, dann sie.“
„Ich überleg es mir. Vielleicht finde ich selbst etwas heraus.“
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »HufflepuffsUrenkel« (9. Oktober 2007, 13:52)


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Dienstag, 31. Juli 2007, 17:07

3. Weltmeisterschaft

Gleich am Tag nach Arthurs Geburtstag ging Harry wieder in die Bibliothek des Ministeriums und lieh die drei Bände des „Kurzüberblicks über schwarze Magier“. Er verzog sich in sein Büro, das mit allerhand Schutzzaubern gegen unerwünschte Beobachter gesichert war, zog seinen Zauberstab, tippte Charlys Brief und danach das Buch an und murmelte „Invenio“.
Beim ersten Band geschah nichts. Als Harry den Zauber mit dem zweiten Band wiederholte, blätterte sich dieser bei einem Artikel mit der Überschrift „Blutorden“ auf.
Harry las: []Der Blutorden ist eine legendäre Vereinigung schwarzer Magier, über die wenig Gesichertes bekannt ist. Möglicherweise handelte es sich um Anhänger des Glaubens an den à Blutzauber. Einige Quellen nennen den deutschen Magier Rüdiger den Reinblütigen, der im 7. Jahrhundert gelebt haben dürfte, als Begründer, andere sehen den Ursprung wesentlich später beim rumänischen Schwarzmagier Vlad -> Dracula, der 1476 von seinen eigenen Anhängern getötet wurde.
Ganz sicher wurden viele Verbrechen zu Unrecht mit dem Blutorden in Verbindung gebracht und viele Hexen und Zauberer zu Unrecht der Zugehörigkeit bezichtigt. Dennoch gehen viele renommierte Historiker, darunter Sean McGonagall (1681-1802) oder Bathilda Bagshot (1865-1997) davon aus, dass der Blutorden existierte und tatsächlich aus Anhängern des Blutzaubers, die ihre Opfer ermordeten und aussaugten, bestand, während Nicolas Flamel, Jonathan Binns oder in jüngerer Zeit Albus Dumbledore (1871-1996) dies bezweifeln und die mit dem Blutorden in Verbindung gebrachten Symbole großteils für Erfindungen halten.
Das letzte mit dem B. zeitweise in Verbindung gebrachte Verbrechen war das Massaker vom à Schwarzen Berg 1911, das aber tatsächlich eines der ersten Attentate Gellert -> Grindelwalds gewesen sein dürfte.
Als Symbol des Blutordens gelten gekreuzte Degen, die in ein Herz stechen. Manchmal wird dieses Symbol noch mit einem Drachen, der hier jedoch nur für magische Kraft stehen dürfte, ergänzt.[/I]
Harry las noch unter „Blutzauber“
[] Irrglaube, man könne durch Genuss von Menschenblut das eigene Leben verlängern. Vermutlich waren u.a. die Anhänger -> Draculas von dieser Lehre überzeugt, weshalb sie ihren Opfern das Blut aussaugten.
Der Glaube an den B. wurde endgültig widerlegt durch -> Sebastiano Sustanziali und George McClear im Jahr 1633.[/I]
‚Was hatte das alles mit Drachen zu tun?’ dachte Harry. Waren die Zeichen nur zufällig aufgetaucht? Gab es in Rumänien immer noch Nachkommen oder Anhänger Draculas, die dieses Zeichen benutzten? Harry entschied sich, Charly einen Brief zu schreiben, in dem er offiziell Charly erzählte, wie seine Familie auf die Weltmeisterschaft wartete und wie seine Kinder den Onkel in Rumänien beneideten, und durch Zauber die Bitte, mehr über das Zeichen und die Bedeutung Draculas im heutigen Rumänien herauszufinden, unterschob.

In der Winkelgasse kaufte er eine der neu entwickelten Spiegelwände, mit denen er das, was ein anderer Zauberer in einem Sendespiegel festhielt, ebenso sehen konnte wie jemand am Ort. Die Anschaffung war teuer, doch seine Kinder waren begeistert darüber. So würden sie die Quidditch-Weltmeisterschaft doch verfolgen können.
Als Harry das Geld für die Spiegelwand abhob, unterhielt er sich kurz mit Bill. „Bei uns ist der große Familienkrieg, obwohl Frankreich gar nicht mitspielt. Meine Victoire hat sich in Volker Etzel verschaut, diesen deutschen Treiber, und gestern hat sie ihre Zimmerwand schwarz-rot-gold gehext“, erzählte ihm der. „Arthur lästert nur noch über die Deutschen, um sie zu ärgern und Fleur nimmt ihnen übel, dass sie Frankreich rausgeschmissen haben. Schätze, wenn wir in der Endrunde Deutschland kriegen, brennt es bei uns.“
Harry wusste, wie sehr alle Mädchen und jungen Frauen für die athletischen deutschen Spieler in ihren strahlendweißen Umhängen schwärmten. Rita Skeeter hatte behauptet, die Heinzelmännchen, deutsche Maskottchen, hätten die Umhänge ihrer Mannschaft mit einem besonderen Zauber versehen, der gegnerische Spieler betörte. Natürlich war das Unsinn, die Schiedsrichterkommission achtete genau darauf, dass dergleichen nicht passierte, doch das Gerücht hielt sich.
Leider begannen die Vorrundenspiele Englands zu Zeiten, zu denen er noch im Ministerium war. Den grandiosen Sieg über Mexiko bekam er so nicht mit. Statt dessen sah er am Sonntag, wie England durch eine Unaufmerksamkeit des Suchers Colin Hickey gegen China verlor – der Schnatz war unter Hickeys Beinen aufgetaucht und dennoch hatte Chinas Sucher Weng Hsia-Tun Hickey geschickt abgelenkt und den Schnatz gefangen. Obwohl seit der Regeländerung vor zehn Jahren der Fang des Schnatz nur mehr 60 Punkte brachte, war das die Entscheidung: England verlor mit 90:120 und brachte sich damit um den Gruppensieg. Im Viertelfinale wartete Bulgarien statt der schwachen Ägypter.
„So eine Dummheit! Der hätte unter mir nie für Gryffindor spielen dürfen“, schimpfte Harry.
„Den hätte ich noch gekriegt“, bestätigte auch James und auch Ginny stimmte zu, dass fast jeder in der Familie diesen Schnatz gefangen hätte.
Das Spiel gegen Bulgarien, dessen Trainer der legendäre frühere Sucher Viktor Krum, der einst beim Trimagischen Turnier gegen Harry gekämpft hatte, war, ging lange hin und her. Als Harry nach Hause kam, stand es 50:40 für Bulgarien, doch England drehte durch die Schnelligkeit seiner Jäger und führte mit 100:90. „Da!“ kreischte Ginny. Der Schnatz war erkennbar, Colin Hickey raste ihm nach, doch auch der bulgarische Sucher Dimitar Bonev hatte ihn gesehen. Hickey und Bonev stießen zusammen, der Schnatz verschwand wieder. Hickey spielte eine bessere Partie als gegen China, doch Bonev war für ihn eine Nummer zu groß, trickste ihn mehrmals aus und fing den Schnatz. Bulgarien gewann mit 160:110.
Nachdem Harry die erste Trauer überwunden hatte, fiel ihm wieder ein, dass er mit einem Angriff während der Weltmeisterschaft gerechnet hatte. Bis jetzt war es erstaunlich ruhig geblieben. Die Schutzzauber, die nach der Skandal-WM vor vier Jahren in Russland, als in fast allen Spielen Zauberer versucht hatten, von außen ins Spiel einzugreifen, wirkten scheinbar.
Während des ersten Halbfinalspiels, das Bulgarien und Deutschland bestritten, hatte Harry einen neuen Fehlalarm von Chatty zu bearbeiten und diesmal marschierte er schnurstracks zu Percy und erstattete Anzeige wegen Verleumdung. Dass er das Spiel womöglich verpasste, verstärkte seinen Ärger. Er wunderte sich schon nicht mehr, dass Percy die Weltmeisterschaft völlig zu ignorieren schien, schilderte kurz den Fall und disapparierte nach Hause.
Zu Hause sah er seine Familie vor der Spiegelwand versammelt. Auf der Spiegelwand gab es ein Geplänkel im Mittelfeld, doch dann wechselte die Szene: Ein roter und ein weißer Strich, ohne Omniglas kaum zu identifizieren, rasten über die Spiegelwand, stoppten plötzlich, der rote Blitz raste allein zu Boden, verlangsamte und wurde schließlich erkennbar als Dimitar Bonev – mit dem Schnatz in der Hand. Er musste um Haaresbreite vor der deutschen Sucherin Petra Wimmer den kleinen, geflügelten Ball erwischt haben. „Das Spiel ist aus, Bulgarien gewinnt mit 140:120“ hörten die Potters die Stimme des Kommentators. „Au, das ist bitter! Mit 40 Punkten führen und so knapp den Schnatz verlieren.“ Eine blonde Hexe, deren an sich hübsches Gesicht tränenüberströmt war, kam ins Bild. Es war Petra Wimmer, die von ihrem Treiber Volker Etzel, der die Tränen mühsam zurückhielt, in den Arm genommen wurde. „Jetzt sind alle Mädchen neidisch auf Wimmer“, kommentierte Ginny mit Grinsen. „Ich meine, Volker Etzel sieht auch toll aus – fast so gut wie du, Schatz!“ Sie drückte dem etwas säuerlichen Harry einen Kuss auf dem Mund.
„Immerhin, wenn der Bonev die Wimmer schlägt, braucht sich der Hickey nicht schämen“, fachsimpelte James.

Das zweite Halbfinalspiel durfte Harry wieder ganz sehen, doch er wurde enttäuscht: Russland, der Weltmeister spielte nur am Anfang gut mit, nach wenigen Minuten spielten die rumänischen Jäger ihre Gegner aus, als ob sie es mit Erstklässlern in ihrer ersten Flugstunde zu tun hatten. Auch die russischen Treiber richteten wenig aus und trafen oft genug ihre eigenen Spieler. Die wenigen Gegenangriffe der Russen hielt die überragende rumänische Hüterin Ana-Maria Valescu. Rumäniens Sucher Ion Ciuriu verfehlte sogar einmal absichtlich den Schnatz und fing ihn erst beim Stand von 200:0.
„Man soll sich ja mit Voraussagen zurückhalten, aber Rumänien in dieser Form ist der neue Weltmeister!“ jubelte der Kommentator. Der Spiegel gab Viktor Krums finsteres Gesicht aus dem Zuschauerraum wieder. „Er wird wahrscheinlich auch überlegen, wie seine Bulgaren überhaupt diese Traummannschaft halbwegs fordern können.“ Harry und Ginny wussten beide, was im Quidditch möglich war. „Wenn Rumänien im Endspiel so spielt wie heute, hat auch Bulgarien keine Chance“, war Harry überzeugt. „Aber wenn sie ein paar dumme Fehler machen und Bonev den Schnatz fängt, sieht es anders aus.“
Über den Spielen vergaß Harry, unter welcher Gefahr diese Weltmeisterschaft stand und dass dies kaum jemand wusste. Ginny fragte ihn einmal nachts im Bett danach.
„Ich denke, die haben ein paar Drachenabwehrzauber. Sie scheinen ja Bescheid zu wissen“, meinte er, doch die Angst blieb.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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HufflepuffsUrenkel

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4

Dienstag, 31. Juli 2007, 17:08

Spoiler: Harry Potter und das Geheimnis des Grafen

(musste wegen Überlänge teilen)

Beim Endspiel besuchten Hermine und Ron mit ihren Kindern die Potters. Hermine hatte sich bisher erfolgreich gegen die Anschaffung einer Spiegelwand gewehrt. „Das verdirbt die Kinder! Wir brauchen uns nicht die Probleme der Muggel aufhalsen!“, sagte sie.
„Tun wir nicht! Sobald die Weltmeisterschaft aus ist, lege ich einen Versteckzauber auf die Spiegelwand und nur Ginny und ich sind Geheimniswahrer.“
„Dann breche ich den eben, Dad!“, verkündete James.
„Oh, da musst du dich aber anstrengen! Einen Versteckzauber kann bisher niemand brechen!“, sagte Hermine. „Wenn du das schaffst, wirst du so berühmt wie dein Vater!“
„Könnt ihr leise sein? Es geht gleich los!“, unterbrach Ron. Beim Tanz der Veelas mussten Hermine und Ginny ihre Männer festhalten. Die Kinder schüttelten nur den Kopf über ihre Väter.
Danach tauchten Zwerge auf, die das Quidditchfeld in ein Kornfeld verwandelten, eine Burg erstehen ließen, daraus eine Landschaft im Schneesturm und danach eine Vulkan präsentierten. Das Publikum war ebenso begeistert wie bei den Veelas.
„Was war das?“, fragte Harry.
„Wohl Fraudipînturii, auch Illusionisten genannt“, antwortete Hermine als lese sie ein Lehrbuch vor. „Können jede denkbare Landschaft innerhalb weniger Sekunden darstellen. Sie sind in freier Wildbahn aber nicht ungefährlich, denn ihre Zauberland-schaften existieren nicht wirklich. Schon viele gute Zauberer sind gegen Felswände gestoßen, weil sie dachten, sie flögen über freies Feld.“
„Und hier die Spieler aus Bulgarien“, schrie der Kommentator. „Die Mannschaft, die mehrmals knapp den Titel verspielte, existiert nicht mehr, die neue Mannschaft ist eher ins Finale gestolpert und heute krasser Außenseiter. Als Hüter: Igor Medvedev, als Treiber: Petar Bulikov und Andrej Herkulejev, als Jäger Iva Makojina, Simejon Palev und Nikolai Valitschev und als Sucher ein würdiger Nachfolger Viktor Krums, Dimitar Bonev“. Sieben scharlachrote Gestalten flogen ins Bild. „Und hier ist er, einer der besten Sucher aller Zeiten, heute als Trainer: Viktor Krum.“ Auch als erwachsener Mann wirkte er auf dem Boden unbeholfen. Mit beinahe grimmiger Miene sah er hinauf zu seinen Spielern.
„Und hier die Traummannschaft aus Rumänien mit Ana-Maria Valescu als Hüterin, mit Dorian Ursu und Angel Orcul als Treibern, mit den Jägern Monica Ascabei, Teodor Lupescu und Nicolae Isfanti, und mit ihrem Sucher Ion Ciuriu, begleitet von Trainer Traian Uriel.“ Sieben kanariengelb gewandete Hexen und Zauberer flogen ins Bild und postierten sich gegenüber denen in Scharlachrot. Ein weißhaariger, etwas steif wirkender Mann trat neben Krum.
„Und das ist der Schiedsrichter, der ehrwürdige Magier Felipe Incorupto aus Spanien.“ Ein Mann, von den Haaren bis zum Boden seines Umhangs ganz in Schwarz, schritt in die Mitte des Spielfelds, bestieg seinen Besen und warf den Quaffel in die Luft. Ein Bulgare fing.
„Und Palev, Makojina weicht einem Klatscher aus, nochmals Palev, Valitschev allein vor den Ringen, wirft, das muss die Führung sein...“
„Das gibt es nicht!“ schrieen Ron und der Kommentator gleichzeitig. Mit den Fingerspitzen hatte Ana-Maria Valescu den Quaffel um den äußersten Ring gelenkt, wo ihn Lupescu fing. Die schon jubelnden Bulgaren verstummten plötzlich.
„Diese Frau ist der Wahnsinn – oder es steckt schwarze Magie im Spiel“, murmelte Ron.
„Übertreib mal nicht“, schimpfte seine Frau. „Sie ist eine ausgezeichnete Hüterin, keine Frage, aber Schwarze Magie – da haben die besten Magier der Welt zusammenge-arbeitet, damit dieses Mal nichts passiert.“
„Gegenangriff Ascabei – Lupescu, vom Klatscher abgelenkt, Palev, findet keine Abspielstation, Ascabei wirft sich dazwischen, zu Isfanti, Treffer, 10:0 für Rumänien.“
Bulgarien forderte die rumänischen Jäger deutlich mehr als Russland, vor allem die Treiber vereitelten durch Angriffe mit Klatschern des Öfteren rumänische Angriffe, doch die Rumänen blieben überlegen und Valescu hielt nahezu alles, sogar einen Freiwurf Palevs. Bald stand es 40:0, danach gelang den Bulgaren der erste Gegentreffer, beim Stand von 80:10 schickte Herkulejev einen Klatscher auf Valescu, was mit einem Freiwurf gegen Bulgarien bestraft wurde. Die Veelas versuchten, die rumänischen Spieler zu irritieren, doch sie wurden zurückgeworfen.
„So sehen also Abwehrzauber aus!“, kommentierte Harry.
Beim Stand von 100:10 für Rumänien tauchte zum ersten Mal der Schnatz auf. Bonev sah ihn wohl, sauste genau in die Gegenrichtung, wohl um seinen Gegner zu irritieren. Ciuriu flog ihm nur kurz nach, drehte sich um und schien den Schnatz schon zu haben, doch Meter vor dem geflügelten Ball traf ihn ein Klatscher von Bulikov mit voller Wucht.
„Aua, das tut weh!“ kreischte der Kommentator. „Ciuriu fällt vom Besen, saust ungebremst zur Erde, doch sein Trainer passt auf, bremst ihn mit dem Zauberstab ab und lässt ihn langsam zur Erde sinken.“
Traian Uriel, der das Spiel bisher mit stoischer Ruhe verfolgt hatte, hatte blitzschnell reagiert. Ciuriu und sein Besen bewegten sich im Zeitlupentempo auf die Erde zu und das Spiel konnte weitergehen.
Krum feuerte seine Mannschaft an und die Bulgaren kamen besser ins Spiel, die Rumänen wirkten irritiert, vor allem der so überragenden Valescu passierten zwei Anfängerfehler kurz hintereinander. Schon führte Rumänien nur noch mit 60 Punkten Unterschied als der Schnatz mitten in einer Spielertraube vor den rumänischen Ringen auftauchte. Keiner der beiden Sucher reagierte sofort; Ana-Maria Valescu griff danach und versuchte, ihn zu ihrem Sucher zu lenken, doch der Schiedsrichter pfiff.
„Gut aufgepasst von Incorrupto, der Schnatz gehört nur dem Sucher. Freiwurf Bulgarien, ausgeführt von Valitschev, täuscht Valescu, täuscht ein zweites Mal, jetzt wirft er, Valescu berührt den Quaffel noch, aber kann ihn nicht weit genug ablenken, Treffer! Der siebte Treffer für Bulgarien, nur noch 120:70, wenn jetzt Bonev den Schnatz fängt, ist Bulgarien Weltmeister.“
Beiden Mannschaften gelang noch je ein Treffer ehe Bonev weit nach oben in den Himmel raste. „Hat er etwas gesehen oder will er bluffen? Ich sehe keinen Schnatz. Ciuriu ist hinter Bonev, gleich werden wir es wissen, Bonev dreht, sinkt zur Erde, Ursu schickt einen Klatscher, Bonev weicht aus, offenbar hat er doch den Schnatz, Bonev ist am Boden, ja, da ist der Schnatz, das Spiel ist aus, Bulgarien ist Weltmeister!“
Der Jubel im Stadion war zunächst verklungen, jetzt wurde es doch wieder laut und Funken wurden in die Luft gesprüht, die sich hoch am Himmel zu weißen, grünen und roten Figuren vereinigten.
Die Rumänen weinten, als sie zur Siegerehrung schritten, obwohl die Zuschauer sie bejubelten. Umso ausgelassener waren die Bulgaren. Mit ihren Zauberstäben, die sie von ihrem Betreuerstab ausgehändigt bekamen, ließen sie erst den Pokal, danach ihren Trainer durch die Luft schweben.
„Viktor Krum, als Spieler mehrmals knapp gescheitert, als Trainer hat er es erreicht, schwebt, ganz wörtlich zu nehmen, meine Damen und Herren, über den Wolken in den Karpatenhimmel. Jetzt traut er seinen Spielern offenbar doch nicht mehr, zaubert seinen Besen nach obennnn...“ Die Spiegelwand wurde schwarz.
„Was ist los, Dad?“, fragte Albus. Harry zuckte mit den Schultern. Alle Versuche, das Spiel wieder sichtbar zu machen, scheiterten. Selbst Hermine hatte keine Erklärung. „Alle Sendespiegel übertragen das Endspiel, soviel ich weiߓ, sagte sie. „Sonst sollten wir einen anderen versuchen.
Nach einer halben Stunde gelang es Ron, die Nachrichtenabteilung des Ministeriums auf die Spiegelwand zu zaubern. „...gewann Bulgarien durch Fang des Schnatzes mit 140:130. Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen zwischen rumänischen und bulgarischen Anhängern, bei denen nach ersten Augenzeugenberichten auch schwarze Magie eingesetzt wurde. Die Sicherheitskräfte konnten die Gewaltakte zwar schnell beenden, dennoch ist mit Toten zu rechnen. Das Heilerteam des rumänischen Salutable-Krankenhauses für magische Krankheiten spricht von 40-50 Schwerverletzten. In einer ersten Erklärung verurteilten sowohl Rumäniens Zaubereiminister Auriel Potestat als auch sein bulgarischer Kollege Dimitar Meganov die Ausschreitungen einmütig als eine Schande für das Quidditch und die internationale Zaubererschaft.
Wir werden Sie über die Erfolge der Heiler, die Zahlen der Toten und Verletzten und die Suche nach den Urhebern der Gewaltausbrüche informieren, sobald die rumänischen Behörden neue Ergebnisse vorlegen.“
Kurz darauf kam eine Eule mit einem Brief vor dem Haus der Potters an:
Mr. Harry J. Potter
Grimmauld Place 12
London


Betr: Dringlichkeitssitzung aller Auroren;

Sehr geehrter Mr Potter,

wegen der Vorfälle beim Weltmeisterschaftsendspiel weise ich Sie hiermit an, bis 20:30 Uhr in mein Büro im Ministerium zu kommen oder im Verhinderungsfall sofort Nachricht zu schicken. Näheres teile ich Ihnen auf der Sitzung mit.

Mit freundlichen Grüßen
Kingsley Shacklebolt, Minister


Diese Nachricht wird sich nach Erhalt sofort selbst zerstören


Die Nachricht hielt ihr Versprechen, fing Feuer und löste sich in Luft auf.
„Was will er?“, fragte Ginny.
„Dass ich sofort ins Ministerium komme. Offensichtlich glaubt er der Geschichte von randalierenden Fans nicht – ich übrigens auch nicht“, antwortete Harry.
„Was glaubst du dann? Dass der Typ mit den Drachen...“ Sie schlug sich auf den Mund. Hermine und Ron sprangen erschrocken auf, während Harry seine Frau böse anstarrte. Lily, Albus und James sahen ihre Eltern erwartungsvoll an. Harry atmete tief ein, bevor er sprach: „Ja, es sind – angeblich – Drachen aus einem Gehege entkommen... Normalerweise ist es für geübte Drachenbändiger wie Onkel Charlie kein Problem, diese Viecher innerhalb von wenigen Tagen wieder einzufangen... Das Schlimme ist nur, dass es während der WM passieren musste... Außerdem sind wir nicht in Rumänien und so schnell fliegen Drachen nicht...“
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Ruffy

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5

Dienstag, 31. Juli 2007, 17:48

Find die Idee gut, mal etwas zu schreiben was mitten in der Buchhandlung spielt.
Heißt es aber nicht, dass Shacklebolt nur vorübergehend Minister ist? Vll hab ichs überlesen, aber im 7ener Buch wars doch so.
Schreib aber weiter, is cool!

P.S. würd mich freuen, wenn du meine FF auch ließt!, link is in signatur!
"Er hat mir vorgeworfen 'durch und durch Dumbledores Mann" zu seien"
"Wie verschämt von ihm"
"Ich habe ihm gesagt, dass es stimmt"
Dumbledore öffnete den Mund, um zu sprechen, schloss ihn dann wieder...Harry wurde äußerst verlegen, als er bemerkte, dass Dumbledores hellblaue Augen ziemlich feucht aussahen...

Meine FF: Read and RR plz :D
Lord Voldemorts rückkehr Band 1
Harry Potter und das Vermächtnis des Dunklen Lords [Band2] Band 2

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6

Dienstag, 31. Juli 2007, 17:56

wow...find die FF echt super...konnte gar net mehr aufhören zu lesen, du hast echt nen schönen schreibstil.
Hoffe du machst bald weiter... :D
»Teufelsschlinge, Teufelsschlinge...was hat Professor Sprout gesagt? - Sie mag das Dunkle und Feuchte - "
»Dann mach Feuer!", ächzte Harry.
»Ja - natürlich - aber hier gibt es kein Holz!", schrie Hermine händeringend.
»BIST DU VERRÜCKT GEWORDEN?", brüllte Ron. "BIST DU NUN EINE HEXE ODER NICHT?"
»Ach ja!", sagte Hermine [...]

(Ron) »Ich lass Goyle Strafarbeiten schreiben, das macht ihn fertig, Schreiben hasst er nämlich«, sagte Ron launig. Er verzog das Gesicht, als würde er sich unter Qualen konzentrieren, grunzte mit tiefer Stimme wie Goyle und schrieb mit der Hand in die Luft. »Ich ... darf ... nicht ... aussehen ... wie ... ein ... Pavianpopo.«

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Donnerstag, 2. August 2007, 19:10

4. Erkundungen

Harry hielt sich an den Befehl des Ministers und fand sich um 20:30 in dessen Büro ein. Bevor er die Sitzung eröffnete sicherte Shacklebolt den Raum durch Schutzzauber gegen unsichtbare Zuschauer oder Animagi ab.
„Meine Damen und Herren“, begann er, „ich habe relativ zuverlässige Informationen, dass das Chaos nach dem Endspiel durch Monster verursacht wurde. Die Rumänen behaupten zwar, dass die Monster von so genannten Fans heraufbeschworen wurden, aber ich glaube das nicht. Heraufbeschworene Monster handeln nicht eigenmächtig.“
„Sie glauben also, dass die Drachen entführt worden sind oder ähnliches?“, fragte Alhena Gallantry.
Der Minister sah die Aurorin erschocken an: „Wie kommen Sie auf Drachen?“
„Oh, eine frühere Schulfreundin von mir hat Karten für das Endspiel bekommen – Helena Pervious hieß sie. Sie hat lange in Rumänien gelebt und sich in einen früherenrumänischen Spieler verliebt, Carol Giurgin, der es leider nie in die erste Mannschaft geschafft hat. Sie ist rechtzeitig disappariert, bevor die Drachen sie töten konnten.“
„Das heißt also, Ms Gallantry, Sie sind sich sicher, dass Drachen im Spiel waren?!“
Alhena nickte.
„Woher, verdammt, kamen die Drachen?“, fragte der Minister verärgert.
„Es dürfte sich... um die entführten handeln“ warf Harry ein.
„Wie bitte? Entführte Drachen?“
„Ja, Minister. Ich wurde noch vor Beginn der Weltmeisterschaft anonym informiert.“
Minister Shacklebolts Miene verfinsterte sich noch mehr. „Auror Potter“, begann er, „wenn Sie die Wahrheit sagen, haben Sie fürchterlichen Mist gebaut. Eine Entführung von Drachen zu verschweigen ist Vertuschung einer gefährlichen magischen Handlung und damit eine Straftat.“
Harry zog seinen Kopf ein, während der Minister fortfuhr: „Auf jeden Fall brauchen wir Informationen. Aurorin Gallantry: Sie befragen Ihre Schulfreundin und diesen Giurgin! Das ist ein Befehl. – Und Sie, Auror Potter, besuchen Ihren Schwager Charlie Weasley und stellen Erkundungen im rumänischen Ministerium an! Halten Sie die Sache so geheim wie möglich! Das ist ebenfalls ein Befehl.“
Harry nickte. Er hatte ein schlechtes Gewissen, weil er den Minister nicht rechtzeitig informiert hatte und war schon froh, nicht bestraft worden zu sein.

Als Harry nach Hause kam, schliefen die Kinder schon. Sofort erzählte er Ginny von seiner Mission. „Am Unauffälligsten“, schloss er, „wäre es, wenn wir alle fliegen würden und ich offiziell Urlaub nehme. Familie Potter macht Urlaub beim Onkel und schaut sich nebenbei Rumänien an.“
„Kommt nicht in Frage“, gab Ginny scharf zurück. „Willst du die Kinder in Lebensgefahr bringen?“
„Die Kinder sind bei Charlie sicherer als hier“, antwortete Harry. „Nirgends ist man vor Drachen sicherer als bei einem Drachenbändiger, noch dazu bei dem, der die entkommenen Drachen suchen soll.“
„Und nirgends ist man vor Schwarzer Magie weniger sicher als bei einem Drachenbändiger, der Drachen, die von einem Schwarzen Magier entführt worden sind, sucht und mit einem Auror verschwägert ist“ widersprach Ginny. „Dieses Haus ist versteckt, bietet also einen gewissen Schutz – so lange niemand, der hier gewesen ist, den Schwarzen Magier hinführt. Charlies Wohnung ist soviel ich weiß überhaupt nicht gesichert.“
Ginny gab nicht nach und so entschied Harry sich, alleine nach Rumänien zu disapparieren. Dies würde zwar auffallen, doch er würde es unter seinem Unsichtbarkeitsmantel tun.
Als er am nächsten Morgen den Tagespropheten überflog, fand er zwar einen ausführlichen Spielbericht, jedoch nur einen kurzen Hinweis auf Ausschreitungen. Er sah weiter, dass zwar Traian Uriel, nicht aber Viktor Krum, zum Spiel befragt worden war. Freilich konnte es sein, dass der Reporter Krum nicht erwischt hatte, doch Harry fiel es auf.
Auf dem Weg zur Arbeit überlegte er, dass in Rumänien selbst vielleicht mehr dazu stand. Er rief seine Eule: „Nach Rumänien! Bring mir die Bufnita Zilnica!“, befahl er ihr und hoffte, dass er den Namen richtig ausgesprochen hatte. Er besprach sich mit seinen Kollegen, doch noch stand nichts fest. „Offizielle Anfrage per Eulenpost hat ergeben: Keine außergewöhnlichen Vorgänge. Rumänisches Ministerium behauptet, einige Fans waren stockbetrunken, auf beiden Seiten, und als dann dieser Bulgare den rumänischen Sucher runtergeschickt hat...“, erzählte Auror Ignatius Walford.
„Blödsinn!“, widersprach Harry. „Als Ciuriu gestürzt ist, ging das Spiel normal weiter. Was immer gelaufen ist, es hat erst nach dem Spielende angefangen.“
Harry konnte sich schlecht konzentrieren, schickte eine zweite Eule zu Charlie, mit der er seinen Besuch für den späten Nachmittag ankündigte. Erst gegen elf kam die erste Eule mit einer rumänischen Zeitung zurück. Harry verstand zwar die Wörter nicht, erkannte aber an den Bildern, dass praktisch nur über das Endspiel berichtet wurde. In einem Kommentar glaubte er, die Wörter „Magie gegen Valescu und Ciuriu“ zu sehen. Er fachte das Feuer im Kamin an, nahm die Zeitung, streute Flohpulver ins Feuer und befahl: „Abteilung Internationale Magische Zusammenarbeit!“
Sekunden später kam er dort an. „Tag Harry! Was verschafft uns die Ehre?“, fragte sein früherer Schulkollege Anthony Goldstein, der vor allem mit Deutschland und Zentraleuropa zu tun hatte.
„Tag Tony! Jemand da, der das übersetzen kann?!“
Anthony pfiff durch die Zähne: „Eine ganze Zeitung?! Paul hat sowieso schon alle Hände voll zu tun heute. Der Minister hat an die 100 Anfragen nach Rumänien geschickt. Was war denn dort eigentlich wirklich los?“
„Wissen wir auch noch nicht genau. Offensichtlich sind Drachen entkommen. Keine Ahnung, ob die Randale und die Drachen miteinander zu tun haben. – Bring mich zu diesem Paul!
Paul, ein älterer Magier, war tatsächlich schlecht gelaunt und informierte Harry unverblümt, vor Ende der Woche könne er keine ganze Zeitung übersetzen.
„Es reicht, wenn du mir sagst, was hier steht!“, bat Harry.
„Behaupten, dass die Bulgaren die Valescu und den Ciuriu verflucht haben. Typisches Gemaule, wenn man unglücklich verliert“, knurrte der.
„Kannst du’s bitte trotzdem übersezten?!“
„Meinetwegen, aber nicht mehr heute.“
Harry legte die Zeitung auf den Tisch, verließ Pauls Zimmer und ging wieder zu Anthony. „Weißt du, wer für Bulgarien zuständig ist?“
„Dana, hier gleich im Zimmer neben Paul“, antwortete der.
Harry fragte Dana nur kurz nach dem Namen der wichtigsten bulgarischen Zaubererzeitung (Prokop na Isnita, Prophet der Wahrheit), ging in sein Zimmer zurück und schickte die dritte Eule an diesem Tag. Nach der Mittagspause kam ein Brief von Charlie mit der Bitte, vor 16 Uhr zu kommen: „Ich habe heute Nachtschicht und es wäre doch schade, wenn wir nicht vorher etwas erledigen könnten.“
Harrys Herz schlug höher. Hatte Charlie womöglich schon einen Plan?
Er schickte Ginny die letzte Eule dieses Tages und schrieb ihr, dass er am Abend nicht zum Essen nach Hause kommen würde. Ginny wusste den Grund und ungebetene Leser sollten nicht zu viel erfahren.
Gegen drei Uhr Nachmittag verließ er das Ministerium und disapparierte nach Rumänien. Er kannte die Stelle, wo Charlie arbeitete, da er schon einige Male mit seiner Familie dort gewesen war.
Die Drachenzucht befand sich in einem schroffen Gebirge, das, soweit Harry wusste, bei den Muggeln ohnehin verrufen war. Muggelabwehrzauber und Illusionisten, die den Muggeln tiefe, unpassierbare Schluchten vorspiegelten, besorgten den Rest. Durch spezielle Drachenschutzzauber waren die Gehege ausbruchssicher –außer jemand kannte die Passwörter und ließ Drachen frei.
Direkt neben dem Besuchereingang befand sich das Gebäude der Leitung der Drachenzucht mit Besprechungsraum, Kantine und Büros. Einige Mater weiter gab es Zimmer für Mitarbeiter, in denen diese während ihrer Dienstzeit wohnten. Unverheira-tete Drachenbändiger wie Charlie lebten ganzzeitig dort.
Harry kannte Charlies Zimmer und brauchte keine Auskunft, um es zu finden. Charlie lebte bescheiden, ein Bett, ein Schrank, ein kleines Bad im Nebenzimmer, eine Kochnische, die selten benutzt wurde und ein Bücherregal, das vor allem Bücher über Drachen und andere magische Geschöpfe sowie über Quidditch enthielt, waren seine ganzen Habseligkeiten.
„Willkommen hier in Rumänien, Harry!“, begrüßte ihn der Schwager. „Ich denke, wir gehen gleich los.“
„Wohin?“
„Zu Simpliciu Forte. Kennst du nicht. Hat früher hier gearbeitet, ist ein Freund von mir und heute Stellvertreter des Leiters der Abteilung für magische Sportarten. Zwar ein kleines Licht im Ministerium, aber immerhin Ministerium.“
Die beiden Männer gingen vor das Haus. Harry machte sich auf ein erneutes Disapparieren gefasst und war überrascht, dass Charlie zu Fuß ging. Der führte ihn zu einer Schlucht. „Keine Angst, Illusionistenzauberei!“, sagte er und wirklich konnte Harry problemlos weitergehen und stand nun vor einem großen Baum.
„Libertate schi Madschije“, sagte Charlie „Amik sunt kreatureie madschidscheie!“ (Zumindest für Harry hörte es sich ähnlich an)
Der Baum verschwand und ein großer, langgestreckter Bau wurde sichtbar. „Minister Magieie“, Zaubereiministerium, stand an der Tür.
„Das Ministerium ist hier oben, nicht in Bukarest?!“, wunderte sich Harry.
„In Bukarest sind nur die Abteilungen für internationale Zusammenarbeit und Muggelschutz – und das Büro des Ministers selbst. Der Rest ist hier besser versteckt“, antwortete Charlie. „Gibt keinen sichereren Platz.“
Gleich an einer der ersten Türen klopfte Charlie. Eine Männerstimme rief „Intratsi!“
Er sagt „Herein!“, übersetzte Charlie und öffnete die Tür. Sie waren in einem Büro, in dem ein Mann an einem altersschwachen Schreibtisch saß. An der Rückwand des Zimmers hingen Bilder, die aber eher stilisierte als echte Menschen zeigten. Der Mann, der nun aufsprang, trug einen schwarzen Umhang mit kurzen Ärmeln, unter dem seine kräftigen Arme hervorschauten. Er war von fast derselben Größe und Statur wie Charlie und auch sein Gesicht hatte, einschließlich der Feuernarben, eine sehr ähnliche Form, sodass Harry nicht sicher war, ob er diesen Mann, wenn er seine dunkelbraunen Haare rot gezaubert hätte, nicht für seinen Schwager gehalten hätte.
„Das ist mein Schwager, der englische Auror Harry Potter – das ist Simpliciu Forte, der Stellvertreter des Chefs hier. Was macht die Suche?“
„Nichts Neues“, brummte der Mann und schimpfte auf Rumänisch. „Passt auf, sie kommen wieder!“
Harry merkte, dass es um die Drachen ging. „Warum glauben Sie das?“
Der Mann zögerte, zu antworten. Danach sagte er etwas auf Rumänisch zu Charlie
„Du darfst auf keinen Fall sagen, wer dich informiert hat“, übersetzte Charlie. Harry nickte.
„Wir haben Informationssperre. Aber es geschieht etwas“, sagte Forte in einwand-freiem Englisch.
„Ich habe Ihren Namen schon vergessen“, bat Harry, „aber, Herr Forte, stimmt das Gerücht, dass beim Endspiel Drachen aufgetaucht sind.“
Simpliciu Forte nickte. „Weiß nicht, ob es die entführten Drachen waren, aber es waren welche da. Die Schutztruppe konnte sie verjagen, aber die Drachen haben auf jeden Fall Feuer unter die Zuschauer gespuckt und es gibt Gerüchte, sie haben auch Leute entführt. – Den letzten Satz bitte niemandem weitersagen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob die stimmen.“
„Und was unternimmt das Ministerium jetzt?“
„Wir sollen die Drachen weiterhin suchen und die Auroren sind sicher auch im Einsatz.“
„Warum informiert das Ministerium uns nicht?“, wollte Harry wissen. „Könnte ja auch sein, dass man die Drachen ins Ausland gebracht hat.“
Simpliciu Forte zuckte mit den Schultern. „Gottes und Potestats Ratschlüsse sind unerforschlich. Kann sein, dass er will, dass die Entführer glauben, dass wir nichts tun. Kann sein, dass er ein schlechtes Gewissen hat. Kann auch sein, dass er glaubt, dass im Ausland jemand mit dem Entführer zusammenarbeitet. Kann auch sein, dass er euch nicht verzeiht, dass wir damals nicht über die Rückkehr Voldemorts informiert worden sind...“
Nun unterbrach Harry: „Die Leute, die dafür verantwortlich sind, sind entweder tot oder abgesetzt. Fast alle, die heute im Ministerium sitzen, gehören selbst zu den Geschädigten. Einige haben Verwandte oder Freunde verloren, die noch leben könnten, wenn damals die Behörden rechtzeitig reagiert hätten.“
„Beruhig dich!“, forderte Charlie ihn auf.
„Ich sag nicht, dass ich das richtig finde“, wiegelte Forte eher traurig als wütend ab. „Aber ich bin nicht der Minister und was der denkt, weiß ich nicht. Das einzige, was ich sicher weiß, ist, dass es einen Drachenangriff gegeben hat und dass vermutet wird, dass ein Schwarzer Magier der schlimmeren Sorte im Hintergrund wirkt. Ich weiß nicht, ob alle Toten durch den Angriff gestorben sind – ich meine, klar, die Zuschauer waren aufgeputscht und viele waren betrunken, ganz sicher, wenn dann noch Panik dazukommt, dann gibt es viele, die Unsinn anstellen.“
„Also gibt es noch keine Anhaltspunkte, wo die Drachen sind und wer der Entführer ist?“
„Nein. Aber es ist sicher jemand, der sich verdammt gut mit Drachen auskennt. Jeder andere wäre gegrillt worden, bevor er auch nur einen Drachen entführt hat. Unser Freund kennt die Passwörter beziehungsweise Gegenzauber für sämtliche Schutzzauber, schafft es, Drachen dazu zu bringen, ihm zu folgen – ich meine, Charlie, du weißt ja, einen Drachen töten ist hundertmal leichter als einen gefügig zu machen, und bringt einen gezielten Angriff mit ihnen zustande. Wenn ich du wäre, Charlie, würde ich mir überlegen, welchem früheren Kollegen du so etwas zutraust – wenn die Auroren halbwegs Hirn im Kopf haben, fragt dich morgen nämlich einer von ihnen genau das.“
„Kann man mit den Auroren Kontakt aufnehmen?“, wollte Harry wissen. „Ich meine, Sie arbeiten doch sicher zusammen, wenn beide Abteilungen hier etwas suchen müssen.“
Forte schüttelte den Kopf. „Alles, was die Auroren tun, ist Staatsgeheimnis. Ich kenne nicht einmal ihre Namen. Obwohl...“
Er zog einen Zweifachspiegel aus seinem Schreibtischfach und rief etwas auf Rumänisch hinein. Kurz darauf erschien ein riesiger, muskulöser Mann mit tätowierten Armen, auf denen sich alle Harry bekannten Monster hin und herbewegten, im Raum. Simpliciu Forte und dieser Mann hatten einen längeren Wortwechsel, den Forte schließlich mit „Mersi schi Tschau!“ abschloss, worauf sich der Muskelprotz entfernte.
„Gut, also erinnere ich mich richtig. Das war soeben mein Mitarbeiter Ingent, hat vor kurzem vor anderen damit angegeben, dass er unsere frühere Praktikantin, eine Nicoleta Arcan, betrunken gemacht hat und von ihr erfahren hat, dass sie Tochter eines Aurors ist. Ich hab ihm ein bisschen Stress gemacht, damit er’s zugibt. Hab ihm gesagt, wenn er die Dame nicht in Ruhe lässt und ausplaudert, wer sie ist, kriegt er satten Ärger. Er hat gesagt, er hat ihr sonst nichts getan – hoffe, das stimmt – und weiß auch nicht, wo sie jetzt ist. Armes Ding, jung, hübsch und naiv, kommt mit Spitzennoten von Durmstrang hierher, aber Aufpassen unterrichten sie dort wohl immer noch nicht. Hoffe, die ist künftig schlau genug.“
„Wissen Sie mehr über die Dame?“, fragte Harry. „Oder können Sie mit ihr Kontakt aufnehmen?“
„Offiziell weiß ich nur ihren Namen, ihr Geburtsdatum und ihr Zeugnis“, antwortete Forte. „Ihr Praktikumsbetreuer weiß mehr, aber ich weiß nicht einmal, wer das ist. Schätze, sie arbeitet jetzt in einer anderen Abteilung, sie war im Juli erst bei uns und wird mindestens bis Winter Praktikum machen.“
„Wie sieht sie aus?“, fragte Harry.
„Ganz hübsch eigentlich, nicht derart auffällig, aber doch. Relativ groß für eine Frau, vielleicht auch, weil sie dauernd mit hohen Absätzen herumläuft, hat fast muggel-mäßige Kleider an, sehr lange, schwarze Haare, eine Brille mit rot-goldenem Rand. Könnte eine gute Partie sein.“
„Bin schon verheiratet“, antwortete Harry. „Vielen Dank, Herr Forte, Sie haben mir sehr geholfen!“
Charlie und er verließen Simpliciu Fortes Büro, doch kaum waren sie hinausgegangen, blieb Charlie stehen. „Psst!“, flüsterte er. Im Zimmer gegenüber dem von Forte unterhielten sich zwei Männer. Den einen erkannte Harry an der Stimme als Ingent.
„Sie reden über Miss Arcan“, flüsterte Charlie Harry zu. Harry beobachtete, wie Charlie mehrmals den Kopf schüttelte.
„So, jetzt wissen wir mehr“, flüsterte Charlie ihm zu und drängte zum Gehen. Er führte Harry auf sein Zimmer. „Ziemliche Sauereien haben die beiden gesagt. Scheint ihr Hobby zu sein, junge Mitarbeiterinnen betrunken zu machen und zu verführen. Jedenfalls ist dieser Ingent, Magno heißt er mit Vornamen, bei ihr nicht so weit gekommen, wie er gehofft hat. Der andere weiß, dass Nicoleta Arcan zurzeit in der Abteilung für Muggelschutz arbeitet. Ich denke, die wetten jetzt, wer Miss Arcan als erster verführt. Was hältst du von einem Abstecher nach Bukarest?“
„Glaubst du, wir können etwas herausbekommen?“
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Samstag, 4. August 2007, 01:36

5. In den Behörden

„Vielleicht“, antwortete Charlie. „Außerdem sollten wir das Mädchen warnen. Mir kommt vor, die beiden meinen es ernst. – Übrigens, du kannst dir gratulieren. Namen und Daten von Auroren sind normalerweise Staatsgeheimnis. Offiziell ist dieser Arcan also kein Auror, sondern arbeitet wohl in irgendeiner anderen Abteilung. Also, wenn wir das Mädchen treffen, sprich sie nicht darauf an.“
„Kann man aus den von hier nach Bukarest apparieren?“
„Nicht direkt ins Ministerium, aber ich kenne die Adresse. Komm!“ Nachdem sie durch geeignete Zauber festgestellt hatten, dass die Luft rein war, disapparierten die beiden Männer.
Sie kamen in einem schäbigen Stadtviertel von Bukarest an. Harry war noch nie in der rumänischen Hauptstadt gewesen. Wenn er Charlie besucht hatte, hatten sie die Drachen und die schroffen Berge und tiefen Schluchten der Karpaten bewundert, doch diese Stadt lag mitten in der Ebene und schien, zumindest in diesem Stadtteil, nur aus halbverfallenen Betonquadern zu bestehen. Charlie ging zielstrebig auf eine Baulücke zu, in deren Mitte eine Holzhütte stand. „Bun Ziua, Domnule Ministre!“ grüßte er eine imaginäre Person und die Holzhütte verwandelte sich in eine Säulenhalle.
Auch hier stand „Minister Magieie“ Harry und Charlie betraten die Halle und sahen einen etwa dreißigjährigen Zauberer, der sich auf einen Tisch lümmelte. Charlie sprach kurz mit ihm, drückte ihm ein paar Galleonen in die Hand und wandte sich Harry zu: „Hast du noch Geld einstecken? Ich denke, er sagt uns das Passwort für die Abteilung für Muggelschutz, aber wir müssen wohl mindestens auf zehn Galleonen raufgehen.“
Harry gab ihm einige Münzen und schließlich zauberte der Mann den Tisch weg und ging mit ihnen zu einer Wand. „Misereor Muggulorum!“, sagte er, was offensichtlich ein Passwort war, denn eine Tür wurde sichtbar.
Die Abteilung schien nicht besonders groß zu sein und Charlie fand schnell eine Tür, die er für die richtige hielt. Hinter der Tür saß eine Hexe mit langen, grauen Haaren und einem dunkelblauen Umhang. Charlie verhandelte mit ihr, doch sie blieb bei „No intrare, kein Eingang!“ Harry und Charlie stellten sich vor, versuchten zu überzeugen, wobei Harry ein bisschen log, indem er sagte, er sei Zeuge geworden, dass Muggel von Drachen angegriffen worden seien, doch alles, was sie erreichten, war, dass die Sekretärin auf Englisch antwortete: „Der Herr Direktor ist nicht mehr da, Anfragen bitte schriftlich!“

„Das war wohl nichts“, brummte Charlie als sich plötzlich eine Tür öffnete. Ein junges Mädchen trat heraus. Sie trug eine weiße Bluse und einen dunkelblauen Rock, der länger wurde, während sie dastand. Ihre Haare reichten beinahe bis zur Hüfte, sie war größer als Charlie und nur wenig kleiner als Harry– zumindest mit ihren Stöckelschuhen – und sie sah genau so aus, wie Simpliciu Forte Nicoleta Arcan beschrieben hatte – mit Ausnahme davon, dass dieses Mädchen keine Brille trug und ihre Augen, obwohl sie schwarz waren, hell zu leuchten schienen.
Das Mädchen knickste vor den Besuchern. „Seid – Harry Potter? Real?“, fragte sie.
„Harry Potter, Sohn von James und Lily, Auror, verheiratet mit Ginevra, geborene Weasley, drei Kinder, Abschluss in Hogwarts 1998, mein Patronus ist ein Hirsch“ schnurrte er herunter. Er erkannte ein Leuchten in den Augen des Mädchens.
„Und ihr – seid Charles Weasley, Drachenzuchts-Direktor?“, wandte sie sich Charlie zu. Auch der stellte sich nochmals vor: „Charles Weasley, Sohn von Arthur und Molly, Drachenbändiger, nicht verheiratet, keine Kinder, Abschluss in Hogwarts 1991, mein Patronus ist ein Drache.“ Harry sah etwas wie Blitze in den Augen des Mädchens. „Herein kommt, Herren, bitte!“ sagte sie mit noch einem Knicks. Die Sekretärin versuchte abzuwehren, doch erfolglos. Harry nutzte die Chance und auch Charlie folgte.
In dem Raum gab es einen großen Schreibtisch, eine Sitzgruppe und einen kleinen, einfachen Tisch direkt neben der Tür, der voller Pergament war. Dort blieb das Mädchen stehen. Außer dem Pergament lag eine noch glimmende Langstielpfeife aus buntem Glas und eine rot-goldene Brille auf dem Tisch.
„Entschuldigung, darf ich wissen, wer Sie sind?“, fragte Harry und Charlie begann zu übersetzen.
„Mein Name ist Nicoleta Arcan, Tochter des Leonidas und Cedomiras, Praktikantin, Abesluss in Durmstrang in 2011, nikt verheiratete. Patronus meiner ist ein Bär“ antwortete das Mädchen. „Dürfen Englisch sprechen, ich nicht gut spreke aber viel verstehe.“ Dabei leuchteten ihre Augen noch heller und Harry sah, dass sie leicht zitterte. Danach griff sie unter den Tisch und holte einen Sendespiegel hervor. „Entschuldiget – darf ich?“, fragte sie und bevor Harry es richtig bemerkt hatte, hielt ihm das Mädchen den Sendespiegel hin und zauberte das Bild auf Pergament. „Bitte – unterschreiben!“ brachte das Mädchen mit hochrotem Gesicht heraus und hielt ihm eine Feder hin. Harry grinste in sich hinein: Junge Mädchen reagierten in Rumänien nicht anders als in England, wenn sie den berühmten Auror erkannten.
Während das Mädchen das Bild mit seiner und Charlies Unterschrift küsste, überlegte er sich, wie er weitermachen sollte.
„Miss Arcan“, begann er schließlich, jedes Wort betonend. „Ich weiß ziemlich sicher, dass bei... dass hier in Rumänien freie Drachen gesehen worden sind. Wir wissen alle, dass Drachen fliegen können und so ist es auch für uns Engländer gefährlich. Die andere Sache ist, dass ich... dass ich mit Ihrem Abteilungsleiter sprechen möchte, was er tun wird, wenn die Drachen Muggel angreifen.“
So hatte er nicht direkt gelogen, doch auch einen guten Grund, warum er ausgerechnet in dieser Abteilung stand.
Das Mädchen wurde bleich, rutsche auf den Stuhl und zündete ihre Pfeife wieder an.
„So.. ist wirklich wahr?“ Sie kramte in den herumliegenden Pergamenten. „Hier: Notiz vom 29. Augusti, dringend: Gehört, dass Muggel in Bra_ov von Drachen sprechen. Noch Muggel meiste glauben, dass ... wie sagt sich?...Erzähler betrunkene. – Oder hier“ (sie griff in einen anderen Stapel) „von Kollegen: Vertrauen! Muggelkinder... entführt. Kann mit Weltmeisterschaft zu tun haben?“ Sie sortierte die Pergamente wieder zurück. „Vater sagt, bei Endspiel hat Drachen gesehen. Ich nicht dort gewesen – Quidditch mir nicht gefällt, aber Vater und Bruder dort gewesen. Vater sagt, dass glaubt, dass Drachen gewesen real, aber dass nicht sicher weiß. Alexandru – Bruder ist meiner – sagt, Drachen sogar haben Menschen entführt. Vater wundert, warum nicht Warnung ist in Zeitunge – ich auch wundere.“
Harry wurde mutiger. Dieses Mädchen war schwärmte nicht nur für ihn, sie und ihr Vater – der ja angeblich Auror war – bezweifelten die offizielle Darstellung.
Doch erst sprach Charlie: „Ich denke, Sie sollten es wissen: Ja, uns sind Drachen entkommen – fünf Stück und wir glauben, dass sie tatsächlich nach dem Endspiel aufgetaucht sind und die Randale zumindest ausgelöst haben. Das ist aber alles noch geheim. Ich kann nur so viel sagen: Ich habe keine Ahnung, wo die Bestien sind, und das macht sogar mir ein bisschen Angst. Passen Sie auf sich auf, aber sagen Sie nicht, woher Sie das wissen.“
Das Mädchen nickte. „Vater nicht darf sprechen, was denkt. Hat geheime Arbeit, jetzt – ich glaube, wegen Drachen.“
„Arbeitet Ihr Vater im Ministerium?“, fragte Harry.
„Vater ist...Vater ist hier in Muggelschutz, aber heute nicht da“, antwortete Nicoleta. Harry und Charlie sahen sich kurz an und das Mädchen schien etwas zu merken.
„Mr Weasley, bitte auch niemand sagen, was jetzt sage!“
„Nein, wir waren nie hier“, antworteten Harry und Charlie.
Nicoleta stammelte: „Bitte auch nicht in England!“ Harry nickte.
„Ich muss gestehen: Vater ist Auror. Wenn erlauben ich werde erzählen, dass Auror Potter ist bei mir gewesen. Vielleicht wird Ihnen kontaktieren. Aber das muss bleiben geheim!“
Harry jubelte innerlich. „Vielen Dank, Miss! Sie haben uns sehr geholfen!“ sagte er.
„Ach und noch etwas: Sagen Sie niemand etwas von uns, auch wenn jemand Sie zum Trinken verführt“, fügte Charlie hinzu. „Und passen Sie auch sonst auf!“
Nicoleta schlug ihre Augen nieder; offenbar verstand sie die Anspielung. Harry hinterließ noch seine Dienstadresse und verabschiedete sich gemeinsam mit Charlie.

„Das ging erheblich schneller als ich gedacht habe“, sagte Charlie als sie in seine Wohnung disappariert waren. „Normalerweise braucht man ewig, bis man etwas erreicht. Viele Gänge, viele Galleonen, aber man bekommt alles im Ministerium. Aber noch am gleichen Tag Kontakt zu einem Auror, das ist eine Sensation. Bleib aber auf jeden Fall dran, wenn du wirklich erfahren willst, was hier läuft!“
„Natürlich“, antwortete Harry, „Sagt dir der Name Arcan etwas.“
Charlie schüttelte den Kopf.. „Weiß nicht einmal, in welcher Abteilung er offiziell arbeitet. Ich kenne mich im Innenleben nicht aus und wenn ich mich mit Simpliciu treffe, hat er meistens schlechte Laune. Wäre wohl besser hier geblieben. Simpliciu sagt manchmal, im Ministerium gibt es Monster, gegen die ein Ungarischer Hornschwanz ein Kuscheltier für kleine Kinder ist.“
„Kann ich mir vorstellen“, antwortete Harry. „Gibt es bei uns auch noch, obwohl Kingsley ziemlich ausgemistet hat. Wenn ich mir den Laden unter Fudge oder Scrimgeour vorstelle, dort hätte ich nicht arbeiten wollen.“
„Apropos arbeiten, meine Schicht beginnt in zehn Minuten, sorry, Harry! Du kannst in der Kantine etwas essen, das Passwort ist „Campionat“. Geld übernehme ich, wenn ich dir schon selbst nichts anbieten kann und dich jetzt so einfach rausschmeißen muss.“
„Ach wo, du hast mir wahnsinnig geholfen! Ohne dich wäre ich in diesem Land, dessen Sprache ich nicht kann, keinen Schritt weitergekommen. Vielen Dank!“
„Vergiss nicht, Ginny von mir zu grüßen, und die anderen, wenn du sie siehst. Und auch Kingsley!“
Harry bedankte und verabschiedete sich, sah noch, wie sich Charlie auf seinen Besen schwang und hinter einer unsichtbaren Wand dorthin verschwand, wo das eigentliche Gehege war. Er selbst aß in der Kantine, zwischen Männern, die sich wohl in ihrer Sprache über ihn unterhielten.
Wegen der Zeitverschiebung war er schon bald nach dem Abendessen bei seiner Familie und konnte sich noch entspannen und mit seinen Söhnen Kastenquidditch spielen.

Am nächsten Tag lag sein Schreibtisch voller Pergament. Er sah, dass alles Hauspost war, die nicht von Eulen abgeliefert, sondern in den Briefeschlucker geworfen wurde, worauf sie der Briefeschlucker des Empfängers ausspuckte.
Der erste Brief trug ein rotes Band, was bedeutete, dass er dringend war und sich nach einiger Zeit in einen Heuler verwandeln würde, wenn Harry nicht öffnete.

Sehr geehrter Mr Potter,

ich erwarte Sie möglichst bald zu einem Gespräch unter vier Augen in meinem Büro. Bitte sagen Sie mir, was Sie erreicht haben oder zu erreichen hoffen.

Mit freundlichen Grüßen
Kingsley Shacklebolt, Minister


Der zweite Brief war noch weniger erfreulich:

„Sehr geehrter Mr Potter,

da Sie Ihren Pflichten als Auror nicht nachgekommen sind, sehen wir uns leider gezwungen, Sie heute, 11 Uhr, zur Verhandlung zu laden.
Mit freundlichen Grüßen
Severus Lynch
Disziplinargericht des Zaubereiministeriums


Die übrigen Briefe enthielten Pauls Übersetzung aus dem Rumänischen und auch zwei Übersetzungen von Artikeln des bulgarischen Prokop na Istina – Harry nahm sich vor, Dana für die freiwillige Arbeit zu danken, sobald er das andere erledigt hätte. Nun, es hatte Zeit, das genauer zu lesen.

Zunächst machte sich Harry auf den Weg zum Minister selbst. Kingsley Shacklebolt freute sich darüber, dass Harry einen Kontakt geknüpft hatte. „Schau, dass du dir diesen Arcan warm hältst“, bat er ihn, „die offiziellen Kontakte sind momentan weniger erfreulich. Genauer gesagt: Die Rumänen mauern. Deshalb bist du wichtig für uns“
Als Ordensmitglieder duzten sie sich privat und wenn sie unter vier Augen sprachen, wenn sie auch in offiziellen Schreiben und Konferenzen die Höflichkeitsform hielten.
„Und weil wir diese Kontakte brauchen, gehe ich nachher mit dir zum Zauberergamot“, flüsterte der Minister Harry verschwörerisch zu. „Und ich denke, Aufschub ist das Mindeste. Du weißt so gut wie ich, dass du Mist gebaut hast, aber wir alle trauen dir zu, das mehr als wieder gut zu machen.“

Als Harry um 11 Uhr in das Verhandlungszimmer kam, saß tatsächlich Kingsley unter den Zuhörern, ebenso wie einige andere Ordensmitglieder. Percy war einer der Richter.
„Auror Harry Potter“ begann Lynch. „Sie haben noch vor der Weltmeisterschaft Informationen erhalten, dass Drachen befreit worden sind?“
„Ja, das habe ich, aber...“
„Ich will kurze Antworten, keine langen Predigten!“, fuhr in Lynch scharf an. „Sie kennen die Gesetze? Sie wissen, wie gefährlich Drachen sind?“
Harry nickte.
„Warum haben Sie diesen – Verrat begangen?“
„Euer Ehren, die Quelle war anonym. Ich musste davon ausgehen, dass die Rumänen die Sache im Griff haben...“
„Ich muss mich wundern, welche Idioten heutzutage Auroren werden“, unterbrach ihn der Richter. „Mr Potter, entweder Sie stecken in der Sache mit drin, dann geben Sie es zu, oder Sie sind nicht geeignet und müssen abgesetzt werden!“
Der Minister erhob sich: „Mr Potter hat versagt, das ist wahr. Dennoch: Die Entscheidung über seinen Verbleib im Amt treffe ich. Und jemandem, der Schwarze Magie so entschieden bekämpft hat wie er, vorzuwerfen, Praktiken Schwarzer Magier zu unterstützen, ist wohl lächerlich.“
Lynch traute sich nicht, den Minister niederzubügeln. Statt dessen stand Percy auf: „Mr Potter, es ist elementar wichtig für das Gericht, zu wissen, was Ihre Motivationen waren“, sagte er. „Hatten Sie kein Vertrauen in Ihre Quelle oder wollten Sie vermeiden, jemanden zu schädigen.“
„Letzteres“, antwortete Harry. „Der Minister kann bezeugen, dass das rumänische Ministerium immer noch nicht offiziell zugibt, dass Drachen im Spiel waren. Mein Informant wäre in Gefahr gewesen, wenn ich Alarm geschlagen hätte.“
Percy setzte zum Sprechen an, doch blieb er still. Harry spürte, wie Gesetzestreue und Bruderliebe in ihm kämpften; natürlich wusste er, wer Harrys Informant war.
Harry nutzte die Pause: „Ich gebe zu, dass es ein Fehler war, nicht zumindest den Minister zu informieren. Ich dachte, die Sache ließe sich anders lösen.“
Richter Lynch merkte sehr schnell, dass die Stimmung im Raum für Harry war. Er schloss schnell die Verhandlung und kam bald mit seinen Beisitzern wieder:
„Der Zauberergamot befindet den Angeklagten des Verschweigens gefährlicher Schwarzer Magie für schuldig. In Anbetracht der Verdienste des Angeklagten und der Tatsache, dass er zum ersten Mal und nicht aus Böswilligkeit eine solche Tat beging, sieht das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab und verurteilt Mr Harry Potter zu einer Zahlung von 150 Galleonen.“
Harry atmete auf. 150 Galleonen waren zwar alles andere als ein Pappenstiel, aber immerhin besser als Askaban. Er schwor sich, künftig Informationen sofort weiterzu-geben. Warum hatte er das nicht getan? Er kannte die Antwort: Er wollte nicht, dass Rita Skeeter oder andere Wind von der Sache bekommen würden.

Am Nachmittag las er die Übersetzung der bulgarischen Zeitung durch. Neben einem Lob in höchsten Tönen für Viktor Krum stand darin auch, dass grausam randaliert worden war und auch das Auftauchen eines Drachen wurde erwähnt. In der rumänischen Zeitung war dagegen hauptsächlich von Schadenszaubereien der Bulgaren die Rede, in der aktuellen, die Paul freundlicherweise übersetzt hatte, sogar noch mehr als am Vortag.

Gegen zwei Uhr flatterte eine tiefschwarze Eule an sein Fenster. Solche Eulen waren in England unüblich, dachte er. Er nahm ihr das Pergament ab und gab ihr ein paar Knuts. Als er den Brief las, erhellte sich seine Miene:
Sehr geehrter Mr Potter!
mein Vater möchte Sie und Mr Weasley gerne kennen lernen. Wenn es Ihnen recht wäre, morgen um ca. 19 Uhr zu unserem Haus zu kommen, würden wir uns freuen (ich vor allem)!
Liebe Grüße
Nicoleta

Kurz darauf kam eine andere schwarze Eule, die als große Schwester der vorigen hätte durchgehen können. Auch sie trug eine Einladung, diesmal von Nicoletas Vater, der zusätzlich schrieb, Nicoleta würde ihn und Charly vor dem Ministerium abholen.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

HufflepuffsUrenkel

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Dienstag, 7. August 2007, 02:04

6. Aurorentreffen

[Den stillen Lesern gewidmet.

Harry kam nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause. Daheim musste ihn seine Frau mehrmals ermahnen, richtig zuzuhören.
„Harry! Wie machen wir das? Was müssen wir alles wegräumen?“
Ja, das war ein ernsthaftes Problem: James hatte wieder einmal Muggelfreunde eingeladen und vermutlich würde Frank Johnson dabei sein, dem Ginny schon einmal einen Gedächtniszauber auf den Hals schicken musste, als ihm ein nicht weggeräumtes Quidditch-Poster in James’ Zimmer aufgefallen war. Inzwischen hatte Ginny zwar den Zauber heraus, wie man das Bild von Sirius’ Mutter zum Schweigen brachte und Harry konnte andere Bilder erstarren lassen, dennoch würde einem halbwegs intelligenten Muggel immer genug im Haus auffallen und es würde ein Problem, dies zu erklären. Gegenüber Eltern seiner Muggelfreunde hatte Harry bisher erfolgreich angegeben, er arbeite bei einem Zulieferdienst für das Militär und dürfe daher nichts Genaues über seine Tätigkeit sagen. Seit James in einer Muggelschule war – seine Mutter hatte großen Wert darauf gelegt, dass er auch das Leben der Muggel kennen lernte – gab es diese Probleme immer wieder. James war zwar unter seinen Klassenkameraden durchaus beliebt, spielte gut Fußball, was dort so wichtig war wie Quidditch unter Zauberern und war oft zu Freunden eingeladen, doch gerade deshalb war es ein Problem, die Geheimnisse des Hauses Potter vor Muggeln zu verbergen.
Harry verbrachte den Abend damit, gemeinsam mit Ginny alle sich selbst bewegenden Gegenstände und alles, was mit Quidditch zu tun hatte, wegzuschaffen. Zum Glück besaß James auch einige Fußballposter und Muggelbücher, sodass das Zimmer nicht allzu leer sein würde. Nun musste man nur noch hoffen, dass auch die kleine Lily nicht zaubern würde, wenn Frank käme.
Harry konnte den Freund seines Sohnes nur kurz begrüßen. Vom ersten Eindruck schien dieser Frank ganz nett zu sein, doch er konnte kaum mit ihm reden – um halb fünf war er nach Hause gekommen, um sieben Uhr osteuropäischer Zeit – also fünf Uhr englischer Zeit – würde er in Bukarest erwartet und es war sicher besser, einige Zeit vorher dorthin zu apparieren – ob er über fast 3000 Kilometer ein Ziel, das er erst einmal gesehen hatte, genau treffen würde, war alles andere als sicher. So ging er um halb fünf noch in den Garten, pflückte ein paar Blumen aus denen er mit dem Rücken zum Haus einen Strauß zauberte, holte eine Flasche Firewhisky aus dem Keller und verließ daraufhin das Haus.

Als er sicher war, dass ihn kein Muggel sehen konnte, disapparierte er. Nach einer halben Minute landete er in einer großen, fremden Stadt. Die Muggel, die hier unterwegs waren, gebrauchten eine Sprache, die wie das Rumänisch, das er von Charlie und den anderen gehört hatte, klang. Er hoffte, zumindest in Bukarest zu sein, doch er hatte das Ministerium nicht ganz getroffen. Er suchte schließlich nach einer Seitenstraße, konzentrierte sich noch einmal, disapparierte und sah noch aus der Luft die Hütte auf dem Bauplatz, die das Ministerium versteckte. Er landete knapp daneben, doch den restlichen Weg konnte er zu Fuß gehen.
Charlie wartete schon vor dem Eingang. „Ich sehe, du hast schon etwas mitgebracht, gut, das wird die Familie freuen. Was sonst noch wichtig ist: Wundere dich nicht, wenn Arcan uns gleich umarmt, küsse seiner Frau die Hand zur Begrüßung und sag bei jedem Angebot erst einmal „Nein danke“ – und bei Schnäpsen noch öfter, die sind nicht ganz ungefährlich!“ Ein paar Bauarbeiter gingen vorbei, doch Charlie gab sich keine Mühe, leise zu sprechen. Offenbar waren das Verhaltensregeln, die ein Ausländer auch im Rumänien der Muggel zu beachten hatte.
Kurz darauf kam Nicoleta aus dem Ministerium, rannte auf die Männer zu und küsste sie auf die Wange – eine Geste, die sie schon von Fleur kannten. „Müssen mehrmals an verschiedene Stellen apparieren“, sagte sie. „Des Vaters Haus ist versteckt. Niemand soll finden es.“ Sie und Charlie sahen sich um, ob die Luft rein war. Harry entging dabei nicht, dass das Mädchen die Brille auf die Nasenspitze schob und darüber schaute. Wofür brauchte sie ihre Brille, wenn sie weder zum Lesen, noch um sich umzusehen eine verwendete?
Sie disapparierten gemeinsam an einen Ort, den Harry nicht kannte. Danach verschwand er gemeinsam mit Charlie in die Berge, danach wieder an die Donau, wo sie auch Nicoleta wieder trafen. Die steckte ihnen einen Zettel mit magischen Koordinaten zu. Die drei trennten sich und Harry disapparierte zweimal auf gut Glück, das dritte Mal zu den genannten Koordinaten. Er befand sich in einer hügeligen Landschaft, nicht so eben wie an der Donau aber auch nicht so schroffe Berge und Täler wie in den Karpaten. Direkt vor ihm war ein großer Felsblock und zu seiner Linken ein Baumstumpf. Im nächsten Moment apparierte Nicoleta neben ihm, sodann Charlie.
„Gut, hier wir sind! Passwort ist „binevenit e cinstit“, das heißt „der Ehrliche ist willkommen“. Sie sagte das Passwort und verschwand. Auch Harry versuchte es: „Binewenít e tschinstít!“.
Aus dem Baumstumpf wurde ein reich verziertes Holztor, das in einen umzäunten Garten führte. In dessen Mitte lag der Felsblock, der zu einem Haus mit Schindeldach führte. Nun standen auch Nicoleta und Charlie wieder neben ihm.
„Bitte!“, sagte das Mädchen und die Männer folgten ihr zur Tür. In der Tür trat ihnen ein großer Mann mit langem, grauem Bart in einer dunkelblauen Robe entgegen, der Nicoleta küsste und Charlie und Harry in die Arme nahm. „Willkommen!“, rief er mit lauter, tiefer Stimme, „Mein – Name – ist – Leonidas Arcan, ich – bin – Nicoletas – Vater. Ich – freue – mich, dass – Sie – sind – hier.“
Der Mann erinnerte Harry ein bisschen an Professor Dumbledore, außer, dass er etwas zu kräftig war.
„Herein, bitte!“, befahl der Gastgeber. Drinnen wartete eine dicke Frau, deren schwarze Haare auch unter ihrem Kopftuch noch bis zur Mitte des Rückens hervorschauten. „Cedomira, meine Frau, leider nicht spricht Englisch“, stellte der Gastgeber sie vor.
Charlie küsste ihr als erster die Hand. „Buna seara! Al meu nume e Charles Weasley, prieten meu e Harry Potter“ stellte er sich und Harry vor. Auch Harry küsste ihre Hand und gab ihr die Blumen und ihrem Mann den Firewhisky. Nicoletas Eltern bedankten sich überschwänglich.
Die Ankömmlinge wurden in einen großen Raum geführt, in dessen Mitte ein Esstisch aus massivem Eichenholz stand, auf dem einige Harry unbekannte Speisen angerichtet waren. An zwei Wänden befanden sich Bücherregale, an der Dritten ein großes Fenster und der Fensterwand gegenüber einige Bilder: Alte, stilisierte Bilder von Ahnen, ein Familienbild, auf dem Leonidas Arcan noch schwarze Haare hatte, Nicoleta noch kleiner war als ihre Mutter und ein Junge, der gerade laufen konnte, im Vordergrund stand; außerdem ein Bild eines Abschlussjahrgangs, auf dem einige, darunter Nicoleta, Medaillen trugen, sowie zwei Bilder von Jungen im Quidditchdress: Das Ältere zeigte einen Treiber, das Jüngere einen Hüter. „Das ich bin – 30 Jahre jetzt her“, zeigte Mr Arcan auf den Treiber, „das Sohn Alexandru“ stellte er den Hüter vor.
Die kleine Gesellschaft setzte sich zu Tisch und aß die Vorspeisen. Charlie flüsterte Harry zu, nicht zu stark zuzugreifen, und dies war begründet, denn es kam noch eine Suppe, danach Fleisch und danach Süßigkeiten auf den Tisch
. Erst nach dem Essen kam Leonidas Arcan zur Sache: „Mr Potter – besser ich sage ‚Herr Kollege’ – Nicoleta hat gesagt, dass Sie wollen Informationen von Drachen, die kamen während Finale.“
Harry nickte. „Ist es wahr, dass Drachen angegriffen haben?“
„Drachen waren in Feld und auf Drachen Menschen sitzten. Viele Menschen waren gegessen von Drachen – Alexandru sagt, Drachen haben geraubt auch Spieler. Ursu und Ascabei – wir nicht wissen, wo sind. Bulgarischer Trainer ist in Salutable.“
Harry nahm sich vor, Viktor dort zu besuchen.
„Das heißt, jemand hat die Drachen unter Kontrolle?!“, stellte Harry mehr fest als er fragte.
„Richtig. Deshalb, Mr Weasley, ich frage Sie: Wer ist in letzter Zeit weggegangen von Drachenreservat? Nur Drachenwärter kann so etwas tun.“
Charlie zuckte mit den Schultern. „In letzter Zeit hat niemand von uns gekündigt. Aber ich kann die Listen einmal durchschauen. Sie haben Recht: Der Angreifer kennt sich mit Drachen aus.“
Harry wusste, wie schwer es war, Drachen unter Kontrolle zu bekommen. „Warum arbeiten Auroren und Drachenwärter nicht zusammen?“, fragte er.
Leonidas Arcan zuckte mit den Schultern. „Minister sagt: So wenig als meglich sollen wissen von Sache. Ich denke, Minister firchtet Presse.“
Harry konnte das nachvollziehen. Eine Rita Skeeter konnte eine Katastrophe sein. Dennoch fragte er: „Warum soll es schaden, wenn die Menschen wissen, dass Drachen frei sind? Das ist umso besser für alle, wenn sie es wissen.“
Statt einer Antwort zeigte Arcan Harry eine deutsche Zaubererzeitung. „Hier, nach Semifinale: ‚Draculas Kinder aussaugen Russen’. Für viele, wir Rumänen sind alle Kinder des Dracula. Deshalb alles. Und – nach Finale Kollege hat gefunden – Zeichen des Dracula.“ Er beschwor ein Pergament herbei und malte das Zeichen des Blutordens darauf.
„Wo haben sie es gefunden?“, fragte Harry.
„In Stadion sie gemalt“, antwortete der rumänische Auror.
„Sind Sie sicher, dass das wirklich Draculas Zeichen war?“, wollte Harry wissen.
Der Auror und seine Tochter nickten. „Nicht wissen, was Zeichen hat bedeutet. ‚Dracula’ kann kommen von‚drac’, das ist ‚Teufel’ oder ‚dragon’, das ist ‚Drache’. Viele Menschen sagen, Dracula konnte Drachen befehlen.“
„Sicher ist“, fügte Nicoleta hinzu, „Dracula und Schüler des Dracula haben Blut getrunken – Blut der Opfer. Vielleicht Drachen haben geholfen im Kampf.“
„Der Blutzauber?“, fragte Harry überrascht. „Also hat er doch mit Dracula zu tun?“
Der rumänische Auror ging zu einem Bücherregal und nahm zwei Bücher heraus. Das eine erkannte Harry als rumänische Übersetzung von Hermines Buch über Schwarze Magier, das andere sagte ihm nichts. „In Englisch heißt, ich glaube, ‚Dracula: Tatsachen und Legenden. Dies Buch ist schon sehr alt, aber hat nicht besseres – noch. Hier es sagt: Dracula und seine Jinger glaubten Blutzauber, tranken viel Blut von ihrer Opfer. Autor glaubt, dass Dracula merkte, Blutzauber ist Unsinn. Jinger aber weiter glaubten und tranken Blut. Deshalb haben Dracula geteetet.“
„Das ist also sicher? Dracula wurde von seinen eigenen Jüngern getötet?“
Leonidas Arcan nickte. „Sicher ist: Dracula glaubte Blutzauber, Dracula trank Blut, seine Leute teeteten ihn. Sonst fast nichts. Und fast sicher ist: Dieses Zeichen“ er wies auf das Pergament „Dracula hat benutzet es.“
„Aber... Hermine Granger-Weasley bestreitet doch genau das...“ brachte Harry hervor.
„Frau Granger-Weasley ist großartige Frau, aber hat gemacht einen Fehler: Sie glaubt Uriel Fraudatu, der hat gesagt, es gab nie einen Blutorden. Sicher, viele Geschichten iber Blutorden sind falsch, aber Fraudatu ist genau so falsch: Er einfach sagt, es gab nicht den Blutorden, fertig. Hat kein Argument dafir gesehen.“
„Und warum hat dann noch keiner etwas dagegen geschrieben?“, fragte Harry.
„Lange Geschichte. Fraudatu war Kopf, offizieller, von Departement fir Historie von Magie, und Minister Volcan wollte diese Geschichte. Wollte, dass Geschichte des Dracula vergessen. Damals auch Muggel in Rumeinien hatten ganz schlimmen President, manche Muggel sagten, er war – Nachfahr – des Dracula. Ich nicht glaube, aber dieser Mann – Ceausescu sein Name – hat gesagt, Dracula war guter Mann. Ich glaube, Ceausescu hat gehofft, Turisten kommen nach Rumeinien und sehen Schloss des Dracula. So es war besser fir alle, zu vergessen. Rumeinien und Dracula, viele kennen nicht mehr heeren. Nach Semifinale schreibt diese Zeitung“ er kramte eine deutsche Zaubererzeitung hervor – „’Draculas Seene saugen Russen aus’. Wir nicht sind alle Draculas Seene. Und nach Finale alles kommt: Es hat Tote, des Dracula Zeichen, Drachen. Deshalb das alles.“
„Was alles?“, fragte Harry.
„Alles geheim. Zuschauer bekamen Vergessenszauber. Zeitung schreibt nur, Bulgaren haben Sucher verzaubert. Meine Herren, ich bin Román, und geweint habe nach Finale, aber diese Geschichte ist falsch. Ich selbst war Treiber und ich hette nichts anderes getan. Derselbe Traian Uriel, Trainer, der unser, hat gesagt, sein Fehler gewesen, er hette missen verlangen – Auszeit. Warum Bufnita Zilnica schreibt nicht das? Warum schreiben von Zauber, der wahrscheinlich nie hat existiert, aber wirklich Schwarze Magie nicht schreiben?“
„Sie glauben also, dass der Blutorden noch existiert und für die Randale verantwortlich ist?“
„Nicht sagen, Randale, sagen Sie ‚Schlacht’. Mehr denn hundert Menschen sind tot. Ja, es war einer, der kann Drachen beherrschen und einer, der Draculas Zeichen schreibt. Ich nicht weiß, ob war Draculas Erbe oder Idiot, aber sicher ist gefeerlich.“
Harry war zu erschrocken, um sofort zu sprechen. „Mehr als hundert Tote, sagen Sie?“
„Habe erfahren von mehr als hundert Menschen, fir die andere fragen, wo sind“ bestätigte Arcan.
Harry schauderte. Das übertraf seine schlimmsten Befürchtungen. Als er sich einigermaßen gefasst hatte, fragte er weiter: „Wer sind die Toten? Ich meine, Voldemort tötete vor allem Kinder von Muggeln...“
„Sind Kinder von Muggeln, sind Kinder von Zauberern“, antwortete der Auror. „Beide.“
Harry versuchte, wieder sachlich zu sein. „Also: Wir suchen jemand, der Draculas Zeichen verwendet, der Drachen bändigen kann und der unterschiedslos Reinblüter und Muggelstämmige tötet.“
Alle anderen nickten.
„Haben Sie irgendwelche Vermutungen, wo die Bande versteckt sein könnte?“
Auror Arcan schüttelte den Kopf. „Sicher Haus der Bande ist versteckt, aber nicht weiß, wo.“
„Vielleicht – Draculas drittes Schloss?!“, warf Nicoleta, die bisher nur zugehört hatte, ein.
Ihr Vater schimpfte sie auf Rumänisch. Danach sagte er: „Es hat nicht drittes Schloss. Es hat ein Schloss, das Muggel kennen, es hat zweites Schloss, das gehört Minister, dort sie formen neue Auroren. Geschichte von dritten Schloss ist Legende.“
Nicoleta verzog das Gesicht, wagte es aber nicht, ihrem Vater zu widersprechen.

Später am Abend bot sie sich an, den Gästen das Haus zu zeigen. Sie führte Charlie und Harry in ihr Zimmer, das mit Bildern von Zauberern, ordentlich in Reihen angeordnet, voll war. Harry erkannte das Bild Albus Dumledores und sein eigenes. „Starke Männer“, sagte Nicoleta und deutete auf das Bild eines Mannes, das mindestens dreihundert Jahre alt sein musste. Das Bild verschwand und gab eine Beschreibung frei: „Stefano Verincelli (1600–1667) wollte Qualen für Muggel beenden. Von Muggelhasser getötet“, übersetzte sie.
„Und hier, Sie kennen“. Sie richtete ihren Zauberstab auf Dumbledores Bild. „Albus Dumbledore (1871–1996) besiegte Grindelwald im Duell, plante den Sturz Voldemorts.“ Ebenso führte sie ihm sein eigenes Bild vor: „Harry Potter (1980– lang lebe) besiegte Voldemort zweimal, einmal als Kind, einmal endgültig als Erwachsener im Duell) – aber ich wollte anderes sagen: Vater glaubt nicht drittes Schloss existiert: Aber hat Sagen von Dracula, dass drittes Schloss versteckt. Hat auch Sagen, dass Erben haben Amulette mit starkem beschützenden Zauber. Also noch gefährlicher.“
Sie zeigte daraufhin den beiden Männern ein Buch. Deutlich erkannten sie den Titel: Lupta contra Voldemort, Kampf gegen Voldemort, von Dennis Creevey. Ein Buch, zu dem Harry und seine Freunde erst spät ihre Zustimmung gegeben hatten. Zu sehr hatte Harry gefürchtet, sein früherer Bewunderer wollte ihn in den Himmel loben, doch nach einem furchtbaren Artikel Rita Skeeters hatte er schließlich zugestimmt. Dennis war wohltuend sachlich geblieben.
„Mr Weasley“ wandte sich Nicoleta an Charlie. „Sind Sie Bruder des Ron Weasley?“
Charlie nickte. „Bruder unter anderem von Ron und Ginny Weasley, damit auch Schwager von Hermine Granger-Weasley und von Harry Potter.“
„Ich dachte, Mr Potter, Ihre Frau sieht Mr Weasley ganz ähnlich“, bestätigte Nicoleta. Im Buch war ein Bild ‚Harry Potter mit seiner Frau Ginevra und seinen Kindern’, doch Ginnys Mädchenname zum Glück nicht angegeben. Nun wusste ihn Nicoleta. Gut, nicht zu ändern.
„Oh wie toll ist, so mutige, so große Männer hier in diesem Haus!“, jubelte sie.

Nicoleta führte sie weiter, in ein Zimmer voller Quidditch-Poster, das ihrem Bruder gehörte. Ein Poster zeigte den bulgarischen Treiber Bullikov, wie ihm ein Klatscher immer wieder gegen den Kopf krachte. „Musste ich hexen“, erklärte sie. Charlie und Harry lobten gelegentlich, bedankten sich schließlich für die Einladung und das Essen und verließen das Haus.
„Na also, das ist einiges, was wir wissen!“, sagte Harry erleichtert zu Charlie. „Allerdings. Ich habe das Gefühl, diese Nicoleta weiß noch ein bisschen mehr. Wir sollten uns an sie halten.“
„Kann sein“ brummte Charlie. „Aber pass auf, dass sie dir keinen Liebestrank mixt!“
Die Gefahr bestand, da musste Harry seinem Schwager Recht geben.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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Dienstag, 14. August 2007, 01:17

7.1. Weitere Attentate

Allen stillen LeserInnen gewidmet und mit einem Wunsch nach Kommentar:

Am Tag nach dem Essen mit seinem rumänischen Kollegen ging Harry wie üblich zur Arbeit. Kingsley Shacklebolt bat ihn zwar noch einmal um einen Bericht, doch konnte Harry wenig Sicheres mitteilen.
Mit der Abteilung für Muggelschutz sprach er ab, dass der Premierminister informiert werden sollte, dass Terroristen unterwegs seien und auch Panzer und Flugzeuge erbeutet hätten. Das würde der tatsächlichen Gefahr am nächsten kommen – auch wenn Panzer keine Lebewesen waren und nicht fliegen konnten, waren sie vor Angriffen geschützt wie Drachen und wenn sie schossen war das ähnlich wie Feuer zu speien.
Der Vormittag verging mit einem Besuch bei einer Hexe, die behauptet hatte, jemand hätte ihrem Garten einen Schadenszauber zugefügt. Der Schadenszauber hatte sich jedoch als harmloser Scherz entpuppt; Pflanzen, die plötzlich eingegangen waren, erhielten just in dem Moment, als die Auroren vorbei kamen, ihre grüne Farbe wieder.

Am Nachmittag erhielt Harry eine neue Übersetzung des „Prokop na Istina“. Darin stand, dass der bulgarische Zaubereiminister am nächsten Tag die Weltmeistermann-schaft empfangen wollte. Wegen der Morde nach dem Endspiel habe Dimitar Meganov bisher eine offizielle Siegesfeier verboten, doch nach Ablauf der dreitägigen Trauer wollte er die Weltmeister in sein Ministerium einladen.
„Sicher es werden viele Menschen kommen, wenn es steht in Zeitung“, meinte die Übersetzerin. Harry bestätigte dies und befürchtete schon einen neuen Drachenangriff.

Seine Befürchtungen bestätigten sich am Freitag. Die Informanten des Ministeriums meldeten schon am Nachmittag Angriffe und am Abend auf der Spiegelwand in seinem Haus erfuhr der Auror endgültig, dass die Drachen zugeschlagen hatten: Das Bild eines Drachen war deutlich zu sehen und es war auch zu erkennen, wie er Feuer in eine Menge blies. „Das bulgarische Ministerium spricht von 40-50 Toten“, berichtete der Kommentator lapidar.
Harry war durch diese Bilder weniger geschockt als seine Frau, die noch abends im Bett weinte. „Was soll das alles?“, jammerte Ginny. „Bringen die bald uns um?“
Harry streichelte sie wortlos. Noch immer konnte er sich keinen Reim auf die Ziele des Drachenentführers machen.

Gleich am Montagmorgen stand Dana in seinem Büro und hielt eine frische Ausgabe des Prokop na Istina in den Händen. „Der Minister, also der bulgarische, hat ziemlich ausführlich Stellung genommen“ informierte sie ihn.
„Dann sei so nett und übersetze“, befahl er.

Am späten Vormittag erhielt er die Übersetzungen. Zwar enthielten sie eine neue Schmähschrift gegen Rumänien „Wer nicht verlieren kann, erfindet Märchen: Rumänen reden weiter vom Zauber im Endspiel“ aber auch sehr interessante Dinge. Der Drachenangriff wurde ausführlich beschrieben und die Schreiber schienen davon auszugehen, dass der Attentäter die Drachen im Griff hatte. „Befehle an die Drachen waren zu hören. Als der Anführer der Angreifer es wollte, verschwanden die Drachen.“
Harry erschrak auch, als er las: „Beim Empfang wurden Trainer Viktor Krum und Jägerin Iva Makojina vermisst. Laut unseren Informationen gelten sie seit dem Endspiel als verschollen.“
Die Zeitung enthielt weiter eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen gegen Drachen. In der von Dana erwähnten Stellungnahme erklärte der bulgarische Zaubereiminister Meganov, dass bereits beim Endspiel Drachen aufgetaucht seien.
Ob Magier oder Muggel, jeder ist gefährdet. Wie beim Endspiel beklagen wir wieder eine Reihe von Toten – noch kann ich nicht sagen, wie viele es sind stand da und
Wer irgend einen Hinweis auf die Drachen hat, wird gebeten, es dem für seinen Bezirk zuständigen Auroren mitzuteilen.

Schon am Nachmittag rief Kingsley Shacklebolt die Auroren zusammen und berichtete, dass Meganov um Amtshilfe gebeten hatte. „Die Bulgaren wissen offenbar genauso wenig wie wir, wo die Gefangenen sein könnten“ führte er weiter aus. „Immerhin wollen sie mit anderen Ländern zusammenarbeiten und mauern nicht, wie die Rumänen.“
Harry bat per Eule Nicoleta und ihren Vater, herauszubekommen, wo Viktor Krum war. Er hoffte, dass dieser noch lebte und wollte ihn gegebenenfalls besuchen.

Am Mittwoch erfuhr er aus dem Prokop na Istina davon, dass Minister Meganov zurückgetreten war. Der neue bulgarische Zaubereiminister hieß Andrej Krujelev, ein Name, der Harry nicht viel sagte. Am Nachmittag erhielt er eine Eule von Leonidas Arcan, dass Viktor Krum lebe, aber in Salutable unter weitgehendem Ausschluss von der Öffentlichkeit lag. In seiner Antwort bat Harry den rumänischen Kollegen um Vermittlung, dass er Viktor besuchen dürfe. Am Freitag erhielt er tatsächlich die Erlaubnis und am Samstag apparierte er vor Salutable.
Als er um Einlass bat, stand eine Frau in seinem Alter mit schwarzen Locken neben ihm. In einigem Abstand hinter ihnen waren einige halbwüchsige Jungen und Mädchen. Harry bat um Einlass und bekam ihn nach Durchsicht der Formulare und wurde zusammen mit der Frau zu einem Aufzug gebeten. Kaum hatten sie den Schalter verlassen, standen die Jugendlichen um sie und Harry schaute seiner Begleiterin ins Gesicht. Da kam es ihm: Ganz klar, das war Natascha Krumova, geborene Avisova, ehemalige Jägerin der Bulgaren und seit der „Quidditch-Traumhochzeit“ vor zwei Jahren, die alle internationalen Zauberergazetten gefeiert hatten, Viktors Frau.
„Ich wollte Sie nicht stören, Frau Krumova, aber...“ entschuldigte er sich während der Aufzugsfahrt.
Sie schaute ihn genauer an. „Sind Sie... Herr Potterr, der berihmte brritische Aurorr, derr Siegerr gegen Voldemort?“
Harry wurde rot, während er nickte. „Viktor wird sich frreuen, Sie zu sähen. Er hat viel von Ihnen gehalten. Err hat gesagt, wenn Sie geworrden wären englischer Sucher, err hätte sich schwer getan, Sie zu besiegen.“
Harry fühlte sich geschmeichelt. Sie betraten Viktors Krankenzimmer und die Miene des bulgarischen Trainers hellte sich schnell auf, als er seine Frau und Harry Potter sah. „Gut, dasss du hierr bist, Harry“, flüsterte er. „Es waren Drachen. Einerr hatt meine Beine verbrannt, deshalb bin ich hier. Leider wollen die Rumänen es nicht sähen.“
„Was genau ist mit dir passiert?“, wollte Harry wissen.
„Als mich meine Mannschaft in die Luft gezaubert hat, kamen Drachen“, antwortete er. „Einer hat mich angegrrriffen und mein Bein kaputt gemacht. Inzwischen ist es wiederr nachgewachsen, aber ich habe noch Brandnarben an der Hüfte. Werrde noch ein paar Tage hier liegen bleiben.“
„Schlimm für dich, nach diesem Finale!“, bemitleidete ihn Harry.
„Schlimm warr es in Russland, als dieser Mexikaner meinen Bäsen in einen Stein verrwandelt hat“, widersprach Viktor, „und ich gestürzt bin, mein Trainer hat nicht reagiert und der Arzt hat mir gesagt, ich werrde nie mehr Quidditch spielen. Inzwischen bin ich gewohnt, dass ich behinderrt bin.“
„Immerhin so wenig behindert, dass du deine Mannschaft noch zum Weltmeister bringen konntest“, lobte Harry. „Sie werden dich zum König von Bulgarien machen.“
„Errst einmal haben sie einen guten Minister entlassen und einen schlächten ernannt“, widersprach Viktor. „Krujelev ist ein Idiot, Meganov dagegen warr der bester Minister, den wir in letzter Zeit hatten. Ich will kein König sein mit Ministerr Krueljev.“
Harry stutzte. „Sie haben Meganov entlassen?“, fragte er. „Aber die Zeitung hat gesagt, er wäre freiwillig...“
„Ich kenne Meganov und er wäre sicher nicht freiwillig zurückgetreten“, unterbrach ihn Viktor. „Err ist unter unverzeihlichem Fluch, sicher, vielleicht auch tot.“
„Woher weißt du das?“
„Ich weiß es nicht, ich verrmute. Dort vorn ist Spiegelwand und ich habe alles gesehen.“
„Kennst du jemand im Ministerium, der der Sache nachgehen könnte?“, fragte Harry.
„Leider nicht“, antworte Viktor. „Meine Freunde von früherr sind nicht in die Politik gegangen. Wir hatten damals mehrerre Wechsel im Ministerium und viele Idioten. Unter Meganov hätten es einige vielleicht verrsucht, aberr es warr zu spät.“
„Wer wollte, glaubst du, Meganov entlassen?“, wollte Harry wissen. „Meinst du, die Bande mit den Drachen selbst?“
„Ist möglich, dass sie ihrre Leute im Ministerrium haben, aber ich weiß es nicht. Falls ja...“
„....wollen sie vielleicht, dass von den Attentaten nichts international bekannt wird“, vollendete Harry. „Die Rumänen haben nach dem ersten Angriff mit Drachen gemauert und ihr Minister ist immer noch im Amt. Meganov hat sofort alles gesagt und ist jetzt weg vom Fenster.“
„Das kann leiderr sein“, antwortete Viktor mit schwacher Stimme.
Harry wünschte Viktor gute Besserung und verschwand, unzufrieden, wieder nach Hause.

England blieb von den Angriffen glücklicherweise vorläufig verschont. In Deutschland krachte es dagegen Ende September: Bei einem Muggelfest in München waren plötzlich Drachen aufgetaucht und Menschen verbrannt oder verschwunden.. Viele der Anwesenden bestätigten, dass Drachen angegriffen hatten, doch auch Deutschland schien zu meinen, die Sache in Griff zu bekommen. Zaubereiministerin Hella Holle rief lediglich, auch international, zu größter Vorsicht auf. Harry erfuhr allerdings von Anthony Goldstein, dass mehr im Spiel war.
„Sie haben behauptet, dass die meisten Muggel betrunken waren. Dürfte wohl auch stimmen, aber die Sache mit den Drachen ist wohl wahr. Es gibt auch einige Tote und Vermisste und bei einer Schlägerei unter Betrunkenen verschwinden nicht einfach Leute.“
Harry fiel etwas auf: „Du hast gesagt ‚verschwinden’. Heißt das, die Muggel wurden gefangengenommen? Oder weiß man es nicht, weil die Drachen alles verbrannt haben?“
Anthony zögerte mit der Antwort: „Die Muggelpolizei spricht von relativ wenig Brandschäden. Auch die deutschen Auroren haben keine Hinweise auf verbrannte Menschen gefunden. Offensichtlich macht der Drachenbefreier Gefangene.“
Harry konnte sich immer noch keinen Reim darauf machen, was der Zauberer, der Drachen zähmen konnte, vorhatte. Er war nervös, worunter sein Familienleben litt. Er vergaß, seinem Sohn James einen neuen Schnatz zu kaufen. Er hörte seiner Frau und seiner Tochter selten richtig zu, merkte sich nicht, dass Lily ihre Puppenfamilie umbenannt hatte und dass Ginny ihn wegen einer neuen Wohnzimmerdekoration fragte.

Anfang Oktober erhielt er eine Eule von Charlie:
„Hi Harry.
Der Minister hat mich gebeten, herauszufinden, wer von unseren früheren Mitarbeitern inzwischen gekündigt hat. Folgende Liste sollst auch du bekommen:
Marc Acry, heute französischer Quidditch-Nationalspieler
Gabriel Almorth, Aufenthaltsort unbekannt.
Michail Bojanov, heute Abteilungsleiter im russischen Ministerium
Peter Cook, heute leitender Mitarbeiter bei Gringotts.
Wolfgang Dietrich, Aufenthaltsort unbekannt
Samuel Ivery, heute Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe in Beauxbattons
Michele Giannini, heute italienischer Quidditch-Nationaltrainer
James Lewis, Verbleib unbekannt
Piotr Makewski, heute Leiter der polnischen Zaubererschule Maska
Antonin Petrov, Verbleib unbekannt
Antonio Santos, heute Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste an der spanischen Zaubererschule Milagrero
Dimitru Valescu, heute Lehrer für Fliegen in Durmstrang
Wir suchen vor allem Almorth, Dietrich, Lewis und Petrov. Falls ihr eine Ahnung habt, wo sie sind, lasst es mich wissen, es gibt Leute im rumänischen Ministerium, die zusammenarbeiten wollen.
Gruß, Charlie.
P.S.: Nicoleta ist bei mir, macht offiziell Urlaub. Eine Drachenbändigerin ist an ihr nicht verloren gegangen, aber sie interessiert sich dafür.“

Die Namen der Gesuchten sagten Harry nichts, doch er versprach Charlie, die Augen offen zu halten.

Der nächste Angriff ließ nicht lange auf sich warten: Mitte Oktober griffen Drachen an der französischen Zaubererschule Beauxbattons an. Unter den Entführten befand sich auch die Tochter einer von Fleurs Veela-Kusinen. Fleur war deshalb sehr aufgeregt. „Und wenn sie `ogwarts angreifen, was ist mit Victoire?“, fragte sie einmal, als Harry mit Familie bei ihr und Bill eingeladen waren.
Eine Sache beschäftigte allerdings die französischen Auroren: Sie hatten beinahe rechtzeitig reagiert, doch dem Mann, der offensichtlich die Drachen in seiner Gewalt hatte, hatten die Flüche nicht schaden können. Einer der Männer, die, laut Bericht, auf den Drachen ritten, war gefangengenommen worden, doch kurz nach seiner Gefangennahme über einen der Wächter hergefallen. Er hatte versucht, ihn zu beißen.
Harry erfuhr das von Fleur, die einen Bericht des französischen Aurors Vincent Vigile übersetzte. Frankreich mauerte nicht derart wie Rumänien, doch drangen wenig Informationen nach außen.

Wenige Tage nach dem Angriff auf Beauxbattons rief Kingsley Shacklebolt alle Auroren zusammen und bat sie, alles, was sie bisher über den Angreifer wussten, zusammenzutragen. Es stellte sich heraus, dass sowohl Muggelstämmige als auch „Reinblüter“ unter den Vermissten waren. James Nosewise, einer der Auroren, meinte, es sei auffällig, dass in Beauxbattons vor allem Töchter von Veelas verschwunden waren. „Offenbar steht der Typ auf hübsche Mädchen“, meinte er.
Harry beschäftigte auch die Sache mit dem blutsaugenden Gefangenen. Keiner seiner Kollegen konnte sich einen Reim darauf machen. Die Legende vom Blutzauber war längst widerlegt und warum sonst ein Zauberer das Blut eines anderen trank, konnte niemand wissen.
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Dienstag, 14. August 2007, 01:19

7.2. Schlussfolgerungen

Wegen Textbegrenzung geteilt.

Dennoch hatte Harry den starken Verdacht, dass der Blutzauber mit der Sache zu tun hatte. Er sprach Hermine darauf an.
„Viel wissen wir heute nicht“, antwortete die. „Der Glaube an den Blutzauber ist wohl entstanden, weil die Menschen früher geglaubt haben, dass Vampire unsterblich sind. Stimmt nicht. Sie leben nur sehr lange. Es stimmt auch nicht, dass Menschen, die von Vampiren gebissen werden, selbst zu Vampiren werden. Das verwechseln die Leute mit Werwölfen. Ich habe allerdings keine Ahnung, was diese Geschichten heute noch sollen. Kein vernünftiger Mensch glaubt doch an diese Geschichten.“
Harry antwortete: „Kann alles sein, aber offensichtlich haben wir es hier nicht mit vernünftigen Menschen zu tun. Es muss auch nicht sein, dass sie wirklich Dracula und seine Leute nachahmen wollen, aber sie tun so, als ob. So wie die Slytherins, von denen Neville vor einem halben Jahr erzählt hat.“
Hermine nickte. Neville hatte erzählt, dass das dunkle Mal, das Zeichen Voldemorts, plötzlich wieder in Hogwarts aufgetaucht war. Nachforschungen hatten ergeben, dass einige junge Slytherins es benutzt hatten, um andere zu erschrecken. Die Verantwort-lichen hatten Strafarbeiten bekommen, waren aber, entgegen dem Wunsch der Direktorin, nicht der Schule verwiesen worden, weil es Zweitklässler waren, die offensichtlich nicht gewusst hatten, was sie taten.
„Hermine“, bat Harry, „Es gibt hier jemand, der Draculas Erbe sein will, soviel ist sicher. Ob er es wirklich ist, interessiert mich ebenso wenig, wie, was Dracula wirklich getan hat. Ich brauche jedes Gerücht, das es gibt. Vielleicht will unser spezieller Freund es nachmachen.“
„Also“, begann Hermine. „Es ist ziemlich sicher, dass Draculas Anhänger an den Blutzauber glaubten. Manche behaupten – keine Ahnung, ob das stimmt – dass Dracula selbst darauf gekommen ist, dass die Sache falsch ist. Diese Leute sagen auch, dass er deshalb umgebracht wurde – er hat seinen Leuten erzählt, dass sie durch Blutsaugen unsterblich werden, obwohl er selbst gewusst hat, dass das falsch ist.
Gestern war auch ein Mädchen hier, Nicoleta heißt sie, der Nachname war Aran oder so ähnlich...
Harry war elektrisiert: „Arcan vielleicht?“
„Genau, Arcan, woher kennst du sie?“
„Ist Tochter eines rumänischen Aurors. Ich habe sie über Charlie kennen gelernt.“
„Jedenfalls, diese Nicoleta hat ziemlich wirre Sachen behauptet. Dass Dracula ein Amulett hatte, das ihn gegen jeden Zauber geschützt hatte – ich meine, wenn das stimmt, warum konnten sie ihn dann töten? Und auch, dass das Trinken von Blut wie eine Sucht werden kann. Glaube ich auch nicht wirklich.“
„Das würde immerhin erklären, warum der Gefangene in Frankreich diesen aussichtslosen Kampf angefangen hat.“
„Das ja, aber warum hat bis jetzt noch niemand etwas dazu herausgefunden?“
Harry zuckte mit den Schultern. Hermine glaubte nun einmal nur Dinge, die sie auch belegen konnte und Nicoletas Ideen waren immerhin gewagte Schlussfolgerungen.

Anfang November erhielt Harry einen Brief von Leonidas Arcan. Der eigentliche Brief enthielt Belanglosigkeiten, doch noch bevor Harry zaubern musste, wurde ein anderer Briefinhalt sichtbar:
Verehrter Mr Potter,
ich schreibe dies unter Tränen: Meine Tochter Nicoleta ist tödlich verunglückt. Sie ist, ich weiß nicht wie, an einen schwarzen Magier geraten. Sie war gemeinsam mit zwei Auroren unterwegs. Der eine ist auch getötet worden, der andere ist entkommen und liegt nun halb durchgedreht in Salutable.
Ich weiß nicht, was Nicoleta vorhatte. Ich bin völlig von der Rolle, dass meine liebe Tochter tot ist. Nicht einmal ihre Leiche haben wir gefunden. Offensichtlich hat ein Drache sie gefressen.
Ich bin fertig.
Beste Grüße: L. Arcan
.
Darunter folgten magische Koordinaten, unter denen eine Schrift sichtbar wurde: „Nicolas Todesort“.
‚Warum schickte Arcan diese genauen Koordinaten?’ fragte Harry sich selbst.
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Mittwoch, 15. August 2007, 19:08

meeeehr!!schreib weiter!!!!1bitte, spannend

bin begeister von den ganzen ortsnamen....ausgedacht oder hast du wirklich ahnung!?!?!?

is ja eig auch egal...hauptsache schnell weiterschreiben

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Mittwoch, 15. August 2007, 23:23

Vielen Dank für die Blumen

@Ruffy: Shacklebolt kann ja wieder gewählt worden sein oder so, oder?
P.S.: Deine Story liest sich gut, bin aber noch nicht dazu gekommen, sie ganz zu lesen

@Kim-Anika: Ortsnamen gibt es gar nicht so viele
London, Bukarest und die Karpaten sind ja auch in der Muggelwelt bekannt, Beauxbattons und Durmstrang in der Zaubererwelt
im Übrigen: Salutable: von lat. salutare=heilen
Maska (Klar, oder? Brauchst kein Polnisch können ;)
Miilagrero: von Spanisch Milagro: Wunder
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Freitag, 17. August 2007, 11:30

Genial deine FF gefällt mir wirklich gut, ich habe den siebten band noch nicht gelesen, weiss aber was passiert.

Tolle Ideen bringts du ein schreib schnell weiter, ich muss wissen was noch passiert.
Tribute to Sirius Black


-]Team.BÄÄM[-

Gulf77 aka. h0RneT aka. Welrod

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Freitag, 17. August 2007, 22:19

8. Angriff auf Hogwarts

Kurz nach Arcans Brief stand auch in der Bufnita Zilnica ein offizieller Bericht über das Unglück. „Bei der Verfolgung eines Schwarzen Magiers wurde der Auror Adrian Minescu getötet; die junge Nicoleta A., die zufällig in der Gegend war, fiel ebenfalls dem Attentat zum Opfer.. Auror Teodor Majescu konnte sich retten.“
Von den Kollegen aus der Abteilung für internationale Zusammenarbeit erfuhr Harry, dass auch in anderen Ländern die Dracula-Spur verfolgt wurde. Nicht überall stand es in den offiziellen Zaubererzeitungen wie in Frankreich, doch Deutschland und Bulgarien gaben mit Bitte um Verschwiegenheit die Information heraus, dass sich die Ermittlungen der dortigen Auroren auf einen Nachahmer Draculas konzentrierten.
Was Rumänien betraf, wandte sich Harry etwa zwei Wochen nachdem er ein Beileid-schreiben an Leonidas und Cedomira Arcan geschrieben hatte, wieder an Nicoletas Vater, ob die gleiche Spur verfolgt werde. Auch dieser bestätigte.

------------- SZENENWECHSEL: HOGWARTS-----------------------

Obwohl es schon November war, war der Tag noch einmal einigermaßen warm und trocken, was einige Schüler ausnutzten. Einige Slytherins spielten ihren neuen Hüter ein, andere Schüler tobten draußen herum und Pärchen verzogen sich in versteckte Winkel am Rande des Verbotenen Waldes. Neville Longbottom, der Lehrer für Kräuterkunde, versorgte einige Pflanzen in seinem Gewächshaus. Das Gewächshaus winterfest zu machen war fast ebenso schwer wie eine entsprechende Arbeit bei Muggeln, da fast jede Pflanze besondere Pflege benötigte. Neville war froh über die beiden Übeltäter aus Slytherin, die ihm zur Hand gehen mussten, da sie im verbotenen Wald erwischt worden waren. „Vorsicht mit dem Drachenmaul, Bowie! Das beißt!“ rief er einem der beiden zu – und schon war es passiert. Der Junge schrie auf.
„Ab in den Krankenflügel! Und in Zukunft besser aufpassen, wenn ich bitten darf!“, befahl der Lehrer.
Plötzlich erschienen einige dunkle Figuren über dem Horizont. Sie wurden deutlicher und man sah, dass es sich um Drachen handelte. Sofort ertönte die magisch verstärkte Stimme der Direktorin: „Drachenangriff! Alle Schüler sofort ins Haus! Die Hauslehrer überprüfen in den Gemeinschaftsräumen die Vollständigkeit. Ich wiederhole: Alle Schüler sofort ins Haus! Die Hauslehrer...“ Neville sah mit Schrecken, dass die Drachen bereits gelandet waren. Er hatte sich lange dagegen gesträubt, damit zu rechnen, trotz dem Angriff auf Beauxbattons und obwohl das Ministerium gewarnt und Mitarbeiter geschickt hatte. Nun war es soweit.
„Was jetzt, Professor?“, fragte Colin Nott, der übrig gebliebene Slytherin.
„Du hast dir Direktorin gehört. Geh in deinen Gemeinschaftsraum! Und zwar schnell! Im Haus bist du am Sichersten!“
Nott lief los und auch Neville Longbottom, der zugleich Hauslehrer von Gryffindor war, verließ die Gewächshäuser. Auf den Ländereien war Panik ausgebrochen. Alle Schüler rannten durcheinander auf das Haus zu, drängten sich durch die Tore, doch die Drachen waren schon da. Neville erkannte, dass auf den Drachen Männer saßen und er sah auch, dass ein Mann in einer fremden Sprache offenbar kommandierte. Einer der Ministeriumszauberer, die herbeigelaufen waren, sah das offenbar auch so und schickte einen Schockzauber auf den Anführer, doch der prallte ab. Offenbar war der Anführer magisch geschützt.
Neville geriet nun selbst in Panik. Er drängte sich durch seine Schüler und lief die Treppen zum Gryffindorturm hinauf. Noch liefen Schüler durch das Porträtloch. Erst etwa eine Stunde nach dem Angriff hatte er die Schüler soweit beruhigt, dass er die einzelnen Jahrgänge auf Vollständigkeit prüfen konnte.
„Teddy fehlt, Professor!“, rief ein Sechstklässler. Teddy Lupin war nicht nur Taufkind Harry Potters, er war auch, da er ebenfalls bei seiner Großmutter leben musste, so etwas wie Nevilles Liebling. Auch bei seinen Mitschülern war der freundliche Jäger der Quidditch-Mannschaft beliebt gewesen und so flossen einige Tränen.
„Wo war er zuletzt?“, fragte Neville.
Ein Siebtklässler meldete sich: „Wir haben Schach gespielt und nach zwei Partien eine Pause gemacht. Dann ist er...ähm..“
„Butterbier holen gegangen?“, fragte Neville. Der Schüler zuckte mit den Achseln. Es war Schülern verboten, die Küche zu betreten, doch es war offenes Geheimnis, dass die meisten es immer wieder taten. Das war im Moment allerdings nicht das Problem.
„Wer fehlt noch?“, fragte er, und mit Blick auf die Viertklässlerinnen: „Was ist mit Miss Weasley?“
„Wird mit einem von ihren Mackern rumgehängt sein. Keine Ahnung!“, knurrte ein Mädchen.
„Wenn Sie nichts wissen, Miss Jellosy, seien Sie ruhig!“, befahl Neville. Victoire war unbeliebt. Sie war eines der schönsten Mädchen in Hogwarts, galt aber als arrogant.
Neville zählte die Jahrgänge durch. Tatsächlich blieben Victoire und Ted die einzigen.
„Hört bitte zu!“, befahl Neville. „Ich werde nun zu Professor McGonagall gehen und ihr das mitteilen. Ihr bleibt hier im Gemeinschaftsraum – und zwar alle! Noch wissen wir nicht, ob die Angreifer schon weg sind und im Haus herumzustreunen ist lebens-gefährlich und daher verboten. Sobald ich entwarnen kann, werde ich es euch sagen!“
Neville stieg aus dem Porträtloch und ging hinaus auf die Treppe. Draußen begann er zu weinen, nachdem er sich drin zurückgehalten hatte. Ausgerechnet Harrys Patensohn und Bills und Fleurs Tochter hatte es treffen müssen!
Er ging hinunter zur großen Halle, wo er auf seinen ehemaligen Mitschüler Justin Finch-Fletchley traf, den Lehrer für Muggelkunde und Hauslehrer für Hufflepuff.
„Wie viele sind es bei euch?“, fragte Justin tonlos.
„Zwei. Miss Weasley und Mr. Lupin. Und bei euch?“ – „Vier!“, schrie Justin auf, völlig fertig mit den Nerven. „Ich habe selbst noch gesehen, wie einer James Hutchinson auf einen Drachen geholt hat.“
Auf dem Weg zum Direktorat trafen sie ihren ehemaligen Lehrer Filius Flitwick, den Hauslehrer für Ravenclaw. Dort wurden insgesamt drei Schüler vermisst.
Der Hauslehrer für Slytherin, Elias Zabini, der Lehrer für Verwandlungen, war schon im Direktorat, wo Direktorin Minerva McGonagall nervös auf und ab ging. Kurz nach den Hauslehrern kamen drei Ministeriumszauberer.
Sie gingen gemeinsam die Orte durch, wo die vermissten zuletzt gesehen worden waren. Die drei vermissten Slytherins waren identisch mit den drei, die Quidditch trainiert hatten. Die Ministeriumszauberer bestätigten, dass dort Drachen angegriffen hatten.
Zwei der vier vermissten Hufflepuffs waren zuletzt am See gesehen worden und auch dort hatten die Ministeriumszauberer Kampfspuren gesehen.
Zwei Ravenclaws waren in den verbotenen Wald gegangen, wo ebenfalls Spuren nachgewiesen werden konnten. Am Waldrand war ebenfalls das vermisste Pärchen aus Hufflepuff zuletzt gesehen worden.
„Außerdem haben wir am Waldrand verbrannte Knochen und einen Schuh gefunden. Derjenige, dem er gehört hat, war wohl nicht allein, denn das Gras war zu breit nieder-getreten. Die zweite Person ist aber spurlos verschwunden.“
„Kann das Anderson sein?“, fragte Flitwick. „Ihn hat den ganzen Tag niemand gesehen, und er kannte sich mit Versteckzaubern aus. Ich habe ihm schon einige Strafarbeiten gegeben, weil er unsichtbar Dinge angestellt hat. Näheres weiß Mr. Filch.“
„Dann war wohl der Zweite ein Mädchen“ vermutete Zabini. „Fehlt eines aus Gryffindor, Neville?“
Neville nickte. Zwar war ihm nicht aufgefallen, dass zwischen Victoire und Jonas Anderson etwas gelaufen war, aber es erschien ihm nicht unlogisch, dass der große, blonde Junge aus Ravenclaw und die schöne Veela-Nachkommin aus Gryffindor etwas miteinander hatten.
„Bleibt Teddy Lupin. Keiner von meinen Schülern weiß, wo er war“, gab Neville zu.
„Ich werde dem Ministerium schreiben“, entschied die Direktorin. „Und die Hauslehrer informieren bitte die Eltern der Vermissten. Ich muss euch nicht darauf aufmerksam machen, dass dies so schonend wie möglich geschehen soll. Im Übrigen sollten wir die Außengelände wohl vorsichtshalber sperren.“
„Glauben Sie wirklich, Frau Direktorin?“, fragte Zabini. „Bisher hat der Drachen-mörder nie zweimal am gleichen Ort zugeschlagen.“
„Im Moment können wir gar nicht zu vorsichtig sein, Elias“, widersprach Prof. McGonagall. „Ich hätte schon vorher verbieten sollen, rauszugehen. Ich fürchte, wenn das Ministerium den Täter nicht schnell findet, haben wir es bald mit einem zweiten Voldemort zu tun!“
Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und verbarg ihr Gesicht hinter ihren Händen.

Auch Neville musste weinen, als er in seinem Zimmer die Briefe an Andromeda Tonks sowie an Bill und Fleur Weasley aufsetzte. Auch Harry wollte er informieren. Zwar würde der als Auror sowieso bald von der Sache erfahren, doch als alter Freund und Teddys Pate hatte er das Recht, es sofort mitzubekommen.

Unter den Schülern machte sich Panik breit. Wieder einmal, wie zu Voldemorts Zeiten, wurden alle möglichen Arten von Amuletten verkauft. McGonagall bat die Hauslehrer, die Schüler noch einmal aufzuklären, dass die meisten dieser Schutzgegenstände nichts taugten. Es gebe einige wenige, die wirklich halfen, aber fast alles, was verkauft würde, sei Kopie.

Am nächsten Tag waren die meisten Schüler und Lehrer ziemlich fertig, sodass am Frühstückstisch kaum gesprochen wurde. Nur Elias Zabini war die Ruhe selbst; er fragte sogar Neville, was genau passiert war.
„Spinnst du? Die Drachen gestern?“
„Was für Drachen?“
Tatsächlich, Zabini erinnerte sich an nichts. Neville war erschrocken und sprach in einem Augenblick, als er sich unbeobachtet fühlte, mit Filius Flitwick.
„Sieht aus als hätte er einen Vergessenszauber abbekommen“, antwortete der. „Es würde mich lediglich interessieren, wie derjenige, der ihm diesen Zauber verpasst hat, ins Schloss gekommen ist.“
Neville bekam die Panik. Wenn man nicht einmal innerhalb der Mauern von Hogwarts sicher war, was dann?

--------------------------- SZENENWECHSEL:MINISTERIUM -----------------------------
Harry war elektrisiert, als er die Meldung durch den Sprechspiegel hörte: „Drachen-angriff auf Hogwarts!“ Sofort bestieg er seinen Besen und jagte den anderen Auroren und Ministeriumszauberern nach. Soviel er wusste, konnten Drachen nicht disapparieren, doch er brauchte einige Zeit, bis er die Angreifer fand. Sie rasten über den Ärmelkanal, über das Rheindelta hinweg hinein in den europäischen Kontinent. Sie waren schneller als die Auroren auf ihren Besen und Harry entschied sich schließlich, ins deutsche Zaubereiministerium zu disapparieren. Er erinnerte sich mit Mühe an das Deutsch, das er während seiner Aurorenausbildung gelernt hatte. „Drachen sind unterwegs – Ich glaube, die selben, die in München waren“, brachte er heraus und schon stiegen Zauberer in dunkelgrünen Uniformen in die Höhe. Auch den Deutschen gelang es jedoch nicht, die Drachen zu fangen. Der einzige deutsche Auror, der in die Nähe kam, verlor die Verbrecher aus den Augen, während er dem Avada-Kedavra-Fluch auswich.
Harry war wütend über sich selbst und alle anderen Beteiligten, als er die Verfolgung abbrechen musste. Was sollte er den Verwandten erzählen?

Beim Abendessen schrie er seinen Sohn Albus an, nur weil dieser versehentlich beim Essen Soße auf den Tisch gekleckert hatte. Ginny, die die Sache durchschaute, beruhigte Albus und bat Harry, sich auszuruhen. Harry verschwand ins Schlafzimmer, wo er blieb, bis Ginny die Kinder ins Bett gebracht hatte. Danach weinte er sich an der Seite seiner Frau aus.
Ginny war betroffen, als sie alles hörte. „Ich hoffe nur, man findet ihn schnell“, meinte sie.
„Schön wär’s! Wird aber nicht so einfach sein“, antwortete er. „Der Anführer dieser Bande ist nicht dumm.“
Harry graute es davor, mit Teds Großmutter Andromeda Tonks sowie Fleur und Bill zu sprechen. Er schob es sich für den nächsten Tag auf.

Bei der Aurorenbesprechung am nächsten Tag erfuhr er, dass die Drachenbande ziemlich sicher einen versteckten Platz irgendwo in Mitteleuropa aufgesucht hatte. Man wolle nun sämtliche Zaubereiministerien informieren.
Harry hatte ein schlechtes Gewissen, weil die Verbrecher ihm entkommen waren, doch Kingsley beruhigte ihn, dass Drachen eben schneller flögen als man mit Besen fliegen könne. „Es wird nur umso sicherer, dass jemand dahinter steckt, der eine Ahnung von Drachen hat“ meinte Kingsley. „Es ist alles andere als einfach, sie so lange und auf einer solchen Strecke unter Kontrolle zu halten.“
Auch die Abteilung für internationale magische Zusammenarbeit brachte keine erfreulichen Nachrichten. Die Deutschen hatten es nicht geschafft, die Österreicher hatten nicht einmal rechtzeitig die Verbrecher orten können und infolgedessen hatten auch die Ungarn nichts erreicht. Immerhin stellte sich heraus, dass die Drachenbe-schwörer ins Grenzgebiet zwischen Ungarn und Rumänien geflohen waren.
Harry schrieb auch an Leonidas Arcan, was herausgekommen war. Dessen Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

Sehr geehrter Herr Kollege.
gestern Abend hat Majescu unseren Mitarbeitern gesagt, dass ein Haus plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht ist. Er kann sich aber nicht erinnern, wo auf seinem Weg es war. Meine Kollegen glauben das nicht aber vielleicht hilft es Ihnen.
Beste Grüße, L. Arcan.


Um welches Haus konnte es sich handeln? Welches Haus stand mit Dracula in Verbindung? Harry erinnerte sich an Nicoletas Erzählung vom „dritten Schloss“. Er sprach mit Hermine darüber, die meinte, es habe nie ein drittes Schloss gegeben. Harry beschloss, der Sache trotzdem nachzugehen.

Schwer war der Gang zu den Familien der Toten, doch Harry fühlte sich dazu verpflichtet. Andromeda Tonks war völlig verheult: „Mir bleibt nichts erspart! Mein Mann, dann meine einzige Tochter, dann der Schwiegersohn und jetzt auch noch der Enkel“, kreischte sie. Ansonsten war sie kaum zu einer Äußerung fähig.

Bill und Fleur waren etwas gefasster, doch trotzdem noch sehr verbittert. Fleur weinte und Bill schimpfte, als Harry mit ihnen sprach, obwohl sie schon Nachricht aus Hogwarts bekommen hatten.
„Ich werde den Mörder finden, So bald wie möglich“, versprach er.
„Victoire `at ein Armband“, informierte ihn Fleur, als sie sich etwas gefasst hatte. „Wenn sie es berührt, weiß ich, wo sie ist.“
„Funktioniert das auch aus versteckten Gebäuden? Das einzige, was wir ziemlich sicher wissen, ist, dass der Ort, wo sich die Verbrecher aufhalten, versteckt ist“, fragte Harry, worauf Fleur keine Antwort wusste.

Zunächst einmal hatte sich jede Spur des Täters verloren, sodass Harry keine große Zuversicht hatte, sein Versprechen halten zu können.
Auch die Abteilungen für magische Strafverfolgung in anderen Ländern hatten wenig Erfolg. Man wusste nicht einmal genau, aus welchem Land die Verbrecher stammten, da man sie wenig sprechen gehört hatte.
Das einzige, was in den folgenden Tagen herauskam, war der Aufenthaltsort von Antonin Petrov, einem der ehemaligen Drachenbändiger. Er betrieb gemeinsam mit seiner Frau, deren Namen er angenommen hatte, einen Import und Export magischer Gegenstände nach und aus Deutschland.
Erfreulicherweise arbeiteten alle Ministerien zusammen und tauschten immer wieder Informationen aus, doch gab es wenige davon. In England wie auch anderswo flogen die Mitarbeiter der Abteilung für Strafverfolgung Tag und Nacht aus, doch der Verbrecher schien nicht nur sehr gut mit Drachen umgehen zu können, sondern sich auch auf Versteckzauber zu verstehen.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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16

Montag, 20. August 2007, 00:50

9. Kampf im Schloss

„Die magischen Koordinaten“, durchzuckte es Harry, während er wieder einmal eine schlaflose Nacht verbrachte. Am liebsten hätte er Leonidas Arcan selbst gefragt, was es damit auf sich hatte, doch fiel ihm rechtzeitig ein, dass der rumänische Auror wohl einen Grund gehabt hatte, den Inhalt des Briefes zu verstecken. Offensichtlich vermutete er entweder im rumänischen Ministerium Anhänger des Mörders oder befürchtete, dass diese das magische Postwesen im Griff hatten.
Statt dessen disapparierte Harry Potter am nächsten Morgen zu Charlie, nicht ohne ein Meldeband anzuziehen, mit dem er gegebenenfalls seine Kollegen zu Hilfe rufen konnte. Er traf ihn nicht an, da in Rumänien bereits später Vormittag war und Charlie Frühschicht hatte. Ein Kollege von Charlie sagte aber, dieser mache meist gegen halb elf Uhr eine kurze Pause; außerdem gebe es unter den Drachenwärtern ein Informations-system, mittels dessen man Charlie erreichen könne.
Tatsächlich gelang es ihm nach einiger Zeit, Charlie zu erwischen. Er fragte ihn nach den magischen Koordinaten, doch auch Charlie konnte mit den Angaben nichts anfangen. „Scheint hier in der Nähe zu sein. Offenbar haben sie im Ministerium einen Verdacht, dass dort unser spezieller Freund sitzt, wenn zwei Auroren und Nicoleta dort waren, aber Herr Potestat spielt ja wieder einmal den Stummen.“
„Glaubst du ehrlich, dass Nicoleta nach dem Drachenräuber gesucht hat? Ich meine, sie war doch noch ziemlich jung und unerfahren. Und dass Leonidas Arcan seine Tochter geopfert hat...“
„Ähm – naja, unerfahren war sie und hat – hatte – Angst vor Drachen. Hat sie mir selber gesagt. Irrwichte haben sich bei ihr immer in Drachen verzaubert. Also, wenn du mich fragst, nur aus Neugier war sie nicht hier.“
Harry hatte durchaus vermutete, dass Nicoleta im Auftrag ihres Vaters geheime Nach-forschungen durchführte. Was ihn jedoch verwunderte, war, dass sich Charlie plötzlich wegdrehte, nachdem er vorher schon seine Antworten recht zögerlich gegeben hatte. Gab es etwas, das er Harry nicht sagen wollte?
„Ich schau mir einmal diesen Platz an – unsichtbar versteht sich“, entschloss sich Harry.
„Sei bloß vorsichtig! Wenn dort wirklich die Lösung unseres Rätsels ist, wird es gefährlich für dich.“
„Keine Angst! Ich habe ein Meldeband und die Kollegen in England wissen Bescheid!“ beruhigte er seinen Schwager.

Mit diesen Worten disapparierte er und landete kurz darauf genau an dem Platz, dessen Koordinaten auf Leonidas Arcans Brief gestanden waren. Er befand sich in einer weiten Ebene, an deren Rand ein Wald begann. Nirgends war ein Mensch oder auch nur eine Spur menschlichen Lebens zu sehen. Er zückte seinen Zauberstab und sah sich um. Hier gab es kaum Verstecke und auch der Visualizo-Zauber brachte weder eine Person noch einen Gegenstand zum Vorschein. Er ging auf den Wald zu. Hatte er sich geirrt oder war die Karte falsch gezeichnet? Plötzlich stolperte er und lag in einem Bach. In seiner unmittelbaren Nähe kicherten zwei Männlein. Die Landschaft war nun auch nicht mehr eben, sondern hügelig. Illusionisten! Mist! Plötzlich spürte er, wie sein Zauberstab durch die Luft flog. Er selbst sah ein helles Licht, danach spürte er, wie ihn eine Kraft wegschleppte. Er fasste an sein Meldeband und dachte erst dann, dass das vermutlich eine ebensolche Dummheit war, wie allein hierher zu apparieren.
Sekunden später befand er sich in einem völlig dunklen Raum. Er spürte, dass er auf Steinplatten saß, stand auf und griff instinktiv nach seinem Zauberstab, um den Lichtzauber zu machen.
„Dein Zauberstab ist bei mir, Harry Potter!“ ertönte eine laute Stimme hinter ihm. „Aber keine Sorge, er würde dir ohnehin nichts nützen! Ich bin gut geschützt!“
Harry drehte sich um und ein Licht erschien, so hell, dass es ihn beinahe blendete. Das Licht wurde schwächer und Harry erkannte die Umrisse eines Mannes, der auf einem riesigen Thron saß. Hinter dem Thron erkannte Harry das Symbol des Blutordens in Gold.
Harry war vor Schreck wie versteinert. Was hatte der Mann vor? Und woher kannte er seinen Namen?
Der Mann war groß und schien weiße oder zumindest helle Haare zu haben. Näheres konnte Harry im Dämmerlicht nicht erkennen.
„Darf ich vorstellen: Graf Almorth, der Erbe Draculas, auf dem Weg, der größte Schwarze Magier zu werden. Hier ist dein Zauberstab, aber du wirst ihn weder bekommen noch je wieder brauchen, höhöhö!“
„Was willst du, Almorth?“, fragte Harry. „Willst du Menschen Blut aussaugen? Was hast du damit vor? Schon Dracula hat...“
Graf Almorth lachte höhnisch: „Du meinst, dass du mir, dem Erben Draculas, erzählen musst, dass die Legende vom Blutzauber falsch ist. Nein, ich habe etwas ganz anderes vor.“
„Und was?“
„Soll ich dir wirklich eine wahre Antwort geben? – Obwohl, heute abend wirst du tot sein und uns nicht mehr schaden können, also warum nicht:
Den Blutzauber gibt es nicht. Aber das Blutritual. Meine Männer haben Blut getrunken, um mir die Treue zu beweisen. Dieses Blut habe ich mit einem speziellen Trank, dessen Rezept nur mir bekannt ist, vermischt. Seitdem können sie nicht mehr ohne Blut leben und folgen mir bedingungslos, solange sie Blut bekommen. Nein, ich habe etwas anderes vor: Mittels meiner Sklaven werde ich die Welt erobern. Die einen werden Angst vor mir haben, die anderen mit ihren Angriffen scheitern. Das könntest du auch eurem Spaßmacher von einem Minister erzählen, wenn dich nicht vorher meine Leute ausgesaugt hätten. Dein Blut wird ihnen gut schmecken, höhöhö!“
„Was hast du vor? Willst du die ganze Welt aussaugen?“
„Du naiver Junge! Wundert mich, dass in England so etwas Auror wird.
Die Kinder aus Hogwarts und Beauxbattons und die Zuschauer vom Endspiel sind nur Nahrung für meine Bluttrinker. Die brauche ich, bis ich der mächtigste Zauberer der Welt bin. Niemand wird mich aufhalten, denn die Bluttrinker kämpfen auch aussichtslose Schlachten für mich und die Drachen tun den Rest. Im Übrigen schützt mich Draculas Medaillon vor jeder Magie.
Wenn ich die Macht einmal habe, werden meine Drachen die Bluttrinker fressen. Wer mir gehorcht, soll weiterleben. Nur die, die sich mir in den Weg stellen, Leute wie Meganov bringe ich um. Dein Minister wird demnächst einen Brief von mir bekommen, dass er sich ruhig halten soll; wenn er es nicht tut, werde ich ihn unter den Imperius-Fluch stellen; wenn das auch nichts nützt, ist er bei Meganov – und dir, denn auch du wirst morgen nicht mehr leben.“
Harrys Hemd war durchgeschwitzt. Die Brutalität und Kaltblütigkeit dieses Mannes erschreckte ihn ebenso wie die Aussicht auf den Tod, egal wie lange er ein erfolgreicher Auror war.
„Ich habe meine Lauscher auch in eurem Ministerium und vor allem, ich weiß alles über dich. Nett, wie du Voldemort um die Ecke gebracht hast. Aber letztlich, gib es zu, hast du nur Dusel gehabt. Wenn ich dich jetzt töte, habe ich mehr geschafft als selbst Voldemort.“
„Und was haben die Kinder damit zu tun? Töte mich, wenn du willst, aber lass die Kinder, die du entführt hast, in Ruhe!“
Der Mann lachte wieder höhnisch auf. „Glaubst du ernsthaft, du könntest mir noch etwas befehlen, Potter? Und überhaupt: Auf die Knie und sag „Exzellenz“ zu mir! Crucio!“ Harry konnte nicht mehr ausweichen; er wand sich vor Schmerzen, doch entging ihm nicht, dass sein Gegenüber sich überrascht umsah.
„Accio! Expelliarmus!“ sagte der Mann lässig, deutete aber nicht in Harry Richtung. Also war noch jemand im Raum und der Mann konnte im Dunkeln sehen.
Im nächsten Moment hörte Harry ihn fluchen; was immer Almorth zu sich bringen wollte, er hatte es nicht geschafft.
„Dann behalt deinen Zauberstab, Weibsbild!“, schimpfte Almorth. „Er nützt dir nichts. Schau: Ich trage Draculas Amulett, das mich gegen Flüche unverwundbar macht!“
Harry versuchte wütend, den Mann anzugreifen, doch ein Schutzzauber warf ihn zurück und auf die Knie.
Die Frau rannte in den Raum: „Dissolvio!“ Harry erschrak: War das Fleurs Stimme? Wie war sie durch den Schutz- und Versteckzauber ins Schloss gekommen?
„Protego!“, kam die Antwort. „Findest du wohl witzig, was? Na gut, du bist ganz hübsch, also lass ich dich leben – solange ich meinen Spaß mit dir haben kann. Aber dich, Potter, gebe ich den Drachen zum Futter. Vinculo!“ Augenblicklich lag Harry in Fesseln.
„Gib meine Tochter `eraus!“, schrie Fleur. „Aber sofort!“
„Hättest du gern, du dummes Weib!“, spottete Almorth. „Wenn du schön brav bist, werde ich meine Leute zurückhalten. Ich werde meinen Spaß mit dir und deiner Tochter haben und euch Zeit leben lassen. Aber wenn du Probleme machst, saugen dich meine Bluttrinker aus. Also versuchen wir es im Guten! Auf die Knie und Zauberstab loslassen!“
Harry drückte die Daumen für Fleur. Warum? Welche Hoffnung hatte er? Was immer sie tun würde, es war aussichtslos. Wenn sie weiterhin widerstand, würde er sie töten, wenn nicht, vielleicht auch; er selbst als Auror war sowieso so gut wie tot. Wenn er sich nur von Ginny und den Kindern hätte verabschieden können!
Er hörte nun wieder Almorths Stimme: „Deine Tochter macht sich übrigens gut im Bett! Wenn sie weiter so macht, darf sie noch länger leben. Sei froh darum, die Bluttrinker sind nicht so nett wie ich!“
Harry drehte sich um und erschrak, als er Fleurs Gesicht sah. Alle Schönheit und Güte war gewichen; aus ihrem Gesicht blickte der blanke Hass; die Nase war, ein Ergebnis ihres Veela-Erbes, spitz wie der Schnabel eines Raubvogels geworden. Sie hob den Stab und...
„Avada Kedavra!“
Das kann nicht wahr sein, dachte Harry. Ein grüner Blitz schoss auf Almorth, das Amulett blinkte, der Mann schrie, fiel um und blieb regungslos liegen.
„Accio!“ sagte Fleur, deutete erst auf das Amulett, dann auf Harrys Zauberstab, der ihr zuflog, während das Amulett immer noch um den Hals des Mannes hing. Fleur löste Harrys Fesseln und gab ihm den Zauberstab. Harry hörte den Mann röcheln, langsam bewegte er seine Finger zum Amulett, doch da stand Fleur bei ihm. Sie nahm ihm das Amulett ab. Harry hatte noch den Eindruck, als ob der Mann leise „Bitte nicht!“ sagte, doch danach starb er endgültig.
„Fleur! Wie bist du hierher gekommen? Und seit wann beherrschst du unverzeihliche Flüche – halt! Bist du überhaupt Fleur?“
„Fleur Weasley, geborene Delacour, Tochter von Adrien und Apolline. Wir `aben uns beim Trimagischen Turnier kennen gelernt.“
„Entschuldigung, ich wollte nur sicher gehen.“
„Nicht wichtig, ´arry! Dort, ´inter dem Thron, sind die Kinder, ist meine Tochter Victoire. Ich spüre es! Das Meldeband wirkt.“
„Lumos“ sagte Harry und deutete auf die Wand hinter sich. Es blieb eine Wand ohne irgendein Porträt oder ähnliches, das eine Öffnung verstecken könnte. Er versuchte den Alohomora-Zauber, danach weitere Öffnungszauber, doch keiner wirkte.
„Entweder muss man eine bestimmte Stelle berühren oder es gibt ein Passwort“ vermutete er. „Gehen wir hinaus und holen Verstärkung ab, vielleicht hat jemand Ahnung von Almorths Passwortvorlieben!“
Harry hoffte, dass das Schloss nur durch einen normalen Versteckzauber geschützt war, der brechen würde, sobald jemand, der es betreten hatte, jemand anderen einließ.
Fleur ging auf die Wand zu und leuchtete sie mit ihrem Zauberstab ab.
„Vorsicht!“ schrie Harry noch, rannte neben sie und nahm gerade noch den grünen Strahl wahr, der aus dem Nichts auftauchte. Blitzschnell riss er Fleur um. „Entschuldigung, aber...“
„Du musst dich nicht entschuldigen! Du ´ast mir gerade das Leben gerettet!“ brachte Fleur heraus.
„Und du mir vorhin! Jetzt aber zum anderen. Wir müssen sie unschädlich machen, bevor sie uns töten. – Wer bist du? Zeige dich! Visualizo!“ Harry deutete in die Richtung, aus der der Todesfluch gekommen war. Beim zweiten Versuch wurde er fündig. „Stupor! Expelliarmus!“ brüllte er einen riesigen Zauberer an, der soeben sichtbar geworden war.
„Warum `at der Wächter bisher nicht reagiert?“, wunderte sich Fleur.
Harry zuckte mit den Schultern. „Wir müssen jedenfalls damit rechnen, dass er nicht allein ist. Wir müssen raus, es geht nicht anders!“
„Aber...die Kinder! Victoire?!“
„Victoire wird nicht dadurch gerettet, dass wir hier stehen bleiben und auch nicht dadurch, dass wir umgebracht werden. Los!“, antwortete Harry scharf.
Hinter sich hörten sie plötzlich ein Klacken wie von Frauenschuhen auf dem Steinboden. Er drehte sich um, doch er sah nichts. Die Frau konnte offenbar im Dunkeln sehen, denn sie rannte regelrecht. Schon war das Klacken an ihm vorbei. „Kinder sind hier? Hinter Wande? Passwort sichert?“ hörten sie eine Stimme mit rumänischem Akzent.
„Ich glaube!“, brachte Harry heraus. Die Frau lief an ihm vorbei und im Licht seines Zauberstabs erkannte er Nicoleta. Ihre Augen leuchteten unnatürlich hell. „Bist du Nicoleta Arcan?“ fragte er. „Wovor fürchtest du dich am Meisten?“
„Drachen!“ hörte er die Antwort. „kennen gelernt dich habe in Ministerium, Büro von Adrian Purcell, gekommen bist mit Charlie Weasley. Zwei Tage später warst bei Vatern zum Essen, Nicht bin tote, aber mehr spät ich sage!“
Sie drehte sich um und lief zur Wand, tastete diese ab. „Nicht! Vorsicht!“ schrie Harry noch, doch Nicoleta ließ sich nicht beirren, berührte die Wand, malte mit den Fingern etwas darauf und begann mit einem Singsang. Was hatte sie vor? Glaubte sie, so die Wand öffnen zu können?
Draußen war Lärm zu hören. Offenbar waren die Bluttrinker oder andere Anhänger Almorths auf sie aufmerksam geworden. Jemand stieß die Tür auf, doch Harry war auf dem Posten: „Stupor“. Der Angreifer fiel um. Mit einem Expelliarmus-Zauber brachte Harry dessen Zauberstab an sich und mit einem Bindezauber fesselte er den Angreifer.
„Tür schließen!“ befahl Fleur und tat es mit einem Zauber. Harry sah sie zittern.
Was sollten sie tun? Sie konnten den Saal nicht verlassen, wenn draußen Almorths Leute waren. Harry hatte außerdem keine Ahnung, wie er mit den gefangenen Kindern aus dem Schloss kommen sollte. Er saß in der Falle und sein ganzes Wissen als Auror nützte ihm nichts, ebenso wenig wie ihm Fleur oder Nicoleta würden helfen können. Dass Almorth tot war, verhinderte vielleicht spätere Opfer, doch half es weder Harry, noch Fleur, noch Nicoleta, noch den Kindern, die hinter der Mauer gefangen waren.
Nicoleta war weiter am Werk, doch das Verhängnis nahte: „Avada Kedavra!“, flüsterte eine Stimme. Ein grüner Blitz schoss direkt auf sie zu. Noch einer von rechts einen Moment später.
„Neiinnn!“ schrieen Harry und Fleur gleichzeitig.
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Samstag, 25. August 2007, 21:24

10. 1. Befreiung

Allen stillen Lesern mit Bitte um Kommentar gewidmet

Harry schloss die Augen und kämpfte mit den Tränen: Nun musste er zusehen, wie das plötzlich wieder auferstandene Mädchen nun doch getötet wurde. Immerhin, er würde die Angreifer stellen.
Als er die Augen wieder öffnete, staunte er: Da stand Nicoleta, in ein grünes Licht gehüllt, doch sie stand fest, während weiter grüne Strahlen auf sie zuschossen, als ob diese nur Scherzartikel seien. Endlich hörte sie auf, mit den Fingern an die Wand zu malen. Sie drehte sich nach rechts, zückte ihren Zauberstab und schrie „Visualizo“ und „Petrificus Totalus“. Auf Anhieb traf sie den unsichtbaren Angreifer, ebenso, als sie sich umdrehte und die anderen Angreifer lahm legte. Darauf sah sie sich noch kurz um. „Sind weg!“, sagte sie.
„Was ist...?“ brachte Harry heraus. „Waren das keine Flüche?“
„Doch, waren es. Diese waren – nescutabili – unvergebbare, sagt sich das? Aber ich habe sein Amulett!“ Sie öffnete den obersten Knopf ihrer Bluse und zeigte ein Amulett her, das dem Almorths glich wie ein Ei dem anderen.
„Ist das `ier nicht das echte?“, fragte Fleur und zeigte ihr das Amulett, das sie Almorth weggenommen hatte.
„Es ist. Hat mehr als eines“, antwortete Nicoleta und wandte sich wieder der Wand zu. „Dracu! Mist!“, fluchte sie.
„Was ist passiert?“, wollte Harry wissen.
„Es hat oft in Wänden, alten, Tiere, welche sind Talismanen. Der Zauber, welchen ich gemacht, hat gemacht Talismanen leben. Hier aber hat nur eine Schlange; ich nicht kann Parsel.“
„Von dem Zauber habe ich noch nie gehört. Aber ich kann Parsel“, sagte Harry und trat vor. Er brauchte lange, um im Licht seines Zauberstabs die Schlangenfigur zu finden. Die Worte auf Parsel kamen nicht mehr automatisch; vieles davon war in dem Horkrux, der einst in ihm gesteckt war, geblieben, nachdem Voldemort versucht hatte, ihn zu töten, doch unter höchster Konzentration erinnerte er sich.
„ Gibt es ein Passwort?“ fragte er und die Schlange antwortete Unverständliches.
„Glori je Puter Nicoli, - morte sklabu luj“ wiederholte er in normaler Sprache.
Die beiden Frauen legten die Stirn in Falten.
Schließlich griff sich Nicoleta an den Kopf: „Klar: ’Glorie puternicului, moarte slabului’ Draculas Wahlspruch: Ehre dem Starken, Tod dem Schwachen!“
Die Wand öffnete sich in ihrer ganzen Breite, doch Harry und Fleur sahen trotz dem Licht ihrer Zauberstäbe nur schwarz. Sie hörten allerdings ein vielstimmiges, markerschütterndes Schreien.
„Calm! Prieteni suntem!“ rief Nicoleta. „Ruhig! Freunde wir sind!“
Harry wiederholte es auf Deutsch und Englisch, Fleur auf Französisch.
„Ich bin Auror Harry Potter“, sagte Harry. „Bei mir sind Fleur Weasley, Victoires Mutter, und Nicoleta Arcan, eine Kollegin aus Rumänien.“
„C’est l’auror Harry Potter. Moi, je suis Fleur Weasley, la mère de Victoire. Avec nous est Melle Nicoleta Arcan, une aurore de la Roumaine" übersetzte Fleur prompt.
Harry versuchte, den schwarzen Nebel wegzuzaubern, doch seine ersten Versuche gingen daneben. Währenddessen deutete Nicoleta mit ihrem Zauberstab in die Dunkelheit: „Accio!“
Im nächsten Moment hatte sie einen Besen in der Hand, setzte sich darauf und flog in das tiefe Schwarz. Kurz darauf sah Harry zwei Lichter, die sich als Nicoletas Augen entpuppten. Sie kehrte mit einem Jungen wieder, der sich verstört Harry zuwandte. Nicoleta machte kehrt; die zweite Person, die sie brachte, war Victoire. „Maman! Enfin!“, schrie sie und fiel Fleur in die Arme. Mutter und Tochter weinten vor Freude.
„Acclaro! Dissolvio! Ammanesco! Pulvus deleo!“ rief Harry, während er den Zauberstab in das dunkle Verlies streckte. Endlich wurde es heller und er konnte schemenhaft etwa zehn Kinder und drei Erwachsene, die zehn Meter tiefer auf dem Boden saßen, erkennen. Drei Besen waren in großer Höhe angebracht. Wie Nicoleta zuvor beschwor er den Besen herbei und half ihr, die Gefangenen einzeln zu befreien.
Kurz darauf saßen die bisherigen Gefangenen in der Halle. Scheu blickten sie auf ihre Retter. „Wir müssen noch warten, bis wir gehen können. Noch wissen wir nicht, was draußen los ist!“, warnte Harry. „Die Wachen sind sicher alarmiert und Almorth hat ja auch noch Drachen. Bleibt bitte solange hier!“
Er trat zur Tür, zog seinen Zauberstab und öffnete sie mit dem Alohomora-Zauber. Draußen ertönte wilder Kampfeslärm. Er ging eine Treppe nach unten, als er plötzlich Nicoleta hinter sich hörte.
„Was willst du? Pass auf die Leute auf!“, herrschte er sie an.
„Besser ist, wenn wir sind zwei“, widersprach sie. „Wenn du gehst in – trap – wie sagt sich, wenn Feinde sind überall ringsum dich?“
„Falle“ ergänzte Harry.
„Ja. – Wenn du gehst in Falle, wieder, besser ist, wenn sind zwei – dann ich kann tun etwas.“
Da hatte sie Recht und trotz ihrer Angst vor Drachen begleitete sie ihn weiter. Sie hörten Schritte. Beide zogen ihre Zauberstäbe. Was kam da?
„Cine sunteci – wer seid ihr?“, hörten sie eine Männerstimme. Harry drückte sich hinter einen Mauervorsprung: „Und wer seid ihr?“, rief er mit gezücktem Zauberstab.
„Ministeri für Magie!“ kam die Antwort.
„Parol – Passwort!“, verlangte Nicoleta.
„Fortes fortuna iuvat“ antwortete der Mann.
Das Mädchen war zufrieden: „Gut. Bin Nicoleta Arcan, des Leonidas Tochter. Mit mich ist Harry Potter, Auror, ein englischer.“
„Nicoleta Arcan? Du lügst!“ schrie der Ministeriumszauberer. „Nicoleta Arcan ist tot – e morta.“
Die folgenden Wortwechsel geschahen auf Rumänisch, sodass Harry nichts verstand. Offenbar stellte der Ministeriumszauberer Identifikationsfragen an Nicoleta. Die schienen zu seiner Zufriedenheit auszufallen, denn endlich zeigten sich die rumänischen Zauberer.
„Wie kann sein?“, fragte einer. „Wir alle gesehen, dass des Leonidas Arcans Tochter ist tot.“
„Das können wir später bereden“ unterbrach Harry ungeduldig. „Wie sieht es aus? Findet draußen noch ein Kampf statt? Sind Leute Almorths im Haus?“
Der Rumäne verstand nicht richtig, doch Nicoleta übersetzte.
„Auror sagt, Leute des Almorth kämpfen gegen einander“, übersetzte sie.
„Wie bitte? Sie kämpfen gegeneinander? Sie töten ihre eigenen Kumpane?“, fragte Harry überrascht. Das Mädchen nickte.
„Warum das?“, fragte Harry. „De ce?“ übersetzte Nicoleta.
Der Auror zuckte mit den Schultern. Immerhin, diese Körpersprache war international.
Danach sagte der Mann noch etwas.
„Sind Drachen außen. Viele, zehn mindest“, übersetzte Nicoleta.
Harry fragte, ob die Drachenwärter informiert worden seien, was bejaht wurde. Außerdem informierte er die Rumänen, dass in der Halle gefangene Kinder seien. „Wir müssen verhindern, dass die Kinder ins Freie gehen, wenn dort noch Drachen sind“, informierte er.
Nicoleta übersetzte; der Auror antwortete. „Er sagt, er wird das tun, welches du willst“, übersetzte das Mädchen ins Englische. „Aber auch muss suchen, ob noch andere sind im Kastell.“
Der Auror sagte etwas zu seinen Leuten, was Harry angesichts der Schärfe des Tonfalls als Befehle erkannte. Einer der Rumänen begleitete Harry und Nicoleta zum Ausgang. Leise fluchte er, als er die Tür öffnete. Harry erkannte, warum: Die Holztreppe vom Boden zum Eingang war verbrannt. „Wir haben Besen“, beruhigte er den Rumänen.
Draußen kämpften englische und rumänische Ministeriumszauberer verzweifelt mit den Drachen. Harry sah auch Charlie und zwei andere Männer, offenbar seine Kollegen, die etwas aus der Luft nach unten schrieen.
„Alles gehorcht Mr. Weasley“, befahl Harry. „Er kennt sich aus mit Drachen.“
Nicoleta übersetzte ins Rumänische. Ein Großteil der Zauberer schaute nach oben.
„Bildet Fünfergruppen! Formatsi grupuri a cinci oameni!“ schrie Charlie mit magisch verstärkter Stimme. „Jeweils gemeinsam auf einen Drachen! Haltet die Zauberstäbe bereit! Einer zählt bis drei. Bei ‚drei’ zugleich schocken!“, befahl er auf Englisch und Rumänisch.
Da sah Harry einen Jungen, den er kannte, unter den englischen Auroren. Es war Ted Lupin.
„Teddy! Was machst du hier? Bist du entkommen?“, fragte er.
„Nein! Ich bin hierher appariert. Habe das Apparieren vorher heimlich geübt. Und dann ist Tante Fleur hereingekommen, in diese Festung. Und diese Rumänin hat das Passwort gewusst.“ Er zeigte auf Nicoleta. „Wie geht es Victoire? Lebt sie noch?“
„Ja! Im Gegensatz zu dir, wenn du hier bleibst. Drachen sind schon für erwachsene Zauberer gefährliche Tiere.“
„Ich bin fast erwachsen! Ich...“
„Teddy!“, unterbrach ihn Harry. „Ich hab was dagegen, dass du dich hier in Lebensgefahr begibst. Wir haben es hier mit Drachen und mit Schwarzen Magiern der übelsten Sorte zu tun. Das ist was für erfahrene Kämpfer. Ich will, dass du heil nach Hause kommst.“
Teddy wollte wieder protestieren, als Harry etwas einfiel: „Aber du kannst uns helfen! Wenn du so gut apparieren kannst: Desappariere so nah wie möglich an Hogwarts und bring Hagrid her! Wenn jemand mit diesen Biestern fertig wird, dann er.“
Teddy gehorchte und lief aus dem Burggarten, wo er disapparieren konnte. Währenddessen kämpften die Zauberer. Sie hatten einige Erfolge, doch da fast so viele Drachen wie Zauberer in der Luft waren, mussten sie oft Flammen ausweichen und hatten zu tun, um am Leben zu bleiben.
Als nach einer Viertelstunde das Brummen eines riesigen Motorrads durch die Luft drang, waren noch mindestens sechs oder sieben Drachen wach. Einer davon griff gerade Charlie an, als Hagrids Stimme ertönte:
„Komm! Bist `n liebes Tier! Lass den Charlie doch, der will dir nichts Böses! Komm hierher zu Papa Hagrid!“ Das riesige Ungetüm folgte wie ein braves Hündchen. Noch ein anderer Drache verschwand zu dem Halbriesen, der mit den beiden Drachen zu spielen schien wie mit kleinen Hunden. Er klopfte sie auf ihre schuppigen Hälse, streckte seine gewaltigen Hände nach ihren noch gewaltigeren Köpfen.
„Komm! Mein lieber, kleiner Norbert! Komm!“, lockte Hagrid einen dritten Drachen, einen Norwegischen Stachelbuckel.
„Bin ich froh, dass wir dieses Vieh los sind!“, kommentierte ein Ministeriumszauberer, während Hagrid mit dem „lieben Kleinen“, der so groß war wie ein Haus, liebkoste.
„Nur noch drei!“, rief Charlie erleichtert. „Los, ihr da! Zauberstäbe bereit! Eins, zwei und drei! – Stupor! Der Fluch gelang und ein Drache fiel mit Donner zu Boden.
„Tut ihnen nicht weh!“, schrie Charlie in Hagrids Richtung, während einem englischen Team ein Schockfluch misslang. Charlie flog einen Drachen direkt an, um ihn von einem von Harrys Kollegen abzulenken, der so gut wie sicher verbrannt worden wäre. Charlie schoss in den Himmel und schlug einen Haken, während der Drachen an ihm vorbei sauste.
„Welch tapferer Mann!“, bewunderte Nicoleta.
„Unu, doi, trei – Stupor!“ hörte Harry laut über sich. Die rumänische Gruppe hatte Erfolg und direkt vor Harry sauste ein weiterer Drache, ein Ungarischer Hornschwanz, zu Boden. Harry selbst flog zu Charlie und gemeinsam mit vier anderen erledigten sie den letzten Drachen.
Hagrid vergnügte sich mit den drei übrigen Drachen, als ob es das Normalste der Welt sei. „Tolle Geschöpfe!“ schrie er immer wieder.
„Bring sie dann zurück ins Reservat, bitte! Das ist für sie und für alle Menschen das Beste!“, rief Charlie ihm zu.
Währenddessen flog ein rumänischer Zauberer auf das Burgtor. Harry erkannte Leonidas Arcan. „Nicoleto! Ce miracol! Welch Wunder!“ rief er und schloss seine Tochter in die Arme. „Wie kann sein, dass du lebst?“
Harry vergewisserte sich inzwischen, dass es keinen Widerstand mehr gab. Zwischen zwanzig und dreißig erstarrte Drachen lagen auf dem Boden. In der Nähe lag eine größere Menge Menschen, ebenfalls erstarrt.
„Passt auf, wenn die Drachen aufwachen!“ befahl Charlie. „Werden hoffentlich nicht alle zur gleichen Zeit wach. Wenn es soweit ist, bringen wir sie einzeln ins Reservat.“
Danach gesellte er sich zu Vater und Tochter Arcan.
„Was ist mit den Leuten, Sam?“, fragte Harry einen Kollegen.
„Das sind die Typen, die uns angreifen wollten. Dieser rumänische Kollege“ – er zeigte auf Nicoletas Vater – „hat uns geraten, eine geschlossene Front zu bilden. War auch richtig: Sie haben noch zweimal angegriffen und sind dann übereinander hergefallen. Völlig durchgedreht. Haben einander gebissen wie Vampire ihre Opfer. Wir haben sie anschließend geschockt. War für alle das Beste. Was meinst du, was wir jetzt machen?“
„Fesseln und in die nächsten magischen Krankenhäuser bringen! Sagt unbedingt den Heilern Bescheid, dass die Leute gefährlich und aggressiv sind“ entschied Harry.
Er ging ins Schloss und informierte Fleur und die Kinder, dass es nun keine Gefahr mehr gebe. „Bitte folgt mir nach draußen!“, bat er die Kinder.
Draußen hatten die Ministeriumszauberer bereits mit dem Abtransport der gefangenen Leute Almorths nach St. Mungos beziehungsweise Salutable mittels Besen begonnen. Charlie näherte sich auch schon dem ersten Drachen. „Er macht die Augen auf. Leute, kommt, noch ist er schwach! Bei „drei“ einen Imperius-Fluch, dass er mir ins Reservat folgt.“
Harry wandte sich inzwischen den Kindern zu: „Wer kommt aus England?“ Vier Hände gingen in die Höhe. Er beschwor einen Balken, der von der Holztreppe übrig geblieben war, herbei. „Nehmt euch Besen und fliegt dorthin vor das Tor!“, befahl er den Kindern und deutete auf den herumliegenden Besen, der einem der Gefangenen gehört haben musste. „Accio!“
Drei der Kinder gelang der Zauber, dem vierten musste Harry helfen.
„Victoire! Flieg mit ihnen! Ich muss etwas erledigen!“, befahl Fleur ihrer Tochter, die zwar maulte, aber dann doch kam.
„Also“ erklärte Harry, als alle Engländer glücklich vor dem Tor angekommen waren. „Ich werde jetzt diesen Balken in einen Portschlüssel verwandeln. Auf mein Kommando greift ihr alle hin und wir verschwinden alle in unser Zaubereiministerium. Dort sagt ihr den Mitarbeitern, wer ihr seid. Sie werden eure Eltern informieren und bis heute Abend seid ihr alle daheim oder in Hogwarts. Alles klar?“
Die Kinder nickten.
„Also gut:Portus! Bei „drei“ alle zugleich die Hände zum Balken! Eins – zwei – und Achtung! – drei!“
Der Zauber gelang und sie landeten tatsächlich vor dem Londoner Ministerium. Drin erklang die Stimme, die nach dem Begehr fragte doch Harry sagte einfach das Passwort, um hinein zu gelangen. Er ging mit den Kindern in ein Büro. „Clarisse, ich bring dir hier Kinder, die beim Drachenangriff auf Hogwarts entführt worden sind. Nimm ihre Daten auf und sorge dafür, dass alle von den Eltern abgeholt werden! – Kinder, ihr sagt der netten Dame bitte eure Namen und die Namen eurer Eltern! Außerdem schreibt bitte kurz auf, was passiert ist! Ich muss dann zurück!“
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18

Samstag, 25. August 2007, 21:25

10.2 Befreiung (2)

Geteilt wegen Überlänge

Er flog mit dem Portschlüssel zurück und sah Fleur mit drei anderen Kindern vor dem Schloss stehen. Sie erklärte diesen auf Französisch die Handhabung eines Portschlüssels, als den sie offenbar ihren Hut ausersehen hatte. „Alors – un – deux – et: trois!“ kommandierte sie. Fleur und die Franzosen verschwanden.
Die Drachen hatten sich deutlich dezimiert und die Gefangenen waren schon alle weggebracht. Im Burggarten unterhielt sich eine der erwachsenen Frauen auf Deutsch mit einem fremden Zauberer.
„Roland Hengst, deutsches Zaubereiministerium!“, stellte sich der Mann vor. „Außer dieser Dame sind keine Deutschen gefunden worden?“ Harry sah fragend zu Leonidas Arcan hinauf, der nun wieder am Portal erschien. „Nicht, die noch leben!“, sagte der Rumäne. „Ich bedaure.“
Kurz darauf flog Natascha Krumova herbei, in ihrer Begleitung ein Mann, der offenbar bulgarischer Ministeriumszauberer war. Sie stürzte auf eine der verbliebenen Frauen zu „Ivo!“ rief sie und umarmte sie. „Natascho! Kolko radost! Welche Freude!“, reagierte die andere. Es war die vermisste Jägerin Iva Makojina, wie der bulgarische Ministeriumszauberer bestätigte. Sie disapparierte gemeinsam mit Viktors Frau.
„Venitsi cu mie, va rog!“, befahl Leonidas Arcan der dritten Frau und den beiden Kindern, die noch im Schloss standen. Sie flogen ebenfalls auf Besen vor die Tür, auch Leonidas Arcan benutzte einen Portschlüssel. „Wir auch gehen in Ministerium, in unseres“, erklärte er Harry. „Wie Franzosen, wie ihr. Und du!“ wandte er sich an seine Tochter „erkläre, bitte auch Mr. Potter!“
Während Vater Arcans kräftige Stimme kommandierte „Unu, doi si – trei!“ und die rumänischen Befreiten verschwanden, kam Nicoleta zu Harry. Sie weinte.
„Sie haben gefunden eine Menge, eine große, der Toten“, berichtete sie. „Almorth und Sklaven haben Blut getrunken, dieser Leute. Vater fürchtet, alle anderen sind tot.“
Harry nahm sie in den Arm. „Immerhin, einige haben wir retten können. Aber wie bist du in dieses Schloss gekommen? Es war doch versteckt.“
Nicoleta zögerte. „Es ist das dritte Schloss. Nur der Erbe kennt es. Das war auch das Geheimnis: Numai mo_tenitor cunoa_te pe castel treilea – Nur der Erbe kennt das dritte Schloss. Ich bin gekommen mit Zauberern von Ministerium. Charlie hat informiert sie, als er gespürt, du warst gefangen. Dann sind Zauberer hinein, hinter mir. Ich..“ Sie zögerte nochmals. „bin eine Erbe – wie Almorth. Habe ein Amulett, wie Almorth und habe magische Augen, wie Almorth.“
„Und wie kam Fleur ins Schloss? Und warum hielten dich alle für tot.“
„Wie Fleur kam, ich nicht weiß. Musst Fleur fragen. Die Person, die tote, war Minescu, nicht ich. Ich habe ihn aussehen gemacht wie ich.“
„Und warum das ganze? Ich verstehe immer noch nichts“, fragte Harry nach. Das Mädchen rang nach einer Antwort.
„Geschichte ist lang“, sagte sie nur.
„Wir feiern nächsten Sonntag bei mir den Erfolg. Sag auch deinem Vater Bescheid, ihr seid eingeladen! Ich schicke euch eine Eule. Dann können wir alles klären.
„Vielen Dank, Harry!“ Sie fiel ihm um den Hals. Er wies sie sanft ab und verabschiedete sich, um nach England zu disapparieren und im Ministerium Bericht zu erstatten.
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Sluggy

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Sonntag, 26. August 2007, 12:22

Hallo HufflepuffsUrenkel,

ich hab jetzt erst den ersten Beitrag deiner FF gelesen. Ich finde ihn sehr schön geschrieben und es sind auch schon einige Rätsel drin versteckt (wer stahl die Drachen?, wozu?, ...)

Jetzt hab ich alles gelesen. Fand es wirklich schön und spannend. Nur ab und an ging es etwas durcheinander (bei der Entführung der Kinder und Andromedas Reaktion darauf; erst dachte ich, ich hätte mich verlesen und Teddy sei tot. Bin froh, dass das nicht so ist). Bin auch neugierig, wie es weitergeht.

Grüße Sluggy
:D 8) --knuddel--

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sluggy« (26. August 2007, 19:17)


HufflepuffsUrenkel

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Samstag, 1. September 2007, 00:55

11. Auflösung (1)

Ginny schloss ihren Mann in die Arme, sobald Harry das Haus betrat. „Mein Gott, haben wir Angst um dich gehabt!“, sagte sie. „Kingsley hat mich sofort informiert, dass dieser Schwarzmagier dich gefangen hat. Ich hab mir solche Sorgen gemacht.“
„Na ja, ist ja alles gut gegangen“, sagte Harry und küsste sie. „Wir haben sogar einige Kinder befreien können. Und dieser Almorth wird wohl nicht weiter sein Unwesen treiben.“
Die Kinder wollten selbstverständlich alle Einzelheiten wissen. Harry brachte ihnen alles so schonend wie möglich bei; dennoch hatte Lily in der Nacht Albträume. Ginny ging aus dem Schlafzimmer, um sie zu beruhigen.
Als sie zurückkam, fragte sie Harry: „Sag, hast du eine Ahnung, wie Fleur ins Schloss kam?“ Harry schüttelte den Kopf. Weder konnte er sich das erklären, noch, wie Fleur einen unverzeihlichen Fluch zustande gebracht hatte.

Am nächsten Tag musste Harry zum Minister gehen, um ihm zu berichten. Kingsley Shacklebolt schüttelte mehrmals den Kopf. „Du hast mehr Glück als Verstand, Harry“, sagte er schließlich, „aber eins muss man dir lassen: Mut hast du. Und vielleicht war es der Lohn dafür.“
Harry fragte ihn auch, was Fleur passieren würde; immerhin stand auf einen unverzeihlichen Fluch eine lebenslange Strafe in Askaban.
„Kann ich dir nicht sagen, da der Kampf ja in Rumänien stattgefunden hat“, war die Antwort. „Ich kenne das rumänische Recht nicht. An deiner oder ihrer Stelle würde ich den Rumänen aber nicht allzu viel sagen. Vielleicht geht unter, wer genau Almorth umgebracht hat.“
Harry wurde wenige Tage später zur Zaubererkonferenz nach Deutschland geladen. Auch Fleur war als Dolmetscherin zwischen Kingsley Shacklebolt und dem französischen Minister Francois LeMireau mit dabei. „Ich versichere dir, `arry, ich weiß nicht, warum ich das geschafft habe“, erklärte sie. „Als dieser Schwarzmagier dich gefangengenommen `at, `atte ich plötzlich eine Verbindung zu Victoire. Und da musste ich einfach euch nach. Ich `abe dann einen Mann angegriffen, der aus dem Unsichtbaren gekommen ist. Er wollte mich abwerfen, doch `at er mich reingezogen. Das andere ging mehr – automatisch.“
„Du meinst den Avada-Kedavra-Fluch?“, fragte er.
„Genau. Ich `abe ihn vorher nie angewandt. Ich weiß nicht, wie ich es gemacht habe.“

Die Tagung mit Kingsley Shacklebolt, Francois LeMireau, Hella Holle, Auriel Potestat, Andrej Krujelev und dem ungarischen Minister Tibor Rasküllö brachte wenig neue Erkenntnisse. Harry musste erzählen, wie er auf den richtigen Ort gekommen war. Den genauen Ablauf des Kampfes verschwieg er, um Fleur nicht zu belasten.
Er erfuhr die traurige Tatsache, dass mindestens hundert Tote in Almorths Schloss gefunden worden waren. Dem rumänischen Zaubereiminister stockte der Atem als er davon berichtete. Überraschend war es für Harry, dass Auriel Potestat sich auch für Nicoletas Passwort interessierte: „In Rumänisch es war?“, fragte er. Harry nickte und bekam mit, wie Rasküllö einen Fluch ausstieß.
Ansonsten blieb der rumänische Zaubereiminister erstaunlich zurückhaltend, was der Dolmetscher später in kleiner Runde darauf zurückführte, dass sein Krisenmanagement nach der Entführung der Drachen alles andere als glücklich gewesen war und viele Zauberer im Land der Karpaten einen neuen Minister wollten.

Am Abend nach der Konferenz kam Ginny mit den Kindern nach und Harry verbrachte mit ihnen noch zwei Tage in Berlin. Da die verzauberten Teile der Stadt weit vonein-ander entfernt waren, sahen sie sich auch Muggelgegenden an. Einmal entwischte der kleine James seinen Eltern im Zoo und versuchte, den Zaun am Gehege der Zebras und Antilopen wegzuhexen. Ginny sah die Bescherung gerade noch im richtigen Moment und nahm ihm seinen Zauberstab weg. Als auch Harry dazu gekommen war, hatten beide zu tun, die umstehenden Muggel die Sache vergessen zu lassen. James erhielt, im Gegensatz zu seinen Geschwistern, nach dem Tiergartenbesuch keine Süßigkeiten und Harry versprach ihm nach der Heimkehr einige Tage Hausarrest.

Es war kurz vor Weihnachten und der erste Schnee lag schon über London, als Harry die Familie und einige Kollegen zur Siegesfeier lud. Auch Nicoleta mit Familie wurden eingeladen. Harry entschuldigte sich, im Weihnachtsstress zu stören, doch hieß es in der Antwort, im Osten sei noch lange nicht Weihnachten.
Am vierten Adventssonntag standen alle Potters früh auf, um rechtzeitig mit der Vorbereitung fertig zu sein. Molly und Arthur kamen zwei Stunden früher als erwartet und Molly half ihrer Tochter sofort in der Küche – nicht nur zu deren Freude. Gegen elf erschienen auch Ron, Hermine und ihre Kinder und kurz darauf Bill und Fleur mit den ihren. Auch Ted Lupin kam bald, gemeinsam mit seiner Großmutter. Stolz erzählte er, Professor Mc Gonagall habe ihn zwar wegen seines Leichtsinns ermahnt, er habe aber dennoch eine Auszeichnung bekommen.
Erst kurz vor zwölf kamen George und Cho, kurz bevor die Familie Arcan gemeinsam mit Charly im Kamin auftauchte. Hagrid kam als letzter, als das Essen schon dampfend auf dem Tisch stand, und setzte sich auf einen Sessel, den Harry extra seinetwegen magisch verstärkt hatte.
Noch vor dem Essen gab es das erste Missverständnis, als Victoire dem völlig verdatterten Alexandru Arcan unter dem Mistelzweig einen Kuss auf den Mund drückte. Der große Bursche stand mitten im Raum und fragte mit seinen wenigen Brocken Englisch, was das zu bedeuten habe, ehe Charly sich erbarmte und ihm die Sache mit den Mistelzweigen erklärte. Währenddessen halfen Ron und Bill Harry dabei, alle im Haus vorhandenen Tische in die Halle zu tragen. Ron stieß damit gegen den Vorhang vor dem Bild von Walburga Black, doch der hielt, durch Ginnys Zauber unbeweglich gemacht.
Am Tisch war es eng, doch relativ schnell, doch gab es dafür keine Berührungsängste sprach zwischen den Gängen jeder mit jedem. Es ging um Almorth und um Quidditch. Alexandru freundete sich schnell mit Harrys Söhnen an, als er ihnen einige Bilder rumänischer Spieler über den Tisch schob. „Meine Echipa – Mein Team“, stellte er die blau-rot gekleideten Spieler vor. „Tornado Tisearu.“ Hier ist portara – wie sagt sich?“ – „Hüterin“, antworteten Charly und Arthur, der Ana-Maria Valescu auf dem Bild erkannte, gleichzeitig.
„Du kannst auch welche von meinen Bildern haben. Vielleicht kennst du die Wimburner Wespen? Ich zeig sie dir gleich!“, bot ihm Albus an.
„Du bleibst hier, bis wir gegessen haben!“, befahl Ginny. „Danach ist Zeit genug.“
Nach dem Essen verschwanden die Kinder tatsächlich in die oberen Zimmer, tobten aber bald durchs Haus. Die Erwachsenen tranken währenddessen Piumincin, einen Schnaps aus Pflaumen und Kirschen, den Vater Arcan als Gastgeschenk mitgebracht hatte. Fleur wiederholte gegenüber allen Anwesenden, wie sie in das Schloss gekommen war und dass sie nicht verstand, wie sie Almorth hatte töten können.
„Ich `abe es nie gemacht und er `atte das Amulett, das Flüche abwehrt“, sagte sie.
„Jedes Amulett eine Schekwäche“ erklärte Nicoleta. „Meines gegen Drachen, das des Almorth vielleicht gegen Flüche.“
„Oder es war wie bei mir damals“, warf Molly ein. „Ich habe auch nur einmal in meinem Leben den Todesfluch angewandt. Und zwar gegen Bellatrix Lestrange.“
„Nach Voldemort selbst die schlimmste schwarze Magierin in England“ erklärte Harry.
„Ich habe mich danach auch gefragt, wie das sein konnte“, fuhr Molly fort. „Damals war ich nur wütend: Bellatrix hatte meinen Sohn Fred getötet und wollte Ginny umbringen. Das hat sie mir in aller Deutlichkeit gesagt.“
„So wie Almorth, das Schwein, lang und breit erzählt `at, wie er Victoire missbraucht `at“, ergänzte Fleur.
„Ja, es ist fast das Gleiche. Nur eine Mutter kann verstehen, was in einer Mutter vorgeht, wenn jemand ihre Kinder angreift“, bestätigte ihre Schwiegermutter. „Es gibt nichts Stärkeres als die Liebe einer Mutter – und wehe, wenn sie in Hass umschlägt. Das glaube ich fest.“
„Das stimmt auch mit der Tatsache überein, dass ein unverzeihlicher Fluch umso stärker ist, je größer der Hass des Angreifers auf den Angegriffenen ist“, fügte Hermine hinzu. „Oder, wie Bellatrix selbst gesagt hat: Du musst wirklich jemanden quälen oder ermorden wollen!“
Charly verkniff sich eine Bemerkung und flüsterte sie statt dessen Nicoleta, die neben ihm saß, auf Rumänisch ins Ohr.
„Was für Verschwörungen gibt es hier?“, tadelte Arthur.
Die beiden kicherten. „Ich habe gesagt... aber ich wollte Mum und Fleur nicht beleidigen...“
„...dass zehn männliche Drachen nicht so gefährlich sind wie ein brütendes Weibchen“, vermutete George und fing sich einen tadelnden Blick von seinen Eltern ein. Charly nickte.
„Aber nun, Nicoleta, erzähl du! Woher wusstest du das alles? Wo die Burg ist, den Öffnungszauber? Und warum hast du den Auroren verzaubert?“
„Nun. Wo soll anfangen ich? Vater geschickt mich zu Charly. Sollte für Ministerium mit Charlys Kollegen sprechen. An einem Tag, Charly hat gearbeitet, ich geflogen über Berge. Da sah ich Landschaft verwandelt sich. Habe gedacht, Fraudepinturii sind, nicht Spezielles dort, aber dann ich sah Kastell hinter Berg, den Fraudepinturii herzaubern.“
„Ich dachte, das Schloss war versteckt?“, wunderte sich Hermine.
„Vielleicht durch magische Augen ich konnte sehen, vielleicht Zufall, vielleicht weil ich Erbin bin. Danach kamen Majescu und Minescu. Glaubten auch, in der Gegend war Almorth. Majescu schrie noch „Du-te acasa – geh heim“, da griffen sie schon an. Er, Majescu, konnte auf Seite fliehen. Sie trafen Minescu und trafen mich. Damals ich nicht wusste, wie stark Amulett ist, doch ich spürte, nichts war geschehen, aber Minescu tot. Dann aber kamen Drachen und noch mehr. Majescu ist geflohen, sagt zu mir, disapparieren. Ich kann nicht aus Luft disapparieren, so beim nächsten Fluch ich tat als ob vom Besen gefallen. Almorths Männer kamen suchen, ich habe Minescus Körper verwandelt, dann bin disappariert.“
„Das heißt, Minescus Leiche sah aus wie du?“, wollte Ron wissen. Nicoleta nickte. Ihr Vater sagte etwas, doch ihm fehlten die englischen Worte. Charly übersetzte für ihn: „Majescu kam sofort mit Verstärkung zurück, doch sie sahen nur zwei Leute Almorths mit Nicoleta wegfliegen. Irgendwann verloren sie die beiden.“
Nicoleta fuhr fort. „Also, ich bin disappariert. Nicht nach heim, nach Durmstrang. Ich wusste, in verbotener Bibliothek steht Buch über Draculas Tod. Dort sagt es auch von dritten Schloss. Es war das Buch, welches Vater Legende genannt hat. Dort stand, Amulett konnte Dracula nicht helfen, denn er hatte zu viel fremdes Blut im Körper. Nach dem Tod ist Amulett in sieben Teile gebrochen, jeder Teil hat eine Skweke. Doch nur Erben Draculas können Schloss finden und Amulette nutzen. Ich also las genau und sah: Das Geheimnis ist, nur Erbe kennt drittes Schloss. So war es.“
„Professorin für Bücher, verbotene: Nicoleta Arcan – und Marina Kupova“ fügte ihr Vater hinzu. „Wenn Buch in Durmstrang ist in verboten Departement: Sie kennen.“
„Marina war beste Freundin“, erklärte Nicoleta. „Auch hat magische Augen. Auch interessierte sich in verbotene Bücher. In Nacht wir sind heimlich in Bibliothek. Einmal muss Geralejev, der Direktor, etwas kennen gelernt haben, denn hat Sperrzauber gemacht. Da aber wir schon kannten Lied, mit welcher Talismanen geweckt werden und Passwort sagen. So wir kamen in alle verbotenen Räume in Durmstrang! Wir wollten alles wissen, was Professoren nicht sagten.“
„Sympathische Mädchen seid ihr“, grinste George. „Das ist die richtige Einstellung zu Regeln!“ Molly und Vater Arcan warfen ihren Kindern tadelnde Blicke zu.
„Jetzt erzähl aber weiter!“, forderte Harry das Mädchen auf.
„Ich blieb einige Tage in Durmstrang, versteckt. Danach bin ich zu Charly. Erklärte ihm alles, bat um Zimmer. Wir tauschen auch Meldebänder.“
„Ihr könnt euch vorstellen, dass ich ziemlich erschrocken bin, als sie plötzlich vor mir stand“ warf Charly ein. „Immerhin war ich bei der Trauerfeier – die Leiche hatten wir ja nicht. Ich habe ihr mehrere Fragen gestellt, die nur sie wissen konnte; die hat sie alle richtig beantwortet. Danach hat sie mir erzählt, was sie wusste. Ich hab trotzdem gebeten, vorsichtig zu sein. Drei Tage später kamst du, Harry, und wusstest die Position ziemlich genau. Ich bin dir nach, und als du plötzlich weg warst habe ich dem Ministerium eine Eule geschickt, dass sie sofort Auroren und Kämpfer schicken können. Die englischen Kollegen erfuhren durch Meldebänder von der Sache. Zunächst sahen wir nichts, dann haben sie plötzlich Drachen auf uns gehetzt und angegriffen. Ein Engländer hat danach vorgeschlagen, uns zurückzuziehen und eine geordnete Reihe zu bilden.“
„Das war Nosewise und der Tipp kam von mir“, unterbrach Hermine. „Ich dachte mir, dass die Bluttrinker das leichteste Opfer suchen, wenn sie Blutdurst haben – und das wart ihr eben nicht mehr, als ihr in Reihe standet.“
„Ich dachte, du hast nicht daran geglaubt, dass es Bluttrinker gibt?“, wunderte sich Harry.
„Habe ich auch nicht. Doch als mich Nicoleta besucht hat, hat sie Argumente gebracht: Die Tatsache, dass Almorths Leute sich zum Teil in aussichtslose Kämpfe verwickelt haben, hat es mir dann klar gemacht. Und die Idee, dass sie immer die leichteste Beute suchen, hatte ich aus der Muggelliteratur.“
„Was? Gibt es bluttrinkende Muggel, Tante Hermine?“, fragte Ted überrascht.
Die schüttelte den Kopf. „Nein. Aber es gibt süchtige Muggel. Und der Blutdurst ist wohl eine Sucht. Das wäre auch eine Erklärung dafür, dass Dracula weiter Blut trank, obwohl er wusste, dass der Blutzauber nicht funktioniert. Und das würde auch zu dem passen, was Nicoleta gelesen hat: Der Avada-Kedavra-Zauber lässt das Blut des Opfers gefrieren, wie man seit einiger Zeit weiß. Wenn Dracula einen Gegenzauber kannte, dann muss er das auch gewusst haben und einen Weg gefunden haben, sein Blut flüssig zu halten. Allerdings war es eben nicht nur seines.“
„Dracula kannte den Gegenzauber, sonst hätte Nicoleta nicht den Todesfluch überlebt“ war Harry überzeugt. „Das erklärt, warum die Bluttrinker alle übereinander hergefallen sind. Und du, Nicoleta, hast die Auroren in die Festung geführt?!“ Die bejahte.
„Woher wusstest du, wo genau wir sind?“, fragte Harry.
„Ich wusste nicht. Ich habe in viele Säle gesehen. Dann ich sah euch durch die Wand.“
„Du kannst durch Wände sehen?“, fragte Bill erstaunt. „Ich habe ja schon von magischen Augen gehört, aber so starke, von Natur aus?!“
Sie nickte. „Durch Wände und in Dunklem und unsichtbare Menschen, kein Problem. Aber jeder auch sieht, ich habe magische Augen. Bei Marina schwächer war, dafür niemand hat es gesehen. Deshalb die Brille.“
„Der Schwarzmagier möchte ich jedenfalls nicht sein, der es mit dir zu tun kriegt“, stellte George bewundernd fest. „Sich gegen magische Augen verstecken zu müssen, gegen das Amulett nichts ausrichten können und damit rechnen müssen, dass du alles über schwarze Magie weißt. Rumänien kann froh sein über eine solche Aurorin.“
„Woher hattest du eigentlich das Amulett?“, wollte Charly wissen.
„Vater hat es mir gegeben. Es sollte sein Schutz sein gegen Crus Sadic.“
„Der serbische Quidditchspieler?“, fragte Ron erstaunt.
„Ja. Damals er war Kapitän der Mannschaft der Schule. Und er wollte mich haben, ich aber wollte nicht.“. Sie verstummte und schlug die Hände vor das Gesicht.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
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