Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Harry Potter Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

21

Donnerstag, 16. März 2006, 20:58

So liebe Freunde hier erstmal der Rest vom Chap 4:


.....

Ganz anders als bei seinem Kurztripp an die Schottische Küste schien über der Winkelgasse immer noch die Sonne und es war ein warmer Sommernachmittag.
„Sag mal Harry, wie war das jetzt gemeint“ fragte Hermine als Harry sie erreicht hatte. Doch Harry setzte nur ein Lächeln auf und erwiderte „du bis zwar meine beste Freundin aber ein paar kleine Geheimnisse habe ich auch noch.“ Und nach diesen Worten grinste er sie einfach nur frech an. Hermine wollte schon schmollen überlegte es sich aber anders und stieß Harry nur ihren Ellenbogen in die Seite. „Also Harry, manchmal kannst du so gemein sein! Ich wird’ mich revanchieren und ich habe ein gutes Gedächtnis.“
Jetzt war es Harry der Hermine eine besorgten Blick zuwarf, doch Hermine konnte nicht lange genug ernst bleiben und im nächsten Augenblick lachten beide und gingen die Straße entlang.
„Hast du eigentlich schon eine Idee?“ fragte Harry und blickte jetzt Hermine hoffnungsvoll an.
„Es ist wirklich gar nicht so einfach. Ich habe mich erkundigt und es ist nicht üblich etwas zu schenken. Bei den Muggeln ist es typisch, dass eine Art Geschenkeliste erstellt wird, was das Brautpaar noch gebrauchen könnte. Wir sollten uns daher für lieber für etwas originelles und doch persönliches entscheiden. Vielleicht könnten wir etwas aus der Muggelwelt mit Magie kombinieren.“
Harry hatte eine Idee, „Hermine du kennst doch die große Standuhr im Fuchsbau, die immer anzeigt, wo ein Familienmitglied sich gerade befindet. Was hältst du davon, wenn wir diese als Grundlage für unser Geschenk nutzen.“
Hermines Augen begannen zu glänzen, „das könnte klappen aber ich glaube Fleur steht nicht so auf den altmodischen Kram, wir könnten doch dafür eine moderne Uhr in London besorgen und dann die nötigen Zauber anbringen lassen. Es ist erst kurz nach vier, ich kenne hier einen Laden mit einem der besten magischen Uhrmacher und dann können noch eine Abstecher ins Zentrum von London machen und nach der geeigneten Uhr suchen.“ Hermines Augen begannen zu strahlen bei dem Gedanken an einen größeren Einkaufsbummel durch die Stadt.
„Also Hermine das klingt wirklich gut, lass uns zu dem Laden gehen.“ Gleichzeitig dachte Harry aber auch, ich werde das wohl nie verstehen, wie können Frauen nur so viel Begeisterung für das Shopping entwickeln.
Hermine führte Harry an einigen Läden vorbei und schließlich traten sie durch die Eingangstür des Ladens. Beim Öffnen der Tür erklang ein helles Glockenspiel und ein Geruch von alten Holz und Lavendel schlug ihnen entgegen. Ein alter Mann kam freundlich auf ihn zu und fragte nach ihrem Anliegen. Hermine schilderte dem Mann ihre Idee und nach einigen Minuten konnten sie sich einigen. Der Geschäftsmann war nicht sonderlich begeistert, dass sie eine moderne Muggeluhr verwenden wollten aber am Ende gab er sich geschlagen. Sie einigten sich, dass sie dir Uhr noch heute vorbeibringen würden und dann noch auch den Rest.
Also machten sich Harry und Hermine auf den Weg ins Zentrum. Einkaufen im Zentrum kann Harry nun gar nicht und es behagte ihm nicht sonderlich auf Hermine angewiesen zu sein. Aber es blieb ihm nicht viel mehr übrig daher folgte er Hermine die zielstrebig auf die nächste Metro-Station zuging. Harry konnte sich nicht erinnern je in London mit der Metro gefahren zu sein und musste sich von Hermine zunächst erklären lassen, wie die Eingangsschanken funktionierten. Nachdem sie die notwendigen Tickets an einem Automaten gezogen hatten fuhren sie mit einer überfüllten Bahn ins Zentrum.
Harry war bisher zwar ab und zu mit den Dursleys in der Stadt gewesen und kam sich in dem riesigen Einkaufszentrum wie in einer anderen Welt vor. Hermine hingegen schien sich blenden zu fühlen sie zerrte Harry von Schaufenster zu Schaufenster bis sie schließlich ein passendes Geschäft fanden. Es gab eine riesige Auswahl an Uhren und nach langen Suche und einigen Diskussionen konnten sie sich schließlich einigen. Sie hatten eine gläserne Uhr die im unteren Drittel eine digitale Anzeige für Temperatur, Datum, Weltzeit und allen möglichen Schnickschnack besaß. Diesen Teil wollten sie später durch den Magischen Bereich ersetzten lassen. Dann fiel Harry plötzlich etwas ein und erschrocken flüsterte er zu Hermine:
„Du Hermine, wie wollen wir das bezahlen ich habe kaum Geld mit und glaube nicht, dass die hier mit Gold was anfangen könnten.“
Hermine griff grinsend in ihre Handtasche und holte eine kleine Plastikkarte heraus. Harry seltsamer Gesichtsausdruck entlockte Hermine ein Kichern, „Kreditkarte von meinem Pa, du gibst mir deinen Anteil einfach später.“ Sie besuchten noch einige Geschäfte und Hermine konnte Harry nach langen Drängen dazu überreden sich eine neue Hose und ein passendes Hemd zuzulegen. Eigentlich war es Harry unangenehm, dass Hermine bezahlen musste, doch da Hermine schon dreimal gefragt hatte, wieso sein Shirt ein wenig seltsam über der Schulter hing und seine Hose einige Flecken aufwies, bei denen Harry eine dunkle Ahnung hatte, es könne sich dabei womöglich um Blut handeln, hatte er schließlich nachgegeben. Die neuen Sachen wurden von Hermine begeistert „das sieht doch richtig gut aus“ eingestuft wobei Harry ein gewisse Wärme in seinen Ohren spürte und hoffte Hermine hätte es nicht bemerkt.
In einen kleinen Cafe unterhielten sich beide bei Eis und Kakao noch ein Weilchen über die bisherigen Ferien. Hermine brachte das Thema aber schnell wieder auf die Hochzeit.
„Sag mal Harry wann kommst du eigentlich in den Fuchsbau?“
„Ich will versuchen auch schon etwas früher zu kommen aber brauche noch das o.k. vom Orden. Aber da fällt mir noch etwas ein. Ich habe noch eine Idee, bei den Muggeln gibt es vor der Hochzeit noch eine Feier. Wie wäre es wenn wir so etwas organisieren würden. Ich könnte mit Arthur reden und wegen der Sicherheit vielleicht mit Tonks oder Remus.“
Hermine schien zu überlegen, „ich bin mir nicht so sicher, ob im Fuchsbau nicht schon genug Chaos herrscht aber wenn wir ein o.k. von Mr. uns Mrs. Weasley bekommen, dann bin ich dabei.“
„Na schöne, dann frage ich und schicke dir Hedwig.“
Gegen sechs Uhr am Abend erreichten sie wieder den Laden des Uhrmachers in der Winkelgasse und übergaben die Uhr. Dieser betrachtet mit Missfallen das Teil, doch Geschäft ist Geschäft und nachdem ihm die beiden Jugendlichen genau erklärt hatten, wie sie sich die Anzeige vorstellten und sie sich auch über den Preis einig wurden, machte er doch einen zufriedenen Eindruck.
Sie verließen das Geschäft und Harry brachte Hermine noch zum Ausgang der Winkelgasse, wo sie sich verabschiedeten und Harry nochmals durch die Winkelgasse schlenderte. Er wollte doch noch eine Kleinigkeit für seine Tante besorgen. Nach einiger Zeit erreicht Harry eine kleine Seitengasse und ging hinein. Vor einem kleinen Schaufenster blieb er schließlich stehen als von drinnen ein heftiger Streit zu hören war.
„Lassen sie mich gefälligst in Ruhe oder ich werde Hilfe rufen.“
„Wer soll dir alten Narren schon helfen, hierher kommt doch sowieso nie jemand!“
Harry zog seinen Zauberstab aus der Hose und öffnete leise die Ladentür. Durch einen schmalen Spalt schlüpfte er in den dämmrigen Laden. Aus dem hinteren Teil waren Stimmen zu hören und als Harry näher schlich konnte er zwei schwarze Gestalten erkennen. Todesser, Harry erschrak doch als einer der vermummten Typen seinen Zauberstab in die Hand nahm, „CRU...“ weiter kam er nicht den Harry war schneller und der Todesser sackte geschockt zu Boden. Der Überraschungsvorteil war auf Harry Seite auch der zweite Mann ging ebenfalls zu Boden, bevor er die Chance bekam überhaupt zu sehen wer ihn eigentlich überrascht hatte.
Ein älterer Herr kam nach vorn und blickte überrascht auf Harry, „ich weis nicht wie ich mich erkenntlich zeigen kann. Wie kommen sie denn überhaupt hier her.“
Harry schmunzelte, „eigentlich war ich auf der Suche nach einem Geschenk für meine Tante einem echten Muggel!“ fügte er noch hinzu. „Als ich draußen stand hörte ich den Streit und da konnte ich nicht anderes.“
Der alte Mann lächelte jetzt auch, „dann habe ich ja Glück gehabt, mein Name ist übrigens Filius und vielleicht finden wir ja etwas für deine Tante.“ Mit diesen Worten begann er in einem großen Regal zu kramen und holte dann einen Spiegel hervor. „Das ist ein Familienspiegel, wenn man den Namen eines Familienmitgliedes nennt, zeigt einem der Spiegel diese Person. Wäre das etwas für dich.“
„Das ist eine tolle Idee,“ freute sich Harry, „ich bin übrigens Harry, Harry Potter freut mich sie kennen zu lernen Mr. Filius. Ich würde aber zunächst vorschlagen wir versorgen diese Typen hier, die werden nicht ewig schlafen.“
Mr. Filius ging zu einem Ladentisch und kam eine Augenblick später mit zwei Männern zurück. Einen Augenblick später waren diese mit den beiden Todessern verschwunden.
„Nun Harry Potter, mit dem Zauberstab kannst du wirklich gut umgehen. Ich möchte mich bei dir bedanken und habe da etwas, von dem ich glaube, dass es wie geschaffen für dich ist. Es ist schon seit vielen Jahren in meinem Besitz obwohl ich nicht sagen kann, wie ich es überhaupt bekommen habe. Warte einen Augenblick, ich hole es schnell.“
Damit verschwand Mr. Filius hinter einem Vorhang und kam wenig später mit einer Schachtel zurück. Wieder bei Harry öffnete er die Schachtel und entnahm einen eigenwilligen Gegenstand. Bei genauerer Betrachtung erkannte Harry, dass es sich dabei um einen kunstvoll gearbeiteten Dolch handelte. Der Schafft schien aus Elfenbein oder einem ähnlichen Material zu bestehen und war von feinen grünen und silbernen Linien durchzogen. Gleichzeitig war er mit Blatt- und Blütenornamenten verziert, so dass er an einen bewachsenen Zweig erinnerte. Der alte Mann zog den Dolch aus der ledernen Scheide und einen silberne Klinge kam zu Vorschein. Das Besondere aber war, das der mittlere Kern aus einem dunkelblauen Kristall bestand. Auf der Klinge selber waren feine Zeichnungen zu erkennen, die so zierlich waren, dass sie mit bloßen Augen kaum erkennbar waren. Der ganze Klinge schien von einem dunkelgrünen Schimmer umgeben zu sein.
Harry begann zu stottern, „ähm, ... das sieht unheimlich schön und wertvoll aus. Das kann ich unmöglich annehmen.“
Doch der alte Mann sah Harry nur an und sagte, „wir werden sehen ich habe da so ein Gefühl,“ und damit reichte er Harry den Dolch. Harry spürte ein eigenwilliges Kribbeln als sich seine Finger der Klinge nährten und als er den Dolch in der Hand hielt erstrahlte der Kristall in hellen grünen Licht. Einen angenehme Wärme breitete sich jetzt von der Hand in seinem Arm aus, doch als sie die Schulter erreichte spürte Harry schlagartig wieder den brennenden Schmerz und mit einem unterdrückten Schrei lies er den Dolch fallen.
„Was ist passiert,“ fragte Mr. Filius besorgt, „so etwas hatte ich nicht erwartet.“
„Keine Sorge,“ beruhigte Harry den Mann, „ich glaube nicht, dass es am Dolch lag sondern vielmehr an meiner Schulter. Ich hatte schon wieder vergessen, dass ich mich dort heute verletzt habe. Von dem Dolch ging ein sehr angenehmes Gefühl aus, dass sich nur änderte als es die Schulter erreichte.“
Mr. Filius war noch nicht beruhigt, „würdest du mir sagen, was das für eine Verletzung ist.“
Harry hatte zu dem alten Mann Vertrauen gefasst und erzählte ihm von dem Fluch der ihn getroffen hatte und auch von der seltsamen Reaktion bei der Behandlung durch den Heiler im Ministerium.
...

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

22

Donnerstag, 16. März 2006, 21:02

„Das würde einiges erklären, soweit ich in Erfahrungen bringen konnte, besitzt der Dolch in der richtigen Hand Heilkräfte, das hat wahrscheinlich auch den Schmerz ausgelöst. Es zeigt aber auch, dass ich mich nicht getäuscht habe und du den Dolch annehmen solltest. Vielleicht kann er dir noch gute Dienste leisten. Und Harry, du solltest auf alle Fälle die Weisung des Heilers beachten und noch im St. Mungo vorbei gehen.“
Sie unterhielten sich noch ein Weilchen und Harry ließ sich überzeugen den Dolch anzunehmen ohne zu ahnen wie bald dieser im helfen würde, denn es sollte einer der ereignisreichsten Tage werden, die Harry je erlebt hatte. Mr. Filius steckte den Dolch zurück in die Scheide und befestigte daran ein Band, so dass Harry sich diesen um den Hals hängen konnte. Dann bedankte sich Harry und versprach, wenn er wieder in der Winkelgasse wäre noch einmal vorbei zu kommen und apparierte ins St. Mungo.
Am Empfang des St. Mungo herrschte wie immer großer Betrieb und Harry reite sich in eine der Schlangen ein. Als er endlich an der Reihe war musste er zunächst überlegen, was er eigentlich sagen sollte, da er nicht mal wusste, wie der Heiler aus dem Ministerium überhaupt hieß. Doch die ältere Dame vom Empfang nahm riss ihn aus seinen Gedanken.
„Schönen Guten Tag Mr. Potter, wir hatten sie schon viel früher erwartet, melden sie sich doch umgehend im vierten Stock. Dort wird man ihnen weiter helfen.“
Harry bedankte sich und war zum ersten mal froh, dass er so bekannt war. Als Harry den fünften Stock betrat, kamen ihm sofort zwei junge Männer in grünen Heilerumhängen entgegen.
„Junger Mann, was können wir für Sie tun.“ Harry stellte sich vor und die Mienen der Männer verdunkelten sich ein wenig.
„Sie sollten bereits vor Stunden hier sein, mit unbekannten Flüchen ist nicht zu spaßen, folgen Sie uns bitte!“
Harry begleitete die Männer in einen kleinen Behandlungsraum, wo bereits eine Schwester wartete. Nachdem Harry sich ausgezogen hatte und einer der Heiler den Verband abgenommen hatte, betrachteten beide die Wunde. Die Wunde hatte sofort wieder begonnen zu bluten und die Ränder hatten sich dunkel verfärbt. Die beiden Heiler blickten ernst auf Harry und schickten dann die Schwester weg um jemanden zu holen. Dann wandt sich einer Beiden wieder an Harry.
„Mr. Potter, wir können nicht sagen was für ein Fluch diese Wunde verursacht hat. Wir werden ziehen jetzt noch einen Spezialisten hinzu und werden dann eine Behandlung versuchen. Doch wir müssen sie warnen , es wird sehr schmerzhaft werden. Wie fühlen sie sich.“
Bevor Harry antworten konnte trat ein ältere Herr im grünen Umhang in den Raum und die beiden Heiler verstummte sofort. Der Heiler erinnerte Harry ein wenig an Professor Dumbledore und er schien eine sehr angesehene Persönlichkeit zu sein. Einer der beiden Heiler trat jetzt an ihn heran und erklärte leise die Situation.
Der alte Heiler trat an Harry heran und untersuchte die Wunde noch ein weiteres Mal. Dann wandte er sich an einen seiner jungen Kollegen der kurze Zeit später verschwand und dann mit einem kleinen Kristallflächen zurückkam.
Mit freundlicher Stimme wandte sich jetzt der alte Heiler wieder Harry zu. „Also Mr. Potter, auch ich kann nicht sagen um was für einen Fluch es sich hier handelt. Ich habe beschlossen es mit einem seltenen hoch wirksamen Heiltrank zu versuchen. Es ist der wirksamste Trank den wir haben, doch ich befürchte, dass es sehr schmerzhaft werden kann. Leider können wir ihnen auch kein Schmerzmittel geben, da es die Wirkung des Heiltrankes minder würde.“
Harry blickte den Mann ungläubig an, „aber ich habe gar keine Schmerzen. Wenn ich die Wunde nicht sehen würde, wüsste ich nicht mal, dass ich verletzt bin. Glaube sie nicht, dass es von allein heilen würde.“ Die Schmerzen, die der Heilversuch am Mittag verursacht hatte, waren ihm noch gut im Gedächtnis und bei der Vorstellung so etwas schon wieder zu erleben behagte Harry gar nicht.
Der Heiler schüttelte traurig den Kopf, „es tut mir leid Mr. Potter aber ich befürchte es könnte sich um eine magische Vergiftung handeln und die Wirkung könnte schleichend sein.“
Es blieb Harry also nichts anderes übrig und so setzte er sich auf einen der Stühle und der alte Heiler tropfte etwas von der dicken, silbrigen Flüssigkeit auf die Wunde. Zunächst bildete sich nur ein feiner Rauch über der Wunde, doch dann durchzuckte Harry ein stechender Schmerz der alle Vorstellungen übertraf. Ein markerschütternder Schrei entfuhr seinem Mund und Tränen liefen ihm aus den Augen. Doch der Schmerz ließ nicht nach, Harry hatte das Gefühl als würde sich eine brennende Flüssigkeit langsam in seinen Adern ausbreiten. Das Brennen breite sich immer mehr im weiter im Körper aus, doch dann geschah etwas seltsames. Eine angenehme Kühle breitet sich von sein Brust aus und wirkte dem Brennen entgegen und reduzierte den Schmerz auf dein Maß, dass es Harry gelang wieder einen klaren Gedanken zu fassen und einen Blick auf den Wunde zu werfen. Ähnlich wie heute Mittag rann einen dunkle, schleimige Flüssigkeit aus der Wunde. Ein Blick in das Gesicht des Heilers zeigte Harry, dass auch dieser nicht mit so einer Wirkung gerechnet hatte, doch als dieser sah, dass es Harry scheinbar ein wenig besser ging, tröpfelte er ein weiteres Mal von der Flüssigkeit in die Wunde. Harry fühlte wie das Brennen in der Wunde wieder zunahm doch gleichzeitig breitete sich die angenehme Kühle weiter aus und nach einer Weile brannte nur noch die Wunde.
Die Miene des alten Heilers hellte sich auf und die Flüssigkeit die immer noch aus der Wunde rann wurde heller. Der Mann reinigte nochmals die Wunde und tröpfelte ein weiteres mal etwas von dem Heiltrank in die Wunde und langsam begann eine Heilwirkung einzusetzen denn die Wunde begann sich zu schließen.
Mit zufriedener Miene wandte er sich jetzt wieder Harry zu: „Ich habe so eine extreme Reaktion noch nie erlebt und ich kann mir kaum vorstellen was sie erdulden mussten.“
Harry blickte den Mann erschöpft an, „ich würde sagen ein CRUCIO ist dagegen eine Kratzen,“ und vergeblich versuchte Harry ein Lächeln aufzusetzen.
Der Heiler runzelte die Stirn, „woher wissen sie eigentlich wie sich ein CRUCIO anfühlt, aber vielleicht will ich das gar nicht wissen. Mich würde vielmehr interessieren was sie auf der Brust tragen. Als sie vorhin vor Schmerz geschrieen haben ging davon ein seltsames Leuchte aus und danach schien es ihnen besser zu gehen.“
Harry war überrascht, den Dolch hatte er vergessen, doch plötzlich wusste er woher das angenehme Gefühl gekommen war. Er zog den Dolch heraus und reichte diesen dem Heiler. Dieser musterte den Dolch eine Weile und begutachtete die Klinge. Schließlich sagte er, „ich habe so etwas schon lange nicht mehr gesehen, es ist ein sehr seltenes und wertvolles Stück, woher haben sie es Mr. Potter?“
Harry erzählte in einer Kurzfassung die Geschichte und der alte Heiler nickte verstehend.
„Es handelt sich dabei um eine magische Schutzwaffe von der es nur sehr wenige gibt. Ich hatte vor vielen Jahren die Gelegenheit einen kurzen Blick auf solch eine Waffe zu werfen konnte aber nicht viel darüber in Erfahrung bringen. Es ist bei diesen Waffen so ähnlich wie bei Zauberstäben, die Waffe entscheidet sozusagen selbst wer ihre Kräfte nutzen kann. Woher die Waffen stammen kann ich auch nicht sagen, doch wie es scheint, können sie diese Kräfte nutzen. Behüten sie das Stück gut und vielleicht sollten sie es auch nicht zu oft in der Öffentlichkeit zeigen.“
Mit diesen Worten reichte er Harry den Dolch zurück und dieser lies ihn unter seinem Shirt verschwinden. Der Heiler betrachtet nochmals die Wunde, die sich inzwischen geschlossen hatte und sagte schließlich:
„Normaler Weise müssten wir sie zur Beobachtung hier lassen, doch ich werde eine Ausnahme machen. Wir trinken jetzt noch zusammen einen Tee, dann werde ich die Wunde noch verbinden und im Anschluss könne sie nach Hause zurück kehren. Ich bitte sie aber, wenn sie wieder Schmerzen verspüren, dass sie noch einmal hierher kommen.“
Harry begleitete den Heiler zur Cafeteria in den fünften Stock wo sie sich noch eine Weile unterhielten. Sie konnten sich darauf einigen, den Fall nicht an die große Glocke zu hängen und der Heiler versprach auch die Sache mit dem Dolch für sich zu behalten. Nach dem Tee fühlte sich Harry wieder besser und sie verließen die Cafeteria und gingen zurück auf die Station, wo Harry Wunde noch einen sauberen Verband erhielt. Dann verabschiedeten sie sich voneinander und Harry machte sich auf den Weg zum Empfang, wo er noch eine Salbe abholen sollte. Als die Schwester am Empfang Harry die Dose mit der Salbe reichte und ihm einen guten Heimweg wünschte fiel Harry ein, dass er den Beutel mit den Einkäufen bei Mr. Filius vergessen hatte. Er blickte auf die große Uhr in der Vorhalle deren Zeiger sich bereits neun Uhr abends nährten. Trotzdem beschloss er den Umweg über die Winkelgasse zu machen und hoffte Mr. Filius nicht zu stören.
Mr. Filius war nicht überrascht Harry schon wieder zu sehen.
„Nun mein junger Freund, du hast wohl etwas vergessen, komm rein ich hole deine Tasche.“
Er verschwand kurz und kam mit Harrys Tasche zurück. Sie unterhielten sich noch kurz und Harry schilderte die Ereignisse im St. Mungo.
„Dann Harry, war es wohl so etwas wie Schicksal, dass wir uns heute kennen gelernt haben und ich dir den Dolch geben konnte. Zweifelst du noch immer daran, dass er für dich bestimmt ist.“
Mittlerweile war es schon dunkel und Harry verabschiedete sich schnell von Mr. Filius und machte sich auf den Heimweg. Er trat nach draußen, schloss die Tür und wollte schon nach Hause apparieren als er einen leisen Hilferuf vernahm. Harry überlegte, es war heute schon so viel passiert und es war gefährlich besonders jetzt nach Einbruch der Dunkelheit. Wieder glaubte Harry ein leises Wimmern zu hören und schlich leise in Richtung der Geräusche.

.... Fortsetzung folgt

Ich hoffe es entwirrt die Verwirrung ein wenig, stelle 5 und 6 zum WE wieder rein. Bis dahin euer Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

23

Samstag, 18. März 2006, 14:15

5. Hilfe

Ein leises Knirschen verriet das noch jemand durch die Dunkelheit schlich und dann war die leise Stimme wieder zu hören: „warum hilft mir denn niemand...“ Ein Fenster wurde geöffnet und ein schwacher Lichtschein tauchte eine Abschnitt der Winkelgasse in ein dämmriges Licht. Zwei Gestalten waren, dem Schutz der Dunkelheit beraubt, jetzt zu erkennen und versuchten auf dem schnellsten Weg, den erhellten Bereich zu verlassen. Die Beiden hatten bisher nicht bemerkt, dass sie einen Schatten bekommen hatten.
In dem Augenblick als sich das Fenster öffnete, hatte sich Harry instinktiv in die nächste Ecke gezwängt doch als sich die Typen plötzlich ertappt fühlten und sich umblickten erstarrte Harry gänzlich, wagte es nicht einmal mehr zu atmen. Doch es war nicht die Angst die ihn erstarren lies, er kannte eine der Gestalten. An dem schicksalsträchtigen Tag in Hogwarts, der Tag an dem Professor Dumbledore sterben mußte hatte Harry diesen brutalen Typen das erste mal gesehen. Bei dem Gedanken, was dieser schon alles verbrochen hatte, in welchem Zustand er den Bruder seines besten Freundes vorgefunden hatte. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein, die Erinnerungen an den Tag des Angriffs, die Verletzten und die Toten trieben düstere Bilder vor seine Augen. Harry griff nach dem eisernen Fenstergitter und die Kühle welche von den rostigen Eisen ausging rissen ihn aus seinen düsteren Gedanken. Der Todesser, den Harry erkannt hatte war niemand anderes als der Wehrwolf Greyback!
Harry spürte, wie sich seine Wut und der Durst nach Rache in seinem Bauch ausbreitete und jetzt ein Ventil suchte. Seine Hand begann zu zittern und in sein Inneres schien einen Zweikampf zu führen. Während ein Teil sich am liebsten sofort auf die beiden gestürzt hätte, doch eine andere Hälfte, die welche sich krampfhaft an das kalte Eisengitter klammerte hielt ihn zurück:>> Denk nach Harry, denk nach! Du weist genau was überstürztes Handeln zur Folge hat!<<
Schließlich siegte doch die Vernunft und Harry überlegte was die Beiden hier zu suchen hatten. Ein leises Wimmern war wieder zu hören, doch noch immer konnte Harry sich nicht erklären woher. Er beschloß zunächst herauszufinden, wer die Hilfe brauchte und das hieß, die Beiden weiter zu beobachten. Vorsichtig schlich Harry weiter hinter den Verdächtigen Duo hinterher. Bei seiner Verfolgung hatte Harry nicht weiter darauf geachtet wohin der Weg führte doch als er plötzlich ‘Borgin und Burkes‘ an der nächsten Eingangstür las wusste er es plötzlich, er war in der Nokturngasse gelandet. Doch egal, Harry hatte keine Angst, er war viel zu aufgeregt und zudem brauchte JEMAND Hilfe.
Seltsamer Weise war auch die Nokturngasse menschenleer, es schien als würden die beiden Todesser daher auch weniger vorsichtig geworden und begannen sich leise zu unterhalten:
- So ein Aufwand für diesen Winzling! Ich kann mir nicht vorstellen welchen Nutzen er bringen soll.
- Der Lord wird wissen was er kann und du hast nicht das Recht die Meinung seiner Lordschaft anzuzweifeln.
- Greyback, du bist ein Schleimer, glaubst du so ein Abschaum von Wehrwolf hat eine Zukunft wenn der Lord wieder an der Macht ist.

Ein gefährliches Brummen war jetzt zu hören und selbst aus der Entfernung konnte Harry das Funkeln in den Augen des Werwolfes sehen.
- Sei du froh, dass zur Zeit kein Vollmond ist, vielleicht solltest du in Zukunft bei Vollmond lieber nicht mehr allein nach Draußen gehen und jetzt lass uns hier nicht länger rum stehen.
In Harrys Kopf begann langsam ein Plan zu reifen. Greyback trug einen Kasten und in diesem schien etwas zu sein, was für Voldemort von großer Bedeutung sein mußte. Wenn es Harry gelänge zu verhindern, dass es in dessen Hände fiele könnte das wohl kaum schaden.
Die Beiden gingen jetzt weiter und die Gasse führte abschüssig zu einem kleinen Platz. Harry konnte auf der anderen Seite sehen, dass die Straße nach dem Platz steil anstieg und zu einem Wirtshaus führte. Im schummrigen Licht vor dem Wirtshaus war ein Stapel Fässer zu sehen und jetzt hatte Harry eine Idee doch das Timing war wichtig.
Lautlos apparierte Harry hinter den Stapel Fässer und wartete darauf, dass die Beiden den Platz überquerten. Das Wirtshaus schien ein wahrscheinliches Ziel und Harry hoffte, dass er damit richtig lag. Im Licht der Laternen auf dem kleinen Platz blieben die Beiden plötzlich stehen und schienen kurz über etwas zu diskutieren doch dann schlugen sie den Weg in Richtung Wirtshaus ein.
- Auf ein paar Minuten wird es nicht ankommen. Lass uns eine Feuerwhisky trinken und dann bringen wir dem Lord ... was ...
Polternd stürzten die Fässer den Hang hinunter genau auf die völlig überraschten Todesser. Im gleichen Augenblick tauchte Harry lautlos hinter dem Todesser mit dem Kasten auf. Die Beiden starrten noch immer auf die heran rollenden Fässer und hatten Harry nicht bemerkt. Dann rissen sie ihre Zauberstäbe hervor und der Kasten fiel herunter. Ohne weiter zu zögern, stieß Harry den Todesser zur Seite griff sich den Kasten und verschwand.
Völlig überrumpelt starrten die Beiden auf die Stelle wo eben noch der Kasten gewesen war, bzw. jemand der den Kasten genommen hatte und damit verschwunden war. Dann krachte es und Beide wurden von den Fässern zu Boden gerissen.
Es dauerte einen Moment bis sich beide mit schmerzverzerrten Gesichtern aufrappelten.
- VERDAMMT! Wie konnte das passieren und wer zum Teufel ist das gewesen.
- Hast du eine Ahnung wie wir das jetzt dem Lord erklären sollen!
- Nur weil du unbedingt noch etwas trinken wolltest.

Harry tauchte direkt in seinem Zimmer wieder auf. Er lauschte, doch im Haus war es totenstill. Ein Blick auf den alten Wecker auf seinem Schreibtisch zeigte kurz vor Mitternacht, kein Wunder also dass schon alle schliefen. Harry atmete tief durch, das war ein Abend und er konnte es immer noch nicht glauben was eben passiert war und vor allen wie. Ohne einen Kratzer war er davon gekommen und wahrscheinlich hatten die Beiden nicht mal eine Ahnung wer er gewesen war. Bei dem Gedanken mußte Harry schmunzeln, es würde sicherlich schmerzlich werden, wenn sie es Voldemort erklären müßten.
Dann fiel sein Blick wieder auf den Kasten und jetzt konnte er deutlich ein Wimmer daraus hören. Harry ging zum Schreibtisch um wenigstens ein kleines Licht zu haben, stellte den Kasten auf den Tisch und öffnete ihn. Harry erstarrte, was er sah war beeindrucken und gruselig zugleich.

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

24

Dienstag, 28. März 2006, 17:24

Nun komme ich endlich mal dazu das nächste Kapitel zu posten. Irgendwie fehlt mir mein DSL :-(
Wenn ich dieses jetzt online habe sind wir wieder auf dem Stand von vor 2 Wochen :]

Hoffe damit sind zunächst alle Unklarheiten beseitig.

Viel Spaß Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

25

Dienstag, 28. März 2006, 17:30

6. Ein neuer Freund ?

Jetzt wurde Harry auch klar, wieso die Beiden niemanden weiter aufgefallen waren. In dem Kasten war eine kleine goldene Schlage, die jetzt nachdem der Kasten geöffnet war ihren Vorderkörper aufrichtete und Harry neugierig betrachtete.
Auch Harry war fasziniert von der Schlange. Ein solches Tier hatte er noch nie gesehen. Die Schlagen war vielleicht 60cm lang und hatte eine goldene Farbe. Nur am Ende ihres Kopfes war ein Ring zu sehen, welcher in allen möglichen Farben schillerte. Jetzt nachdem sie ihren vorderen Teil des Körper aufgerichtet hatte, wiegte sie diesen langsam hin und her. Im Licht der Schreibtischlampe waren feine grüne Linien zu erkennen, die zusammen ein sehr feines Muster ergaben, welches den goldenen Körper durchzog. Gleichzeitig schien von der Schlang ein grüner Schimmer auszugehen.
Nach einer Weile konnte sich Harry von dem Anblick los reißen und er fragte die Schlange, wie immer ganz automatisch, in Parsel:
„Hast du um Hilfe gerufen?“
Die Schlage hielt in ihrer Bewegung inne, sie schien abzuwägen ob man dem Jungen der ihr gegenüber stand, trauen könnte. Doch schließlich sagte sie:
„Ja habe ich, doch niemand hat reagiert, was mich auch nicht weiter überrascht hat, denn wer spricht schon unsere Sprache. Doch du kannst mich verstehen, gehörst du zu diesen Kerlen die mich entführt haben oder bist du der zu dem sie mich bringen wollten?“

Harry lachte, die Schlange hielt in doch tatsächlich für einen Komplizen der Todesser. Aber woher sollte sie es auch besser wissen, denn schließlich war sie die ganze Zeit im Kasten eingesperrt und alles andere war auch ziemlich schnell gegangen. Es wurde Zeit einige Fakten richtig zu stellen:

„Hallo, ich bin Harry und nein ich gehöre nicht zu den Kerlen. Sie wollten dich zu ihrem Anführer Lord Voldemord, einem sehr bösen Zauberer bringen und die Fähigkeit, dass wir miteinander reden können verdanke ich einem fehlgeschlagenen Angriff dieses Zauberers auf mich. Die Fähigkeit deine Sprache also Parsel zu sprechen gilt in meiner Welt nicht gerade als ein gutes Markenzeichen. Im Gegenteil, es wird sogar behauptet, dass es eine dunkle Fähigkeit ist.
Ich war der Meinung, wenn ich verhindern könnte, dass so etwas Wichtiges nicht in die Hände dieses Mannes fällt, wäre es schon einen kleinen Aufwand wert und auf diese Weise bin ich nun zu dir gekommen.
Ich würde mich freuen, wenn du mir erzählst, wer du bist und warum Lord Voldemort dich unbedingt besitzen möchte.“
Die Schlange schlängelte sich aus dem Kasten heraus und kam jetzt auf Harry zu.
„Du bist ein seltsamer Junge, du hast mir geholfen ohne zu wissen wem du hilfst. Etwas was mich aus einer ziemlichen Zwickmühle befreit hat, was aber nicht ungefährlich für dich war. Ich würde ja fast sagen es war leichtsinnig, doch du hast mich gerettet und deshalb werde ich das nicht sagen.“
Harry mußte schmunzeln, eine Schlange mit Humor,
„es war weniger riskant als du glaubst, die beiden Kerle wußten gar nicht wie ihnen geschah, ich habe da vor kurzen ein paar hilfreiche Tricks gelernt.“
„Ich spüre, dass ich dir vertrauen kann und deshalb werde ich dir meine Geschichte erzählen. Es könnte aber etwas länger dauern, vielleicht solltest du dir einen bequemeren Platz suchen.“
Harry stand auf, streckte seinen Arm aus, doch im nächsten Augenblick hielt er wieder inne. Er war sich nicht so sicher, wie die Schlange reagieren würde. Doch die Schlange war der Zweifel in Harrys Gesicht aufgefallen und so kroch sie kurzerhand auf Harry zu:
„Du kannst mich ruhig anfassen, ich werde dir nichts tun.“

In der Zwischenzeit war es kurz vor Mitternacht, Hedwig schien von Harry lautlosen Auftauchen nicht besonders überrascht zu sein, hatte aber um so neugieriger den Inhalt der Kiste beäugt. Nachdem sie sich scheinbar von der Harmlosigkeit überzeigt hatte, war sie durch das offene Fenster in die Nacht hinaus verschwunden.
Es war ein langer Tag gewesen aber Harrys Neugier auf die Geschichte der Schlange hatte jegliche Müdigkeit vertrieben. Durch die Worte beruhigt streckte Harry jetzt den Arm aus und die Schlange kroch zum ihm und glitt um seinen Arm. Es war ein eigenwilliges Gefühl als die Schlange seine nackte Haut berührte, eigentlich war es eine weiche seidige Berührung doch gleichzeitig verspürte Harry auch ein seltsames Kribbeln, was er zunächst nicht weiter beachtete. Sie gingen zu Harrys Bett, wo dieser es sich bequem machte und die Schlange sich auf seinem Schoß zusammenrollte, dann begann sie ihre Geschichte:
„Nun mein junger Freund, ich komme aus einem fremden Land, eigentlich um genau zu sein aus einer fremden Welt und bin schon seit einigen hundert Jahren in dieser Welt gefangen. Das Land aus dem ich komme nennt sich Alubador und liegt in einer völlig magischen Welt. Es gibt Teile, die dieser Welt, welche Gebieten von hier sehr ähnlich sind und dann gibt es wiederum welche, die man nicht vergleichen kann, die sich jemand von hier nicht einmal vorstellen kann.
Auch bei uns gibt es gute und böse Kräfte aber es gibt zwischen ihnen einen Gleichgewicht. Solche Extreme wie in euerer Welt gibt es dort nicht. Vor vielen Jahren kam ein Mann aus einer fremden Welt zu uns. Er wurde von allen freundlich empfangen und bereitwillig zeigte man ihm die Wunder unserer Welt. Dennoch blieb er ein verschlossener Mensch und eines Tages fragte er mich, ob ich nicht etwas von seiner Welt sehen wollte. Da ich neugierig war stimmte ich zu und ehe ich versah fand ich mich in dieser fremden Welt wieder.
Es dauerte auch nicht lange und es zeigte sich, dass der Mann nicht so freundlich war, wie er den Anschein erweckt hatte. Er sperrte mich in einen Käfig und versuchte mehr über die Magie unserer Welt von mir zu erfahren. Doch ich war misstrauisch geworden und vermiet es ihm weitere Geheimnisse zu offenbaren. Der Mann hatte eine Menge magischer Waffen und Gegenstände aus unserer Welt mitgebracht, welche glücklicher Weise in dieser Welt nur bei wenigen Zauberern funktionieren.
Nach einigen Monaten merkte er aber, dass ich ihm keine wirklich nützlichen Informationen mehr gab und er änderte sein Verhalten. Er ließ mich hungern und schlug mich, doch ich erzählte ihm von diesem Tage an nichts mehr. Wie lange ich das erdulden musste kann ich nicht genau sagen aber eines Tages nachdem er mich übel zugerichtet hatte vergaß er den Käfig zu sichern und ich nahm meine letzten Kräfte zusammen um zu entkommen.
Jetzt war ich wieder frei, doch in einer völlig fremden Welt. Wie fremd ich hier war merkte ich als ich auf die ersten Menschen traf. Entweder versuchte man mich zu töten, zu fangen oder sie liefen vor Angst davon. Für mich war es normal mich mit Menschen zu unterhalten, doch in dieser Welt war es das nicht, selbst mit normalen Tieren konnte ich mich nicht verständigen. Erst als ich irgendwann auf eine Schlange traf konnte ich einiges lernen, was mir das überleben ermöglichte.
Trotz allem fühlte ich mich von der magischen Welt weiterhin stark angezogen und so ergab es sich, dass ich im Laufe der Jahre immer wieder auf unterschiedliche Zauberer traf. Es gab gute und böse, einige wahren wirklich mächtig andere weniger doch nur wenigen habe ich etwas von meiner Heimat oder unseren Fähigkeiten erzählt bzw. gezeigt. So sind die Jahre ins Land gegangen und schließlich wurde daraus Jahrzehnte und dann Jahrhunderte. So habe ich die Zeit bis heute verbracht, mal in Gesellschaft doch meist allein, ich kann nicht sagen wie lange es her ist, dass ich mich mit jemanden unterhalten konnte.“

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

26

Dienstag, 28. März 2006, 17:33

Die Schlange hielt in ihrer Erzählung inne und fixierte Harry mit den Augen. Dieser war in Gedanken versunken und dachte einen Augenblick nach, dann blickte er auf,
„ich glaube du bist etwas ganz Besonderes, hast du eigentlich einen Namen. Wenn ich irgendwie kann möchte ich gern versuchen dir zu helfen, vielleicht erzählst du mir dafür noch ein paar Geschichten aus deiner Heimat.“
Den Blick immer noch fest auf Harry geheftet sagte die Schlange schließlich, „nenn mich einfach Sniff, doch ich glaube nicht, dass du mir wirklich helfen kannst. Ich würde einfach gern einen Weg nach Hause finden.“
„Also schön Sniff, ich habe ein paar sehr gute Freunde und wir haben zusammen schon manches Rätsel gelöst was manchmal auch nicht gerade einfach war. Ich glaube wir könnten gute Freunde werden, was hältst du davon?“
„Ich würde mich freuen nach so langer Zeit endlich wieder einen Freund zu haben.“
Harry hätte zu gern noch eine ganze Menge mehr erfahren, doch schließlich übermannte ihn doch die Müdigkeit und er schlief einfach ein.
Am nächsten Morgen wurde er jäh aus dem Schlaf gerissen als plötzlich die Zimmertür aufging.
„Harry um Gottes Willen ist, alles in Ordnung, ich habe mir Sorgen gemacht als du gestern Abend nicht nach Hause kamst doch Vernon hat darauf bestanden, dass wir ins Bett gehen und nicht warten.“
Es war Tante Petunia, die jetzt als sie Harry verschlafen unter der Bettdecke hervorlugen sah, sichtlich beruhigt wirkte.
Harry war total überrumpelt und brauchte einen Moment um die Ereignisse des letzten Tages und die Reaktion seiner Tante in Einklang zu bringen.
„Alles in Ordnung Tante Petunia, ich erzähle es dir bei Frühstück.“
„Gut Harry, ich warte unten,“ damit schloss die Tür und Harry hörte ihre Schritte auf der Treppe. Harry blickte sich um doch von Sniff war nichts zu sehen. Er schlug die Bettdecke zurück und lachte, Sniff lag zusammengerollt und schlief. Ob durch Harrys lachen oder durch die kühle Frischluft geweckt, öffnete Sniff die Augen und fragte. „warum lachst du, es war schön warm unter der Decke und ich war so müde, dann warst du plötzlich eingeschlafen und ich wusste nicht was ich machen sollte.“
„Nein kein Problem,“ prustete Harry, „ich habe mir nur gerade vorgestellt wie meine Tante reagiert hätte, wenn sie dich hier gesehen hätten. Eine Schlange im Bett fänden wohl selbst meine Freunde nicht so sonderlich komisch. Dabei fällt mir noch etwas ein, bist du eigentlich eine Giftschlange?“
Sniff schien sich bei dieser Frage nicht wohl zu fühlen, er hatte seinen Vorderkörper wieder aufgerichtet und wiegte diesen wieder hin und her und schließlich fragte er, „ist das wichtig für dich?“
„Nein!“ beruhigte ihn Harry, „es ist mir persönlich ganz egal aber es interessiert mich einfach.“
Beruhigt rollte sich Sniff wieder zusammen und fast beiläufig erwidertet er, „ich bin eine magische Giftschlange, doch du solltest deine Tante nicht so lange warten lassen.“
„Ach, ich dachte du hast geschlafen, man muss ja vorsichtig bei dir sein.“ und lachend sprang Harry aus dem Bett und verschwand ins Badezimmer.
Es wurde ein ausgiebiges Frühstück, Vernon war schon früh ins Büro gefahren, sagte er hätte viel nachzuarbeiten da er fast eine Woche bei seiner Schwester war und so nutzte Petunia die Gelegenheit, sich manche Sachen haarklein erzählen zu lassen. Nach dem Frühstück fiel Harry noch etwas ein. Er lief nach Oben und kam kurz darauf mit einem kleinen Päckchen wieder zurück.
„Tante Petunia, ich habe dir eine magische Kleinigkeit mitgebracht.“
Auf dem Gesicht seiner Tante konnte Harry eine beeindruckende Gefühlsdarstellung erkennen. Einerseits schienen ihre Augen, bei dem Gedanken von Harry ein Geschenk zu bekommen, einen ungewohnt feuchten Schimmer zu bekommen, gleichzeitig wurde ihr Gesicht bei dem kleinen Attribut „magisch“ um einige Nuancen blasser. Sie schien in einer wirklichen Zwickmühle zu stecken. Daher fügte Harry noch an, „keine Angst, man kann nicht sehen, dass es etwas magisches ist, zumindest nicht auf den ersten Blick,“ und dann reichte er ihr das Päckchen.
Tante Petunia stand immer noch wie erstarrt vor Harry und hielt das Päckchen in ihren Händen. Nach einigen Augenblicken hatte sie sich dann aber soweit gefangen, dass sie sich an den Tisch setzen konnte und begann das Geschenk auszupacken. Als sie den kleinen zierlichen Spiegel in den Händen hielt konnte Harry sehen, dass aus dem feuchten Glanz in ihren Augen langsam mehr wurde. Verstohlen drehte sich Tante Petunia von Harry weg, um zunächst in ein Taschentuch zu schnäuzen bevor sie schließlich sagte:
„Also Harry, der Spiegel ist ja wunderschön aber den kann ich nicht annehmen. Wieso um alles in der Welt machst du mir so ein Geschenk?“
Harry lächelte, „also die Sache ist ganz einfach. Erstens sehe ich es als ein Symbol für unseren Neuanfang und zweitens soll es so etwas wie eine Verbindung zur magischen Welt sein, denn wie ich sagte, es ist ein magisches Geschenk.“
Tante Petunia drehte den Spiegel in ihren Händen konnte aber nicht magisches daran erkennen und noch immer ein wenig misstrauisch fragte sie schließlich danach.
Harry begann zu erklären: „Der Händler hat mir erklärt, dass es sich dabei um eine Familienspiegel handelt. Wenn jemand aus der Familie in Gefahr ist, beginnt der Spiegel zu leuchten, gibt einen leisen Ton von sich und zeigt dir das Bild von demjenigen. Auf diese Weise kann man versuchen in irgendeiner Form zu helfen. Außerdem kann man mit einem zusätzlichen Zauber ein Familienmitglied an den Spiegel binden und diesen dann im Spiegel sehen, wenn man seinen Namen sagt. Das bedeutet, wenn Dudley derjenige wäre könntest du sehen, was er gerade bei Tante Magda macht.“
Der letzte Zusatz gefiel Harry besonders gut, er dachte dabei weniger daran was Dudley bei Tante Magda machte, vielmehr konnte er sich vorstellen, wie es seiner Tante gefallen würde wenn sie sehen könnte was Dudley mit seiner Bande so im Park oder der Umgebung anrichtete. Hätte seine Tante in dem Augenblick in Harrys Gesicht gesehen, wäre ihr bestimmt das Glitzern in seinen Augen aufgefallen. Doch sie blickte immer noch wie gebannt auf den Spiegel und schließlich fragte sie:
„Kann mir der Spiegel auch dich zeigen?“
Harry war verblüfft, auch wenn sich das Verhältnis zwischen ihm und seiner Tante so verbessert hatte, damit hätte er nicht gerechnet. Einerseits freute es ihn, doch gleichzeitig behagte es ihm nicht, dass jemand bei seinen Ausflügen womöglich einen Blick auf ihn werfen könnte. Schließlich begann er zu erklären:
„Der Spiegel funktioniert nur an nicht geschützten Orten, das bedeutet dass er in Hogwarts und vielen anderen magischen Orten nicht funktionieren würde. Außerdem bin ich ja kein direktes Familienmitglied aber um ehrlich zu sein kann ich es dir nicht genau sagen. Wollen wir es mit Dudley ausprobieren?“
Die letzte Erklärung war ehrlich, denn Harry wäre nicht auf die Idee gekommen, dass seine Tante ausgerechnet ihn sehen wollte. Seine Erklärung schien ihr aber zu reichen und sie war mit Harry Vorschlag einverstanden.
Harry ließ sich den Spiegel geben und führte den Zauber so aus, wie es ihm Mr. Filius erklärt hatte und reichte den Spiegel dann zurück an Tante Petunia. „Du musst seinen Namen deutlich in den Spiegel sprechen.“
Die Glas wurde zunächst milchig, dann begann es zu flimmern und wie auf einem kleinen Fernseher war plötzlich das Wohnzimmer von Tante Magda zu sehen. Dudley saß am Tisch und schaufelte gerade ein Stück Cremetorte in sich hinein. Harry der über Tante Petunias Schulter schaute lachte, „der scheint ja wirklich nicht in Gefahr zu sein. Wenn du genug gesehen hast, sag einfach Danke und das Bild verschwindet.“
Tante Petunia schaute noch eine ganze Weile auf ihren Sohn bevor sie sich endlich losreißen konnte und das Bild verschwand. „Also Harry, ich weis gar nicht wie ich mich dafür bedanken soll.“
„Mußt du gar nicht, ich sehe es auch ein Symbol und freue mich über die bisherige Verbesserung unseres Verhältnisses.“
Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile bis Harry schließlich doch nach oben ging. Er hatte es bisher vermieden Petunia von seinem neuen Freund zu erzählen, an den Rest der Familie dachte er lieber gar nicht. Als Harry in sein Zimmer kam fehlte von Sniff jegliche Spur. Harry blickte sich verwirrt um auch unter dem Bett war nichts zu sehen, sollte Sniff einen Ausflug durch das offene Fenster gemacht haben.
„Suchst du etwas,“ zischte es plötzlich hinter ihm. Harry fuhr herum und vor ihm wiegte Sniff seinen Vorderkörper als wäre nichts gewesen vor ihm hin und her. Es schien Harry wieder als wäre die Schlange von einem grünlichen Leuchten umgeben.
„Wie hast du das gemacht und wo hast du gesteckt?“ fragte Harry noch immer ziemlich verwundert.
„Ich bin doch die ganze Zeit hier gewesen.“ Harry hätte schören können, dass Sniff bei diesen Worten mit dem Augen gezwinkert hat.
„Dann brauche ich wohl bald eine neue Brille,“ murmelte Harry, „du kannst nicht zufällig selber ein wenig zaubern, ODER?“

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

27

Dienstag, 28. März 2006, 17:50

Es dauerte nicht lange und sie waren in ein lockeres Gespräch vertieft. Irgendwann im Gespräch verriet Sniff, dass er tatsächlich einige Zauber beherrschte. Harry wurde neugierig und endlich zeigte ihm Sniff, wieso ihn Harry nicht gesehen hatte. Harry konnte sehen, wie sich das Schimmern um die Schlange verstärkte, dann schien die Luft zu flimmern und im nächsten Augenblick war sie verschwunden.
„Wow“, staunte Harry, „du kannst dich unsichtbar machen. So etwas ist höhere Magie und du sagst du beherrschst ein paar Zauber. Ich wäre froh, wenn ich mich unsichtbar machen könnte.“
„Harry, es ist nicht so ganz das Gleiche wie euere Magie. Bei uns ist Magie etwas elementares, sie ist überall und jeder nutzt sie mehr oder weniger, bewusst oder unbewusst. In euerer Welt gibt es eine strenge Trennung in magisch und nichtmagisch und ihr lernt Magie in sehr speziellen Formen, es gibt nur sehr wenige Zauberer die elementare Magie nutzen können.“
Harry hatte genau zugehört und war schont etwas enttäuscht. Ein wenig erinnerte ihn diese Beschreibung an die Erklärungen, welche er im alten Buch gelesen hatte. Die Zeit bis zum Mittag war wie im Fluge vergangen. Die Beiden hatten eine Menge zu erzählen, Abenteuer hatte beide schon einige hinter sich und Sniff erzählte Harry noch einiges aus seiner Heimat.
Den Nachmittag verbrachte Harry im Garten, Sniff war unsichtbar am Spalier der Wand herunter geglitten und hatte sich einen geschützten Platz in der Sonne gesucht. Seit Harry sich nicht mehr gezwungenermaßen um den Garten kümmern musste, machte es ihm sogar Spaß. Gleichzeitig profitierte der Garten von Harrys neuem Interesse.
Sein Onkel hatte immer darauf bestanden, dass der Rasen genauestens gemäht wurde und die Wege sauber waren, denn das war seine Vorstellung von einem anständigen Vorgarten. Doch in diesem Jahr wurden die Wettbewerbe für den schönsten Vorgarten abgesagt und so war es Vernon relativ egal was Harry im Garten anstellte. Hauptsache er war ruhig und machte nichts was die Nachbarn als abnormal betrachten könnten.

Durch den Regen in der vergangenen Woche und der sonnigen Wetter der letzten beiden Tage, hatte alles einen frischen grünen Glanz bekommen. Harry mähte den Rasen und befreite die Blumenbeete vom frischen Unkraut. In der abgelegensten Ecke des Gartens gab es einen verfallenen Schuppen. Früher hatte sich Harry dort manchmal vor Dudley und dessen Freunden versteckt, hatte sich dort aber sonst nicht weiter umgesehen. Heute fiel sein Blick auf einige alte Gartenmöbel, die wohl schon seit Jahren nicht mehr benutzt wurden waren. Alles war von einer dicken Staubschicht bedeckt und ein Teil der Holzbretter war schon zerfallen.
Harry schaute sich um, von draußen konnte man nicht hereinsehen, warum eigentlich nicht dachte Harry. Er holte seinen Zauberstab hervor und nach einem >Razepuz< und einem >Reparo< sahen die Möbel schon fast wie Neu aus.
Harry überlegte, dann schloss er die Augen >Colorus novus<. Es war ein Spruch, welchen Harry im alten Buch gelesen hatte. Er hatte diesen aber noch nie benutzt bzw. hatte dann den Abschnitt über das Apparieren gelesen und seither das Buch noch nicht wieder in den Händen gehabt. Daher war sich Harry auch nicht so sicher, wie der Spruch funktionierte und wie man dabei Einfluss auf die Farben nehmen sollte. In dem Augenblick als Harry seinen Augen geschlossen hatte und ein Bild der Stühle vor seinem inneren Auge in einem satten Grünton mit gelblichen Verziehrungen entstand, spürte Harry etwas Eigenartiges als er den Spruch murmelte. Verwirrt blickte Harry auf die Stühle, sie sahen genauso aus, wie er sie sich soeben vorgestellt hatte.
Unter dem alten Apfelbaum gab es eine kleine Kiesfläche, auf der Harry jetzt die Stühle und den Gartentisch aufstellte. Es musste Zeiten gegeben haben in den jemand diese genutzt hatte aber Harry konnte sich nicht vorstellen, dass jemand aus der Familie Dursley sich hier der Öffentlichkeit aussetzen würde. Doch zu seiner großen Überraschung dauerte es gar nicht lange und seine Tante kam aus dem Haus. Sie kam zu Harry und blickte verwundert auf die Gartenmöbel.
„Woher hast du die, kommen mir irgendwie bekannt vor.“
Harry lachte, „die standen drüben im alten Schuppen, habe ihnen nur eine kleine Runderneuerung verpasst.“
Petunia blickte ihn skeptisch an, „ich hoffe doch es hat niemand gesehen! Die Möbel stammen noch von meinen Eltern, ich glaube mit Vernon habe ich hier noch nie gesessen. Wollen wir das Kaffeetrinken nach hier draußen verlegen?“
Tante Petunia schaffte es doch zur Zeit immer wieder Harry zu überraschen. „Was wird Onkel Vernon sagen, ich denke heute am Freitag wird er nicht so lange auf Arbeit bleiben.“
„Das soll heute nicht deine Sorge sein, Harry, lass uns das gute Wetter nutzen,“ und damit verschwand sie ins Haus. Es wurde noch ein angenehmer Nachmittag. Entgegen Harrys Befürchtung kam Onkel Vernon nicht früh von Arbeit sondern erst als schon fast Zeit zum Abendessen war. Von der guten Stimmung am Nachmittag war beim Abendessen nichts mehr vorhanden und so zog sich Harry direkt nach dem Essen auf sein Zimmer zurück.

Harry lag auf dem Bett, starrte an die Decke und dachte über die letzten beiden Tage nach. Die Prüfung und der Überfall kamen ihm wieder in den Sinn, der Überfall auf den alten Mann und seine seltsame Verwundung. Natürlich hatte sich die gesamte Situation geändert, Todesser traten in aller Öffentlichkeit auf und schüchterten Leute ein. Auf der Gegenseite schien das Ministerium nur zuzuschauen ohne aktiv irgendetwas zu unternehmen. Der Überfall bei der Prüfung war sicher kein Zufall und schränkte den Kreis der Verdächtigen ziemlich ein, doch von Arthur Weasley hatte er bisher noch keine neuen Informationen bekommen.
Die Rettung von Sniff, eigentlich war total einfach gewesen, wenn er darüber nachdachte eigentlich viel zu einfach. War er womöglich wieder blindlings in eine von Voldemorts Fallen gestapft? Harry grübelte vor sich hin und obwohl es noch nicht so spät war, schlief er irgendwann ein.

Harry saß auf einem kleinen steinernen Podest und schaute neugierig in die Runde. Eine große Gruppe in Umhänge gehüllter Todesser standen im Halbkreis um zwei am Boden liegende Personen, die sich vor Schmerzen krümmten. Dann konnte Harry neben sich eine wohl bekannte Stimme hören:
„... Ihr inkompetenten Stümper, monatelange Vorbereitung zunichte gemacht! Wie konntet ihr einen so einfachen Auftrag so vermasseln? Jeder Neuling hier hätte das besser hinbekommen!“
Die Beiden lagen schon halb bewusstlos am Boden und schließlich stammelte Greyback: „Herr, wir müssen verraten worden sein ...“
Weiter kam er zunächst nicht sondern krümmte sich unter einem erneuten >Crucio<
„Ich will keine Ausreden von euch hören, nur mein innerster Kreis kannte den Plan und nur deshalb habe ich zwei erfahrene Todesser geschickt, die wie ich aber nun sehe absolute Versager sind!“
Greyback versuchte es noch mal: „Aber Herr, der Überfall war doch genauestens organisiert, wir wurden von Mehreren angegriffen und dann hat jemand den Kasten an sich gerissen und alle war verschwunden.“
„Ach halt den Mund Greyback, du bist eine Schande. Ein Werwolf mit übermenschlichen Kräften und Sinnen lässt sich einfach so überrumpeln. Ich sollte euch beide töten. Die Aktion Potter zu fangen ist ebenfalls fehl geschlagen und jetzt ist zu befürchten, dass unsere Informationsquelle im Ministerium aufgedeckt wird. Seit froh, dass ich zur Zeit jeden Mann brauche!“
Nach einer weiteren Folterattacke blieben die Beiden bewusstlos liegen.

Ein seltsames Zischen wurde immer lauter und schließlich konnte Harry ein „Harry, Harry wach auf, was ist denn nur los!“ Harry griff sich an die schmerzende Stirn, Sniff lag mit aufgerichteten Vorderkörper auf seinem Bauch und schaute in neugierig an.
„Es war so etwas wie ein Albtraum doch in Wirklichkeit kann ich manchmal eine geistige Verbindung zu Lord Voldemort herstellen und dann alles in seiner Umgebung sehen. Eigentlich sollte ich schon lange gelernt haben meinen Geist dagegen zu verschließen, was mir aber bisher noch nicht gelungen ist. In der letzen Zeit kam es eigentlich auch nicht mehr vor und so habe ich auch nicht mehr geübt. Wenn Voldemort aber besonders intensive Gefühle erfährt, dann passiert so etwas. Ich war dabei als er die Beiden bestrafte, denen ich dich abgenommen habe und Voldemort war sehr verärgert.“
Harry erzählte Sniff noch eine Menge über diese Fähigkeit und auch die Tatsache, wie Voldemort es ausgenutzt hatte. Sniff hatte aufmerksam zugehört und schließlich sagte er zu Harry:
„Ich bin mir nicht sicher aber vielleicht kann dich dir ein wenig helfen. Wir Schlangen haben eine natürliche Begabung unseren Geist zu verschließen und andere Geister zu beeinflussen.“
„Nun Sniff, ich muss mich wirklich wieder mehr um den Schutz meines Geistes kümmern, doch was dabei wieder auffällt, warum bist du so wichtig, dass Voldemort einen solch großen Aufwand betreibt?“
„Ist das nicht offensichtlich, dieser Lord Voldemort will sich andere Bereiche der Magie erschließen um noch mächtiger zu werden. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass er Gegenstände aus meiner Welt in seinen Besitz gebracht hat und jetzt wissen möchte wie diese funktionieren. Glücklicher Weise, sind die meisten Sachen die damals aus unserer Welt mit hierher kamen an die guten Kräfte gebunden, so dass er sie gar nicht benutzen kann.“
Beide redeten noch eine ganze Weile bis Harry endlich so müde war, dass er den Rest der Nacht traumlos durchschlafen konnte.
Das Wochenende begann so wie schon der Freitag geendet hatte. Beim Frühstück hatte Onkel Vernon eine eisige Miene aufgesetzt und Tante Petunia versuchte sich so unauffällig wie möglich zu benehmen und so war es auch kein Wunder, dass das Wochenende nicht so angenehm wie die letzten Tage verlief. Onkel Vernon war zu Hause und verbreitete seine eisige Stimmung und saß dabei schweigend vor dem Fernseher. Harry versuchte ihm so gut es ging aus dem Weg zu gehen, doch bei den Mahlzeiten war ein Zusammentreffen unvermeidbar. Glücklicher Weise hatte Vernon nicht vor mit Harry Streit zu beginnen und so verliefen auch die restlichen Mahlzeiten in aller Stille.
Auf diese Weise konzentrierte sich Harry wieder auf seine Zauberei und verbrachte viel Zeit mit Sniff bei Erzählungen. So kam auch irgendwann das Gespräch auf Harrys Freunde und Harry weihte Sniff in seine Idee mit dem Scherz ein. Sniff konnte zunächst Harrys Begeisterung nicht ganz nachvollziehen. Doch Harrys Enthusiasmus steckten irgendwann auch Sniff an und er hatte dafür eine Idee:

Fortsetzung folgt, zumindest wenn es euch noch gefällt.
Ciao Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

28

Mittwoch, 5. April 2006, 18:53

Kapitel 8

Hallo da draußen, würde mich mal int. ob noch jemand die Story liest? ?( ?( ?(

Lade mal noch ein Kapitel hoch ...

******


7. Streiche und Überraschungen unterschiedlicher Art

Harry blickte Sniff überrascht an, eben noch hatte er Mühe Sniff zu erklären, was überhaupt ein Scherz ist. Sniff war einfach viel zu logisch um darin einen Sinn zu entdecken, doch jetzt hatte doch die Verschlagenheit Oberhand gewonnen und die Idee von Sniff begeisterte Harry sofort.
„Das klingt fantastisch und würde bestimmt einen bleibenden Eindruck hinterlassen ...“ Harry Augen begannen zu funkeln wie sicher schon geraume Zeit nicht mehr; „aber ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung wie man so etwas machen kann. Im Unterricht haben wir noch nicht einmal etwas ähnliches angesprochen.“
„Weist du Sniff, ich habe ein Talent zum Apparieren entwickelt, d.h. ich kann geräuschlos irgendwo auftauchen und soweit ich den Abschnitt im Buch richtig verstanden habe, kann man das Apparieren auch mit anderen Zaubern kombinieren. Ich dachte dabei zunächst an Desillusionieren oder so was und dann bevor ich mich zu erkennen gebe einige Effekte erschaffe. Das würde ja perfekt zu deinem Vorschlag passen aber es bleibt nur noch eine Woche für die Umsetzung.“
Beide überlegten noch eine ganze Weile wie man an der Umsetzung arbeiten könnte. Sie einigten sich schließlich darauf an dem Punkt anzusetzen, wo Harry vor seiner Prüfung aufgehört hatte. Also holte Harry sein altes Buch wieder heraus und vertiefte sich in den Abschnitt des Apparierens.
Seit der Prüfung hatte Harry nicht mehr in das Buch geschaut und jetzt diesen Abschnitt mindestens dreimal durchgelesen als er das Buch laut zuschlug.
„Also ich verstehe das nicht was soll dieser Unterschied zwischen dem Beherrschen eines Zaubers und dem Verstehen und Spüren eines Zaubers sein. Wenn ich etwas beherrsche dann kann ich es doch auch.“
„Nein Harry so einfach ist das nicht. Du hast mir gesagt, du hättest ein Talent für das Apparieren. Das liegt wahrscheinlich daran, dass du es spürst, schließlich hast du beschrieben wie sich der Zauber anfühlt. Grundsätzlich gilt das für alle Arten von Magie, ich habe dir von meiner Elementarmagie erzählt und daran wird es vielleicht noch deutlicher. Um etwas beeinflussen zu können, mußt du es zunächst auch verstehen oder es zumindest erfassen. Zum Beispiel eine Flamme, zu wissen, dass es Feuer ist reicht nicht aus aber zu erkennen, dass die Flamme Luft braucht ermöglicht es dem Elementarmagier Einfluß darauf zu nehmen. Je Genauer und Komplexer das Verständnis, desto komplexer wird auch das Wirken der Magie.“
Harry dachte eine Weile nach, „ich sollte vielleicht wirklich versuchen einen einfachen Zauber auszuführen und dabei auf Veränderungen achten. Was hältst du davon, wenn ich zunächst einen einfachen Lichtzauber probiere?“
Sniff kam näher, „ich würde vorschlagen, dass du dich zunächst hinsetzt und konzentrierst. Am Besten du schließt dabei die Augen und wenn du glaubst, dass du soweit bist führst du den Zauber aus. Solange du die Augen geschlossen lässt kannst du dich auf dein Inneres konzentrieren und ich achte in der Zwischenzeit auf den Zauber.“
Harry war einverstanden, setzte sich auf sein Bett und schloss die Augen. Sniff hatte sich vor ihm zusammengerollt und beobachte jetzt Harrys Bewegungen. Nach einigen Minuten hob Harry seinen Zauberstab leicht und flüsterte >Lumos<
Es war wie bei der Instandsetzung der Stühle, denn wieder hatte Harry ein seltsames Gefühl als er den Spruch murmelte, nur war es diesmal viel intensiver und einen Augenblick später war es als könnte Harry das Licht sehen. Während er das Licht betrachtete veränderte es sich schließlich, zunächst wechselten die Farben, dann begann es zu pulsieren und schließlich wurde es immer heller. Harry glaubte schon Wärme auf seinem Gesicht zu spüren und versuchte sich von dem Strahlen abzuwenden.
„Harry, Harry ...“ und nach einigen Augenblicken drang die Stimme von Sniff in Harrys Bewusstsein. Harry öffnete die Augen, blickte zunächst auf den Zauberstab, welcher immer noch leuchtete und dann auf Sniff.
Sniff hatte seinen Vorderkörper wieder aufgerichtet und wiegte diesen jetzt nachdenklich hin und her.
Langsam wurde Harry ungeduldig und schließlich löschte er das Licht und fragte Sniff: „Ist etwas ungewöhnliches passiert oder wieso bist du so seltsam?“
„Nun so könnte man es ausdrücken, eine beeindruckende Lichtshow, bis auf das Ende. Ich hatte schon die Befürchtung du verbrennst uns Beide.“
Harry war verblüfft, er hatte geglaubt, dass er sich alles nur vorgestellt hatte, doch so wie es Sniff beschrieb hatte sich alles auch wirklich so zugetragen. Beide diskutierten noch eine Weile über die Wirkung des Zaubers.
„Ich habe eine Vermutung,“ stelle Sniff nach einer Weile fest. „Bevor ich mich aber dazu äußere würde ich noch eine Test vorschlagen. Du hast gesagt es war so ähnlich wie damals im Garten. Versuche doch noch einmal den Farbzauber, z.B. hier im Zimmer.“
„Einverstanden und an was für eine Farbe hast du gedacht?“
„Wie wäre es mit einem hellen Grün und die Decke in weiß.“
Harry schloss die Augen, stellte sich sein Zimmer im neuen Anstrich vor, dann hob der den Zauberstab und sagte >Colorus novus< . Als Harry seine Augen wieder öffnete staunte er nicht schlecht, zwar war die Wand genauso wie er sie sich vorgestellt hatte, doch die Decke sah aus wie ein Sommerhimmel in einem hellen Blau mit weißen Wolken und einer scheinbar strahlenden Sonne in einer Zimmerecke.
„Du solltest eine Mahlerfirma gründen, so wie du das machst, hättet ihr bestimmt Rekordumsätze.“
Harry drehte sich erschrocken zur Tür wo seine Tante stand und sich staunend die Decke betrachtete.
„Das Abendessen ist fertig und weil du nicht reagiert hast bin ich hoch gekommen und hatte geklopft. Als niemand reagierte bin ich rein gekommen“ sagte Tante Petunia entschuldigend. „Dein Onkel trifft sich heute Abend mit ein paar Geschäftsfreunden und fährt im Anschluss deinen Cousin abholen.
„Klar ich komme, war wohl so in mein Üben vertieft, dass ich nichts gehört habe. „
„Das kann man sehen,“ und Tante Petunia lächelte, „vielleicht kannst du ja noch in einigen anderen Zimmern üben, es sieht wirklich sehr schön aus.“
Tante Petunia verschwand und Harry blickte sich um. Von Sniff fehlte zunächst jede Spur, doch dann begann die Luft zu flimmern und Sniff erschien wieder.
„Ich dachte deine Tante sollte mich nicht sehen aber du musst dich besser konzentrieren, den Rest bereden wir nach dem Abendessen.“
Harry ging nach Unten und nach den bisherigen Mahlzeiten war es mal wieder ein angenehmes Essen, was dem Wochenende noch ein erträgliches Ende bescherte. Sie unterhielten sich und Harry erklärte sich bereit einige Räume zu „renovieren“. Doch zunächst sollte Tante Petunia das mit Onkel Vernon klären, denn Harry wollte auf keinen Fall die Stimmung noch mehr verschärfen.
Als Harry wieder nach Oben kam, lag Sniff noch immer auf dem Bett von Harry. Dieser setzte sich dazu und schaute nun erwartungsvoll auf die zusammengerollte Schlange.
Sniff richtete wie immer seine Vorderkörper auf und begann zu erklären:
„Nachdem was ich vorhin gesehen habe, liege ich mit meinen Vermutungen bestimmt nicht so falsch. Ich sagte dir ja schon, dass um Magie zu wirken das Verstehen und Erkennen von Zusammenhängen notwendig ist. Du kannst scheinbar das Wirken von Magie fühlen, was für die Beeinflussung eines Zaubers von großer Bedeutung ist. Das du die Wirkung noch nicht richtig steuern kannst liegt daran, dass es bei dir aus dem Unterbewusstsein gesteuert wird. Es ist ungewöhnlich, denn normaler Weise verläuft der Prozess umgekehrt. Wir sollten daher versuchen, deine Wirken von Zaubern besser zu kontrollieren. Ich meine so wie du beim Apparieren gelernt hast den Übergang zu beeinflussen, sollten wir nun probieren z.B. das Einfärben bewusst zu nutzen. Nimm dir z.B. den alten Stuhl und versuche den Farbspruch anzuwenden aber diesmal nicht mit geschlossenen Augen.“
Harry verstand langsam worauf Sniff hinaus wollte. Es zeigte sich aber auch, dass die bewusste Ausführung des Farbzaubers viel schwieriger war. Harry stellte sich den Stuhl in einer neuen Farbe vor doch jedes Mal wenn er den Spruch aussprach bekam der Stuhl zwar einen neuen Anstrich aber in der gleichen Farbe wie bisher. Probierte Harry den Spruch mit geschlossenen Augen war es überhaupt kein Problem.

Sniff hatte eine Weile zugesehen und schließlich sagte er:
„Harry du konzentrierst dich nicht genug, sobald du den Stuhl betrachtest, verdrängt dieses Bild deine Vorstellungen, deshalb kannst du die Farbe nicht ändern.“
Harry hatte aufmerksam zugehört und probierte den Spruch zunächst mehrere Male mit geschlossenen Augen, dabei achtete er besonders darauf, wie sich sein Wunschbild auf den Zauber auswirkte und gleichzeitig versuchte er das eigenartige Gefühl, das er schon von Begin an bei diesem Zauber verspürt hatte, zuzuordnen.

Dann versuchte er es wieder mit geöffneten Augen und diesmal gelang es ihm. Harry erkannte dabei auch, dass er das eigenartige Gefühl genau in dem Augenblick empfand als der Zauber Wirkung zeigte. Als Harry Sniff diese Empfindung schilderte antwortet dieser:
„Das ist genau das was ich meinte. Du fühlst den Zauber bevor du diesen richtig kontrollieren kannst. Es ist besonders seltsam, weil so etwas erst in höheren Stufen möglich sein sollte.“
„Was für Stufen meinst du“ unterbrach ihn jetzt Harry.
„Ich habe dir doch von elementaren Magie berichtet. Genau wie die Magie in eurer Welt unterscheidet man diese in drei verschiedene Stufen. In der einfachen Stufe ist es dem Magier möglich Illusionen zu schaffen. Das heißt er kann bildliche oder scheinbar körperliche Trugbilder erzeugen, seinen Körper tarnen und ähnliche Dinge. Die nächste Stufe nimmt direkten Einfluss auf die Elemente wie Feuer, Wasser oder Luft. Der Magier kann diese Elemente verändern oder sogar erschaffen. Die höchste Form bezieht sich auf die Beeinflussung des Lebens, dazu gehört aber auch die Heilung von Lebewesen. Das Wesentliche dabei aber ist, je komplexer der Zauber, desto genauer muss derjenige diesen auch verstehen. Zauberer, die solch komplexe Zauber meistern berichten, dass sie die Magie spüren und beeinflussen können. Du hingegen spürst die Magie schon im Vorfeld und musst nun lernen diese zu beeinflussen.“
Harry hatte beeindruckt zugehört, „ich sollte es wie beim Apparieren machen, dort kann ich den Übergang fühlen und beeinflussen.“
Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile und kamen auch wieder auf den Streich zu sprechen
„Ich werde noch mal in dem alten Buch nachlesen, vielleicht finde ich ja da etwas dazu.“
Harry verbrachte den ganzen Abend mit der Suche und schließlich fand Harry etwas. Zu Sniff gewandt sagte er: „Sniff hör doch mal zu, das hier klingt viel versprechend“ und Harry las den Absatz vor. Es gab ebenfalls einige Zaubersprüche und die genaue Beschreibung zur Betonung und zur Bewegung des Stabes. Sofort versuchte Harry einen der Sprüche ... daraufhin begann an einer Stelle plötzlich die Luft zu flimmern und dann war es auch schon vorbei.
Nun gut, dachte Harry aber hier steht ja auch, dass es sich dabei um höhere Magie handelt, es ist also kein Wunder.
....

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

29

Mittwoch, 5. April 2006, 18:55

....
Sniff hatte aufmerksam zugehört und auch Harrys Versuch kritisch beobachtet.
„Ich würde sagen, du warst mal wieder nicht konzentriert genug und außerdem war dein Handeln mal wieder völlig überstürzt. Konzentriere dich und versuche es mit geschlossenen Augen. Du mußt dir ein genaues Bild davon machen, was du erreichen willst.
Harry dachte kurz nach, was denn ein gutes Ziel wäre, dann konzentrierte er sich auf diese Vorstellung und als Harry die Augen schloss, spürte er wieder das eigenwillige Gefühl. In diesem Augenblick wusste Harry, dass es ihm gelingen würde. Er flüsterte nahezu den Spruch und kurz darauf konnte er Sniffs beeindruckenden Kommentar vernehmen,
Langsam öffnete er die Augen und ihm bot sich ein beeindruckendes Bild, es sah genauso aus, wie er sich es vorgestellt hatte. Harry hatte eine Idee, konzentrierte sich kurz und genau wie das Bild in seiner Vorstellung änderte sich auch der Zauber.
Auch Sniff war beeindruckt, „du hast wirklich Talent für so etwas und es scheint dir auch noch leicht zu fallen.“
Harry blickte Sniff nachdenklich an, „irgendetwas hat sich verändert, ich kann inzwischen bei jedem Zauber etwas fühlen. Und wenn ich es fühle und mich darauf konzentriere wird es fast greifbar für mich und ich kann es beeinflussen. Der Zauber wird dann für mich ganz einfach, doch gleichzeitig fühle ich mich völlig erschöpft.“
„Das ist doch nur verständlich, zum Einen war das ein komplexer und schwieriger Zauber, den du auch noch zum ersten mal benutzt hast und zum Anderen ist für die Variation von Zaubern viel Magie notwendig, Je öfter du so etwas aber tust, desto größer wird auch dein magisches Potential.“

Dann sollte ich vielleicht noch ein wenig üben, du kannst ja in der Zwischenzeit ein wenig jagen gehen, ich habe gehört, dass wir Regen bekommen sollen.
Harry öffnete das Zimmerfenster und Sniff verschwand in die laue Sommernacht. Was für eine herrliche Nacht, dachte Harry. Am tiefschwarzen Himmel funkelten klare Sterne und das helle Band der Milchstraße zeichnete sich deutlich ab. Irgendwo sang ein Nachtigal ein trauriges aber wunderschönes Lied, begleitet vom leisen Zirpen der Grillen. Alles wirkte so wunderbar friedlich. Ein leises SCHUHU ließ Harry aufschrecken. „Oh tut mir leid Hedwig, du möchtest sicher auch die herrliche Nacht nutzen.“ Harry öffnete den Käfig und Hedwig folgte Sniff in die Dunkelheit. In der Stille der Nacht war das Ticktack des Weckers unnatürlich laut zu hören und ein Blick auf das Ziffernblatt zeigte kurz noch Mitternacht. Harry zog sich den alten Sessel ans Fenster und schaute in die Nacht. Es war als würde die Ruhe der Nacht auch Ruhe für ihn bringen. Hatte er eben noch vor lauter Aufregung üben wollen, machte sich jetzt eine Müdigkeit breit und kurze Zeit später war Harry eingeschlafen.
Harry flog wieder über eine völlig unbekannte Landschaft. Nur im Unterschied zum letzen Mal war es diesmal kein weites grünes Land sondern eine große Wasserfläche. Die untergehende Sonne tauchte die Landschaft in ein warmes rotes Licht und die abendliche Dunst verstärkte den unwirklichen Eindruck. Man konnte am entfernten Ufer Berge sehen und der Wind trug den Duft von Bäumen und Wiesen heran. Gleichzeitig spürte er die Feuchtigkeit des Wassers auf der Haut und das Luftholen hinterließ einen salzigen Geschmack auf der Zunge.
Sein Blick fiel auf das Wasser und undeutlich konnte Harry Konturen eines Bildes erahnen. Er flog immer tiefer um dichter an die Wasseroberfläche zu gelangen. Ein undeutliches Spiegelbild wurde auf der gekräuselten Wasseroberfläche sichtbar. In dem Augenblick als er sich dem Wasser so dicht nährte, um sein Spiegelbild genauer zu betrachten, brach die Wasseroberfläche auseinander und ein graues Ungetüm tauchte aus den Wellen auf. Auch dieses Ungeheuer gab einen grässlichen Schrei von sich und ein seltsames Gefühl war auf seinem Arm zu spürten.

Sniff und Hedwig waren offensichtlich von ihrem Jagdzug zurückgekehrt und schienen sich Sorgen um ihren Herrn zu machen, denn beide versuchten so gut sie konnten diesen munter zu machen. Hedwig hatte sich dafür vor ihm auf dem Fensterbrett nieder gelassen und pickte immer wieder auf Harrys Arm ein während Sniff nach Harry gerufen hatte. Als Harry die Augen aufschlug blickte er sich zunächst verwundert um, es war ihm alles so real vorgekommen. In was für eine Welt entführten ihn seine Träume. Doch dann erkannte Harry, dass sich seine beiden Freunde wohl Sorgen gemacht hatten und er streichelte Hedwig zärtlich über das Gefieder.
„Ihr habt euch wohl Sorgen gemacht aber keine Angst ich habe nur geträumt und zur Abwechslung mal etwas nicht so schlimmes.“
„Vielleicht solltest du ins Bett gehen,“ warf Sniff ein, „ich glaube du hast Recht mit dem bevorstehenden Wetterwechsel und da ist ein offenes Fenster wahrlich kein guter Platz zum übernachten.“
Tatsächlich begann am Himmel Wolken aufzuziehen, die bereits vereinzelt den Blick auf die Sterne verdeckten. Gleichzeitig hatte auch der Wind merklich aufgefrischt und die trieb jetzt die Wolken zügig über den Nachthimmel. Es war empfindlich kühl geworden und Harry begann wie auf Stichwort zu frösteln. Er schloss das Fenster und zog sich in sein Bett zurück, wo es gar nicht lange dauerte bis Harry eingeschlafen war.
Wie angekündigt schlug in den folgenden Nachtstunden das Wetter endgültig um, große Wolken zogen am Fenster vorbei und der Regen trommelte so stark gegen die Fensterscheiben, dass Harry aus dem Schlaf gerissen wurde. Er wollte sich schon wieder unter der Bettdecke verstecken als er eine Eule auf dem Fensterbrett sah. Fröstelnd kletterte Harry aus dem Bett und ließ die Eule herein, sie war triefend nass und hatte ein kleines Pergament am Bein. Harry löste die Rolle und lies die Eule zu Hedwig in den Käfig damit sie sich erst mal ausruhen konnte. Der alte Wecker zeigte kurz nach fünf Uhr morgens.
Der Brief war von Ginny, was bei Harry wieder die Schmetterlinge im Bauch weckte. Gleichzeitig spürte er eine seltsame Angst als er zu lesen begann:
Lieber Harry,
leider haben wir immer noch nichts von dir gehört. Ich mache mir Sorgen, warum schreibst du nicht wann du kommst? Du kommst doch auch früher, Ron erzählt mir jeden Tag, dass nächsten Montag Hermine kommt. Hermine hat eine Eule geschickt in der Stand, dass du noch nicht sicher bist und auch noch die Genehmigung vom Orden brauchst. Mein Dad sagt mir auch nichts und sagt immer nur so was wie, Harry kommt schon. Also bitte Harry, schick mir doch eine Eule.
Ich vermisse dich, deine Ginny
Harry hatte den Brief schon lange zur Seite gelegt und versank in seinen Gedanken.
Ach Ginny, was soll ich denn nur machen, ich will einfach niemanden mehr in Gefahr bringen. Seine Gedanken machten einen Sprung zurück nach Hogwarts. Der Tag an dem Gryffindor das Spiel ohne ihn gewonnen hatte und Ginny ihm um den Hals gefallen war und Harry sie vor allen Leuten küßte. Von da an hatten sie einige Tage, die er wohl nie vergessen würde. Doch dann sprangen die Gedanken zu dem Angriff auf Hogwarts und zum Tod von Professor Dumbledore. Es schien keinen Ausweg aus dieser Zwickmühle zu geben und Harry saß trübselig am Schreibtisch und starrte auf die Regentropfen, die gegen die Fensterscheibe trommelten.
Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen als etwas über seinen Arm strich, „Harry was ist los, ist etwas passiert oder was hast du?“ Es war Sniff, der so fand es zumindest Harry besorgt klang, insofern man das bei einer Schlange überhaupt sagen konnte.
In diesem Moment war Harry froh Sniff hier zu haben, in der kurzen Zeit die beide bisher miteinander verbracht hatten, war eine tiefe Freundschaft entstanden. Es war anders wie mit seinen besten Freunden Ron und Hermine aber in Sniff hatte Harry einen Freund gefunden mit dem er über Probleme reden konnte, über die er mit Hermine und Ron wahrscheinlich nicht sprechen würde. Sniff schien Harry zu verstehen und als Harry ihm seine Situation schilderte hörte dieser aufmerksam zu ohne Harry zu unterbrechen.
Nachdem Harry geendet hatte, wiegte Sniff seinen Vorderkörper noch eine Weile hin und her und sagte dann: „Harry, ich kann dich gut verstehen und kann mir über Ginny auch keine Meinung erlauben, da ich sie leider noch nicht persönlich kenne. Einen Rat kann ich dir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht geben aber ich würde vorschlagen, dass du zunächst noch ein wenig schläfst, denn wie sagt ein Muggelsprichwort >Der Morgen ist Klüger als der Abend<.“
Auch wenn Sniff Harry keinen Rat geben wollte, fühlte sich Harry doch um einiges besser jetzt nachdem er sich seine Sorgen von der Seele reden konnte und es dauerte auch nicht lagen bis Harry wieder eingeschlafen war. Noch wusste er nicht, dass er nicht mehr viel Schlaf finden sollte.
...

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

30

Mittwoch, 5. April 2006, 18:57

...
Die neue Woche begann alles andere als vielversprechend. Harry stand im Traum vor der Haustür des Fuchsbaus und klopfte. Ein roter Haarschopf war am oberen Fenster zu sehen und Harry konnte hören, wie jemand die Treppe herunter rannte. Die Tür ging auf und Harry bekam eine kalte Ladung Wasser ins Gesicht.
Erschrocken fuhr er auf, „was soll das denn“ und verwirrt stellte er fest, dass das Wasser echt war. Sein Cousin Dudley stand mit einem Eimer vor seinem Bett und grinste fies.
„Hey Cousin, jetzt ist es mit der Ruhe hier vorbei. Ich weis zwar nicht, was du mit meiner Mutter angestellt hast, aber mit mir machst du so etwas nicht. Jetzt wirst du mich kennen lernen.“
Er kam drohend auf Harry zu, blieb aber genauso plötzlich einen Meter vor Harrys Bett wie versteinert stehen. Seine Gesicht hatte jegliche Farbe verloren und er starrte auf einen Punkt am Fußende des Betts.
Harry hatte sich in der Zwischenzeit vom ersten Schreck erholt und betrachte nun auf den seltsamen Anblick. Dudleys Augen wurden immer größer und Harry befürchteten schon sie könnten herausfallen als Dudley leise stotterte.
„Du Freak, d ..d.. du hast eine Schlange, nimm ... nimm das Vieh weg. Das erzähl ich sofort meinem Vater.“
Langsam schien sich Dudley ein wenig zu beruhigen, doch als Sniff seinen Vorderkörper aufrichtet und laut zischte, wich er entsetzt zurück. Dabei stolperte er über Harry Schuhe und viel mit lauten Gepolter nach hinten. Ohne einen weiteren Blick auf Harry oder Sniff kroch Dudley auf allen Vieren so schnell es ging zur Zimmertür.
Harry hatte in der Zwischenzeit seinen Zauberstab hervorgeholt und die Zimmertür magisch verschlossen. Immer noch in panischer Angst rüttelte Dudley wie ein Verrückter an der Klinke, doch ohne Erfolg. Langsam drehte er sich um und mit einem panischen Gesicht blickte er zu Harry, der jetzt spielerisch seinen Zauberstab durch die Finger gleiten lies.
„Hör zu Cousin! Ich habe nicht vor mich weiterhin von dir terrorisieren zu lassen. Falls es dir noch niemand erzählt hat, ich habe die offizielle Genehmigung zu Zaubern und glaube mir, ich kenne inzwischen einige gute Tricks!“
Dudley wurde noch eine Spur blasser wenn das überhaupt möglich war. Er lehnte mit dem Rücken an der Tür doch bei Harry Worten wurden ihm wohl die Knie weich, denn er sank langsam zu Boden.
„Diese Schlange ist ein guter Freund und es wäre besser für dich, du würdest das hier für dich behalten. Sonst stattet dir meine Freund vielleicht in einer der nächsten Nächte einen Besuch ab. Und stell dir mal vor, wenn ich dich dann in ein kleines Kaninchen verwandeln würde.“
Bei seinen letzten Worten hatten Harry Augen einen gefährlichen Glanz bekommen und Dudley war zu einem fetten Häufchen Elend zusammengesunken.
„Und jetzt zieh Leine!“ mit diesen Worten hob Harry den Zauber auf und sein Cousin floh panisch aus dem Zimmer.
„Dem hast du es aber gegeben“, zischte Sniff, „du kannst einem ja richtig Angst machen.“
Harry schmunzelte, „ich glaube das war heute nicht schwer, bei dem Schock den du ihm verpasst hast. Hoffe er hält sich daran und rennt nicht direkt zu meinem Onkel aber eigentlich ist mir das egal.“ Damit sprang Harry aus dem Bett und kümmerte sich zunächst um die Wasserpfütze bevor er selber im Badezimmer verschwand.
Als Harry etwas später nach unten kam, wartete Tante Petunia bereits mit dem Frühstück. Der Tisch war gedeckt doch von Dudley war nichts zu sehen.
„Guten Morgen Harry, Dudley ist wieder da und Vernon ist schon ins Büro gefahren.“
„Dudley hat mir schon einen guten Morgen gewünscht,“ erwiderte Harry mit einem kühlen Unterton.
„Ah verstehe“, und das Gesicht von Tante Petunia wirkte plötzlich nicht mehr so glücklich, „habe mich schon gewundert wo er so schnell hin wollte. Wir werden wohl allein Frühstücken müssen.“
Beim Essen wurde nicht viel geredet und nachdem Harry seiner Tante beim Abräumen geholfen hatte verschwant er schnell auf sein Zimmer. Es war Harry unangenehm gewesen und auch wenn er sich darüber sicher war, dass Dudley nur bekommen hatte was er auch verdiente, so tat ihm seine Tante leid. Etwas, was Harry vor einigen nicht mal im Traum eingefallen wäre. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und grübelte über die letzen paar Tage nach, es hatte sich so viel verändert, seine Tante war über ihren Schatten gesprungen und hatte ihm sozusagen die Hand gereicht und auch Onkel Vernon war einigermaßen erträglich. Doch auch Harry hatte sich verändert, abgesehen von dem was er alles gelernt hatte, kam es ihm vor als hätte er den ersten Schritt in eine neue Richtung gemacht. Vielleicht war es Zeit das Kriegsbeil hier im Haus zu begraben, es gab wichtigere Dinge und irgendwo musste ein Schlussstrich gezogen werden.
Sein Blick streifte über den Schreibtisch und blieb an dem Brief von Ginny hängen. Die Gedanken von heute früh drängten sich in sein Gedächtnis zurück, doch auch hier hatte Harry einen Entschluss gefasst. Er musste nur noch mit jemanden darüber reden. Die durchweichte Eule saß immer noch bei Hedwig im Käfig und sah inzwischen wieder munter aus, also holte Harry Feder und Pergament hervor und schrieb einige Zeilen.
Liebe Ginny,
es tut mir leid, dass ich mich noch nicht gemeldet habe doch die Ereignisse der letzten Tage haben sich ziemlich überstürzt. Ich glaube ich habe euch viel zu erzählen wenn wir uns wieder sehen und ich freue mich darauf. Wann ich genau im Fuchsbau ankomme kann ich dir noch nicht sagen, lass dich einfach überraschen.
Bis bald, dein Harry
Er rollte den Brief zusammen und befestigte diesen am Bein der fremden Eule. „Bringst du den bitte zurück zu Ginny,“ und nachdem die Eule noch einen Keks gefressen hatte flog sie mit einem leisen Schuhu davon. Hedwig drehte sich beleidigt von Harry weg, sie schien beleidigt zu sein, dass eine fremde Eule den Brief zu Ginny bringen sollte.
„Aber Hedwig, du wirst doch nicht etwas sauer sein, ich habe nachher einen Spezialauftrag für dich.“
Die Eule lies sich beruhigen und flatterte aus dem Käfig um sich auf Harrys Schulter wieder nieder zu lassen.
„So schnell geht es auch nicht, du musst schon warten bis ich den Brief fertig habe.“
Harry zog ein neues Blatt Pergament hervor und überlegte wie er es am besten formulieren sollte.
Hallo Professor Lupin,
ich habe ein etwas ungewöhnliches Anliegen und hoffe das sie dafür der Richtige sind. Einerseits muß ich den Orden davon in Kenntnis setzen was wir vor haben und zum anderen glaube ich, das sie auch aus anderen Gründen die Geeignetste sind. Wenn möglich würde ich mich gern morgen 10 Uhr mit ihnen im GP treffen.
Viele Grüße Harry
Irgendwie gefiel Harry der Brief nicht, doch ihm viel keine besser Formulierung ein. Zu Remus Lupin hatte Harry vertrauen, er war der Letzte der eigentlichen Rumtreiber und schon immer ein Freund der Familie und Harry hoffte, dass er ihn Lupin einen Verbündeten für seine Hochzeitsüberraschung finden würde.
„OK Hedwig, bring den Brief bitte zu Remus Lupin und paß auf, dass er allein ist wenn du ihn übergibs. Ich hoffe er gibt dir gleich eine Antwort mit, aber sei vorsichtig.“
Hedwig verschwand aus dem Fenster und Harry überlegte was noch machen könnte. Die Entscheidung wurde ihm aber abgenommen, da in diesem Augenblick schon wieder eine fremde Eule auf dem Fensterbrett landete. Sie trug ein schwarz versiegeltes Dokument am Bein. Obwohl die Harry das Pergament entfernt hatte, blieb die Eule jedoch sitzen. „Du sollst wohl auf Antwort warten,“ fragte Harry und bekam ein Schuhu als Antwort. Harry holte einige Eulenkekse und begann den Brief zu lesen.
Sehr geehrter Mr. Potter,
auf Grund gewisser Ereignisse und einigen logistischen Notwendigkeiten wurde die Testamentseröffnung auf einen früheren Termin verlegt. Diese findet schon am Mittwoch den 14. Juli, 11 Uhr in unserem Haus, Winkelgasse 17 statt. Bitte bestätigen Sie uns Ihre Anwesenheit mit dieser Eule.
Mit freundlichen Grüßen
Emauel Maximilia
Kanzlei „G. Gryffindor und Erben“

Harry holte ein weiteres Stück Pergament hervor und schrieb eine kurze Bestätigung und teilte mit, dass er sich zum entsprechenden Zeitpunkt in der Kanzlei einfinden würde. Die Eule hatte in der Zwischenzeit die Kekse gefressen und war kurz darauf mit dem Brief verschwunden.
Da es bereits Mittagszeit war, ging er nach Unten um seiner Tante von dem Termin zu berichten, außerdem wollte er auch Bescheid sagen, dass er sich mit Remus Lupin verabredet hatte.
Seine Tante war noch mit dem Kochen des Mittagessen beschäftigt als Harry in die Küche kam.
Harry erzählte seiner Tante von den Termin und half dann beim Tischdecken. Es dauerte auch nicht lange bis Dudley hereinkam. Als er Harry sah, wurde sein Gesicht wieder eine Spur blasser, doch er warf Harry nur einen giftigen Blick zu und setzte sich wortlos an den Mittagstisch. Es war wieder eine stumme Mahlzeit und Harry beeilte sich zurück auf sein Zimmer zu kommen.
In seinem Zimmer wartete derweil Hedwig auf ihn. „Hedwig, das ging aber schnell,“ und Harry band das Pergament von Hedwigs Bein. Schnell rollte er es auf und begann zu lesen.
Hallo Harry,
schön wieder etwas von dir zu hören. Du machst mich neugierig, was das wohl sein kann, dass du mit mir bereden willst. Im Orden läuft es immer noch etwas chaotisch und ich muss noch mit Mad Eye klären ob das in Ordnung geht, denke aber es spricht nichts dagegen. Wir müssen uns wahrscheinlich vor dem GP treffen, das erkläre ich dir dann aber morgen, bis dahin
Remus Lupin
Schön dachte Harry, das ist also geklärt. Seltsam nur, dass er sich mit mir vor dem Haus treffen will, nun gut wir werden sehen. Es war früher Nachmittag und Harry beschloss noch etwas zu üben. Außerdem wollte er seinen Streich noch ein wenig planen und ihm fehlte noch ein wesentlicher Teil dafür. Harry wollte es schaffen sich unsichtbar zu machen. Das Problem war jetzt, dass Unsichtbarkeitszauber bisher noch nicht zum Schulstoff gehörten und Harry auch noch keine neuen Schulbücher hatte. Auch im alten Buch stand nichts darüber es gab nur zwei Verweise auf andere Bücher von den Harry noch nie etwas gehört hatte.
Sniff kam von der Jagd als Harry immer noch darüber nachdachte, wie er bis zum Wochenende den Zauber meister konnte. Eine Möglichkeit wäre es in die Buchhandlung der Winkelgasse zu apparieren, doch er würde wohl kaum unerkannt bleiben und das wiederum hätte mit Sicherheit Ärger zur Folge. Als Sniff nachfragte erfuhr er von Harrys Schwierigkeit und nachdem er einen Augenblick nachgedacht hatte fragte er schließlich, „woher hast du das alte Buch Harry?“
Harry schaute Sniff überrascht an, „das ich da nicht selber drauf gekommen bin, es stammt aus der Bibliothek im Grimmauld Platz. Wie wäre es, möchtest du einen Blick in mein Haus werfen?“ Harry hatte absichtlich die Betonung auf mein Haus gelegt und Sniff, blickte ihn aufmerksam an. Harry hatte ihm zwar davon erzählt aber bisher nicht erwähnt, dass er der Erbe des GP war.
Harry sprang auf, „ich sage nur Tante Petunia Bescheid,“ und schon war er durch die Zimmertür verschwunden. Es dauerte nur einen Augenblick bis Harry wieder da war. „Tante Petunia ist wohl einkaufen, ich habe ihr einen Zettel hingelegt, wie willst du mitkommen?“ Sniff kam näher und sagte zu Harry „streck einfach deinen Arm aus und dann kann es los gehen“. Sniff kroch auf den Arm von Harry und wandt sich darum. Jetzt sah es aus, als hätte Harry eine neue Vorliebe für ausgefallenen Armschmuck entwickelt. Gleichzeitig spürte er wieder ein seltsames Kribbeln auf der Haut. Harry stellte sich die alte Bibliothek im Blackanwesen vor und disappierte.

________________________

So, das wars erst mal. Bis danne, Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

31

Dienstag, 18. April 2006, 22:16

8. Die Ereignisse überschlagen sich

Harry erschien in der verstaubten Bibliothek, doch es war seltsam gewesen. Beim Übergang hier in den Raum war es ihm vorgekommen als hätte er sich durch einen engen Spalt gezwängt der mit einem zähen Brei gefüllt war. Auch Sniff konnte sich das nicht erklären und so beschlossen sie nach ihrer Rückkehr noch mal im Buch nachzulesen, ob so etwas schon vorgekommen ist.
Die Bibliothek sah noch immer so aus wie schon vor zwei Jahren. Damals hatten Molly Weasley und seine Freunde begonnen den Grimmauld Place 12 etwas wohnlicher zu machen doch in die zweite Etage waren sie dabei nie vorgedrungen. Nur die Neugier hatte Harry schon vor zwei Jahren hier rauf getrieben und seit der Zeit schien hier auch eine Menge mehr an Staub hinzu gekommen zu sein. Leise öffnete Harry die Zimmertür und lauschte nach draußen auf den Flur, doch im ganzen Haus herrschte absolute Ruhe bis auf einige undefinierbare knarrende Geräusche. Vom Orden schien niemand hier zu sein und Harry wusste auch gar nicht, ob der Orden den Grimmauld Place immer noch als Hauptquartier nutzte. Doch für eine Hausbesichtigung war ein andermal Zeit. Heute war Harry nur wegen der Bücher hier. Harry hatte sich die beiden Titel auf einen Zettel geschrieben und ging nun durch die Regalreihen. Dummer Weise herrschte hier nicht die gleiche Ordnung wie in der Bibliothek von Hogwarts, dafür gab es hier aber auch keine verbotene Abteilung und bei einem Großteil der Bücher war sich Harry relativ sicher, dass diese in Hogwarts, wenn überhaupt in der verbotenen Abteilung zu finden sein würden. So dauerte es eine geschlagene Stunde bis Harry die beiden Bücher gefunden hatte. Er blickte zu Sniff, der in der Zwischenzeit die Bibliothek erkundet hatte und fragte dann, „wenn du Lust hast, ist noch Zeit für einen sehr kurzen Gang durch das Haus.“
Da Sniff Interesse hatte, schlich sich Harry wieder zur Zimmertür und sie betraten gemeinsam den Flur. Es war wirklich nur eine Kurzführung, durch sein Zimmer, einen Abstecher zum Salon im 1. Stock und dann doch durch die Eingangshalle und die Küche. Das ganze Haus wirkte verlassen und schmutzig und es machte nicht den Eindruck, als wäre in letzter Zeit jemand hier gewesen. Nur der relativ saubere Küchentisch fiel auf und so beschloss Harry seinen Besuch für heute zu beenden und von hier zu verschwinden. Sniff wand sich wieder um seinen Arm und Harry apparierte zurück in sein Zimmer im Ligusterweg.
Wieder hatte Harry den Widerstand gespürt als er den Grimmauld Place verließ und er fühlte sich ziemlich erschöpft als er wieder zu Hause war. Zu Sniff gewandt sagte er schließlich:
„Ich verstehe das überhaupt nicht, ich fühle mich als hätte ich einen ganzen Tag Verwandlung und Zaubertränke hinter mir, dabei sind wir nur zweimal appariert. Ob das mit dem seltsamen Gefühl zusammenhängt? Ich habe es wieder gespürt, als wir den Grimmauld Place verließen. Vielleicht sollte ich einmal nachsehen, ob dazu etwas im Buch steht.“
Harry nahm sich das Buch mit aufs Bett und suchte nach etwas Brauchbaren, gab aber bereits nach wenigen Minuten auf.
„Hier gibt es nicht mal eine Andeutung von irgendwelchen Nebenwirkungen, vielleicht bin ich einfach noch vom gestrigen Üben erschöpft.“
Sniff der neben Harry auf der Bettdecke lag, hatte in der Zwischenzeit die beiden anderen Bücher betrachtet, es waren „Angewandte höhere Magie“ und „Grenzbereiche der Magie“. Dann blickte er wieder zu Harry und schließlich sagte Sniff; „Harry, du weist schon, dass sich zumindest eines der Bücher auch dunkle Magie befaßt?“
Harry blickte auf und zuckte nur mit den Schultern. „Weist du Sniff, viele Dinge gelten als dunkel, nimm nur zum Beispiel mich. Allein das ich mit die sprechen kann, ist für viele Zauberer ein Symbol für dunkle Magie. Hier in diesem Buch stehen eine Menge Beispiele und es geht dabei oft um den Aspekt weiße oder schwarze Magie. Es heißt hier aber auch, dass man nicht die Magie als schwarz oder weiß betrachten darf, sondern immer deren Verwendung. Mir ist inzwischen egal um welche Art von Magie es sich dabei handelt, wenn es mir im Kampf gegen Voldemort hilft. Also worauf warten wir noch, lass uns nachsehen, ob ich denn etwas passendes finde.
Es dauerte nicht lange und Harry hatte im Buch „Angewandte höhere Magie“ ein ganzes Kapitel über Unsichtbarkeit gefunden. Harry begann das Kapitel aufmerksam zu lesen und war bald völlig vertieft, worauf Hermine, wenn sie das jetzt sehen könnte bestimmte sehr stolz gewesen wäre. So hörte Harry auch nicht, dass in der Zwischenzeit jemand sein Zimmer betreten hatte.

„Hallo Harry,“ dieser blickte erschrocken auf. In der Tür stand seine Tante und hatte einen Zettel in der Hand. „Ich dachte du bist noch nicht zurück und wollte dich nicht stören. Eigentlich wollte ich dir sagen, das wir, also Vernon, Dudley und ich, heute Abend bei Geschäftsfreunden zum Essen eingeladen sind. Ich habe dir Abendessen in die Küche gestellt.“
Harry war darüber nicht böse, so konnte er den Rest des Tages mit seine Nachforschungen verbringen. Als Tante Petunia verschwunden war, tauchte mit dem üblichen Flimmern Sniff neben ihm wieder auf.
„Also Sniff warum hast du mich eigentlich nicht vorgewarnt, ich hätte mich zu Tode erschrecken können.“
Dabei schaute Harry belustigt auf Sniff, der sich wie so oft hin und her wiegte als ob er sich nicht sicher war, wie Harry das jetzt meinte.
„Hey hey, das war ein Scherz, wir müssen eindeutig noch an deinem Humor arbeiten, so etwas ist wichtig für gute Scherze:“
Sniff gab so etwas wie ein „ZSSS...“ von sich schlängelte sich vom Bett und verschwand aus dem Fenster. Ganz schön sensibel heute, dachte Harry aber er wusste, dass Sniff ihm nicht böse war. In den letzten Tagen hatten sich beide gut genug kennen gelernt. Daher vertiefte sich Harry wieder in das Buch und lass weiter.
Aus dem Buch ging hervor, dass der Zauber um sich unsichtbar zu machen, nicht so kompliziert war, es gab allerdings dabei einige wesentliche Einschränkungen.
Erstens: Es handelte sich dabei um höhere Magie und der Zauberer benötigte relativ viel Magie.
Zweitens: Der Zauber konnte nur auf sich selbst gewirkt werden, nicht so wie der Desillusionszauber.
Drittens: Dieser Zauber konnte nicht gesprochen werden und das war ein Gebiet, was Harry bisher große Schwierigkeiten bereitet hatte. Ein unangenehmes Gefühl machte sich in seinem Inneren breit, als er diesen Abschnitt gelesen hatte. Wieder standen die Bilder vom Angriff der Todesser vor seinen Augen und er konnte Snapes höhnische Worte hören "Ich werde es immer wieder abblocken. Bis du lernst, deinen Mund und deinen Verstand geschlossenen zu halten, Potter!"
Harry spürte wieder den brennenden Hass in sich aufsteigen und gleichzeitig fühlte es sich schuldig, schuldig dass es ihm nicht gelungen war Snape aufzuhalten.

Ich werde so etwas nie wieder zu lassen und ich werde es lernen ohne Worte zu zaubern.

Es war ein Versprechen das Harry sich selbst gab und es wirkte wie ein Blitzableiter für den aufgestauten Hass und Zorn denn Harry fühlte sich auf einmal konzentriert wie schon lange nicht mehr.
Harry vertiefte sich wieder in sein Lektüre und in seinen Gedanken festigte sich immer mehr der Spruch >Invisibilius totalus<. Wie lange Harry in der Zwischenzeit gesessen hatte, konnte er auch nicht sagen als ein Geräusch seine Aufmerksamkeit auf das Fensterbrett lenkte. Dort saß wieder eine fremde Eule, welche unschlüssig auf dem Fensterbrett scharrte als wäre sie nicht sicher, ob sie hier richtig war. Harry stand auf und ging zum Fenster um den Brief in Empfang zu nehmen und griff nach der Rolle am Bein der Eule.
Als seine Hand die Rolle berührte, stieß die Eule einen erschrockenen Schrei aus und flog einige Meter in die Höhe bis sie dann schließlich auf Hedwigs Käfig wieder landete. Was ist das denn für ein komischer Vogel, dachte Harry, drehte sich dann aber nochmals zum Fensterbrett als er Sniff hinter sich hörte.
„Harry? Hast du es tatsächlich schon geschafft, ich bin ehrlich beeindruckt.“
„Was geschafft,“ fragte Harry verwundert, doch dann verstand er was Sniff meinte und auch die Reaktion der Eule machte plötzlich Sinn. „Äh, keine Ahnung, war mir eigentlich nicht bewusst, dass ich etwas gemacht habe. Dann sollte ich vielleicht mal sehen, wie ich es rückgängig mache. Harry konzentrierte sich auf das >Visibilius< und von Sniff war zu hören „Schon besser, jetzt muss ich mich nicht mehr mit Luft unterhalten und ich würde sagen, die Eule gibt dir jetzt bestimmt auch den Brief.“
Harry lachte, die arme Eule tat ihm richtig Leid, es musste schon ein Schock für sie gewesen sein, wenn plötzlich aus dem Nichts jemand nach der Pergamentrolle griff.
Der Brief kam vom Uhrmacher aus der Winkelgasse und teilte nur mit, dass die Uhr fertig wäre und abgeholt werden könnte. Harry versorgte die Eule und nachdem diese verschwunden war, setzte er sich an den Schreibtisch und holte Feder und Pergament heraus.

Liebe Hermine,
habe soeben einen Brief erhalten, dass unsere Uhr fertig ist. Treffe mich morgen mit Remus Lupin im GP um über die Party zu reden. Die Uhr könnte ich am Mittwoch abholen, da ich zur Testamentseröffnung von Professor Dumbledore in der Winkelgasse bin. Gebe dir noch Bescheid, was Prof. Lupin von unserer Idee hält.
Bis dahin, viele Grüße Harry

Hedwig schien sich über jeden Auftrag zu freuen und war kurze Zeit später verschwunden. Harry machte es sich auf seinem Bett bequem und nahm sich noch mal die alten Bücher zur Hand. Sniff war Harry gefolgt und wollte von Harry wissen, wie er sich fühlte, denn nach der Erschöpfung durch das Apparieren überraschte es Sniff doch, dass Harry so schnell diesen komplexen Zauber gemeistert hatte.
Auf Sniffs Frage hin, dachte Harry nach, „eigentlich fühle ich mich viel besser als nach dem Apparieren. Ich habe ja noch nicht einmal bemerkt, wie ich den Zauber gewirkt habe. Mir ist es auch deshalb nicht aufgefallen, da ich mich ja selber sehen kann.“ Harry beschloss noch ein wenig zu üben, er musste schließlich selber merken ob er unsichtbar war, denn sonst könnte das zu unangenehmen Zwischenfällen führen. Es dauerte auch nicht lange bis Harry ein leichtes Ziehen verspürte wenn der Zauber Wirkung zeigte. Überraschender Weise fand Harry das unsichtbar sein überhaupt nicht anstrengend oder zumindest nicht mehr als ein >Wingardium Leviosa<. In der Zwischenzeit war es bereits ziemlich spät geworden, doch Harry wollte noch etwas ausprobieren. Er stand auf, ging in die Mitte seines Zimmers und apparierte in die Küche. Diesmal konnte Harry keinen Widerstand spüren. Nachdem Harry sich im Kühlschrank eine Flasche Wasser geholt hatte, machte er sich zunächst unsichtbar und apparierte dann zurück in sein Zimmer. Absichtlich tauchte er hier mit einem gut hörbaren PLOP wieder auf und Sniff blickte überrascht in diese Richtung.

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

32

Dienstag, 18. April 2006, 22:20

„Harry, deine Fortschritte können einem Angst machen. Wenn du jetzt schon unsichtbar Apparieren kannst, wo soll das denn noch hinführen.“
Der Tag war anstrengend aber ausgesprochen erfolgreich verlaufen und Harry fühlte sich so gut wie schon lange nicht mehr. Nach einem kurzen Abstecher ins Badezimmer lag er jetzt zufrieden im Bett und mahlte sich die Gesichter seiner Freunde aus, wenn er mit so einem Knalleffekt im Fuchsbau aufschlagen würde. Doch auch wenn es Harry nicht spürte, hatten ihn die vielen Übungen ausgelaugt und es dauerte nicht lange bis Harry fest eingeschlafen war.
Es war eine ruhige Nacht und Harry schlief bis zum Klingeln des alten Weckers. Er fühlte sich ausgeruht und munter und auch die trüben Wolken vor dem Fenster konnten ihm die Stimmung nicht vermiesen. In aller Eile ging er ins Badezimmer und konnte im Vorbeigehen aus Dudleys Zimmer ein lautes Schnarchen vernehmen. In der Küche war Tante Petunia mit dem Frühstück beschäftigt und wünschte Harry einen schönen Guten Morgen. Sie deckten gemeinsam den Tisch und als sie sich beide gesetzt hatten sagte Tante Petunia: „Harry ich habe mit deinem Onkel wegen des Zauberns gesprochen und er hat mehr oder weniger zugestimmt. Das sagt er dir aber selber morgen beim Kaffeetrinken. Ich konnte ihn davon überzeugen.“
Bei ihren letzten Worten zwinkerte Tante Petunia Harry zu und auch wenn dieser sich nicht im Entferntesten vorstellen konnte, wie seine Tante das wohl geschafft hatte, stellte er immer wieder fest, wie sehr sie sich verändert hatte. Seit sie mit Harry einen Neuanfang gemacht hatte, war Tante Petunia auch viel selbstsicherer geworden. Harry versprach am Mittwoch Nachmittag zum Kaffee da zu bleiben und machte sich auf den Weg zum Grimmauld Place.
Zunächst ging er nach oben damit Sniff mitkommen konnte und von dort apparierte er zum Grimmauld Place. Sie kamen auf dem Flur vor Harrys Zimmer an und Harry sagte verwundert zu Sniff. „Also langsam habe ich das Gefühl, dass hier etwas nicht in Ordnung ist, es war schon wieder so ein seltsames Gefühl beim Apparieren.“
Plötzlich waren von unten Stimmen zu hören und Harry schlich leise in den hinteren Teil des Flurs. Er wollte schon in sein übliches Zimmer gehen, als er einen ungewöhnlichen Luftzug spürte. Seltsam dachte er, denn die Treppe die ganz nach oben führte war am anderen Ende des Flurs. Harry zog seinen Zauberstab # LUMOS # und ein schwaches Licht erhellte das dunkle Ende des Flurs. Langsam ging Harry weiter, konnte aber nichts sehen, doch je näher er dem Ende des Flurs kam, desto unbehaglicher fühlte er sich. Natürlich war dieses Haus schon immer unheimlich gewesen und sie hatten sich alle Mühe gegeben es in den letzten Jahren etwas freundlicher zu gestalten. Doch immer wieder weigerten sich einige magische Überbleibsel hartnäckig gegen ihre Entfernung. In diesem Flur hatte es noch nie etwas besonderes gegeben, nur einen alte staubige Ritterrüstung stand am Ende des Ganges und so war dieser auch in den letzten beiden Jahren nicht weiter beachtet worden. Harry spürte wieder den Luftzug, diesmal deutlich und fühlte einen Schauer, der langsam seinen Rücken nach oben kroch. Ein flaues Gefühl machte sich in seinem Bauch breit aber seine Neugier war stärker und langsam ging Harry auf die Rüstung zu.
Plötzlich waren Stimmen wesentlich deutlicher zu hören, Harry lauschte: Remus Lupin war zusammen mit Nyphodora Tonks angekommen und sie unterhielten sich unten.
„Hat Harry gesagt, wann er in den Fuchsbau kommen wollte?“
„Ich denke Montag Abend, kann es aber auch nicht genau sagen“ erwiderte jetzt Remus „aber ich dachte er würde sich noch melden wegen der Sicherheitsmaßnahmen. Vielleicht hat Harry Mad-Eye Bescheid gegeben, der wollte in zwei Stunden auch da sein. Vielleicht will er sich ja auch deshalb mit mir treffen aber ich vermute es steckt mehr dahinter.“
„Du kennst doch Harry,“ hörte er jetzt Tonks „wenn er könnte würde er einfach reinschneien und das gäbe wieder einen Ärger. Denk nur daran wie sich Mad-Eye Arthur vorgeknöpft hat, dass Harry bei ihm im Ministerium war und dann noch eine Shoppingrunde gemacht hat. Von dem Überfall während der Prüfung wollen wir gar nicht reden. Ich werde außerdem das Gefühl nicht los, dass Harry etwas mit den beiden gefangenen Todessern zu tun hat“
Harry musste sich ein Lachen verkneifen und presste die Hand auf den Mund, so etwas würde er doch nie machen. Nachdem auch unten das Lachen abgeklungen war hörte Harry mit Schrecken wie jemand die Treppe hoch kam.
„Las uns das als kleine Überraschung in sein Zimmer legen,“ sagte Tonks „könnte mir vorstellen, dass es ihm gefällt. In einer halben Stunde wollte Harry hier sein oder? Er wird sich ziemlich wundern wenn er draußen auf der Straße steht und nicht herein kommt.“
Harry hatte sich inzwischen soweit irgendwie möglich in die hinterste Ecke geschoben in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden. Als er plötzlich neben sich eine leise Stimme hörte: „Willkommen Herr des Hauses, geht ruhig hinein.“ Im gleichen Augenblick gab die Wand, an die sich Harry gelehnt hatte, plötzlich lautlos nach und er kippte noch bevor er irgendetwas dagegen unternehmen konnte seitlich in ein kleines Zimmer. Geräuschlos schloss sich die Mauer wieder und an den Wänden entflammten zwei Kerzenleuchter. Harry sah sich um, doch viel war nicht zu sehen. Die beiden Leuchter in Form von sich windenden Schlangen schienen sehr alt zu sein und waren auf den beiden Seiten des kleinen Raumes angebracht. In der Mitte des Raumes führte eine kleine Wendeltreppe nach oben, wo sie aber in Dunkelheit verschwand. Sehr eigenartig, dachte Harry und betrachtete neugierig die Treppe. Das Geländer war kunstvoll gearbeitet und in regelmäßigen Abständen war das Wappen der Blacks eingearbeitet. Die einzelnen Stufen waren aus glatten, elfenbeinfarbigen Material, die sich nachdem er sie berührte ganz warm anfassten. Ein gelbliches Licht schien von der untersten Stufe auszugehen und Harry beschloss die Treppe nach oben zu steigen.
Als sein Fuß die erste Stufe berührte, wurde diese heller und die nächsten Stufen begannen zu schimmern. Harry ging weiter und über ihm wurde es hell. Es schien die nächste Etage zu sein und Harry blickte sich neugierig um. Es war ein kleiner ungewöhnlich gemütlicher Raum mit einer kleinen Sitzecke, einem Schreibtisch und sogar einem Kamin. Harry staunte, so etwas war doch völlig unüblich für das Haus der Blacks. An den Wänden hingen einige Bilder und hinter dem Schreibtisch war ein Bücherregal.
Harry dachte nach und seine eigene Neugier brachte ihn in eine arge Zwickmühle. Denn er war einerseits neugierig wo er hier eigentlich gelandet war doch genauso wollte er wissen, was ihm Tonks und Remus ins Zimmer legen wollten. Sniff hatte sich die ganze Zeit über ruhig verhalten, doch jetzt da Harry unschlüssig im Raum stand, fragte er: „Harry, wo sind wir und wer waren die Leute sind sie gefährlich?“
Aus seinem Zwiespalt gerissen, entgegnete Harry: „Nun die Beiden sind Nymphadora Tonks und Remus Lupin aber wo wir hier sind, kann ich dir nicht sagen. Ich wußte noch nicht einmal, dass es diesen Raum oder was auch immer das hier ist gibt.“
„Und wieso verstecken wir uns hier, wenn wir doch eigentlich hier sind um diesen Remus zu treffen.“
„Gute Frage,“ gab Harry zu „also lass uns die Besichtigung auf später verschieben, ich denke mal die Räumlichkeiten laufen nicht davon.
Er stieg die Stufen wieder nach unten und suchte nach einem Ausgang. Doch zunächst war nicht das geringste zu erkennen. Harry überlegte schon zu apparieren als die Stimme von vorhin sagte „Es ist sicher, ihr könnt nach draußen!“
Verwirrte blickte sich Harry nach dem Ursprung um, konnte aber niemanden sehen. „Wer ist da,“ fragte er, doch es gab keine Antwort, dafür verschwand an einer Stelle die Wand und Harry trat zurück auf den Flur. Es gibt doch immer wieder Überraschungen in dem Haus, dachte sich Harry und schlich den Flur entlang. Als er sich seinem Zimmer nährte, waren deutlich die gutgelaunten Stimmen von Tonks und Remus zu hören. Harry überlegte, durfte er so etwas machen, schließlich waren es Erwachsene und dazu noch Mitglieder des Ordens. Auf der anderen Seite waren Beide in Harrys Zimmer.

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

33

Samstag, 29. April 2006, 20:06

Harry konnte einfach nicht anders und zu Sniff gewandt flüsterte er: „Pst, etwas gegen eine kleine Probe für meinen Streich am Montag.“ Sniff schien zu ahnen, was Harry vorhatte und umwand dessen Arm. Als er soweit war machte sich Harry zunächst unsichtbar und apparierte dann geräuschlos in das Zimmer.
Die Beiden saßen auf dem Bett und unterhielten sich als Harry ungesehen und ungehört hinter ihren Rücken auftauchte. Da sie ihn auch so nicht sahen, machte Harry sich wieder sichtbar, holte tief Luft und sagte:
„Hallo ihr Beiden, kann ich irgendwie behilflich sein?“
Dann ging alles sehr schnell.
Reflexartig waren Beide aufgesprungen, hatten die Zauberstäbe gezückt und noch bevor einer von ihnen überhaupt erkannte, wer gerade gesprochen hatte, kam von Remus Lupin bereits ein deutliches >STUPOR<. Woher Harry seinen Zauberstab plötzlich hatte, konnte er später auch nicht sagen und auch nicht was für einen Zauber er benutzt hatte. Die Bewegung von Harrys Zauberstab erfolgte noch im selben Augenblick und der rote Blitz wurde reflektiert. Unglücklicher Weise genau in die Richtung aus der er gekommen war und noch bevor Remus irgendetwas machen konnte wurde er in die Brust getroffen. Er flog rückwärts auf Harrys Bett und verdankte es wohl seinen Werwolfgenen, dass er nicht k.o. ging. Jetzt blickte er schockiert auf Harry.
Tonks, die selbst schon einen Fluch auf den Lippen gehabt hatte, doch im letzten Augenblick noch erkannte wer ihr Gegenüber war, hatte gebannt auf das Geschehen gestarrt. Jetzt war sie nicht sicher ob sie lachen oder böse seien sollte.
Remus fand zuerst so etwas wie Worte: „HARRY POTTER ! Was hast du ... Wie bist du ... Oh verdammt, dass hätte böse ausgehen können, tut mir Leid es war ein Reflex.“
Harry, der sich nicht mehr so sicher war, ob sein Streich eine gute Idee gewesen war, entgegnete etwas kleinlaut: „Mir tut es leid Professor und ich muss mich entschuldigen, dass ich hier so reingeplatzt bin. Sind sie in Ordnung?“
„Was hab ich dir gesagt Remus...“, platzte jetzt Tonks dazwischen. „Für ein Ordensmitglied hast du gegen Harry ganz schön alt ausgesehen, vom Lehrer in VgdK will ich gar nicht reden.“ Dabei konnte sie sich vor Lachen kaum noch halten, dann aber zu Harry gewandt vorfuhr, „Hallo Harry, beeindruckende Reaktion, habe gar nicht gehört, dass du etwas gesagt hast oder wie du überhaupt rein gekommen bist.“
Remus der sich wieder aufgesetzt hatte und seine gute Laune wieder hatte fügte hinzu: „Das würde mich auch interessieren, aber das können wir bei einer Tasse Tee besprechen. Irgendwie habe ich ein etwas flaues Gefühl im Magen.“
Alle lachten und folgten Remus nach unten in die Küche. Harry, der wegen des etwas verunglückten Scherzes noch immer ein schlechtes Gewissen hatte, folgte als Letzter.

Die Küche wirkte immer noch nicht besonders einladend, doch schnell brannte im Kamin ein Feuer und Tonks setzte Tee auf. Harry hatte in der Zwischenzeit seine Zauberstab hervorgeholt und mit einem >Razeputz< den Tisch und die Stühle vom nötigsten Staub und Schmutz befreit. Remus, der Tassen und Löffel aus dem Schrank geholt hatte, betrachte Harry. Dann fiel ihm jedoch ein, das Arthur Weaseley etwas von einer Sondergenehmigung erzählt hatte und als endlich jeder eine dampfende Tasse Tee vor sich stehen hatte sagte er:
„Arthur hat mir von deiner Sondergenehmigung erzählt und ich würde mal sagen, du konntest in den Ferien ein wenig üben.“
Harry war sich immer noch nicht sicher, ob Remus Lupin es wirklich als Scherz ansah oder doch noch böse auf Harry war, deshalb begann er: „Professor Lupin ...“
Doch weiter kam er nicht, denn Remus sagte, „Harry, wie wäre es wenn du DU zu mir sagen würdest. Wir kennen uns lange genug und außerdem wer mich so locker in einem Duell besiegt hat sich das verdient.“ Dabei schmunzelte er und Harry fiel ein Stein vom Herzen.
Harry begann nun von dem Vorfall während der Prüfung und die Beiden hörten aufmerksam zu, bis Tonks einwarf „Das hat mir Fili gar nicht erzählt.“ Harry blickte sie fragend an „Wer?“
„Stimmt ja, das kannst du ja nicht wissen,“ lachte Tonks, „also Fili ist niemand anderes als Filipulla Tesla, die du gerettet hast und die gar nicht fertig wird dich zu loben. Sie fragt mich ständig irgendwelche Sachen über dich, ich würde mal sagen du hast einen neuen Fan.“
Harry runzelte ein wenig die Stirn als er das Wort Fan hörte, Ms. Tesla, die hatte er total vergessen. Es war einfach in den letzten Tagen zuviel passiert.
Dann fragte Harry, „sag mal Tonks, ich hatte das total vergessen, ob es o.k. wäre ihr einen Besuch abzustatten.“
Tonks strahlte, „wie ich schon sagte, sie würde sich riesig freuen und keine Angst, das mit dem Fan darfst du nicht so ernst nehmen. Ich kenne Fili schon viele Jahre und ich würde sagen sie eine meiner besten Freundinnen. Es war schon immer schwierig sie aus meinen Geheimnissen raus zu halten. Ich will nachher auch noch zu ihr, wenn du Zeit hast, kannst du gern mitkommen.
„Ja klar komm ich mit, wenn ich darf...“ dabei blickte er zu Remus und dieser schien zu verstehen und nickte.
„Harry, soweit es mich angeht ist das kein Problem und praktisch gesehen bist du sogar in Begleitung des Ministeriums und des Ordens,“ wobei er Tonks zuzwinkerte und diese Lachte. „Doch wir sollten zumindest mit Moody reden. Er wollte nachher sowieso vorbeikommen und ich befürchte er wird ein paar Fragen haben.“ Bei den letzten Worten war sein Gesicht wieder ernst geworden. „Sag mal Harry, wie bist du überhaupt hier rein gekommen.“
Harry schaute an als hätte er die Frage nicht verstanden, „ich dachte du weist von der bestandenen Prüfung und dass ich jetzt apparieren darf.“ Harry blickte zu den Beiden und konnte gerade noch sehen, wie Remus Tonks einen seltsamen Blick zuwarf. Auch Tonks Gesicht veränderte sich, es wirkte plötzlich ernst und konzentriert, doch dann blickte sie wieder zu Remus und schüttelte mit dem Kopf.
„Willst du sagen du bist hierher appariert“ und Remus blickte Harry skeptisch an.
„Was soll die Frage, glaubst du mir nicht oder warum seht ihr mich so komisch an?“ Harrys Laune verschlechterte sich schlagartig und seine Augen funkelten trotzig.
„Die Sache ist die Harry, wir wissen noch nicht, welche Schutzzauber noch funktionieren doch wir haben erst vor einigen Tagen den Schutz gegen das Apparieren erneuert. Tonks hat es probiert, es funktioniert nicht!“
Harry schaute Remus ungläubig an, „Ich bin aber hierher appariert, das einzige war, dass es einen gewissen Widerstand hier zu geben scheint. Soll ich es euch beweisen?“ Und in seinen Augen war jetzt deutlich ein Funkeln zu erkennen.
Jetzt war es an Remus ungläubig zu schauen, doch dann sagte er „ich glaube dir Harry, auch wenn ich es nicht verstehe. Samuel hat wohl nicht umsonst so von dir geschwärmt. Ich habe eigentlich noch nie gehört, dass jemand durch einen Schutzzauber apparien konnte. Genaugenommen würde das bedeuten, du müßtest auch nach Hogwarts apparieren können, denn dort ist der gleiche Zauber.“
Harry hatte überrascht zugehört, „Mr. Flipp sagte mir ich hätte ein gewisses Talent aber so etwas? Doch ich bin eigentlich hier, weil ich mit dir über etwas anderes reden wollte.“ Er erzählte Remus und Tonks von seinem Plan mit dem „Polterabend“ für Bill und Fleur und bei dem Gedanken an eine Party war Tonks sofort begeistert. Doch auch Remus schien die Idee zu gefallen und sie waren einverstanden wenn Molly und Arthur ihr o.k. dazu geben würden, das ganze mit zu organisieren. Dann brachte Harry seinen zweiten Grund zur Sprache und erläuterte beiden seine Überraschung.
„Und du glaubst, du bekommst so etwas hin,“ fragte Tonks. Ohne etwas zu sagen zog Harry seinen Zauberstab hervor und sowohl Remus als auch Tonks machten große Augen.
„Wie war das mit dem Üben,“ fragte sie jetzt lachend als ihr Blick auf Harry rechten Arm fiel und erstarrte.
„Auf was für komischen Schmuck stehst du denn neuerdings. Ich bin mir nicht sicher, ob das für einen Gryffindor das Richtige ist!“
Harrys Augen waren ihrem Blick bereits gefolgt und mit Schecken blickte er auf Sniff, der völlig unbeweglich an Harry Arm geschmiegt war. Eigentlich hatte Harry damit gerechnet, dass sich Sniff unsichtbar machen würde, doch dann hatte er diesen total vergessen. Jetzt überlegte Harry, ob er den Beiden die Wahrheit über Sniff erzählen sollte oder lieber nicht. Schließlich entschied er sich zumindest einen Teil davon zu erzählen.
Harry blickte zu Tonks, dann zu Remus und sagte: „Darf ich euch meinen neuen Freund vorstellen.“

34

Mittwoch, 3. Mai 2006, 20:17

Hey Roessi!

Also, wie du ja eigentlich wissen müsstest ( :D ) bin ich von deiner FF total begeistert!
Ich denke auch das ich nicht die einzige bin. Deswegen fände ich es schade, wenn sie hier einfach so unter geht!!
Ich hoffe also, dass es ganz schnell weiter geht!!

Viele Grüße Ginny

35

Mittwoch, 3. Mai 2006, 22:51

Habe deine Geschichte gerade gelesen. Gefällt mir echt gut! Schreib unbedingt weiter. Manchmal hast zu zwar noch Rechtschreibfehler, aber sonst ist sie sehr gut.

Lg, zumofi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

36

Samstag, 6. Mai 2006, 14:07

Hallo Ginny,

hey bisher ist die Story hier ja nicht ganz untergegangen und ich werde sie auch hier fortsetzen. Du weist ja sowieso schon wie es weiter geht :] oder sehe ich das falsch?

Bis später, Roessi

**********************************************
Hallo Zumofi,

ja das mit den Fehlern passiert und wenn man selber drauf schaut, übersieht man sie dann meist. Ich hatte tatsächlich überlegt, die Storry hier nicht weiter zu posten aber ich will mal nicht so sein.

Ciao Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

37

Sonntag, 7. Mai 2006, 08:56

Kapitel 9

9. Überraschungen

Die Beiden blickten Harry an als würden sie nichts verstehen, doch als sich die goldene Schlange an Harry’s Arm plötzlich bewegte, stieß Tonks einen Schrei aus und sprang ein Stück zurück, wodurch sie neben Remus auf Harry’s Bett landete. Auch das Gesicht von Remus schien eine Spur blasser geworden zu sein, doch dann sagte er:
• „Was hat das zu bedeuten, seit wann hast du eine Schlange und noch dazu eine, wie ich sie noch nie gesehen habe?“
Harry setzte sich zu den Beiden aufs Bett und überlegte, wie er es am besten erklären konnte. Alles wollte er auch nicht sagen und er musste aufpassen keinen Verdacht zu erregen. Sniff hatte seine Stellung an Harry’s Arm aufgegeben und war auf dessen Schoss gewechselt, wo er sich wieder mal einrollte dann den Vorderkörper aufrichtete und mit wiegendem Kopf die beiden Erwachsenen musterte. Schließlich zischte er, zumindest war es das was Tonks und Remus hörten:
• „Harry, was haben deine Freunde, die junge Frau scheint Angst zu haben und so wie mich dieser Remus ansieht?“
• „Nun Sniff, ich habe dir ja gesagt, was Schlangen in Zaubererkreisen für eine Bedeutung haben und wenn ich es mir recht überlege, habe die meisten Mädchen und Frauen eine gewisse Abneigung gegenüber Schlagen.“
Dabei lachte Harry kurz auf und dachte schon an die Gesichter seiner Freunde. Selbst von Ron wusste Harry, das auch dieser abgesehen von seiner Phobie gegenüber Spinnen auch nicht besonders gut auf Schlangen zu sprechen war.
Tonks war blas geworden und hatte unwillkürlich nach der Hand von Remus gegriffen und auch dessen Blick wirkte noch immer angespannt. Als Harry das sah musste Schmunzeln. Bei Gelegenheit würde er sie mal darauf ansprechen doch jetzt dachte er sich seinen Teil und zu Sniff gewandt sagte er, „du verstehst was ich meine?“ Sniff zischte eine Bestätigung und Harry wandte sich den beiden zu.
• „Tonks, wenn ich dein Gesicht so ansehe schätze ich mal du hast bis jetzt nicht gewusst, dass ich Parsel spreche? Sniff, so heißt mein Freund, ist etwas ganz Besonderes und auch wenn wir uns noch nicht so lange kennen ist er mir ein guter Freund geworden.“
• „Und wo hast du ihn kennen gelernt,“ wollte Remus wissen.
• „Das ist eine lange Geschichte und ehrlich gesagt möchte ich jetzt nicht darüber reden. Sagen wir ich habe ihn aus einer mißlichen Lage befreit.“
Auf der Stirn von Remus war jetzt deutlich zwei Falten zu sehen, zunächst schien er Harry’s Antwort zu akzeptieren, doch er konnte sich einer gewissen Neugier nicht erwehren und fragte schließlich:
• „Bis du sicher, dass die Schlange nicht gefährlich ist und was es überhaupt für eine Schlange ist, so etwas habe ich noch nie gesehen.“
• „Sniff kommt nicht aus unserer Gegend und ich habe ihn noch nicht danach gefragt, was für eine Schlange er ist, weil mir das eigentlich egal ist. Was ich euch verraten kann, dass Sniff eine magische Schlange ist, dass heißt er kann sich z.B. unsichtbar machen. Etwas, dass wenn ich euere Gesichter so ansehe, in Zukunft sehr nützlich sein dürfte.“
Tonks und Remus schauten immer noch skeptisch auf die Schlange, doch endlich entspannten sich ihre Gesichter und sie schienen einen Beschluss gefasst zu haben, sie flüsterten kurz miteinander und dann sagte Remus:
• „Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich von einer Schlange an deinem Arm begeistert bin, doch du hast in letzter Zeit gezeigt, dass du eine Menge dazugelernt hast. Wir beide vertrauen dir, doch zwei Dinge, du solltest dir gut überlegen, wem du die Schlange zeigst und bei Gelegenheit wollen wir beide die lange Geschichte noch hören!“
• „Einverstanden, ich verspreche euch bei nächster Gelegenheit die Geschichte zu erzählen und freue mich ehrlich, dass ihr mir helfen wollt.“
Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile über die geplante Party und über Harry’s geplanten Streich und es machte Harry richtig Spaß den Beiden nur soviel zu verraten, dass es auch für sie noch eine Überraschung werden könnte. Remus war am hartnäckigsten, er wollte unbedingt wissen, wie Harry ohne aufzufallen oder sich zu verraten im Fuchsbau auftauchen wollte.
Harry hatte gerade lachend erklärt, dass er es genauso wie vorhin in seinem Zimmer machen wollte, worauf die Beiden ihn so seltsam anschauten, dass Harry sich vor Lachen kaum noch halten konnte. Plötzlich hallte ein lauter Glockenton durch die Küche und Harry zuckte er erschrocken zusammen. Remus beruhigte ihn und erklärte das es nur die neue Türglocke sei und MadEye wohl angekommen wäre.
Tatsächlich stand kurze Zeit später MadEye Moody in der Tür und war noch nicht richtig in der Küche als sein Blick auf Harry fiel und er lospolterte:
• „Potter, wir müssen uns dringend mal unterhalten. Was hast du dir eigentlich dabei gedacht, einfach so durch London zu spazieren. Das war unverantwortlich und leichtsinnig von dir! Es sind gefährliche Zeiten.“
Harry hatte seine Shopping Runde schon fast wieder vergessen und der Sache auch nicht soviel Bedeutung beigemessen. Wenn der Orden nicht wusste wo er war, war es doch auch unwahrscheinlich das Voldemort es wusste und außerdem war Harry der Meinung in der Zwischenzeit ganz gut auf sich aufpassen zu können. Daher antworte er:
• „Also Prof. Moody, zum Einen habe ich Mr. Weasley Bescheid gegeben und zum Anderen wissen sie sicher schon, dass ich inzwischen apparieren kann und darf.“
Bei seinen letzten Worten hatte Harry’s Stimme einen trotzigen Tonfall angenommen, doch Moody ignorierte das und entgegnete:
• „Es gibt Möglichkeiten das Apparieren zu unterbinden und dann ...“
In Harry’s Augen war wie so oft in letzter Zeit ein unheimliches Funkeln zu sehen als er Moody unterbrach.
• „DANN kann ich mich in der Zwischenzeit auch schon ganz gut verteidigen und es gibt immer noch die Möglichkeit wegzulaufen. Ich bin nicht mehr der kleine Junge!“
Remus, der hinter Harry stand hatte schon seit der Ankunft von MadEye durch Armbewegungen versucht dessen Aufmerksamkeit zu erregen, während Tonks von der Seite das Rededuell beobachtete.
Jetzt blickten sich Harry und MadEye nur noch stumm an, als plötzlich Moody überraschender Weise sagte:
• „Na gut, lassen wir das, vergeben und vergessen. Der Orden kann wahrscheinlich nicht immer ein Auge auf dich haben doch ich werde es zumindest versuchen,“
und dabei begann das magische Auge wie wild in der Höhle zu rotieren. Dann fügte er noch hinzu:
• „Ach Harry, wie wäre es wenn du mich MadEye nennst, das machen hier alle so, Professor bin ich nicht mehr und Mr. Moody klingt irgendwie fremd.“
Froh, dass sich die Situation so aufgelöst hatte und sichtlich entspannt erwiderte Harry:
• „Gern mach ich und glauben sie ... äh ... und glaube mir, die Zeiten wo ich mich sinnlos in Gefahr begeben habe sind vorbei. Ich geh dann mal hoch, wenn ich mich nicht irre liegt da noch etwas für mich und dann wollen wir auch noch zu einem Krankenbesuch.“
Damit verschwand Harry aus der Küche und lies drei Erwachsene zurück.

Nachdem sie die noch offene Begrüßung nachgeholt hatten sagte Remus schließlich lachend:
• „Ich wollte dich noch vorwarnen, aber du musstest ja gleich wieder lospoltern. Unser Harry scheint sich in den letzten paar Wochen ganz schön verändert zu haben, er wird wirklich langsam erwachsen,“ und dann erzählte er kurz von der ungewöhnlichen Begrüßung. Nur die Geschichte mit Harry’s neuem Freund behielt er zunächst für sich.
Mad Eye hatte aufmerksam zugehört, besonders bei dem Punkt mit dem Apparieren.
• „Soso, hat er dich ohne ein Wort außer Gefecht gesetzt, wirst wohl langsam alt, Remus!“
• „Ich fand das nicht ganz so komisch, der Junge wird mir manchmal schon fast unheimlich! Wenn er noch ein wenig mehr übt, kann er es locker mit einem von uns aufnehmen.“
• „Na Remus alter Freund, übertreib mal nicht so, doch die Sache mit dem Apparieren ... glaubt ihr ihm?“
• „Warum sollte Harry uns belügen und den Türgong hätten wir sicher gehört.“
Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile, bis ein strahlender Harry durch die Tür kam und sich herzlich bei Tonks und Remus bedankte.
• „Ich habe doch erst in einigen Wochen Geburtstag. Aber das Buch ist Klasse, besonders da es um magische Kreaturen geht.“
Bei seinen letzten Worten hatte er den Beiden zugezwinkert und blickte jetzt gespannt in die Runde, bis Tonks endlich sagte:
• „Wenn Mad Eye nichts dagegen hat, würde ich gern los. Schließlich muss ich heute auch noch mal zurück ins Ministerium.“
Doch Moody hob nur hilflos die Hände und sagte dann:
• „Bis morgen Harry und pass auf dich auf.“
Harry verabschiedete sich und drehte sich zu Tonks, welche sich gerade auf den Weg zur Tür machte. Als sie sich umblickte stand Harry immer noch in der Mitte der Küche.
• „Worauf wartest du oder willst du doch nicht mit?“
• „Wieso?“ Wobei Harry verständnislos auf Tonks starrte.
• „Nun, weil man von hier nicht apparieren kann!“
• „Kann man doch, ich wollte es ja sowieso noch beweisen!“
Mit diesen Worten ging Harry zu Tonks, griff nach ihrem Arm und war mit einem leisen aber deutlichen PLOP verschwunden.
Remus und Mad Eye schüttelten den Kopf.
• „Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte ... ich muss dringend mit einigen Leuten reden.“

Harry tauchte mit Tonks auf dem Dorfplatz von Hogsmeade auf.
• „Das ist aber nicht das Krankenhaus, das Zielen musst du noch ein wenig üben,“ spottetet Tonks.
• „Denkst du ich gehe zu einem Krankenbesuch ohne wenigstens ein paar Blumen mitzubringen!“ und Harry Augen funkelten Tonks herausfordernd an. „Sag mir lieber ob deine Freundin etwas aus dem Honigtopf mag.“
• „OK ich bin ja schon still. Fili schwärmte immer für Bertie Botts Bohnen in allen Geschmacksrichtungen und jetzt auch noch für dich.“ Tonks konnte sich das einfach nicht verkneifen. „Wenn du ihr auch noch was mitbringst, wird sie dich bestimmt nicht wieder gehen lassen.“
Harry griff nach seinem Zauberstab und dachte ein >Rictusempra< wäre jetzt angebracht, als Tonks sich schon vor Lachen krümmte.
• „Ich sag nichts mehr ... ich sag nichts mehr aber bitte hör auf!“ prustete sie unter Tränen.
Nachdem sie sich beruhigt hatte sagte sie:
• „wenn du immer so schnell mit dem Zauberstab bist, haben die Todesser bei nichts mehr zu lachen.
Harry war sich noch nicht darüber im klaren, was soeben passiert ist, doch zunächst behielt er seine Überlegungen für sich. Stattdessen erledigten sie die Einkäufe und apparierten ins St. Mungo.

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

38

Sonntag, 7. Mai 2006, 08:59

Kapitel 9 2/3

Im Krankenhaus herrschte reger Betrieb. Ständig tauchten Leute auf oder verschwanden wieder. Am Verwaltungsschalter standen drei lange Schlangen. Harry stöhnte als er die Schlangen sah, doch Tonks beruhigte ihn und sagte, dass es schneller gehen würde als man glaubt und tatsächlich standen sie bereits nach wenigen Minuten am Empfang. Die Frau war die gleich, die auch schon bei Harry’s letzten Besuch da war und als sie Harry erkannte, sagte sie:
• „Guten Tag Mr. Potter, haben sie noch einen Nachtermin oder was führt sie heute zu uns?“
Tonks blickte fragend zu Harry bevor sie erklärte warum sie beide hier waren und wenig später waren beide schon unterwegs zum Zimmer von Fili.
• „Sag mal Harry, was war das für eine Bemerkung über den Nachtermin, wann warst du denn hier?“
Harry hatte die Frage befürchtet, schon als Tonks ihm am Empfang diesen seltsamen Blick zugeworfen hatte und nun überlegte er krampfhaft was er Tonks erzählen sollte oder besser wie viel.
• „Du hast doch von dem Überfall während der Prüfung gehört, ich hatte etwas an der Schulter abbekommen und das musste ich hier noch behandeln lassen, nichts besonderes.“
• „Also Harry, irgendwie glaube ich nicht so recht, dass es nichts besonderes war wenn es der Dame am Empfang so schnell wieder einfällt.“
Zum Glück kamen sie am Zimmer von Fili an und Tonks gab sich zunächst damit zufrieden.
Als sie das Zimmer betraten, spürte Harry etwas, konnte aber nicht sagen was es war. In dem sonnendurchfluteten Zimmer ging Tonks geradewegs zu dem Bett ihrer Freundin, während Harry beinahe mit einem älteren Herren zusammengestoßen wäre.
• „Entschuldigung!“ Doch dann erkannte Harry wer der ältere Herr war und ergänzte:
• „Hallo Meister Mingus, ich habe sie gar nicht erkannt!“
Der Heiler hatte jetzt auch Harry erkannt und grüßte ebenfalls freundlich zurück.
• „Guten Tag Mr. Potter, was führt sie denn wieder hierher, es gibt doch keine Probleme mit der Schulter?“
Harry beruhigte ihn und erklärte, dass er heute nur zum Krankenbesuch hier wäre, wobei er zu dem Bett wies, wo Tonks bereits auf ihn wartete. Der Blick des Heilers war Harry’s Hand gefolgt und schaute er wieder ernst auf Harry und schließlich sagte er:
• „Ach die junge Ms. Tesla, sie wurde ja an dem gleichen Tag verletzt, auch so ein seltsamer Fall. Es geht ihr die meiste Zeit gut und ihre Wunden konnten wir alle versorgen und plötzlich gibt es wieder einen Rückfall. In der letzten Zeit häufen sich die mysteriösen Fälle. Passen sie auf sich auf, Mr. Potter, ich muss weiter.“
Damit verabschiedete er sich und Harry folgte Tonks, die einen neugierigen Blick auf Harry war.
• „Bist du endlich so weit, ich möchte dir jemanden vorstellen!“ Dann fügte sie leise schon mehr in Gedanken hinzu „Du kennst den Chef des Krankenhauses persönlich?“
Doch dann drehte sie sich zu ihrer Freundin und sagte:
• „Fili, ich habe Besuch mitgebracht, dachte eine kleine Aufmunterung könnte nicht schaden!“
Fili richtete sich auf und schaute an Tonks vorbei auf Harry. Als sie erkannte wer der Besuch war, wechselte ihre Gesichtsfarbe über aschgrau zu orangerosa. Endlich sagte sie:
• „Ähm ... Mr. Potter ...“
Harry hatte schnell begriffen was in der jungen Frau, die wohl kaum älter als er, vorgehen musste und obwohl auch er nicht so recht wusste wie er sich in dieser Situation verhalten sollte sagte er:
• „Harry reicht Ms. Tesla!“
Ihr Gesicht entspannte sich und lächelnd sagte sie jetzt.
• „Also schön Harry aber dann nenn du mich Filipulla oder besser Fili. Ich freue mich dich wieder zusehen.“
Tonks hatte mal wieder eines ihrer schelmischen Lächeln aufgesetzt und endlich sagte sie:
• „Los Harry, nun steh da nicht so steif rum und setzt dich mit her. Außerdem hast du doch noch was mitgebracht!“
„TONKS!“ doch mehr sagte Harry nicht und setze sich auf den freien Stuhl am Bett, nachdem er Fili die Blumen und die Mitbringsel aus dem Honigtopf gereicht hatte.
Fili schaute verwundert erst zu Harry dann zu Tonks und endlich sagte sie:
• „Harry du machst mich ganz verlegen, woher wusstest du?“ Doch als sie das Grinsen bei Tonks sah wurde ihr das sofort klar.
• „So ist das also, na warte Tonks, wenn ich hier raus bin.“
Sie unterhielten sich noch eine ganze Weile, alberten herum bis Tonks auf die Uhr blickte und mit Schrecken feststellte, dass sie zu spät ins Ministerium kam. Sie verabschiedete sich und schärfte Harry ein dann ohne Umweg nach Hause zu verschwinden.
Nachdem Tonks verschwunden war unterhielten sich die Beiden noch eine ganze Weile, doch die ausgelassene Stimmung war verschwunden. Wenn Harry Fili sie ansah, glaubte er einen dunklen Schatten auf dem hübschen Gesicht zu sehen.
Harry hätte gern noch mehr über den Überfall im Wald erfahren, doch Fili konnte sich an nichts mehr erinnern.
Eine halbe Stunde später verabschiedete sich Harry, versprach aber bestimmt noch einmal vorbei zu kommen und apparierte nach Hause.
....
Als Harry wieder zu Hause war, herrschte im Haus absolute Ruhe. Sniff konnte sich endlich wieder sichtbar machen und war froh ein wenig Bewegung zu bekommen. So ging Harry zunächst in die Küche. Auf dem Tisch lag ein Zettel:
Hallo Harry,
sind in die Stadt gefahren,
Essen steht in der Backröhre.
Bis später, Tante Petunia
Harry nahm das Essen mit auf sein Zimmer, setzte sich an seinen Schreibtisch und stocherte missmutig auf dem Teller herum. Er hatte geglaubt, der Besuch bei Fili wäre eine nette Abwechslung, doch stattdessen gab es wieder etwas Neues, worüber er nachgrübeln konnte. Hinzu kam das, was Meister Mingus gesagt hatte und das seltsame Gefühl, welches Harry beim Betreten des Krankenzimmers verspürte. Alles waren Teile eine Puzzles, die irgendwie nicht zueinander passen wollten.
Es dauerte nicht lange bis Sniff durch das Fenster kam. Zielstrebig kam er auf Harry zu und begann:
• „Harry, vorhin im Krankenhaus, im Zimmer der jungen Frau, ist dir da etwas aufgefallen?“
• „Nicht direkt,“ erwiderte Harry, „es war mehr ein Gefühl. Hast du etwas bemerkt?“
• „Genau kann ich das auch nicht sagen, doch etwas stimmt nicht mit der jungen Frau. Ich habe dir erzählt, dass wir Schlangen eine angeborene Fähigkeit besitzen unter gewissen Umständen oder bei schwachen Persönlichkeiten deren Gedanken wahrzunehmen. Bei ihr wäre es möglich gewesen und auch ohne dass ich es gezielt versucht habe konnte ich zusammenhanglose Bilder sehen. Etwas wurde mit ihren Erinnerungen gemacht und dadurch ist ihr Geist so geschwächt.“
• „Das würde einiges erklären und ich könnte mir vorstellen, dass jedes Mal wenn sie versucht, sich an etwas zu erinnern einen Rückfall ausgelöst wird. Sozusagen etwas wie ein Schutz gegen das Erinnern.“
Harry dachte nach, auf so etwas wäre man doch im Krankenhaus auch gekommen. Sie wurde vom Chef des Krankenhauses persönlich behandelt. Doch andererseits war sie nach dem Angriff bewusstlos eingeliefert worden und hinsichtlich ihrer äußeren Verletzungen behandelt worden. Das sinnvollste wäre es mit jemanden darüber zu reden aber mit wem. Tonks oder Remus vielleicht, doch Tonks hatte als gute Freundin bisher auch nichts bemerkt. Meister Mingus wäre sich die sinnvollste Lösung. Harry stand auf und fragte Sniff, ob er noch einmal mitkomme wollte, doch dieser hatte für den heutigen Tag genug vom Armreif spielen und so apparierte Harry allein zurück in das St. Mungo.

Jetzt am späten Nachmittag war nicht mehr so viel Betrieb wie noch vorhin und Harry konnte direkt zur Dame am Empfang gehen. Diese schaute noch überraschter als am Mittag und fragte:
• „Nun Mr. Potter, haben sie etwas vergessen?“
• „Nein, aber ich würde gern Meister Mingus sprechen, es geht um eine wichtige Angelegenheit.“
Sie blätterte kurz in einigen Seiten, dann schrieb sie etwas in eine Art Terminplaner und sagte:
• „Sie haben Glück, es ist im Moment ruhig. Warten sie bitte in der Cafeteria, Meister Mingus wird sie dort treffen.“
Harry verabschiedete sich und stieg zügig die Treppen zur Cafeteria nach oben, wo er sich an einen kleinen Tisch setzte. Es dauerte nicht lange, gerade genug Zeit, um eine Tasse heiße Schokolade zu bestellen, als Meister Mingus schon zur Tür herein kam und sich zu Harry setzte.
• „Irgendwie hatte ich bereits vermutet, dass sie noch einmal kommen würden. Geht es um Ms. Tesla?“
Harry nickte und erzählte dann von sein bzw. Sniffs Vermutung und der alte Heiler hörte aufmerksam zu. Als Harry geendet hatte und zu Meister Mingus blickte, konnte er ein betroffenes Gesicht sehen.
• „Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir hinsichtlich einer geistigen Beeinflussung keine Untersuchungen durchgeführt haben. Es könnte tatsächlich eine Erklärung sein. Ich werde sofort alles nötige veranlassen, doch bei so einer Untersuchung sollte ein Verwandter oder guter Freund anwesend sein. Wir sollten vielleicht Ms. Nymphadora Tonks hinzu ziehen.“

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

39

Sonntag, 7. Mai 2006, 09:00

Kapitel 9 3/3

Plötzlich tauchte wie aus dem Nichts ein kleine Eule auf und hatte einen Zettel im Schnabel. Meister Mingus griff den Zettel, dann sagte er:
• „Ein Notfall, Mr. Potter, vielleicht möchten sie mitkommen, es handelt sich um Ms. Tesla!“
Harry folgte dem Heiler und kurze Zeit später standen sie bereits am Bett von Fili. Die junge Frau, welche sich noch vor wenigen Stunden über die Süßigkeiten aus dem Honigtopf gefreut hatte und mit Harry gescherzt hatte, schien verschwunden zu sein. Vor ihm lag eine blasse junge Frau mit verschwitzen Haaren, die sich in einem Traum unter Schmerzen zu krümmen schien. Die Situation ähnelte in gewisser Weise den Alpträumen von Harry und ohne darauf zu achten, warum er das jetzt tat oder was die Anwesenden darüber denken könnten, setzte er sich neben die schwer atmende Frau, griff nach ihren Schultern und zog den bebenden Oberkörper an sich. Als sich Harry’s Arme um ihren Rücken legten, beruhigte sie sich und schlug nur wenig später die Augen auf. Doch ihr Blick war abwesend und ihre hellbraunen Augen füllten sich mit Tränen. Sie vergrub ihren Kopf an Harry’s Schulter und es dauerte nicht lange bis dieser eine feuchte Wärme auf seiner Haut spürte.
Vor wenigen Minuten war sich Harry aus irgendeinem Grund sicher das Richtige zu tun, doch in dieser Situation fühlte es sich plötzlich fremd. Die junge Frau, die er eigentlich erst zweimal gesehen hatte, vergoss an seiner Schulter Tränen und gleichzeitig empfand Harry eine tiefe Verbundenheit.
Leise war Meister Mingus an das Bett getreten und flüsterte zu Harry.
• „Mr. Potter, sie haben eine bewundernswerten Einfluss auf Ms. Tesla, wenn sie sich in dazu der Lage fühlen, wären sie aus meiner Sicht genau der Richtige, um als psychologische Stütze zu dienen. Dabei muss ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass auch für sie Risiken bestehen. Mir ist bewusst, dass sie noch nicht volljährig sind und unter normalen Umständen dürfte ich das auch gar nicht zu lassen, dennoch würde ich es ihnen freistellen und die Verantwortung dafür übernehmen!“
• „Wenn ich helfen kann, selbstverständlich,“
flüsterte Harry genauso leise zurück und dabei strich er abwesend mit der linken Hand durch das zerzauste Haar der jungen Frau.
Sie blickte auf und flüsterte:
• „Danke, danke für alles! Aber was machst du schon wieder hier?“
• „Ich hatte das Gefühl, dass jemand hier meine Hilfe bräuchte“, erwiderte Harry leise und versuchte ein Lächeln, was aber nicht gelingen wollte.
Meister Mingus, der immer noch neben den Beiden stand, wandte sich jetzt an Ms. Tesla und erklärte ihr die Vermutung. Dabei erläuterte er auch, wie der Analysezauber ausgeführt werden sollte und wenn etwas entdeckt würde, wie man dagegen vorgehen wollte. Es gab verschiedene Risiken, denn manche Gedächtnisblockaden waren mit Schutzzaubern versehen und diese konnten sowohl bei dem Verletzten als auch bei dem Fluchbrecher zu schweren Schäden führen. Bei der Erläuterung des Beisitzers schaute er auf Harry und sagte zum Ende:
• „Ms. Tesla, da sie jetzt zum Glück wieder bei Bewusstsein sind, muss ich sie zunächst um ihr Einverständnis sowohl für die Analyse und den Gegenzauber als auch bezüglich des Beisitzers Mr. Potter, bitten. Dieser hat bereits zugestimmt und ich glaube er ist sich des Risikos auch bewusst aber da sie sich nicht näher stehen, steht es ihnen frei jemanden anderen zu bitten.“
Fili hatte sich während der Erklärungen aufgesetzt und schaute jetzt verängstigt zwischen Meister Mingus und Harry hin und her.
• „Ich habe Angst!“
kam es kaum hörbar von ihr und man konnte sehen, wie ein Schauer über ihren Körper lief.
Harry griff nach ihrer Hand und schaute sie offen an. Wieder schien ein Schatten über das Gesicht der jungen Frau zu ziehen und das seltsame Gefühl war auch wieder da. Fili schaute zu Harry auf, ihre Blicke tragen sich und während Fili das Gefühl hatte, eine gewisse Last würde von ihr genommen, drückte Harry ihre Hand noch ein wenig fester und sagte:
• „Wenn du es möchtest, bleibe ich hier bis alles vorüber ist. Ich habe dir das Ganze ja auch irgendwie eingebrockt und jetzt sollten wir es gemeinsam zu Ende bringen. Hab keine Angst!“
Fili blickte immer noch gebannt in die grünen Augen in denen sie sich zu verlieren schien. Dieser junge Mann, den sie erst vor wenigen Tagen kennen gelernt hatte, von dem sie aber schon so viel gehört hatte, paßte so gar nicht in das Bild, dass sie sich von ihm gemacht hatte. Noch heute Nachmittag hatten sie sich zum ersten mal unterhalten und jetzt war er hierher gekommen um ihr beizustehen. Eine unheimliche Kraft schien von ihm auszugehen, die ihr die Angst nahm und neue Kraft gab. Schließlich riss sie sich los und sagte:
• „Ich verstehe nicht warum du das für mich tun willst aber ich würde mich ehrlich freuen, wenn du bei mir bleiben würdest.“
Harry streifte ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und sagte lächelnd:
• „Man braucht nicht für alles Gründe aber es würde schon reichen dich wieder unbekümmert lächeln zu sehen,“ und zu Meister Mingus gewandt fügte er hinzu, „was sollen wir jetzt tun?“
Der Meister rief die beiden anderen Heiler mit dazu und begann zu erklären.
• „Wir werden gemeinsam den Gedächtniszauber löschen, während einer von uns auf Schutzzauber achtet. Ms. Tesla sollte die Augen schließen und versuchen sich zu entspannen. Sie Mr. Potter haben keine feste Aufgabe, tun sie einfach was ihnen ihr Gefühl sagt, denn bisher war das genau das Richtige.“
Die drei Heiler nahmen ihre Plätze ein und begannen leise Beschwörungen zu murmeln. Fili hatte die Augen geschlossen und hatte wieder begonnen am ganzen Körper zu zittern. Erst als Harry wieder ihre Hand nahm beruhigte sie sich.
Eine ganze Weile passierte nichts, dann blickte Fili plötzlich ausdruckslos ins Leere. Harry hingegen verspürte das unangenehme Gefühl immer stärker, es schien wie eine Warnung zu sein. Als Fili plötzlich aufstöhnte, schaute auch Meister Mingus auf und begann einen anderen Zauber zu murmeln. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Fili’s Gesicht verkrampfte sich und gleichzeitig schien ein rötlicher Schimmer ihren Körper zu überziehen.
Harry spürte, wie sich ihre Hände in die seinen drückten und sich ihre Nägel dabei schmerzhaft in sein Fleisch gruben. Ein Kribbeln ging von den Händen aus und kleine rötliche Lichtblitze huschten ihre Arme hinauf.
Dann passierte es, Meister Mingus und die beiden anderen Heiler hatten ihre Stimmen erhoben und sprachen laut und deutlich Zaubersprüche als sich der Körper von Fili verkrampfte und zu zucken begann. Ein grelles rotes Licht hüllte ihren Körper ein, bündelte sich dann vor ihrer Brust und noch bevor jemand etwas sagen oder geschweige denn reagieren konnte, sprang ein greller roter Blitz zu Harry über.
>Protego< dachte Harry unbewusst, doch da seine Hände noch immer von Fili festgehalten wurden und viel zu wenig Zeit war, konnte er nichts tun. Der Blitz traf Harry in die Brust, wodurch dieser zur anderen Seite des Zimmers geschleudert wurde, wo er regungslos liegen blieb.

**********************

Ich hoffe es gefällt und freue mich auf eure Meinung.
Ciao Roessi

Roessi

Nifflerzüchter

  • »Roessi« ist männlich
  • »Roessi« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 107

Haus: keine Angabe

Wohnort: mal hier mal da

Beruf: Freiberufler

  • Nachricht senden

40

Sonntag, 21. Mai 2006, 15:14

Kapitel 10

10. Sorgen

Die drei Heiler hatten hilflos mit ansehen müssen, wie sich der Schutzzauber auf Harry entlud.
• „Schnell!“ stieß Meister Mingus hervor. „Legen wir ihn auf das freie Bett.“
Als er Harry untersucht hatte, atmete er erleichtert auf und zu seine Kollegen sagte er:
• „Ich weis zwar nicht wieso, doch körperlich schein er in Ordnung zu sein, jetzt können wir erst mal nur warte.“
Er untersuchte daraufhin noch Ms. Tesla und stellte zufrieden fest, dass sie eingeschlafen war, woraufhin er das Zimmer verließ. Es war nicht so verlaufen, wie er es geplant hatte und wäre Harry nicht dabei gewesen hätte sich der Schutzzauber wahrscheinlich auf ihn oder seinen Kollegen entladen. Keiner von ihnen hatte erwartet, dass die Blockade so kompliziert und mächtig geschützt war. Es schien ein Wunder zu sein, dass Harry ohne körperliche Schäden davon gekommen war, jetzt konnte er nur hoffen, dass seinem Geist kein Schaden entstanden war. Er sollte so schnell wie möglich Ms. Tonks verständigen.

******


Als Harry den Blitz sah, schien für ihn die Zeit fast still zu stehen. Ganz langsam kam der dunkelrote Blitz auf seine Brust zu, doch einige Zentimeter davor, stieß er auf ein unsichtbares Hindernis. Die Luft flimmerte kurz an dieser Stelle, doch dann setzte der Blitz seinen Weg fort und traf auf Harry’s Brust. Einen brennende Hitze durchströmte seinen Körper der aber von seiner Brust aus eine lindernde Kühle folgte. Die Wucht des Aufschlages riß Harry vom Bett und schleuderte ihn durch das Zimmer. Als Harry gegen die Wand schlug wurde es schwarz vor seinen Augen.

Es war unerträglich heiß. Harry blickte sich um. Er befand sich in einer gigantischen Höhle und um ihn herum ergossen sich Ströme glühender Lava. Die Decke war so hoch, dass sie kaum zu erkennen war und einen künstlichen Himmel bildete. Es hingen bizarre Tropfsteine herunter und im Zentrum strahlte ein riesiger Kristall der sein Licht durch die zerklüfteten Felsen war, welche sich auf beiden Seiten des Weges entlang zogen.
Ein schmaler Grad führte durch die Lavaseen und obwohl die Hitze schier unerträglich war, machte Harry sich auf den Weg. Immer wieder fielen einzelne Tropfen von oben herab und ließen zischende Dampfschwanden emporsteigen. Manchmal fielen auch kleinere Steinbrocken in die Lava und diese spritzte bis auf den schmalen Pfad. Dennoch setzte Harry den weg fort, der zu einem Bergmassiv zu führte. Je weiter Harry ging um so wärmer schien es zu werden, die Luft die er atmete schien zu brennen und von seinen Schuhsolen begann bereits Rauch aufzusteigen. Endlich erreichte er einen steinernen Bogen und der weitere Weg lag in der Dunkelheit. Plötzlich schienen leise Stimmen von irgendwo zu ihm zu dringen und es konnte kaum etwas schlimmeres geben als diese Gluthölle. Mit einem weiteren Schritt trat Harry durch den Bogen.


******

In der Zwischenzeit

Als Tonks nur wenig später bei Meister Mingus im Büro erschien, fand sie einen müde aussehenden alten Mann vor.
• „Sie wollten mich sprechen, ist etwas mit Filipulla passiert?“
Der Heiler überlegte, wie er es am besten erklären könnte, schließlich begann er:
• „Wie soll ich sage, wir haben in Erfahrung bringen können, wieso es ihrer Freundin in gewissen Abständen immer wieder schlechter ging. Man hatte ihr eine Gedächtnisblockade eingesetzt, die wir heute Abend erfolgreich gebrochen haben.“
Tonks nickte zum Verständnis, doch dann schaute sie überrascht auf und fragte:
• „Muss bei so etwas nicht ein Verwandter oder Vertrauter anwesend sein?“
• „Natürlich, damit haben sie vollkommen recht, doch wir sollten in das Krankenzimmer gehen, es lässt sich dort besser erklären.“
Jetzt war Tonks völlig verwirrt und blickte skeptisch in das Gesicht des Heilers.
• „Ich müsste nur noch dringend einem Freund eine Nachricht zukommen lassen, ich bin in 2 Minuten wieder hier!“
und ohne eine Antwort abzuwarten verschwand sie und lies einen grübelnden alten Mann zurück.
Meister Mingus machte sich immer noch schwere Vorwürfe, was hatte er sich nur dabei gedacht einen Minderjährigen als Vertrauten zuzulassen. Die Sache würde wahrscheinlich ein Nachspiel haben, doch er würde sich der Verantwortung stellen auch wenn es ihn sein Amt kosten würde.
Tonks war wirklich nach 2 Minuten wieder zurück und gemeinsam gingen sie die Treppen hinunter zu den Krankenzimmern. Als sie das Zimmer ihrer Freundin betrat schlief diese immer noch tief und fest. Doch dann fiel der Blick von Tonks auf das zweite Bett, nein, das konnte einfach nicht wahr sein. Das durfte einfach nicht wahr sein! Und zu Meister Mingus gewandt stieß sie hervor:
• “Was ist passiert, Harry sollte doch direkt vom Krankenhaus nach Hause verschwinden, was ist mit ihm?“
In diesem Augenblick klopfte es leise und Remus Lupin trat ein. Er grüßte und zu Tonks gewandt sagte er:
• “Ich fand deine Nachricht und eine Schwester sagte mir wo ich euch finden könnte. Ist etwas ...“
Sein Blick war von Fili’s Bett zu dem zweiten Bett geschwenkt und er hatte im selben Augenblick vergessen was er eben noch sagen wollte.
Meister Mingus zeigte auf einen kleinen Tisch mit einigen Stühlen, holte tief Luft und begann:
• „Der junge Mr. Potter kam heute am späten Nachmittag mit einer Vermutung zu mir, die sich bei sofortiger Überprüfung als richtig erwies. Als es zu einem erneuten Rückfall bei Ms. Tesla kam, begleitet er mich hierher und allein durch seine Anwesenheit, schien es Ms. Tesla besser zu gehen. Der junge Mann hat eine besondere Gabe.“
• „JA“ unterbrachen ihn Tonks und Remus gleichzeitig, „die Gabe sich in Schwierigkeiten zu bringen!“
• „So meinte ich das eigentlich nicht, als ich gesehen habe welchen Einfluss Mr. Potter auf Ms. Tesla hat, habe ich in Erwägung gezogen ihn als Vertrauten zuzulassen und er hat sofort zugestimmt.“
Remus runzelte die Stirn.
• „Das ist wieder typisch, den Helden spielen ohne über die Konsequenzen nachzudenken.“
• „Nein Mr. Lupin, ich glaube nicht, dass Mr. Potter unüberlegt gehandelt hat, ganz im Gegenteil. Ich bin mir sicher er war sich des Risikos wohl bewusst.“
Tonks hatte stumm zugehört, doch jetzt stöhnte sie,
• „ich versteh das nicht, wieso passiert so etwas immer Harry. Moody zerreißt mich in der Luft, wenn er davon erfährt. Was ich auch nicht verstehe, muss die Patientin der Auswahl eines Vertrauten nicht zustimmen?“
• „Sehen sie Ms. Tonks, das ist genau so etwas, was ich mit besonderer Gabe meinte. Ms. Tesla hatte mir nach ihrem Besuch heute Mittag erzählt, dass sie Mr. Potter bisher nur flüchtig kannte aber als er sie vorhin im Arm gehalten hat und sich die Beiden dann ansahen, hätte ich geschoren sie kennen sich schon seit Jahren. Ihre Freundin hat dem Angebot von Mr. Potter sofort zugestimmt.“
• „Und was ist dann passiert?“ mischte sich jetzt Remus wieder ein.