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Freitag, 3. Februar 2017, 14:00

Hochzeit (Lucius und Narcissa Malfoy)

Hallo ihr Lieben,
ich melde mich von einem Projekt zurück, welches ich mit einer Freundin angefangen habe. Ich habe mit ihr Narcissa und Lucius Malfoy in einem Forum verkörpert und habe sie gefragt, ob ich die Geschichte hier veröffentlichen könne. Es wirft ein ganz anderes Licht auf die beiden und ich hoffe euch gefällt die Geschichte. Feedbacks gerne erwünscht, werden uns im Schreibrausch nur nicht bremsen können.

LG, Bray

Lucius:



1. Dezember 1975


„Nach über drei Jahren öffnet Malfoy Manor also wieder seine Tore für die Öffentlichkeit... Soso, ich bin gespannt, ob der alte Glanz Ihres Vaters – Merlin hab ihn selig – noch im Stile Ihrer Festlichkeiten zu spüren ist. Die Partys Ihrer Eltern werden für immer unvergessen sein“, leierte ein ehemaliger Geschäftspartner meines Vaters herunter.
Ich sah ihn scharf an: „Malfoy Manor strahlt nicht im Glanze der Vergangenheit, sondern im Glanze der Zukunft. Dem Namen Malfoy gehört die Zukunft. Darum sind wir heute hier. Welche Erinnerungen Sie auch immer an meine Eltern haben, sie sind nicht mehr hier. Eine neue Ära hat begonnen, eine Ära von mir und meiner wunderschönen Braut. Im respektvollen Gedenken an meine Eltern werden wir den alten Adel des Hauses zu Ihren Ehren noch bei weitem übertreffen.“ Eine einladende Geste folgte.
Seit drei Jahren war es dasselbe... Alle Welt trauerte den wunderbaren Werken meiner Eltern hinterher, sprach wenig sensibel von dem Verlust, den die Welt durch ihren Tod erlitten hatte, und begegnete mir, dem einzigen Nachkommen, mit offenkundigem Zweifel, ob ich ihrem Erbe gerecht werden konmte. Seit drei Jahren sagte ich ihnen immer dasselbe: Ja, ich würde meinem Erbe und meinem hohen Namen gerecht werden. Ich würde meine Eltern ehren, indem ich es, im Sinne ihrer Traditionen, zu noch mehr Größe schaffen würde. Meine Trauer ließ ich mir niemals anmerken. Ich war nun das Familienoberhaupt, ich musste stark sein, für eine Familie, die schon seit vielen Jahrhunderten bestand.


Heute würde der Grundstein für meine Zukunft gelegt. Heute war der Tag meiner Hochzeit mit Narcissa Black, dem Mädchen, dem schon immer mein Herz gehört hatte. Schon damals, zur unbeschwerteren Jugendzeit. Es stimmte, ich hatte mich drei Jahre lang so ziemlich aus der gesellschaftlichen Welt zurückgezogen, ich hatte Fenster und Türen des Manors geschlossen und mich hier eingeschlossen... hatte im Stillen mein Comeback vorbereitet. Hatte meine ersten wackligen Schritte in die Finanzwelt gewagt, mehr Gold verloren, als andere in ihrem Leben je sehen würden, hatte Intrigen und Verrat zu spüren bekommen, und war doch gestärkt aus allem hervorgegangen. Ich war ein Geschäftsmann geworden. Ich konnte mit Gold und mit Menschen umgehen. Von dem alten unsicheren Lucius war kaum etwas übrig geblieben.


Es war der 1. Dezember, Malfoy Manor erstrahlte im Glanze einer Winterhochzeit. Ich stand draußen vor den Toren, um die Gäste in Empfang zu nehmen, während meine Braut sich noch in ihrem Ankleidezimmer fertig machte. Der Tradition gemäß durfte ich sie nicht sehen, bis wir vor dem Traualtar stünden. Drinnen herrschte das geschäftige Treiben dutzender von Hauselfen. Für diese Hochzeit hatte ich keine Kosten und Mühen gescheut und die gesamte Prominenz eingeladen. Doch es war auch eine Hochzeit im Stil, wie Narcissa und ich es uns gewünscht hatten, im Stil eines Wintermärchens. Wo schwarz meine im Alltag bevorzugte Robenfarbe war, so trug ich heute das weiße Gewand eines Eisbräutigams. Ein langer Umhang aus feinster schneeweißer Seide, dessen Säume aus weißem Fell so rein glitzerten wie frisch gefallener Schnee. Mein hellblondes Haar ergoss sich in feinen Wellen über den weißen Pelz. Rein und makellos wie die unberührten Schneeflächen, auf denen dann die Trauung stattfinden würde, selbst. Ich hörte Leute tuscheln, immer weieder zu mir herübersehen, vom 'schönsten Bräutigam aller Zeiten' und vom 'Eiskönig' und der 'Eishochzeit' sprechen.


Die Gäste trafen ein zum kleinen Empfang im Garten, es wurde Eiswein gereicht, bewunderten die eigens von mir hergestellten Eisskulpturen und den winterlich angelegten Garten. Die Wege waren von leichtem Schnee bedeckt, die Dächer und Giebel des Manors mit Eiszapfen und kleinen Zuckerhütchen aus Schnee verziert, doch der Schneefall vom Himmel blieb aus. Ich hörte auch die ersten Leute darüber sprechen, dass bei einer 'Eishochzeit ohne Schnee' doch etwas fehle.


Vor allem fehlte meine Braut. Umringt von meinen Speichelleckern und Finanzberatern stand ich um ein kleines Feuer herum, von denen hunderte über den ganzen Garten verteilt aufgestellt waren, damit die Gäste sich dort wärmen konnten.
„Eure Antwort vorhin an die Rosiers schien mir etwas harsch...“
„Auch wenn heute Eure Hochzeit ist, solltet Ihr den Stapel Geschäftsbriefe bearbeiten, der vorhin per Eule angekommen ist... es könnte um den Rainow-Deal gehen...“
„Ihr seht eindrucksvoll aus, Mr Malfoy.... das Weiß wirkt recht erfrischend. Ich bin ja so gespannt auf Eure Braut... hoffentlich passt sie sich Eurem vorgelegten Stil an. Vielleicht sollte ich einmal nachschauen gehen, damit Ihr auf der sicheren Seite seid.“
Anders gesagt – meine geldgierigen Babysitter und Ratgeber, die etwas von meinem Ruhm abhaben wollten. Sie waren allesamt um die 50, die graue Eminenz, die meinte, mich als jungen Multimillionär von 21 Jahren mit guten Ratschlägen versorgen zu müssen.
„Ich vertraue meiner Braut und das werden Sie genauso handhaben, Connor. Narcissa wird diesen hohen Herrschaften allen ihren Eisatem stocken lassen“, tadelte ich meinen Berater scharf. „Kümmern Sie sich darum, dass die Gäste langsam den Weg zur Trauzeremonie antreten, ich brauche noch einen Moment für mich.“
„Aber Sir – Mr Malfoy, Sie können doch nicht...“
„Und wie ich kann – ich bin der Bräutigam und das ist MEINE Hochzeit!“, fuhr ich ihn an.
Unter ihren Protesten zog ich mich ein Stück weit in einen abgelegenen Teil des Gartens zurück. Einmal mehr waren sie in ihrem Verdacht meiner jugendlichen Unbesonnenheit bestärkt worden. Ich reagierte oft gereizt, unbeherrscht...


Ich blieb im Schnee stehen. Atmete einmal tief ein und aus. Blendete den ganzen Stress aus. Griff in meine Robentasche und zog ein Foto hervor. Es zeigte meine Eltern. Hier, im dunklen Schatten der Nische huschte ein bedrückter Ausdruck über mein Gesicht. „Schade, dass ihr nicht dabei sein könnt... Wo auch immer ihr jetzt seid, ich hoffe, ihr... seht zu... und seid... stolz auf mich...“ Verstohlen wischte ich mir über die Augen, betrachtete noch einen Moment das Foto, bevor ich es energisch wegsteckte. Eine neue Ära. Heute gründete ich meine eigene Familie.


Automatisch wanderte mein Blick hinauf zu den Zinnen, wo ich Narcissa einen Raum überlassen hatte, sich für die Hochzeit zurechtzumachen. Leise begann mein Herz zu klopfen... vor Vorfreude.
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:01

Narcissa:


„In wenigen Stunden bin ich Mrs. Lucius Malfoy“, wisperte ich leise und sah ruhig in den Spiegel. Die letzten Jahre hatten zu meiner Schönheit nur beigetragen und wenn ich damals ein recht hübsches Mädchen gewesen war, so konnte ich nun sicher sein, dass ich eine wunderschöne junge Frau geworden war, die Lucius sich schon lange ersehnt hatte.

Ich hatte die Hoffnung, Lucius als meinen Gatten bezeichnen zu können, beinahe aufgegeben. Als seine Eltern vor ungefähr drei Jahren auf tragische Art und Weise gestorben waren, hatte ich schon verstanden, dass die Verbindung, die mein Vater sich so mühevoll zu der Familie Malfoy aufgebaut hatte null und nichtig war. Natürlich war ich nicht nur darum besorgt, weil ich Lucius heiraten wollte und Angst hatte, dass er sich nun nicht mehr daran halten würde. Ich war ebenfalls besorgt, weil mein Vater immer noch in finanziellen Nöten steckte und es ihm so wichtig war, dass ich in der Familie Malfoy anbandelte.

Lucius hatte sich in den letzten drei Jahren zurückgezogen, den Hochzeitstermin, der beinahe schon gestanden hatte, hatte er platzen lassen und mich hatte er lange warte lassen. Ich hatte die Hoffnung wirklich aufgegeben, versuchte ihm tröstende Briefe zukommen zu lassen, aber erhielt keine Antwort. Und dann hatte Lucius sich schlagartig doch aufgerappelt, hatte im September vor unseren Toren gestanden und um einen erneuten Hochzeitstermin gebeten. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass mein Vater mehr als erfreut gewesen war und ihn wie einen verlorenen Sohn beinahe bei uns aufgenommen hatte. Jeden hatte es gefreut, außer Bellatrix, welche ausgesehen hatte als hätte sie saure Milch getrunken.

„Narcissa, Liebes. Du siehst hinreißend aus“, lobte mich meine Mutter und lächelte in den Spiegel. Schon seit Stunden wuselten mehrere Frauen um mich herum, machten mir die Haare und setzen mir ein dezentes Make-Up auf. Dieses ganze Herumgewusel machte mich schon reichlich nervös und ich saß allgemein nicht gern still, weswegen es für mich einfach nur eine Qual war. Am liebsten hätte ich bereits bei Lucius gestanden und mit ihm gemeinsam die Gäste begrüßt. Da fühlte ich mich nämlich eindeutig wohler als wie ein Püppchen nun verpackt zu werden für Lucius, welcher mich dann heute Abend auspacken würde.
Kurz errötete ich bei dem Gedanken. Natürlich hatte ich etwas Angst deswegen, aber Mutter hatte mit mir geredet und mir versprochen, dass es sicher ganz angenehm werden würde.

„Danke, Mama“, meinte ich kurz und lächelte sie nun direkt an. Sie hatte mir in den letzten Jahren beigebracht, was die Aufgaben einer Ehefrau waren und wofür nur Lucius zuständig sein würde. Es hatte mich etwas gestört, dass nur er die Geschäfte verwalten würde, da ich sehr neugierig war und gern involviert gewesen wäre, wenn es um sowas ging. Ich wollte wenigstens verstehen wie so etwas funktionierte, aber da musste ich mich leider gedulden. Mutter meinte, dass ich Lucius als Ehemann von einer noch mal ganz anderen Seite kennenlernen würde, weil dies immer so war. In der Ehe entpuppten sich die Personen nochmal ganz anders. Ein wenig Angst hatte ich davor… hatte Angst, dass er mir alles nur vorgemacht hatte und mir dann wehtun würde und ich unglücklich sein würde. Auf der anderen hoffte ich aber nur, dass ich mich weiterhin glänzend mit Lucius verstehen würde. Vielleicht hatte ich ja wirklich Glück und er war um eine gute Ehe bemüht. Noch besser hätte es für mich gar nicht kommen können.

„Wir sollten uns nur langsam beeilen. Die Gäste sind vollständig eingetroffen und Lucius wird sie nicht lange warten lassen wollen. Du siehst einfach wunderbar aus“, lobte Mutter mich nochmal und richtete meinen Kranz im Haar. Lange musterte ich mich im Spiegel. Ich trug ein weißes Kleid und einen langen weißen Umhang, welcher meine schlanke Figur umschmeichelte. Die einzige Farbe in meinem Gesicht war nur der blutrote Lippenstift. Ich wusste, dass ich Lucius gefallen würde.
„Ja, ich denke ich bin fertig“, erklärte ich ruhig und sah auf meine Kette die ich trug. Mutter hatte sie mir geschenkt, da sie mit dieser Kette auch geheiratet hatte. Und nervös war sie auch ziemlich. „Mama, ich werde heute heiraten und nicht du. Warum bist du denn unbedingt so aufgeregt?“, fragte ich erheitert. „Jedes Mal wenn eines meiner Kinder heiratet, habe ich das Gefühl dass ich nochmal heirate. Ich kann das nicht abstellen, Narcissa. Sei mir nicht böse“, sagte sie ruhig und drückte mich kurz an sich, passte jedoch auf das sie mir nicht das Make-Up verwischte.

(kleiner Zeitsprung)

Kaum eine halbe Stunde später stand ich bereits an den Toren des Manors und starrte zu Lucius. Der Garten sah einfach wunderbar aus und gespannte Gesichter sahen zu mir. Langsam schritt ich im Takt der Musik den Garten entlang zu Lucius und konnte mir ein kleines Lächeln nicht verkneifen. Nun konnte mich nicht einmal Bellatrix‘ zusammengekniffene Mundwinkel stören. Ich fühlte mich einfach nur wohl und strahlte dies anscheinend auch aus.

„Pass gut auf sie auf“, sagte mein Vater leicht streng aber auch schmunzelnd zu Lucius und überreichte meine Hand. Nervös sah ich Lucius an und merkte wie mir die Spucke wegblieb. Er sah einfach bezaubernd aus und schaffte es sogar, dass ich neidisch auf sein Haar war. Wie schaffte er es nur sie so lang tragen zu können und so gut zu pflegen? Da hatte anscheinend selbst ich genug zu kämpfen mit. Nur langsam nahm ich die Umgebung wahr und erstaunte. Ich hatte mir nicht vorgestellt, dass es so schön werden würde und eigentlich fehlte nun nur noch der Schnee, welcher die Hochzeit meines Eiskönigs perfekt machen würde. Alle Erwartungen von mir waren übertroffen worden und gerade die Eisblumen von Lucius fand ich wundervoll. Es störte mich nicht, dass die Hochzeit eiskalt herüberkam. Sie definierte uns und deswegen war sie ganz genau perfekt. Noch schöner hätte ich sie mir nicht vorstellen können und ich war recht froh, dass wir so viel Geld ausgegeben haben und eine so prunkvolle Hochzeit gemacht hatten.
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:02

Lucius:


Hochzeitsglocken läuteten. Während die Blicke der Gäste erwartungsvoll auf mir ruhten, wie ich da so unter dem mit Eisblumen bewachsenen begrünten Bogen vor dem Traualtar aus Eis stand und auf meine Braut wartete, ging mein Blick nichtssagend in die Runde. In meinem Inneren aber, unsichtbar für die Öffentlichkeit, krampfte sich ein Knoten der Nervosität zusammen. Würde meine Braut auch wirklich erscheinen? Oder hatte es sich Narcissa am Ende im letzten Moment anders überlegt und ließ mich vor dem Traualtar sitzen? Noch war die Menge nicht unruhig geworden, noch ließ sich Narcissa nur angemessen Zeit, eine winzigkleine Verspätung, um die Spannung zu erhöhen, und doch... wie ich da so ganz ohne familiären Beistand vor dem Altar stand, kam ich mir ziemlich allein vor...


Doch da, die ersten Köpfe fuhren herum, ein leises überwältigtes Aufseufzen ging durch die Menge und die Orgelmusik setzte ein, ein ruhiges, stimmungsvolles Intro. „Die Schneekönigin“, schnappte ich das Geflüster aus Richtung der Besucherplätze auf. Doch mein Blick ruhte nur auf meiner Braut, die an der Seite ihres Vaters langsamen, gemessenen Schrittes den Mittelgang auf mich zugeschritten kam. Narcissa war hinreißender und bezaubernder, als ich es mir in meinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können. Anmutig, majestätisch, glanzvoll, ein zauberhaftes Kleid aus Seide und Spitze. Sie schien von innen heraus vor Glück zu leuchten. Heißer Stolz brannte in meiner Brust – meine Braut, das war meine Braut! Meine Schneekönigin! Bei jedem Schritt, den sie auf mich zutrat, erblühten die Schneeglöckchen und die Rosenbüsche zu ihrem Wegesrand, silbrigweiße Winterrosen, die Narcissa huldigten. Sie kam zum Traualtar als Prinzessin, doch verlassen würde sie ihn als Königin. Als meine Königin.


Wie ein Sonnenstrahl, der durch eine graue Wolkendecke bricht, erweichte mein steinerner Gesichtsausdruck, und als Narcissa und ihr Vater bei mir angelangt waren, hieß ein selten gewordenes warmes Lächeln meine Braut willkommen. Als Cygnus Black die Hand seiner Tochter in meine legte und mir seine Tochter anvertraute, merkte ich, wie sich ein Klos in meinem Hals bildete. „Mehr als auf mein eigenes Leben“, gab ich mit ganz kratziger Stimme zur Antwort und schluckte einmal fest gegen die Rührung an. Narcissas Eltern waren so lieb zu mir gewesen... Nach dem mysteriösen Tod meiner Eltern hatte das Hause Malfoy in schwerer Kritik gestanden, die Gerüchte gingen sogar so weit, mich ins Visier zu nehmen und zu behaupten, an dem tragischen Tod meiner Eltern sei etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen. Viele ehemalige Freunde meiner Eltern hatten keinen Hehl daraus gemacht, dass sie in mir erst einmal das Familienoberhaupt auf Probe sahen. Ich hatte fest damit gerechnet, dass die Blacks mir unter diesen Umständen ihre Tochter nicht mehr anvertrauen wollen würden, und das, obwohl ich seit drei Jahren alles daran setzte, meine Integrität in der Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen... doch wie mich Mr und Mrs Black an jenem Tag, als ich offiziell um Narcissas Hand angehalten hatte, in ihrer eigenen Familie willkommen geheißen und als ihren Schwiegersohn aufgenommen hatten, hatte mir so viel Kraft gegeben. Jetzt, da ich keine eigene Familie mehr hatte, waren die Blacks wie eine neue Familie für mich geworden. Und heute würde sie besiegelt, meine Ehe mit diesem wunderbaren Schatz.


„Na, nervös? Sind Sie bereit?“, wisperte ich Narcissa leise und liebevoll zu, drückte leicht ihre Hand und schenkte ihr ein beruhigendes Lächeln. Sie war so makellos schön, so perfekt, dass mir der Atem stockte. Und sie sollte meine Frau werden? Irgendwie konnte ich es immer noch nicht ganz glauben. Schluckend zwang ich mich, meinen Blick von ihren lieblichen Gesichtszügen, den kirschroten Lippen, die im Kontrast zu ihrer hellen, elfenbeinfarbenen Haut nur noch schöner wirkten, abzuwenden und meine Aufmerksamkeit auf den Zeremonienmeister zu lenken, der nun mit der Traurede begann. Natürlich war sie vorher von mir und meinen Beratern abgesegnet worden, so kannte ich sie denn schon und konnte ihr im Hintergrund folgen, während meine Hauptaufmerksamkeit dem bezaubernden Wesen neben mir galt.


Und da war es, mein Stichwort. Der Zeremonienmeister hatte das Wort an mich weitergereicht. Tief blickte ich Narcissa in die Augen, während ich ernst sprach:
„Narcissa Black, du bist für mich der Sonnenstrahl an einem kalten Wintermorgen. Du bist die Liebe meines Lebens, mein Frühling, mein Licht in der Dunkelheit. Dir schenke ich mein Herz, Dir lege ich die Welt zu Füßen, denn in Dir habe ich mein Gegenstück gefunden. Du bist die Frau, mit der ich mein Leben verbringen will und die ich mir als Mutter für unsere Kinder wünsche. Ich verspreche Dir, Dich zu lieben, mehr als mein eigenes Leben, Dich zu ehren, Dich zu beschützen, auf Dich zu achten und Dich zur glücklichsten Frau zu machen – in guten wie in schlechten Zeiten, von jetzt bis in alle Zeit. Und selbst der Tod vermag uns nicht zu scheiden, denn meine Liebe zu Dir überdauert die Ewigkeit.“ In einer fließenden Handbewegung zog ich eine mit weißem Samt beschlagene Schatulle aus meinem Umhang, in welcher ich die Eheringe aufbewahrte. „Wenn Du meine Frau werden willst, dann nimm diesen Ring an als Pfand meiner Liebe, auf dass Du mein Herz immer bei dir trägst, selbst wenn wir getrennt voneinander weilen. Dann werden wir von heute an verbunden sein als Mann und Frau, als Eiskönig und seine Eiskönigin.“ Mit diesen Worten steckte ich Narcissa einen Silberring mit einem funkelnden Diamanten als Symbol unserer ewigen Liebe und Verbundenheit an den schmalen Finger.
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:04

Narcissa:

Ich war wirklich gerührt davon wie gut Vater sich um Lucius gekümmert hatte. Er hatte ihn nicht nur als Familienoberhaupt der Familie Malfoy betrachtet, sondern auch als Freund und ihn ebenfalls so behandelt. Dass es mich über alle Maße erfreut hatte, hatte er gesehen und ich wusste tief im innersten, dass mein Vater nichts anderes sehen wollte, als mein strahlendes Gesicht.

Und während der Zeremonie konnte ich einfach nicht aufhören zu strahlen. Ich bemerkte, dass auch Lucius nervös war und war immer noch erstaunt wie gut alles geklappt hatte. Natürlich war die Familie Malfoy vom Ansehen her etwas abgerutscht, gerade weil Lucius sich in den letzten Jahren so verschlossen hatte, was ich als selbstverständlich angesehen hatte. Niemand sollte gezwungen werden nicht zu leiden und Lucius hatte allen Grund gehabt zu leiden. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass meine Eltern mich mit einer anderen Familie verheiraten würden, da sie in großer Geldnot waren, aber sie machten mir ein großes Geschenk und warteten darauf, dass Lucius sich erneut melden würde. Sie hatten das Leuchten in meinen Augen gesehen, welches nie erloschen war, wenn ich bei ihm war oder nur an ihn dachte. Und nun stand ich tatsächlich hier und würde seine Frau werden… Mrs. Narcissa Malfoy.

Aufgeregt sah ich Lucius an und nickte. Ich war nervös und ich war bereit ihn zu meinem Mann zu nehmen. Während die Zeremonie ablief, hörte ich nicht auf die Worte, ich hörte nur mein eigenes Herz nervös schlagen und merkte, wie mir leicht schwindlig wurde vor Aufregung. Schnell starrte ich auf einen Punkt und versuchte mich darauf zu konzentrieren um nicht umzukippen. Ich hatte Angst davor, aber ich ahnte auch, dass es einfach wunderschön werden würde. Lucius würde ein wunderbarer Liebhaber und Ehemann sein und vielleicht auch mein bester Freund.

Als Lucius sprach sah ich zu ihm hoch und hörte ihm aufmerksam zu. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen während er redete. Es war wundervoll, dass er von Liebe redete und von Kindern und sogleich war es so ungewöhnlich. Es war immer noch eine arrangierte Ehe und deswegen fand ich es etwas befremdlich, dass er nicht von politischem Gehabt sprach und wie viel die Vereinigung den Familien bringen würde. Stattdessen redete er wirklich nur von mir und von uns und ab dem Moment war ich mir sicher, dass ich Lucius heiraten wollte.

„Wow“, hauchte ich und sah kurz den Ring an meinem Finger an. Schnell errötete ich, weil es sich nicht schickte, einfach nur ‚Wow‘ zu sagen. Schnell räusperte ich mich und sah Lucius in die ruhigen grauen Augen in die ich mich sofort verliebt hatte: „Ich gelobe mir dein Schatten zu sein und dich überall hin zu begleiten. Ich werde dir in allen Lebenslagen dienen und als deine Beraterin zur Seite stehen. Du bist der erste Mann der solche Gefühle in mir erweckt und der mir Sicherheit bieten möchte. Ich werde dir bis ans Ende der Zeit folgen- in guten wie in schlechten Tagen.“ Kurz holte sie Luft und nahm den Ring aus der Schachtel die er noch in der Hand hielt. „Wenn du mein Mann werden willst, so nimm diesen Ring als Zeichen meiner Liebe an, auf dass du mein Herz immer bei dir tragen wirst. Auf ewig. Ich liebe dich.“ Die letzten Worte flüsterte sie nur, weil sie nur für Lucius‘ Ohren bestimmt waren. Sie wusste, dass sie es schon eine ganze Weile gespürt hatte… das was sie fühlte war Liebe Lucius gegenüber. Langsam schob sie ihm den Ring auf den Finger und sah ihn erwartungsvoll an. Nun würden sie sich küssen… so richtig auf den Mund. Natürlich hatte sie das bereits mit Bellatrix geübt, hatte mit ihr richtig herumgeknutscht aber Lucius zu küssen wäre ganz sicher völlig anders. Das war schließlich der Hochzeitskuss, den sie sich nun geben würden.
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:05

Lucius:


Meinen Beratern hatte ich den Wortlaut meiner Traurede wohlweislich nicht im Vorhinein mitgeteilt, denn ich konnte mir schon denken, dass sie eher skeptisch darauf reagiert hätten. Ich allerdings war mir ganz sicher, dass ich diese Worte verwenden wollte, die mir aus dem Herzen sprachen. Narcissas Vater wusste ohnehin, dass er sich auf mich verlassen konnte und dass ich meine Schwiegereltern auch finanziell unterstützen würde - denn ja, auch die Geldsorgen der Familie Black waren mir nicht verborgen geblieben, auch wenn über ein solches Thema lieber geschwiegen wurde -, doch das besprach ich lieber in einem Büro, und hier vor dem Traualtar hatte es nichts verloren. Hier ging es einzig um Narcissa und mich. Und darum, wie viel unsere Verbindung mir persönlich wert war. Denn ich heiratete Narcissa nicht etwa, weil ich mich dazu verpflichtet fühlte, weder durch das ehemalige Arrangement meiner Eltern noch durch den Erwartungsdruck der Gesellschaft, sondern weil ich es so wollte. Weil ich mir eine Frau an meiner Seite wünschte. Und weil ich Narcissa als die Richtige erachtete. Weil in den letzten Jahren allein der Gedanke an Narcissa selbst in den trübsten Tagen ein kleines Lächeln auf meine Lippen gezaubert hatte. Ich wünschte mir eine Familie. Und dank meiner Eltern wusste ich ganz genau, wie ich mir eine Familie nicht vorstellte: Kalt und ohne Wärme. Daher meinte ich jedes einzelne Wort genau so, wie ich es gesagt hatte. Ich hatte wirklich vor, Narcissa ein guter Ehemann zu sein, sie glücklich zu machen und ihr alle Liebe entgegenzubringen, derer ich fähig war. Sie bedeutete mir weit mehr als nur eine Vorzeigeehefrau zu sein.


Als Narcissa diesen hinreißenden Verzückungslaut von sich gab, wusste ich einmal mehr, warum ich sie so gern hatte. Ihre Freude war so aufrichtig und ehrlich, dass ich gar nicht anders konnte, als mich ebenfalls zu freuen. An dieser Stelle nun hätte Narcissa nur ein einfaches 'Ja, ich will' zu sagen brauchen, denn große Reden wurden von der Braut nicht erwartet, umso überraschter war ich, dass sie tatsächlich zu einer eigenen kleinen Ansprache ansetzte, die, da sie meine Rede gerade erst gehört hatte, gar nicht vorbereitet sein konnte, sondern komplett spontan gehalten sein musste, was mich schon an sich unheimlich beeindruckte. Weit mehr war es jedoch der Inhalt ihrer Worte selbst, der diesen sanften Ausdruck in meine Augen treten und sich dieses warme Gefühl in meiner Brust ausbreiten ließ.
Der Ring passte Narcissa wie angegossen und er schmiegte sich so an ihren Finger, als habe er schon immer dahin gehört. Genauso fühlte es sich an, als sie mir den zweiten Ring an den Finger steckte. Es fühlte sich nicht etwa noch ungewohnt an, sondern so, als sei meine Hand erst mit ihm richtig komplett. Ein leichtes Lächeln legte sich auf meine Lippen, als ich den Blick für einen Moment auf unseren Händen verweilen ließ, bevor ich meiner Braut wieder in die Augen sah. Es war nur ein leises Flüstern, doch ich war mir sicher, dass ich mich nicht verhört hatte. Narcissa hatte die magischen drei Worte ausgesprochen, ich liebe dich. Und ich wusste, sie waren ernst gemeint. Plötzlich war da wieder dieser Kloß in meinem Hals, doch ehe ich etwas erwidern konnte, erhob schon der Zeremonienmeister wieder das Wort und den Zauberstab, um das Ehebündnis zu besiegeln.
„Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau“, sprach er, während sein Zauberstab um unsere nun beringten und miteinander verschränkten Hände kreiste und ein Band um diese wob, das uns untrennbar und auf magische Weise miteinander verband. Eine durch Magie geschlossene Ehe, wie es in der Zaubererwelt üblich war, vergleichbar mit dem Unbrechbaren Schwur, denn eine Ehe war genauso wenig auflösbar oder annullierbar wie ein solcher Schwur. Mit diesem Zauber wurde unsere Ehe unanfechtbar. Ich spürte die Kraft des Zaubers, spürte für einen Augenblick eine fast körperliche Verbindung zu Narcissa, bevor der Zauber vollendet war und das gerade gewobene Band zwischen uns unsichtbar wurde. Doch ich wusste, es war immer noch da. Von jetzt bis in alle Ewigkeit. Es konnte nicht reißen. Ich schluckte erst einmal überwältigt. Es war besiegelt. Damit war unsere Ehe rechtskräftig. Wir waren nun Mrs Narcissa und Mr Lucius Malfoy, ein Ehepaar.


Und mit einem Mal packte mich die pure Euphorie. Wir waren verheiratet! Fehlte nur noch eines... der obligatorische Kuss. Redegewandt und stilsicher, wie ich war, hatte ich vor einem Auftritt oder einer Rede vor Publikum noch nie so etwas wie Lampenfieber empfunden, daher war dieses Gefühl, das ich dem Kuss im Vorhinein entgegengebracht hatte, auch so neu für mich, dieses nervöse Ziehen in der Magengegend. Schließlich würde es mein erster Kuss sein. Mein allererster. Und ich hatte keine Ahnung, wie ein Kuss funktionierte, geschweige denn jemanden, den ich danach hätte fragen können. Allein der Gedanke, meine Finanzberater nach ihren Kusserfahrungen zu fragen, war so absurd, dass er einer schlechten Komödie entsprungen sein musste. Eher hätte ich mir die Zunge abschneiden lassen, als ihnen meine Unerfahrenheit und Unsicherheit in solchen Dingen preiszugeben. Das Getuschel wäre ich nie wieder losgeworden. Ich hatte mich mit dem Gedanken getröstet, dass es wahrscheinlich auch Narcissas erster Kuss sein würde und sie demnach keine Vergleiche mit anderen Männern anstellen konnte. Für uns beide galten immerhin dieselben gesellschaftlichen Regeln, die es uns verboten, vor der Ehe intim mit dem anderen Geschlecht zu werden. Was auch Küsse einschloss. Und zumindest ich hatte mich stets strikt an diese Anstandsregeln gehalten und mir meine jungfräulichen Lippen bewahrt.
Doch in dieser Glücksblase ob unserer Vermählung, in der ich mich gerade befand, war selbst die leise Sorge ob des Kusses verblasst, und so war es schließlich mehr freudige Erregung denn Nervosität, die mich erfüllte, als ich meine Hände auf Narcissas Oberarme legte und sie leicht zu mir heranzog, meinen Kopf hinunterbeugte und meine Lippen behutsam auf die verheißungsvoll dunkelroten meiner frisch angetrauten Ehefrau legte. Süß, sie schmecken so süß, war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, während ich mich, ausnahmsweise einmal ohne viel nachzudenken, von meinen Gefühlen leiten ließ und meinen Lippen die Führung in diesem Kuss überließ. Es war wie fallen... wie fallen in ein süß duftendes, weiches Bett. Es war himmlisch.


Im selben Moment, in dem sich unsere Lippen trafen, fielen die ersten Schneeflocken vom Himmel und es fing in dicken Flocken zu schneien an. Fast so, als gäbe uns auch der Himmel seinen Segen. Fast so, als würde unsere Liebe es schneien lassen. In Wahrheit war es natürlich ein Meisterstück an einem Zauber, an dem ich recht lange gefeilt hatte. Zwar hörte ich die entzückten Ahs und Ohs aus dem Publikum, doch war ich völlig in unserem Kuss versunken. Sanft legten sich die dicken Flocken auf Narcissas perfekt frisiertes, goldenes Haar, und auch ich spürte die Kälte an meiner Kopfhaut prickeln, wo mein Haupt nun von Eiskristallen verziert wurde.


Viel zu schnell musste ich den Kuss lösen – weil mir die Luft ausging und weil der Anstand es so gebot. In diesem Moment hoffte ich einfach nur auf mehr davon... später, wenn wir ungestört waren. Doch bevor ich mich wirklich richtig um meine frisch angetraute Ehefrau kümmern konnte, galt es, diese Veranstaltung würdevoll über die Bühne zu bringen und die Gäste zufriedenzustellen. Obwohl ich in diesem Moment nichts lieber getan hätte, als mich mit Narcissa zurückzuziehen und mit ihr allein zu sein... was wir nun, da wir verheiratet waren, zum ersten Mal in unserem Leben auch durften. Doch noch musste ich mich in Geduld üben...
Ich reichte Narcissa meine Hand. „Darf ich Sie zum Pavillon geleiten, Mrs Malfoy? Ich glaube, man erwartet von uns, dass wir die Hochzeitstorte anschneiden“, meinte ich mit einem freundlichen Grinsen und der Betonung natürlich neckend auf 'Mrs Malfoy' liegend. Generell konnten wir die Förmlichkeiten und das Siezen nun ad acta legen – wir waren schließlich verheiratet.
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:05

Narcissa:
Die Zeremonie ging an mir vorbei wie ein wunderbarer Traum. Die ganze Zeit konnte ich die Augen von Lucius einfach nicht lassen. Mir vorzustellen, dass ich bald eine Zukunft mit diesem Mann haben würde, fiel mir schwer. Auch die Vorstellung, dass ich dann nicht mehr zu Hause bei meinen Eltern wohnen würde, sondern alleine mit Lucius hier in diesem Haus, machte mir etwas Angst. Ich war nun noch sehr jung und eine Menge neuer Eindrücke würden auf mich einprasseln. Aber mit Lucius an meiner Seite würde ich das schon schaffen. Schließlich war dies hier für ihn auch alles neu und er wusste sicher auch nicht, was er wie machen musste UND er hatte nicht seine Eltern die er fragen konnte. Als ich an seine Eltern dachte, wurde ich kurz traurig. Auch wenn seine Mutter ein garstiges Biest gewesen war und sie mir versucht hatte das Leben schwer zu machen, war sie nun mal Lucius‘ Mutter und ich wusste, dass er sie vermisste. Er tat mir schrecklich leid und am liebsten hätte ich ihn nun schon in den Arm genommen.


Stattdessen lächelte ich ihn an und folgte weiterhin der Zeremonie, bis wir urplötzlich zu Mann und Frau erklärt wurden. Entzückt sah ich wie die Bande geknüpft wurde, die wir beide niemals brechen durften. Eine Ehe war in reinblütigen Familien wie ein Unbrechbarer Schwur. Allein die Vorstellung dass eine Ehe scheitern würde und dies an die Öffentlichkeit kommen würde, war für mich nicht vorstellbar. Selbst wenn die Ehe scheiterte, wurde erwartet, dass darüber geschwiegen wurde und dann bis zum Tod eher wie Schwester und Bruder zusammen gelebt wurde. Ich hoffte nur, dass dies nicht auf Lucius und mich zutreffen würde. Ich wollte eine Ehe voller Liebe und wollte Lucius auch das Gefühl geben von mir geliebt und begehrt zu werden.




Tausende Male hatte ich mir schon den Kuss ausgemalt. Ich wollte ihn einfach perfekt haben, ich wollte, dass Lucius mein Kinn anmutig erhob und mich sanft küsste. Nun, es kam etwas anders, aber es war auch nicht schlecht. Beinahe schüchtern drückte ich meine Lippen auf die von Lucius und musste mir ein leises genüssliches Stöhnen unterdrücken. Das konnte ich heute Abend noch ausleben. Nun aber gebot es sich so, dass ich Lucius nur kurz küsste. Und dennoch steckte bereits unsere endlose Liebe darin.
„Wow“, hauchte ich wieder, weil Lucius mich einfach nur sprachlos machte. Sprachlos und sehr glücklich. In diesem Kuss hatte das Versprechen gesteckt, dass er immer gut zu mir sein würde und mich beschützen würde. Und dafür war ich dankbar. Ich würde meinem Vater helfen können aus seinen Schulden herauszukommen und ich würde ab heute die Ehefrau von Mr. Lucius Malfoy sein. Hätte der Tag denn noch besser werden können? Das war alles, was ich mir erhofft und gewünscht hatte.
„Es wäre mir eine Ehre, Mr. Malfoy“, meinte ich schmunzelnd und ergriff seine Hand, die sich so gut in meiner anfühlte. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich all die Jahre ohne ihn habe existieren können. Und nun schien es mir so als hätte es niemals zwischen uns anders sein. Lächelnd ging ich mit Lucius zum Pavillon. Ich wollte mit ihm erst die Torte anschneiden, bevor wir mit Glückwünschen überhäuft werden würden. So eine Hochzeit war doch recht stressig und ich freute mich schon auf heute Abend, wenn es hoffentlich alles vorbei war und ich endlich Zeit mit meinem Ehemann verbringen konnte!
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Freitag, 3. Februar 2017, 14:06

Lucius:

Für einen kurzen Moment spürte ich tatsächlich diesen schmerzhaften Stich in der Brust, dass meine Eltern diesen wahrscheinlich wichtigsten und schönsten Moment in meinem Leben nicht mehr miterleben konnten. Schon vor drei Jahren war ich unfreiwillig zum Oberhaupt der Malfoys gekürt worden, doch zum ersten Mal bedeutete dieser Titel auch etwas – zum ersten Mal hatte ich überhaupt erst eine Familie, deren Oberhaupt ich sein konnte. Von heute an würde alles anders sein. Besser. Schöner. Weniger einsam. Von heute an hieß es 'Wir'.
Und im nächsten Moment lagen Narcissas Lippen auf meinen und verdrängten jedweden trübsinnigen Gedanken an die Vergangenheit. Es war ein kurzer, unbeholfener, schüchterner Kuss – und doch war er in diesem Moment perfekt. Ein süßer Vorgeschmack auf das, was wir noch gemeinsam erleben würden.

'Wow', hörte ich Narcissas Seufzen – und es sprach mir aus der Seele. Ja, wow. Frech grinsend leckte ich mir über die Lippen, um Narcissas süßen Geschmack noch einen Moment länger festzuhalten, und spätestens als wir Hand in Hand, Seite an Seite den Weg vom Altar hinweg zum Pavillon schritten, fühlte sich das alles wie im Traum an. Das Blitzlichtgewitter einiger magischer Kameras blitzte auf, um diesen perfekten Moment für die Ewigkeit festzuhalten, mit dem winzigen Unterschied, dass mein Lächeln für die Kameras diesmal nicht aufgesetzt, sondern grundehrlich war. Zum ersten Mal seit einer sehr langen Zeit war ich glücklich und voller Hoffnung auf die Zukunft.

Die Hochzeitstorte war ein zwölfstöckiges Prachtexemplar, so groß, dass man vier Tische aneinanderreihen musste, damit sie darauf passte. Sie war innen mit Creme, Schokolade und Vanille gefüllt und außen mit einem schneeweißen Zuckerguss und Marzipan überzogen und an den Rändern mit kunstvollen Eiskristallmustern verziert. Ganz oben auf dem obersten Stockwerk thronten zwei Zuckergussfiguren, die Narcissa und mir aufs Haar glichen. Die Torte sah aus wie aus Schnee geformt. Jedes Stockwerk verfügte innen über eine andere Füllung, von Erdbeercreme über Bananenmousse bis hin zu Blaubeercreme. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Rund um die Hochzeitstorte herum waren auf weiteren Tischen kleinere, circa vier- bis fünfstöckige zartrosa und blassblau farbene Eistorten aufgereiht, deren Inneres aus herrlich kalter, süßer Eiscreme bestand, wie es für eine Eishochzeit wie die unsere einfach obligatorisch war. Aus Zuckerguss thronten Symbole wie Schwäne, ineinanderverschlungene Herzen und die Familienwappen der Blacks und der Malfoys obenauf. Es war ein Paradies für jede Naschkatze.

Erneut waren 'Ah's und 'Oh's aus der Menge zu hören, als die Hauselfen die Torte freilegten. Dieses Riesenexemplar von Torte anzuschneiden war eine Schwierigkeit, die wahrscheinlich nicht einmal der begabteste und geübteste Hauself mit dem hervorragendsten Fingerspitzengefühl bewerkstelligen konnte, ohne sie zum Einsturz zu bringen. Daher hatte ich vorgesorgt und das bereitliegende Messer im Vorhinein so verzaubert, dass uns der Schnitt perfekt gelingen würde.
„Vertrau mir, wir schaffen das“, wisperte ich Narcissa zu, als wir vor dem einschüchternden Exemplar an Torte stehen blieben, das sogar noch über unsere Köpfe aufragte. Mit sicherer Hand griff ich das Messer, blickte Narcissa tief in die Augen und nickte ihr unmerklich zu, ehe ich das Messer in ihre schmale rechte Hand legte und mit der meinen die ihre umschloss. „Ich führe dich“, flüsterte ich in ihr Ohr, stand nun genau hinter ihr, um ihre Hand mit dem Messer zu führen. Butterweich glitt das Kuchenmesser in die Torte und mit einer traumhaften Leichtigkeit sägten wir fein säuberlich ein perfektes Stück mit sauberen Rändern aus dem untersten Stockwerk. Selbst wenn Narcissas Hände zittern sollten – ich hielt ihre Hand so sicher in meiner, dass sie gar nicht zittern konnte. Wir hatten es geschafft!

Ich schenkte Narcissa ein warmes Lächeln. „Danke für die wundervolle Zusammenarbeit.“ Geschickt platzierte ich das Tortenstück auf einem Teller, den mir ein Hauself mitsamt einer Gabel anreichte. Nun war ich an der Reihe zu zögern. Dies wäre der Punkt, an dem das Brautpaar von der Torte kosten sollte. Doch wollte meine frisch Angetraute dies überhaupt? Das, was ich bisher von Frauen mitbekommen hatte – meine Mutter als Paradebeispiel voran – vermieden sie Kalorienbomben wie diese Torte wie die Pest. Was also sollte ich tun, um Narcissa nicht in Verlegenheit zu bringen? Selbst den ersten Bissen zu nehmen wäre ein unverzeihlicher Verstoß gegen die Etikette. Meine Hand an der Gabel zauderte...
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8

Freitag, 3. Februar 2017, 14:07

Narcissa:
Beinahe blind stolperte ich leicht gegen Lucius als die ganzen Fotos geschossen wurden. Ich konnte kaum sehen wohin ich trat und ging deswegen etwas langsamer neben Lucius her. Erst als ich wieder einigermaßen sehen konnte, konnte ich auch schneller gehen. Mir tat der Kiefer auch schon vom Lächeln weh, aber eigentlich wollte ich garnicht aufhören zu lächeln, weil diese Hochzeit nicht anstrengend war, sondern es sich einfach nur richtig anfühlte die ganze Zeit.

Mich traf jedoch beinahe der Schlag als ich die Torte erblickte. Sie war wirklich wundervoll und am liebsten hätte ich sofort losgenascht, aber sie war auch gewaltig und machte mir etwas Angst. Ich wollte nicht, dass Lucius so viel Geld dafür ausgab und fühlte mich gleich unsicher. Dennoch schritt ich ihm zur Torte und schenkte ihm ein aufrichtiges Lächeln. Wir mussten dieses Prachtexemplar noch anschneiden und ich war mir nicht sicher, wie das unfallfrei ablaufen sollte. Ich war mir ziemlich sicher, dass die Torte zusammenstürzen würde oder dass Lucius und ich ein hässliches Stück herausschneiden würden und alle Fotografen dies aufzeichnen würden. „Lucius“, zischte ich ihm zu und sah etwas ängstlich zu ihm, was mir gleich verging, als ich ihn lächeln sah. Er schien deswegen keine Angst zu haben und steckte mich mit seiner Zuversicht leicht an. Wenn er glaubte, dass wir es schaffen würden, dann hatte er sicher etwas geplant.

Als seine Hand meine ergriff, fühlte es sich sehr gut an und obwohl ich zitterte, hielt Lucius mich so fest, sodass ich nicht anders konnte als ihm zu vertrauen und ruhiger zu werden. Und erstaunlicherweise funktionierte der perfekte Schnitt. Ungläubig sah ich Lucius an und konnte mir vorstellen, dass er von vornerein etwas getan hatte, damit es perfekt aussehen würde. Er musste beweisen, dass er dem Erbe würdig war und deswegen musste unsere Hochzeit ein voller Erfolg werden. Und sie einen Erfolg werden zu lassen und sie noch genießen zu können war auch nicht so leicht. Es war nun mal eine Hochzeit, eine mir unbekannte Hochzeit, weil Lucius sie alleine geplant hatte mit meinem Vater. Ich hatte das Kleid auch auf Anweisungen von Vater und Lucius gekauft und war froh darüber gewesen, dass es mir dennoch gefallen hatte.
Natürlich hatte Bellatrix bereits über Lucius hergezogen, meinte er hätte zwar Geld aber keinen Charakter, aber innerlich glaubte ich war sie nur verletzt, weil unsere Eltern mich verheiraten wollten und sich bei Bellatrix Zweit ließen. Sie selber sagte immer, dass sie eh nie heiraten wolle und dass es ihr einfach egal sei, wen und wann sie heiraten würde. Aber ich glaubte es hatte ihr Ego dennoch angeknackst, dass ich Lucius geheiratet hatte. So gut kannte ich sie.

Als Lucius erstarrte, sah ich verwirrt zu ihm. Es schien als sei er eingefroren. Er hatte den Teller mit dem Tortenstück in der einen Hand und die Kuchengabel in der anderen, aber er rührte sich einfach nicht. Langsam machte sich ein unangenehmes Schweigen breit, weswegen ich ihm den Teller entnahm, ein kleines Stück vom Torte abmachte und es Lucius entgegenhielt. „Sollte ich als deine Frau nicht dafür sorgen, dass du genug isst?“, fragte ich lächelnd, legte den Kopf leicht schräg und probierte hinterher selber davon. Die Torte schmeckte einfach wunderbar und ich hoffte, dass am nächsten Tag noch etwas davon übrig sein würde, da ich in diesem Kleid nicht viel von der Torte kosten konnte, obwohl sie so köstlich war. Ich wusste nicht, wieso er so erstarrt war, aber anscheinend hatte ich die Situation retten können, weil sich gönnerhaftes Gelächter breit machte. Grinsend sah ich zu Lucius hoch, küsste ihn kurz und befahl den Hauselfen die Torte aufzuschneiden und die Stücke zu verteilen. Ich musste schon zeigen, dass ich nicht ganz unter Lucius‘ Pantoffel stehen würde und ich hoffte, dass er dies auch nicht so nach außen tragen wollte.
Langsam ergriff ich seine Hand und drückte sie kurz. Ich wusste, dass er wegen seiner Eltern traurig war und diese Gefühle heute zu unterdrücken waren sicher für ihn schwer.

„Ich würde mich gerne hinsetzen, Liebling“, flüsterte ich ihm ins Ohr und merkte, wie das Kleid mir etwas die Luft abschnürte. Dazu kam noch die ganze Aufregung die mein Herz so hoch schlagen ließ. Ich wusste, dass erst gegessen wurde und wir dann tanzen würden, bis spät in die Nacht. Es war sogar geplant am nächsten Morgen und Mittag noch mit den Gästen zu frühstücken, bevor sie dann am Nachmittag alle gehen würden. Es war eine große Hochzeit und sie würde lange dauern. Doch das würde mich nicht stören, denn ich hatte meine Familie bei mir… naja, fast alle. Meine verstoßene Schwester hatten wir nicht eingeladen. Ich vermisste sie, aber das würde der Hochzeit einen enormen Abbruch tun und das konnte ich Lucius einfach nicht antun. Er musste diese Hochzeit für sein Auftreten nutzen und konnte einfach keine Skandale gebrauchen. Ob er sich vorstellen konnte, was ich für ein Opfer für ihn brachte? Ich war mir nicht sicher, ob er es erahnen konnte, oder ob er es verdrängte, dass ich noch eine Schwester hatte. Sie war eben verstoßen worden und gehörte dadurch nicht mehr zu unserer Familie. Und sowieso würde ich bald mit Lucius selber eine eigene Familie gründen. Und dann würde ich bei meinen Kindern definitiv alles anders machen.
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9

Freitag, 3. Februar 2017, 14:07

Lucius:

Narcissas freudig-erstauntes Lächeln über unser perfektes Bilderbuchkuchenstück ließ mich leise schmunzeln. Natürlich war es ein Trick, wir lebten in einer Welt voll Lug und Trug und ich war so etwas wie der Meister der Spiele, der seine Ehefrau sicher an allen Blamagen vorbeischiffen würde. Wenn Narcissa wirklich die Richtige für mich war, würde sie meine Tricks schon bald durchschauen und die Genialität, die hinter ihrer Planung steckte, zu würdigen wissen.
Es war alles nach Plan verlaufen. Zumindest bis zu diesem Moment, in dem der menschliche Faktor dazukam, den ich im Vorhinein nicht hatte einplanen können. Als sich erste Unruhe in den Zuschauerreihen breit machte, wollte der Zorn ungezügelt in mir hochkochen, wie er es immer tat, wenn etwas nicht nach Plan verlief und mir die Kontrolle zu entgleiten drohte... doch da spürte ich auch schon, wie mir der Teller abgenommen wurde, wandte verwundert den Kopf und blickte direkt in das verschmitzt grinsende Gesicht meiner frisch Vermählten und spürte, wie der Zorn unter ihrem Blick dahinschmolz. Ich hatte eigentlich nicht vorgehabt, mich jemals in meinem Leben füttern zu lassen. Ich war unnahbar und kaum jemand wusste von meiner Schwäche für Naschwerk. Selbst beim Thema Essen ließ ich mir ungern in die Karten schauen. Niemand wusste, was ich mochte und was nicht, weil ich oft gerade einen Bogen um die Dinge machte, die ich gern aß. In dem Fall mochte ich Torte und Narcissa mochte ich noch viel mehr... also zwei gute Gründe, nicht von der süßen Verführung zu kosten. Andererseits war sie zu süß. Narcissa würde die einzige Person bleiben, von der ich je etwas annehmen würde. Ich ließ mich innerlich fallen, nahm das von ihr gereichte Stück Torte an und ließ das köstliche Naschwerk gerade auf der Zunge zergehen, als im Publikum Gelächter laut wurde. So allergisch ich sonst darauf reagierte, wenn ich das Gefühl hatte, dass über mich gelacht wurde, hatte ich diesmal nur einen müden Blick dafür übrig. Narcissas Fürsorge und Interesse an mir zu spüren war so viel angenehmer. Würde sie die erste Person sein, die es nicht gutheißen würde, wenn ich über meinen Geschäften das Essen vergaß? Wer weiß... Positiv überrascht erlebte ich es dann auch, dass Narcissa selbst auch von der Torte kostete. Es war eine schöne Vorstellung, dass sie Kuchen vielleicht genauso mochte wie ich...
„Diesmal hast wohl du mich gerettet“, flüsterte ich ihr amüsiert zu. „Soll ich dir ein kleines Geheimnis verraten? Seit ich diese Torte in der Konditorei in Auftrag gegeben habe, konnte ich es kaum erwarten, von ihr zu kosten. Ich hoffe, sie trifft auch deinen Geschmack. Aber kein Wort davon zu meinen Beratern, okay?“
Und dann übernahm Narcissa kurzzeitig die Organisation und eröffnete den Kaffeeklatsch. Und sie machte das wunderbar. Es schien ihr im Blut zu liegen. Ich lächelte. Eine starke Partnerin an meiner Seite... ich hatte bisher nicht mal gewusst, was das war. Ich hasste es, wenn meine Berater versuchten, sich in meine Angelegenheiten einzumischen und mich zu bevormunden. Bei Narcissa war das ganz anders... Bei ihr war es Unterstützung.

„Natürlich, liebste Narcissa.“ Im Gegensatz zu Narcissa fiel es mir noch nicht ganz so leicht zu einer vertrauten Anrede wie Liebling zu wechseln. Ich bot ihr meinen Arm an und geleitete sie, alle Störungen von Leuten, die uns ansprechen wollten, schon im Keim erstickend, indem ich abwehrend die Hand hob, auf schnellstem Wege zu dem für uns reservierten Brauttisch, an dem außer uns nur die Brauteltern, Brautjungfern und Trauzeugen Platz hatten. Ich rückte Narcissa galant den Stuhl zurecht und ließ mich neben ihr nieder. Die anderen Plätze waren noch unbesetzt, da wir die Ersten waren, die zu Tisch gegangen waren. Ein Hauself servierte uns das angefangene Tortenstück und auch noch ein zweites. Großzügig orderte ich Narcissa das noch vollständige Stück und nahm für mich das, wo jetzt schon zwei Bissen fehlten. „Was möchtest du gerne trinken?“, erkundigte ich mich. Nun galt es, mehr über Narcissas Vorlieben herauszufinden, um vielleicht schon beim nächsten Mal nicht nachfragen zu müssen. „Ich hoffe, es gefällt dir und du fühlst dich wohl“, setzte ich plötzlich ernst nach. „Ich habe versucht, deinen Geschmack zu treffen, in allem, Dekoration, Torte, Schmuck, und dein Vater hat mich auch gut beraten. Ich wollte, dass du die Märchenhochzeit bekommst, von der du immer geträumt hast.“ Ein wenig unsicher lächelte ich sie an. „Wenn es dir an etwas fehlt, zögere nicht, es mir zu sagen. Dieser Tag soll perfekt für dich sein.“ Mein Blick schweifte über die noch leeren Plätze, die für Narcissas Familie reserviert waren. Mutter, Vater und Bellatrix, die bestimmt wieder irgendetwas an der Hochzeit auszusetzen hatte. Narcissa wusste es nicht, doch ich hatte ihrem Vater sogar vorgeschlagen, ihre älteste Schwester ebenfalls auf die Gästeliste zu setzen, dieser jedoch hatte abweisend reagiert und es stand mir nicht zu, mich in die familieninternen Angelegenheiten der Blacks einzumischen, nicht mal als künftiger Schwiegersohn. Zudem wusste ich nicht einmal, wie Narcissa zu ihrer abtrünnigen Schwester stand. Ob sie sie immer noch gern hatte und vermisste oder sie nie wiedersehen wollte. Dies waren alles Dinge, die ich über meine Ehefrau erst noch in Erfahrung bringen musste. Wir würden uns sicher mit der Zeit richtig kennenlernen. So wie ich Narcissa einschätzte, konnte ich mir zwar nicht vorstellen, dass ihr ihre Schwester plötzlich gleichgültig geworden war, doch das würde ich mal in Ruhe mit ihr besprechen. Ich jedenfalls würde alles tun, damit sie sich heute wohl fühlte und all die Personen um sich hat, die ihr am Herzen liegen. „Ich freue mich schon darauf, dich in der nächsten Zeit besser kennen zu lernen“, nutzte ich die kurze Zeitspanne, die wir für uns hatten, um ein paar private Worte mit ihr zu wechseln. Ich wollte wissen, ob sie sich wohlfühlte oder ob es ihr an etwas fehlte.
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10

Freitag, 3. Februar 2017, 14:08

Narcissa:

Verblüfft hörte ich Lucius zu, wie er sich bei mir bedankte. Ich hatte die Situation allgemein retten wollen und keinesfalls als hochnäsige Ziege gelten, welche sich nicht einmal dazu hinreißen lassen konnte von ihrer eigenen Hochzeitstorte zu probieren. Nein, ich wollte stattdessen Lucius zeigen, dass ich hinter ihm stehen würde, auch wenn ich die Torte sehr unangenehm groß fand. Eine kleinere hätte es auch getan, aber Lucius wollte ein Statement setzen. Er wollte den Leuten zeigen, dass er nun das Erbe antreten würde und dass er seinen Eltern in nichts nachstehen würde. Vielleicht würden die Feiern und privaten Partys etwas anders aussehen, aber dennoch würde Lucius genauso viel Geld dafür verwenden wie seine Eltern. Auch wenn ich seine Mutter als recht unangenehm und verschwenderisch erlebt hatte, wusste ich, dass ihre Partys immer angesehen waren. Darin war ich noch nicht geübt und ich hoffte, dass ich Lucius dadurch keinen schlechten Ruf verschaffen würde, indem es hieße ich könne nicht ordentlich Empfänge veranstalten. „Die Torte ist wirklich wunderbar“, lobte ich meinen Ehemann (!) und kicherte leise. „Lucius, ich werde mich nicht dazu hinreißen lassen mit deinen Beratern auch nur einige Worte zu wechseln. Glaub mir, ich habe nicht den Drang mit ihnen darüber zu reden, was dich glücklich macht. Du hast schließlich einen Ruf zu verlieren?“, fragte ich leise und legte eine Hand an seine Wange. Es tat gut ihn einfach berühren zu dürfen, da er nun mein Ehemann war.

Lächelnd ließ ich mich neben Lucius nieder und sah über die Runde. Ich war voller Vorfreude auf das Fest und war deswegen auch mächtig aufgeregt, aber mit Lucius an meiner Seite wusste ich, dass mir nichts geschehen würde. Er würde aufpassen, dass mir keine unangenehmen Fragen gestellt werden würden, denn natürlich wusste die Zaubergemeinschaft von Andromeda und ihrem muggelstämmigen Freund. Seufzend sah ich auf das Tortenstück und lächelte Lucius kurz an. Es war wirklich lieb von ihm mir das ganze Stück zu geben und selber das angefressene Stück zu nehmen. Das zeigte mir, dass er wollte, dass es mir wirklich gut ging. „Ähm… ein Champagner wäre nett“, meinte ich und sah mich um. In der Tat wuselten nun bereits die kleinen Hauselfen mit den Tabletten voller Sekt und Champagner durch die Gegend. Sie trugen das Tablett auf ihren Köpfen, sodass man sich bequem ein Glas davon nehmen konnte, wenn einem danach war.

Überrascht musterte ich Lucius wieder, als er dieses Mal ernster war und war ebenso überrascht über seine Äußerung. Natürlich war eine Märchenhochzeit schön, aber ich hätte nicht gedacht, dass er es so ernst mit mir meinte und mir die Hochzeit so schön machen wollte. Ich dachte er hatte dies alles nur gemacht um die Zaubererwelt zu beeindrucken. Natürlich gefiel mir alles, da mein Vater wusste, was mir zusagte. Aber dass Lucius sie dann so ausrichtete, dass ich mich damit total wohlfühlen konnte hätte ich nicht gedacht. „Sie ist traumhaft, Lucius, danke. Natürlich fühle ich mich hier total wohl. Ich liebe mein Kleid und die Dekoration und… ich liebe es bei dir sein zu dürfen“, ergänzte ich kurz und lief leicht rot an. Es war für mich untypisch Gefühle anderen Männern gegenüber zu zeigen, aber nun durfte ich es ja, da Lucius mein Ehemann war. Ich konnte ihm zeigen was mich bedrückte oder was in mir vorging. „Ich hoffe aber, dass du dir die Hochzeit auch so vorgestellt hast und dich wohl fühlst“, ergänzte ich rasch. Ich wollte nicht zu egoistisch klingen, sondern auch, dass es ihm gefiel. Ich wollte Lucius zeigen wie wichtig er mir war. „Dieser Zauber… dass es nun leicht schneit, das ist so wunderbar und es passt so sehr zu dir“, meinte ich sanft und fing an mein Stück Torte zu essen.

„Es ist … perfekt“, flüsterte ich und sah kurz traurig zu den leeren Stühlen. Natürlich war es schön, dass meine Familie da war, aber noch mehr hätte ich mich über meine ganze Familie gefreut. Ich hatte immer viel auf Andromedas Meinung gelegt und hätte gern von ihr gehört, dass Lucius der richtige Mann für mich war. Bellatrix würde das mir gegenüber niemals behaupten und meine Eltern waren einfach nur froh, dass sie die Schulden los waren. Aber eine richtige ehrliche Meinung hätte ich nur von Andromeda bekommen, welche mir damals schon gesagt hatte, wenn etwas nicht stimmte. Vielleicht verrannte ich mich in irgendetwas und wurde damit ja nicht glücklich. Es fühlte sich alles richtig an mit Lucius, aber vielleicht machten wir beide große Fehler. Vielleicht war es nicht richtig, ich kannte ihn ja auch kaum. Ich fühlte mich nur wohl bei ihm und dieses Gefühl hatte mich dazu gebracht Ja zu sagen.
Kurz sah ich zu Lucius und nickte. „Es geht mir nicht anders“, erwiderte ich mit einem kleinen Lächeln. In den nächsten Wochen würde unsere Hochzeitsreise stattfinden und wir würden uns erst richtig kennenlernen. Natürlich war ich deswegen schon sehr gespannt, ich wusste noch nicht einmal wo es hingehen würde, aber Lucius wusste von Vater bestimmt, dass ich sehr von Burgen und den nördlichen Ländern angetan war. Sicher hatten beide sich viele Gedanken gemacht und ein nettes Reiseziel gefunden.
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11

Samstag, 4. Februar 2017, 14:13

Lucius:

Es tat so gut, Narcissas Kichern zu hören und ihre erfrischende Art zu erleben. Ich war mir jetzt schon sicher, sie würde die Ausgelassenheit in jeden noch so steifen Empfang bringen. Mit ihr gab es einen Anlass, um zu scherzen. Die Wärme ihrer Hand an meiner Wange durchströmte mich, am liebsten hätte ich genießerisch die Augen geschlossen, doch... nicht jetzt, nicht hier. Vielleicht nie. Und natürlich hatte Narcissa auf einen Blick erkannt, welches mein Beweggrund war, mein wahres Wesen vor meinen Beratern im Dunkeln zu halten: Mein Ruf. „Ich hoffe, ich verliere meinen guten Ruf nicht vor dir, wenn du erst merkst, dass ich in einigen Dingen nicht der Meinung entspreche, die man in der Öffentlichkeit von mir hat.“ Ich sprach es neckisch, fast scherzend aus, doch der wahre Kern meiner Worte blieb unverkennbar. Dies war eine Sache, die mich insgeheim beunruhigte. Wenn Narcissa mich erst besser kennen gelernt hatte und merkte, dass ich privat ganz anders sein konnte als in der Öffentlichkeit, würde sie dann enttäuscht reagieren? Oder würde ich mich ab jetzt für den Rest meines Lebens auch in meinen eigenen vier Wänden verstellen müssen?

„Champagner für die reizende Braut, kommt sofort“, grinste ich und luchste einem vorbeigehenden Hauselfen gleich zwei Gläser von dem Getränk ab und reichte meiner Gemahlin das ihre. „Dann lass uns mal auf unsere Ehe anstoßen, schätze ich.“ Ich grinste schief, denn mein Trinkspruch war wohl keine wirkliche Überraschung. Mit einem leisen Kling berührten sich unsere Gläser. Natürlich entging mir nicht, dass Narcissa ihr Stück Torte erst anseufzte, bevor sie mir schnell beruhigend zulächelte. Irgendetwas stimmte nicht, sie war nur zu höflich, es anzumerken. „Wir müssen auch nicht aufessen. Ich kenne da einen guten Zauber, wenn man leere Teller vorschützen will“, sorach ich ihr verschwörerisch zu und hoffte, damit den Grund ihres Seufzens richtig erraten zu haben. Ich selbst würde mein Stück Torte wohl auch ohne Zauber aufessen, schließlich hatte ich mich lange darauf gefreut.

Aufmerksam hatte ich Narcissas Antwort geharrt, die dann auch so voller Begeisterung und Schwärmerei über ihre Lippen kam, dass ich schmunzeln musste. Offenbar war mir die Märchenhochzeit geglückt. Dass Narcissa dann auch noch nachsetzte, dass sie natürlich hoffe, dass ich nicht ob ihrer Wünsche hatte zurückstecken müssen, konnte ich nicht anders, als ihr liebevoll gegen die Nase zu tippen. „Ich komme schon nicht zu kurz. Du bist wichtig.“ Zeitgleich zu Narcissa begann auch ich, meine Gabel in der Torte zu versenken. „Danke. Ich hoffe, du magst den Winter, in meiner Nähe könnte es öfter schneien als anderswo...“ Was nicht hieß, dass Wiltshire nicht auch wunderschöne, brütend heiße Sommer zu bieten hatte.

Mein Blick folgte dem Narcissas zu den leeren Stühlen. Meine Hand fand automatisch ihren Weg zu Narcissas und legte sich tröstend und nähespendend auf ihre. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, deshalb schwieg ich und drückte ihre Hand. Selbst wenn ich meine schnellste Eule mit einem Brief losschicken würde, sodass der fehlende Gast noch zum Abendessen hier eintreffen würde – es wäre eine Qual für Andromeda, die anfeindenden Blicke all der anderen ertragen zu müssen. Ich beugte mich zu Narcissa vor, so weit, bis mein Mund knapp vor ihrem Ohr schwebte. „Wir werden sie besuchen“, flüsterte ich ihr ins Ohr.

Mein Lächeln auf ihre Worte, dass sie mich auch kennen lernen wollte, blieb geheimnisvoll und verheißungsvoll. Eine spannende Zeit lag vor uns. Ich würde Narcissa so nahe kommen, wie ich nie einem anderen Menschen zuvor nahe gekommen war. Sie würde mir so nahe kommen, wie ich nie jemanden zuvor an mich herangelassen hatte. Es war ein Gefühl von prickelnder Spannung. Und unsere Flitterwochen, die würden ein Abenteuer werden. Meine Berater hatten vor Entsetzen aufgeheult, als ich angekündigt hatte, für ganze zwei Wochen nicht erreichbar sein zu werden. Wir würden mit der Kutsche von Burg zu Burg durchs Land reisen, mit dem Schiff über den Fluss bis hin zum Meer und der Nordsee fahren. Wir würden auf sturmumtosten Klippen stehen, Bratfisch essen und Muschel im Watt suchen... Keine Luxushotels, denn das hatten wir ja alles hier zuhause bei mir im Malfoy Manor. Nein, wir würden nur uns haben und die Reiselust. Wir würden reisen wie einfache Leute, unerkannt, uns unter die Einheimischen mischen und eintauchen in fremde Kulturen und Welten. Denn so etwas wie als Tourist den ganzen Tag am Strand liegen war für mich und zumindest zu diesem Zeitpunkt noch undenkbar. Wir waren jung, wir wollten die Welt kennenlernen... und meine Geschäften konnten auch mal ohne mich auskommen. Aber genug der Tagträume. Alles der Reihe nach. Erst Hochzeit, dann Hochzeitsnacht, dann Flitterwochen. Und wir waren noch mitten bei der Hochzeit, wo übrigens gerade Narcissas Eltern, Bellatrix und meine Berater an unseren Tisch herantraten, um uns zu beglückwünschen und sich zu uns zu setzen.
„Der Kuchen schmeckt nach Grütze“, kam es sogleich von Bellatrix. Ich lächelte amüsiert. Hatte ich es nicht gewusst?
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12

Samstag, 4. Februar 2017, 14:42

Narcissa:

Langsam hörte ich Lucius zu und sah ihn aufmerksam an. Ich wollte natürlich den wahren Lucius hinter der Maske kennenlernen und hatte auch etwas Angst, dass er nicht so sein würde, wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht war er als Ehemann ein Tyrann, bisher hatte ich nur gute Seiten von ihm kennenlernen dürfen, aber vielleicht war er ja auch ganz anders. „Und ich hoffe du siehst in mir kein Hausmütterchen, welches ich durchaus nicht sein werde“, erwiderte ich sanft. Ich hatte etwas Angst vor schlimmen Überraschungen, vielleicht spielte er hier wirklich nur Theater, aber ich konnte eben immer noch hoffen, dass er es ernst mit mir meinte und mir nicht wehtun würde. Ich wollte in keiner Ehe leben, die mich nicht erfüllen würde, die mich einfach nur unglücklich machen würde. Ich hatte schon so viele schreckliche Ehen von Bekannten und innerhalb der Familie ansehen müssen, sodass ich darauf selbst verzichten konnte. Ich wollte wirklich das Beste aus meiner Ehe herausholen und irgendwie würde es mir mit Lucius schon gelingen. „ In der Öffentlichkeit tragen vor doch alle eine Maske, hinter die man nicht jedes Mal unbedingt sehen sollte“, ergänzte ich noch, aber betrachtete Lucius ruhig. Jeder hatte seine Leichen im Keller und Lucius würde es auch nicht anders handhaben mit seinen Feinden. Sicher kannte er einige Tricks… ob ich die Leichen jedoch aus seinem Keller holen würde, blieb mir überlassen.

Lächelnd nahm ich jedoch den Champagner entgegen, hörte dem missglückten Trinkspruch und nippte am Champagner nach dem Anstoßen. „Nun, sollten wir in unserer Ehe scheitern, können wir uns immerhin noch wenigstens als Freunde betrinken, denke ich“, meinte ich leise kichernd und sah dann selbst kurz zum Tortenstück. Dachte er etwa ich wollte nicht so viel essen? „Oh Lucius, versteh das nicht falsch. Ich will die Torte essen… und den Hauptgang… wirklich! Aber mein Kleid lässt mir wirklich nicht viel Raum, weswegen das Essen sehr ausgewählt sein sollte.“ Ich hatte von einer Bekannten gehört, welche ein Klappergestell war, dass diese bei der eigenen Hochzeit nach jedem Gang die Toilette aufgesucht hatte und sich übergeben hatte. Beim letzten Mal hatte sie hinterher vergessen sich die Zähne zu putzen, wodurch der Ehemann beim Kuss selber das Kotzen bekommen hatte. Kichernd dachte ich daran und schüttelte kurz den Kopf. Natürlich lag es auch in meinem Interesse mich nicht übergeben zu müssen. „Es ist alles wirklich traumhaft, nur sehr schade, dass mein Kleid so eng anliegt.“ Ja, ich aß gern und mit Genuss, auch wenn man dies mir nicht ansah.

Erleichtert, dass Lucius mit der Hochzeit auch zufrieden war, fing ich an die Torte zu essen und stöhnte leise. Lucius hatte völlig meinen Geschmack getroffen. Und Winter störten mich keinesfalls. „Solange du bei mir bist wird jeder Winter wundervoll“, erwiderte ich und sah ihn liebevoll an. Er konnte die Jahreszeiten wohl kaum beeinflussen, vielleicht fühlte er in seinem Herzen nur Winter, da seine Eltern tot waren. „Lucius, sie wären wirklich stolz auf dich… naja, außer deine Mutter, sie würde die Torte missbilligend betrachten und mich ebenfalls, weil ich es wage in meinem Hochzeitskleid zu essen.“ Ich meinte es nur gut mit Lucius und hoffte, dass er dies auch so verstehen würde. Ich hätte gern mit seinem Vater getanzt, mit seinem Vater war ich nach einer kleinen Auseinandersetzung sehr gut zurechtgekommen. Nur die Mutter war ein Biest gewesen. Erst wollte ich Lucius trösten und plötzlich tröstete er mich. Er war einfach so ein herzensguter Mensch. Kurz lauschte ich, als er sprach und schüttelte den Kopf. „Nein, wir können sie nicht einfach besuchen, was sollen die Leute von dir denken?“ Ich konnte sich nicht vorstellen mit Lucius einfach bei meiner Schwester aufzutauchen. Indem ich dieses Leben an der Seite von Lucius wählte, hatte ich mich gegen die offene Art meiner Schwester entschieden. Ich würde lernen müssen nur noch an meine andere Schwester zu denken. Ab und zu war Bellatrix auch durchaus erträglich… aber nur ab und zu.

Kurz sah ich hoch zu meinen Eltern und zu Bellatrix und schluckte. Ich fühlte mich in diesem Moment von ihr persönlich angegriffen und wurde mehr als sauer. „Grütze?“, fragte ich ruhig nach und knurrte innerlich bereits. Was dachte sie sich dabei Lucius vor seinen Beratern so bloßzustellen? „Ich bin froh, dass du dies sagst, Bellatrix. Dann kannst du bei deiner Hochzeit natürlich alles anders machen- wobei, stimmt, dich möchte ja niemand zur Frau nehmen“, ergänzte ich und drückte Lucius‘ Hand. Der Kommentar von Bellatrix war einfach nur eklig gewesen und von nun an würde ich Lucius verteidigen. Sie würde schon sehen was sie davon hatte. „Ach Kindchen, nun ärgert euch doch nicht, hm? Es ist ein so schöner Tag“, erwiderte der Vater, welcher sich zwei Stück Torte auf den Teller gemacht hatte und munter davon probiert hatte. „Außerdem, Bellatrix. Es ist doch ziemlich schwer den Geschmack von allen Gästen einzufangen. Ich finde die Kombination sehr gelungen und die anderen Gäste scheinen auch sehr begeistert.“ „Außerdem wolltest du eh auf dein Gewicht achten“, kam es leise von mir. Ich wollte einfach nicht, dass Bella meine Hochzeit mit ihrer Laune vergiftete. Schließlich heiratete ich doch nur dieses eine Mal.
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13

Sonntag, 5. Februar 2017, 11:40

Lucius:

Auch wenn sie es gut zu verbergen wusste, merkte ich ihr an, dass sie meine Ankündigung, dass es auch noch einen Lucius hinter der öffentlichen Maske gibt, beunruhigte. Ich hatte lediglich ausdrücken wollen, dass ich nicht ganz so makellos war wie ich mich gab, doch Narcissa schien nun zu befürchten, dass sich hinter meiner Maske gar ein Monster oder Psychopath versteckt. Am liebsten hätte ich ihr diese Angst genommen, doch ich wusste nicht, wie. Ich konnte ihr nicht versprechen, dass ich nur gute Seiten an mir habe und in allem ihren Vorstellungen entspreche. Wie denn auch, wenn ich nicht einmal ihre Vorstellungen von einem Ehemann kannte? Sie musste mich mitsamt all meinen hässlichen Seiten erst kennen lernen, um selbst beurteilen zu können, ob sie damit leben kann.
Sie wollte kein Hausmütterchen sein? Aber was denn sonst? Ich ertappte mich bei dem Eingeständnis, dass ich nie auch nur einen Gedanken daran verschwendet hatte, dass meine Ehefrau möglicherweise Karriere machen und arbeiten gehen wollen würde. Diese Möglichkeit war mir nie in den Sinn gekommen. „Ich bin nicht sicher, ob ich verstehe, was du damit meinst. Natürlich verlange ich von dir nicht, dass du dich um den Haushalt kümmerst, dafür haben wir schließlich einen Hauselfen. Ich dachte, dass du unsere Familie als Hausherrin repräsentierst. Du erhältst meine vollste Unterstützung für all deine Projekte, Hobbys und ehrenamtliches Engagement. Aber natürlich möchte ich für dich sorgen und unseren Lebensunterhalt finanzieren.“ Wenn Narcissa arbeiten gehen wollte, so wusste ich nicht, ob ich mich damit anfreunden könnte. Schließlich wollte ich auch möglichst viele Erben mit ihr haben und für diese sollte ihre Mutter dann auch immer zuhause sein. Dass meine Kinder von einer Hauselfe erzogen wurden, wollte ich nicht.

Eine Perfektionistin hätte nun wahrscheinlich die Nase gerümpft und auf tadellose Abläufe bestanden, Narcissa aber verstand Spaß und so kam es, dass wir beide über die kleine Panne kicherten und uns amüsierten. Wenn ich mir ihre Schlagfertigkeit so anschaute, winkten mir noch unzählige geistreiche Diskussionen mit meiner frisch Angetrauten ins Haus. Freunde jedenfalls traf es ganz gut, denn zumindest was den Humor anging, waren wir offenbar schon einmal auf einer Wellenlänge. „Wir werden nicht scheitern“, schmunzelte ich aus tiefstem Herzen überzeugt.
Entgeistert wanderte mein Blick an Narcissas Kleid herab, bis er an ihrer schmalen Taille hängenblieb. Sicherlich war sie fest in einem Korsett eingezwängt. Mir war vorher gar nicht aufgefallen, wie unnatürlich eng meine Braut verschnürt war. Fast fühlte ich mich wie vor den Kopf geschlagen. Und ich hatte mich immer kontrolliert und gedrillt gefühlt – das mochte aber nichts sein gegen den Drill, der einer Frau mit diesem Folterwerkzeug an Kleidungsstück zuteil wurde. Solange ich nicht gerade die Ausmaße einer Tonne annahm, konnte ich essen was und wie viel ich wollte. Meine Berater durften ihre Nasen ja in viele Bereiche meines Lebens hineinstecken; das Essen jedoch war allein meine Privatsache und ging niemanden etwas an. Eine Frau hingegen schien sich in ständigem Zwang zu befinden, ihren Apetitt zu zügeln. Auf die Figur zu achten schien bei dem weiblichen Geschlecht wohl zu bedeuten keinen Bissen zu viel zu nehmen und kein Gramm zuzunehmen. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. „Du siehst in diesem Kleid einfach bezaubernd aus, Narcissa, doch jetzt, da ich weiß, dass du für diese Schönheit verzichten musst, gefällt es mir schon gar nicht mehr so sehr. Für mich siehst du immer attraktiv aus, dafür brauchst du diesen... übertriebenen Tand gar nicht. Weißt du, ich habe eine Idee...“ Ich winkte einen Hauselfen herbei. „Zweige uns vier große Stücke Torte ab, stell sie in meine Frostkammer und bring sie uns dann später in unser Eheschlafzimmer.“ Als der Elf losgezogen war, den Befehl in die Tat umzusetzen, wandte ich mich lächelnd an Narcissa. „Lass uns heute Nacht, wenn du aus dem Kleid gestiegen bist, eine kleine private Fressorgie veranstalten. Und bis es so weit ist, faste ich gemeinsam mit dir. Denn wie hieß es vorhin so schön vor dem Altar? 'In guten wie in schlechten Zeiten....'“

Man konnte sagen, was man wollte, ich liebte Narcissas verspieltes Kichern schon jetzt. Zu gern wüsste ich, woran sie gerade gedacht hatte. Narcissas Themenwechsel kam so abrupt, dass ich einen Moment brauchte, ihr zu folgen, dann jedoch spiegelte sich für einen kurzen Wimpernschlag eine ganze Palette von Emotionen auf meinem Gesicht: Trauer, Rührung, Dankbarkeit. Und dann kicherte ich leise. Oh ja, Narcissa hatte meine Mutter perfekt getroffen. Genauso würde sie reagieren. Ich hatte nie so ganz verstanden warum, aber Narcissa und meine Mutter waren schon immer wie Hund und Katz gewesen. Seltsamerweise hatte sie sich mit meinem Vater ganz gut verstanden, der viel eher den Ruf eines schwierigen Menschen weg gehabt hatte als meine Mutter. Auf jeden Fall tat es gut, Narcissa über meine Mutter sprechen zu hören – so war es fast, als wäre sie dabei. Die Erinnerung an sie ließ mich ihr wieder ein Stück näher fühlen. Dankbar drückte ich Narcissas Hand. „Danke...“ Mehr als dieses Wort mit belegter Stimme brachte ich gerade nicht heraus.
„Mmh, es muss ja niemand wissen“, lächelte ich schelmisch. „Und das Risiko, dass uns irgendeine Paparazzi erwischt, gehe ich für dein Wohl gerne ein.“ Ehrlich lächelte ich Narcissa an. Es war mein Ernst mit diesem Vorschlag und das konnte sie mir auch glauben.

Bellatrix schob auf Narcissas Seitenhieb hin, dass sie als die Ältere von beiden noch immer unverheiratet war, schmollend ihre Unterlippe vor. Manchmal war sie noch ein richtiger Kindskopf. „Ich warte eben auf den Richtigen und nehme nicht den Erstbesten, der durch sein Gold und seine großkotzige Garderobe aus der Masse hervorsticht.“ Au. Das war ein Stich in mein Ego. Auch wenn sie es vor ihrer Schwester kaum durchblicken ließ, merkte ich sehr genau, wie sehr Narcissa sich über das rüpelhafte Verhalten ihrer Schwester ärgerte. Beruhigend drückte ich ihre Hand. 'Lass dich nicht ärgern, sie ist nur neidisch', wollte ich Narcissa damit bedeuten. Während meine Berater ob dem Zank der beiden Schwestern bedeutungsvolle Blicke austauschten, versuchte Mr Black, ganz der Diplomat, die Wogen zu glätten. „Danke, Cygnus, Ihr Lob ehrt mich“, bedankte ich mich freundlich lächelnd bei meinem Schwiegervater. Das war mir tatsächlich wichtig – dass die Torte nicht nur köstlich aussah, sondern auch so schmeckte. Narcissas Kommentar über ihr Gewicht traf so ins Schwarze, dass Bellatrix tatsächlich knallrot anlief. „Ich... das ist gar nicht wahr“, stammelte sie schließlich und schickte giftige Blicke auf Narcissa ab. „Dein Mann, Narcissa, muss ja wissen, was er so für seine Familie auf den Speiseplan stellt.“ Ein bösartiger Versuch, Narcissa einzureden, bei mir gäbe es nichts Gesundes zu essen. „Dort drüben ist ein Tisch mit Obst und Früchten aufgebaut, wenn das eher deinem Geschmack entspricht...“ Bellatrix war erstarrt. Ich sah ihr an, was sie dachte. Obst essen, während alle anderen naschen durften? Doch um ihr Gesicht zu wahren und nicht zugeben zu müssen, dass die Torte doch gar nicht so schlecht war, musste sie sich wohl oder übel etwas Obst auf den Teller tun. Maulig ließ sie sich neben ihren Eltern nieder und guckte finster aus der Wäsche. „Mir ist langweilig.“ Mit liebenswürdigem Lächeln wandte ich mich an sie: „Auf der Gästeliste sind auch einige Junggesellen gelistet... Ich bin sicher, du findest netten Anschluss.“
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14

Samstag, 18. Februar 2017, 11:20

Narcissa:

Verdutzt sah ich Lucius etwas an. Projekte, ehrenamtliches Engagement? Gern hätte ich studiert, allein um klüger zu sein, aber dies wollte er wohl nicht. Ich fühlte mich aber noch viel zu jung um einfach nur noch zu Hause herumzuhocken. Ich wollte auch auf Veranstaltungen gehen und etwas mehr Spaß haben. „Nun, ich bin froh nicht den Haushalt führen zu müssen, da ich das nicht gut kann. Ich… ich dachte schon an“, verzweifelt rang ich nach Worten. Ich hatte gehofft, dass Lucius mich in seine Geschäfte einweihen würde, ich ihm da irgendwie helfen könne. Ich sah es durchaus ein, dass er das Geld im Haus verdienen wollte und fand dies durchaus richtig, aber ich wollte mich doch auch selbstverwirklichen. „Nun, ich denke dieser Punkt bedarf einer längeren Klärung, die wir in den nächsten Wochen in Angriff nehmen sollten.“ Ich hatte auch vor Kinder mit Lucius zu kriegen und sie großzuziehen, aber… irgendwie musste da doch noch mehr sein, was ich als seine Ehefrau machen konnte. Außer hübsch an seiner Seite sein.

Unsicher sah ich Lucius an, als er an mir heruntersah und fragte mich, ob ich ihm nicht doch zu fett war. Bellatrix hatte immer gesagt, dass Lucius, welcher selber sehr schlank war, keine fette Wachtel an seiner Seite haben wollte. Eigentlich hatte sie dies jedes Mal gesagt, wenn ich etwas Süßes gegessen hatte, wodurch mir die Lust am Essen etwas vergangen war. Deswegen hatte ich in den letzten Wochen noch etwas abgenommen und hatte mich so sehr über mein Aussehen gefreut, da ich davon ausgegangen war, dass Lucius auch begeistert davon sein würde. Aber würde er es wirklich sein oder machte ich mir nur etwas vor? Vielleicht war ich wirklich zu fett in seinen Augen. Umso überraschter war ich deswegen über seine Aussage. „Lucius, ich wollte dir wirklich nur gefallen. Ich wollte wunderschön aussehen… und dann verzichte ich eben“, erklärte ich niedergeschlagen und blickte zum Tisch. Es war mir wirklich unangenehm, dass Lucius anscheinend doch egal war wie ich aussah. Er fand mich hübsch und das war nobel. Aber ich musste doch auch für die Gesellschaft hübsch aussehen, wollte er das denn nicht verstehen?
Berührt sah ich Lucius bei seinen nächsten Worten an und hätte ihn wieder küssen können. Er wollte mit mir gemeinsam fasten, was ich sehr nett von ihm fand. Und dass er mit mir heute Nacht Torte essen wollte, fand ich auch gut. Gut, weil es etwas… unkonventionell war. Normalerweise achteten die Männer sehr darauf was ihre Frauen aßen. Nun, Mutter konnte bei Vater essen was sie wollte, er liebte sie und dass ich anscheinend auch so einen Ehemann erwischt hatte, freute mich durchaus. „Danke, ich wette es wird eine wundervolle Nacht“, meinte ich leise und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. „Aber du musst wirklich nicht mit mir fasten. Du… du sollst ja auch was von der Hochzeit haben.“ Und Lucius hatte sicher wunderbare Gerichte geplant. Wenn ich schon nicht so viel essen konnte, dann sollte er es wenigstens tun können.

Ich war froh, dass ich Lucius etwas aufmuntern konnte, indem ich ihn an die Haltung seiner Mutter erinnerte. Ich fand die Hochzeit unter anderem auch so entspannt, weil Lucius Mutter nicht mit irgendwelchen dummen Weibern hier herumlief. Es klang hart, aber ich fand, aber so wie die Hochzeit war fand ich sie richtig richtig gut. Außer, dass mir meine Schwester sehr fehlte.
„Es wird keine Besuche geben und ich wäre dir wirklich dankbar nicht darüber zu reden“, wisperte ich, da ich auch nicht wollte, dass meine Eltern es hörten. Sie hatten Andromeda aus der Familie verbannt und dies hieß, dass ich auch keinen Kontakt zu ihr haben sollte. Ich wollte meinen Eltern keinen Kummer dadurch bereiten, indem ich sie dennoch besuchen ging. Das konnte ich meinen Eltern einfach nicht antun, auch wenn ich es wirklich reizend von Lucius fand, dass er sie mit mir besuchen wollte.

„Nun, ich habe auch nicht den erstbesten mit großkotziger Garderobe gewählt“, erwiderte ich und sah meine Schwester wütend an. Ich fand es gar nicht schön, dass sie meinen Ehemann nun so beleidigte. Sie kannte ihn doch kaum und wusste gar nicht wer er war. Als Lucius sie dann zum Obst verwies, musste ich grinsen und verschluckte mich beinahe an meinem Champagner. Bellatrix würde niemals Obst essen, wenn es Torte gab. Und auch, dass Lucius ihr anbot sich doch mit ein paar Junggesellen zu vergnügen, fand ich gut. Endlich hielt meine garstige Schwester den Mund und schmollte leise vor sich her.
Kurz betrachtete ich die Berater, welche den Streit etwas verfolgt hatten und setzte ein strahlendes Lächeln auf. Diese Speichellecker waren mir zuwider, aber Lucius zuliebe würde ich dies nicht zeigen, sondern eine wunderbare Gastgeberin sein. Ich würde Lucius erst in ein paar Tagen raten sich andere Berater zu suchen, Berater, die ihm auch sympathisch waren. „Meine Herren, setzen Sie sich doch kurz. Es ist eine wunderbare Feier, essen Sie, trinken Sie und tanzen Sie ausgelassen. Mein Ehemann wird heute bestimmt nicht arbeiten und hat Sie ganz sicher nicht als Berater eingeladen, sondern als Gäste! Und ist ihm diese Hochzeit nicht wunderbar gelungen?“, fragte ich, hielt mein Glas zum Gruß hoch und nippte wieder dran. Langsam merkte ich, dass der Champagner mir etwas in den Kopf stieg. Vielleicht sollte ich mich kurz frisch machen gehen. „Oh, sie ist wirklich wunderbar“, schwärmte meine Mutter und lächelte Lucius an. „Sie haben Narcissa mit dieser Hochzeit wirklich sehr glücklich gemacht. Wenn ich eine so wunderbare Hochzeit damals gehabt hätte, dann hätte ich nicht so lange gezögert!“ Kurz sah ich Mutter an und war verwundert. Ich hatte nicht gewusst, dass sie damals gezögert hatte, war doch davon ausgegangen, dass meine Eltern sich von Anfang an verliebt hatten. „Nun“, meinte mein Vater und nippte kurz an seinem Glas Champagner. „Ich wollte dich nicht mit der Hochzeit überzeugen, sondern mit meinem Charakter. Und an eine solche… Eishochzeit… also Lucius, was Sie hier auf die Beine gestellt haben, das hätte ich mit im Traum nicht vorstellen können. Als sie mir damals davon erzählt haben, hielt ich es für eine Vision… nicht mehr. Und nun sehen Sie sich um! Es ist traumhaft. Hätten Sie mir heute den Antrag gemacht, dann hätte ich auch ja gesagt-“ „Vater!“, meinte ich gluckend und schüttelte kurz den Kopf. Ich wusste, dass es Lucius nicht unangenehm war, mein Vater war eben so herzlich. „Nun, Cygnus, vielleicht hättest du dir damals deine eigene Märchenhochzeit machen sollen“, meinte nun meine Mutter und mopste sich etwas von dem Tortenstück meines Vaters. Es tat gut die beiden so zu sehen und ich hoffte, dass ich mit Lucius irgendwann auch so umgehen konnte. Es wäre einfach traumhaft.
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15

Samstag, 18. Februar 2017, 11:22

Lucius:

Narcissa druckste herum, dann befand sie, dass dieses Thema eines längeren klärenden Gesprächs bedurfte und ich nickte. Ja, das tat es wohl. „Du wirst in den nächsten Tagen eine Gelegenheit bekommen, mich in deine Wünsche und Pläne einzuweihen. Wir werden sicher eine Lösung finden, mit der du auch zufrieden bist. Ich will, dass du dich wohl fühlst und es dir an nichts mangelt“, setzte ich daher nur noch hinzu. Noch konnte ich mich nicht wirklich damit anfreunden, meine Ehefrau den Gefahren des Berufslebens auszusetzen, sie mit anderen Menschen zu teilen, zu riskieren, dass sie weniger Zeit für mich hatte und sich von mir entfremdete. Und die Vorstellung, dass sie auf einer Arbeitsstelle möglicherweise von sogenannten Chefs herumkommandiert wurde, bereitete mir Bauchschmerzen, so zuwider war sie mir. Aber vielleicht musste ich lernen, Abstriche zu machen, wenn Narcissas Glück davon abhing. Auch wenn ich es mir noch nicht vorstellen konnte... Aber in einen goldenen Käfig einsperren wie ein Ausstellungsmodell wollte ich sie schließlich auch nicht. Sie sollte mir gehören, mir allein, doch ihre Flügel ausreißen wollte ich ihr dann doch nicht. Ich wusste nur noch nicht wirklich, wie das alles funktionieren sollte.

„Du gefällst mir doch auch, sehr“, beruhigte ich meine Braut, die sich nun wohl sorgte, dass ich ihre Bemühungen und ihre Schönheit gar nicht zu würdigen wusste. Das doch tat ich, sehr sogar. Sie war so hübsch, dass es mir den Atem verschlug. „Aber am besten gefällst du mir immer noch mit einem Lächeln im Gesicht.“ Ich lächelte sie ermunternd an und versuchte, ihr ihre Selbstzweifel zu nehmen. Das Verlangen war groß, über ihren Bauch zu streichen und sie so zu fühlen, wie sie wirklich war, schlank aber hoffentlich nicht nur aus lauter Haut und Knochen bestehend. So attraktiv fand ich diese ganz dürren Bohnenstangen gar nicht. Wenn ich eine Frau hatte, sollte sie einen weichen Bauch zum Anfassen und Streicheln haben. Aber das würde ich dann schon heute Nacht herausfinden... Auch Narcissa war die Vorfreude auf heute Nacht deutlich anzusehen, wenn es gerade auch eher wegen des versprochenen Tortengelages war. Worauf ich mich auch freute. Aber wenn wir satt waren, dann war vor dem Schlafengehen hoffentlich noch Zeit für einen ganz besonderen Nachtisch... „Wie?“ Ich war wohl kurz etwas abwesend gewesen. „Ist schon gut“, lächelte ich schnell. Ein bisschen essen ging ja, denn stimmt, ich hatte mich schon auf die Köstlichkeiten gefreut. Nachdem ich in letzter Zeit kaum mehr als ein Stück Brot zwischendurch runtergeschlungen hatte, weil es sich für mich allein ja weder lohnte, Dobby groß kochen zu lassen, noch mich allein an den großen Esstisch zu setzen. So hatte ich das Essen in letzter Zeit wahrscheinlich etwas schleifen gelassen. Aber das Junggesellendasein war nun ohnehin vorbei und ab jetzt, da Narcissa bei mir wohnte, würde essen wieder einen ganz anderen Stellenwert gewinnen.

Das Thema über ihre ältere Schwester schien Narcissa ein wenig verstimmt zu haben und so ging ich ihrem Wunsch entsprechend auch nicht mehr weiter darauf ein. Mein Angebot stand und, sollte sie darauf zurückkommen wollen, brauchte sie nur einen Ton zu sagen. Aber dass sie jetzt noch nicht bereit dazu war und Schuldgefühle gegenüber ihren Eltern hegte, verstand ich. Es war sicher keine leichte Situation für Narcissa, die urplötzlich aufhören musste, ihre Schwester zu lieben und sogar zu kennen. Insgeheim wuchs meine Wut auf Andromeda, die Narcissa verlassen und erst in diesen Zwiespalt gebracht hatte. Hatte Andromeda bei ihrer Entscheidung überhaupt einmal an ihre Familie, an Narcissa, gedacht?

Ein wenig zu überschwänglich empfing sie meine Berater. Aber wo sie Recht hatte... Riley, der schon gleich mit der Aktenmappe am Tisch aufgetaucht war, legte sie ein wenig verlegen beiseite. „Natürlich verstehen wir, dass Sie Ihren Ehemann an diesem besonderen Tage mit niemandem teilen möchten, aber es wäre wirklich wichtig, dass er mal einen Blick auf...“ Ich räusperte mich. „Riley, Sie haben meine Frau gehört. Wenn es nicht gerade um Leben und Tod geht, entsprechen Sie doch bitte ihrem Wunsch.“ Riley guckte bedröppelt drein. „Um Leben und Tod nicht, nein...“ Der Blick, den er den anderen zuwarf, war eindeutig: 'Jetzt steht er unter dem Pantoffel seiner Frau; ab jetzt ist nicht mehr vernünftig mit ihm zu reden. Ist die Ehe nicht ein Fluch?' McLeon, der Aalglatte, lächelte dünn: „Wenn dieser ganze Spuk vorbei ist, kann sich Ihr Ehemann hoffentlich wieder mit etwas mehr Elan in seine Projekte stürzen. Diese vielen Ablenkungen bekommen einem Geschäftsmann nicht. Mein Leitspruch, junge Dame, ist: 'Ein erfolgreicher Geschäftsmann hat keine Scheu davor, seine Nächte im Büro zu verbringen und die Frau eines Geschäftsmannes hat keine Scheu, die Nächte allein im Bett---'“ - „Genau deswegen bist du auch geschieden. Und jetzt Schluss damit.“ Steif setzten sie sich an den Tisch, probierten halbherzig von ihrem Kuchen und tranken dafür umso mehr Champagner. Ich wusste, sie warteten darauf, dass der stärkere Alkohol floss und das Raucher- und Spielzimmer eröffnet wurde.
Bellatrix schmollte vor sich hin und Narcissa war schon etwas angeheitert. Offenbar trank sie sonst nicht. Was ich aber gar nicht schlimm, sondern eher sehr niedlich fand. Hätte ich die Blacks nicht schon so gut gekannt, hätte ich mich vielleicht unwohl gefühlt, Zeuge einer solch privaten Unterhaltung zu sein oder einen Familienkrach befürchtet... so jedoch kannte ich sie schon gut genug, um zu wissen, dass Narcissas Eltern einander nur neckten und gewiss keine Gefahr im Verzug war. So etwas wäre bei meinen Eltern undenkbar gewesen. Sie hatten einander das Leben zur Hölle machen können. Und wenn die Fetzen in Form von bösen, stichelnden Kommentaren wie kleine fiese spitze Nadeln zwischen ihnen hin und her geflogen waren, war mir das immer noch lieber gewesen als ihr gewöhnliches eisiges Schweigen. Den herzlichen Umgangston der Blacks zu verstehen, war mir am Anfang schwer gefallen, inzwischen hatte mich aber daran gewöhnt. Und fühlte mich sehr wohl bei ihnen. „Ich kann Ihnen beiden gar nicht oft genug danken, dass Sie mich so herzlich in Ihrer Familie aufgenommen haben“, lächelte ich dankbar und freute mich ungemein über das Lob von Narcissas Vater und Mutter. Es war mir schließlich auch wichtig, dass sie als Brauteltern sich wohlfühlten. „Sie sind mein Vorbild für eine glückliche Ehe und wenn Narcissa bei der Hochzeit unserer eigenen Kinder noch genauso glücklich in ihrer Ehe ist wie Sie in Ihrer, Mrs Black, dann... weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe.“ - „Schleim schleim“, raunte Bellatrix in Narcissas und meine Richtung, damit ihre Eltern es nicht mitbekamen. Was wusste sie schon davon, wie es war, wenn man als Schwiegersohn einfach nur gemocht werden will?
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Samstag, 18. Februar 2017, 11:23

Narcissa:


Ich war wirklich froh darüber, dass Lucius mit mir gemeinsam Pläne machen wollte, damit wir uns auch beide in der Ehe wohlfühlen würden. Auf jeden Fall würde ich ihm sagen, dass ich geplant hatte dass er das Geld verdienen würde. Dennoch wollte ich studieren oder wenigstens in den nächsten Jahren noch etwas aus meinem Leben machen. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen mein Leben lang zu Hause zu hocken und nichts mehr zu machen. Ich wollte schon noch was erleben, vielleicht sollte ich die Reise mit Lucius ausdehnen. Es würde sicher meine letzte Gelegenheit sein mit Lucius zu verreisen. Würde er sich erst wieder seinen Geschäften widmen, dann hätte er doch keine Zeit mehr für die Schönheit des Lebens. Ich hoffte nur, dass ich ihn mit meiner Art ab und zu etwas von der ganzen Arbeit ablenken konnte.

„Ich lächle schon alleine, weil du bei mir bist“, rutschte es mir heraus. Ja, er zauberte mir schon den ganzen Tag ein Lächeln auf das Gesicht, welches ich einfach nicht abstellen konnte. Ich hatte schon so viele schreckliche Hochzeiten gesehen, wo die Braut und der Bräutigam einfach unglücklich miteinander gewesen waren. Das wollte ich keinesfalls mit Lucius haben und ich hatte das Gefühl, dass dies auch nicht passieren würde. Mit Lucius, das spürte ich tief in mir, konnte ich wirklich glücklich werden und dies würde ich ihm jeden Tag zeigen.

Die Berater waren aber auch schreckliche Aasgeier. Gut, der erste der sprach war relativ nett und ziemlich schüchtern, in der Tat legte er sogar seine Tasche weg. Aber bereits der zweite machte mich schrecklich wütend. „Nun“, langsam wandte ich mich an ihn und musterte ihn. Wäre ich seine Frau gewesen, so hätte ich ihn auch verlassen. „Erstens… ab dem heutigen Tag sollten Sie mich Mrs. Malfoy nennen und nicht junge Dame. Ich bin die Ehefrau von Lucius und möchte auch als solche gesehen werden. Und zweitens, denke ich, dass ein erfolgreicher Geschäftsmann sich dadurch definiert, dass er einerseits sehr gute Geschäfte abschließt, aber andererseits auch ein Leben hat. Lucius hat mich geheiratet und das wird seinen Grund haben. Ich denke nicht, dass Sie ihm vorschreiben sollten, wie er sein Leben zu leben hat. Beschränken Sie sich besser nur auf die Geschäfte, ich wette damit kommen Sie auch besser klar!“ Ja, er ärgerte mich sehr mit seiner Meinung. Was dachte er denn bitteschön? Dass Lucius echt wieder nur noch arbeiten würde? Klar, die Arbeit war wichtig, aber ich würde Lucius auch zeigen, dass es noch anderes im Leben gab. Lucius würde bald eine Familie mit mir gründen und sollte daran auch teilnehmen. Er sollte ein guter Vater für seine Kinder sein.

Entschuldigend sah ich zu Lucius, da ich seinen Berater nun so unprofessionell angegriffen hatte, aber ich mochte diese Meinung nicht. Anscheinend ging der Mann davon aus, dass eine Ehefrau lediglich eine Zierde an der Hand des Mannes wäre. Er wusste wahrscheinlich gar nicht, wie er mit einer Frau richtig umzugehen hatte. Sein Leben bestand bestimmt auch nur aus dem perfekten Deal, Zahlen und Fakten. Ich hoffte nur, dass Lucius sich nicht so verändern würde. Das würde ich kaum ertragen.

Als Lucius so lieb von meinen Eltern sprach, lächelte ich und drückte seine Hans, ehe ich sie losließ um Lucius nicht zu sehr zu bedrängen. Ja, ich wollte auch eine so schöne und erfüllte Ehe haben wie meine Eltern. Und dass Lucius dies auch so sah und von der Hochzeit unserer Kinder sprach, brachte mich noch breiter zu lächeln- oder es war der Champagner, welcher meinen Verstand etwas vernebelte. „Das ist so süß, Lucius“, murmelte ich ihm ins Ohr und küsste seine Wange. An ihn gelehnt sah ich zu Bellatrix und schluckte. „Bella“, meinte ich leise, ich wollte nicht, dass unsere Eltern es mitbekam. „Bella, es reicht. Es ist toll, dass Lucius sowas plant. Wieso kannst du dich denn nicht einfach für mich freuen? Ständig machst du mir das Leben schwer!“, beschwerte ich mich und biss mir erbost auf die Lippen. Ich fand es wirklich süß von Lucius, dass er so offen war und mir in Zukunft gut tun würde. Bellatrix‘ Haltung war gänzlich unpassend und am liebsten hätte ich sie gebeten zu gehen. Nur weil es bei ihr in der Liebe nicht so gut lief, musste sie mir doch nicht alles kaputt machen, was ich mir so mühevoll erarbeitet hatte. Natürlich würde Lucius sich davon nicht provozieren lassen, er kannte sie gar nicht anders, aber ich war mächtig genervt davon. Ich hatte es lange genug geschluckt, dass sie Lucius eindeutig nicht für den richtigen für mich hielt. Nun reichte es mir und ich würde ihr zeigen, dass ich Lucius durchaus für den richtigen hielt. Deswegen sah ich zu ihm. „Wann wird das Essen aufgetragen?“ Ich wusste, dass wir auch noch tanzen würden, aber eigentlich hatte ich keine Ahnung vom Ablauf und wollte mich deswegen überraschen lassen. Ich vertraue Lucius dahingehend, dass er im Interesse von uns beiden handeln würde.
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17

Samstag, 18. Februar 2017, 11:24

Lucius:

Es herrschte rundum verblüfftes Schweigen. Noch nie hatte diese Gruppierung männlicher Dominanz es erlebt, dass eine Frau einem hohen Tier in der Wirtschaft derart den Marsch bläst. Ein erstes leises verdächtiges Glucksen ertönte, und plötzlich brach die ganze Runde in schallendes Gelächter aus. Riley haute sich vor Lachen sogar auf die Schenkel. Schadenfroh wurde McLeon auf die Schulter geklopft „Die hat es dir aber gezeigt, was, Henry?“ - „Grandiose Ansprache, Mrs Malfoy. - Haben Sie schon mal überlegt, selbst in der Wirtschaft tätig zu werden? - Sie haben ein gutes Gespür für die richtigen Worte“, hieß es plötzlich von mehreren Seiten meiner Berater aus. Offenbar hatte Narcissa sich gerade ein paar Freunde gemacht, dadurch, dass sie dem besserwisserischen McLeon eins reingewürgt hatte. Schließlich gab es unter ihnen keinen, der sich noch keinen Spruch von McLeon hatte anhören müssen. Der Einzige, der sich nicht amüsierte, war der Heruntergeputzte, McLeon selbst. Er zog ein Gesicht, als hätte gerade das Rotkehlchen den Geier überflügelt, und steckte sich entgegen jeglicher Tischmanieren eine Zigarette an, um die Schmach besser zu verkraften. „Auf die Schlagfertigkeit von Mrs Malfoy – Auf Lucius' charmante Ehefrau!“, hieß es plötzlich und die Gläser wurden erhoben und es wurde lautstark auf Narcissa angestoßen. Ich stieß einen anerkennenden Pfiff aus. „Die hast du aber schwer beeindruckt“, wisperte ich zärtlich in Narcissas Ohr.

Es war richtig niedlich, wie Narcissa mich gerade anhimmelte. Bellatrix sah das wohl anders. „Fehlen nur noch die Herzchenaugen und die Schnulze ist perfekt“, brummelte sie in ihre Serviette. Bei Narcissas Ermahnung verstummte sie jedoch abrupt und setzte ein entschuldigendes Gesicht auf. Ihre Worte sollten eigentlich mich treffen – ihre Schwester zu verletzen war nie geplant gewesen. Sie öffnete schon den Mund, um das allseits bekannte Argument zu bringen, sie wolle Narcissa nur davor bewahren, einen schrecklichen Fehler zu begehen und sich ihr Leben zu ruinieren, als sie wohl auch registrierte, dass es dazu bereits zu spät war. Wir waren verheiratet; sie hatte mit ihrer Taktik, Zwietracht zwischen uns zu säen, keinen Erfolg gehabt. Schwer seufzte sie. „Ich bin nun mal deine große Schwester und damit ist es meine Pflicht, einen etwas kritischeren Blick auf deine Entscheidungen zu haben“, schlug sie einen versöhnlichen Ton an. Mit Narcissa streiten wollte sie dann doch nicht. Der Blick, den sie mir hinter Narcissas Rücken zuwarf, war umso giftiger. Er bedeutete „Dafür wirst du büßen. Deinetwegen ist Narcissa böse auf mich.“ In Schuldabwälzungen war sie wirklich eine Meisterin. Kurz darauf wandte sie sich an den verunglimpften McLeon: „Sagen Sie, sind Sie auch als Anwalt tätig? Unter welchen Voraussetzungen kann man eine Ehe eigentlich annullieren?“ Ich verdrehte innerlich die Augen. Wenn das Bellatrix' neue Taktik war, dann Mahlzeit.

Zeitgleich zu Narcissas Ausspruch beschloss auch ich, uns unserer lieben Nerven willen der Situation zu entziehen. „Es wird gleich dunkel werden, das bedeutet, es ist Zeit für unseren Hochzeitstanz“, lächelte ich Narcissa zärtlich an und war um den Vorwand, gemeinsam mit meiner Ehefrau die Tafel verlassen zu können, dankbar. „Sie entschuldigen uns bitte?“, sprach ich an die Runde gewandt, reichte Narcissa die Hand und führte sie von in Richtung See. „Ich weiß nicht, wer schlimmer ist – meine Berater oder Bellatrix. Die schenken sich nichts in Sachen Geschmacklosigkeit“, hatte ich irgendwie das Bedürfnis, mich bei Narcissa zu entschuldigen. „Aber du brauchst dich nicht sorgen, dass ich diesen Beratern aus der Hand fressen würde. Ich widerspreche denen auch mindestens zwanzig Mal am Tag. Die sind Widerworte also schon gewohnt und dafür, dass ich mich meistens auf deren Niveau herabbegebe und ausfallend werde, hast du für dein diplomatisches Statement auch alle Sympathiepunkte geerntet.“

Gleich hinter den letzten Tischen erstreckte sich der kleine zugefrorene See Malfoy Manors. Ich führte Narcissa an den Rand des Sees, fasste ihre Hand und sicherte mir die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hochzeitsgäste. „Diesen ganz besonderen Tanz schenke ich dir, Narcissa.“ Rund um den See flammten bunte Lichter und in den Bäumen hängende Laternen auf, die sich im dunkler werdenden Abendhimmel auf der Eisfläche des Sees spiegelten. Ich zog Narcissa zur Eisfläche, wirkte einen Zauber, der unter unseren Schuhen Schlittschuhkufen sprießen ließ und führte Narcissa aufs Eis. Ein Streichquartett begann eine liebliche Musik zu spielen. „Vertrau mir, ich führe dich übers Eis“, raunte ich Narcissa zu, bevor ich unseren Eistanz eröffnete. Wir begannen eng aneinandergeschmiegt wie bei einem Walzer. Eine Hand lag auf ihrer Hüfte, die andere hielt ihren Arm. Nun kam es auf Narcissa an, wie sicher sie sich auf dem Eis fühlte, ob wir bei diesem langsamen Tanz bleiben oder das Tempo steigern würden. Für den Anfang hielt ich sie ganz, ganz fest.
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18

Samstag, 18. Februar 2017, 11:24

Narcissa:

Eigentlich war ich fest davon ausgegangen, dass Lucius mich für meine Worte rügen würde. Ich wusste, dass eine Ehefrau keinesfalls vorlaut sein sollte, aber dieser McLeon hatte mich so sehr gereizt, sodass ich es garnicht mehr ausgehalten hatte. Ich hasste solche Leute, die glaubten alles bestimmen zu können und alles zu wissen. Sie waren mir zuwider und das sollten sie ruhig merken. Als es am Tisch still wurde, schämte ich mich für meine Worte, wusste aber, dass ich sie keinesfalls zurücknehmen würde. Wer war ich denn, wenn ich mir eingestand einen Fehler gemacht zu haben? Nein, ich würde mir treu bleiben und wenn ich mit dieser Haltung baden gehen würde, dann war es so. Stattdessen jedoch hörte ich überraschenderweise wie jemand anfing zu klatschen und andere es ihm nachmachten. Als dann auch noch auf mich angestoßen wurde, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ich freute mich, dass meine Art anscheinend doch ziemlich gut angekommen war. „Nun, vielleicht sollte ich Lucius wirklich tatkräftig in seinen Geschäften unterstützen“, meinte ich auch schmunzelnd und kicherte kurz, als Lucius mir etwas ins Ohr flüsterte.

Wütend starrte ich Bellatrix an. „Schon klar. Aber nun ist es zu spät. Ich habe Lucius geheiratet und möchte, dass du es auch akzeptierst. Denn sowas sollte eine gute große Schwester auch tun können!“, meinte ich leicht beleidigt. Es belastete mich, dass Bellatrix unsere Hochzeit nicht einfach genießen konnte wie alle anderen Gäste. Als sie dann noch darauf zu sprechen kam wie man eine Hochzeit annullieren könne, schüttelte ich entsetzt den Kopf. „Bellatrix, du musst nichts annullieren können, was du überhaupt nicht hast!“, erklärte ich ihr wie einem kleinen Kind und seufzte leise. Diese Frau würde mich noch um den Verstand bringen. Ich konnte nicht garantieren, dass sie diesen Tag überleben würde.

Umso erleichterter war ich als Lucius mit mir zur Tanzfläche ging, die ich bis dato noch nicht entdeckt hatte. Als er mit mir dann aber zum See ging, schluckte ich und konnte mich kaum auf seine Worte konzentrieren. „Ja, ich weiß nicht… Bellatrix würde wunderbar zu McLeon passen. Sie ist so ein Biest und weiß nicht, wann sie verloren hat. Ständig versucht sie noch etwas ihrer Meinung nach zu retten und nervt damit einfach nur. Es tut mir wirklich leid, wenn sie dir dadurch die Hochzeit versaut, Lucius. Das liegt wirklich nicht in meinem Interesse, glaub mir“, versicherte ich ihm und seufzte leise. Ja, es war nicht schön für mich, dass Bellatrix so intrigierte und einfach nicht nachdachte. Sie tat mir damit weh und genoss es anscheinend sogar noch. Wie dumm musste ein Mensch eigentlich sein? Sie sah doch, dass ich glücklich war, musste sie mir das kaputt machen wollen?

Als wir direkt vorm See stehen blieben schüttelte ich leicht den Kopf. Ich war eine gute Tänzerin, aber ich wusste nicht, ob ich mich auf dem Eis halten konnte. Es würde doch lächerlich aussehen und Bellatrix würde ihren Spaß haben. „Lucius, was soll das?“, zischte ich unsicher. Ich hatte mich den ganzen Tag lang schon auf den Hochzeitstanz gefreut, aber in meinen Träumen war ich dabei nicht über Eis gerutscht. Unsicher sah ich zu ihm hoch und fühlte mich etwas verraten. Dennoch setzte ich ein Lächeln auf und fing an mit ihm langsam zu tanzen und –oh Wunder- ich merkte, dass es gar nicht so schwer war. Ich konnte mich gut auf dem Eis halten und fing langsam an mich wohlzufühlen. Sogar der Hochzeitstanz war ihm also gelungen. „Das ist wundervoll“, wisperte ich Lucius zu und tanzte weiterhin mit ihm. Die begeisterten Ausrufe der Gäste nahm ich nur am Rande mit. Stattdessen sah ich nur zu Lucius und ließ mich fallen. Ich wusste, dass er mich niemals loslassen würde und war für dieses Wissen so dankbar.
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19

Mittwoch, 22. Februar 2017, 06:22

Ich finde die FF echt gut gelungen
Zeigt die Malfoys mal von ner seite, von der ich sie noch nie gesehen hab.
Für das größere Wohl