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planternol

Magische Legende

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Freitag, 11. November 2016, 11:11

Zum Thema Vorhersagbarkeit:
Nein, das war nicht vorherzusehen. Das einzige, was vorherzusehen war, dass es sich zwischen Trump und Clinton entscheidet, und zwar schon zu einem frühen Zeitpunkt der Vorwahlen. Aber wer von beiden am Ende Präsident wird, war bis zuletzt völlig offen in meinen Augen. Dass Umfragen nach klassischen Methoden im Zeitalter des Populismus eine große Ungenauigkeit haben können, wusste man spätestens nach dem Brexit, den keiner hatte kommen sehen. Deswegen habe ich ja auch die Nacht vorm Fernseher verbracht, weil einfach alles möglich war.

Klimawandel: Ja, das macht mir auch Angst. Für teures Geld (Stichwort EEG Umlage) und mit hohem Aufwand will Deutschland noch ein paar Prozente der Co2-Emission einsparen, aber das bringt alles nicht wirklich was, wenn die größten Länder der Erde da strategisch nicht mitziehen. Wie dumm dass sich auch noch in Florida, ein Land das mit als erstes absaufen wird, eine knappe Mehrheit für Trump entscheidet. Und wie dumm, dass sie sich 2000 für Busch entschieden haben... Wäre Gore damals Präsident geworden, hätten wir damals einen absolut überzeugten Klimaschutzkämpfer im wichtigsten Amt der Welt gehabt.

Minderheiten: Nein, ich würde als ethnische Minderheit auch nicht gern unter Trump in den USA leben wollen. Verwunderlich, dass sich immer noch ein Drittel der hispanischen Männer für Trump entschieden haben. Auch unter den Schwarzen schnitt Hillary deutlich schlechter ab als 2012 Obama.

Freihandel: TTIP in der zuletzt von den Amerikanern abgestrebten Form hätte ich auch nicht gut geheißen, aber ich finde es befremdlich, dass Trump Handelsabkommen gänzlich ablehnt. Freier Handel, wenn er denn fair geregelt ist, ist nämlich gut für alle Seiten. Ich bin ja dermaßen froh, dass wenigstens CETA durchgekommen ist und ich hoffe noch mehr, dass es ein Erfolg wird und später als Vorbild taugt.

Eignung der Kandidaten: Hier hat berti schon sehr viel richtiges gesagt, vor allem dass die mangelnde politische Erfahrung von Trump ein echtes Problem sein könnte. Was der Baron schreibt, finde ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehbar.

Zitat

Wieso stufst du die Entscheidung als unverständlich ein? Hillary Clinton war definitiv keine bessere Kandidatin als Trump. Hier war die Frage nur welchen von zwei miesen Kandidaten man wählt. Dass dann der unverdächtige Polit-Neuling die Chance bekommt finde ich nicht besonders verwunderlich. Es gab eben mehr Wähler, die die Schnauze voll vom Establishment hatten, als jene die Angst/Wut auf Trump verspürten (Schwarze, Frauen etc.)
[...]
Nochmal zurück zu Trump: Das größte Problem ist schlicht, dass im Vorfeld die EU-Staaten (allen voran Deutschland) Trump als das Böse dargestellt haben. Wenn der Deutsche Außenminister jetzt mit einem Präsident arbeiten muss, den er zuvor als Hassprediger bezeichnet hat, dann ist das problematisch.

Klarer Widerspruch hier von meiner Seite: Hillary war definitiv die viel bessere Kandidatin als Trump!!! Sie hat unglaublich viel politische Erfahrung, hat die ganze Partei geeint hinter sich und hat in der Vergangenheit immer klare Linie bewiesen. Und vor allem hat sie gezeigt, dass es ihr im Gegensatz zu Trump nicht in erster Linie um sich selbst geht, sondern um das Land! 2008 wurde sie in den Vorwahlen noch von Obama abgefangen... und ist sich trotzdem nicht zu schade, dann eben als Außenministerin zu dienen. Die ursprüngliche Idee von Obamacare kam auch von ihr, also im Sinne dass die demokratische Partei dieses Ziel verfolgte.
Trump dagegen ist nicht nur schlimm, weil er konsequent herumpöbelt und Minderheiten beleidigt und bedroht. In der Politik, Gesellschaft und Ethik gibt es oft kein richtig und falsch und nicht alle teilen ein modernes und liberales Weltbild. Müssen sie auch nicht. Aber Trump erzählt in hohem Maße nachweislich falsche Fakten, und das nicht zu knapp! Er verdreht einfach völlig die Realitäten, genau wie es Erdogan und Putin tun. UNd er missachtet Grundwerte der Verfassung. Es ist mir wirklich unbegreiflich, wieso sich so viele Wähler dann trotzdem Trump anschließen und nicht Hillary, auch wenn deren Politikstil zugegebenermaßen etwas aus der Zeit gefallen scheint.

Thema AfD: Hier bin ich eher beim Baron. Es ist zwar unerfreulich, wenn die AfD zweistellig in den Bundestag einzieht, aber irgendwie auch die logische Konsequenz aus dem völligen Versagen der Berliner Politik in manchen Fragen, allen voran der Flüchtlingspolitik seit 2015. Die CSU kann man ja nunmal leider nur in Bayern wählen. Momentan befürchte ich aber nicht, dass die AfD irgendwann was zu sagen haben hierzulande. Da schmerzen die verlorenen Steuergelder für diese Partei noch am meisten.

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »planternol« (11. November 2016, 11:38)


Grashüpfer

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Freitag, 11. November 2016, 11:50

das Einziehen der AfD ist einfach auch eine Möglichkeit, Protest gegen die jetzige Politik auszudrücken.
Früher, als alle Parteien, auch die SPD ein ganzes Stück konservativer, also politisch "rechter" waren, war es ein Bruch, ein Protestschrei, links zu wählen. Die Linke war keine Koalitionsoption vor Jahren. Man sprach nicht mal mit ihnen, sie waren ein No-go.
Jetzt gehören sie zum Politikbetrieb wie alle anderen. Und die etablierten Parteien sind aus ihrer konservativen Verortung jedes Jahr ein wenig mehr links gerutscht, so links, dass sich viele Wähler in ihrer konservativen Meinung nicht mehr vertreten fühlen.
Strauß sagte mal: „Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben!“
das hat sich geändert.
So dass die AfD gleich zwei Wählerarten anzieht.
Die Protestwähler, die endlich mal gegen "die da oben" ein Zeichen setzen können und die konservativen, die sich in der CDU/CSU nicht mehr vertreten fühlen.
Seltsam, wie groß die Illusion ist, dass Schönes auch gut ist (Tolstoi)

Majee

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Freitag, 11. November 2016, 13:06

In einem Land, in dem man entweder Demokrat oder Republikaner ist und es nichts sonst gibt, ist das auch nicht anders möglich.

Die Kandidaten der anderen Parteien erreichten zusammen etwa 4,8%. Bei dem Wahlsystem haben kleinere Parteien halt auch kaum eine Chance groß zu werden. Würde man das US-System auf Deutschland anwenden hätten wir auch plötzlich wieder ein Zweiparteiensystem. Wäre der Bundeskanzler bei der letzten Bundestagswahl per Wahlmänner gewählt worden, hätte Steinbrück die Wahlmänner von Bremen und Hamburg erhalten, Merkel hätte die Wahlmänner der restlichen 14 Länder erhalten.
Wenn der Bundestag nach Schema des Repräsentantenhauses gewählt würde, hätte die Union mehr als 3/4 der Sitze (78,9%), die SPD 19,4% der Sitze und Linke und Grüne kämen zusammen auf nur ca. 1,7% der Sitze.
Das Wahlsystem schafft klare, stabile Verhältnisse, aber gerecht ist es meiner Meinung nach nicht. Clinton hatte mehr Stimmen als Trump, trotzdem hat der Rpublikaner haushoch gewonnen. Einen ähnlichen Wahlausgang gab es 2000, ebenfalls zu Lasten der Demokraten. Ich bin froh, dass wir in Deutschland ein System haben das ermöglicht, dass wir inzwischen relativ viele Parteien haben und so unseren Wählerwillen differenzierter ausdrücken können. Und wenn hier die Union einen deutsche Trump gegen eine SPD-Clinton antreten lassen würden, hätten wir immernoch die Grünen, die eine realistische Alternative anbieten könnten.

Lucky Queen

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Freitag, 11. November 2016, 13:27

Ich finde den Beitrag vom Blutigen Baron übrigens sehr gut, entspricht meiner Meinung.

Die AfD wird in den Bundestag einziehen, das ist Fakt und zwar, wie ich vermute, mit einem guten zweistelligen Ergebnis. Dann müssen die anderen Parteien einsehen, dass die Enttäuschung über die jahrelange Tatenlosigkeit nicht mehr zu ignorieren ist. Da kann die heute-Show noch so sehr versuchen sich über die AfD lustig zu machen. Es ist dann eine demokratisch gewählte Partei. Abgeordnete der Linken wurde vom Verfassungsschutz überwacht, das hat man wieder vergessen...kann man überall nachlesen.
Den Umfragen kann man nicht glauben, weil ein AfD-Wähler (und nicht alle sind grölende glatzköpfige Analphabeten...) in Umfragen eben stattdessen mit der CDU antwortet, weil er ansonsten sofort für einen Nazi gehalten wird. Deswegen wird die nächste Wahl ein Schock für die Volksparteien.

Trump ist keine Intelligenzbestie, er ist nicht mal sonderlich gut erzogen, aber er hat Arbeitsplätze versprochen und die Rückbesinnung auf das Amerika, wie es mal war. Kein falscher Gedanke, insbesondere die weiße Schicht hat zu viele Arbeitsplätze verloren und die Lücke zwischen Reich und Arm ist in den USA nochmal krasser als in Deutschland. Das Land hat weit mehr zu verkraften als wir. Hillary Clinton halte ich für eine der schlechtesten Kandidaten der Demokraten seit...also Clinton wäre auch keine gute Wahl gewesen, das ist so. Ihre Partei hat sie auch nicht geeint, nein, sie ist auch über Leichen gegangen. Nach ihrem Wahlsieg hätte sie Sanders viele Zugeständnisse machen müssen, wenn er sie hätte unterstützen sollen: Mindestlohn etc., er ist ja linker als sie.
Bernie Sanders hätte ohne Probleme gegen Trump gewonnen, und sie hat's vergeigt. Das muss man erst mal schaffen.

Trumps Pläne, die Militärstützpunkte außerhalb der USA abzubauen, sind gut (ich hab mich immer gefragt, warum die ganzen Amerikaner in Stuttgart eingezäunt leben und zwar in den besten Wohngegenden). TTIP will er auch nicht, finde ich super. Nach 4 Jahren wird er sowieso nicht wiedergewählt, wenn er sich dumm anstellt, und dann können die ganzen Klimapläne wieder aufgenommen werden, gar kein Problem. Ich bin jedoch der Meinung, dass Trump zwar menschlich nicht für das Amt geeignet ist, seine Ideen im Kern vielen gefallen haben. Er wurde demokratisch gewählt, er ist zu akzeptieren und ich glaube, er wird nicht so schlimm sein wie viele vermuten.

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Wo bist du nur gewesen all die wundervollen Jahre,
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Jetzt schwebst du aus dem Nichts in mein verdrehtes Leben
und fühlst dich dabei an, als hätt's dich immer schon gegeben.

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Majee

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Freitag, 11. November 2016, 15:34

Den Umfragen kann man nicht glauben, weil ein AfD-Wähler (und nicht alle sind grölende glatzköpfige Analphabeten...) in Umfragen eben stattdessen mit der CDU antwortet, weil er ansonsten sofort für einen Nazi gehalten wird. Deswegen wird die nächste Wahl ein Schock für die Volksparteien.

Das war bei der Wahl in Sachsen-Anhalt so, bei der letzen Landtagswahl (Berlin) wurde der AfD-Wert aber sehr genau geschätzt von den Umfrageinstituten. Bei der vorletzten Wahl (MV) wurde er in den Umfragen sogar leicht überschätzt.




Ich glaube auch nicht, dass Trump wirklich so schlimm wird, wie es im Wahlkampf schien, aber das will nicht viel heißen. Trump ist ein eiskalter Geschäftsmann ohne Rücksicht auf Verluste oder moralischem Gewissen. Er will seine Firmen auch nicht in neutrale Hände geben, sondern übergibt sie seinen Kindern. Firmen, die teils international tätig sind und von Aufträgen anderer Staaten profitieren. (Daher wohl auch seine Russland-freundliche Einstellung) Ein Krieg ist mit Trump wohl nicht zu warten - nicht weil er so ein friedfertiger Mensch wäre, sondern weil es geschäftsschädigend wäre. Andererseits könnte es zu einem Ausverkauf westlicher Werte kommen. Er wird wahrscheinlich ein Präsident sein, dem es relativ egal ist, ob in anderen Ländern Menschenrechtsverletzungen stattfinden, solange das die amerikanische Wirtschaft nicht negativ beeinflusst. Die USA haben in der Vergangenheit gerne so ein bisschen "Das Gewissen der Welt" gespielt/übernommen - mal mehr, mal weniger glücklich. Diese Rolle wird in Zukunft dann wohl uns Europäern zufallen. Wir werden die Wahl haben - verschließen wir unsere Augen vor den Ungerechtigkeiten dieser Welt und konzentrieren uns auf unsere wirtschaftlichen Beziehungen, oder übernehmen wir Verantwortung dafür Menschen zu helfen, die ohne uns keine Hilfe zu erwarten haben.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Majee« (11. November 2016, 21:03)


Sluggy

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Freitag, 11. November 2016, 19:14

@Lucky Queen, also, dass Trump dann nach vier Jahren nicht wieder gewählt wird, halte ich jetzt für eine gewagte These. Ich mein, es hat ja auch niemand damit gerechnet, dass er jetzt gewählt wird.
Mir wäre Clinton lieber gewesen, denn die kann man wenigstens einschätzen. Dass sie alles so gemacht hätte, wie wir es gern hätten, glaube ich wiederum nicht. Auch bei ihr hätte Amerika ganz klar im Vordergrund gestanden.
:D 8) --knuddel--

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Dienstag, 15. November 2016, 15:32


Vor Trump einem demokratisch gewählten Präsidenten hat man Angst, dass er die Atombombe nutzt? Ist ja nicht so, dass weltweit auch Diktatoren den Finger am Knopf der Atombombe haben. Ihnen allen ist aber eines gemeinsam, keiner von denen ist dumm genug die Welt auszulöschen.

naja ... dass trump wirklich im wahrsten sinne des wortes einfach dumm ist, hat er ja mehr als oft genug bewiesen. außerdem legt er ja total wert auf die tatsache, dass er anders als alle anderen ist. dass er es anders macht als alle politiker und regierungschefs vor ihm. wenn er nun konsequent ist, müsste er das auch bei atomwaffen durchziehen. und er hat ja auch schon angekündigt den is von der landkarte zu bomben. zwei fliegen mit einer klappe geschlagen ...^^

Zitat

Was wäre denn so schlimm an einer Auflösung der NATO?
hast du freunde/bekannte, die in polen oder den baltischen staaten leben? frag die mal.

Zitat

Wenn der Deutsche Außenminister jetzt mit einem Präsident arbeiten muss, den er zuvor als Hassprediger bezeichnet hat, dann ist das problematisch.

muss er gar nicht. der wird ja wenige tage später selbst zum bundespräsidenten gewählt. --wink--
aber abgesehen davon: wenn man einen hassprediger konsequenterweise auch als solchen bezeichnet, ist das ganz sicher kein problem. im gegenteil, wenn man das nicht tun würde, hätte man ein problem.

und du wirst jetzt ja wohl kaum behaupten, dass trump in seinen reden keinen hass geschürt hat, sondern dass er eine botschaft der liebe und toleranz an seine wähler weitergetragen hat .... --biggrin--

obwohl ... vielleicht wirst du das doch behaupten ... immerhin behauptest du auch das hier:

Zitat

Dass dann der unverdächtige Polit-Neuling die Chance bekommt finde ich nicht besonders verwunderlich.

unverdächtig? mit dieser bezeichnung für trump diskreditierst du dich selbst so stark, dass es eigentlich überflüssig ist darauf weiter einzugehen. ich tus trotzdem^^
sorry, aber jemand der vor anderen menschen damit angibt, dass er zig frauen sexuell belästigt (er gibt eine straftat nicht nur zu, sondern prahlt auch noch damit), ist alles andere als unverdächtig.


dann noch zur weiteren diskussion abseits des barons^^

thema hillary: es stimmt tatsächlich, dass clinton auch keine grandiose kandidatin war. hierin liegt sicherlich auch ein stück weit der sieg trumps begründet. clinton war wirklich nur das kleinere übel. sie ist halt definitiv eine kandidatin des establishments, man kann sie als kriegstreiberin bezeichnen und wahrscheinlich auch als korrupt. immerhin berreichert sie sich mit ihrer stiftung. das ist mindestens veruntreuung.
aber! und das ist ein sehr großes aber: sie war trotzdem noch meilenweit besser geeignet als trump.

thema demokratisch gewählter trump/demokratisch gewählte afd:
was ist denn das für ein qualitätsmerkmal? er ist demokratisch gewählt. macht das trump (oder die afd) auch nur einen deut besser? sind deren ansichten und einstellungen deshalb plötzlich weniger menschenverachtend? nein.
man darf halt auch nicht vergessen, dass viele diktatoren ihre diktatur demokratisch gewählt angefangen haben. bestes beispiel ist unser lieber adolf-nazi. der wurde 1933 ja auch demokratisch gewählt.


und dann noch einige worte zu luckys beitrag:

Zitat

Den Umfragen kann man nicht glauben, weil ein AfD-Wähler (und nicht alle sind grölende glatzköpfige Analphabeten...)

das stimmt! manche sind auch gröhlende analphabeten ohne glatze ...^^


Zitat

[...]
Rückbesinnung auf das Amerika, wie es mal war. Kein falscher Gedanke,
insbesondere die weiße Schicht hat zu viele Arbeitsplätze verloren [...]

was ist das denn für eine aussage? *am kopf kratz* --huh--

Zitat

Die AfD wird in den Bundestag einziehen, das ist Fakt und zwar, wie ich vermute, mit einem guten zweistelligen Ergebnis. Dann müssen die anderen Parteien einsehen, dass die Enttäuschung über die jahrelange Tatenlosigkeit nicht mehr zu ignorieren ist.

tatenlosigkeit ist tatsächlich jahrelang ein merkmal merkelscher politik gewesen. insofern könnte ich die enttäuschung sogar verstehen, wenn sie sich nicht ausgerechnet an der situation entzünden würde in der merkel ein einziges mal tatkraft bewiesen hat: als sie die flüchtlinge aus ungarn nach deutschland geholt hat.

noch viel wichtiger ist allerdings: unzufriedenheit mit einer regierung sollte man niemals mit einer protestwahl ausdrücken. wie dämlich ist es denn, einen haufen von idioten zu wählen, nur um der regierung eins auszuwischen? da schneidet man sich doch ins eigene fleisch, weil die idioten (in diesem fall die afd) positionen vertreten mit denen man selber viel schlechter leben wird.

da gibt es viel bessere wege. wenn man unzufrieden ist, kann man demonstrieren gehen und seinen unmut äußern. man kann zum beispiel leserbriefe schreiben oder am besten versuchen sich selbst politisch zu engagieren und es besser zu machen. da gibt es noch viele weitere wege.
aber bitte bitte blos nicht aus protest irgend einen dödel wählen!
Ich bin ein Ein-Finger-Tipper :D
und ich hab die Lizenz zum Spammen! 8)

Achja, und falls ihr noch Zeit habt schaut euch doch mal das hier an ;) :D

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »holland-berti« (15. November 2016, 15:39)


Der Blutige Baron

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Dienstag, 15. November 2016, 17:35

naja ... dass trump wirklich im wahrsten sinne des wortes einfach dumm ist, hat er ja mehr als oft genug bewiesen. außerdem legt er ja total wert auf die tatsache, dass er anders als alle anderen ist. dass er es anders macht als alle politiker und regierungschefs vor ihm. wenn er nun konsequent ist, müsste er das auch bei atomwaffen durchziehen. und er hat ja auch schon angekündigt den is von der landkarte zu bomben. zwei fliegen mit einer klappe geschlagen ...^^

Wow. Es gibt immer noch Leute, die einen Politiker beim Wort nehmen. Faszinierend. Nur vergisst du eins. Wenn du davon ausgehst, dass er tatsächlich nichts macht, was ein anderer Regierungschef machte, dann brauchst du vor der Atombombe keine Angst haben. Die wurde nämlich nicht von irgendeinem Regierungschef, sondern von Trumps Amtsvorgänger Harry S. Truman bereits genutzt. Kurzum: Wenn er es anders machen will, als die Leute vor ihm und man ihm das wirklich abkauft, dann darf er auch die Atombombe nicht nutzen.

hast du freunde/bekannte, die in polen oder den baltischen staaten leben? frag die mal.

Super der Frage ausgewichen.

aber abgesehen davon: wenn man einen hassprediger konsequenterweise auch als solchen bezeichnet, ist das ganz sicher kein problem.

Wenn man mit dem Hassprediger mindestens vier Jahrezusammenarbeiten soll/muss zum Wohle einer ganzen Nation, dann schon. Gerade wenn ein solcher Hassprediger im Amt ist.

unverdächtig? mit dieser bezeichnung für trump diskreditierst du dich selbst so stark, dass es eigentlich überflüssig ist darauf weiter einzugehen. ich tus trotzdem^^

Und wieder versuchst du auszuweichen. Trump ist unverdächtig auf politischer Ebene, dass er menschlich ein ziemlicher Arsch ist, hat er eindrucksvoll bewiesen. Ändert aber eben dennoch nix, dass er politisch unverdächtig war, was man von Hillary Clinton nunmal absolut nicht behaupten kann.

man darf halt auch nicht vergessen, dass viele diktatoren ihre diktatur demokratisch gewählt angefangen haben. bestes beispiel ist unser lieber adolf-nazi. der wurde 1933 ja auch demokratisch gewählt.

Da hättest du in Geschichte besser aufpassen soll. Die Reichstagswahl vom 5. März 1933, auf die sich die Regierung Hitler stützen konnte, war bereits nicht mehr demokratisch (Betätigung der linken Parteien eingeschränkt, führende Köpfe der Gegenparteien in "Schutzhaft" und SA-Terror). War nix mehr mit freier und demokratischer Wahl! Hitler kam über Hindenburg an die Macht und blieb an der Macht, weil er die Demokratie pervertierte.

da gibt es viel bessere wege. wenn man unzufrieden ist, kann man demonstrieren gehen und seinen unmut äußern. man kann zum beispiel leserbriefe schreiben oder am besten versuchen sich selb

Wow.
IIII I ∘ IIII IIII IIII I ∘ IIII IIII III

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Mittwoch, 16. November 2016, 12:32

(Tschuldigung, Leserbriefe. Geile Idee. Das ändert sicher alles.)
Deswegen wurde Pegida gegründet. Genau das was du meintest ^^

Und wenn du wüsstest, wie viele AfD-Wähler ich im akademischen ach so korrekten Umfeld habe --rolleyes--
Aber sobald man was gegen die Flüchtlingspolitik sagt wird man als Nazi hingestellt --thumbsup--
Deswegen wählt man die AfD. Da kriegt es niemand mit, wo man sein Kreuzchen gemacht hat, weil die Wahl geheim ist.

Ach ja: ich werde sie nicht wählen, bevor sich hier jemand aufregt ;) ^^

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Mittwoch, 16. November 2016, 13:30

(Tschuldigung, Leserbriefe. Geile Idee. Das ändert sicher alles.)


Immerhin ist es eine bessere Idee als über alles zu jammern und selbst nichts aktiv dafür zu machen, dass sich etwas ändert. Außerdem war das nur der Anfang von Bertis Aufzählung.


Deswegen wurde Pegida gegründet. Genau das was du meintest ^^

Das ändert leider nichts an den Inhalten von Pegida. Allein beim Namen dieser Vereinigung möchte ich schon meinen Kopf gegen die Wand hauen.


Aber sobald man was gegen die Flüchtlingspolitik sagt wird man als Nazi hingestellt --thumbsup--
Deswegen wählt man die AfD. Da kriegt es niemand mit, wo man sein Kreuzchen gemacht hat, weil die Wahl geheim ist.

Das stimmt nicht zwangsweise. Es kommt darauf an, wie man Kritik übt. Und vor allem, ob man den Flüchtlingen/Muslimen an allem die Schuld gibt oder seine Meinung differenziert äußert. Man muss ja nicht mit allem zufrieden sein, was die Regierung macht. Trotzdem hilft es gelegentlich nachzudenken, bevor man anderen Leuten die Schuld am eigenen Zustand gibt. Im Bezug auf die Flüchtlinge schwingt leider viel Neid mit und auch ne Menge Rassismus. Und sowas machen Nazis nunmal^^
Dass die AfD irgendwas zum Guten ändern würde, ist zwar ein netter Gedanke, aber einfach völlig realitätsfern. Wenn man sich deren Parteiprogramm durchliest, merkt man, dass sie eigentlich nichts anderes wollen als die Islamisten, die sie bekämpfen. Und wenn dann ein Kapitel mit der Überschrift "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" im Programm vorkommt, dann sagt mir das auch alles. Das kann man sich ja als überzeugtet AfDler wünschen, widerspricht trotzdem der Realität.
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Mittwoch, 16. November 2016, 13:40

Aber sobald man was gegen die Flüchtlingspolitik sagt wird man als Nazi hingestellt

Naja, bei manchen Leuten hat man den Eindruck, dass ihnen die Flüchtlinge eigentlich ganz egal sind; dass sie sich nicht in deren Lage hineinversetzen. Da kommen Menschen, die was weiß ich alles Schlimmes hinter sich haben, und diese (dt.) Leute sitzen gemütlich auf dem Sofa vor dem Fernseher und denken sich: Die Leute da sehen anders aus als wir, sprechen anders als wir, haben eine andere Kultur -> die passen nicht hier her, sorgen bestimmt für Probleme, werden besser behandelt als manch Inländer -> Die will ich hier nicht haben; wo sie bleiben ist mir egal, Hauptsache nicht hier.

Was von Seiten AfD und PEGIDA fehlt, sind Vorschläge und Kompromisse, die auch das Wohl der Flüchtlinge berücksichtigen.

Der Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) arbeitet gerade an einer Lösung zur Bekämpfung der Fluchtursachen mit einer Art Marshall-Plan für Afrika in Höhe von mehreren Milliarden Euro. (http://www.br.de/nachrichten/entwicklung…afrika-100.html) Das halte ich für eine gute Idee, wenn es auch eine Idee ist, die Zeit braucht um zu wirken.

Ideen dieser Art würde ich mir auch von AfD und PEGIDA wünschen, um sie ernst nehmen zu können.

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Mittwoch, 16. November 2016, 13:45

ich bin weder für PEGIDA noch für AfD
aber von einer Protestbewegung zu Erwarten, dass sie einen Vorschlag unterbreiten, wie die Nahostkrise und die Kriege in Syrien und Afghanistan zu lösen sind, halte ich für ein bisschen viel verlangt

es gibt ja auch jede Menge Leute, die gegen das Atomendlager in Gorleben demonstriert haben
von denen hat niemand einen Alternativvorschlag für ein passendes Endlager verlangt
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Der Blutige Baron

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Mittwoch, 16. November 2016, 14:15

Immerhin ist es eine bessere Idee als über alles zu jammern und selbst nichts aktiv dafür zu machen, dass sich etwas ändert. Außerdem war das nur der Anfang von Bertis Aufzählung.

Sorry, das so direkt zu sagen, aber zu sagen durch Leserbriefe und Demos ändert sich was ist an Naivität nicht zu überbieten. Vor Allem, wenn man sich ansieht, gegen was so alles in letzter Zeit demonstriert wurde und was es gebracht hat. Beispielhaft sei da mal TTIP und CETA genannt, vor ersterem rettet uns nun ein gescholtener, rassistischer und frauenfeindlicher President-Elect der USA, vor zweiterem in gewissen Maße das BVerfG. Soviel zu Demonstrieren hilft. Für legitime Anliegen von PEGIDA, die sich in dem Sumpf aus menschenverächtendem Müll finden lassen gibt es auch Null Beachtung.

Außerdem ist es ohnehin fragwürdig die Aussage zu tätigen, man solle nicht durch das ureigenste demokratische Mittel überhaupt (der Wahl) seinen Willen zu erreichen versuchen, sondern durch "Ersatzmittel" wie Demonstrationen und Leserbriefe etc. Schon allein das beißt sich mit meinem Verständnis von Demokratie.
IIII I ∘ IIII IIII IIII I ∘ IIII IIII III

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Mittwoch, 16. November 2016, 14:49

Immerhin ist es eine bessere Idee als über alles zu jammern und selbst nichts aktiv dafür zu machen, dass sich etwas ändert. Außerdem war das nur der Anfang von Bertis Aufzählung.

Sorry, das so direkt zu sagen, aber zu sagen durch Leserbriefe und Demos ändert sich was ist an Naivität nicht zu überbieten.

Ich habe auch nicht gesagt, dass man durch sowas die Welt verbessern kann. Trotzdem ist es immer noch besser als gar nichts zu tun. Leserbriefe bringen wahrscheinlich fast nichts. Demonstrationen können durchaus etwas bewirken. Nur weil es bei manchen Demonstrationen nicht klappt, heißt das nicht, dass sie völlig sinnlos sind. Finde ich ehrlich gesagt etwas kurz gedacht.

Außerdem ist es ohnehin fragwürdig die Aussage zu tätigen, man solle nicht durch das ureigenste demokratische Mittel überhaupt (der Wahl) seinen Willen zu erreichen versuchen, sondern durch "Ersatzmittel" wie Demonstrationen und Leserbriefe etc. Schon allein das beißt sich mit meinem Verständnis von Demokratie.

Es kann jeder mit der Wahl seinen Willen versuchen zu erreichen, dafür ist die ja da und dafür gibt's so viele Parteien. Deshalb kann ich's ja trotzdem bescheuert finden, wenn Leute aus Protest eine Partei wählen, die ihre eigene Situation im Zweifelsfall verschlechtern würde. Und alles nur, um den aktuellen Parteien eins auszuwischen. Das ist wie mit der Meinungsfreiheit: Jeder kann meinetwegen seine eigene Meinung haben. Wenn sie unreflektiert ist und man merkt, dass derjenige sich nicht informiert hat, kann ich ihm dennoch sagen, dass ich seine Meinung für bescheuert halte.
Es mag sicherlich nicht alles gut in Deutschland laufen und ich habe auch so einige Kritikpunkte, dennoch geht es uns auch politisch im Vergleich zu vielen anderen Ländern wirklich gut. Meistens neigen jedoch die Menschen, deren Leben nicht so toll läuft, dazu, anderen Leuten grundsätzlich die Schuld daran zu geben. Und im Zweifelsfall ist es eben die Regierung. Die Leute, die jetzt über alles meckern und aus Protest AfD wählen, wären auch gegen jede andere Regierung, einfach weil sie können. Das Problem liegt meiner Meinung nach jedenfalls nicht nur in der Politik, sondern vorrangig bei den Menschen selbst.
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Mittwoch, 16. November 2016, 15:07

ich bin weder für PEGIDA noch für AfD
aber von einer Protestbewegung zu Erwarten, dass sie einen Vorschlag unterbreiten, wie die Nahostkrise und die Kriege in Syrien und Afghanistan zu lösen sind, halte ich für ein bisschen viel verlangt

es gibt ja auch jede Menge Leute, die gegen das Atomendlager in Gorleben demonstriert haben
von denen hat niemand einen Alternativvorschlag für ein passendes Endlager verlangt


Es geht mir primär darum, dass man sich auch in die andere Seite hineinversetzt. Und wenn man keine Lösung für die Nahostkrise oder den Krieg in Syrien hat (was völlig legitim ist), muss man nach einer machbaren Lösung/Kompromiss suchen, bei dem auch das Wohl der Flüchtlinge berücksichtigt wird. Die AfD ist immerhin eine Partei, deren Blick etwas über den Tellerrand hinaus reichen sollte.

Die Protestierenden in Gorleben waren zum einen generelle Gegner der Atomenergie, zum anderen Leute, denen schon mal geholfen gewesen wäre, wenn man bundesweit nach anderen Orten gesucht hätte, die vlt. weniger Leute gestört hätten. Das kann man m.M. nach nicht direkt vergleichen.

holland-berti

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Donnerstag, 17. November 2016, 01:10

also leute ... wo hab ich denn gesagt, dass leserbriefe was nutzen?^^ ich hab selbst lange genug als redakteuer in einer zeitungsredaktion gearbeitet, um dieses thema realistisch einschätzen zu können. von all den leserbriefen, die ich bearbeitet hab, waren 95 % das papier nicht wert auf denen sie aus reiner kundenbindungsstrategie dennoch gedruckt wurden. rund 4 % waren tatsächlich lesenswert und haben die zeitung sinnvoll ergänzt. und 1 prozent hat tatsächlich was bewirkt. ich erinnerre mich zum beispiel an ein denkmalgeschütztes gebäude, was nicht abgerissen wurde, weil ein leserbrief aus unserer zeitung auf die thematik aufmerksam gemacht hat. aber wie auch immer. leserbriefen nutzen selten bis nie was. schon gar nicht auf der ganz großen politischen bühne. das ist klar^^

aber das hab ich ja auch nie behauptet. ich hab das nur als politische aktivität oder als frustabbau empfohlen, wenn man mit der regierung unzufrieden ist. alternativ kann der moderne mensch von heute auch in ein internet-forum schreiben.^^

wem das nicht reicht, der kann tatsächlich demonstrieren gehen. da ist der nutzen auch nicht immer hoch, aber schon wesentlich höher als beim leserbrief/forumseintrag. nicht zuletzt wir in deutschland müssen uns nur an das jahr 1989 erinnern, um zu sehen wie machtvoll friedliche demonstrationen sein können. oder ham die montagsdemos in der ddr nichts genutzt?
das beispiel ist verstaubt weil fast 30 jahre her? gut, dann schauen wir auf den arabischen frühling. haben dort die demonstrationenen auch nichts bewirkt? das kann man wirklich nicht sagen. die auswirkungen waren relativ positiv (tunesien) bis absolut katastrophal (syrien), aber bewirkt haben diese demonstrationen einiges.

und wem das immer noch zu wirkungslos ist, dem hilft mein dritter vorschlag weiter. selbst politisch aktiv werden. das ist ganz einfach, denn jede politische partei freut sich über neue mitglieder. und zumindest in der lokalpolitik, kann man auch relativ schnell sehr konkrete dinge bewirken. also nur mut, wer unzufrieden ist, soll es besser machen.

diese drei vorschläge sollen natürlich niemanden davon abhalten wählen zu gehen. das wäre schlimm. sie sollen nur davon abhalten aus reinem protest eine partei zu wählen, deren ziele eigentlich niemanden etwas bringen und die einem selbst eigentlich auch gar nicht entsprechen.

um das ganz klar zu sagen: nicht zu wählen ist fast noch schlimmer als afd zu wählen. also. geht bei den nächsten wahlen wählen leute! wählt was immer eurer gesinnung entspricht. wählt von mir aus die tieraschutzpartei, die partei bibeltreuer christen, die fdp oder sonst irgendeine splitterpartei, wenn euch die großen parteien nicht zusagen, aber wählt keine populisten der afd, die neben menschenverachtenden phrasen auch überhaupt keinerlei lösungsansätze bieten!


@lucky: genau wie bei "demokratisch gewählt" stellt sich mir bei "akademisch" die frage, was das für ein qualitätsmerkmal sein soll? die menschenverachtenden parolen und der ganze nazi-dünschiss eines afd-menschen wird doch dadurch nicht besser, dass er akademiker ist.
im gegenteil: das macht die sache eigentlich nur noch schlimmer, denn von einem akademiker sollte man erwarten, dass er so viel bildung genossen hat, dass er rechtspopulismus als solchen erkennt.

@baron:
thema atombombe: wenn man etwas wirklich anders machen will, denkst du man macht es dann anders als der eine präsident, der ne bombe geworfen hat oder als die 43 anderen, die keine atombombe geworfen haben? na? was meinst du?
ist aber auch egal. offensichtlich ist dir der ironisch bis zynische unterton dieses abschnitts meines posts entgangen. ist aber auch nicht weiter schlimm, denn genau wie du glaube ich nicht ernsthaft daran, dass trump das macht. es macht mir halt nur ein wenig angst, dass die möglichkeit besteht und dass die chance, dass sie eintritt durch trump nicht geringer geworden ist.

thema nato:
nix frage ausgewichen. ich denke du kannst dir meine antwort aus den sätzen durchaus denken. falls nicht: neben vielen anderen guten gründen ist die nato besonders für polen und die baltischen staaten wichtig, weil sie sich seit dem ukraine-krieg von russland bedroht fühlen. im gegensatz zu dir offenbar, kenne ich leute, die in polen leben und die berichten mir, dass sie diese bedrohung mehr als nur theoretisch empfinden. die sind unfassbar froh in der nato zu sein.

thema hitler:
guter punkt. die wahl 1933 hatte tatsächlich nur noch einen demokratischen anstrich. da hast du durchaus recht. nur muss dann auch die ketzerische frage nach dem wert der demokratie in der us-wahl erlaubt sein. wie demokratisch ist eigentlich die us-wahl? dazu muss man übrigens gar nicht die gefälschten wahlcomputer floridas aus dem jahr 2000 bemühen. man kann auch die aktuelle wahl nehmen. selbst 1933 in deutschland gab es mehr als zwei (ernsthaft mit chancen ausgestattete) politische parteien als alternativen. etwas dürftig für ne echte demokratie. und wie demokratisch ist es eigentlich, das clinton zwar insgesamt mehr stimmen bekommen hat, trump wegen des verhältnis-wahlrechts aber trotzdem gewonnen hat?

thema hassprediger:
vier jahre? wohl eher vier wochen! oder hast du immer noch nicht mitbekommen, dass unser außenminister zum bundespräsidenten wird, kurz nachdem trump präsident wird. und als bundespräsident muss er mit trump wenig bis gar nicht zusammenarbeiten.
Ich bin ein Ein-Finger-Tipper :D
und ich hab die Lizenz zum Spammen! 8)

Achja, und falls ihr noch Zeit habt schaut euch doch mal das hier an ;) :D

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Donnerstag, 17. November 2016, 02:23

es macht mir halt nur ein wenig angst, dass die möglichkeit besteht und dass die chance, dass sie eintritt durch trump nicht geringer geworden ist.

Nunja. Wäre sie das unter Hillary Clinton geworden? Ich denke nicht. Eher im Gegenteil.

thema nato:
nix frage ausgewichen. ich denke du kannst dir meine antwort aus den sätzen durchaus denken. falls nicht: neben vielen anderen guten gründen ist die nato besonders für polen und die baltischen staaten wichtig, weil sie sich seit dem ukraine-krieg von russland bedroht fühlen. im gegensatz zu dir offenbar, kenne ich leute, die in polen leben und die berichten mir, dass sie diese bedrohung mehr als nur theoretisch empfinden. die sind unfassbar froh in der nato zu sein.

Joa. Die Frage hier ist nur, ob die Bedrohung durch Russland, die hier gerne immer wieder genannt ist, durch die NATO kleiner wird, oder ob sie nicht genau auch wegen dieser viel gelobten NATO besteht. So von wegen NATO Osterweiterung und Brechen der Zusage an Russland diesbezüglich. Und ja ich weiß, dass der Punkt kontrovers diskutiert wird und es da unterschiedliche Sichtweisen gibt. Nichtsdestotrotz zeigt allein das, dass die achso tolle NATO durchaus auch ihre kritischen Seiten hat.

Die Kritik an der NATO von diversen Friedensorganisationen kommt ja auch nicht von ungefähr daher...

selbst 1933 in deutschland gab es mehr als zwei (ernsthaft mit chancen ausgestattete) politische parteien als alternativen. etwas dürftig für ne echte demokratie. und wie demokratisch ist es eigentlich, das clinton zwar insgesamt mehr stimmen bekommen hat, trump wegen des verhältnis-wahlrechts aber trotzdem gewonnen hat?

Vielleicht solltest du dich mal eingehend mit den Merkmalen der Demokratie beschäftigen und das mal selbst für die USA durchgehen. Kleiner Spoiler für's Ergebnis: Die USA ist eine Demokratie!

thema hassprediger:
vier jahre? wohl eher vier wochen! oder hast du immer noch nicht mitbekommen, dass unser außenminister zum bundespräsidenten wird, kurz nachdem trump präsident wird. und als bundespräsident muss er mit trump wenig bis gar nicht zusammenarbeiten.

Zum einen war Steinmeier ein Beispiel von vielen, nimm andere eruopäische Staaten, da waren viele sofort dabei Trump als das ultimative Böse darzustellen. Zum anderen: Noch ist Steinmeier nicht gewählt und wenn er denn gewählt ist, ist er auf einer noch höheren Ebene der Vertreter der Bundesrepublik. Unbedingt besser macht das das Ganze nicht.
IIII I ∘ IIII IIII IIII I ∘ IIII IIII III

"Harry looked around; there was Ginny running towards him; she had a hard, blazing look in her face as she threw her arms around him. And without thinking, without planning it, without worrying about the fact that fifty people were watching, Harry kissed her."

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Donnerstag, 17. November 2016, 07:18

Demonstrieren, wenn man unzufrieden ist und wenn das nichts bringt, eine Partei gründen, genau das haben PEGIDA und AfD gemacht
und ich finde, dass muss eine Demokratie aushalten können
Wir haben auch Die Linke, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, die sitzt sogar im Bundestag.
Ich finde beide nicht regierungsfähig, beide haben eine Wolken-Kuckucksheim-Vorstellung von Problemlösung.
Mit einer Stimmung der Bevölkerung oder einer Partei, die nicht passt, umzugehen, indem man sie ignoriert oder mit dem Finger draufzeigt und sagt...Das sind die Bösen, die Dummen, die Nazis...das ist falsch
Man muss sich mit ihnen auseinandersetzen. Da sind nämlich nur eine Handvoll Nazis dabei und ein Haufen "Wutbürger". Die Nazis kann man wahrscheinlich durch Dialog nicht erreichen, aber die Wutbürger sicher. Und durch Verteufelung erreicht man eher das Gegenteil.
Wie bei den Eltern früher, wenn die sagten, mit dem Freund gehst du nicht aus!
Was hat das denn gebracht? Dass er noch interessanter wurde.
Seltsam, wie groß die Illusion ist, dass Schönes auch gut ist (Tolstoi)

Der Blutige Baron

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Donnerstag, 17. November 2016, 21:31

Wir haben auch Die Linke, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird, die sitzt sogar im Bundestag.

Die Linke ist eine demokratische Partei. Meines Erachtens auch die einzige, der man glauben kann, was sie sagen. Zumindest zu Grundsatzfragen und Dingen, wie Koalitionsaussagen. Anosnten empfiehlt es sich zu der Überachung mal entsprechende Urteile zu lesen. Das BVerfG hat die Überwachung diverser Mitglieder als verfassungswidrig eingestuft.

Außerdem ist die Frage was man vom Verfassungsschutz hält...
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Mittwoch, 28. Dezember 2016, 14:46

Lol. Da ist man mal ein paar Jahre nicht im Forum, da sammeln sich hier die separatistischen Ansichten, das ist ja nicht mehr feierlich :D

Zum Thema AfD und Pegida: Eine Protestpartei und ihre Protestbewegung. Beide sind gefährlich, weil unübersichtliche Sammelbecken für diejenigen unter uns, die irrationale Ängste haben, die den sogenannten "Altparteien" einfach mal eins auswischen wollen, diejenigen unter uns, die selbst wenig haben und Fremden nicht mal das Schwarze unter den Nägeln gönnen, diejenigen, die sich insgeheim wirklich mal jemanden wünschen, der "aufräumt" (was immer das auch heißt) - oder eben LuckyQueens Akademikerfreunde, die einfach mal ohne Todesängste einen Weihnachtsmarkt mit der werten Familie besuchen möchten. Natürlich gibt es unter denen dann noch die Todesser ... - ähm Mitbürger, die sich wünschen, dass jemand die Tatenlosigkeit der herrschenden Politiker auflösen möge.

Bei den letzteren möchte ich eigentlich mein Kreuzchen machen - wären diese Leutchen nicht einem fundamentalen Irrtum erlegen. Sie wünschen nämlich, dass sich die Tatkraft in Bezug auf Flüchtlinge auf Deutschland bezieht - sprich: Grenzen dicht! Möglichst schnell abschieben. Keine Willkommenskultur, sondern Haut-ab-Kultur. Kein Multikulti, sondern Deutschland den Deutschen (*würg*). Der Denkfehler daran ist, dass man ernsthaft glaubt oder glauben machen will, dass diese Problematik an unseren Grenzen anfängt. Da kommen angeblich irgendwelche "Invasoren" in unser Land und wollen sich auf unsere Kosten sattfressen. Sattfressen an dem, was wir uns in mühsamer Arbeit über Generationen ehrlich erwirtschaftet haben. Wer so denkt, lebt leider in einer Traumwelt. Wir fühlen uns in Deutschland relativ frei und haben einen gewissen Wohlstand. Dass wir dies aber redlich erarbeitet haben, ist ein Märchen. Unser Wohlstand basiert zu einem Großteil auf dem Ausnutzen und Ausbeuten von Ländern, denen es weit schlechter geht als uns. Dazu zählen zum Beispiel nahezu alle Dritte-Welt-Länder. Mit unseren Waffen, die wir in Kriegs- und Krisengebiete liefern, scheffeln wir Milliarden. Mit Luftverschmutzungsrechten, die wir bei den Ärmsten einkaufen, verhindern wir, dass sich kleine Staaten industrialisieren. Durch interessengelenkte Kreditvergaben fördern wir bei den Ärmsten Korruption und Abhängigkeit. Wir fördern aktiv Diktatoren und Diktaturen. Wir sorgen dafür, dass sich Menschen nicht anders zu helfen wissen, als mit der Familie in einem Fischkutter ein MEER zu überqueren, einfach weil der Verbleib im eigenen Land noch lebensgefährlicher erscheint.

All diese Dinge ließen sich ändern. Aber dann müsste man den Menschen hier ja ganz ehrlich sagen, dass es Teil unserer Erfoilgsgeschichte ist, andere, kleiner Länder gezielt zu unterdrücken. Und dass wir im Grunde genommen doch froh sein müssten, wenn der durchschnittliche Chinese arm ist wie eine Kirchenmaus (man stelle sich nur mal vor, die dürften alle Auto fahren oder Flüge buchen - wie schnell wäre dann das gute Öl alle ...). DIESE Tatenlosigkeit prangere ich an, weil sie heuchlerisch ist - und menschenverachtend. Und HIER könnte ja vielleicht mal eine Protestpartei wohltuend ansetzen.

Aber nein ... - da bekommt mit der AfD und mit Pegigada eine Partei bzw. Bewegung Zulauf, denen unser Anteil am Elend auf der Welt völlig scheißegal ist. Die wollen, dass wir die Augen verschließen vor unserer Verantwortung. Die wollen, dass wir unseren Hass und unsere Ablehznung auf diejenigen fokussieren, die ein leichteres, ein weniger komplexes Ziel abgeben: nämlich auf die OPFER unserer Politik, unseres Lebensstandards und unseres großen Luxus, den wir Freiheit nennen. Grenzen zu schließen heißt im Zusammenhang mit Flüchtlingen nur eines: Scheuklappen anlegen, damit man bloß keine Schuldgefühle haben muss. Und wenn wir schon von Schuld reden, dann doch bittesehr die Schuld des braunhäutigen Gesindels, das sich bei uns einschleichen will. Und wenn es um Antworten geht, dann bloß immer so tun, als ob alles ganz einfach wäre: Grenzen zu und schluss. Abschieben und schluss. Dass wir es selber waren und sind, die diesen Menschen im wahrsten Wortsinn die Butter vom Brot genommen haben, braucht keinen zu interessieren. War ja schließlich niemand persönlich. Und dass wir auch heute noch Verantwortung dafür tragen, was vor 70 Jahren in Deutschland passiert ist, braucht scheinbar auch niemanden zu interessieren. War ja schließlich keiner von uns dabei. Und dass die Anti-Ausländer-Demos ausgerechnet dort stattfinden, wo die Menschen noch vor paarundzwanzig Jahren selbst noch hinter einer MAUER gelebt haben - geschenkt.

Wisst Ihr, wir leben in einer Kultur, wo wir unser Mitgefühl mit den Terroropfern von Paris oder Berlin zum Ausdruck bringen, indem wir unseren Facebook-Status ändern. Ja sorry, aber dann wundert es mich auch nicht im Geringsten, wenn wir gleichzeitig daran glauben, ein Flüchtlingsstrom ließe sich durch das Ausdenken einer Zahl (Obergrenze) aufhalten.

Die AfD hat in ihrem, nun gut, nennen wir es mal "Programm" nicht einen einzigen Punkt stehen, in dem es um die Bekämpfung der wahren Fluchtursachen geht. Sie hat auch keinen einzigen Punkt im Programm, wo es darum geht, für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit zu sorgen. Und das nennt sich dann "Alternative"?

Berti hat ein paar sehr richtige Dinge getan, die man tun kann, wenn man unzufrieden ist. Ich möchte eine Sache noch gerne ergänzen, die mir persönlich besonders nahe ist: Reden! Ich sehe mich als politischen Menschen, daher rede ich, wo ich gehe und stehe, ständig über Politik und Gesellschaft. Und das mache ich auch besonders gerne mit denen, die politisch völlig anders ticken als ich. Leider sind sich die allermeisten Akademiker genau dafür zu schade, dabei sind sie es doch, die es besser wissen müssten. Die wissen müssten, dass Ausgrenzung immer schlecht ist. In dem Maße, wie wir die AfD-Wähler ausgrenzen aus dem gesellschaftlichen Diskurs, machen wir uns zu Mittätern an ihrer Sache. Dabei ist es so unendlich einfach, jedes einzelne ihrer Argumente zu widerlegen - und das ohne jede von-oben-herab-Form. Würden wir das tun, wäre die AfD bald nur noch für diejenigen interessant, die tatsächlich nur blinden Hass im Kopf haben. Die von "Lügenpresse" faseln und vom "afrikanischen Ausbreitungstyp" (*schauder*). Das Gute daran wäre allerdings: Das wäre lediglich noch eine Anzahl von Wählern unterhalb der 5-Prozent-Hürde.
"Das Mittelalter ist ewig." Alban Nikolai Herbst