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grit

Auror

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Donnerstag, 16. August 2012, 18:53

Katzengedanken

Wahrscheinlich hat sich jeder, der sein Leben mit einer Katze teilt, schon mal Gedanken über den seltsamen 7. Sinn gemacht, der das Tier genau in dem Moment an der Tür stehen lässt, wenn man aufschließt, selbst wenn sie vorher scheinbar fest geschlafen hat. Vielleicht hat der ein oder andere auch schon mal das Gefühl gehabt, dass sie jedes Wort versteht, was wir sagen. Was aber würde sie über uns, ihre Menschen, erzählen, wenn sie mit menschlicher Stimme sprechen könnte?

Vielleicht wird aus den Katzengedanken einmal ein Kinderbuch...

Nun aber genug der Vorrede - lassen wir endlich Mieze zu Wort kommen.

KATZENGEDANKEN

Menschen sind unvollkommene Geschöpfe; sie können schlecht sehen, nicht besonders gut hören, noch schlechter riechen und sie bewegen sich langsam, plump und ungeschickt. Sie können so vieles nicht, was man beherrschen sollte, aber sie wissen, dass sie unvollkommene Wesen sind und sehnen sich nach Vollkommenheit. Deshalb teilen so viele von ihnen ihr Leben mit einem der vollkommensten Geschöpfe, das die Natur hervorgebracht hat, einem Wesen wie mir.

Ich habe einen schlanken geschmeidigen Körper, weiches kuscheliges Fell, meine Brust und mein Bauch sind weiß, mein Rücken und mein Kopf aber sind grau getigert und die Augen glänzen grün. Alle meine Pfoten sind weiß, es sieht aus, als hätte ich Strümpfe an. Deshalb wurde ich „Socke“ genannt. Ich bin eine wunderschöne kleine Katze.


1. Wie alles angefangen hat

Mein Zuhause ist eine große Wohnung, in der es viele Klettermöbel und Aussichtsplattformen gibt, auch wenn meine Menschen es natürlich noch nie geschafft haben, auf ihnen herumzuklettern; sie benutzen sie nur, um irgendwelche Dinge daraus hervorzuholen, nur um sie anschließend wieder hineinzulegen, was für mich keinerlei Sinn ergibt. Nur im Flur gibt es zwei wirklich wichtige Schränke, einen, in dem das Katzenfutter steht und einen, in dem es ganz besonders gut duftet, denn da liegen Katzenleckerli – mindestens drei verschiedene Sorten – nur eines ist nicht so gut: Diese Schränke kann ich nicht allein aufmachen. Doch dafür habe ich einen ganz eigenen Trick, aber davon später. Zuerst will ich noch ein wenig mehr von meinem Zuhause erzählen: Ich besitze nämlich außerdem weiche Sessel und Liegeplätze mit bequemen breiten Lehnen, schöne breite Fensterbänke zum Sonnenbaden und ein ganz großes Bett; natürlich auch zwei Wasserstellen und einen Futterplatz mit stets gefüllten Näpfen, kurzum – alles was ein Katzenleben schön macht. Außerdem habe ich noch zwei Menschen, die für mich sorgen, mit mir spielen, mich streicheln und immer dafür sorgen, dass es mir gut geht. Ich muss dafür nichts tun, kann einfach nur Katze sein.

So schön war mein Leben nicht von Anfang an. Als ich auf die Welt gekommen bin, war es feucht und kühl, das erste, woran ich mich erinnern kann, ist das angenehme Gefühl, als meine Mama mich trockengeleckt hat. Und ich weiß noch, wie kuschelig es war, als ich mich an meine Mama anschmiegen konnte und eine Zitze fand, aus der leckere Milch kam, neben mir mein Bruder, der gierig trank. Wie es da aussah, wo wir drei lagen, weiß ich nicht, denn wie alle neugeborenen Katzen war ich blind.
Niemand kann sich vorstellen, wie ich mich fühlte, als trotz allen Tretelns und Bettelns der leckere Trank versiegte und meine Mama ganz merkwürdige leise Töne von sich gab. Sie gab uns keinen Klaps mit der Pfote, lag nur einfach da – und wir hatten Hunger. Mein Bauch tat weh, so großen Hunger hatte ich, auch mein Bruder versuchte vergeblich, noch etwas mehr Milch aus Mamas Zitzen zu bekommen, aber da war nichts. Ich hatte ganz große Angst; irgendwas stimmte nicht mit unserer Mama. Sie war ganz schwach, also nahm ich all meine Kraft zusammen und schrie so laut ich konnte. Mein großer Hunger, unsere Angst – alles schrie ich hinaus.
Wer schon einmal eine kleine Katze hat weinen hören, der weiß, dass sich das so ähnlich anhört, wie das Geschrei eines Menschenwelpen, das die Menschen Baby nennen. Vielleicht war es das, was uns dann gerettet hat.
Als ich schon fast keine Kraft mehr zum Schreien hatte, hörte ich ein fremdes Geräusch und Stimmen. Mein Bruder und ich wurden hochgehoben. Auch wenn es nicht zur Würde einer Katze passt – ich gebe es zu, ich habe vor Angst gezittert, ein hungriges, frierendes kleines Bündel Fell. Jemand strich mir über den Kopf und den Rücken, es war eine sanfte Berührung. Dann wurden wir fortgebracht. Das nächste, woran ich denken kann, war ein beißender unangenehmer Geruch in einem Raum, in dem alles kalt war. Auch wenn der Geruch sehr fremd und stechend war, die Stimme des Menschen , der uns betastete war beruhigend, auch wenn ich nicht verstanden habe, was er sagte, ich hatte zu viel Angst. Doch plötzlich bemerkte ich einen vertrauten Geruch, er näherte sich meinem Mäulchen und ich schnappte zu. Es war Milch, aber nicht wie bei Mama, ich saugte gierig, aber schon bald kam nichts mehr, ich hielt die Quelle mit den Pfoten fest, doch der Mensch zog daran und machte dabei ein seltsames Geräusch, das ich noch nie gehört hatte.
Er lachte. Später erst erfuhr ich, wie die Menschen, die uns gefunden hatten, versucht hatten, meinem Bruder und mir zu helfen Sie hatten uns alle zu einem Tierarzt gebracht, der uns untersucht hatte, und weil unsere Mama noch dort bleiben musste, hatten sie einen Zipfel eines Tuches in Milch getaucht und uns ins Mäulchen geschoben. Und sie mussten lachen, weil wir es ihnen so schwer machten und das Tuch festhielten, wo sie es doch nur wieder in die Milch tauchen wollten, um uns noch mehr zu geben.
Nach einer ganzen Weile wurden wir wieder woanders hin gebracht. Dort war es warm und wir waren nicht allein. Ich roch und hörte viele Katzen. Man legte mir ein Halsband um, aber ich war zu erschöpft, um richtig neugierig zu sein, kuschelte mich an meinen Bruder und schlief ein. Als ich wieder aufwachte war unsere Mama wieder da. Und als ich mich ganz dicht an sie schmiegte, roch ich noch etwas Gutes: Es gab wieder leckere Milch für uns beide... So begann mein Katzenleben.

Es dauerte nicht mehr lange, dann wurde die Welt noch viel interessanter: meine Augen öffneten sich und ich sah zum ersten Mal meine Mama und mein Brüderchen. Mama ist eine graubraun getigerte Katze, mein Bruder hat ein schönes graues Fell – und erst die vielen anderen Katzen, so viel zu sehen, so viel zu lernen...Ich bin eine neugierige Katze und wollte die anderen alle kennen lernen, aber manche wollten nichts mit mir zu tun haben. Doch dafür gab es eine alte Katze, an die ich mich ankuscheln durfte, von ihr erfuhr ich sehr viele wichtige Dinge, zum Beispiel, dass es zweimal am Tag Futter gibt und dass unsere Mama nicht wirklich krank war, nur halb verhungert, und dass sie sich gut wieder erholt und deshalb wieder Milch für uns hat und wir sie nicht ärgern sollen, und dass das Haus, in dem wir jetzt leben, ein Tierheim ist, wo sich gute Menschen um verlassene oder hilflose Tiere kümmern.
Von meiner Mama lernte ich alles, was eine Katze wissen muss, die mit Menschen zusammen lebt: Wie man sein Fell pflegt, wie man die Katzentoilette benutzt, wie man ordentlich frisst und trinkt, dass man sich am Futternapf nicht vordrängeln darf, wie man den Katzenschlaf schläft, so dass man sofort wieder wach ist, wie man die Krallen wetzt und viele andere Dinge.
Mit meinem Brüderchen habe ich getobt, gespielt, mich gebalgt und wir haben gegenseitig unser Fell geputzt und uns oft aneinandergekuschelt.
Von der alten Katze erfuhr ich auch, dass unser Leben hier eigentlich nicht das ist, was sich eine Katze erträumen sollte, dass eine Katze eigentlich etwas braucht, was sie „Zuhause“ nannte. Ich fragte sie, was das ist, ein Zuhause und sie versuchte es mir zu erklären, aber ich habe es nicht ganz verstanden. Ein Ort mit mehreren Zimmern oder einem Hof oder Garten, wo einem alles alleine gehört – und dazu einen Menschen oder mehrere, die einem auch ganz alleine gehören... - das konnte ich mir nicht vorstellen...
Eines Tages war große Aufregung im Tierheim, ganz viele fremde Leute kamen und schauten uns an. Die alte Katzenoma erklärte mir, dass man sich an solchen Tagen einen Menschen aussuchen kann, aber das konnte ich nicht glauben, es sah eher so aus, als würden sich die Menschen eine Katze aussuchen. Neugierig drängelte ich mich vor, es sah so aus, als würden sich ein paar Menschen für mich und meinen Bruder interessieren, aber am Abend waren immer noch alle Katzen da – niemand hatte eine ausgesucht.
Doch erst am Abend erfuhr ich, dass an solchen Tagen niemand ein Tier mitnehmen darf, damit die Leute im Heim sicher sind, dass die Menschen es auch wirklich ernst meinen und nicht aus einer Laune heraus ein Tier aussuchen, es später dann bereuen und das arme hilflose Geschöpf wieder zurückbringen oder gar aussetzen. Aussetzen - das verstand ich nicht.
Meine Neugier und Aufregung brachte einige der älteren Katzen dazu, mir ihre Geschichte zu erzählen. Viele von ihnen hatten bereits einmal ein Zuhause. Die braun gestromte lebte bei einem ganz lieben Menschen, aber ihr Frauchen hatte einen Unfall und ist gestorben, die Tochter hatte das Kätzchen zu sich genommen, aber als sie ein Baby bekommen hatte, musste sie die Katze abgeben, weil das kleine Mädchen davon krank geworden ist. Das war eine traurige Geschichte, genauso wie die von der Grauen, die von ihren Menschen einfach auf die Straße gejagt wurde, als diese in den Urlaub fahren wollten.
Der gefleckte Kater erzählte mir, dass er hierher gebracht wurde, weil sein Mensch in ein Pflegeheim musste und dort keine Tiere erlaubt sind. Der alte Mann hat geweint, weil er sich von ihm trennen musste. Daran kann man erkennen, dass Menschen ganz schön dumm sein können, denn wer könnte alte kranke Menschen besser trösten als eine Katze oder ein Kater, der auf der Bettdecke liegt und schnurrt.
Die kleine weiße Katze war ihren Menschen davongelaufen, weil die großen Kinder im Haus sie immer geärgert und gequält haben.
An diesem Tag lernte ich, dass es Menschen gibt, denen man nicht trauen kann und dass man vorsichtig sein muss, wenn man überleben will. Ich erfuhr, dass es auch böse Menschen gibt, die Tieren mit Absicht weh tun, aber das war später, am Tag des schwarzen Hundes.
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2

Donnerstag, 16. August 2012, 22:01

Hey grit!

Also erst einmal: Da ich selber ein riesiger Katzenfreund bin und auch gerade zwei Katzen habe, hast du mit deiner Geschichte schon einmal meinen Geschmack getroffen. :)
Die traurige Vorgeschichte unserer Erzählerin fand ich sehr schön, auch der Erzählstil, ganz aus der Sicht einer kleinen, unbeholfenen Katze, die noch rein gar nichts über die Welt oder die Menschen weiß.
Ui, "der Tag des schwarzen Hundes", das klingt schon mal spannend - und nicht gerade positiv. Erinnert an den "schwarzen Mann" und ich stelle mir darunter einen riesigen, etwas aggressiven Hund vor...
Ich werde auf jeden Fall dran bleiben, ich bin schon gespannt auf das Leben deiner Mieze, wie sie aus dem Tierheim kommt, wer genau sie aufnimmt, was mit ihrer Mutter und ihrem Bruder passiert etc. =)
Kennst du eigentlich diese Geschichte hier? Das finde ich persönlich richtig schön und traurig ... daran musste ich gleich denken. (Hab auf die Schnelle keine andere Seite gefunden) Die Geschichte gibt es übrigens auch in der "Hundeversion", aber das passt hier nicht so ganz.^^

LG Lupa

grit

Auror

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Donnerstag, 16. August 2012, 22:48

Ja, ich kenne diese Geschichte, trotzdem kommen mir jedes Mal die Tränen. Es ist so verantwortungslos, ein Tier ist eben kein Gegenstand, den man weggeben kann, wenn man seiner überdrüssig geworden ist.

"Sie haben sie nie als Wesen betrachtet, deren Gefühle so heftig sind wie die eines Menschen" - um es mal mit Dumbledore zu sagen.

Und der schwarze Hund war keine Bedrohung - eher das Gegenteil.

Und so kommt hier das 2 Kapitel:

2. Der Tag des schwarzen Hundes

Ja, es gab auch Hunde im Tierheim, sogar recht viele, wenn auch nicht so viele wie Katzen. Sie waren in einem anderen Teil des Hauses untergebracht, wo wir Katzen nicht hinkamen, aber manchmal konnten wir sie hören, wenn etwas Aufregendes passierte, dann bellten alle laut durcheinander, jaulten und machten so viel Lärm, dass es unseren Schlaf störte. So war es am Tag des schwarzen Hundes.
Auch für mich war es ein ganz besonderer Tag, aber das konnte ich da noch nicht wissen, ich war ja noch ein kleines aufgeregtes Katzenkind, das neugierig lauschte und schnupperte, um herauszufinden, warum alle so unruhig und aufgeregt waren:
Große Aufregung im Tierheim, Unruhe bei den Hunden, Empörung bei den Menschen, viel Gebell und Geheul, eiliges Hin- und Hergelaufe – das war der Tag des schwarzen Hundes. Es war eine Hündin, eine schwarze, die an diesem Tag ins Tierheim gebracht wurde. Sie war mehrere Tage lang an einem Betonpfahl angebunden gewesen, ganz eng angeleint, so dass sie sich kaum bewegen konnte. Bei dem Versuch, sich zu befreien, hatten die Fesseln sich dem abgemagerten Tier tief ins Fell und sogar ins Fleisch geschnitten, so dass sie nicht einmal mehr richtig bellen konnte. Eine Frau hatte ihr Winseln gehört und die Fessel durchgeschnitten. Sie hatte die Hündin, die vor Erschöpfung kaum stehen konnte, auf den Arm genommen, um sie zum Tierarzt zu bringen.
Obwohl ich Hunde nicht besonders mag, tat die Schwarze mir leid. Beinahe stranguliert und halb verhungert, ein Bild des Jammers mit großen Hundeaugen – so habe ich die schwarze Hündin gesehen. Dass Menschen so etwas tun können...
An diesem Tag, am Tag des schwarzen Hundes, lernte ich meine Menschen kennen.
Deshalb war ich nicht im Katzenzimmer, deshalb habe ich all die Aufregung miterlebt, denn während die Menschen sich um die Schwarze kümmerten, warteten meine Menschen darauf, dass ich endlich mit ihnen mitkommen durfte. Das war gar nicht so einfach. Es musste eine Menge Papier beschrieben und ausgefüllt werden – und während all dieser Zeit schaute ich mich neugierig um, wer wohl meine Menschen sein würden. Mein Bruder würde das Tierheim heute auch verlassen. Er war zuerst dran, aber ich entdeckte seinen Menschen zuerst. Diese Frau war schon ein paar Mal in unserem Katzenzimmer und hatte mit den Leuten vom Heim gesprochen, sie wohnte im Dorf . Deshalb hatte sie auch keine Transportbox mit. Sie nahm meinen kleinen grauen Bruder und schob ihn vorsichtig vorn in ihre Winterjacke. Er hielt ganz still und schaute seinen Menschen neugierig an. Was für ein Leben wartete auf ihn? Mein Bruder, der kleine graue Kater, würde ein Leben auf dem Bauernhof als ein echter Bauernhofkater führen. Er maunzte mich zum Abschied nochmal an und schlug mit seiner kleinen Pfote in die Luft, wie er es oft gemacht hatte, wenn wir uns zum Spaß gebalgt hatten, sein neuer Mensch aber steckte das Pfötchen wieder in die Jacke und ging mit ihm hinaus.
Ein fester Griff, dann wurde ich in eine Art kleinen Käfig gesetzt, es war weich dort drin, aber ich war sehr aufgeregt. Eine Transportbox – das bedeutete, ich würde nicht im Dorf bleiben. Ich hörte meine neuen Menschen sagen, ich würde eine Wohnungskatze werden, aber ich wusste nicht, was das bedeutet. Es waren drei Menschen, die mich abholten, eine davon roch nach einer anderen Katze, aber die Frau, die die Papiere ausgefüllt hatte, sagte, sie habe keine Katze, ich sei die erste. Sie redete beruhigend auf mich ein und nahm mich dann mitsamt dem kleinen Käfig mit nach draußen Da war es ganz furchtbar kalt, aber dann öffnete der eine Mensch eine Tür, mein Transportkäfig wurde abgestellt und alles bewegte sich ganz schnell. Ich gebe es zu, ich hatte Angst und habe meine Augen fest zugemacht Endlich hörte die Bewegung auf, die Tür wurde wieder aufgemacht und zwei Menschen gingen mit mir in ein Haus, mein kleiner Käfig wurde einige Treppen hochgetragen, dann ging wieder eine Tür auf, dann wieder zu. Wir waren da.
Mein Käfig wurde auf den Boden gestellt und die Tür aufgemacht. Und es passierte – N I C H T S ! Alles war ruhig. Der Mensch mit dem fremden Katzengeruch war nicht mitgekommen.
( Heute weiß ich, dass das die Mutti meines großen Menschen war, bei der zu Hause auch eine Katze lebt, und ich kenne auch die Geschichte dieser Katze, aber die erzähle ich vielleicht bei einer anderen Gelegenheit.)
Weil ich eine neugierige Katze bin, habe ich es in der Transportbox nicht lange ausgehalten. Vorsichtig kletterte ich heraus und sah mich um. Meine Pfoten gingen über weichen Teppichboden, das war sehr angenehm. Ich lief weiter über den Flur, da sah ich eine offene Tür. Der eine große Mensch nahm mich hoch und setzte mich auf einen weichen Teppich vor einer großen Box. Doch nein, das kannte ich, das war ein vertrauter Geruch – es war eine Katzentoilette mit einem Dach. Ich erinnerte mich sofort daran, was mir meine Mama beigebracht hat und benutzte die neue Katzentoilette. Meine Menschen freuten sich darüber und lobten mich. Es waren vier Menschen. Zwei alte und zwei junge Menschen, zwei Weibchen und zwei Männchen. Ich lief von Zimmer zu Zimmer, so viel gab es zu entdecken und zu beschnuppern. Als ich müde wurde, kletterte ich wieder in meine Transportbox zurück, die noch offen stand und kuschelte mich in das weiche Tuch, das darin lag. Es stand auch ein Katzenbett in der Wohnung, aber in der Box war es wie in einer Höhle, ich fühlte mich dort sicherer. In der Nacht wachte ich auf und wusste nicht, wo ich bin. Ein bisschen Angst hatte ich und Heimweh nach meiner Mama. Ich rief ganz laut nach ihr, aber sie kam nicht, dafür kam einer von meinen neuen Menschen und streichelte mich. Das war zwar nicht so schön wie bei Mama, aber ich beruhigte mich und schlief wieder ein. Am nächsten Morgen wartete eine gut gefüllte Schüssel mit Futter auf mich, ein Schälchen mit Katzenmilch und ein frischer Wassernapf. Ich stärkte mich und ging dann auf Erkundungstour durch die verschiedenen Zimmer und lernte meine vier neuen Menschen besser kennen. So begann mein Leben als Wohnungskatze.
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Freitag, 7. September 2012, 22:01

3. Mein großes Bett

Schon nach wenigen Tagen hatte ich die gesamte Wohnung erkundet – bis auf einen Raum, der immer verschlossen war.
Diese eine Tür, die nur ab und an aufgemacht wurde und hinter der meine Menschen abends verschwanden, interessierte mich ganz besonders. Ich versuchte immer wieder, in den verbotenen Raum zu gelangen, doch das Frauchen machte mir die Tür immer wieder direkt vor der Nase zu. Das konnte nicht so weitergehen, ich musste unbedingt herausfinden, was hinter dieser Tür war.
Ich setzte mich also in den Flur und beobachtete, wie meine Menschen die Tür öffneten. Ein Druck auf die Türklinke, dann geht die Tür auf – das musste ich mir merken.
Ich nahm kurz Anlauf, dann sprang ich auf die Klinke, es klapperte, aber weiter passierte nichts. Ich versuchte es noch einmal, diesmal hielt ich mich mit den Vorderpfoten an der Klinke fest und mit dem Schwung des Sprungs und etwas Glück klappte es – die Tür war offen.
Dieser Raum war wirklich außerordentlich interessant, eine breite Fensterbank mit Blick auf die Straße und zwei große Regale, in die man hineinspringen kann, von einem Regal aus kann man ganz nach oben auf den großen Schrank springen und dann von dort aus – auf das große Bett.
Ja, das beste an diesem Zimmer stand genau in der Mitte, das große Bett. Weich und kuschelig – ideal für eine Katze.
Warum nur sollte ich auf so einen Luxus verzichten? Das konnte ich nicht verstehen. Ich legte mich mitten in dieses wunderbare große Bett und schlief erst mal ein.
Meine Menschen haben sich ganz schön gewundert, als sie mich an meinem gemütlichen neuen Lieblingsplatz fanden.
Natürlich habe ich ihnen meinen Trick nicht gleich gezeigt, es sollte noch eine ganze Weile dauern, ehe sie herausfanden, dass ich Türen öffnen kann.
So gab es für mich nun kein verbotenes Zimmer mehr und ich hatte den schönsten Platz in der Wohnung für mich – das große Bett.
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ozoil

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Samstag, 8. September 2012, 10:34

Ich beneide meine Kater auch immer. Er kann machen was er will, er maunzt und zeigt einem, dass er jetzt gestreichelt werden will und wann nicht.
Und wir Menschen akzeptieren das.
Wir sollten uns gegenseitig auch alle so akzeptieren, dann wäre die Welt eine freundlichere!
Wunderschön geschrieben!
Ein schönes Wochenende!
Ozoil -mehr Leistung bei weniger Verschleiß

Dieseldope - Chiptuning ohne Chip!
Fast wie Zauberei

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Mittwoch, 19. September 2012, 09:17

4. Abenteuer auf der Treppe

Dass ich sehr neugierig bin, habe ich ja schon erzählt, es macht mit großen Spaß, überall herumzulaufen, zu schnuppern und vor allem meinem großen Menschen überallhin zu folgen.
Das Frauchen lacht dann immer über mich und sagt, ich würde mich benehmen wie ein Hund.
Aber das stimmt natürlich nicht, ich bin mir bewusst, dass es zwischen mir und einem Hund gewaltige Unterschiede gibt.
Ihr müsst wissen, dass ein Hund tut, was sein Herrchen ihm sagt, eine Katze tut nur, was ihr gefällt. Nicht umsonst heißt es: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal...
Nun, es macht mir Freude, meinem großen Menschen zu folgen, zwischen seinen Füßen umherzulaufen und immer zu wissen, wo er hingeht.
Eines morgens – inzwischen hatte ich schon gelernt, dass alle meine Menschen frühmorgens die Wohnung verlassen und dann nach und nach am Nachmittag und Abend wiederkommen – schlüpfte ich meinem großen Menschen hinterher.
Ich hielt mich dicht hinter ihm und wie man sich denken kann, bemerkte er mich nicht. Er ging die Treppe hinunter und öffnete die Haustür, aber als ich ganz unauffällig hinter ihm herschleichen wollte, schloss sich die Tür vor meiner Nase und ging auch nicht wieder auf. Also machte ich mich auf den Rückweg und wollte zurück in die Wohnung.
Ganz leise schlich ich auf meinen Samtpfoten die Treppe hinauf, aber oh Schreck: Die Wohnungstür war verschlossen und mein Katzentrick mit dem Sprung auf die Klinke konnte mir auch nicht helfen, denn da war gar keine Türklinke, nur ein runder Knauf, da konnte ich springen so oft ich wollte, die Tür blieb zu und nichts, was ich tat, kein Mauzen, kein Schreien, kein Kratzen – nichts öffnete mir die Tür.
Alle meine Menschen waren weg und ich saß ganz allein vor der Wohnungstür. Da bekam ich Angst und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich ging zu einer anderen Tür und kratzte dort, dann mauzte ich, aber auch dort blieb die Tür verschlossen. Diese Menschen waren wohl auch nicht zu Hause. Ich versuchte es noch an mehreren Türen und gelangte so immer weiter nach oben, aber ich sah keinen Menschen und schließlich verkroch ich mich ganz matt und hungrig unter einem Schuhschrank in der obersten Etage. Dort schlief ich schließlich vor Erschöpfung ein.
Inzwischen war einer meiner Menschen nach Hause gekommen, aber ich bemerkte davon nichts, es begann ein hektisches Umhertelefonieren, ein großes Suchen und Rufen, denn meine Menschen vermissten mich und machten sich Sorgen. Sie befürchteten, dass mir etwas zugestoßen sein könnte. Später erfuhr ich, dass alle meine Menschen die Umgebung abgesucht haben, obwohl sie sich nicht erklären konnten, wie ich aus der Wohnung herausgekommen war.
Nun hatte ich große Katzenangst, dass meine Menschen, besonders der große, mit mir schimpfen würden und mir böse sind, also verkroch ich mich noch tiefer unter den Schrank. Dann hörte ich Schritte auf der Treppe. Hin und hergerissen zwischen meiner Neugier und meiner Angst lauschte ich ganz aufgeregt und plötzlich hörte ich ein vorsichtiges Rufen: „Socke, kleine Mieze, Socke, wo bist du?“
Da konnte ich nicht anders und steckte ganz langsam meinen Kopf unter dem Schrank hervor. Und was sah ich da? Der kleine Mensch stand direkt vor mir – und plötzlich wurde ich gepackt und hochgehoben.
Ich zitterte ein wenig, aber der kleine Mensch streichelte mein Fell und redete beruhigend auf mich ein. Er trug mich zurück in meine Wohnung, wo ich gleich von meinem „Großen“ auf den Arm genommen und gekrault wurde. Das Mädchen sagte: „Peter hat sie gerettet.“ Ich aber ging erst mal auf die Katzentoilette, schließlich hatte ich dazu den ganzen Tag keine Gelegenheit.
Inzwischen füllte das Frauchen meine Futterschüssel und ich stürzte mich gierig darauf, hatte ich doch den ganzen Tag über nichts gefressen. Anschließend legte ich mich zu meinem Großen auf die Couch – die Welt war wieder in Ordnung.
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Happyday

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Montag, 31. Dezember 2012, 12:08

Hallo grit,
das ist eine wirklich süße Katzengeschichte :) Ich mochte Katzen eigentlich nie besonders, ich war immer eher ein Hundemensch, aber weil Freunde von meinen Eltern eine ganz tolle Katze haben, hat sich das geändert. Diese Katze hat sich spontan entschlossen, mich zu mögen, und seit dem mag ich Katzen auch gerne :)
Ich frage mich häufig, was meine Tiere wohl denken mögen, und deswegen finde ich allein schon das Thema deiner Geschichte sehr interessant.
Die Art wie du schreibst gefällt mir sehr gut, ich konnte mir alles bildlich vorstellen (was ich wichtig finde) und deine Schilderung er Katzengedanken ist sehr glaubwürdig- kurz, die Geschichte von Socke gefällt mir, und ich werde sie auf jeden Fall weiterlesen!
Lg, Happy =)

@Lupa: Die Geschichte ist so traurig ;( Ich finde es grausam, wenn Menschen ihre Tiere einfach so abschieben. Das könnte ich nicht. ;(
,___,
[O.O
/)__)
*~~"~"~~*


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Sonntag, 10. März 2013, 22:57

5. Ein paar ganz verrückte Tage

Vor ein paar Tagen bin ich mit einem ganz merkwürdigen Gefühl aufgewacht.
In meinem Körper hat sich alles ganz seltsam angefühlt. Ich wollte irgendetwas, aber wusste nicht, was.
Ich machte eigenartige Sprünge und Bewegungen, wälzte mich auf dem Teppichboden herum und konnte nicht anders, ich musste ganz laut schreien. Eigentlich wollte ich das gar nicht, aber das Schreien kam irgendwie ganz von selbst aus mir heraus. Hohe, fordernde, klagende Töne.
Hilfe suchend schaute ich meine Menschen an. Ich konnte gar nicht genug von ihnen allen gestreichelt werden. Mein großer Mensch balgte sich regelrecht mit mir. Was war nur mit mir los?
Nach ein paar Tagen war alles vorbei und ich war wieder ein ganz normales Kätzchen.
Ich hörte, wie meine Menschen sich über mich unterhielten. Dabei fielen einige sehr beunruhigende Worte wie rollig, Tierarzt und Kastrieren. Ich wusste zwar nicht, was das alles bedeutete, aber die Sorge und Unruhe in den Stimmen meiner Menschen machte mir ein wenig Angst.
Mein großer Mensch nahm mich ganz fest in die Arme und redete beruhigend auf mich ein, streichelte mich dabei und gab mir ein Leckerli, eines von meinen liebsten, eine kleine gelbe Kugel, die man erst ein bisschen in der Wohnung umherjagen konnte und die dann köstlich schmeckte.
Ich konnte gar nicht genug davon kriegen und bettelte so lange – das kann ich sehr gut, das könnt ihr glauben – bis ich noch so eine Kuller bekam.
Ich will euch mal genau erklären, wie ich das mache:
Zuerst schleiche ich um meinen großen Menschen herum und streiche ihm um die Füße. Wenn er auf dem Sofa sitzt, dann springe ich auf die Lehne und maunze, dabei stupse ich ihn mit der Pfote an und mache meine Augen ganz groß und rund. Wenn das noch nicht hilft, dann stupse ich noch mit meinem Kopf an seine Wange und an seine Nase und maunze dabei, aber nicht zu laut. Dann nehme ich noch einmal meine Pfote zu Hilfe und schaue ihn mit großen Augen an. Endlich habe ich es geschafft: „Kann man da widerstehen?“, sagt er dann meistens – und ich bekomme mein Katzenleckerli.
Das Frauchen schüttelt dann immer den Kopf und erzählt irgendwas von Konsequenz und erfolgreicher Strategie und lacht meinen großen Menschen regelrecht aus. Das gefällt mir gar nicht. Ich weiß auch ganz genau, dass ich so etwas wie eben bei Frauchen nicht zu versuchen brauche. Dafür klappt es bei den kleineren Menschen und bei dem ganz großen fast immer.
Heute weiß ich, dass dieses komische Gefühl, dieses Etwas-Wollen-und-nicht-Wissen-Was, für eine Katze ganz normal ist, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht hat.
Wenn ich draußen herumstreunen würde, dann würde ich in dieser Zeit einen Kater suchen, aber vielleicht würde es mir dann so gehen wie Mama. Es ist nicht leicht, ganz allein seine kleinen Kätzchen großzuziehen, wenn man draußen wild leben muss und kein Zuhause hat...

Seit einiger Zeit steht ein eigenartiger Gegenstand in unserer Wohnung. Es ist eine Art Tasche, aber sie hat an der einen Seite ein Netz und sehr lange Henkel. Das Teil stand einfach so da, niemand machte etwas damit. Ich schnupperte daran herum, aber es war nicht besonders interessant.
Einmal fand ich ein Leckerli darin. Dann lag auf einmal ein weiches Handtuch in dieser seltsamen Tasche – und darauf ein Leckerli. Das musste ich mir holen!
Ich schlüpfte hinein, aber plötzlich nahm mein Frauchen die ganze Tasche – mit mir drin hoch und machte sie zu.
Ich war gefangen! Sofort fing ich ganz laut zu schreien an, doch mein Frauchen redete beruhigend auf mich ein und gab mir durch das Netz hindurch ein kleines Stück Leckerli. Doch dann zog sie sich die Schuhe an, nahm ihre Handtasche und den Schlüssel in die andere Hand und zog die langen Henkel meines Gefängnisses über ihre Schulter.
So hing ich nun förmlich in der Luft.
Ich hatte zwar Boden unter den Pfoten, aber der war nicht fest - und dann geschah das Unglaubliche: Mein Frauchen ging mit mir aus der sicheren Wohnung hinaus.
In den Flur, wo ich mich schon einmal verlaufen hatte, die Treppe hinunter, wo ich schon einmal hilflos hinter der Tür gestanden und meinem großen Menschen hinterhergeschaut hatte.
Und dann hinaus.
So ein Lärm!
So viele fremde Gerüche und Geräusche.
Und außerdem war es ganz schön kalt.
Ich spürte die Hand meines Frauchens, die versuchte mich zu beruhigen, aber das half alles nichts - ich hatte einfach nur Angst, ganz große Angst. Aber das war noch nicht das Schlimmste.
Wir standen zusammen mit vielen anderen Menschen und warteten. Dann kam ein riesiges Ungetüm mit lautem Gebrumm an. Es quietschte auch ein bisschen und mein Frauchen ging mit mir in dieses Riesending hinein, zusammen mit all den anderen Leuten, die da gestanden hatten.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, was da drin für ein Lärm war. Alle redeten durcheinander, kleine Kinder weinten, größere kreischten laut, von irgendwoher kam auf einmal ganz laute Musik, eine laute Frauenstimme, die die Haltestellen ansagte, ließ mich jedes Mal erschrecken.
So ein Krawall - das tat meinen Ohren ganz fürchterlich weh.
Wir Katzen haben ja ein viel feineres Gehör als jeder Mensch, für unsere Ohren ist alles nicht nur doppelt, nein mehr als viermal so laut wie für ein Menschenohr.
Meine Angst wurde immer größer - ich konnte nicht anders, ich musste sie einfach hinausschreien, so laut ich nur konnte.
Weil ich aber so große Angst hatte, verkroch ich mich in die hinterste Ecke der Transporttasche, so dass mich niemand sehen konnte.
Dafür konnte man mich nun - trotz all dieses Lärms - um so besser hören. Ich schrie aus Leibeskräften, so laut, wie ich nur einmal vorher geschrien hatte, als ich noch ein ganz kleines Kätzchen war und Angst um meine Mama hatte.
Ich konnte hören, wie Leute immer wieder ungläubig fragten: "Ist da 'ne Katze drin?" und die scheinbar leere Tasche anstarrten, aus der mein Geschrei herauskam.
Mein Frauchen versuchte mich durch den Stoff hindurch zu streicheln. Sie hatte die Tasche auf den Schoß genommen. Wenn es nicht so laut und alles so unheimlich gewesen wäre, dann hätte ich es sogar ganz bequem gefunden.
Endlich stand das Ungetüm richtig still. Und es hatte aufgehört zu brüllen. Wir stiegen aus.
Doch das war noch nicht das Ende der Fahrt.
Wieder stieg mein Frauchen mit mir in so ein Ungetüm ein. Noch war es ganz ruhig, nur die Leute machten Krach. Nun, das konnte ich aushalten.
Rrrrrrrrrmmmm, Rrrrrrmmmm - mit einem geradezu unheimlichen Gedröhn fing jetzt auch dieses Ungeheuer zu lärmen an. Ich schrie meinen Protest heraus so laut ich konnte. Meinem Frauchen gelang es nicht mehr mich zu beruhigen. Mein Herz klopfte wie wild, meine Schreie wurden immer schriller...
Erst als wir aus diesem Unding heraus waren, konnte ich mich wieder ein bisschen beruhigen.
Mein Frauchen ging mit mir über die Straße. Überall laute Geräusche, Brummen, Quietschen, Rumpeln.
Endlich Ruhe.
Wir waren in ein Haus gegangen.
Mein Frauchen stellte die Transporttasche mit mir auf einen Stuhl. Vorsichtig lugte ich durch das Netz. Es war ein Zimmer mit einigen Stühlen, auf denen ein paar Leute saßen - gegenüber stand ein großer Korb - und darin lag - man glaubt es kaum - eine Katze. Auf dem Fußboden saß ein kleiner Hund.
Es roch eigenartig. Ich wusste nicht genau, warum, aber eines war sicher: Dieser Geruch bedeutete nichts Gutes.
Mein Frauchen trug mich in ein anderes Zimmer, dort war der seltsame Geruch noch stärker. Sie machte die Tasche auf, und auch wenn ich mich ganz klein gemacht und in der hintersten Ecke verkrochen hatte - sie schaffte es schließlich mich auf einen großen Tisch zu setzen. Eine freundliche Stimme - sie gehörte einer Frau in einem Kittel - redete beruhigend auf mich ein. Dann sprach diese Frau mit meinem Frauchen, doch auch wenn ich alles hören konnte - ich verstand nichts weiter, als dass ich hier bleiben musste. Mein Frauchen streichelte mir den Kopf und ging hinaus. Ich blieb ganz ruhig sitzen, denn jetzt erinnerte ich mich, dass ich so einen Geruch schon einmal in der Nase hatte. Damals, als ich noch ganz klein und blind war, hatte ich so etwas schon einmal gerochen. Und man hatte mir geholfen. Es war nicht schlimm gewesen - beim Tierarzt.

Was dann passiert ist, weiß ich nicht mehr, ich glaube, ich habe eine Spritze bekommen und bin eingeschlafen. Als ich wieder aufgewacht bin, war ich in einem Käfig! Aber ich war zu müde, um mich darüber aufzuregen, dass ich nicht herumlaufen konnte und so schlief ich noch ein bisschen.
Vielleicht waren es auch ein paar Stunden, ich weiß es nicht mehr. An meinem Bauch tat es ein bisschen weh, aber als ich mir die Stelle anschauen und sie ablecken wollte, kam ich nicht heran, denn man hatte mir einen merkwürdigen Kragen um den Hals gelegt. Das war sehr unbequem, denn ich konnte mich so nicht an allen Stellen ablecken, wie es eine Katze nun mal tun muss um sich sauber zu halten.
Ich versuchte also das Ding loszuwerden, aber es klappte nicht. Was ich auch versuchte - das Ding blieb an meinem Hals.
Doch bevor ich richtig wütend darüber werden konnte, ging die Tür auf und die freundliche Frau nahm mich auf den Arm und setzte mich auf den Tisch.
Und da kam mein Frauchen zur Tür herein. Sie redete noch ein paar Minuten mit der Tierärztin, dann stellte sie die Transporttasche auf den Tisch und setzte mich vorsichtig hinein.
Wir gingen hinaus - und nun wusste ich schon, was kommen würde, sobald ich den Lärm der Straße hörte.
Wieder fuhren wir in einem dieser Ungetüme, aber mir fehlte die Kraft mich jetzt darüber aufzuregen. Ich machte einfach meine Augen zu, nachdem ich mich wieder in die hinterste Ecke der Tasche verzogen hatte.
Wie oft mein Frauchen die Frage:"Ist da eine Katze drin?" diesmal beantworten musste, weiß ich nicht, ich habe von all dem Krach um mich herum einfach keine Notiz genommen.
Endlich waren wir wieder zu Hause. Nun würde ich diesen dummen Kragen endlich loswerden.
Doch da hatte ich mich geirrt. Mein Frauchen dachte gar nicht daran, mich von diesem Ding zu befreien.
Doch wozu ist man Katze!
Ich zog alle Register, schrie, maunzte kläglich, versuchte meinen Kopf von dem Kragending zu befreien, stemmte mich gegen die Wand und versuchte mit aller Kraft das lästige Etwas kaputt zu kriegen. Schließlich gaben meine Menschen auf. Ich leckte ganz vorsichtig die schmerzende Stelle an meinem Bauch.
Ich wusste, morgen früh würde ich mit meinen Menschen schmusen, mich streicheln lassen und ein leckeres Katzenmenü würde in meinem Futternapf auf mich warten.
Beruhigt legte ich mich in mein Körbchen und schnurrte mich in den Schlaf.
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Viel Spaß beim Lesen.

ozoil

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9

Montag, 11. März 2013, 07:30

Guten Morgen :D,

dieses Kapitel kannte ich noch nicht. Wie immer sehr einfühlsam beschrieben.Ich konnte die Panik von Socke förmlich spüren. Unserem Duke haben wir eine feste Transportkiste gekauft. Wir fahren aber mit dem Auto und da sollte sie ja auch Schutz bieten. Allerdings jammert Duke auch in den höchsten Tönen, was er sonst nie macht. Super und Dankeschön für diese tolle Geschichte aus Katzensicht!

LG Ozoil
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10

Montag, 11. März 2013, 08:59

Die Transporttasche ist für eine Fahrt mit dem Bus, besonders, wenn er voll ist, einfach besser geeignet, weil man sie - wie beschrieben - auf den Schoß nehmen kann. So eine große Box ist da eher unbequem. Außerdem kann man die Tasche umkrempeln, um das verängstigte Tier herauszubekommen...
( Die Katze meiner Schwiegereltern muss in die Box - die ist zu groß und zu schwer, während unsere in der Tasche ja noch Platz hat. )
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11

Montag, 11. März 2013, 19:55

Hallo Grit
schon klar. Woher sollst du auch wissen das Duke etwas gegen solch einen Transport hat in der Tasche.
Und für den Bus ist es wirklich viel zu sperrig!
LG Ozoil
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