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Happyday

Quidditch-Star

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Mittwoch, 3. August 2011, 21:10

Eisblumen (Kapitel 17 endlich online!! :) )



(von Links nach Rechts: Zala, Emilia, Dejan. Leider fehlt Felix :( Aber wenn ihr "Harry Styles" googelt, habt ihr ein perfektes Bild von ihm ;) Das Banner ist von Rocking Virus. Danke!*-* )



Hallo ihr :)
Nachdem ich 2 Oneshots geschrieben habe, die bei euch doch recht gut angekommen sind, habe ich mich entschlossen, es nochmal mit einer Fanficiton zu versuchen. Sie wird wahrscheinlich etwas länger und ich freue mich über jeden Leser und jeden Kommentar :)


Zeit: 1973- 1981

Personen: Zalona (Zala) Sapunova, Emilia Jordanova, Dejan Voinova, (alle selbst erdacht, und noch ne Menge Statisten), Lily Evans, Rumtreiber,...

Länge: Ich denke, so um die 24- 25 Kapitel.Die Geschichte wird unterteilt in zwei Teile. Der erste Teil ist jetzt fertiggestellt und spielt in Zalas erstem Jahr. Die zweite Hälftel spielt im fünften Jahr und umfasst die Hauptgeschichte. Es wird wohl am längsten werden, bis 10 Kapitel oder mehr. Eventuell folgt auch noch ein Epilog.





So, genug erklärt ;) Hier kommt das erste Kapitel.
Ich hoffe natürlich, dass euch meine Geschichte gefällt.
Ich wäre euch für Kommentare und Kritik sehr dankbar, denn Leser sind die beste Motivation für einen FF Autoren und ich freue mir über jeden Kommentar einen Keks ^^

Viel Spaß ;)






1. Reise In den Albtraum


Zalona starrte schweigend aus dem Autofenster. Städte, Dörfer, Wiesen und Felder zogen an ihr vorbei. Der Himmel war grau und verhangen, doch hin und wieder riss die dichte Wolkendecke auf und die Sonne tauchte das silberne Auto, das bereits seit Stunden über die abgelegensten Straßen Bulgariens fuhr, in ihr helles Licht. Es glitzerte und funkelte warm, golden und entlockte Zala ein leichtes Lächeln.
Doch dieses Lächeln berührte nur ihre Lippen. In ihrem inneren war Zala zum Weinen zumute. Heute war es so weit. Der Tag, dem sie zitternd entgegen gebangt hatte, war gekommen. Durmstrang. Warum Durmstrang? Warum konnte es nicht eine andere Schule sein? Warum?

Fynn, Zalas kleiner Hund, ein Kreuzung aus Bobtail und Niffler, winselte in seinem Weidenkörbchen. Zala hob den Kopf. Noch immer ohne zu sprechen nahm sie ihn aus dem Transportkorb.
Er rollte sich auf ihrem Schoß zusammen und schnüffelte lautstark an ihrer Sweatshirtjacke herum.

„Zalona, lass doch den Hund in seinem Korb. Wir sind gleich da.“, drang die hochmütige Stimme von Zalas Mutter, Amelia Sapunova, an Zalas Ohren.
Wütend starrte Zala den Hinterkopf ihrer Mutter an. Ach, nun fiel ihr auf, dass Zala noch da war? Nun, da Diese etwas getan hatte, was Amelia nicht guthieß? Fünf Stunden lang hatte Madame Sapunova kein Wort mit Zala gesprochen, ebenso wenig ihr Ehemann, Wladimir Sapunova.
Denn Zala hatte ihnen fünf Stunden lang keinen Anlass zum schimpfen und nörgeln gegeben. Sie hatte nur aus dem Fenster gestarrt und geschwiegen.

Schweigen war das beste Rezept, das Zala kannte, um sich keinen Ärger einzuhandeln. Sie und ihre Eltern hatten so grundverschiedene Lebenseinstellungen, dass jedes längere und tiefsinnigere Gespräch nur zu Uneinheit und Streit führte.
Also hatte Zala den Großteil ihres Lebens damit verbracht, die perfekte Tochter zu spielen, zu schweigen und ihre wahren Gedanken vor ihren Eltern zu verbergen.


Eine halbe Stunde später stieg Zala aus dem Auto. Sie waren mitten in einem Wald, einem großen, düsteren, mit Nebelschleiern verhangenen Wald. Die letzen 30 Minuten waren sie durch diesen Wald gefahren und nun waren sie am Ziel: Dem Mandrasee.

Von hier aus reisten die Schüler in Schiffen nach Durmstrang ab. Das wusste Zala. Zwar sprach sie normalerweise kaum mit ihren Eltern, doch hatten sie Zala im letzen halben Jahr mit Informationen über Durmstrang überflutet.
Nun war Zala bestens im Bilde, doch sie wünschte sich, sie wäre es nicht. Ihre Eltern waren bei jeder Erwähnung der Bulgarischen zauberschule ins Schwärmen geraten. Zala hatte ihren langatmigen Vorträgen
entnommen, dass Durmstrang eine Schule für schwarze Magie war. Sie passte also hervorragend in die Lebensphilosophie der Sapunovas.
Zala allerdings verabscheute die dunklen Künste und hatte sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt, nach Durmstrang gehen zu müssen, doch ihre Eltern waren hart und kalt wie Stein. Sie ließen sich nicht erweichen.

So stand Zala nun am Ufer des Mandra Sees und schaute sich um. Das erste, was ihr auffiel war, dass die Umgebung sehr düster und kalt war. Das Wasser war stahlgrau, keine Briese kräuselte die glatte Oberfläche.
Der Wald war dunstig, schwarz, unheimlich. Mitten im See, gut 900 Meter vom Ufer entfernt, ragten majestätische, glatte graue Felsen empor. Sie wirkten mit ihren scharfen Zacken und Kanten, die ihnen boshafte Fratzen zu verleihen schienen, sehr beängstigend.

Am Ufer des Sees lagen riesige Boote an Stegen vertäut. Sie waren hoch, aus scheinbar ziemlich morschem Holz und sahen aus wie Geisterschiffe. Ihr dunkles Holz, die kleinen Bullaugen, die einem das Gefühl vermittelten, beobachtet zu werden und die hohen Masten, die wie drohende Wächter über dem Treiben am Seeufer emporragten,
wirkten nicht sehr einladend.

Zala gefiel ganz und gar nicht, was sie sah. Sie schauderte und ließ ihren Blick dann über das geschäftige Treiben am Seeufer schweifen. Schüler, die einander lautstark begrüßten, mit ihren Familien Koffer an Bord der Schiffe schleppten, verzweifelte Eltern, die nach ihren Kindern riefen um endlich schwere Gepäckstücke loszuwerden und wieder jüngere Schüler, die sich unter Tränen von ihren Eltern verabschiedeten.


„Nun, Zala, dann mal los.“, sagte Zalas Mutter, Amelia Sapunova.
Ohne ein Wort griff Zala nach Fynns Körbchen und überließ es ihrem muskulösen Vater, den schweren Schrankkoffer zu schleppen.
Sie schulterte ihren Rucksack und lief dann ihren Eltern hinterher, die sich bereits auf den weg zu einem der Schiffe gemacht hatten.

Zalas Vater lies den Koffer auf einem Steg zu Boden fallen. Die wütende Zala nahm das als Aufforderung, das Schiff, das am Steg lag, zu
besteigen.
Zalas Mutter trat auf sie zu und umarmte sie.
„Viel Spaß in der Schule, Zalona.“, sagte sie ausdruckslos und lies Zala nach einer kurzen, steifen Umarmung sofort wieder los.
Kein Kuss, keine aufmunternden Worte. Warum auch?
„Ja, viel Spaß, benimm dich, Zalona.“, verabschiedete sich Zalas Vater. Dann trat er nahe zu Zala heran, so nahe, dass Zala nur noch sein markantes Gesicht sehen konnte.
„Das `benimm dich´ meine ich ernst. Ich werde davon hören, wenn du dich schlecht benehmen solltest oder dem Ruf unserer Familie
in irgendeiner Art und Weise Schaden zufügen solltest. Hast du mich verstanden, Zalona Sapunova?“
Ängstlich nickte Zala.
„Sehr schön.“ Mr Sapunova trat zurück. „Ein gutes Schuljahr.“

Damit drehten er und seine Frau sich um und ließen Zala allein mit ihrem schweren Koffer, dem Rucksack und Fynns Korb mitten in einer Menge Menschen stehen.
Zala war zum heulen zumute. Sie spürte den vertrauten Klos in ihrem Hals aufsteigen und war sicher, gleich würde sie anfangen zu weinen. Dass sie von allen Seiten angerempelt und
geschubst wurde, machte die Sache auch nicht besser. Am besten, sie stieg schnell in das Schiff ein, das vor ihr am Steg verankert war, suchte sich eine leere Kajüte und richtete sich seelisch darauf ein, die nächsten sieben Jahre in einem Albtraum zu leben.


Ächzend zog Zala den Koffer hinter sich her. Mehrmals fiel er ihr hin, auf ihre Fersen, schlug ihr den Hundekorb aus der Hand und lies sie stolpern.
Stumme Tränen der Verzweiflung rollten über Zalas Wangen, während sie sich immer wieder schluchzend aufrappelte um sich weiter zu schleppen.
Endlich hatte sie es geschafft, ihren Koffer und ihr restliches Gepäck in das große, unheimlich Schiff zu wuchten. So schnell es der Schrankkoffer erlaubte, humpelte Zala über den gang
.
Die meisten Kajüten schienen bereits besetzt zu sein. Klar, die am Eingang waren beliebt. Zala musste sich also weiter ins innere des Schiffes schleppen, was ihr gar nicht behagte, aber weil sie einfach nur allein sein wollte, nahm sie es in Kauf.

Endlich war sie zu einem leeren Abteil gelangt. Sie stieß die Türe auf und trat ein. Es war gemütlicher, als sie gedacht hatte.
Die Kajüte sah aus wie ein komfortables Zugabteil. Die roten Sitze wirkten ziemlich knuddelig und weich. Es war sauber, vor dem Fenster stand ein kleines Tischchen, der
Boden war aus hellem Holz.
Zala hatte eigentlich gedacht, es gäbe keine Fenster, nur Bullaugen, da sie von außen nur diese gesehen hatte, doch das Abteil war Lichtdurchflutet.
Zala schloss die Türe. So wie es aussah, würde wenigstens die Reise in den Albtraum nicht allzu unbequem werden. Sie versuchte mit aller Kraft, die sie aufbieten konnte, ihren Koffer in die Gepäckablage über einem Sitz am Fenster zu wuchten, doch er war so schwer, dass sie es nicht schaffte.
Schnaufend, keuchend und mit schmerzendem Rücken sank sie auf einen der Sitze. Sie gab es auf und lies den Koffer einfach mitten im
Abteil stehen. Sie war ja sowieso alleine. Dann ließ sie Fynn aus dem Körbchen.
Er zischte begeistert heraus, sprang Zala auf dem Schoß und leckte ihr mit seiner Rosa Zunge einmal quer durch das Gesicht, was Zala für einen Moment von ihrem Kummer ablenkte. Sie drückte Fynn fest an sich und flüsterte:
„Wenigstens du hältst immer zu mir, egal was ist, nicht wahr, Fynni?“ der kleine Hund blickte sie mit seinen treuen Augen an und Zala kamen wieder die Tränen.
Sie war so alleine, sie hatte niemanden, keine liebenden Eltern, keine Freundinnen. Doch, natürlich hatte sie Eltern. Doch sie liebten Zala nicht.


Plötzlich ertönte von draußen ein durchdringendes Geräusch, es klang wie das Hupen eines Nebelhorns und Zala zuckte erschrocken zusammen. Sie spürte, wie sich das Schiff in Bewegung setzte ,schaute auf ihre Uhr und wagte einen Blick aus dem Fenster. Aha, es ging los. Es war 9 Uhr.

Das Schiff, indem Sie saß, fuhr an der Spitze und führte die anderen. Doch wohin ging es? Sie fuhren über den Nebelverhangenen See auf die Felsen zu. Zala bekam Panik. Sie steuerten nicht um die Felsen herum, sondern genau darauf zu!
Sie
würden dagegen schellen und untergehen! Verängstigt klebte sie an der Fensterscheibe und sah mit angstvoll aufgerissenen Augen, wie sie dem Felsen immer näher kamen. Sie würden jede Sekunde dagegen stoßen! Jetzt!

Zala kniff mit rasendem Herzen die Augen zusammen und wartete auf den Aufprall. Doch nichts geschah. Stattdessen hatte Zala das Gefühl, als würde das Schiff in einen Abfluss gesaugt. Es wirbelte sehr schnell um die eigene Achse und ihr wurde Übel. Dann war es vorbei. Sie glitten ruhig dahin.
Keuchend öffnete Zala die Augen und schaute aus dem Fenster. Sie schwebten unter Wasser dahin! Grüne Unterwasserlandschaften zogen an ihren Augen vorbei,
Seetangwiesen wogen sich sanft in der Strömung, ein paar Fische glitten geschmeidig durchs Wasser.
Zala kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und die Übelkeit war vergessen. Bewundernd blickte sie hinaus in die ihr so fremde Welt. Davon hatte man ihr zuhause nichts erzählt.Sie war vollkommen überwältigt. Eine tolle Art, zur Schule zu gelangen! Per U-Boot...


Plötzlich öffnete sich die Tür der Kajüte und ein Mädchen mit blonden Locken steckte den Kopf herein. Sie schaute sich kurz um und lächelte Zala etwas schüchtern an.
„Hallo, darf ich mich vielleicht zu dir setzen? Die übrigen Kajüten sind alle voll...“, sagte sie.
„Klar, komm rein!“, antwortete Zala und erwiderte das Lächeln des Mädchens.
Es öffnete die Türe, verschwand im Gang und tauchte sofort mit einem Schrankkoffer auf, der mindestens so groß war, wie der von Zala. Sie schob ihn ächzend an, doch er ließ sich kaum bewegen.
„Warte, ich helfe dir“, bot Zala an und stand auf.

Sie quetschte sich an ihrem
eigenen Koffer vorbei, der immer noch mitten im Raum stand, schob Fynn beiseite, der sich kläffend um ihre Fersen schlängelte, steckte ihn in seinen Korb und half dem fremden Mädchen, seinen Koffer ins Abteil zu wuchten.

Außerdem hatte die Fremde noch einen Käfig mit einem Minimuff dabei. Zusammen hatten sie es dann doch geschafft. Keuchend ließ sich Zala wieder auf ihren Sitz sinken. Das Mädchen nahm ihr gegenüber Platz, den Käfig mit dem Minimuff auf dem Schoß.
„Danke!“, sagte sie lächelnd.
„Ich bin Emilia Jordanova. Das da“, sie deutete auf den Käfig,“ ist Nellie, mein Minimuff. Und
wer bist du?“

Zala lächelte zurück. Emilia war ihr recht sympathisch.
„Ich heiße Zalona Sapunova. Du kannst mich aber Zala nennen. Und das“, sie zeigte ihrerseits auf Fynn, der sich in seinem Korb eingekringelt hatte und misstrauisch Nellie, den Minimuff, beäugte, „Ist mein Hund Fynn.“

„Sapunova?“ Emilia pfiff durch die Zähne. „ Sind die Sapunovas nicht diese sehr alte, sehr reiche Reinblüterfamilie?“
Zalas Laune sank schlagartig. „Ja.“, sagte sie knapp und wandte den Kopf von Emilia ab. Na toll. Das erste, was ein fremdes Mädchen sagte, als es Zalas Namen hörte, war eine Bemerkung zu deren einflussreicher Familie.
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Mittwoch, 3. August 2011, 21:11

Doch Emilia merkte offenbar, dass sie etwas Falsches gesagt hatte, denn sie warf Zala einen überraschten Blick zu und wechselte dann schnell das Thema.

„Weist du viel über Durmstrang? Meine Eltern konnten mir nicht viel erzählen, sie haben beide eine Schule in England besucht, sie sind erst ein Jahr vor meiner Geburt hierher gezogen, also vor 14 Jahren. Und meine Oma wollte mir auch nichts verraten. Hast du zuhause mit deinen Eltern über Durmstrang reden können?“

Das war auch nicht die Art von Gesprächsthema, die Zala sich wünschen würde, es kam ihren Eltern zu nahe, doch sie ließ sich auf ein Gespräch ein. Was sollte schon passieren?

„Nun ja, meine Eltern sind beide nach Durmstrang gegangen und sie haben mir sehr viel erzählt. Was möchtest du denn wissen?“, fragte sie und schaute Emilia erwartungsvoll an. Diese hatte die Stirn gerunzelt und ihre blauen Augen blickten nachdenklich. Dann lächelte sie wieder.

„Ich möchte gerne wissen, ob wir in Durmstrang in verschiedene Häuser eingeteilt werden. In der Schule, die meine Eltern besuchten, wird das so gemacht. Weist du etwas darüber?“


Zala strahlte sie an, Ihre Scheu und ihr Misstrauen schrumpften. Emilias unbefangene, fröhliche Art lockerte ihre Anspannung.

„Darüber kann ich dir einiges erzählen. Meine Mutter hat einen ganzen Abend damit verbracht, mir Informationen über die Einteilung der Schüler einzutrichtern.
Also, in Durmstrang handhaben sie es so:
Man durchläuft sieben Schuljahre, wir werden also dort sein, bis wir 20 sind. Die Schüler werden nach Jahrgängen eingeteilt.
Und jeder Jahr
gang hat einen Namen. Die erste Stufe heißt Nymaja, die zweite Bormasina, die dritte Kilija, die vierte Objava, die fünfte Avistria, die sechste Istorija und die siebte Targavija.
Die Schüler sind Stufenweise an verschiedenen Orten im Schloss untergebracht, das bedeutet zum Beispiel für uns, die Erstklässler, dass wir ins Haus Nymaja kommen.
Wir werden dort das erste Schuljahr mit den anderen Erstklässlern verbringen.
Im zweiten Schuljahr kommen wir dann in das haus Bormasina. Wir ändern allerdings nur den Namen des Hauses, die Schlafsäle und den Gemeinschaftsraum behalt
en wir, ebenso die Waschräume.
Im siebten Schuljahr werden wir also dann im Haus Targavija sein, aber immer noch im gleichen Bett schlafen, wie im ersten Schuljahr.
Dieses Konzept dient dazu, Ordnung in die Schule zu bringen, du weißt schon, alle Schüler nach Alter geordnet, hübsch ordentlich zusammen, sodass man nicht den Überblick verliert.

Es wird auch ein Quidditchwettkampf zwischen den Häusern ausgetragen. Am Ende des Schuljahres wir ein Quidditchpokal verliehen. Soweit ich weis, werden die Eingänge zu den Gemeinschaftsräumen bewacht und man muss ein Passwort wissen oder eine Frage beantworten oder so.
Mädchen und Jungenschlafsäle sind natürlich getrennt und es gibt zwei sehr große Waschräume, einen für Jungs und einen für Mädchen. Soweit ich gehört habe, gibt es aber auch ein paar Schlafsäle, die ein eigenes Bad haben.
Man muss aber ziemlich Glück haben, um so einen zu bekommen, denn die sind echt selten. Pro Haus gibt es, glaub ich, zwei oder drei.“

Zala beendete ihren Vortrag und Emilia blickte sie einigermaßen fassungslos an.

„Wow. Du bist ja ziemlich gut informiert!“, meinte sie bewundernd. Zala grinste.
„Meine Eltern haben mich geradezu überflutet mit Informationen. Ich bin ein wandelndes Durmstranglexikon.“
Emilia lachte und Zala stimmte ein. Das Eis zwischen den beiden war endgültig gebrochen.


Eine ganze Weile verbrachten die beiden glücklich schwatzend allein in ihrem Abteil. Sie hatten so viele Gesprächsthemen, dass es ihnen nicht langweilig wurde.
„Ich wollte schon immer gerne einen Hund haben!“, seufzte Emilia mit einem sehnsüchtigen Blick auf Fynn.
„Aber mein Vater ist allergisch gegen Hundehaare.“ Liebevoll blickte sie auf Nellie hinab, die auf ihren Schoß saß.
„Ich hab ja Nellie.“, sagte sie und kraulte den Minimuff, der daraufhin zufriedene Geräusche von sich gab.

„Fynni ist eigentlich gar kein richtiger Hund.“, erklärte Zala.
„Sonst könnte ich ihn ja nicht mit in eine Zaubererschule nehmen. Er ist halb Bobtail, halb Niffler.“ Emilia machte große Augen.
„Cool! Wo hast du ihn denn her?“


So verbrachten sie etwa3 Stunden, vertieft ins Gespräch, während die wundervolle Unterwasserlandschaft an ihnen vorbeizog.

Gegen frühen Mittag öffnete sich die Kajütentüre noch einmal. Eine Gruppe Mädchen stand im Rahmen.
„Hallo! Sind bei euch noch ein paar Plätze frei?“, fragte ein großes, schwarzhaariges Mädchen mit fröhlichem Gesicht.
„Wir sind aus dem Abteil nebenan geflüchtet, da saßen lauter Jungs drin, die haben uns fast wahnsinnig gemacht.“
„Sicher doch, kommt rein!“, sagten Zala und Emilia ich Chor.

Wie sich herausstellte, waren die Mädchen, drei an der Zahl, genauso alt wie Emilia und Zala, nämlich 13 Jahre. Die große, dunkelhaarige hieß
Deniza Winech.
Sie war hübsch, aber überhaupt nicht eingebildet. Ihre dunklen Augen blitzen.
Die zweite war kleiner, hatte glatte, blonde Haare, blaue Augen und ein kleines Speckbäuchlein. Sie hieß Tinka Georgiva und war ebenfalls sehr nett, wenn auch etwas schüchtern.
Die dritte war schlank uns schien sehr sportlich. Sie hieß Maja Bojanova, hatte lange, karamellfarbene Haare und braune Augen. Sie war lustig und sehr fröhlich.


Die Mädchen entwickelten schnell ein lebhaftes Gespräch.
„ Ich warne euch vor, die Jungs da nebenan sind der blanke Horror“, meinte Deniza.
„Total laut und nervig.“
„Ja, der eine, wie hieß er doch? Dejan Voinova oder so... jedenfalls hat der...“

Zala lehnte sich in ihrem Sitz zurück und beobachtete glücklich die fröhlichen Mädchen, die um sie herumsaßen und munter schwatzten. Sie mochte diese Mädchen sehr und hoffte, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben richtige Freundinnen finden würde.

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Das war das erste Kapitel. Ich hoffe, es hat euch gefallen! =)
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Remus.Lupin

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Mittwoch, 3. August 2011, 21:25

RE: Eisblumen

Die FF gefällt mir bisher seeehr gut! Bin gespannt, wie du sie fortsetzt =) Das mit Durmstrang ist mal was Neues. Weiter so!

You want weapons? We’re in a library!
Books! The best weapons in the world!


Legends never die.
They become a part of you.


ozoil

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Samstag, 6. August 2011, 22:06

RE: Eisblumen

Hallo Happyday,

schön mal etwas anderes zu lesen.
Von Dumstrang hatte ich bisher nicht viel gehört. Deshalb finde ich schon die Überfahrt mit dem Boot ganz toll beschrieben.
Ich persönlich würde mir mehr Absätze wünschen. Da können die Augen entspannter lesen.(Mir geht es so!)
Zala ist wohl so ein Gegenstück zu Sirius. Alte reiche reinblütige Familie, aber Revoluzzer!
Das wird sicher spannend!
Mir gefällt es und ich hätte gerne mehr!

Mach weiter so!
Ozoil -mehr Leistung bei weniger Verschleiß

Dieseldope - Chiptuning ohne Chip!
Fast wie Zauberei

Happyday

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Sonntag, 7. August 2011, 19:03

Hey ihr beiden!
Schön, das es euch gefällt, vielen Dank für eure Kommentare!

@Remus: Vielen Dank, meine treue Leserin! :D
@ozoil: Vielen Dank! Ich werde im nächsten Kapitel mehr Absätze einbauen, dann ist es sicher besser zu lesen =) Ja, Zala ist im Prinzip das Gegenstück zu Sirius und sie hat eine sehr interessante Geschichte. Das kommt wahrscheinlich in einem der nächsten Kapitel. Und Sirius kommt auch noch ins Spiel. Aber ich will ja nicht zu viel verraten :O :]

Auf jeden Fall vielen Dank für eure Kommentare, Remus und ozoil! Ich werde die Geschichte weiterschreiben, das nächste Kapitel kommt am Samstag ;)

Liebe Grüße
Happy =)
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HufflepuffsUrenkel

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Montag, 8. August 2011, 00:20

Die anderen haben es ja schon gesagt: Deine Hauptperson Zala kann interessant werden.
Hast du eigentlich vor, Lily einzubeziehen? Würde mich interessieren.

Auf jeden Fall: Weiter so, das wird gut!
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

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Montag, 8. August 2011, 10:51

So, endlich bin ich dazu gekommen, dein erstes Kapitel in aller Gemütsruhe zu lesen.
Du machst Appetit auf mehr.
Da wir ja über Durmstrang in den HP-Büchern nicht viel mehr erfahren, als dass es dort ziemlich kalt ist, da Pelzmützen zur Schuluniform gehören, kannst du dich da richtig austoben und deiner Phantasie freien Lauf lassen - was du ja auch schon gehörig getan hast.
Das mit den Schiffen liest sich sehr gut, auch die Gefühle deiner Hauptfigur kann man sehr gut nachvollziehen. Sicherlich erfahren wir später noch mehr darüber, wieso sie sich von ihren Eltern nicht geliebt fühlt.
Noch ein Hinweis zu den slawischen Namen. Die Form -owa wird nur bei den weiblichen Personen angehängt, und zwar sowohl , wenn es um den Vatersnamen ( im Russischen ) als auch um den Familiennamen geht.
Männliche Namen enden auf -ow oder -in, können auch komplett anders sein, aber auf keinen Fall auf -a enden, der Vater deiner Hauptfigur heißt also Sapunov, und wenn man von der Familie spricht, sind es die Sapunovs ( historisch bedingte männliche Dominanz, was will man machen... ;) )
( Bei Frauen muss man das nicht ganz so eng sehen, die brauchen nicht unbedingt in jedem Fall das -a, besonders, wenn sie einen fremden Namen haben. )

Ich werde deine Geschichte auf jeden Fall weiter verfolgen, es liest sich flüssig, du hast interessante Ideen - das hat auf jeden Fall Potential.

Besonders den Anfang mit der Autofahrt finde ich sehr gelungen, man wird sofort in die Geschichte hineingezogen und kann mit deiner Hauptfigur mitfühlen - und es wird eine Menge Ungesagtes über die Beziehungen in dieser Familie deutlich.

Ich habe noch ein paar Kleinigkeiten gefunden, dazu schreibe ich dir noch eine PN.
Hier geht's zu meiner FF


http://www.harry-potter-community.de/ind…&threadID=13673

Viel Spaß beim Lesen.

Glinda Arduenna

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Donnerstag, 11. August 2011, 01:04

Hey!
Also, zuerst mal ein ganz großes Lob für deine ff! Mir gefällt dein Schreibstil, er reißt einen richtig mit, so dass man am Anfang Mitleid Zala hat und sich später mit ihr über ihre neuen Freundinnen (?) freut. Auf Durmstrang bin ich schon sehr gespannt, die toll geschilderte Überfahrt mit dem Schiff lässt auf mehr fantasievolle Überraschungen hoffen. Das einzige (wirklich nur sehr kleine) Manko ist die abenteuerliche Groß- und Kleinschreibung. ;)
Auf jeden Fall freue ich mich schon darauf, bald mehr von Zala zu lesen und bin gespannt, wie es weiter geht!
Meine neue Fanfiction (Achtung Off Topic!):
Changed - Wie ich bin
Zweites Kapitel online!

„Wusch, wusch!“
Mein Oneshot: Dobby erzählt...

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Samstag, 13. August 2011, 15:53

Hallo!
Einen lieben Dank an alle, die mir Kommentare geschrieben haben, ich habe mich so gefreut!

@HufflepuffsUrenkel: Ja, Lily wird auf jeden Fall vorkommen ;)
@grit: Danke für deine PN! =)
@Glinda Arduenna: Ja, die Rechtschreibung :O ich werde im nächsten Kapitel mehr drauf achten. Freut mich, dass es dir gefällt! =)

So, hier kommt das versprochene nächste Kapitel. Ich hoffe, es gefällt euch =) Es ist ein etwas kürzeres Kapitel, das nächste wird wieder länger ;) Auf Kapitel 3 müsst ihr wahrscheinlich länger warten, denn es ist noch nicht fertig und ich werde es erst einstellen, wenn Kapitel 4 auch fertig ist ;) Ich hoffe, ihr lest trotzdem weiter!
Also dann, viel Spaß mit Kapitel 2! =)



2. Ein verstauchter Knöcheln und eine Erkenntnis

Bis dahin verlief die Reise relativ ereignislos. Gegen Mittag bekamen die fünf Mädchen Hunger. Emilia stand auf und trat nach draußen um nachzusehen, ob vielleicht eine Art Imbisswagen rundkam, so wie es, laut Ihren Eltern, im Hogwartsexpress der Fall war. Allerdings sah sie nichts dergleichen und kehrte enttäuscht wieder zurück.
„Dabei hab ich doch so einen Hunger.“, seufzte Emilia.
„Bekommen wir gar nichts zu essen?“, fragte sie Zala, doch die zuckte nur mit den Schultern. Sie hatte andere Bedürfnisse. Ihre Blase meldete sich zu Wort und ihre Botschaft war eindeutig. Zala erhob sich.
„Weis zufällig jemand, wo hier eine Toilette ist?“, fragte sie.
„Ja“, meinte Deniza. „Ich bin dorthin geflüchtet, als dieser Dejan heute Morgen in unserem Abteil sein ekliges Deo versprüht hat.“ Sie rümpfte ihr Stupsnäschen.

Emilia lachte hell auf.
„Was?“
Deniza fing an zu erklären, doch Zala, die eine Deo-Attacke eines fremden Jungen nicht besonders interessierte, machte sich auf den Weg, eine Toilette zu suchen, auch wenn sie jetzt nicht wusste, wo diese war.

Die Flure lagen da wie ausgestorben. Zalas Schritte hallten laut auf dem morschen Holzboden, was sie ziemlich unangenehm fand. Es war ziemlich dunkel in den Gängen. Hier gab es, im Gegensatz zu den Abteilen, keine Fenster, sondern nur Bullaugen. In regelmäßigen Abständen wurden die Gänge von schummrig grünem Unterwasserlicht beleuchtet, das durch die runden Fenster hineinfiel. Zala gruselte sich. Sie liebte Wärme und Licht, doch dieses Schiff war alles andere als warm und hell. Unbehaglich schlich sie weiter. Wo war denn bloß diese blöde Toilette? Warum hatte sie nicht auf Denizas Erklärung gewartet? Warum musste dieses Schiff bloß so gruselig sein?

Zala erinnerte sich an etwas, das ihre Tagesmutter, Erzieherin und beste Freundin Louisa Heymann ihr vor vielen Jahren geraten hatte.

„Wenn du dich fürchtest, singe ein Lied. Es lenkt dich ab und macht dich glücklich.Das mag sich komisch anhören, Zala, aber mir hat es oft sehr geholfen.“

Mhh, na gut. Singen, hier? Lieber nicht.Zu peinlich. Andererseits... hier war keiner. Sie war vollkommen allein auf den Fluren, also... warum nicht?

„Give me attention, I need it now. Too much distance to measure it out, out loud. Tracing patterns across a personal map and making pictures where the lines overlap…”

Tatsächlich, Zala fühlte sich viel besser! Ermutigt trällerte sie weiter.

„Now i’ve got the feeling if I sang this loud enough, you would sing it back to me. I’ve got a feeling, I’ve got a feeling, YOU would sing it back to me…”

Dejan Voinova trat aus der Jungentoilette und machte sich auf den Weg zurück in sein Abteil. Mit vom Waschen noch feuchten Händen hüpfte er den Korridor entlang. Plötzlich blieb er überrascht stehen und lauschte. Eine helle, weibliche Stimme hallte durch den Gang. Sie sang ein Lied, das Dejan nicht kannte, und das verblüffend gut. Neugierig spitzte Dejan die Ohren. Die Stimme kam immer näher, wurde jedoch plötzlich heiser und verstummte dann. Ein lautes rascheln hinter ihm ließ Dejan herumfahren. Im Schatten sah er eine Maus verschwinden. Mann, dieses Schiff war Dejan, so mutig und tapfer er vor seinen Freunden auch getan haben mochte, einfach nicht geheuer. Er drehte sich wieder um und wollte weitergehen, doch in diesem Augenblick schlug ihn etwas hart zu Boden. Ein erschrockener Aufschrei, eine Menge braune Locken, zwei aufgerissene dunkelgrüne Augen- und ein schrecklicher Schmerz an Dejans Hinterkopf.

„Oh nein, tschuldigung! Hab ich dir wehgetan? Ich hab nicht aufgepasst- tut mir furchtbar leid!“

Ein schlankes Mädchen kniete neben Dejan auf dem Boden. Sie hatte lange, schokobraune Locken, die ihr den Rücken hinunterfielen. Ab Schulterlänge begannen sie, sich in zarten Wellen zu ringeln. Die tannengrünen Augen blickten ihn sehr besorgt an. Dejan realisierte, dass er immer noch ausgestreckt auf dem Boden lag und stemmte sich in eine würdevollere, sitzende Haltung hoch.

„Nee, geht schon. Au!“ Er betastete vorsichtig seinen Hinterkopf. Shit, das würde eine ziemliche Beule geben. „Tut mir echt leid“, sagte das Mädchen kleinlaut.

„Ich hab dich nicht gesehen. Naja, du warst ja hinter der Ecke, also konnte ich dich gar nicht sehen- red‘ ich Unsinn?“
Dejan grinste. „Jaa, irgendwie schon. Macht aber nix. Ich bin Dejan, wer bist du?“

Das Mädchen war ganz offensichtlich erleichtert, dass er nicht sauer war, denn sie lächelte. „Ich heiße Zalona.“
„Schöner Name.“
„Danke.“
Ein peinliches Schweigen trat ein. Dejan bemerkte, dass das Mädchen ihn genauer musterte. Er warf ihr einen Blick zu, sie errötete und schaute schnell weg. Dejan grinste wieder frech.
„Na, gefällt dir, was du siehst?“, fragte er mit einem schelmischen grinsen.
Darauf wussten die meisten Mädchen nichts zu antworten, doch Zalona war offenbar anders.
„Nein, eigentlich nicht...“, sagte sie gedehnt und erwiderte sein Grinsen noch frecher.
Dejan war erstaunt. Er wusste nichts zu erwidern. Mädchen...

Zalona triumphierte. Sie hatte Dejan aus der Fassung gebracht und war zufrieden. Er starrte sie mit großen Augen an und kam offenbar zu kleinem Schluss, was er als nächstes tun sollte. Zala konnte es hinter seinen bronzefarbenen Locken förmlich rattern hören. Sie erbarmte sich.
„Ich schlage vor, wir stehen mal auf. Der Boden ist nicht grade das, was ich als sauber bezeichnen würde.“
„Ähh, stimmt.“
Zala sprang ohne Probleme hoch und wartet auf Dejan, doch als er sich erheben wollte und sein Gewicht auf den rechten Knöchel verlagerte, keuchte er auf.
„Scheiße!“

Er ließ sich wieder zu Boden sinken.
Zala erschrak. Hatte sie den Jungen doch verletzt? Besorgt kniete sie sich neben ihn.
„Was ist los?“
„Mein Knöchel! Er muss verstaucht sein.“
„Mist“, fluchte Zala.
Dejan zog seinen Schuh aus und rollte den Strumpf hinunter. Der Knöchel war ziemlich geschwollen und leicht blau.
Zala könnte sich selbst in den Hintern beißen. Das kam davon, wenn man singend durch Korridore lief. Blöder Trick.

„Warte ich helfe dir“, bot Zala sich schuldbewusst an.
Sie zog ihren neuen Zauberstab aus dem Ärmel ihrer hellgrauen Sweatshirtjacke.
„Was machst du?“, fragte Dejan und beäugte misstrauisch ihren Zauberstab. Zala ging nicht darauf ein.

„Streck den Fuß aus“, befahl sie.

Ihre Zauberstabhand zitterte ein wenig. Wie oft hatte Louisa den Zauber schon bei Zala angewandt? Sie hatte Zala damit verarztet, wenn sie beim Spielen hingefallen war oder sich gestoßen hatte. Einmal hatte sie sogar Zalas gebrochene große Zehe repariert, nachdem Zala vor Wut, weil sie keine Schokolade mehr haben dürfte, gegen einen Schrank getreten hatte. Also konnte ein verstauchter Knöchel doch auch kein Problem sein, oder?

Zala richtete den Zauberstab auf Dejans Fuß. Dejan sah sie nervös an.

„Episkey!“, sagte Zala deutlich.
Sofort ging die Schwellung zurück und die blaue Färbung verschwand. Erstaunt blickte Dejan erst auf seinen Knöchel hinab, dann zu Zala hinauf.
„Besser?“, fragte diese.
„Viel besser. Danke!“ er lächelte.
Zala lächelte zurück.
„Kein Problem, schließlich habe ich dich umgerannt.“
"Mhh“, machte Dejan.
Zala erhob sich, auch Dejan konnte jetzt aufstehen.

Wieder trat ein peinliches Schweigen ein.
„Ähm, also, ich geh dann mal.“, meinte Zalona verlegen.
„Okay, tschau. Man sieht sich, denk ich.“
„Ja, wahrscheinlich. Ach, Dejan? Kannst du mir sagen, wo die Toiletten sind?“
Ein Grinsen breitete sich auf Dejans Gesicht aus.
„Die Tür neben dir.“, meinte er.
Zala wandte den Kopf. Sie stand genau neben der Türe, auf der in großen Buchstaben „Damen“ stand.
„Öhh, danke“, sagte sie peinlich verlegen.
„Kein Problem. Tschau!“

„Tschüss“, murmelte Zala und Dejan verschwand den Gang hinunter. Am Ende des Ganges schaute er sich noch einmal um und lächelte. Zala lächelte zurück. Dann, als Dejan weg war, betrat sie das Klo.

Im Eingangsbereich hing ein milchiger Spiegel. Eine Petroleum Lampe spendete gedämpftes Licht. Entgegen Zalas Befürchtung war es ziemlich sauber hier drin. Zala blickte in den Spiegel. Eine glückliche, lächelnde Zala blickte sie aus warmen, grünen Augen an. So viele Menschen waren lieb zu ihr gewesen, dass es fast zu viel für sie war. Erst Emilia, Dann Deniza, Tinka und Maja und jetzt Dejan. So viel Zuneigung war sie nicht gewohnt. Vielleicht, wenn sie mit so lieben Menschen zusammen sein konnte, vielleicht würde es in Durmstrang dann doch nicht so schlimm werden?

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Wie immer freue ich mich über Kommentare! =)
Ich hoffe, die Absätze machen es leichter zu lesen!
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Glinda Arduenna

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Montag, 15. August 2011, 12:59

Hey,
ich hab das Kapitel sozusagen verschlungen. Die Rechtschreibung ist viel besser, aber selbst wenn nicht, hätte ich das glaube ich gar nicht gemerkt! ;) Dass das Kapitel kurz ist macht gar nichts, mir gefällt es richtig gut. Das Schiff ist mir jetzt auch schon ganz schön unheimlich und ich bin wie gesagt sehr gespannt auf Durmstrang.
Lass dir ruhig Zeit mit dem Schreiben, ich lese weiter! :)
Meine neue Fanfiction (Achtung Off Topic!):
Changed - Wie ich bin
Zweites Kapitel online!

„Wusch, wusch!“
Mein Oneshot: Dobby erzählt...

grit

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Sonntag, 21. August 2011, 21:19

Die Absätze erleichtern das Lesen wirklich sehr, diese peinlichen Momente zwischen den beiden im Flur hast du auch sehr schön eingefangen.
Ich bin mal gespannt, ob Zala mit Vorurteilen wegen ihrer Herkunft zu kämpfen hat, denn die Familie ist ja offenbar sehr bekannt.
Auf jeden Fall bietet eine solche Geschichte viele Möglichkeiten für deine Phantasie - mal sehen, was du daraus machst.

Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch zu bemerken, dazu kommt eine PN.
Hier geht's zu meiner FF


http://www.harry-potter-community.de/ind…&threadID=13673

Viel Spaß beim Lesen.

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Donnerstag, 25. August 2011, 01:26

Hallo Nelly, :)

ich komme jetzt eeeendlich dazu, deine bisherigen zwei Kapitel zu lesen :O :D, und:

Es ist wirklich sehr gut! =)
Ich habe es geradezu verschlungen und da ich mich erst verlesen hatte und gedacht habe, es wären bereits drei Kapitel on, war ich ganz enttäuscht, als die Seite plötzlich schon zuende war^^

Zala war mir auf Anhieb symphatisch, sie scheint eine "Rebellin" zu sein so wie Sirius, der sich auch gegen seine schwarzmagischen Eltern gewandt hat. Dazu ist sie noch auf Durmstrang, wo Schwarze Magie gelehrt wird... Ich bin schon gespannt, wie sie damit umgeht ;)

Du hast auch eine tolle Fantasie und mir gefiel all das, was du dir zu Durmstrang erfunden hast, sehr gut, besonders die Fahrt in den "U-Booten" war schön.
Dass Zala einen Halbniffler besitzt, ist auch eine sehr süße Idee. Ich halte ja übrigens meinen Pudel für einen Halbniffler, da sie ganz anderes Fell als andere Pudel hat und so gerne gräbt... (Oder sie ist ein Animagus, weil sie so intelligent ist. Also entweder Tatze oder meine kleine Halbblutprinzessin...) :D Okay, Off-Topic^^

Mich interessiert schon sehr, wie du Lily Evans da einbringen möchtest...

Soweit zum Inhalt, und dein Schreibstil ist auch sehr gut mit vielen schönen Metaphern und Vergleichen. Mein Tipp wäre es, darauf zu achten, möglichst keine Wiederholungen zu verwenden. (Also wenn zum Beispiel in einem Satz "ziemlich" steht, im nächsten nicht gleich wieder "ziemlich verwenden", sondern etwa "relativ" oder so...)

...Bis jetzt auf jeden Fall unterhaltsam und spannend und ich werde die FF auf jeden Fall weiter verfolgen.

LG
Gwenda :)
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Der Mensch hat nicht das Recht
über Tiere zu urteilen.
Sie stammen aus einer anderen Welt
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13

Freitag, 26. August 2011, 20:54

Hallo meine Lieben, erstmal wieder vielen lieben Dank für eure Kommentare, es motiviert wirklich sehr ,wenn man weiß, dass jemand die FF verfolgt =)

@Glinda Arduenna: Schön, dass es dir immer noch gefällt!
@grit: Wieder vielen Dank für deine PN =)
@Luna: Vielen Dank für deinen Ausführlichen Kommentar und deine Kritik! Ich bin immer sehr froh, wenn ich auch etwas konstruktive Kritik bekomme, das hilft echt, um Fehler zu vermeiden ;) Tut mir sehr leid, dass ich dich enttäuscht habe :D Tjaa, die Lily... lass dich überraschen :D

Hier kommt nun, etwas früher als geplant, Kapitel Nummer drei. Das vierte ist noch nicht fertig, aber da ich sehr gut vorrankomme, stelle ich das dritte schonmal ein. Es ist sehr lang (12 Seiten in Word!), aber ich hoffe, ihr verliert nicht die Geduld beim lesen^^ Kapitel 2 war ja recht kurz.
Wie immer freue ich mich über Kommis und Kritik!
Viel Spaß mit Kapitel 3!


3.Vargas

Während Zala noch in den milchigen Spiegel schaute, flog plötzlich die Tür auf und schlug mit einem lauten knall gegen die Wand. Zala sprang erschrocken einen Schritt zurück. Im Türrahmen stand Emilia.
„Da bist du ja! Wo warst du so lange? Wir haben uns schon Sorgen um dich gemacht!“


Erstaunt sah Zala Emilia an. War sie so lange weg gewesen?
„Sorry, Emilia. Ich hab erst die Toiletten nicht gefunden und mich etwas verlaufen. Und dann hab ich im Korridor jemanden umgerannt. Ich war noch gar nicht auf der Toilette.“
„Achso. Naja, du warst fast“, sie sah auf ihre Uhr, „40 Minuten weg, da haben wir uns echt Sorgen gemacht. Der Imbisswagen war gerade eben da, ich habe etwas für dich mit gekauft. Ich dachte, du hast auch Hunger.“
„Ja, stimmt. Vielen Dank, Emilia!“
„Kein Problem. So und jetzt geh schnell auf Klo, ich will wieder ins Abteil zurück. Mann, ist das gruselig hier draußen“, fügte sie hinzu und schaute sich ziemlich unbehaglich um.

Zala beeilte sich. Dann machten sich Emilia und Zala auf den Weg zurück in ihr Abteil. Das heißt, sie wollten es, doch keine von beiden kannte den Rückweg. Emilia hatte sich genau so erfolgreich verlaufen wie Zala. Doch wenigstens war es zusammen nicht ganz so unheimlich, durch die langen Korridore streifen zu müssen. Glücklicherweise kam ihnen Deniza entgegen. Sie hatte sich ziemliche Sorgen gemacht, als auch Emilia nicht zurückgekommen war und hatte sich aufgemacht, um die beiden zu suchen. Zu dritt kehrten sie in ihre Kajüte zurück, wo Maja und Tinka sie mit besorgten Mienen empfingen.
„Ihr wart fast eine Stunde weg!“, sagte Maja, fast etwas vorwurfsvoll. „Wir haben uns echt Sorgen gemacht. Wo wart ihr denn so lange?“
„Wir haben uns etwas verlaufen. Hauptsache, wir sind wieder da, oder?“, fragte Emilia und ließ sich auf ihren Sitz neben Maja fallen, die ihr einen freundschaftlichen Rippenstoß gab.

Für die restliche Fahrt blieb Zala in ihrem Abteil sitzen. Sie verspeiste genüsslich die Lasagne, die Emilia ihr beim Imbisswagen gekauft hatte. Zum Naschtisch gab es Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen. Die fünf Mädchen hatten ziemlich viel Spaß dabei, die Bohnen zu essen. Zala hatte Erdbeere, Kapern, Chilli, Joghurt, Pfefferminze, Wirsing, Schokolade und Hustenbonbon. Maja hatte weniger Glück: Sie hatte Pferdeäpfel erwischt.

Gegen späten Nachmittag wurde Zala allmählich aufgeregt. Es konnte nicht mehr allzu lange dauern, bis sie in Durmstrang waren, denn sie fuhren ja schon seit 8 Stunden. Sie schaute aus dem Fenster und staunte. Mittlerweile fuhren sie nicht mehr durch einen Fluss: Sie waren im Meer! Zala versuchte, alles zu erfassen, was sich ihren Augen bot. Riesige Unterwasserfelsen, Anemonen, Fische, Seetangwälder, ein Korallenriff. Einmal schwamm sogar ein Rochen vorbei!
„Hey Leute, schaut mal nach draußen! Wir sind im Meer!“, machte sie die anderen auf diese faszinierende Welt aufmerksam.

Emilia, Maja, Deniza und Tinka drängelten sich sogleich ans fenster um ebenfalls nach draußen schauen zu können. Eine gute Stunde verbrachten die Fünf staunend vor dem Fenster. Immer neue wunderliche Landschaften taten sich dort auf. Mal glitten sie über Korallenriffe, mal über Felsige Kluften, mal durch schillernde Fischschwärme. So bemerkten sie gar nicht, dass es allmählich dunkel über der Wasseroberfläche wurde und das Licht unter Wasser sich immer mehr dämpfte. Erst als in der Kajüte Lampen aufleuchteten, wurden sie aus ihrem Staunen und ihrer Faszination gerissen.

„Wir müssten bald da sein!“, rief Tinka aufgeregt mit einem Blick auf ihre Armbanduhr.
„Ja, stimmt! Ich bin so aufgeregt!“, freute sich Maja.
„Meine älteren Geschwister gehen auch nach Durmstrang und seit sie hingehen, freue ich mich darauf!“

Zalas Fröhlichkeit hingegen schrumpfte zusammen. Sie erinnerte sich an ihr Zuhause und an das, was sie den Informationen ihrer Eltern entnommen hatte. Die düsteren Gedanken vernebelten die Freude über ihre neu gewonnenen Freundschaften fast gänzlich und ihre Erinnerungen an den Albtraum kehrten zurück. Ihre Miene verfinsterte sich. Mit zusammengepressten Lippen hockte sie auf ihrem Sitz, während die anderen wie ein Schwarm aufgeregter Wellensittiche durch die Kajüte wirbelten und ihre Sachen zusammensuchten, die sich im Laufe des Tages überall verstreut hatten.
Emilia setzte sich neben sie.

„Hey, was ist los, Zala? Du guckst so finster.“
Sollte sich Zala Emilia anvertrauen? Konnte sie ihr vertrauen? Sie kannte Emilia erst seit ein paar Stunden... Sollte sie sie mit ihrer ganzen düsteren Lebensgeschichte belasten? Emilia blickte sie freundlich mit ihren großen, hellgrünen Augen an. Zala schluckte. Emilia sah so lieb aus und sorgte sich offensichtlich um sie. Doch Zala wollte nicht reden. Sie schwieg und schüttelte den Kopf. Dabei murmelte sie
„Ein anderes Mal“ und stand auf, um den aus seinem Korb geflüchteten Fynn daran zu hindern, Nellie zu verspeisen.

Plötzlich ertönte eine kalte, weibliche Stimme aus einem Lautsprecher über der Tür. Die Mädchen zuckten erst erschrocken zusammen, wanden die Köpfe in die Richtung, aus der die Stimme kam und als sie bemerkt hatten, dass es sich um eine Durchsage handelte, hörten sie aufmerksam zu.

„Liebe Schülerinnen und Schüler, in Kürze erreichen wir unseren Zielhafen. Bitte sammeln sie ihr Gepäck zusammen und werfen sie ihren Müll in die dafür vorgesehenen Müllbehälter. Bitte kümmern sie sich um ihre Gepäckstücke und sorgen sie dafür, dass nichts in ihrem Abteil liegen bleibt. Ende der Durchsage.“

Zala spürte, wie das Schiff langsamer und langsamer wurde. Schließlich hielt es an.

„Was passiert jetzt?“
„Müssen wir aussteigen?“
„Sind wir da?“
Die Stimmen von Emilia, Deniza und Tinka schnatterten aufgeregt durcheinander. Zala trat ans Fenster und schaute hinaus.

Sie waren in einem See. Das Wasser schien eiskalt und war grau wie Stahl. Die Unterwasserwelt war längst nicht so faszinierend wie im Meer. Sie war ungemütlich, nackt und kalt. Zala konnte weit sehen, das wasser war sehr klar. Sie beugte sich vor, um auf den Grund des Sees sehen zu können, doch er war zu tief. Schaute man aus dem Fenster, konnte man nichts sehen außer Wasser. Keine Fische, keine Seepflanzen, nichts. Auch von den anderen Geisterschiffen war keine Spur zu sehen.


Erneut ertönte eine Lautsprecherdurchsage:

„Liebe Schülerinnen und Schüler, bitte nehmen sie Platz, sichern sie ihre Gepäckstücke und verschaffen sie sich einen festen Halt. Bitte geraten sie nicht in Panik. Ende der Durchsage.“

„Was passiert jetzt?“, fragte Emilia panisch mit angstvoll aufgerissenen Augen.
„Keine Ahnung!“, erwiderte Tinka nicht minder panisch. Zala blickte sich gehetzt um.
„Ihr braucht keine Angst haben.“, sagte Maja zur Überraschung der anderen. Sie starrten sie an.

„Ich weiß, was jetzt passiert, Cyrilla- meine Schwester- hat es mir erzählt. Setzt euch einfach ruhig hin und haltet euch an den Griffen neben euren Sitzen fest.“
Ihre Anweisungen wurden sofort befolgt, wenn auch mit skeptisch-verängstigten Blicken.
Zala saß stocksteif auf ihrem Sitz, in die Lehne gedrückt und klammerte sich mit eiskalten Fingern beunruhigt an den Griffen fest, die rechts und links an ihrem Sitz befestigt waren.

Plötzlich ertönte ein dumpfes Grollen. Zala zuckte zusammen.
„Achtung Leute, es geht los!“, sagte Maja und umfasste die Griffe ihres Sitzes ganz fest. Zala schloss die Augen. Ein noch lauteres Grollen, ein saugen und das Schiff begann wieder sich um sich selbst zu drehen. Es wirbelte rasend schnell herum und schien von einer unsichtbaren Kraft nach oben gesaugt zu werden. Es gab einen Ruck und mit einem gewaltigen Platschen durchbrach das Schiff die Wasseroberfläche und schaukelte auf dem grauen See.

Zala war schrecklich schwindelig. Alles drehte sich und sie war etwas orientierungslos, doch Maja war bereits aufgesprungen und zum Fenster gelaufen. Sie blickte hinaus.
„Da ist das Schloss! Schaut mal! Da oben auf dem Berg ist Durmstrang!“


Auf den Gängen brach das Gerumpel und gepolter aussteigender Schüler los. Koffer wurde über den morschen Holzboden geschleift, der unter ihrem Gewicht ächzte. Eulen schrien laut, man hörte Katzen miauen und die ersten Schüler verließen plappernd das Schiff.

„Kommt, wir müssen aussteigen!“, rief Maja mit leuchtend roten Wangen und raffte ihre Sachen zusammen.
Zala stand auf. Ihre Füße waren eingeschlafen und sie hüpfte ein paar Mal auf der Stelle, um das kribbeln zu vertreiben. Fynn war bereits von Emilia in seinen Korb verbannt worden, da diese Angst um Nellie hatte. Zala schulterte ihren Rucksack, nahm Fynns Körbchen, griff nach ihrem Koffer, den sie, als die anderen Mädchen in ihr Abteil gekommen waren, notdürftig in eine Ecke gequetscht hatte, und machte sich zum Aussteigen bereit.

Bevor sie hinter Deniza aus dem Abteil trat, warf sie noch einen letzten Blick aus dem Fenster. Auf einem Berg hinter einem Wald konnte sie das Schloss Durmstrang sehen. Ihren Albtraum. Sie konnte nicht verstehen, dass Maja sich auf die Schule freute. Hatte Maja denn nichts von dem Ruf der Schule gehört, mit den dunklen Künsten verbunden zu sein? Wenn sie doch davon gehört haben sollte, war es ihr egal? Tief in ihrem Inneren ging es Zala immer noch gegen den Strich, die nächsten sieben Jahre in Durmstrang verbringen zu müssen. Zwar glaubte sie, dass sie ihren Mitschülerinnen vertrauen konnte, allen voran der lustigen Emilia, doch eine Spur ihres Misstrauens in Freundschaften blieb.

Sie erinnerte sich an ihre erste und einzige Freundin, die sie im Alter von vier Jahren gefunden hatte. Maria Evanova hieß sie. Zala erinnerte sich ganz genau an jenen Nachmittag vor 5 Jahren, an dem ihre Freundschaft für immer brach und Zala sich geschworen hatte, nie wieder eine Freundschaft einzugehen.

Zala und Maria saßen an einem sonnig warmen Nachmittag im Spätherbst auf einer Wiese hinter dem Haus der Evanovas. Die Sonne lachte auf sie herab. Geschützt saßen sie auf einer karierten Decke unter ein paar alten Apfelbäumen, durch deren Kronendächer das Sonnenlicht flutete. Sie waren umgeben von Fallobst, bunten Blumen, duftenden Kräutern und summenden Bienen, die Nektar aus den Blüten den Herbstblumen sammelten. Madame Evanova hatte den beiden Mädchen einen Picknickkorb mit lauter leckeren Sachen gepackt. Nun verspeisten Maria und Zala genüsslich die köstlichen Blaubeermuffins, die der Hauself der Familie Evanova, Lutzie, gebacken hatte.
„Lecker“, mümmelte Maria mit blaubeerverschmiertem Mund.
„Mhmh!“, stimmte Zala zu, die den Mund so voll mit dem köstlichen Gebäck hatte, dass sie keine andere Antwort zustande brachte. Es spielte jedoch keine Rolle, denn die beiden Mädchen waren so von den Köstlichkeiten in ihrem Picknickkorb eingenommen, dass sie für sinnvolle Unterhaltungen kaum Zeit fanden. Doch mit ihrem genießerischen Schweigen waren sie vollauf zufrieden. Zala war satt. Sie wischte sich mit einer Serviette die Krümel vom Mund und ließ sich rücklings auf die Decke sinken.

Eine ganze Weile lag sie einfach nur so da und schaute in den blauen Himmel. Es war so schön hier auf der Wiese und sie war so glücklich. Nach einer Weile legte sich Maria neben sie. Entspannt fingen sie die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres ein und genossen die Ruhe und den Frieden der Apfelwiese. Zala drehte den Kopf und blickte zu Maria. Die hatte die Augen geschlossen und das lächelnde Gesicht zur Sonne gewandt. Ihr schwarzes Haar glänzte im Licht. Maria war Zalas beste Freundin, sie konnte ihr blind vertrauen. Zala setzte sich auf.
„Maria?“ Maria öffnete die Augen und stemmte sich hoch.
„Ja?“

„Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?“
„Sicher!“
Neugierig blickte Maria Zala an und die vertrauensselige Zala begann zu erzählen.
„Du weist ja, dass meine Eltern so eine komische altmodische Einstellung zur Zauberei haben, oder? Dass sie sehr stolze Reinblüter sind. Sie haben diese Einstellung beide von klein auf gelernt, sie sind mit Hochmut und Hass gegenüber Muggeln und Muggelstämmigen aufgewachsen. Du kennst sie ja. Und sie erziehen mich auch so, sie wollen, dass ich so werde, wie sie sind, aber ich will das nicht. Ich finde ihre Haltung nicht
gut und ich will nicht so werden wie sie. Ich bin nicht stolz auf meine Eltern. Und ich will auch nicht nach Durmstrang, denn es ist eine Schule, die ihre Einstellung unterstützt. Wenn ich erwachsen bin, möchte ich mich für Muggelstämmige einsetzten und versuchen, zu erreichen, dass alle Zauberer gleichgestellt werden...“

Zala hatte Maria ihr dunkelstes Geheimnis verraten, das ihre Eltern niemals erfahren durften, denn was dann passieren würde, wäre schrecklich. Ein paar Tage später jedoch hatte Maria Zala bei deren Eltern angeschwärzt. Maria, der Zala immer vertraut hatte, hatte sie verraten!

Die ohnehin schon schlechte Beziehung zu ihren Eltern war daraufhin so stark abgekühlt, dass sie Zala ihre Liebe fast vollkommen entzogen hatten. Zalas Leben in ihrem Elternhaus war zur Hölle geworden: Sie wurde fast vollkommen ignoriert. Zala verlor das Vertrauen in gleichaltrige, sie zog sich zurück und schwor sich, nie wieder Freundschaften zu beginnen oder darauf einzugehen. Aus der ehemals fröhlichen Zala war ein verbittertes, einsames Mädchen geworden.
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Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (3. Oktober 2011, 12:21)


Happyday

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Freitag, 26. August 2011, 21:02

"Hey, Zala, bist du festgefroren? Wir müssen aussteigen. Oder willst du wieder zurück nach Bourgas?“
Emilias Stimme riss Zala unsanft aus ihren Erinnerungen. Sie wandte den Blick vom Fenster ab.
„Ich komme.“, sagte sie und folgte Emilia auf den überfüllten Gang.
Da sie sehr weit im inneren des Schiffes gesessen hatte, mussten die Mädchen einen ziemlich langen Weg zurücklegen, um zum Ausgang zu gelangen, aber sie schafften es. Endlich standen Emilia und Zala an der Schiffstüre und blickten über einen Hafen.


Der Hafen lag am Rande eines kleinen Dorfes. Es sah aus, wie ein Fischerdorf und Zala war klar, dass das Meer nicht weit sein konnte. Es roch nämlich auch nach Meer. Und leicht nach Salz.
Ihr Blick fiel auf einen Fluss, der vom See weg führte. Er musste ins Meer münden. In welches Meer wohl? Und wo genau waren sie überhaupt? Wie hieß diese Dorf? Zala wurde klar, dass sie zwar über die Schule gut informiert war, jedoch kaum etwas über ihre Umgebung wusste.

„Kommt, Zala, Emilia!“, rief eine Stimme vom Kai zu ihnen hinauf.
Maja, Tinka und Deniza standen da und winkten ihnen zu.
„Los, Emilia, ich glaube, wir versperren den Eingang. Lass uns mal aussteigen“, meinte Zala.
Sie hatte Recht: Hinter den Mädchen hatten sich bereits einige Schüler gestaut, die ungeduldig darauf warteten, dass Zala und Emilia den Ausgang freigaben.

Sie trat auf die Gangway, den Korb mit Fynn in der linken, den Koffer in der rechten Hand. Durch kleine Schlitze und Lücken im Holz der Gangway konnte Zala, viele Meter unter sich, das Wasser ausmachen. Ein leichter Schauer rieselte ihr über den Rücken. Sie war heilfroh, als sie am Hafen wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Kaum war sie vom Steg gestiegen, da wurde sie auch schon von ihren 3 Freundinnen, die unten gewartet hatten, in Empfang genommen.

Emilia kam hinter Zala von der Gangway geklettert. Etwas verloren standen die 5 Mädchen nun am Hafen und blickten sich um. Was jetzt? Wo sollten sie nun hin? Die anderen Schüler verließen bereits zielstrebig den Hafen. Sollten sie ihnen einfach folgen? Zala stellte fest, dass auch andere jüngere Schüler verschüchtert am Hafen stehen blieben. Es musste sich um Erstklässler handeln. Vielleicht sollten sie die mal fragen, ob sie wüsten, was zu tun war? Die anderen Schüler waren schon fast alle weg und keiner kümmerte sich um die jüngeren. Sollte Zala einen von den größeren Jungen fragen, die noch am Hafen waren, auf dem Boden knieten und sich damit beschäftigten, den Inhalt einer aufgeplatzten Tasche in eine andere zu verladen, fragen, wo sie hin sollten? Zu ihrem Schrecken stellte Maja neben ihr plötzlich ihren Koffer ab und ging zielstrebig auf die Jungen zu.

„Hey, Roman! Roman!“
Die Jungen drehten sich zu Maja um. Einer von ihnen richtete sich auf. Sein Haar war ebenso bronzefarben wie das von Maja.
„Hey Maja, was ist los?“, fragte er und strich sich eine Locke aus dem Gesicht.
„Weißt du, wo wir hinmüssen? Wie kommen wir zum Schloss hoch und wo müssen wir langgehen?“, fragte Maja den Jungen, der offensichtlich ihr älterer Bruder war. Er lachte.

„Kein Problem. Ihr werdet gleich abgeholt. Bleibt einfach schön hier stehen und wartet. Jemand kümmert sich gleich um euch.“
Maja seufzte erleichtert.
„Danke, Roman!“
„Kein Problem, Kleine. Wir sehen uns!“
Er und seine Freunde machten sich mit ihrer improvisierten Tasche auf den Weg aus dem Hafen. Maja winkte ihrem Bruder, dann kehrte sie zu den anderen zurück.

Eine kleine Weile verging, während die Erstklässler am Hafen warteten. Inzwischen hatten sich die anderen Schüler zu Zala, Maja, Emilia, Tinka und Deniza gesellt und nun standen alle in einer großen Gruppe zusammen und unterhielten sich. Zala stand allein am Rande der Gruppe und schaute sich um. Deniza, Tinka und Maja waren irgendwo in den Gewusel verloren gegangen und Emilia war zwischen den anderen abgetaucht um Nellie einzufangen, die ihr entwischt war. Plötzlich tippte Zala jemand von hinten auf die Schulter.
„Hey, Zalona! Lange nicht gesehen!“ Erschrocken wirbelte Zala herum. Dejan stand hinter ihr und grinste.

„Dejan! Meine Güte- hast du mich erschreckt!“
„Sorry“, meinte Dejan.
„Mann, bist du schreckhaft.“
„Und du eingebildet.“, konterte Zala. Die beiden grinsten sich an.

Emilia tauchte wieder auf, mit Nellie in der Hand. Etwas außer Atem strich sie sich die blonden Engelslocken aus dem Gesicht und gesellte sich zu Zala und Dejan.
„Hey, Zala. Hab Nellie wieder eingefangen.Und" sie blickte zu Dejan, „Wer bist du?“

Dejan verbeugte sich und reichte ihr mit einer pompösen Geste die Hand.
„Gestatten? Dejan Voinova, chronischer Tollpatsch, gesegnet mit einem störrischen Kater namens Cyprian, großer Bruder zweier Nervensägen. Mit wem habe ich die Ehre?“
Emilia lachte.
„Emilia Jordanova, chronische Optimistin, gesegnet mit einem ausbruchsfreudigen Minimuff namens Nellie, große Schwester dreier Pampersritter.“
Dejan grinste und Zala musste lachen. Prima, die beiden verstanden sich!

Jemand zupfte Zala am Ärmel. Wieder drehte sie sich erschrocken um, entspannte sich aber gleich wieder. Ein Junge mit Schokobraunen Locken stand da und grinste sie freundlich an.
„Hey, hast du Dejan Voinova gesehen? Ach, da bist du ja! Mensch, wo warste denn?“
Der Junge quetschte sich an der verdutzten Zala vorbei und stellte sich zu Dejan.
„Hey, Felix! Leute, das ist Felix“, stellte er den beiden Mädchen den Jungen vor.

„Hey!“, lächelte Emilia,
„Hi!“, meinte Zala.
„Ist das das Mädchen, von dem du mir im Schiff erzählt hast?“, fragte Felix seinen Freund und nickte lächelnd in Zalas Richtung.
„Jaa, Zalona.“, bestätigte Dejan.
„Nenn mich Zala, das tun alle.“, meinte Zala zu Felix und lächelte. Der lächelte zurück und Zala freute sich sehr. Noch ein so lieber Mensch. Die Welt schien, nun, da Zala von ihrem Zuhause weg war, voll mit ihnen zu sein.


„Guten Abend, liebe Erstklässler!“, ertönte plötzlich eine laute Stimme. Die Schüler brachen ihre Gespräche ab und drehten sich um. Zala stellte sich auf die Zehenspitzen, wobei sie sich an Emilia festhielt, um nicht umzukippen. Eine hochgewachsene, schlanke Frau mit dunkelrotem Haar, einem smaragdgrünen Kleid und einem dazu passenden Spitzhut war aus dem Nichts aufgetaucht und kam lächelnd und mit ausgebreiteten Armen auf die Schüler zu.

„Willkommen in Vargas!“
„Was ist Vargas?“, wisperte Zala verwundert.
„Das Dorf hier heißt Vargas.“, raunte Felix zurück.
Die rothaarige Hexe hatte die beiden scheinbar gehört, denn sie lächelte ihnen zu, worauf sich beide rot verfärbten.

„Ganz richtig, mein Lieber, dieses Dorf hier ist das Dorf Vargas. Ich bin Professor Grigorova und werde die nächsten sieben Jahre eure Hauslehrerin sein. Hoffentlich kommen wir alle gut miteinander aus!“

Strahlend blickte sie ihre Schüler an.

„Nun folgt mir bitte, haltet euch schön dicht bei mir, keine Alleingänge bitte. Vargas kann sehr gefährlich sein für Unwissende... Also alle zusammenbleiben! Nicht bummeln!“

Zala, Emilia, Dejan und Felix tauschten überraschte und bange Blick aus, drängten sich aneinander und folgten dem roten Haarschopf von Prof. Grigorova, der ihnen wie ein Leuchtturmfeuer den Weg wies.
„Was hat sie damit gemeint? ‚Vargas kann sehr gefährlich sein für Unwissende‘. Was bedeutet das?“, fragte Zala und schaute sich beklommen um.

„ich hab keine Ahnung!“, meinte Emilia nicht minder beklommen.
„Nichts Gutes jedenfalls.“, stellte Felix fest.
Dejan schwieg. Zala konzentrierte sich darauf, sich den Weg, den sie gingen, gut einzuprägen und dabei nicht gegen eine Laterne zu laufen.

Prof. Grigorova führte die verängstigten Schüler aus dem Hafen und in das Dorf. Es sah eigentlich sehr freundlich aus. Die Häuser waren in hübschen Tönen gestrichen, hatten Fensterläden aus Holz und auf fast jeder Fensterbank stand mindestens ein Topf mit unverkennbar magischen Pflanzen. Zala blickte sich mit großen Augen um und konnte sich gar nicht sattsehen an den niedlichen Häuschen und den Blumen. Als Prof. Grigorova plötzlich stehenblieb, lief Zala fast in Dejan hinein. Die Schüler standen nun in einer Seitenstraße. Mitten auf dem Weg parkte eine gewaltige schwarz glänzende Kutsche. Sie war mit kunstvollen Schnitzereien verziert und zwei wunderschöne, pechschwarze Hippogreife mit leuchtend goldenen Augen waren davor gespannt.

Zala klappte der Unterkiefer herunter.

Die Schüler standen vor der Kutsche und alle starrten sie mit Kugelrunden Murmelaugen ehrfürchtig an. Prof. Grigorova lächelte.

„Ziemlich beeindruckend, nicht wahr?“

Wie hypnotisierte Kaninchen nickten die Schüler.

„Mit dieser Kutsche werden jedes Jahr die neuen Schüler nach oben ins Schloss gebracht. Vorher machen wir aber noch eine Rundfahrt durch Vargas. Den Schülern ist es erlaubt, an den Wochenenden das Dorf zu besuchen, allerdings müsst ihr wissen: Vargas ist, so schön es auch sein mag, ein gefährlicher und sehr magischer Ort, merkt euch das!“

Ernst blickte sie jedem Schüler ins Gesicht. Nicht wenige schluckten.

„Ihr braucht euch jedoch nicht zu fürchten. Wenn ihr die nötigen Ortskenntnisse besitzt, wird euch nichts zustoßen. Und deshalb machen wir jetzt diese Rundfahrt durch Vargas, um euch die wichtigsten Dinge zu erklären. Bei eurem ersten Ausflug ins Dorf teilt ihr euch in Gruppen ein – ihr dürft übrigens nie alleine gehen, merkte euch das auch!- und ein älterer Schüler oder eine Schülerin wird euch begleiten und euch helfen, euch zurecht zu finden, denn, Vargas ist sehr groß. Aber das werdet ihr gleich alles sehen. Nun gut, bitte steigt alle in die Kutsche und verschaffte euch einen Sitzplatz, kein Gedränge bitte! Und passt auf, dass ihr nicht auf Javar tretet- mein Kater. Er streunt irgendwo in der Kutsche herum.“

Mit diesen Worten hielt sie die Kutschentüre auf und bedeutete den Schülern, einzusteigen. Mit einem lässigen Schlenker ihres Zauberstabes brachte sie das Gepäck der Schüler dazu, sich auf dem Kutschendach festzuschnallen.

Zala griff nach Fynns Korb und betrat hinter Emilia und Felix die Kutsche. Staunend sah sie sich um. Es war sehr geräumig und hell. Es gab zwei Sitzreihen wie in einem Bus, eine links und eine rechts. Jeder Sitz war mit rotem Samt gepolstert und an jedem der Zweiersitze gab es ein großes Fenster, durch das man einen guten Blick nach draußen hatte. Zala folgte Emilia, die bereits einen Sitz in Beschlag genommen hatte und ließ sich auf den Platz neben ihr gleiten, jedoch nicht, bevor sie Fynns Korb sicher in der Ablage über ihrem Sitz verstaut hatte. Dejan und Felix nahmen hinter den Mädchen Platz.


„So, meine Lieben, haben alle einen Platz gefunden? Sitzen alle sicher? Sehr schön, dann kann es ja losgehen!“, rief Prof. Grigorova und die Kutsche setzte sich in Bewegung.
Aufgeregt blickte Zala aus dem Fenster. Sie fuhren langsam und Professor Grigorova begann mit ihren Erklärungen.

„Wir befinden uns gerade in einer Wohnsiedlung. Sie liegt neben dem Kreisweg, der einmal um das ganze Dorf führt. Hier gibt es keine Geschäfte oder ähnliches, nur Wohnhäuser. Nun biegen wir in den Kreisweg ein. Er führt euch, wie gesagt, einmal um das ganze Dorf und verbindet alle Straßen miteinander. Es ist die wichtigste und größte Straße von Vargas. Wir werden jetzt nicht die komplette Straße entlangfahren, das würde viel zu lange dauern, denn sie ist 5 Kilometer lang. Wir werden nun über den Hafen fahren, Ich hatte euch hier raus geführt, um euch die Wohnsiedlung zu zeigen, aber jetzt gehen wir vom Hafen aus systematisch vor.“

Die Räder der Kutsche ratterten laut über den Asphalt, die Haltegurte der Koffer auf dem Dach knarzten und die beiden Hippogreife stießen hin und wieder krächzende Laute aus. Zalas Magen zog sich vor Aufregung zusammen. Vargas schien richtig groß zu sein! Außerdem liebte Zala es, durch Städte zu bummeln. Das letzte Mal war sie mit Louisa in einer kleinen Stadt gewesen, kurz bevor Zala nach Durmstrang aufgebrochen war.

„So, nun befinden wir uns auf der Hafenstraße. Sie ist die zweitgrößte Straße von Vargas. Sie verbindet den Markt mit dem Hafen. Hier links und rechts seht ihr weitere Wohnhäuser. Da drüben kommt der Markt! Er ist das Zentrum unseres Dorfes, hier wird es für euch am interessantesten sein, denn es gibt eine Vielzahl an Geschäften und Cafés.“

Die Kutsche fuhr bis kurz vor den Marktplatz und hielt an. Zala schaute aus dem Fenster. Ihren Augen bot sich ein buntes Treiben: Hexen und Zauberer schlenderten über den Marktplatz, saßen vor Cafe’s, schleckten Eis und unterhielten sich oder kamen mit prall gefüllten Tüten aus den Läden heraus. Der Markt war kreisrund. Die Geschäfte waren rund um das Zentrum angeordnet, eins neben dem anderen, sodass ein Zirkel aus Geschäften entstand. In der Mitte des Platzes fand sich ein großer Brunnen, aus dem klares Wasser sprudelte. Fasziniert wandte Zala den Kopf hin und her und konnte sich kaum sattsehen an der Vielfalt des Treibens.

„Das ist unser Markt. Hier habt ihr alle wichtigen Geschäfte beieinander und könnt in Ruhe Einkäufe erledigen. Falls ihr Fragen habt, könnt ihr euch an die Ladenbesitzer wenden, sie sind alle sehr freundlich. Vom Markt weg führen kleine Seitenstraßen zwischen den Häusern. Folgt ihr ihnen, gelangt ihr wieder auf den Kreisweg. Auf manchen Seitenstraßen finden sich noch kleinere Geschäfte. Die Straße zwischen Madame Malkins und Zankovas Buchladen führt euch zum Kaufpark. Dort könnt ihr Lebensmittel kaufen. Nun, das war der Markt. Habt ihr noch Fragen? Sehr schön, dann kann es ja weitergehen.“

Die Kutsche wendete und fuhr weiter, zurück über die Hafenstraße und auf den Kreisweg.

„Nun, das ist die schöne Seite von Vargas. Bevor wir zur Schule hinauffahren, werde ich euch wohl oder übel mit den schlechten Seiten des Dorfes vertraut machen müssen. Es gibt einiges, was ihr wissen müsst. Zuerst bringen wir das wohl unangenehmste und unheimlichste hinter uns. Wir fahren zum Anwesen der Asparuchs hinauf.“
Anwesen der Asparuchs? Fragend blickte Zala Emilia an, doch die zuckte mit den Schultern und blickte ebenso fragend zurück. Trotz Prof. Grigorovas Ankündigung, dass das Anwesen der Asparuchs das unheimlichste am Dorf war, war Zalas Neugierde geweckt. Was da wohl so gruselig war?
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Happyday

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Freitag, 26. August 2011, 21:06

Plötzlich ertönte ein lautes Bellen aus der Gepäckablage über Zalas Kopf, gefolgt von einem Fauchen, etwas pelzig grau- braunes plumpste heraus. Zala schrie erschrocken auf, als eine Katze fauchend und strampelnd auf ihrem Schoß landete. Die Katze rappelte sich blitzschnell wider auf und sprang mit dem bisher lautesten Fauchen von Zalas Beinen. Sie flitzte über den Boden und verschwand unter einem Sitz in der Reihe gegenüber.

„Javar! Komm raus da!“, rief Prof. Grigorova und eilte auf den Sitz zu, unter dem Javar verschwunden war.
Die Mädchen, die dort saßen, blickten sie ziemlich verschreckt an und Dejan und Felix, die gekichert hatten, als der Kater auf Zala gelandet war, mussten sich nun ein lautes Lachen verkneifen. Felix‘ Gesicht war vor Anstrengung, nicht loszulachen, so verzerrt, dass er aussah, als hätte er Bauchschmerzen. Mit dem grau- braunen Etwas in den Armen tauchte Prof. Grigorova unter dem Sitz auf, schnaufend, aber mit zufriedener Miene.

„Hab ich dich, du...“, murmelte sie und zog ihren Zauberstab aus der Tasche.
Der Kater mauzte entsetzt und fing an, zu strampeln.
„Nix da, du bleibst schön hier!“, schimpfte die Lehrerin und deutete mit dem Zauberstab auf den Kater. Es gab ein leises puff und der Kater war klein wie eine Maus. Professor Grigorova steckte ihn in die Tasche ihres Kleides und zog den schmalen Reisverschluss zu.

„Entschuldigt bitte, meine Lieben, das war mein Kater Javar. Er ist eigentlich immer sehr lieb, aber wenn die neuen Schüler kommen, schmuggelt er sich immer mit in die Kutsche...“ Sie schüttelte den Kopf und schaute aus dem Fenster.

Zala und Emilia sahen sich an. Na, das konnte ja heiter werden. Beide waren keine großen Katzenfans. Emilia, weil sie Angst um Nellie hatte, und Zala, weil ihre Eltern Katzen besaßen, die Zala ständig gekratzt hatten, als sie noch kleiner gewesen war.

„So, da sind wir!“, rief Professor Grigorova. Sie waren in einen Feldweg eingebogen und gut einen Kilometer ins Feld hineingefahren. Die Kutsche hielt an.

„Seht mal da drüben aus dem Fenster, links. Nein, das andere Links! Rechts meine ich. Tut mir leid! Rechts, bitte. Seht ihr dort hinten, hinter dem Feld, das große, düstere Haus mit dem verwilderten Park? Das ist der Sitz der Asparuchs. Die Asparuchs sind eine alte, reiche Familie. Sie sind sehr unfreundlich und es gibt eine Menge Gerüchte über sie. Zum beispiel heißt es, dass sie mit den dunklen Künsten eng in Verbindung stehen. Es gab seltsame Vorfälle... Schüler, die an Halloween bei den Asparuchs geklingelt haben, sind nicht zurückgekehrt. Freilich ist dies schon einige Jahre her, doch ich möchte, dass ihr euch von diesem Anwesen fernhaltet, verstanden? Es ist gefährlich dort. Seht ihr diese beiden Bäume an der Pforte? Es sind peitschende Weiden. Für die, die es nicht wissen: peitschende Weiden schlagen mit den Ästen nach einem und es ist nicht ratsam, sich in die Nähe einer dieser Bäume zu begeben. Haltet euch von diesem Anwesen fern, es ist zu eurer eigenen Sicherheit. Okay, dann fahren wir jetzt zurück.“

Wieder wendete die Kutsche und unter Geholpere fuhren sie den Feldweg zurück. Zala warf noch einen letzten beunruhigten Blick auf das große, gespenstische Haus, dann verschwand es hinter einer Biegung.

„Ganz schön unheimlich, was?“, meinte Emilia mit leichter Furcht in der Stimme.
„Ziemlich.“, bestätigte Zala.

Ein flaues Gefühl war in ihr aufgeflammt, als sie das Haus zum ersten Mal gesehen hatte. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte das Gefühl, das irgendetwas sie mit den Asparuchs verband, obwohl sie sich nicht erklären konnte, was das sein könnte. Sie kannte ihre ganze, große Familie in- und auswendig, seit sie den Stammbaum hatte auswendig lernen müssen, und sie war sicher, nirgendwo war der Name „Asparuch“ vorgekommen. Auch bei ihren Eltern war der Name nie gefallen. Nein, das war vollkommen irrational. Zala hatte nichts mit diesen Zauberern zutun, wer immer sie waren. Dennoch, das flaue Gefühl blieb.

Mittlerweile hatten sie den Dorfrand erreicht und befanden sich auf dem Kreisweg. Sie fuhren an goldgelben Feldern und saftigen Wiesen vorbei. Dahinter kam ein Wald in Sicht.

„So, ihr lieben, wir haben die nächste Station der verbotenen und gefährlichen Orte erreicht. Dieser Wald dort drüben“, sie nickte mit dem Kinn in Richtung Wald, „Ist von euch zu meiden. Er birgt Dinge, die sehr gefährlich sind. Es ist Schülern strengstens untersagt, diesen Wald zu betreten. Befindet ihr euch einmal in diesem Wald, werdet ihr nicht mehr herausfinden. Es reicht, wenn ihr einen Schritt unter sein Kronendach tut, die Hecken hinter euch werden zuwachsen und, so schnell ihr auch sein mögt, ihr werdet nicht schnell genug sein, der Gefahr des Waldes zu entrinnen. Habt ihr diesen Wald einmal betreten, gibt es kein zurück. Also, haltet euch fern. Weiter geht’s!“

Und wieder fuhr die Kutsche weiter. Emilia, die schon beunruhigt ausgesehen hatte, als sie beim Anwesen der Asparuchs gewesen waren, schien jetzt kurz vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen. Und sie war nicht die einzige. Viele Schüler um sie herum hatten ausgesprochen ängstliche Mienen aufgesetzt und tuschelten besorgt miteinander. Was würde wohl als nächstes kommen?

„Wir fahren nun in ein Viertel des Dorfes, das ihr meiden solltet, nur erwachsene Zauberer sollten es betreten, und auch nur unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Keine Panik, wir fahren nicht hinein!“, versicherte Professor Grigorova rasch, als einige Schüler sie mit angstvoll aufgerissenen Augen anstarrten, darunter auch Emilia.

„Wir werden am Rande parken und ich werde euch etwas dazu erklären. Da sind wir!“

Die Kutsche hielt am Ende einer Straße. Zala schaute aus dem Fenster. Ein schmaler Durchgang zwischen zwei Häusern führte offenbar in das besagte viertel. Viel konnte sie davo nicht sehen, aber aus dem Durchgang wallte weißgrauer Nebel und die Häuser dahinter ragten bedrohlich in die Höhe. Ein dumpfes Heulen ertönte in einiger Entfernung.

„Das Werwolfs- viertel.“, sagte Professor Grigorova und in ihrer Stimme lag ein warnender Unterton.

„Der Name allein sollte euch sagen, weshalb ihr dieses Viertel lieber meiden solltet. Vor allem an den Tagen vor oder nach Vollmond. Ihr habt hier nichts, aber auch gar nichts verloren, wenn ihr euch nicht selbst verlieren wollt. Ich denke, das genüg zu diesem Viertel. Weiter geht’s.“

Die Kutsche fuhr rückwärts aus der Gasse heraus und wendete. Als sie davon fuhren, konnte Zala hinter sich noch einmal ein lautes Heulen hören und ihr rieselte ein eiskalter Schauer den Rücken hinab. Emilia war inzwischen ein komplettes Nervenbündel. Sie saß zitternd und mit kalkweißem Gesicht auf ihrem Sitz. Zala hatte zwar bessere Nerven, doch trotzdem bangte sie davor, was wohl als nächstes kommen würde.

Während die Kutsche über den Kreisweg holperte, schaute Zala aus dem Fenster. Sie dachte nach. Das sie geglaubt hatte, Vargas wäre ein hübsches kleines Dorf, in dem man schön einkaufen konnte, schien Jahre her zu sein. Nun kam ihr Vargas wie eine trügerische Falle vor. Auf den ersten Blick schön, auf den zweiten Lebensgefährlich.

„Ich denke, jetzt wisst ihr alles über Vargas, was ihr wissen solltet. Ich hoffe, ihr habt genau zugehört und haltet euch von den Orten fern, die ihr meiden sollt. Wir werden nun nach Durmstrang fahren. Die anderen Schüler oben im Schloss packen jetzt ihre Sachen aus und wenn ihr ankommt, gibt es ein Eröffnungsbankett. Macht es euch bequem, die Fahrt wird noch etwa 35 Minuten dauern.“


Erleichtert lehnte sich Zala zurück. Hätte das Dorf noch mehr Schrecken aufgeboten, hätte sie bei den Ausflügen wahrscheinlich gekniffen, doch so, wie die Dinge jetzt standen, überlegte sie, würde sie über die Ablenkung froh sein. Und schon schob sich die Erinnerung erneut vor ihr inneres Auge. Um sie wieder los zu werden, schüttelte Zala schnell den Kopf und beschäftigte ihre Gedanken damit, darüber zu fantasieren, was sie wohl nachher zum Bankett köstliches verspeisen würde. Mit Emilia ein Gespräch anzufangen schien Zala sinnlos, denn die saß immer noch mit kalkweißen Gesicht auf ihrem Platz und schien ihre Umwelt kaum noch wahrzunehmen. Zala blickte sich um. Viele Gesichter sahen aus wie das von Emilia. Besorgt, ängstlich.
Die Schüler tuschelten angeregt und Zala konnte sich denken, worüber sie sprachen. Auf einmal fragte sie sich, warum sie nicht so verängstigt war. Alles, was sie eben gesehen hatte, jagte den Kindern um sie herum schreckliche Angst ein.
Gewiss, es beunruhigte sie schon und wären noch mehr Schrecken aufgedeckt worden, hätte sie sich nicht getraut, ins Dorf zu gehen, doch panisch war sie nicht. Leicht beunruhigt, dass ja, aber nicht total verängstigt. Das einzige, was ihr wirklich Angst machte, waren die Asparuchs.
Zala bekam ein flaues Gefühl im Magen, wenn sie an das große, unheimliche Haus dachte und sie wurde es nicht los.


Die restliche Zeit schaute Zala aus dem Fenster und betrachtete die Landschaft. Die untergehende Herbstsonne ließ die Blätter in satten Rottönen strahlen, sie malte goldene Tupfer auf die leuchtend gelben Felder und schien die Luft zum Glitzern zu bringen. Allmählich legte sich das bedrückte Geflüster, die Unterhaltungen wurden lauter und fröhlicher und auch Emilia taute wieder auf. Sie Unterhielt sich mit Felix und Dejan über Quidditch. Die Sonne war nun untergegangen und die Dunkelheit legte sich über das Land. Nach einer Weile rief Professor Grigorova:

„Macht euch fertig zum Aussteigen, wir sind gleich da! Nur noch um eine Biegung! Da, der Drachenfels!“

Als Zala wieder aus dem Fenster schaute, sah sie das Schloss Durmstrang, das sich hell erleuchtet auf einem hohen Felsen vor ihnen erhob.


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Das war es. Ich hoffe, es hat euch gefallen! --knuddel--
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Glinda Arduenna

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16

Donnerstag, 1. September 2011, 22:13

Hallo Happy,
ich habe dein Kapitel schon vor ein paar Tagen überflogen, hatte aber nicht die Zeit, es richtig zu lesen und war dann wie gesagt im Urlaub, deshalb kommt die Antwort so spät, sorry! Dafür gebe ich mir jetzt auch richtig Mühe!
Das Chap ist wieder sehr gut gelungen!
Diesmal haben es mir vor allem die Details angetan - von Bertie Botts Bohnen aller Geschmacksrichtungen, über die Beschreibung des Sees, die eine Gänsehaut verursacht und dem Auftauchen des Schiffs bis zur lustigen Vorstellung von Dejan und Emilia.
Wunderschön geschildert fand ich Marias Verrat. ;( Warum hat sie das nur getan? Verständlich, dass Zala jetzt misstrauisch ist.
Froh bin ich, dass sie eine offensichlich sehr nette Hauslehrerin bekommen hat - ich mag Prof Grigorova und auch Javar. Besonders eindrucksvoll fand ich ihren Kommentar zum Werwolfsviertel:

Zitat

Original von Happyday
„Ihr habt hier nichts, aber auch gar nichts verloren, wenn ihr euch nicht selbst verlieren wollt.“

Wow! Sowas muss einem erst mal einfallen...
Eine Frage habe ich noch: Sie sind doch auf einem magischen Schiff, wieso gibt es da Lautsprecher? Zauberer benutzen stattdessen für gewöhnlich den Sonorus-Zauber, glaube ich.
Deine Geschichte liest sich gut und ich bin schon übel gespannt, was es mit den Asparuchs auf sich hat...
Schreib bald weiter!
Glinda
Meine neue Fanfiction (Achtung Off Topic!):
Changed - Wie ich bin
Zweites Kapitel online!

„Wusch, wusch!“
Mein Oneshot: Dobby erzählt...

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CandaceBlack

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17

Samstag, 3. September 2011, 13:07

So was schreibe ich meiner Patin denn für ein Kommentar... ;)

Hab deine FF bald verschlungen, hast du wirklich richtig toll geschrieben, dafür schon mal großes Lob. Auch die Charaktere gefallen mir sehr gut.
Zala finde ich wirklich interessant und ich schätze da wird noch einiges auf uns zu kommen, oder??? ;)
Auch Emilia finde ich bis jetzt ganz gut gelungen!

Klasse geschriben war auch:

Zitat

Original von Happyday
„Hey, Zala. Hab Nellie wieder eingefangen.Und" sie blickte zu Dejan, „Wer bist du?“
Dejan verbeugte sich und reichte ihr mit einer pompösen Geste die Hand.
„Gestatten? Dejan Voinova, chronischer Tollpatsch, gesegnet mit einem störrischen Kater namens Cyprian, großer Bruder zweier Nervensägen. Mit wem habe ich die Ehre?“
Emilia lachte.
„Emilia Jordanova, chronische Optimistin, gesegnet mit einem ausbruchsfreudigen Minimuff namens Nellie, große Schwester dreier Pampersritter.“
Dejan grinste und Zala musste lachen.


Da musste ich wirklich lachen!

Ich finde es richtig spannend und freu mich jetzt schon auf mehr! --knuddel-- Mach weiter so... --thumbs-up--

KalaLycan

Nifflerzüchterin

  • »KalaLycan« ist weiblich

Beiträge: 152

Haus: keine Angabe

Wohnort: Mittelerde?

Beruf: Schülerin

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18

Sonntag, 4. September 2011, 16:47

Huhu,
sehr schöne Idee, mal eine Geschichte über Durmstrang zu schreiben.
Deine Charaktere gefallen mir bisher total gut. Vor allem Zala. Es scheint mir, als würde deine Geschichte eine interessante Richtung einschlagen.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie du weiterschreibst.
glg Kala
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
Zum vollen Mond,
der ihn in seine Tiergestalt zwingt.
Doch auch in anderen Phasen,
lässt der Mond ihn nicht kalt.
Er spürt ihn immer,
sogar in Menschengestalt


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/)__)
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19

Freitag, 9. September 2011, 20:13

Hey, Happy!

Ich habe gerade den Link hierher gefunden und hab sofort los gelesen. Da ich nicht von Anfang an kommentieren konnte, schreibe ich jetzt etwas mehr.

Erstmal zur Geschichte:

Ich finde es sehr schön, dass mal jemand eine FF über Durmstrang schreibt, da man in den Harry-Potter Büchern sehr wenig darüber erfährt und es - meiner Meinung nach - ein interessantes Thema ist. Deswegen können sich deine Fantasien so richtig ausleben und deine bisherigen Beschreibungen von der Überfahrt unter Wasser und dem Dorf Vargas sind dir sehr gut gelungen. In Vargas findet bestimmt noch das ein oder andere Abenteuer statt, oder? ;)

Ich hab schon ein paar FFs, hauptsächlich in anderen Foren, gelesen, in denen der Autor sehr viele selbst erfundene Charaktere eingebaut hat und fand sie überwiegend sehr verwirrend, da man auf einen Schlag so viele neue Namen, Aussehensbeschreibungen und Charaktereigenschaften auf's Auge gedrückt bekommt, dass man nicht mehr weiß, um was es eigentlich geht und habe sie größtenteils abgebrochen.
(Achtung, das heißt nicht, dass ich FFs dieser Art nicht mag, ich hab auch schon genügend Gute gelesen!)
Du hast das aber sehr gut hinbekommen und erst nach und nach die Personen vorgestellt, dass man sich auch alles merken kann. Großes Lob schon mal dafür! :]

Du hast es auch geschafft, dass mir die Charaktere gleich sympathisch sind, was hauptsätzlich daran liegt, dass keiner von ihnen übertrieben oder unglaubwürdig wirkt. Und ich habe auch keinerlei Sorgen, dass Zala zu einer nervigen Mary-Sue werden könnte oder einer deiner anderen Figuren.


Dann zur Form:

Ich finde, du hast einen sehr schönen und fantasievollen Schreibstil und deine Rechtschreibung ist auch sehr gut. Ein paar kleine Fehlerchen machen ja nichts, solange man weiß, was gemeint ist. Auch die Absätze sind gut eingeteilt und übersichtlich und der Text sehr angenehm zu lesen. :)

Du kannst sehr bildlich erzählen, was notwendig ist, damit man sich in einer Geschichte richtig festlesen kann und dass Spannung aufgebaut werden kann.


Ich bin schon gespannt, wie es weitergeht und vorallem auf genauere Beschreibungen von Durmstrang und dem Unterricht, ob es stark von Hogwarts abweicht?
Ich konnte bis jetzt noch nichts finden, über das ich mich beschweren könnte. :D

Schreib weiter so!
Lg Lenlupa, deine neueste Leserin, die du nicht so schnell abschütteln wirst können

grit

Auror

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Wohnort: Neubrandenburg

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20

Samstag, 10. September 2011, 21:43

Endlich bin ich dazu gekommen, dein neues Kapitel in Ruhe zu lesen, die erste PN hast du ja schon bekommen, Rest folgt gleich.

Du hast viele interessante Ideen und beschreibst die Befürchtungen und Ängste der Erstklässler sehr einfühlsam.
Dazu haben die anderen hier ja schon eine Menge geschrieben.

Die Sache mit dem Verrat von Maria wirft bei mir einige Fragen auf. Diese Geschichte ist ja fünf Jahre her, also waren sie damals ungefähr sechs, sieben Jahre alt. Diese Überlegungen von Zala sind für dieses Alter schon ziemlich ungewöhnlich. Da kann es durchaus sein, dass Maria die Tragweite der ganzen Sache überhaupt nicht so richtig begriffen hat. Interessant wäre es gewesen, zu erfahren, wie Zala in diesem Alter zu ihrer Ansicht gekommen ist, immerhin ist das ja eine Zeit, in der man die Erwachsenen noch als absolute Autoritäten anerkennt. Wie kommt es, dass sie ihre Eltern so kritisch sieht? Wirst du uns das noch verraten? ( Vielleicht in einer Erinnerung )

Die gegenseitige Vorstellung von Dejan und Emilia ist dir sehr gut gelungen, besonders das gegenseitige Eingehen auf den Scherz des anderen, was die Erwähnung der jüngeren Geschwister betrifft.

"Das andere Links" - und das bei der Hauslehrerin - bringt einen zum Schmunzeln, mal sehen, wie du diese Figur weiter entwickelst.

Auf jeden Fall muss ich Lenlupa zustimmen, dass die Geschichte sich gut lesen lässt, weil du die einzelnen Figuren langsam nacheinander einführst, so dass man gut durchblickt und nicht den Überblick verliert.

Außerdem hast du schon viele Elemente eingebracht, die Spannung versprechen. Ich bin schon gespannt, was es mit der gefürchteten Familie auf sich hat - und ob Zalas unangenehmes Gefühl eine rationale Grundlage hat.

Zumindest scheint es ja so, dass der Hang zur Schwarzen Magie nicht so ein Charakteristikum von Durmstrang ist, wenn die Hauslehrerin so davor warnt...

Ich bin schon gespannt, was du aus all den bisher nur angedeuteten Motiven machst.



Die Stelle mit dem "Sich-selbst-Verlieren" hat mich an den Irrgarten beim Trimagischen Turnier erinnert, unheimlich und geheimnisvoll...
Hier geht's zu meiner FF


http://www.harry-potter-community.de/ind…&threadID=13673

Viel Spaß beim Lesen.