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Isabel

Omniglas-Optikerin

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121

Sonntag, 23. Dezember 2012, 11:13

Hallo Happy!

Zuerst mal: Respekt, ich hab jetzt in einem Rutsch deine gesamten bisherigen Kapitel durchgelesen, ich konnte auch nicht so einfach aufhören.

Nach dem ersten Kapitel hast du dir einen Rat zu Herzen genommen und mehr Absätze gemacht, das war noch das Tüpfelchen auf dem i - wesentlich schöner zu lesen, und ich muss sagen: das ist bisher eine richtig, richtig gute FF!

Sprachlich und von den Formulierungen her: super, bei manchem hätte ich mich richtig kringeln können (die unsäglichen Unterhosen der Jungs, Breitmaulfrosch, Gehirnzellen etc.), und du hast eine hervorragende Wortwahl sowie das Fingerspitzengefühl, um zu beurteilen, ob da jetzt noch ein ausschmückendes Adjektiv mit rein kann oder besser nicht - sprich, klasse ausformuliert, nicht mit zu vielen Worten überladen, keine Schachtelsätze, kaum mal Wortwiederholungen...

... und trotz all dieser technischen Perfektion schaffst du es auch immer, Situationen und Empfindungen der Protagonisten so echt rüber zu bringen, dass man sich fühlt, als würde man in deren Haut stecken. Nur die ab und zu vorkommenden Perspektivwechsel verwirren ein bisschen, du hast es aber (auch wenn es sich ja bei dir nicht ganz vermeiden ließ) so gelöst, dass man sich nicht zu sehr anstrengen muss. Dafür ein großes Dankeschön - zu viel Grübeln am frühen Vormittag mag meine Wenigkeit nämlich gar nicht!

Die Geschichte selber ist gut durchdacht, das heißt, du weißt genau wo du hin möchtest und wie du das Ziel erreichst - ohne den Leser durch langatmige Passagen zu ermüden.

Bei Professor Grigorovic - einer meiner absoluten Lieblingscharas in deiner FF - fühle ich mich erstaunlicherweise eher an Tonks erinnert als an sonst wen: die freundliche, manchmal etwas freche (für ihre Position als Hauslehrerin) Art, die gerade z. B. bei der Planung für die "Federvieh-Ausrottung" zum Vorschein kommt, und auch die Tatsache, dass sie ab und an ein bisschen verschusselt ist (siehe z. B. "das andere Links" etc.). Vielleicht finde ich sie deshalb auch so klasse, ich hab Tonks immer gern gemocht!

btw, ist der Name absichtlich so gewählt, dass er dem des bekannten Zauberstabmachers Gregorovic ähnelt? Könnte da eine Verwandtschaft bestehen? Ich bin neugierig, ich weiß.

Als ich dann zum ersten Mal deine Beschreibung des Klassenzimmers für die Pflege magischer Wassergeschöpfe und -Pflanzen durchgelesen habe, fühlte ich mich (auch durch die Erklärung von Prof. Grigorovic) ein wenig ans Sanktuarium der Rowan Academy erinnert.

Ich hab wie gesagt das komplette Teil am Stück durchgelesen, und ich habe es auf gar keinen Fall bereut! Im Gegenteil, ich werde die Geschichte mit Spannung weiter verfolgen, denn ich glaube, deine begabten Tippselfinger haben uns noch einiges zu bieten! Ich bleib dir auf jeden Fall erhalten!


Mach auf jeden Fall weiter so!
LG Isa
Ich denke, also bin ich. Manche sind trotzdem.

Meine abgeschlossene FF:
"Das Licht und die Finsternis" (hier besser bekannt unter "Kapitel 1: Ein neues Jahr")

OneShot-Lyrik:
Der Dunkle Pfad

122

Sonntag, 23. Dezember 2012, 13:14

Hey Happy,

du hättest gerade mein Gesicht sehen sollen, als ich hier mal wieder reinspitzle und dann unter "Neue Beiträge" deine FF mit neuem Kapitel vorfinde. In etwa so sah das aus: :]
Wirklich sehr schön, wieder etwas von dir und Zala & Co zu lesen und das so passend vor Weihnachten, ein schönes, verfrühtes Geschenk auf jeden Fall.

So jetzt mal zum eigentlichen Inhalt:

Zuallererst: Ui, die Bedeutung des Namens "Einblumen" ist jetzt klar! Ich habe mich schon gefragt, wann dazu mal etwas kommt, sehr schön, dass du das eingebaut hast!

Hach ja, die liebe, reizende Kim, wie habe ich sie doch vermisst. Mein Favorit ist ja immer noch das "Eine Gehirnzelle weniger und ich wäre du!". Ohne ihre Maria scheint sie ein wenig aufgeschmissen zu sein und auch nicht mehr so penetrant nervend wie davor.

Felix ist ja schon irgendwie putzig, auch wenn ich glaube, dass mir das zu viel Kitsch wäre, so ganz ehrlich gesagt. Aber mich darfst du da eh nicht als Maßstab nehmen. ;P Ich merke das jedes Mal, wenn eine Freundin von mir (wirklich sehr kitschig und romantisch veranlagt) eine SMS von ihrem Freund (ebenso kitschig und romantisch veranlagt) bekommt. :O "Fürschterlisch! Kitschisch! Schrecklisch!" Erinnert dich das an wen?^^

Arme Emilia. Auch wenn ich glaube, dass sie da was hochkarätig missversteht, gerade weil sie den Brief nicht gelesen hat, sondern nur Anfang und Ende. Da kann es gut sein, nein, ich bin mir sogar sicher, dass das eigentlich ganz anders gemeint ist, als sie es da auffasst. Ich an ihrer Stelle hätte zumindest in den Mittelteil reingespitzelt. Ich wäre da zugegebenermaßen viel zu neugierig, um das einfach wegzulassen. :rolleyes:
Nein, ich traue das Dejan einfach nicht zu, sicher ist diese Katherine jemand ganz anderes ... keine Ahnung: Seine Tante, seine Cousine, seine ... ach was weiß ich, irgendwer eben oder meinetwegen eine alte Schulfreundin, die sich freut, was von ihm zu hören oder so etwas in der Richtung.

Ah, Müffelnifflerkuchen. Du hast das so klasse beschrieben, dass ich allen Ernstes aufgestanden bin, mein Bett vorsichtshalber durchforstet und wie irre durch die Gegend geschnüffelt habe, sodass sogar meine Katze, die gemütlich auf dem Bett lag, mich schräg angeschaut hat. :D

Die Sache mit Grigorovic und Gregorowitsch (eingedeutscht halt), die Isa angesprochen hat, ist mir ehrlich gesagt auch schon aufgefallen, ich dachte, ich lass das sich mal entwickelt, mal sehen, was da noch kommt.

Ach ja und: MAJAAA! Maja muss mal wieder zum Zuge kommen, ich kann auch nicht genau sagen warum, aber ich mag sie richtig gerne, obwohl oder vielleicht gerade weil man sich so viel über sie weiß wie über Zala und Emilia. Ich würde fast soweit gehen, sie als meine Lieblingsfigur zu bezeichnen, auch wenn ich sie kaum einschätzen kann. Schon komisch, oder? Ich hoffe nur, dass du nur Gutes mit ihr vorhast ... okay, Happy? :P

Ich wünsche euch ganz schöne Weihnachten, aber vergiss das Schreiben darüber nicht!
Liebe Grüße, Lenlupa ^.^

HufflepuffsUrenkel

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123

Dienstag, 25. Dezember 2012, 12:48

Hallo Happyday!

So, jetzt habe ich es auch geschafft, mir deine Geschichte durchzulesen. Ich finde sie sehr gut geschrieben.
Mir gefällt vor allem dein Humor (z.B. deine Vergleiche, die Kabbelleien zwischen Emilia und Dejan am Anfang usw.) trotz des ernsten Themas. Auch wirken deine Figuren sehr glaubwürdig. Die Angst der Schüler vor den Raben kann man gut nachvollziehen.

Ich bin gespannt, auf das, was da kommt.

P.S.: Vielleicht hast du auch einmal Zeit und Lust, bei meiner Durmstrang-FF vorbeizuschauen und zu kommentieren.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
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Die Hände des Teufels
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Happyday

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124

Mittwoch, 26. Dezember 2012, 10:40

Hallo ihr drei,
vielen Dank für eure Kommentare! :)
@Lupa: Du hättest mal mein Gesicht sehen sollen, als ich die Kommentare von Isabel und dir gelesen habe, ich wette, ich sah aus wie ein Hund, dem man ein dickes fettes Schnitzel vor die Schnauze hält :D
1. Ehrlich gesagt habe ich immer ein bisschen Angst, dass die Geschichte vor Schmalz trieft, wenn ich eine Szene mit Felix und Zala schreibe... Bin nämlich, im Gegensatz zu dir, schon ein bisschen kitschig veranlagt^^ Nicht ganz so heftig, aber ein bisschen. Ich glaube, wenn ein Junge so mit mir reden würde wie Felix mit Zala, würde ich ihm zu Füßen liegen :D Also, falls ich mal zu sehr ins kitschige ausschweife, bitte beanstanden, dann muss ich was ändern.
2.Hällst du wohl deine Klappe? *hau* Posaun hier mal nicht deine Vermutungen rum, du rätst zu gut ;)
3. Zu der Sache mit Professor GRIGOROVA: Ich glaube, ihr zwei habt nicht gründlich genug gelesen, tststs. Die Frau heißt nämlich Grigorova, nicht Grigorovic. ^^ ;) Aber eine gewisse ähnlichkeit besteht ja schon. Allerdings sind der Zauberstabmacher und die liebe Hauslehrerin nicht verwandt :)
4. Nur gutes mit Maja? Hmmm... Nur, wenn du Lil mit Andrew verkuppelst :P

@Isabel: Cool, eine neue Leserin? =) Ich freue mich, dass dir meine Geschichte gefällt, das motiviert doch gleich zum Weiterschreiben. Danke auch für dein Lob, das ist wirklich nett *rotwerd* Du hast alles in einem Rutsch gelesen? 8o Respekt! Find ich toll :]
1. Also, die Hauslehrerin Professor Grigorova mag ich auch ziemlich gerne, und gerade dieses leicht verpeilte und herzliche macht sie auch bei ihren Schülern beliebt, so denke ich mir das immer.
2. Das Buch kenne ich leider nicht :( Ich habe mir den Raum immer ähnlich vorgestellt wie Sealife:

Nur halt vieeel größer, der Raum, und die Becken viel tiefer.
Ich würde mich echt freuen, wenn du weiterliest :)

@HufflepuffsUrenkel: Ich hatte ganz vergessen, dass du auch eine Durmstrang FF am Laufen hast! Wenn ich mal zeit habe, werde ich reinsehen :)

Auf jeden Fall nochmal ein großes Dankeschön an euch, vorallem dafür, dass ihr euch solche Mühe gegeben habt mit euren Kommentaren! --knuddel-- Ich freue mich da immer total drüber =)
Liebe Grüße
Happy
,___,
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/)__)
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125

Mittwoch, 26. Dezember 2012, 17:39

Hey Happy, ich behalte deine Stichpunkte einfach wieder bei:

1. Ach, bis jetzt ist das Ganze noch recht human, wie gesagt, mich darfst du da nicht als Maßstab nehmen, wirklich nicht! Bei mir ist das gerade anders herum, wenn mit mir jemand so wie Felix reden würde, würde ich wahrscheinlich so gucken: o.Ô und dann -.- *grins*
Wenn ich dann wirklich einmal schnauben sollte, kannst du davon ausgehen, dass es den anderen noch nicht zuviel ist. Erst wenn ich dann mit Großbuchstaben und unzähligen Ausrufezeichen arbeite, solltest du hellhörig werden. :D

2. Nönönö, ich plapper schön weiter! *träller* Aber das mit dem "zu gut raten" hast du jetzt gesagt. Aber freut mich! :P

3. Hupsala, naja, aber trotzdem klingen die Namen recht ähnlich, das musst du schon zugeben.

4. O.O Neeeeein, Majaaaa! ... oder veräppelst du mich jetzt und sitzt da vor dem Computer und kringelst dich, dass ich dir das glaube? Nein, ich mag Maja doch so gerne ... :( Aber ich frage mich schon einige Kapitel, warum sie später nicht mit nach Hogwarts flieht. Entweder ist sie nicht in Gefahr, weil ihre Eltern reinblütig, aber auf der guten Seite stehen, oder sie ist ... ach ich sollte ja still sein, stimmt ja. *Mund zu tacker*
Und Lil und Andrew sieht eher schlecht aus, muss ich dir gestehen, er wird nicht zu einem Hauptcharakter, nur der stinknormale Treiber der Gryffindors eben, leider. ;)

Liebe Grüße, Lupa

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Lenlupa« (26. Dezember 2012, 17:40)


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Montag, 31. Dezember 2012, 11:44

Zitat

Original von Lenlupa


4. O.O Neeeeein, Majaaaa! ... oder veräppelst du mich jetzt und sitzt da vor dem Computer und kringelst dich, dass ich dir das glaube?


Genau :D
Aber ehrlich gesagt habe ich noch gar keine genauen Zukunftspläne für Maja. Ich überlege noch: entweder baue ich ihren Charakter weiter aus, oder ich lasse sie zu den Bösen überlaufen (diese Möglichkeit gefällt mir irgendwie....) oder ich lasse sie sterben, Mal sehn.

Edit: Gerade habe ich ein Bild gefunden, das ziemlich gut auf meine Vorstellung der älteren Zala am Ballabend passt. Nur sind Zalas Augen und ihr Kleid grün und sie ist nicht so dünn :)

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Sonntag, 21. April 2013, 12:35

Hallo ihr Lieben! =)
Ich hab es endlich geschafft, Kapitel 15 ist fertig! (Hat ja lange genug gedauert...) Es ist ziemlich lang geworden, hoffentlich geht das als kleine Entschuldigung für die Wartezeit durch ;)
Ich habe in diesem Kapitel ein bisschen experimentiert und eine Stelle aus der Ich-Perspektive (Zala) geschrieben, einfach, weil ich mal wissen wollte, wie sich das anfühlt. ^^ Mich interessiert natürlich besonders eure Meinung dazu =) Tja, und jetzt geht es richtig zur Sache :P Ich hoffe, es gefällt euch und ihr schreibt mir wieder fleißig Rückmeldungen :)
Viel Spaß! =)



15. Das Lichterfest


Es war bitterkalt. Der eisige Wind trieb den drei Mädchen dicke Schneeflocken in die rosigen Gesichter, als sie durch den stockfinsteren Wald liefen. Dick in Schals, Daunenjacken und Mützen gemummelt und mit Handschuhen und verboten großen Moonboots ausstaffiert stapften sie in Richtung Vargas, voller Vorfreude auf das Lichterfest. Zumindest galt das für zwei von ihnen.

Der verschlungene Waldpfad wurde von Fackeln gesäumt, die die Dunkelheit erhellten und den Weg ins Dorf wiesen, und der Schnee reflektierte das Licht. Es sah aus wie eine Märchenlandschaft. Der Schnee, die in den gefrorenen Boden gesteckten Fackeln, der schwarze Wald. Und mitten in dieser Märchenlandschaft zwei lachende, ausgelassen plappernde Mädchen, die ein drittes, sehr stilles Mädchen in die Mitte genommen hatten.
Zala, Maja und Emilia bahnten sich ihren Weg nach Vargas.

Zalas Aufheiterungsplan bestand darin, Emilia mit zum Lichterfest zu nehmen und dafür zu sorgen, dass sie nicht vollkommen in Trübsal versank. Wie sie Emilia kannte, würde sie beim Anblick der tausend bunten Lichter im Fischerdorf ganz aus dem Häuschen geraten, so wie jedes Jahr. Vorsorglich hatte sie mit Felix besprochen, Dejan und Emilia möglichst voneinander fern zu halten, also war Felix mit seinen Freunden Cyprian und Alexander unterwegs.

Dejan hatten sie nirgendwo finden können und Zala vermutete, dass er sich irgendwo in die Höhlen in den Bergen hinter Durmstrang zurückgezogen hatte. Das hatte er das letzte Mal getan, als er sich schrecklich über irgendetwas aufgeregt hatte, von dem Zala immer noch nicht wusste, was es war. Naja. Sollte er allerdings auftauchen, würden die Jungs ihn in Beschlag nehmen.
Zwar gefiel es Zala nicht wirklich, ohne Felix nach Vargas aufzubrechen, aber was tat man nicht alles für seine beste Freundin?


Übrigens hatte sie ganz Recht gehabt mit ihrer Vermutung, Emilia könne nicht ewig schmollen. Je mehr sie sich Vargas näherten, desto mehr zogen sich ihre Mundwinkel nach oben. Schließlich, als die drei Mädchen auf dem Felsvorsprung an der Kante des Drachenfelses standen, von wo aus der verschneite Weg steil hinunter ins Dorf führte, stemmte Emilia ihre Füße in den Schnee und blieb stehen. Sie atmete mit geschlossenen Augen einmal tief ein, dann setzte sie ein strahlendes Lächeln auf und sagte:

„Okay, ihr habt Recht. Ich werde heute Abend keinen einzigen Gedanken mehr an Ihr-wisst-schon-wen verschwenden, ich werde mich amüsieren. Und wehe, ihr erwähnt ihn!“ Sie grinste. Zala strahlte und umarmte ihre beste Freundin.

„Aber logo, Miss Emilia! Im Punsch ertränken werden wir ihn!“
„Genau! Und in eine Schneelaterne einsperren!“, fügte Maja hinzu.
Die drei brachen in Gelächter aus. Zala verschwieg Emilia wohlweißlich, dass sie durchaus die Absicht hegte, mit Dejan zu sprechen, wenn sie konnte. Immerhin war er ihr bester Freund, egal was für Probleme er mit Emilia hatte. Was für eine vertrackte Situation!

Aber als die Mädchen sich umdrehten, um ihren Weg ins Dorf wieder aufzunehmen, tat sich ein anderes Problem auf- der Schnee!
„Heiliger Horklump! Wie sollen wir denn da runterkommen?“, stöhnte Emilia, als sie den steilen, gewundenen und von Schnee und Eis bedeckten, völlig dunklen Abhang ins Auge fasste.

Tatsächlich war es auch bei gutem Wetter, ohne Schnee und Eis, schwierig, den schräg abfallenden Hang hinunter zu kraxeln, doch im Winter war es fast unmöglich. Allerdings hatten die Dorfbewohner in den Jahren zuvor den Weg immer geräumt. Wahrscheinlich war wegen dem überraschenden Kälteeinbruch keine Zeit mehr gewesen.
„Na toll.“, unkte Emilia.
„Wie wäre es mit rutschen?“, schlug Maja, selbst nicht ganz überzeugt, vor.
„Vergiss es. Da fliegst du aus den Kurven raus und runter ins Meer.“
„Hm. Was ist denn, wenn wir ganz vorsichtig rutschen?“
„Dann wird deine Hose nass!“
„Wird sie doch auch, wenn wir normal rutschen.“
„Und du fliegst trotzdem ins Meer, dann hast du echt ein Problem.“

Während Maja und Emilia diskutierten, hockte sich Zala mit grüblerischer Miene in den Schnee. Irgendwie musste man hier doch herunterkommen. Es konnte ja nicht sein, dass die Dorfbewohner für die Schüler von Durstrang keinen Weg ins Dorf geräumt hatten. Und dann entdeckte Zala etwas. Was war das für ein rotes Licht, das da den Berg hochgehüpft kam? Zala sprang auf.
„Hey guckt, mal! Da kommt was!“
„Was kommt da?“
„Keine Ahnung, aber guck mal, ein rotes Licht!“
„Wo?!“
„Na, DA, du Flubberwurm!“


Das Licht kam immer näher, immer weiter den Berg hinauf aus der Dunkelheit, und schließlich war es ganz dicht bei ihnen. Die Mädchen wichen zurück. Plötzlich leuchtete eine große Laterne in einem Baumwipfel über ihnen auf und sie schrien erschrocken auf.

Die Laterne erhelle die Szenerie, und nun erkannten die Mädchen das seltsame Gefährt: Es war ein Schlitten! Ein ganz normaler Holzschlitten mit Eisenkufen, aber er war länger als gewöhnlich, und er hatte drei Sitzplätze mit Lehnen, die mit Schaffellen gepolstert waren. Das rote Licht entpuppte sich als ein winzig kleiner Lampion an einer gebogenen schmiedeeisernen Stange vorne am Schlitten. Offenbar fungierte es als eine Art Verkehrslicht.

Der Schlitten an sich war ja noch verhältnismäßig unspektakulär, aber was den Mädchen wirklich den Atem verschlug, war das Tier, das vor ihn gespannt war: Ein großes, dickes, sehr süßes Polarschaf mit einem Schild um den Hals: „Bitte füttern!“


Zala staunte nicht schlecht. Sie hatte noch nie ein echtes Polarschaf zu Gesicht bekommen, höchstens auf Bildern im Unterricht für Polarkunde. Diese Schafe waren größer und dicker als normale Schafe, was daran lag, dass sie ein gewaltig dickes Fell hatten.
Auch waren sie nicht cremig- dreckig weiß, sondern nur eine Nuance dunkler als der Schnee. Am eindrucksvollsten waren ihre Füße: Sie sahen aus, als hätte man sie in zottelige Moonboots verpackt, dick, fellig und pechschwarz.
Das Exemplar, das den Schlitten zog, hatte außerdem eine große rote Schleife um den Hals, an der ein kleines Martenizapüppchen baumelte. Es blökte freundlich und reckte den Mädchen den Hals mit dem Schild entgegen.


„Oooh“ machte Emilia nur und starrte das Schaf an.
Auch Zala konnte einfach nur dastehen und das Schaf anglotzen, aber Maja machte zögernd einen Schritt auf das Tier zu und las vor, was auf dem Schild um dessen Hals stand.


„Liebe Schüler des Durmstrang Institutes, aufgrund des überraschenden Kälteeinbruches so kurz vor unserem Lichterfest blieb uns leider bei all den Vorbereitungen keine Zeit mehr, den langen Weg vom Drachenfels nach unten ins Tal zu räumen.
Daher hat Walter Lamb, ein Polarschafzüchter, der weit oben im Norden lebt, sich aber zu unserer Gemeinde zählt, sich freundlicherweise bereiterklärt, uns für den heutigen Abend seine zuverlässigsten Schlittenschafe zu leihen.
Sie werden Sie garantiert sicher ins Dorf bringen. Allerdings möchten sie dafür eine Gegenleistung erhalten: Bitte geben sie ihnen ein paar Billywig-Brausekugeln aus dem dafür bereitstehenden Behälter unter der großen Laterne.

Achten sie darauf, den Schlitten nicht durch heftige Bewegungen aus der Bahn zu werfen und stellen sie das Jammern ein. Eine gute Fahrt wünschen ihnen die Dorfgemeinschaft Vargas und Walter Lamb.“
Bitte füttern!

„Ach du heiliger Jobberknoll“, fiepste Emilia.
„Das wird lustig!“, freute sich Maja.
„Ohoh“, sagte Zala.
„Blöööööök!“, machte das Schaf und scharrte mit dem Hufen.

Mit allem hätte Zala gerechnet, aber sicher nicht hiermit. Maja war begeistert, sie hüpfte durch den tiefen Schnee auf das Schaf zu, kraulte es unterm Maul (das Schaf schloss zufrieden die Augen und schnurrte) und hielt ihm ein paar der Billywigbrausekugeln hin, die es mit Genuss verspeiste. Maja kicherte entzückt und nahm auf dem vordersten Sitz des Schlittens Platz.

„Jetzt kommt schon! Das ist doch total spannend!“, rief sie und sah aus, als wollte sie gleich einen Freudentanz aufführen.
Zala kicherte hysterisch. Das war alles absolut surreal.
„Verrückt“, murmelte sie, dann kletterte sie auf den Sitz hinter Maja.

Emilia setzte sich zögerlich auf den letzten freien Sitz und schien zum heiligen Jobberknoll zu beten. Zalas hysterisches Kichern wurde zu einem Lachen, und kaum dass sich das Schaf in Bewegung gesetzt hatte, zu einem entsetzten Schrei.

„Zala, halt die Klappe!“, rief Maja ausgelassen und warf Zala einen Schneeball ins Gesicht. Zala hustete, keuchte und wischte sich den nassen Schnee aus dem Gesicht. Dann ging die Fahrt los. Immer schneller rannte das Schaf den Berg hinunter, und der Fahrtwind brauste unbarmherzig um Zalas ungeschützte Nase.
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Sonntag, 21. April 2013, 12:41

„ACH DU HEILIGER JOBBERKNOOOOOOLL!“, schrie Emilia, als sich das Polarschaf mit einem lauten „MÄH!“ auf den Bauch warf und sie rasend schnell den Berg hinunter pesten und durch Kurven schlingerten.
„AAAAHH!“, kreischten auch Maja und Zala, Maja vor Begeisterung, Zala vor Panik. Zala klammerte sich schreiend am Sitz des Schlittens fest, um nicht herunter zu purzeln.

Endlich, nach nur wenigen Minuten, war der Höllenritt vorbei. Mit einem letzten lauten „Blööök!“ sauste das Polarschaf, immer noch bäuchlings, um die letzte Kurve und kam dann sanft gleitend am Fuße des Drachenfelses zum Stillstand. Es rappelte sich hoch und trottete gemächlich auf einen großen, eilig zusammengezimmerten Stall aus Holz zu, vor dem ein kleiner, älterer Mann in Stiefeln und dicker gestrickter Jacke bereits auf sie wartete.

Zala war immer noch ganz starr vor Schreck, und sie hatte das Gefühl, als würden ihre Glieder nur langsam wieder auftauen. Als der Mann sie anlächelte, konnte sie ihn nur mit großen Augen ansehen.

„Ah, guten Abend, die Damen! Ich bin Walter Lamb, der Besitzer der Schafe. Haben sie ihre Fahrt genossen?“

„Ja, Mister Lamb, es hat sehr viel Spaß gemacht! Dieses Schaf ist wirklich toll.“, erwiderte Maja und strahlte.


„Das freut mich! Nun, die Damen, würden sie bitte absteigen und dem Weg ins Dorf folgen? Er ist nicht schwer zu verfehlen.“

Das war er in der Tat nicht. Der Hafen, an dem sie sich befanden, war von hunderten flackernder Fackeln erleuchtet und bereits hier hingen kleine bunte Laternen. In dem schmalen Durchgang zwischen zwei Häusern, der zum Marktplatz führte, brannten tausend Wunderkerzen und wiesen den Weg zum Fest.

„Auf geht’s, Mädels!“, rief Maja glänzend gelaunt, hakte sich bei Zala auf der einen und Emilia auf der anderen Seite ein und zog sie mit sich. Als Zala noch einen Blick über die Schulter warf, sah sie, wie Walter Lamb seinem Schaf den Kopf kraulte und es zusammen mit einem zweiten Schaf wieder den Berg hinaufschickte.


Als Zala den Marktplatz betrat, verschlug es ihr für einen Moment den Atem. Es war beeindruckend, wie die Bewohner des Dorfes es jedes Jahr aufs Neue schafften, ein so wundervolles Fest auf die Beine zu stellen, und das diesmal in so kurzer Zeit. Zala und ihre Freundinnen standen am Eingang des Platzes, mit offenen Mündern und überwältigt von der Schönheit der Szenerie.

Der kreisrunde Marktplatz war in einen Festplatz verwandelt worden. An jedem Hauseingang hin eine große bunte Laterne, alle Häuser waren mit magischen Lichterketten geschmückt, die den Markt in ein gemütliches, stimmungsvolles Licht tauchten.
Der Brunnen, das Herzstück des Markts, war mitten im Speien erstarrt und die silbrige Fontäne glitzernden Eises, das sich aus seinem Mund zu ergießen schien, brach das Licht der Laternen und warf seine Reflektionen wie tausend bunte Kristalle auf die Umstehenden Zauberer und Hexen.
Rund um den Brunnen hatte man riesige Schneelaternen gebaut, in denen bis zu sechs Leute Platz fanden. Aus Schnee und Eis hatte man darin Tische und Sitze geformt, und diese Sitzplätze waren fast restlos besetzt. In den Schneelaternen loderten die Flammen von offenem Feuer, das so verhext worden war, dass es zwar Wärme spendete, jedoch weder das Eis zum Schmelzen brachte noch gefährlich sein konnte.

Über dem bunten Treiben, in etwa fünf Metern Höhe, schwebten Papierlampions auf und ab, die dem Himmelszelt ein Dach schenkten.
Die Geschäfte, Eissalons, Bücherläden, Schreibwaren- Kleider- und Essensgeschäfte, alle hatten ihren normalen Betrieb eingestellt, doch geöffnet hatten sie trotzdem.
Die Inhaber der vielen kleinen Zauberläden hatten es sich für diesen Abend zur Aufgabe gemacht, die Besucher des legendären Lichterfests mit Punsch, Waffeln, Maronen und anderen Leckereien zu versorgen.

Tatsächlich entdeckte Zala dort drüben im Gewusel den Besitzer ihres Lieblingsbücherladens „Antiqua“, Herrn Nikolov.
Antiqua war ein alter Laden, klein, ein bisschen staubig und ziemlich nostalgisch und Vintage- chic mäßig eingerichtet. Zala, eine echte Träumerin, liebte dieses nostalgische Flair. Vergraben in einem alten Ohrensessel aus Leder, zwischen Staub und Büchern, Realität und Traumwelt, hatte sie so oft den Geschichten des alten Nikolov gelauscht und vergessen, wer sie war, wo sie lebte und sich immer behütet gefühlt zwischen all den alten, schönen und romantischen Einzelstücken.

Das Geschäft war wie eine Art zweites Zuhause für sie. Die Bücher waren in großen, alten Eichenregalen aufgereiht, meist waren es gebrauchte Bücher, und wenn man sie aus dem Regal zog, kam es schon mal vor, dass einem dahinter einen kleine Brosche, eine goldene Feder oder etwas anderes hübsches entgegenfiel. Nikolovs Laden war eine Fundgrube.
Allerdings war Zala auch schon einmal eine Maus entgegengesprungen. Nikolov hatte sich vor Lachen kaum noch eingekriegt, als Zala kreischend mit der Maus unter dem Pulli die kleine enge Treppe in den zweiten Stock des Ladens hoch- und wieder runter gerannt war, in dem verzweifelten Versuch, die Maus loszuwerden.

Zala musste immer noch kichern, wenn sie daran dachte. Wie sie diesen Mann liebte. Er hatte immer genau das, was Zala gebraucht hatte, sei es ein bestimmtes Buch gewesen, ein Last-Minute Geschenk für einen Freund oder ein tröstendes Wort. Nikolov war für sie wie ein Opa. Deswegen freute sie sich auch ganz besonders darüber, wie er beim Lichterfest aufblühte und strahlend durch die Gegend lief.

Gerade hatte er sie in dem Getümmel ausgemacht und kam zu ihr und ihren Freundinnen herübergewuselt. Er trug ein Tablett mit Waffeln in den Armen, die er strahlend jedem in die Hand drückte, der in seine Reichweite kam.

„Hallo Zala, mein Liebes, schön dich zu sehen! Und Emilia und Maja! Wie geht’s wie steht‘s?“
Schwungvoll überreichte er Zala, Maja und Emilia je eine dicke, Mit Puderzucker bestreute Waffel.

„Gut, Danke, Herr Nikolov!“, rief Zala über die Musik hinweg, die über den Platz waberte wie eine große, duftende Wolke. Maja, die gerade in ihre Waffel gebissen hatte, schloss genießerisch die Augen.

„Ihre Waffeln schmecken großartig, Herr Nikolov!“, mümmelte sie.
„Danke, danke!“, strahlte dieser. „Das Rezept ist noch von meiner Großmutter, sie war eine außerordentliche Liebhaberin des Lichterfests. Jaja, Tradition!“

Er zwinkerte ihnen zu.
„Leider habe ich nicht viel Zeit, Mädchen, ich muss Waffelnachschub holen. Bis dann!“

Und weg war er.
Emilia kicherte.

„Ist er nicht großartig?“
„Allerdings!“, stimmte Zala zu.

Strahlend schaute sie sich um und genoss den Trubel aus vollem Herzen. In ihre Waffel beißend und mit einer Menge Puderzucker am Mund mümmelte sie:

„Schollen wir unsch nischt in einer Laterne schetschen?“
„Was?“, fragte Emilia verwirrt. „Du willst Scholle essen? Bist du schwanger, oder was ist los?“

Daraufhin bekam Zala einen so heftigen Lachanfall, dass ihr die Tränen über die Wangen liefen und sie sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Also echt! Was dachte Emilia sich da wieder? Zu allem Überfluss verschluckte sie sich auch noch an ihrer Waffel, sodass sie von einem heftigen Hustenanfall gepackt wurde, den Emilia offenbar völlig falsch deutete.

„Das ist doch nicht dein Ernst Zala, oder?“, fragte sie fassungslos. „Du bist gerade mal 17!“

Inzwischen war Zala keuchend auf einer aus Schnee gebauten Bank niedergesunken, immer noch hustend und kichernd, während Maja und Emilia sie anstarrten, als wäre sie völlig durchgedreht.

„Em! Du hast zu viel Fantasie! Natürlich bin ich nicht schwanger, ich hab mich nur verschluckt, du Flubberwurm! Und ich wollte auch nur wissen, ob wir uns nicht in eine Laterne setzten wollen.“

Jetzt begann Maja zu lachen.
„Echt, ihr zwei, ihr seid eine Nummer für euch. Wie grandios ihr euch missverstehen könnt!“

„Jaja, lach nur“, grummelte Emilia, aber sie sah sehr erleichtert aus.
„Komm mit, du Verrückte!“, meinte sie, packte Zala am Ärmel und machte sich mit ihr im Schlepptau auf die Suche nach einem freien Sitzplatz.


Das letzte Licht des Tages begann nun schnell zu schwinden.
Der Winter hier im hohen Norden verschluckte bereits früh am Nachmittag sämtliches Helligkeit, und eine samtene, sternengesprenkelte Schwärze legte sich wie eine Decke über das Land und schmiegte sich an die kleinen, windschiefen Häuschen des Dorfes Vargas.
Die abertausend bunten Laternen allerdings erhellten die Dunkelheit und warfen ihr schummriges Licht auf das fröhliche Treiben auf dem Marktplatz. Ohnehin war die ganze Magie des Festes erst bei Nacht zu spüren, beim Feuerwerk unter dem Firmament.

Es war jetzt noch viel voller auf dem Platz, und überall saßen und standen dicht aneinander gedrängt Hexen und Zauberer, aßen, tranken, lachten und schwatzten. Es war spät, die Stimmung war ausgelassen, jede Minute würde das große Feuerwerk beginnen.

Felix hatte sich inzwischen auf das dach ein vollbesetzten Schneelaterne ab- bzw. aufgeseilt. Da die Stimmung immer feuchtfröhlicher wurde und einige Flaschen Feuerwhisky unter seinen Kumpeln die Runde machten, hatte er sich verzogen.
Peinlicherweise vertrug Felix nämlich überhaupt gar keinen Alkohol. Bereits nach dem ersten Schluck wirkte er leicht, ähm, weggetreten, und was passierte, wenn er mehr trank, daran wollte er gar nicht denken.

Er erinnerte sich dunkel daran, Zala einmal unter dem Einfluss einer Flasche Feuerwhisky einen Heiratsantrag gemacht zu haben. Peinlich! Abgesehen davon, dass ihm danach furchtbar schlecht und Zala alles andere als amused gewesen war.
Seitdem machte Felix einen großen Bogen um Alkohol, denn wer wusste schon, was ihm da noch so alles passieren würde? Was war er für ein Weichei. Naja.
Also hockte er nun allein auf dem Dach einer Schneelaterne, seine feiernden Freunde unter sich, an seinem weiß-nicht-wie-vielten Stück Elfenkaramell nagend, und hielt Ausschau nach Dejan.
Vielleicht tauchte der ja doch noch auf.
Aber was war das?

Angestrengt kniff Felix die Augen zusammen. Er hatte in dem Getümmel auf dem Markt etwas ausgemacht, das ihn sehr beunruhigte. Dort hinten, in der Nähe der Apotheke, schoben sich zwei Gestalten durch die Menge, bei deren Anblick Felix ein kalter Schauer über den Rücken jagte. Ein Mann und eine Frau, beide ein Schwarz gekleidet, unpassend, unhöflich wirkend, hatten seine Blicke auf sich gezogen.

Die Frau war groß, sehr schlank, hatte langes, weißblondes, schnittlauchglattes Haar und eisblaue, ausdruckslose Augen, deren Blick leicht verstörend wirkte. Sie hätte schön sein können mit ihren edlen Gesichtszügen, doch sie hatte etwas Unheimliches an sich, etwas Gespenstisches.

Der Mann war einige Zentimeter größer als sie, bullig wie ein Türsteher, mit dunklen Locken und vertrauten, dunkelgrünen Augen. Nur lag in diesen Augen eine Kälte, die denen von Zala gänzlich abging.

Heiliger Horklump! Das durfte nicht wahr sein, das konnte einfach nicht sein! Was taten Zalas Eltern hier? Ob sie Zala suchten? Gewiss, was sonst sollte sie hergetrieben haben?

Obwohl Felix sich fühlte, als wäre ihm das Blut in den Adern gefroren, glitt er instinktiv von der Schneelaterne und bewegte sich wie in Trance durch die Menge, auf der Suche nach Zala. Von allen Seiten rempelten ihn Menschen an. Oder war er es, der sie so grob aus dem Weg drängte? Egal. Wo war seine Freundin bloß?

Immer wieder sprang Felix in die Luft, einerseits nach Zala Ausschau haltend, andererseits versuchend, die Sapunovas im Blick zu behalten. Endlich! Im Getümmel hatte er drei lange Lockenmähnen ausgemacht, schokobraun, karamellfarben und goldblond, zweimal dick und wellig, einmal winzig kleine Korkenzieherlöckchen.

„Zala, Em, Maja!“
Verzweifelt winkend schaufelte Felix sich zwischen protestierenden Leuten zu den Mädchen durch.
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Sonntag, 21. April 2013, 12:46

Unwillkürlich drehte sie eine lange, glatte Haarlocke zwischen den Fingern, zwirbelte sie, ließ sie fallen. Diese wunderbar wohltuende Leere in ihrem Kopf... Sie schwebte wie auf Wolken, es war ein himmlisches Gefühl, wenn alle Sorgen und Probleme sich in Wohlgefallen auflösten.

„Dort steht sie, deine Tochter! Los, geh...“, hauchte eine kalte, emotionslose Stimme in ihrem Kopf, und sie schüttelte denselbigen, um die Stimme zu vertreiben.
Und für einen Moment, flüchtig wie ein Augenzwinkern, war sie vollkommen klarer Sinne. Sie spürte die arktische Kälte auf ihrer Haut, nahm das Summen tausender Stimmen wahr, roch den Duft der Speisen.

Mit ungeahnter Wucht stürmte alles wieder auf sie ein- Erinnerungen, Erlebnisse, Eindrücke; Probleme- und ein Gesicht, ein niedliches, sommersprossiges Gesicht, umrahmt von dunklem Haar. Immer wieder, in diesen wenigen klaren Augenblicken, schob sich dieses Bild vor ihr inneres Auge.
Und dann, von einer Sekunde auf die andere, war es wieder da, das willenlose, glückliche Nichts in ihrem Kopf, das Vakuum.
„Geh...Du weißt, was zu tun ist...“
Sie nickte schwach mit dem Kopf, ihre Augen leer, ausdruckslos, ferngesteuert wie eine Puppe. Eine Hand griff nach ihrer. Er sah sie an.
„Dort steht sie“, sagte er ausdruckslos.
„Gehen wir.“


Zala zog sich gerade ihre wollweiße Strickmütze mit dem Bommel tiefer ins Gesicht und nippte an ihrem Punsch, als ihr plötzlich jemand von hinten eine Hand auf die Schulter legte. Erschrocken fuhr sie herum, wobei sie ihren Becher fallen ließ. Heißer Punsch ergoss sich über ihre Hose und sie fluchte. Gleichzeitig drehte sie sich um, um zu sehen, wer der Übeltäter war, der sie so erschreckt hatte.

„Felix!“, knurrte sie. „War das nötig?“
„Sorry. Entschuldigt uns mal kurz, Ladies“, meinte Felix kurz angebunden, packte Zala am Arm und schleifte sie unter den verdutzten Blicken ihrer Freundinnen quer über den Marktplatz wie eine Ziege zum Verkaufsstand.
„Au! Verdammt, Felix, was soll das?!“
Er hatte sie hinter den zu einer kunstvollen Eisstatue erstarrten Brunnen gezerrt und spähte nun vorsichtig dahinter hervor, wie um zu prüfen, ob ihnen jemand gefolgt war.
„Felix, was- F-Felix? Ist alles in Ordnung?“

Erst jetzt war ihr der geradezu panische Glanz in seinen Augen aufgefallen, und dass seine Wangen gerötet waren, seine Haare noch verwuschelter als sonst und seine Hände zitterten. Immer wieder sah er sich nach allen Seiten um. Er war so hektisch und nervös, dass Zala selbst ein deutlicher Anflug von Panik überkam. Der Blick, mit dem Felix Augen sich in ihren festgehakt hatten, war so intensiv, dass sie sich unmöglich daraus lösen konnte.

„Nein, Zala, eben nicht! Nichts ist in Ordnung, du musst so schnell wie möglich von hier verschwinden!“

„Was? Aber warum? Würdest du mir bitte erklären, was hier los ist?“
Sie war verwirrt und ängstlich. Felix war ja geradezu hysterisch. So kannte sie ihn nicht, und das machte ihr Angst.
Anstelle einer Antwort packte Felix Zala an den Schultern und drehte sie etwas unsanft herum.
„Hey!“, wollte sie protestieren, doch die Worte blieben ihr im Halse stecken, als ihr Blick auf zwei Personen weit hinten in der Menschenmenge fiel.


„Oh mein-“, japste Zala entgeistert.
Schlagartig wurde ihr übel, ihre Beine wurden puddingweich und sie sackte kraftlos auf dem Rand des Brunnens zusammen.
„Oh mein Gott!“, keuchte sie, als sie wieder Luft bekam. Mehr konnte sie nicht sagen, blanke Angst schnürte ihr die Kehle zu. Die Gedanken wirbelten durch ihren Kopf wie auf einem Karussell, wie ein Schwarm außer Rand und Band geratener Pixies.
Das konnten doch nicht ihre Eltern sein?! Was taten die hier? Ihr Unterbewusstsein hatte schon längst eine Antwort auf diese Frage, aber Zala wollte sie sich nicht eingestehen. Es war zu schrecklich.
„Sie wollen“, wisperte sie mit rauer Stimme, „mich?“

Felix sah sie an.
„Die sind nicht zum Feiern hier“, sagte er langsam.
Schlagartig war all ihre Energie wieder da. Sie sprang auf. Zwar war sie kaum in der Lage, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, doch sie wusste, was sie zu tun hatte. Sie musste abhauen, und zwar so schnell wie möglich.

„Haben sie dich gesehen?“, hauchte sie, und sie war sich sicher, die Antwort gar nicht hören zu wollen. Er nickte bitter. Sie schluckte.
„Was ist mit Em und Maja?“ Er schüttelte den Kopf. Scheinbar war ihm vorübergehend die Stimme weggeblieben.

„Okay, okay“, murmelte sie, nervös auf der Stelle tretend. Wo sollte sie jetzt hingehen?

Sie konnte nicht in die Schule zurück. Dort war sie nicht sicher. Wenn ihre Eltern dorthin kämen (und Zala war sicher, das würden sie), dann würde Igor Karkaroff ihnen Zala auf einem Silbertablett vor die Nase setzen, und Felix gleich dazu.
Nein, das konnte sie nicht riskieren. Wer wusste, was sie mit Felix anstellen würden?
Ihr lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter als ihr klar wurde, in was für einer Gefahr Felix schwebte, nur dadurch, dass er ihr Freund war. Als ihr das klar wurde, stöhnte sie gequält auf.


„Oh Gott, was habe ich nur getan!“
„Was? Was?!“, bohrte Felix, da Zala wieder auf den Brunnenrand gesunken war, den Kopf in den Händen vergraben.

Und sie erklärte ihm, was ihr gerade klar geworden war. Felix wurde noch eine Spur blasser. „
Ach du Sch...“, murmelte er. Er war einen nervösen Blick in Richtung Emilia und Maja.
„Wenigstens die beiden haben deine Eltern nicht gesehen.“, meinte er. „Zumindest etwas“, wisperte Zala.
Sie schüttelte den Kopf, um ihn etwas frei zu bekommen.
Dann stand sie wieder auf und nahm Felix bei der Hand. „Komm“, sagte sie eindringlich.
“Zeit, das Weite zu suchen.“


„Das könnte man so sagen“, sagte da plötzlich eine eisige, schrecklich vertraute Stimme hinter ihr.
Entgeistert wirbelten Zala und Felix herum, und ihren Kehlen entwich gleichzeitig ein Entsetztensschrei. Unbemerkt von den beiden waren Wladimir und Amelia Sapunova
von hinten an sie herangetreten. Jetzt standen sie ihnen direkt gegenüber, und Zala und Felix konnten sie nur wie zwei paralysierte Kaninchen anstarren. Die Welt drehte sich. Konnte es noch schlimmer kommen?
„Zalona. Du musst mitkommen.“
Die Stimme ihrer Mutter drang an Zalas Ohren, doch sie nahm sie nur verschwommen wahr, wie durch einen dicken Wattebausch. Dann sprach ihr Vater.
„Wir erwarten von dir, dass du nach Bulgarien zurückkehrst. Jetzt, mit uns. Du hast deine Pflichten als eine Sapunova sträflich vernachlässigt, und nun musst du ihnen gerecht werden. Deine Zeit in Durmstrang ist vorbei, eine neue Epoche hat begonnen. Von nun an wirst du dem Dunklen Lord uneingeschränkt dienen.“


Der gleichgültige, unbarmherzige Blick ihres Vaters bohrte sich in ihre Augen, und sie war nicht imstande, wegzusehen. Doch dann regte sich etwas in ihr, als die Bedeutung dieser Worte zu ihr durchdrang.

„Nein“, wisperte sie. „Nein!“, wiederholte sie mit fester Stimme. Sie zwang sich, ihren Vater in die Augen zu sehen. „Das werde ich nicht. Nie im Leben. Niemals werde ich das tun, was Voldemort von mir verlangt! NIE!“

Das letzte Wort schrie sie ihm ins Gesicht. Eine Hand packte sie am Arm, mit festen, Schraubstockartigem Griff, und ihr Vater hielt sie fest umklammert, doch Zala hatte sich dem stählernen Griff mit einer flüssigen Bewegung entwunden und brüllte:
„Fass mich nicht an! Du kannst mich zu nichts zwingen, ich bin volljährig! Tut, was ihr für richtig haltet, aber tut es ohne mich!“

Damit drehte sie sich um, packte Felix Hand und rannte davon, so schnell ihre Beine sie trugen. Im Laufen merkte sie, wie sich brennend heiße Tränen in ihren Augen sammelten, und im nächsten Moment rannen sie kalt über ihr Gesicht und ließen ihre Sicht verschwimmen.
Ärgerlich wischte Zala sie fort.

Sie stolperte halb blind durch die Menge, nur weg von ihren Eltern, völlig kopflos, und auch nicht sehr effektiv. Sie kam nicht vorwärts, die Sapunovas würden sie schnell eingeholt haben.
Garantiert hatten sie schon die Verfolgung aufgenommen.
Es war wie in einem dieser grausamen Albträume in denen man rennt und rennt, aber nicht von der Stelle kommt, während einem das Böse im Nacken sitzt.
Zala geriet in Panik und rannte noch schneller, das einzig Feste auf der Welt war Felix Hand in ihrer. Er hatte Mühe, mit ihr mitzuhalten.

Doch dann prallte Zala mit dem Gesicht zuerst gegen eine breite Brust in schwarzem Umhang. Sie taumelte rückwärts in Felix hinein, der sie auffing, damit sie nicht zu Boden sackte. Alles schien sich zu drehen, vor ihren Augen tanzten Sternchen. Sie hörte Felix keuchen und blickte benommen auf. Ein großer, grobschlächtiger Mann mit langem, dunklem, verfilztem Haar und animalischen Gesichtszügen grinste mit blitzenden Zähnen auf sie hinab.

„Wohin denn so eilig, hübsches Mädchen? Und wer ist der Kerl da? Bist du Mami und Papi abgehauen? Aber mir entkommst du nicht!“

Wie irre lachend streckte er seine riesigen Pranken nach Zala und Felix aus.

„Lauf!“, brüllte Felix, packte Zala und zog sie mit sich. Wie ein geölter Blitz flitze er los und Zala hinterher.
„Wohin?“, schrie sie.
„Hier sind noch mehr solcher Gestalten!“
Felix drehte den Kopf, und tatsächlich. Überall in der Menge, die noch nicht begriffen hatte, was vor sich ging entdeckte er verdächtige Personen, riesig, und in schwarz gehüllt.
„Egal, bloß weg hier!“, keuchte Felix.

So schnell es in dem Gedränge möglich war, jagten die beiden über den Marktplatz, auf der Flucht vor Zalas Eltern und den Leuten, von denen Zala sicher war, dass es Todesser waren.
Obwohl Zala heftige Seitenstiche überkamen, blieb sie nicht eine Sekunde stehen, sondern rannte weiter, mal war Felix vorne, mal sie, doch sie verloren sich keine Sekunde aus den Augen. Gerade zerrte Zala Felix durch eine Traube mittelalter, fröhlicher Hexen, die empört aufschrien und die Fäuste emporreckten, als die beiden Teenager sie mit kräftigem Ellbogeneinsatz aus dem Weg drängten. „Sorry!“, konnte Zala nur atemlos rufen, da schleifte Felix, der jetzt vorne war, sie auch schon weiter.

Nun waren sie in die finsteren, verlassenen, eisglatten Gassen von Vargas abgebogen. Ihr gehetzter, stoßweise gehender Atem bildete Wölkchen über ihren Köpfen, als sie Hand in Hand durch die schmalen Durchgänge jagten. Vom Marktplatz hörten sie laute Rufe, Funken stieben in die Luft und es klang, als wäre ein gewaltiger Tumult ausgebrochen.

„Umso besser!“, japste Felix. „Dann können sie uns nicht so einfach folgen!“

Keuchend und nach Atem ringend stolperten Zala und Felix schließlich auf den Kreisweg. Hier blieben sie erstmals stehen, schwer atmend. Hier war es gespenstisch still. Sie waren an der Stelle ausgekommen, die dem Nebelwald direkt gegenüberlag. Der vom Wald herüberziehende Dunst waberte knapp über dem Boden, die Gaslaternen waren zu schwach, um ihn zu durchdringen, sodass sie in milchig-nebliger Nacht standen.


„Oh-mein-Gott“, war alles, was Zala sich abringen konnte. Für mehr reichte ihre Puste nicht mehr. Felix konnte nur nicken. Er hatte die Arme auf den Oberschenkeln abgestützt und rang nach Luft.


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Sonntag, 21. April 2013, 13:30

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Die Rufe vom Marktplatz waren nur noch gedämpft zu hören, und durch die Gassen flammte das Licht von Fackeln. Es war alles so absurd- ich fühlte mich wie in einer Hexenjagd im Mittelalter. In meinem Kopf pulsierte das Blut und ich war nicht in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Nicht einmal Gefühle drangen zu mir durch- einzig und allein mein Fluchtinstinkt schlug an. Pures Adrenalin rauschte durch meine Adern.


„Oh man, was sollen wir nur machen?“, fragte Felix nervös. Scheinbar wurde auch er von purem Adrenalin durchflutet. Sein sonst so kühler und besonnener Kopf schien in dieser Ausnahmesituation nicht zu funktionieren- er zappelte nervös herum und sah aus, als hätte er sich am liebsten ein ruhiges Plätzchen zum In-die-Erde-einbuddeln gesucht.

„Okay, Okay...“, murmelte ich wieder. Mit aller Kraft konzentrierte ich mich darauf, einen Fluchtplan zu entwickeln, und merkwürdigerweise schien Felix‘ Panik mir innere Ruhe zu geben. Absurd. Sonst war Felix immer der, der auf mich aufpasste. Wahrscheinlich hatte er zu viel alkoholisierten Elfenkaramell gegessen. Ich seufzte. Daran waren garantiert Cyprian und Alexander schuld. Die hatten ihn damit abgefüllt. Verdammtes Zeug!

„Gut...“, nuschelte ich wieder, dann packte ich Felix an den Schultern und hielt ihn fest. „Hörst du wohl auf, hier rumzuhüpfen! Du verrätst noch, wo wir sind!“

Schlagartig blieb Felix ganz ruhig stehen.
Die Rufe aus dem Inneren des Dorfes schienen näher zu kommen, scheinbar hatten die Todesser die Verfolgung wieder aufgenommen.
„Wir können jetzt auf keinen Fall nach Durmstrang zurück“, betonte ich, um einen ruhigen Tonfall bemüht. Dabei fiel mir auf, dass Felix ziemlich käsig wirkte, aber ich ignorierte es.


„Karkaroff würde uns meinen Eltern sofort ausliefern, es wäre also ein Himmelfahrtskommando. Aber wir müssen unbedingt aus Vargas raus. Es kann sich nur noch um Minuten handeln, bis sie uns finden.“

„Ich hab da ne Idee!“, meinte Felix triumphierend.
„Wir können in die Höhlen oben in den Bergen. Da verstecken wir uns erstmal und sehen dann weiter. Wir rufen einfach den Besen von Emilia auf. Accio Multispace! So, und jetzt müssen wir noch ein paar Minuten versuchen, nicht entdeckt zu werden.“
Er verzog das Gesicht und ächzte:

„Verdammt, jetzt ist mir auch noch schlecht von diesem Elfenkaramell!“
„Großartig!“, schnaufte ich.
„Wehe, du reiherst mir beim Fliegen auf die Jacke!“
Felix gluckste.
„Nee, wenn, dann den Todessern auf den Kopf!“
Obwohl die Situation alles andere als lustig war, musste ich kichern.
„Das wär gut!“
„Lässt sich durchführen“, klagte Felix.
„Man oh man, ich sollte nichts zu Essen mehr von Cyprian und Alexander annehmen. Die kippen echt in alles Alkohol rein!“
„Tja“, meinte ich spitz.
„Ich dachte eigentlich, du hättest aus dem letzten Mal gelernt.“


Ich machte eine Pause, dann gluckste ich vergnügt.
„Irgendwann wird der Tag kommen, an dem ich dir das Video zeige, das Emilia gedreht hat, als du mir einen Heiratsantrag gemacht hast!“
Felix verschluckte sich vor Schreck an seinem eigenen Speichel und würgte unter heftigem Husten hervor: „Das- was?!“


Dabei guckte er so unglaublich dämlich-geschockt-mitleiderregend, dass ich von einem heftigen Kicheranfall gepackt wurde, der jedoch schlagartig verebbte, als Rufe und das Geräusch von immer näher kommenden Schritten an ihre Ohren drangen.
Für eine kurze, glückliche Minute hatte ich vergessen, wo und in welch einer heiklen Situation ich mich hier befand, doch nun stürmte alles wieder auf mich ein, und das Glücksgefühl war verschwunden.


„Wo bleibt bloß Ems Besen?“, jammerte ich halblaut, während Felix mich am Arm nahm und mich sachte hinter einen großen Blumenkübel neben dem Ausgang der Gasse zog, um etwas versteckter zu sein.
Wäre ich ein Wellensittich, hätte er jetzt wahrscheinlich eine Decke über meinen Kopf geworfen. Ich war auch wirklich etwas hysterisch. Aber herrgott- wer würde das in einer solchen Situation nicht sein? Immerhin wurde ich von meinen Eltern, die mir nicht gerade positiv gesinnt waren, und mindestens einem dutzend Todesser verfolgt! Da war es nicht so leicht, die Ruhe zu bewahren.

Ich wunderte mich sowieso über mich selbst, dass ich mich nicht längst hysterisch schluchzend in einer Ecke eingerollt hatte. Das hob ich mir dann doch lieber für später auf, wenn ich mit Felix allein und in Sicherheit war.
Na, für den würde mir auch noch etwas einfallen lassen müssen, wenn ich ihn und mich heil nach oben in die Schule transportieren wollte. Möglichst ohne dass er mir meine Lieblingsjacke versaute, bitte schön! Vielleicht ließ ich ihn einfach unter dem Besen baumeln. Was war ich doch herzlos.


„Er wird schon gleich kommen“, versuchte Felix, mich aufzumuntern.
„Es ist ja ein ziemlich weiter Weg bis zum Schloss, da braucht sogar ein Rennbesen ein paar Minuten.“
Mh. Das beruhigte mich jetzt nicht wirklich.

Die Menschen auf dem Fest schienen inzwischen erkannt zu haben, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Ich konnte es nicht wirklich beurteilen, denn von meinem Posten hinter den halb erfrorenen Kreolenblumen hervor konnte ich keinen Einblick in die Gassen erhaschen. Allerdings stoben über dem Marktplatz immer noch Funken in die Luft, es war laut geworden und die Schreie und Rufe klangen immer panischer.
Was war da los? Waren etwa noch mehr Todesser aufgetaucht?

Ich begann, mir ernsthaft Sorgen um die Menschen auf dem Lichterfest zu machen und hoffte sehr, sehr stark, dass sich Emilia und Maja rechtzeitig aus der Gefahrenzone begeben hatten. Ich würde es nicht erfahren- nicht in den nächsten paar Stunden. Ich konnte unmöglich zurück in die Schule. Ich würde in die Höhlen in den Bergen fliehen, zusammen mit Felix. Von dort aus würde ich dann sehen, was als nächstes zu tun war.

Hauptsache, ich kam aus diesem brodelnden Hexenkessel hier heraus! Die Vorstellung dass jede Sekunde meine Mutter, mein Vater oder irgendein Todesser hinter dem Blumenkübel hervorspringen und uns umbringen könnte, trug nicht gerade zu meinem Seelenheil bei.


Felix und ich japsten synchron und holten dann, ebenfalls synchron, tief Luft, als wir ein leichtes Brausen über unseren Köpfen wahrnahmen, welches die Ankunft des Rennbesens ankündigte. Im ersten Moment hatte mich das altvertraute Geräusch erschreckt- aber in meiner momentanen Verfassung würde mich sogar der Klang meiner eigenen Stimme zusammenzucken lassen.

„Komm“, flüsterte Felix, als der Besen sachte auf dem Boden direkt zu unseren Füßen landete.

Ich hob das Fluggerät sanft auf. Aus meiner Sicht waren Besen Teufelswerke- aber dieses Exemplar war ziemlich umgänglich. Es hatte mir sogar ein bisschen die Angst vor dem Fliegen genommen. Dunkel erinnerte ich mich an die Worte meiner Quidditchlehrerin Professor Martinovic, die uns seit dem ersten Schuljahr predigte, dass Besen eine Persönlichkeit hatten. Im Falle von Emilias Multispace (den sie liebevoll „Spacie“ nannte) traf das wirklich zu.


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Zala und Felix bestiegen hastig den Besen, der soeben vor ihnen gelandet war. Felix setzte sich nach vorne, Zala klammerte sich hinten an ihm fest.
Sie konnte sich zwar auch allein auf dem Besen halten, aber weil ihre Flugangst immer noch ziemlich heftig war, hatte sie es lieber, wenn sie das Gesicht in Felix‘ Jacke vergraben konnte.

„Bereit?“, flüsterte Felix über die Schulter.

NEIN!, dachte Zala, aber weil genau in diesem Moment etwa sechs Todesser in die Gasse hinter ihnen eingebogen waren und einer der Männer triumphierend rief „Da sind sie!“, quietschte sie hysterisch „Flieg schon los!!!“


Das musste Felix sich nicht zweimal sagen lassen. Er stieß sich heftig mit beiden Füßen vom Boden ab und schon schwirrten die beiden hinauf in den Nachthimmel. Die wütenden Rufe der Todesser schallten ihnen hinterher und Zala bekam Panik. Keiner von denen hatte einen Besen bei sich, aber wer sagte, dass sie nicht einfach welche aufrufen konnten?

„Felix! Flieg schneller!“, schrie sie gegen den brausenden Wind an, aber ihre Worte verloren sich in der Nacht. Der Wind war zu heftig und trug ihre Stimme davon. Die Panik, die sie seit der Begegnung mit ihren Eltern nicht mehr losließ, drohte sie zu überwältigen. Zala konnte gerade zu fühlen, wie sie sie in eiskalten Wellen umspülte und immer höher in ihr emporstieg, um sie zu ertränken.

Um nicht vor Angst zu vergehen, rutschte Zala noch dichter an Felix heran, presste sich an seinen warmen Körper und atmete den Duft seiner lockigen Haare ein.
Nicht einmal ein Blatt Papier hätte noch zwischen sie und ihn gepasst. Für Zala war Felix in diesem Moment das einzige, was sie davon abhielt, sich vom Besen zu stürzen, um dieser grausamen Welt zu entfliehen. Seine Körperwärme und sein vertrauter Geruch beruhigten sie soweit, dass sie wieder denken und etwas von der Angst von sich schieben konnte, die sie umhüllte wie eine klebrige Wolke aus Zuckerwatte.


Wie sie da so an Felix gekuschelt auf dem Besen hockte, merkte sie, dass sie das Fliegen in diesem Moment gar nicht mal so schlimm fand. Im Gegenteil, es hatte durchaus romantische Qualitäten- wenn man nicht gerade von Todessern verfolgt wurde und fliehen musste.
Zala blickte nach oben. Über ihr am endlos weiten Firmament glitzerten Millionen von Sternen, der Mond stand rund und voll am Himmel und schien ihr zuzuzwinkern.

Felix und Zala schwirrten gerade über die Ländereien von Durmstrang, die unter einer dicken Schneedecke versteckt waren und sich unendlich weit über die Insel an der grönländischen Küste zu erstrecken schienen. Tatsächlich konnte Zala weit hinten, hinter dem Drachenfels und der Schule, über die sie gerade hinwegglitten, das im Mondlicht wie ein Spiegel schimmernde Meer sehen.
Wenn wir nicht gerade auf der Flucht wären, dachte Zala, dann würde ich das hier sehr genießen. Es ist wunderschön.

Bald kamen die Berge in Sicht, in deren Höhlen weit oben in den Gipfeln sich Zala und Felix verstecken wollten. Sie kannten diese Höhlen von ihren wagemutigen Expeditionen in den Sommermonaten seit der ersten Klasse.
Bepackt mit Rucksäcken und allem möglichen Kram ausstaffiert waren sie damals losgezogen, um in den Bergen herumzuklettern und die Wälder unsicher zu machen.
Zala musste immer wieder lächeln, wenn sie an diese Zeiten dachte. Diese Monate gehörten zu ihren schönsten Erinnerungen.


„Da hinten ist es schon!“, rief Felix gegen den Flugwind über seine Schulter.
Zala schreckte aus ihren Träumereien hoch- wirklich, Felix war in den Sinkflug gegangen und sie steuerten direkt auf einen Felsvorsprung in einem der höchsten Berge zu.
Wenn man nicht ganz genau wusste, wo sich der Eingang zu der Berghöhle befand, konnte man ihn unmöglich finden. Er lag versteckt hinter großen Gesteinsbrocken, umgestürzten Baumstämmen und Geröll auf einem Vorsprung in der Felswand, und er war so schmal, dass sich nur eine schlanke Person hindurchzwängen konnte.


Die elfenzarte, kleine Emilia hatte da nie ein Problem mit gehabt, und auch Felix, der immer ziemlich schlaksig gewesen war, passte ganz leicht hindurch.
Zala allerdings hatten ihre weiblichen Rundungen mit der Zeit den Zugang erschwert, und auch Dejan, der praktisch nur noch aus Muskeln bestand, musste sich mittlerweile fast zusammenfalten.


Unter diesem Vorsprung fiel die Felswand fast senkrecht ab. Niemand kam hier so leicht hin, und genau das hatte den Freunden immer gefallen.
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Sonntag, 21. April 2013, 13:38

Mit einem sanften Flump landeten Zala und Felix auf dem Felsvorsprung und stiegen von Emilias Besen.
Zala reckte sich, holte tief Luft und schaute in den Himmel. Die sternenklare Nacht über ihr, die glitzernde Schneedecke tausend Meter unter ihr, das Meer, und Felix neben ihr, der jetzt ihre Hand nahm.
All das erfüllte sie mit einem merkwürdigen Glücksgefühl, das gar nicht in diese Situation passte.
Es wurde wirklich Zeit, dass sie ihr rationales Denken wieder einschaltete.
Offenbar fand Felix das auch, denn er flüsterte:
„Komm, wir sollten uns in der Höhle verstecken. Wir stehen hier nämlich wie auf dem Präsentierteller.“


Da hatte er allerdings Recht. Also mühte sich Zala ab, irgendwie durch den schmalen Spalt in der Felswand zu kommen. Felix folgte ihr mir mehr Leichtigkeit.

„Na gut.“, seufzte Felix, als sich die beiden auf zwei großen Steinen an der Wand niedergelassen hatten. Ein kleines Feuer, das sie auf dem Boden der Höhle entflammt hatten, flackerte zwischen ihnen und warf verzerrte, unheimliche Schatten an die Wand der großräumigen Felshalle. Zala schauderte leicht.

„Dann lass uns mal überlegen, ich bin nämlich im Moment total verwirrt. Ich glaube, wir müssen zuerst versuchen, herauszufinden, wie groß die Gefahr ist, in der wir uns befinden. Was meinst du, wie gefährlich ist die Lage?“

Seine grünen Augen funkelten über das Feuer hinweg, das sein Gesicht von unten beleuchtete. Wieder überkam Zala ein Schaudern, als sie versuchte, einzuschätzen, in welcher Gefahr sie sich befanden.

„Zu gefährlich“, wisperte sie.
Sie rutschte näher an Felix heran.
„Die Todesser, also, meine Eltern, wollen mich auf der Seite von Voldemort. Wenn ich nicht gehorche, werden diese Leute mich verfolgen und dazu zwingen- und wenn ich mich weigere, werden sie mich töten.“

Sie sah, wie Felix schluckte, doch sie fuhr fort.

„Da sie wissen, dass du zu mir hältst, und weil wir zusammen geflohen sind, wird dir das gleiche blühen.“
Sie stockte, als sie über diese Worte nachdachte. Als ihr endgültig klar wurde, was sie da gesagt hatte, vergrub sie verzweifelt das Gesicht in den Händen und brach in Tränen aus.

„Oh Gott, Felix, es tut mir so leid. Es tut mir so leid...“, schluchzte sie. „Wenn dir irgendetwas passiert...ich bin schuld. Felix...“, sie brach ab, sie konnte nicht weitersprechen.

Felix war scheinbar ebenfalls nicht in der Lage, etwas zu sagen. Obwohl er mit Sicherheit genau so viel Angst hatte wie sie selbst, nahm er Zala in die Arme, strich ihr tröstend über das dunkle Haar und wischte mit dem Daumen eine Träne von ihrer Wange.

„Wir sind beide in Gefahr, und wir müssen aufeinander aufpassen, Zala. Und hey, du kannst doch nichts dafür, dass die Todesser hinter dir her sind. Und hinter mir.“


„Doch!“, jaulte Zala auf.
„Wenn ich nicht mit dir zusammen wäre, wärst du auch nicht in Gefahr- ach, ich hätte nicht mit dir zusammen kommen sollen, ich hätte erkennen müssen, was in meiner Familie steckt, ich hätte- hätte dich nicht in Gefahr bringen dürfen. Wer mit mir zusammen ist, ist praktisch dem Tode geweiht!“

Darauf wusste Felix nichts zu erwidern, und in der Stille, die auf Zalas Wort folgte, wurde ihm allmählich etwas klar.

„Zala? Hör mal, ich glaube, wir schaffen das nicht alleine. Wir brauchen Hilfe von Erwachsenen Zauberern, wir sind dieser Situation einfach nicht gewachsen. Das ist zu groß für uns. Glaub ich.“

Er seufzte und legte seine Wange auf Zalas Haar, die ihren Kopf an seine Schulter gekuschelt hatte.

„Ja“, meinte Zala, und ihre Stimme klang leicht undeutlich, weil sie das Gesicht an Felix Jacke drückte.

„Das war mir bereits klar, als ich meine Eltern auf dem Markt gesehen habe. Wir brauchen jemanden, der uns helfen kann, jemanden, bei dem meine Eltern uns nicht suchen werden, jemanden, der uns auffängt. Und ich weiß auch, wer das ist.“

„Denkst du an Louisa und Peter?“, fragte Felix, dem ein Licht aufging.
Zala lächelte.


„Genau. Wir kommen nicht allein klar. Wir müssen so schnell wie möglich nach Kanada und zu den beiden, sie haben ja auch gesagt, dass ich in den Ferien direkt zu ihnen kommen soll. “

Zala stand auf und klopfte sich mit den Händen den Staub von der Jeans.

Felix tat es ihr gleich.

„Wie kommen wir hin?“, fragte er mit deutlich mehr Mut in der Stimme.

„Wir apparieren am besten. Ich hab die Prüfung zwar immer noch nicht gemacht, aber ganz ehrlich, das ist mir sowas von egal.“
Felix grinste.

„Gefällt mir. So kennt man dich!“
Zala kicherte, dann zog sie ihren Zauberstab aus der Tasche.

„Aber unsere Sachen aus der Schule nehmen wir mit. Ich glaube nämlich nicht, dass wir so schnell dorthin zurückkehren werden.“
Felix runzelte die Stirn.

„Du hast Recht. Oh man, lass uns bloß nicht über die Zukunft nachdenken. Mir ist so schon schlecht genug.“

„Hast Recht. Okay, hast du deinen Kram gepackt? Das hoffe ich für dich, sonst schwirren gleich deine einzelnen Unterhosen übers Land.“

Sie grinste frech, und Felix zog einen Schmollmund.
„ Und was ist mit deinen Bhs und dem ganzen anderen Mädchenkram?“
„Hübsch verpackt!“
„Mein Zeug auch!“


Sie sahen sich einen Moment lang an, dann brachen sie in Gelächter aus.
„Gut, dass wir das geklärt haben!“, gluckste Felix, und Zala nickte grinsend.
„Komm, lass uns zusammen zaubern, dann geht es schneller.“

Ein paar Minuten später lag ein riesiger Berg an Gepäckstücken auf dem Höhlenboden verteilt. Zalas Koffer, ihre sämtlichen Taschen, Beutel und Kisten. Außerdem ein dicker Beutel mit allem möglichen Einrichtungskrimskrams. Dann Felix‘ Koffer, Kisten, Taschen und Beutel. Und obendrauf thronte Fynn, Zalas Niffler, und herrschte fröhlich bellend über den Gepäckstapel.

„Ach du Kacke!“, rutschte es Felix heraus.
„Wie sollen wir das denn alles mitnehmen?“ Er starrte den Haufen an.
„Hmpf.“, machte Zala, und runzelte nachdenklich die Stirn. Dann kam ihr eine Idee.
„Ganz einfach: Wir lassen alles schrumpfen und stecken es in die Jackentaschen!“

Gesagt, Getan. Einige Minuten später waren sämtliche Gepäckstücke und sogar ein eingeschrumpfter Fynn in Zalas und Felix‘ Jackentaschen verschwunden, und sie waren aufbruchbereit.


Die leicht übermütige Stimmung von eben war verflogen, als sie nun Hand in Hand auf dem Felsvorsprung standen und in die Nacht hinausblickten. Der kalte Wind wehte ihnen durch die Haare, und ihr Atem bildete sich kringelnde Wölkchen, die vom Wind davongetragen wurden.
„Schau dir das Schloss noch einmal genau an“, flüsterte Felix in Zalas Ohr.
„Wer weiß, ob wir es jemals wiedersehen.“

Zala nickte. Sie ließ ihren Blick ein letztes Mal über das vertraute Gelände schweifen, bis ihr Blick an der Schule hängen blieb. Und- was war das?
„Oh Gott!“, japste Zala und quetschte Felix Hand zusammen.

„Was?!“, fragte er bestürzt.
„Da!“, keuchte Zala.

Sie deutete auf die Silhouette des Schlosses, das sich in der Ferne abzeichnete. Einen Moment lang wusste Felix nicht, was sie erschreckt hatte- doch dann sah er sie, die schwarzen, vermummten Gestalten, die sich in mit ihren pechschwarzen Umhängen deutlich vom samtblauen Nachthimmel abhoben, die auf ihren Besen über das Schloss hinwegsausten, darüber kreisten und angestrengt Ausschau hielten- nach ihnen. Das konnten nur Todesser sein.

Felix spürte Panik in sich aufsteigen, und er merkte, dass Zala neben ihm wie gelähmt war.
„Nichts wie weg!“, sagte er eindringlich. Zala nickte, den Blick immer noch in die Ferne gerichtet. Er zog sanft an ihrem Arm.
„Komm schon“, raunte er ihr ins Ohr.
Sie zuckte zusammen.
„Oh tut mir leid, klar, los, weg hier!“

Und sie nahm Felix wieder an die Hand, holte ein letztes Mal tief Luft und drehte sich schwungvoll um die eigene Achse. Es gab ein lautes PLOPP, das in den Bergen und auf den umliegenden Wiesen widerhallte, und Zala und Felix waren verschwunden.


---------------------------------------
So, das war es. Hoffentlich hat es euch gefallen :)
Liebe Grüße
Happy =)
,___,
[O.O
/)__)
*~~"~"~~*


132

Sonntag, 21. April 2013, 17:05

Hallöchen, liebste Happy! ;)

War ich gerade überrascht, als ich bei "Neue Beiträge" diesen Thread hier entdeckt habe und dann die Überschrift zum 15. Kapitel!
Endlich wieder ein Kapitel, ich habe mich echt gefreut! =)

Ich habe mir wieder Notizen gemacht während dem Lesen, einen Moment ... okay:

1. Die Schafe! *quietsch* Was für eine geniale Idee, wirklich. Wie gerne würde ich da jetzt mitmachen!

2. Einen Ausdruck, den ich ziemlich lustig fand: ... mitten im Speien erstarrt. :D Ich habe da erst gar nichts mehr kapiert und das Kopfkino lief schon, als ich nochmal die Worte davor gelesen habe. Ach so, der Brunnen!

3. Die Atmosphäre hast du sehr gut beschrieben, das alles hat mich an den Weihnachtsmarkt bei uns erinnert, nur noch etwas Schöner und "Magischer", auch der Punsch, die Waffeln und Maronen. Der Schnee hängt mir zwar gerade ziemlich zum Hals raus (jetzt ist er glücklicherweise wieder weggetaut!), aber auf Weihnachtsmarkt hätte ich jetzt durch...O

6. Haha, Felix mit seinem Antrag, wie süß! :P Hey und Felix, lieber Weichei, als total weggetreten! ;)

7. Zalas Eltern! 8o Ach du Schande, dabei war's doch gerade so schön. Trügerische Stille eben. Wie sie da aufgetaucht, ganz am Rande der heilen Welt und Felix sie gesehen und kombiniert hat, das konnte ich mir richtig gut vorstellen.

8. Ah, ich hoffe nur, dass es Maja und Emilia gut geht! :( Und Dejan natürlich auch!

9. Oh, meine Güte, was für ein Stimmungsumschwung! 8o Das ging jetzt ja ziemlich schnell, kein Wunder, dass Felix und Zala da ein wenig überfordert sind, ich finde es ja schon bewundernswert, dass sie das alles so schnell geregelt bekommen mit ihrer "Abreise", naja ... ihrem Abflug.

10. Jetzt bin ich sowas von gespannt wie es weitergeht! Jetzt kommt die Geschichte ganz schön in Fahrt!

Du siehst, ich bin mal wieder begeistert und hoffe, dass das nächste Kapitel recht bald kommt - das muss ausgerechnet ich sagen, ich weiß.
Ganz liebe Grüße,
Lupa --knuddel--

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133

Sonntag, 21. April 2013, 17:19

Lupaaaa! =)
Ich hab mich auch gerade total gefreut, als ich deinen Kommentar gesehen habe :)
Haha, ich konnte mir gerade richtig vorstellen, wie du da sitzt und verständnislos den Bildschirm anstarrst, bist du kapiert hast, dass es da um den Brunnen geht xD *lach*
Ja, du hast Recht, jetzt geht es richtig los und ich freue mich selbst wie ein Schnitzel^^ Allerdings solltest du lieber nicht so schnell mit einem neuen Kapitel rechnen... Zeit zum schreiben hab ich immer nur am Wochenende. Naja. Hauptsache, es geht überhaupt weiter^^
Auf das nächste Kapitel deiner FF freue ich mich auch schon total :))
Viele Liebe Grüße
Happy --knuddel--
,___,
[O.O
/)__)
*~~"~"~~*


134

Sonntag, 21. April 2013, 19:21

Ja, da hat mein Gehirn wirklich ein wenig gebraucht. :D
Ist schon klar, dass es noch dauern wird, für ein gutes und entsprechend langes Kapitel braucht man seine Zeit, aber ich freue mich schon darauf!
Ob du es glaubst oder nicht, mit deinem Kapitel jetzt hast du mich angespornt, endlich wieder weiterzuschreiben und - oh Wunder - hatte ich wieder richtig Lust darauf, Lils Geschichte weiterzuflechten und mein Kopf hat vor Ideen gesprudelt. Tja, jetzt habe ich das Kapitel in einem Rutsch fertig geschrieben, ruhiges Wochenende sei Dank! Also allzu lange dürfte es nicht mehr dauern. ;)
LG, Lupa

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135

Dienstag, 23. April 2013, 19:38

Supi, ich freu mich schon total auf dein nächstes Kapitel! =)
Da fällt mir gerade ein, was hälst du eigentlich von der Stelle, wo Zala aus der Ich- Perspektive erzählt?
,___,
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/)__)
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136

Mittwoch, 24. April 2013, 16:50

Ach ja, die hab ich im Eifer total vergessen zu erwähnen! ;) Ich finde, die Perspektive macht schon einen großen Unterschied, zumindest geht es mir beim Lesen so. Und auch beim Schreiben, ich persönlich kann besser in der Ich-Perspektive schreiben, aber das kommt ja immer darauf an.
Mir gefällt es ganz gut, auch wenn ich finde, dass man sich umstellen musste. Ich weiß nicht, wie es wäre, wenn mal ein komplettes Kapitel in der Ich-Form geschrieben wäre, aber mir gefällt hier der personale Erzähler noch ein Stückchen besser. Aber ich denke, das ich Gewöhnungssache, jetzt sind wir es halt schon seit einigen Kapiteln so gewohnt. =)

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137

Dienstag, 30. April 2013, 20:13

Ach, macht doch nix ;) Ich hatte halt einfach mal Lust, aus dieser Perspektive zu schreiben, aber ich denke, ich werde wohl eher die dritte Person beibehalten- die passt einfach besser zu meiner Geschichte :) Übrigens arbeite ich schon am nächsten Kapitel- aber ich will keine Versprechungen machen, ich weiß noch nicht, wann es kommt ;)
,___,
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138

Freitag, 3. Mai 2013, 00:44

Liebe Happy,

du hast mir immer eine PN geschrieben, wenn dein neues Kapitel da war. Obwohl ich nie geantwortet habe, habe ich mich jedes Mal gefreut, dass ich noch nicht ganz vergessen bin ... und hatte gleichzeitig ein unglaublich großes schlechtes Gewissen, weil ich dich so lange auf einen Kommentar habe warten lassen. Jetzt will ich das endlich nachholen und hoffe, es ist noch nicht zu spät.

Zu Kapitel 10
Das Verstreichen der Zeit hast du schön geschildert, auch Zalas "Schmelzen" der Angst gemeinsam mit dem Schnee und die diffuse, nicht greifbare Bedrohung, die bleibt.
Hingegen ist die friedliche Stimmung auf der Zugbrücke ansteckend und man kann fast die Sonne auf dem eigenen Gesicht spüren. Bis ... oh Mann, Emilia! Immer diese Frauenprobleme ... :D
Wie ich es schon geahnt habe, gibt es eine Shoppingtour nach Vargas. Die friedliche Stimmung, die über allem liegt, wird höchstens durch tiefgefrorene Japaner unterbrochen. ;)
Madame Rossini ...? Sag mal – bist du zufällig Kerstin Gier Fan? :) :) :)
Tja, mit wem wird Zala wohl zum Ball gehen? :) Da darf man gespannt sein, ob Felix sich traut, sie zu fragen. Oder andersrum, auch egal. Ich finde jedenfalls, so langsam wird es höchste Zeit!
Solche Eisessspielverderber, die sich immer umdrehen, wenn man lacht, kenne ich nur zu gut ... nervt! Und dann auch noch der Hungerhaken und das blonde Gift. Oh Mann, das kann einem echt die Laune verderben. Aber Zalas Konter muss man schon einigen Respekt zollen. Auch Felix kontert gut mit seiner Frage, ob denn Damenwahl sei. Allerdings sehe ich da schon ein ganz gewaltiges Missverständnis anrollen ... bestimmt meint Felix Zala! Und wehe, wenn nicht! Dann komme ich persönlich und pieks ihm die Augen aus!
Verrückt, dass Zala ausgerechnet in dieser Situation ihre Flugangst besiegt. Und dass sie sich so schnell ihre Gefühle eingesteht ... die Arme. Sie tut mir echt leid. Aber vielleicht sollte sie mal mit Felix reden ...?

Harry Styles als Felix finde ich irgendwie schon passend, aber er wirkt mir ein bisschen zu ... ich weiß nicht ... "jung". Aber doch, ich finde, es passt schon. :)

Zu Kapitel 11
Ui, der Kapiteltitel klingt ja nach ganz schöner Action. Jetzt ist nur noch die Frage, wer hier gegen wen Vergeltung übt ... *Angst um Zala hab*
Hihi, die Anspielung auf Madame Pince, fand ich sehr schön. :) Bin ja mal gespannt, ob auch noch vorkommt, wie Irma nach Hogwarts kommt. Auch das Auftauchen der „Märchen von Beedle dem Barden“ finde ich interessant. Mal sehen, ob das auch noch eine Bedeutung hat ...
Uiui, das Gespräch, das Zala belauscht, hört sich wirklich nicht gut an. :( An der Stelle habe ich bemerkt, dass ich wirklich schon zu lange nicht mehr hier war, denn ich bin mit den Nachnamen mal kurz durcheinander gekommen ... :O Fynn als Zauberstabhalter? Wenn ich das Bild nicht so genau vor Augen gehabt hätte, würde ich sagen, das ist übertrieben, aber ich konnte es mir einfach zu gut vorstellen. :) Ich habe schon gezittert, ob Zala aus der Bibliothek entkommt ... puh. Der kleine Dialog mit dem Jäger hat das Ganze dann wieder ein bisschen aufgelockert.
Ein schizophrener Exfreund. Das musste ich jetzt erst mal sacken lassen, Bisher hatte ich das Gefühl, dass die Raben gegen so ziemlich alle sind und dachte nicht, dass sie es auf jemanden Speziellen abgesehen haben, aber so ... oh je. Die Entscheidung, zu Professor Grigorova zu gehen, fand ich gut. Wie sie sie die „Vier Musketiere“ nennt, total süß. Ich glaube, ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich sie mag, oder? :) Ihr Plan scheint mir allerdings ziemlich riskant zu sein ... Bin schon wieder am Zittern, ob auch ja nichts schief geht. Markus ist ziemlich wahnsinnig. Dass er sie alle gleich umbringen will, finde ich ganz schön krass.
Nett fand ich "wir haben uns beherrscht". :D Schön, dass der Federviehterror jetzt ein Ende hat. Da können sich Felix und Zala doch jetzt endlich mal den wirklich wichtigen Angelegenheiten zuwenden, oder? Da ist doch zum Beispiel noch dieser Ball ... :)

Die Zusatzinformationen zu den Personen fand ich super. Ich mag es, wenn sich ein Autor viele Gedanken über seine Charaktere macht, aber in der Regel lassen sie die Leser ja nicht daran teilhaben (ist ja auch oft für die Geschichte nicht relevant). Fand ich klasse, dass du das machst! :) Besonders Felix’ Besenschuppengeschichte hat es mir angetan.

Zu Kapitel 12
"Der Neptun-Komplex" ist ein Titel, der neugierig macht. Gefällt mir gut!
Der anbrechende Tag lässt die niederländische Frühlingsfrische tatsächlich durchschimmern. :) (Ich will auch nach Holland! Ich liebe diese Sprache! :)) Beinahe bekommt man auch Lust, zu schwimmen. Aber bei 10 Grad? Brrr!
Warum haben sich die beiden erst so spät gesehen? Naja, wenigstens kommt es jetzt endlich zum klärenden Gespräch! Ich dachte schon, Zala macht eine große Dummheit und haut ab, bevor Felix ihr erklären kann, wie er es wirklich gemeint hat. Gott sei Dank!
Dejan und Em machen die Romantik natürlich völlig zunichte. :D
Aha, und endlich das fehlende Rubinrot! *freu* Schön, dass Maja auch ein Date hat. Aber das mit Vargas kommt mir irgendwie verdächtig vor ... Ich spekuliere ja immer noch auf die Asparuchs. Will endlich wissen, was es mit denen auf sich hat!

Zu Kapitel 13
Butter in der Sonne und dann auch noch überzuckert ... ich mag deine bildhafte Sprache. (Wenn man die Erdbeeren aus dem Tiefkühlfach nimmt, kann man einen Kuchen backen, hihi. :D)
Urgs, mit dem blonden Gift zusammenarbeiten zu müssen ist ganz sicher nicht toll ... Aber Zala kontert, wie immer, sehr schön. :) Einer meiner Lieblingsdialoge in der ganzen Geschichte. :D
Uiii, ein Brief von Louisa und Peter! Ich habe ja gehofft, dass die beiden noch einmal eine Rolle spielen. Aber schlechte Nachrichten ... Dass ihre Eltern überlaufen würden, habe ich schon fast geahnt. Was ich etwas merkwürdig finde ist, dass Louisa so offen darüber schreibt. Immerhin könnte es doch sein, dass die Eule abgefangen wird, oder so. Ganz schön riskant ...
Felix’ Reaktion fand ich am Anfang etwas doof – dass er ihr im Prinzip noch mehr Schuldgefühle einredet – aber dann echt süß. :)
Die Ballatmosphäre hast du schön geschildert, man kann die Lichter förmlich vor sich sehen und befindet sich mitten drin, in der rauschenden Ballnacht ... Armer Felix. :) Aber ich finde ihn absolut goldig mit seiner Nervosität. Haha, Ballkönig und -königin und beide können nicht tanzen – na, das wird was! :D Aber ich finde es gut, dann kann es nicht zu kitschig werden. ;) Schon gar nicht, wenn Zala über Esel philosophiert – meine Güte, ist das herrlich. :D
Okay, es wurde doch ein bisschen kitschig. Aber da muss ich jetzt mal ehrlich zugeben, dass ich es trotzdem schön fand. "Improvisation" heißt das Zauberwort. :)
Das Ende war ... hui. Zuerst wirklich schön romantisch, aber dann wurde einem doch wieder bewusst, dass die Gefahr noch lange nicht vorbei ist, bloß weil die Raben jetzt weg sind. Eher im Gegenteil ...

Zu Kapitel 14
Ui, jetzt wird endlich der Geschichtentitel geklärt. *gespannt bin*
Die Stimmung wirkt irgendwie wie ... verschleiert. Man hat das Gefühl, Zala entfremdet sich den anderen, ohne es selbst zu merken. Die Frage, ob ihre Mutter wohl manchmal an sie denkt, fand ich sehr bewegend.
Oh nein, das nächste große Missverständnis ... hoffe ich doch! Arme Em ... :( Wobei, selber schuld, wenn sie nicht den ganzen Brief liest, ne. Also, eigentlich heißt es doch in so einem Fall "ganz oder gar nicht" ... oder?!
Eine beißende Fußmatte finde ich eine absolut geniale Idee. :)
Die Szene mit den Eisblumen fand ich wirklich sehr schön und berührend. Ich denke, jeder kennt das „Eisblumen-Gefühl“, das Gefühl, zerbrechlich zu sein. Schön, wie Felix sie tröstet und sie sich gegenseitig Kraft geben.
Em und Dejan legen ja einen richtig filmreifen Auftritt hin. Da tut mir Zala fast leid. Selbstgespräche zu führen kann übrigens ein Zeichen für eine psychische Störung sein. *besorgt um Zala sei* :D

Maja darf nicht zu den Bösen überlaufen! Nein, nein, nein, nein! *Protestbanner hochhalt* Da würde ich sie lieber sterben lassen, auch wenn ich das jetzt auch nicht so wirklich toll fände ... aber dann kann sich wenigstens niemand mehr über Kitsch beschweren. Oder wenn sie überläuft, dann sollte sie schon verdammt gute Gründe haben!

Das Bild von Zala ist schön! So ähnlich habe ich sie mir auch vorgestellt.

Zu Kapitel 15
Die Wintermärchenstimmung hast du wieder zauberhaft getroffen. Und schön, dass sich Em nun doch ein bisschen amüsieren kann. Nur Zala tut mir etwas leid, wie sie so zwischen den Stühlen sitzt ... hoffentlich klärt sich das alles bald wieder.
Ui, ein Polarschaf. Und es schnurrt, wie süüüß! Ich will auch so eins, bitte! Ich füttere es auch jeden Tag mit Brausekugeln, versprochen. :)
Herr Nikolov ist mir sympathisch. :)
Oh je, nun wird die schöne Stimmung entscheidend getrübt ... Gut, dass Felix keinen Alkohol verträgt und Zalas Eltern rechtzeitig gesehen hat.
Die Stelle, die aus der Sicht von Zalas Mutter geschrieben ist, fand ich besonders beklemmend. Das Gefühl, die Verantwortung abgeben zu können, tut vielleicht gut, aber in den Momenten der Klarheit merkt sie, denke ich, dass sie sich selbst verliert.
Auch finde ich es ganz schön krass, dass Zala Angst vor ihren eigenen Eltern haben muss. Ich meine klar, sie sind übergelaufen und stehen ganz offensichtlich unter dem Imperius, aber ... es sind immer noch ihre Eltern! Die Flucht kommt mir wirklich ziemlich alptraumhaft vor.
Und nun zu deinem Schreibexperiment ... ehrlich gesagt, ich bin grundsätzlich nicht begeistert davon, wenn sich die Schreibweise mitten in der Geschichte ändert. Ich persönlich finde, man sollte sich die Sichtweise von Anfang an überlegen und sie dann durchziehen. Das war beispielsweise auch das, was mir die „Twilight“-Saga dann endgültig verdorben hat: Der Perspektivenwechsel von Bella zu Jacob, der erst im vierten Buch (bzw. im Epilog des dritten Buches) stattfand. Meiner Meinung nach hätte sie, wenn sie das machen wollte, damit schon im ersten Band anfangen müssen. Sonst wirkt es, als hätte sie es "nicht geschafft", mit den gewählten Mitteln alles auszudrücken, was sie sagen möchte. Das möchte ich nur zur Erklärung vorweg sagen, damit du verstehst, warum ich mit diesem Absatz etwas kritischer umgehe. Vielleicht ist es engstirnig von mir, aber ich finde, ab einem gewissen Zeitpunkt in einer Geschichte ist es unpassend, noch einen Perspektivenwechsel einzubauen. Zumal ich speziell bei dir das Gefühl habe, dass es auch gar nicht nötig ist, weil du ja sowieso die meiste Zeit aus Zalas Sicht erzählst, wenn auch nicht in der Ich-Form.
Aber rein schreibtechnisch, stilistisch und atmosphärisch finde ich den Teil immer noch genauso gut, wie die anderen auch!
Der Vergleich mit der Hexenjagd im Mittelalter ist gut gewählt – das Feuer, die schwarzen Gestalten, die Hetzjagd, das mittelalterliche Feeling ... Da wirkt die witzige Szene zwischendrin, als Felix und Zala auf den Besen warten tatsächlich ein wenig hysterisch. Aber das finde ich gut verständlich.
Also, für mich ist aber – entschuldige bitte – absolut kein Grund ersichtlich, wieso du diesen Teil aus der Ich-Perspektive geschrieben hast. Wäre für mich nicht nötig gewesen. Aber da er nur so kurz war, ich dich als Autorin sehr schätze und deine Geschichte und deinen Schreibstil liebe, sehe ich jetzt mal darüber hinweg. ;)
Warum schießen die Todesser keine Flüche nach dem Besen?
Schön finde ich, dass die beiden erkennen, dass sie der ganzen Sache nicht wirklich gewachsen sind. Kommt ja in dieser Welt eher selten vor ... *hustharryhust* Warum begreift nie jemand, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, sich Hilfe zu holen, sondern ein Zeichen von Stärke, zu erkennen, dass man etwas nicht alleine schafft, sondern Hilfe braucht?

Ein schönes und spannendes Schlusskapitel für mich und ich freue mich schon auf Peter und Louisa! Gespannt bin ich, wie es Em, Dejan und Maja ergangen ist und ob Felix und Zala Durmstrang tatsächlich nie wieder sehen werden ...

So, das war jetzt ganz schön viel Gelaber ... ich hoffe, du kannst was damit anfangen.

Liebe Grüße,
Glinda
Meine neue Fanfiction (Achtung Off Topic!):
Changed - Wie ich bin
Zweites Kapitel online!

„Wusch, wusch!“
Mein Oneshot: Dobby erzählt...

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Freitag, 3. Mai 2013, 20:29

Glinda, du bist wieder da! :)
Ich finde es nicht schlimm, dass du lange nicht online warst, und böse bin ich auch nicht, immerhin haben wir ja alle ein Leben außerhalb des Forums ;)
Soooo ein langer Kommentar, damit hab ich jetzt nicht gerechnet.Danke! Toll! :] :] :]
Also, weil ich zu allem irgendwas zu sagen habe, mach ich das mal in Stichpunkten :)

Kapitel 10
-ich lieeebe Kerstin Gier^^ ja, ich geb's ja zu, den Namen habe ich geklaut :P Aber es hat einfach so schön gepasst...

Kapitel 11
-für Madame Pince hab ich mir schon was ausgedacht ;) Ich fand es einfach interessant, mal zu wissen, wo sie herkommt und warum sie so ein geier ist^^
-ich habe auch zuerst überlegt, ob Fynn in meiner Geschichte nicht zu sehr "vermenschlicht" wird. Allerdings ist er ja auch kein normaler Hund, sondern eine Kreuzung aus Bobtail und Niffler, hat somit viele magische Eigenschaften und ist auch klüger als normale Tierchen :)

Kapitel 13
-Louisa und Peter werden im nächsten Kapitel endlich auftreten und sogar das ganze Kapitel mehr oder weniger für sich haben :)
-ich finds toll, dass dir die Eselsphilosophie gefällt! Ohne eingebildet klingen zu wollen, ich liebe diese Stelle^^

Kapitel 14
-zalas psyche ist höchstens leicht angeknackst :D allerdings rede ich auch manchmal mit mir selbst, vorallem im Matheunterricht. jaa. Geistige Störungen. :D
-Um ehrlich zu sein weiß ich noch gar nicht so genau, was ich mit Maja mache... :/
-Zu dem "Eisblumen-Gefühl": Ich bin ja selbst fast 16, und da merkt man echt, was für ein großer Unterschied es ist, ob man 14 ist oder 16, es ist einfach komplett anders, alles ist unsicher und so... verstehst du? Deswegen dachte ich, mit einer Geschichte, die diese Unsicherheiten des Erwachsenwerdens thematisiert kann ich die Leute am besten Ansprechen ;)

Kapitel 15
-Danke erstmal für dein Feedback zu der ich-perspektive :) Ich habe nicht vor, weiter in dieser Perspektive zu schreiben, zu dieser FF passt einfach die dritte Person. Eigentlich habe ich diesen Absatz auch nur für mich so geschrieben, weil ich wissen wollte, ob ich es kann und wie es sich anfühlt^^ Einfach so, eine spontane Idee beim schreiben. ich finde, es war ein wertvolles Experiment, ich mag den Absatz ganz gerne, aber er bestätigt mich in meiner Meinung, dass die dritte Person am besten ist ^^


Natürlich konnte ich jetzt schlecht auf alles antworten, was du geschrieben hast, aber ich will es noch mal zusammenfassend sagen: Ich hab mich unheimlich, total und superdoll über deinen Kommentar gefreut, finde es schön, dass du wieder da bist und hoffe, dir gefällt meine Geschichte auch weiterhin :) --knuddel--
(Und übrigens, zulabern kannst du mich immer, je mehr, desto glücklicher bin ich. ^^)
Viele liebe Grüße
Happy =)
,___,
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (3. Mai 2013, 20:30)


Happyday

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Dienstag, 7. Mai 2013, 18:33

Hallihallo =)
Ich hab es am Wochenende tatsächlich geschafft, Kapitel 16 fertig zuschreiben. Es ist etwas... emotionaler als die anderen Kapitel, weil die Gefühle von Zala und Felix realistisch verarbeiten musste, und es an dieser Stelle der Geschichte halt nötig war. Vielleicht wird es ein wenig kitschig am Ende, aber ich hoffe, Lupa, du musst nicht mit unzähligen Ausrufezeichen und Großbuchstaben arbeiten ;) Es geht ruhiger zu als in den letzten Kapiteln. Naja. :)
Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem^^
Und jetzt viel Spaß beim Lesen!


16. Zeiten ändern sich

Die Sonne ging auf über der kanadischen Ostküste. Die dicken Nebelschwaden, die zäh über den gefrorenen Boden dahinwaberten, lösten sich langsam in rauchigen Dunst auf und verschwanden schließlich ganz.
Die Sonne ging auf, ein glutroter Feuerball, der sich majestätisch am Horizont erhob und die kleine Küstenstadt St. Anthony in funkelndes, sattrotes Licht tauchte.
Der Putz der kleinen, niedlichen Steinhäuschen schimmerte silbergrau in der Morgensonne und die bunt gestrichenen Fensterläden, die auch im Winter dafür sorgen sollten, dass nicht alles kalt und weiß blieb, leuchteten im Licht.
Am Strand, der jetzt am frühen Morgen vollkommen menschenleer war, staksen ein paar Möwen durch den kalten Sand und pickten hin und wieder nach Muscheln und Würmern.

Der Morgen war still und friedlich, und die Sonne vertrieb bald die Eiseskälte der Nacht, sodass sich die Luft auf immerhin 10 Grad erwärmte. Die glühende Morgensonne beleuchtete das kleine Haus mit den kirschroten Fensterläden, das oben auf einer Düne stand, und die Sonnenstrahlen fielen schräg in die kleine Küche, wo sie sanft über den Eichentisch strichen und die im diffusen Licht tanzenden Staubpartikel sichtbar machten.

Ein leichter Kaffeeduft zog durch das kleine Haus. In der Küche gluckerte die Kaffeemaschine, frische Brötchen dufteten verlockend und nun zog eine gut gelaunt aussehende Frau schwungvoll die rotkarierten Vorhänge vor dem Fenster zur Seite, um dieses gleich aufzureißen und die frische, klare Morgenluft in tiefen Zügen einzuatmen.

Ein Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht, als sie es in die Sonne hielt, die Augen geschlossen, und auf das Rauschen des Meeres unten am Strand lauschte. Möwen schrien, der Wind strich sanft durch die Schilfhalme, die hinter dem Gartenzaun wucherten, und im Hintergrund gluckste die Kaffeemaschine.

Louisa Heyman öffnete die Augen wieder, jetzt breit lächelnd. Es war die beste Idee ihres bisherigen Lebens gewesen, nach St. Anthony, Kanada, auszuwandern. Gut, es war kein ganz freiwilliger Umzug gewesen, das stimmte schon- aber sie war glücklich hier, wirklich sehr glücklich.

Sie mochte nicht daran denken, was sie hierhergetrieben hatte. Dass sie geflohen war, weil ihre Heimat von einem Schwarzen Magier bedroht wurde, dass Zala, ihre kleine Zala, in höchster Gefahr schwebte, was mit ihren Eltern und ebendiesem schwarzen Magier zutun hatte. Voldemort. Er war der Grund dafür, dass sie nun hier stand, am Fenster ihres kleinen „Cranberry Cottage“ in Kanada, verborgen unter unzähligen Schutzzaubern, und dass ihr Mädchen, ihre Zala, in diesem Moment friedlich in ihrem Bett im oberen Stockwerk schlummerte- vermutlich zusammen mit ihrem Freund Felix (den Louisa einfach knuffig fand, sofern man einen siebzehnjährigen Jungen denn als knuffig bezeichnen konnte).
Und das, obwohl sie gestern Abend in zwei getrennte Betten geklettert waren, weil Peter Anderes gar nicht so gerne gesehen hätte. Aber naja- die zwei waren ja wohl alt genug, sie würde da nochmal mit ihrem Gatten reden. Sie selbst jedenfalls hatte nicht vor, den beiden da mit übermäßiger Strenge zu begegnen.


Louisa seufzte, als sie ihren Blick noch einmal über das Meer schweifen ließ, das in der Morgensonne glitzerte. Die Ereignisse von gestern Abend steckten ihr immer noch in den Knochen. Sie hatte ja gewusst, dass Zalas Eltern früher oder später nach ihr suchen würden, doch sie hätte sich nicht träumen lassen, dass es schon so bald sein würde.

Gestern Abend hatte es sie furchtbar geschockt, dass auf einmal eine in Tränen aufgelöste Zala, an den Arm ihres Freundes (der ebenfalls ziemlich aufgewühlt war) geklammert, vor ihrem Gartentor aufgetaucht war. Louisa hatte die beiden umgehend ins Haus bugsiert, ihnen einen Tee gemacht und sie bemuttert- das hatten sie wirklich gebraucht.
Es war ein sehr langer Abend geworden. Zala hatte, nachdem sie ihre anfängliche Sprachblockade überwunden hatte, geredet wie ein Wasserfall.
Und Louisa wusste, dass Zala mit ihrer Situation völlig überfordert war- sie wusste sich nicht zu helfen, und das war nicht verwunderlich. Angesichts dessen, was ihr noch bevorstehen würde, erst Recht nicht
.

Louisa seufzte wieder, diesmal noch etwas länger, und schloss das Fenster wieder. Sie war so erleichtert, Zala und Felix hier zu haben. Und sie würde alles tun, um den beiden ihre Angst zu nehmen, sie würde ihre sämtliche Energie hineinstecken, wenn es nötig wäre. Aber jetzt sollte sie die beiden erstmal wecken und zum Frühstücken ermuntern. Also schloss sie das Fenster wieder, kehrte der atemberaubenden Aussicht den Rücken und stieg die schmale Holztreppe in den ersten Stock hoch.
Vor dem Gästezimmer angekommen klopfte sie gar nicht erst, sondern ging direkt hinein- die beiden würden ohnehin noch schlafen.


Als sie die Türe zum Gästezimmer behutsam aufdrückte und leise eintrat, sah sie sofort, dass sie mit ihren Vermutungen richtig gelegen hatte: Felix und Zala ratzten wie die Murmeltiere- und zwar in einem Bett. Louisa grinste.
Die beiden waren ein absolut niedliches Paar. Zala lag mit dem Rücken an Felix‘ Bauch gekuschelt und schlummerte tief und fest, ein leichtes Lächeln auf den rosigen Lippen.
Felix wiederum hatte seine Nase in ihren dichten Locken vergraben und hielt Zala an sich gedrückt wie ein Kuschelkissen. Felix war Louisa auf Anhieb sehr sympathisch gewesen. Ach, sympathisch war noch untertrieben. Sie wusste, dass er der richtige für ihre Zala war, und er war einfach toll.


Vorsichtig näherte sich Louisa nun dem Holzbett, das unter dem Fenster stand, durch dessen rot karierten Vorhang die Morgensonne schimmerte. Sachte schob sie das Fensterkleid zurück und öffnete das Fenster, um etwas frische Luft hereinzulassen.

Eine warme Hand strich Zala eine Haarlocke aus dem Gesicht und eine sanfte Stimme über ihr sagte „Guten Morgen, ihr zwei! Zeit zum Aufstehen, das Frühstück ist fertig.“
Noch ganz schlaftrunken öffnete Zala die Augen und gähnte abgrundtief. War das Louisas Stimme? Ja, da stand sie vor Zala, sie war es wirklich!
Gerade beugte sie sich noch einmal vor, strich Zala eine Locke hinters Ohr und wuschelte Felix durch die Haare, was sogleich Wirkung zeigte.
„Wie, was?“, nuschelte er verschlafend und setzte sich im Bett auf.
„Oh!“, machte er, als er Louisa erkannte und brachte immerhin ein gemümmeltes „Moooohm!“, zustande.


Zala war noch ein bisschen schläfrig und orientierungslos und brauchte eine Weile, um sich daran zu erinnern, warum sie zusammen mit Felix hier in diesem Bett lag und warum Louisa vor ihr stand. Doch dann, mit jeder Sekunde, die sie wacher wurde, begannen die Erinnerungen auf sie einzuprasseln. Die Bilder von gestern rauschten in sekundenschnelle an ihrem inneren Auge vorbei.


Wie sie auf dem Lichterfest geradewegs ihren Eltern in die Arme gelaufen war.
Wie sie mit Felix über die dunklen Ländereien schwirrte, auf der Flucht vor unheimlichen, kapuzenvermummten Gestalten, und wie sie schließlich vor der Höhle in den Bergen auf dem Felsvorsprung aus disappariert waren, während die Todesser suchend über der Schule schwebten.

Dieser Anblick hatte Zala so verstört, dass sie, gleich nachdem sie in St. Anthony auf der Seaside street gelandet waren, in Tränen ausgebrochen war. Felix, selbst ziemlich mitgenommen, war damit schlichtweg überfordert gewesen, was Zala leid getan hatte, aber zusammenreißen konnte sie sich einfach nicht.

Wie sie es dann geschafft hatten, Louisas und Peters Haus zu finden, wusste Zala selbst nicht. Wahrscheinlich war es Intuition gewesen, die sie in Richtung Cranberry Cottage gezogen hatte, oder etwas in der Art. Sie hatte keine Ahnung. Aber sie war angekommen, das zählte.


Zala gähnte noch einmal und lächelte dann müde zu Louisa hoch, die immer noch neben dem Bett stand, in dem Felix und Zala die Nacht verbracht hatten, und auf sie hinunterstrahlte.
„Das Frühstück ist fertig, ihr könnt gleich runterkommen. Und Felix, Zala kann dir das Bad zeigen. Es ist die Tür am Ende des Flurs.“

Felix, der sich gerade mit allen zehn Fingern durch seine braunen Locken fuhr, sah Louisa dankbar an.
„Vielen dank, Mrs. Heyman, dass sie so nett zu mir sind...“
„Ach, das ist doch selbstverständlich!“
Sie zwinkerte.
„Na gut, dann lasse ich euch jetzt mal allein, der Kaffee kocht! Bis gleich.“
Und damit verschwand sie durch die offenstehende Zimmertür und ließ nichts zurück als den leichten Hauch von Brötchenduft, den sie mit hereingetragen hatte.

Zala reckte sich, dann kletterte sie über die Bettkante und pickte ihre schmutzigen Klamotten vom Boden auf, die sie gestern Abend ziemlich achtlos dorthin gepfeffert hatte. Aus der Tasche ihres Anoraks zog sie den kleingezauberten Koffer mit ihren Kleidern hervor. Ein lässiger Schlenker mit dem Zauberstab, und der Koffer war so groß und wuchtig wie eh und je.
Zala fischte eine helle Jeans und einen rot-weißen Ringelpulli mit Kapuze heraus. Felix, der inzwischen ebenfalls aus dem Bett gekrabbelt war, hatte bereits seine Klamotten in den Armen und fragte grinsend:
„Und? Würden sie mir nun das Badezimmer zeigen?“
„Naturellement“, erwiderte Zala gestelzt, schnippte mit den Fingern, drehte sich schwungvoll um und flitzte kichernd aus dem Zimmer.
„Hey, warte!“, rief Felix lachend und sauste hinterher.

Zehn Minuten später, nachdem sie schnell Katzenwäsche gemacht und sich angezogen hatten, saßen Zala und Felix in der kleinen Küche des Cottages am Frühstückstisch. Zala, die gerade herzhaft in ein Brötchen mit Erdbeer-Rhabarbermarmelade gebissen hatte, kicherte mit vollem Mund über Peter und Felix, die einander mit Anekdoten über Flugangst und Quidditchhass unterhielten und sich blendend verstanden.

Insgeheim hatte Zala befürchtet, Peter würde Felix vielleicht nicht mögen- so wie Väter dem ersten festen Freund ihrer Tochter gegenüber schon mal skeptisch waren. Glücklicherweise hatte sich diese Sorge jedoch als unbegründet erwiesen.

Peter war ein lustiger, fröhlicher Mittvierziger, früher einmal schlank, mittlerweile mit ein Paar Pölsterchen. Er hatte dunkelblondes, noch volles Haar und sah ziemlich gut aus, gar nicht wie ein Vatertyp, sondern eher wie ein leicht versnobter Business-Futzi.
Dieser Gegensatz zwischen seinem unverschämt guten Aussehen und dem tollen Charakter war wirklich faszinierend. Peter hatte Felix ohne wenn und aber akzeptiert und behandelte ihn wie seinen besten Kumpel, was Zala einfach toll fand. Aber gut, Felix machte es einem auch wirklich leicht, ihn zu lieben.


Die fröhliche, gelöste Stimmung am Frühstückstisch hatte Zalas angeschlagenen Nerven gut getan. Trotzdem, nach einer Weile verflüchtigte sich ihre gute Laune und sie wurde grüblerisch. Sie wollte allein sein und ein wenig nachdenken.
Also schlüpfte sie in eine Warme Jacke, zog ihre Gummistiefel über die Füße, schnappte sich Fynn samt Leine und verabschiedete sich in Richtung Strand. Zala ging am liebsten allein spazieren. Lange, ausgedehnte Spaziergänge, am liebsten am Meer, waren ihr Allheilmittel für angeschlagene Nerven und kreisende Gedanken.
Auch heute sorgten das Meeresrauschen, die klare, salzige Luft und das Knirschen des Sandes unter ihren Schuhsohlen dafür, dass sich das Gedankenkarussell in ihrem Kopf legte.

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