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Happyday

Quidditch-Star

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41

Samstag, 19. November 2011, 17:47

Emilia, Maja, Dejan und Felix brachen in lautes Gelächter aus. Zala grinste nur breit. Sie war so glücklich, wieder das fröhliche Mädchen von früher sein konnte, dass sie sogar ihre kalten Zehen vergaß.

„Jetzt weiß ich auch, warum hier Pelzmützen zur Schuluniform gehören!“, lachte Felix.

„Mist!“, stöhnte Dejan plötzlich auf und schlug sich mit der Hand gegen die Stirn.
„Was?“, fragten die anderen im Chor.
„Ich glaube, ich habe meine Pelzmütze auf der Wäscheleine zuhause hängen lassen!“, jammerte er.
„Du Doof!“, kam es vierstimmig zurück.
Lachend machten sich die Fünf auf, die Ländereien zu erkunden.

Zwei Stunden später saß Zala fröstelnd neben Emilia beim Mittagessen. Es gab heiße Kürbissuppe, wofür die Kinder sehr dankbar waren. Von ihrem Streifzug über die Ländereien noch immer völlig unterkühlt, mit blauen Lippen und kalten Fingern, löffelten sie die wärmende Suppe in sich hinein. Sie hatten feststellen müssen, dass die Ländereien Durmstrangs nicht weiter interessant waren. Sicher, man musste einen wunderbaren Ausblick haben, von hoch oben auf dem Drachenfels. Man müsste das Meer sehen können, Wälder und das Dorf Vargas. Doch der Nebel hatte es unmöglich gemacht.
Stattdessen waren die Fünf nur über Gras gelaufen, am Wald entlang, wieder über große Wiesen, an Felsklüften vorbei. Doch besonders spannend war es nicht auf dem Gelände gewesen. Und dafür, dachte Zala, habe ich mir jetzt die Zehen abgefroren?


Nach dem Essen holte Zala mit Emilia die versäumte Tour durch das Schloss nach. Maja saß im Gemeinschaftsraum und schrieb ihren Eltern, Felix wollte noch einmal in die Schulbücher schauen, bevor morgen der Unterricht begann, und Dejan wollte gar nichts. Also schloss er sich Felix an und machte es sich in einem Sessel im Gemeinschaftsraum bequem, in Gesellschaft von Felix und ein paar Schokokeksen.

So brachen Emilia und Zala alleine auf.
Sie wanderten durch die endlos lang scheinenden Korridore, doch diesmal verliefen sie sich nicht. Emilia war nämlich eingefallen, dass sie doch einen Plan des Schlosses besaßen. Also folgten sie jetzt dem Plan und ließen sich von ihm führen.

Sie fanden ihre Klassenzimmer und schauten sich ein wenig dort um. Am besten gefiel es Zala im Klassenraum für die Pflege magischer Wassergeschöpfe und –Pflanzen.

Als sie eintraten, verschlug es ihnen für einen Moment die Sprache. Der Raum befand sich in der vierten und höchsten Etage des Schlosses und war Kreisrund.
Er hatte keine Fenster, doch die Decke war vollkommen verglast. Von den massiven Steinwänden des Schlosses war hier nicht zu sehen, denn die Wände schienen aus Aquarien mit den aufregendsten, ungewöhnlichsten Wasserbewohnern zu bestehen, die Zala je zu Gesicht bekommen hatte.
Die Wasserbecken schienen unendlich tief und weit zu sein.
Es war richtig unheimlich, wie man in die Tiefe schauen konnte. Man hatte das Gefühl, im Meer zu schweben und keinen Boden unter den Füßen zu haben.
Die Aquarien tauchten den Raum in ein bläuliches Licht.
Es gab keine Tische und Bänke, nur den nackten, kalten Steinboden.

Die anderen Klassenzimmer waren nicht weiter ungewöhnlich, sie waren einfach nur normale Räume. Doch merkwürdiger Weise konnten sie das Klassenzimmer für die dunklen Künste nirgends finden. Allerdings legte auch keine von beiden wirklich Wert darauf, dieses Klassenzimmer je zu betreten, und so kümmerten sie sich nicht weiter darum.

Gegen vier Uhr wurde es dunkel und um fünf Uhr war es so stockduster in den ausgestorbenen Korridoren, das Zala die Hand vor Augen nicht mehr erkennen konnte. Die Mädchen bekamen es ein wenig mit der Angst zutun. Sie konnten rein gar nicht mehr sehen. Emilia wollte schon wieder in Panik geraten, als Zala einfiel, dass sie ja ihren Zauberstab in der Tasche hatte. Sie angelte umständlich danach, zog ihn dann aus der Tasche und flüsterte:
„Lumos solem!“
Ein gleißend helles Licht brach aus der Spitze des Zauberstabes hervor und erhellte den ganzen Korridor. Nun konnten die Mädchen ohne Probleme zurück in die Eingangshalle finden.

„Wie hast du das geschafft?“, fragte Emilia erstaunt.

„Was?“, fragte Zala noch erstaunter.
Sie war sich nicht bewusst, irgendetwas Ungewöhnliches getan zu haben.

„Na, du hast richtig gezaubert. Du hast Licht gemacht!“

Das kam für Zala so überraschend, das sie nicht wusste was sie erwidern sollte.

„Warum kannst du schon zaubern? Kinder unter 13 dürfen doch noch nicht zaubern. Warum kannst du das schon?“

Oh. Das meinte Emilia.


„Ähm. Naja. Ich habe mich immer schon sehr für Zaubern interessiert und ich habe viel gelesen. Die Sachen, die mich interessiert haben, habe ich mir gemerkt. Nichts besonderes.“, meinte sie schulterzuckend.

Emilia schaute sie mit großen Augen an.

„Cool!“, fand sie.

Zala spürte, wie sie rot wurde. So besonders war das doch gar nicht. Sie hatte bloß immer viel Zeit gehabt und diese am liebsten mit Lesen gefüllt. Um Emilias Aufmerksamkeit nicht weiter zu erregen, flüsterte sie, so leise sie konnte „Nox!“, und der Zauberstab erlosch. Doch prompt rief Emilia:
„Cool! Mach das nochmal!“
Das war nun gar nicht das gewesen, was Zala hatte erreichen wollen. Sie wollte doch keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Aber um Emilia nicht zu vergraulen, ließ sie ihren Zauberstab noch einmal aufleuchten. Emilia war begeistert.


„Kannst du mir das beibringen?“, fragte sie.

„Mh, ja, von mir aus, wenn du möchtest.“, antwortete Zala verlegen.

Emilia nickte eifrig und zog ihren Zauberstab hervor.

„Also gut. Ehm. Die Zauberformel ist Lumos, oder, wenn du sehr starkes Licht brauchst, Lumos Solem. Die Zauberstabbewegung ist ein kleiner Schlenker. So, siehst du?“

Schnell leuchtete auch Emilias Zauberstab. Emilia war stolz und ließ den Lichtstrahl durch die Eingangshalle wandern. Auf einmal erregte ein in die Wand gemeißeltes Symbol, das von Emilias Lichtstrahl gestreift wurde, Zala Aufmerksamkeit.

„Hey, Emilia! Siehst du dieses Zeichen da drüben in der Wand? Schau dir das an!“

Sie trat näher heran und Emilia folgte ihr. Auf einer Wand direkt neben dem Eingangsportal prangte ein in den Stein gemeißeltes Zeichen, das Zala bisher noch nicht aufgefallen war. Es sah aus, wie ein Auge in einem Dreieck und war größer als die Mädchen.

„Wie merkwürdig.“, meinte Emilia. „Das sieht aber nicht so aus, als würde es zum Ambiente gehören.“, stellte sie fest.

Zala runzelte die Stirn.
Nein, das Zeichen sah wirklich nicht aus, als sollte es hier sein. Wie seltsam. Und irgendwie kam es Zala bekannt vor. Sie war sich ganz sicher, dieses Zeichen schon einmal gesehen zu haben. War es in irgendeinem Buch gewesen?

„Was bedeutet das wohl?“, fragte Emilia.

„Ich habe keine Ahnung.“, antwortete Zala, das Zeichen immer noch eingehend betrachtend.
„Aber ich bin sicher, wir werden es bald herausfinden.“


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So, das war es! :) Ich hoffe, es gefällt euch und es ist euch nicht zu lang :O Wie immer freue ich mich natürlich über viele Kommentare =)
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Marchesa

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Samstag, 19. November 2011, 22:04

Original von Happyday:

Zitat

„Du Doof!“


Wie lol^^

Aber ich finde das Kapitel wirklich sehr gelungen und auch die Länge ist gut. Dann hat man mal was zu lesen.

Ansonsten keine Kritik und ich bin sehr gespannt, was es mit den beiden unbekannten Mädchen auf sich hat.

March
"Trenne dich nicht von deinen Illusionen; wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben."
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KalaLycan

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43

Sonntag, 20. November 2011, 00:50

Heyho,
dein 5. Kapitel finde ich wieder sehr gut gelungen. Dein Schreibstil ist schön zu lesen und flüssig.
Allerdings war mir in diesem Kapitel ein bisschen zu viel Nebel vorhanden :-D Was aber nicht weiter schlimm ist.
Mach auf jeden Fall weiter so!
glg
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
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grit

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44

Sonntag, 20. November 2011, 10:47

Endlich bin ich mal in Ruhe zum Lesen gekommen und habe mir deine beide letzten Kapitel vorgenommen.
Zu Kapitel 4:

Zalas Gefühlsgemisch am Anfang beschreibst du sehr gut, die Beschreibung des Schlosses – und dazu immer wieder ihre Gedanken...
Man kann sich d e i n Durmstrang gut vorstellen. Dass sie in völliger Dunkelheit ankommen, macht das Ganze auch noch ein bisschen düsterer und unheimlicher, zumal nach dem, was sie schon auf dem Weg erlebt haben.
Besonders gelungen finde ich die Beschreibung des Duftes.
Manchmal findest du wirklich originelle Vergleiche, z.B.

Zitat

Sie trug nur ein Sweatshirt und fror wie ein chinesischer Nackthund im Tiefschnee.


Zitat

„...denn sie lächelten sich glücklich, wenn auch etwas verschlafen, an.“

An dieser Stelle war ich etwas irritiert: Verschlafen ist man doch am Morgen nach dem Aufwachen, aber hier sind die Mädels doch einfach nur müde.

Du bekommst auch noch eine PN von mir – mit ein paar Korrekturen, die ich jetzt hier nicht in den Thread schreiben will.

Durmstrang erinnert – gerade beim Hereinkommen ein wenig an Hogwarts. Der Schulleiter macht ja einen netten Eindruck, mal sehen, ob Zalas Befürchtungen und ihr Misstrauen berechtigt sind...

Zu Nr. 5:
Am Anfang dachte ich mir bloß, was für eine plumpe Anmache von den Jungs, schließlich haben sie doch alle einen Plan des Schlosses bekommen. ( Die arme niedliche kleine Eule... )
Aber die Mädchen denken auch nicht daran – nicht mal eine von ihnen... oh oh...

Zitat

Hatte Felix Fieber oder warum so er so erhitzt aus?


Das erste „so“ sollte sicher „sah“ heißen.

Dieser Morgen ist sehr schön beschrieben, man kann alles wie in einem vor den Augen ablaufenden Film vor sich sehen, du hast das beinahe ein bisschen drehbuchartig geschrieben.

Schön, dass der Leser an einer Stelle mal wieder schlauer ist als deine Figuren – wir wissen ja schließlich, welches Symbol das ist, was sie am Kapitelende betrachten.
Mal sehen, wie du das ausbaust.

Deine Geschichte liest sich wirklich gut – und du entlässt einen nie ohne spannende Fragen.
Hier geht's zu meiner FF
Charitys Geheimnisse

Viel Spaß beim Lesen!

45

Sonntag, 20. November 2011, 11:44

Hey Happy!
Ich habe gleich los gelesen, als ich gesehen habe, dass das nächste Kapitel da ist.
Jetzt gewöhnen sie sich ja gerade in Durmstrang ein, das finde ich sehr schön gemacht, dass sie das ganze Schloss erkunden. Natürlich mit Verlaufen und allem, was dazu gehört. ;)

Ich bin schon richtig gespannt, wieso dieses schwarzhaarige Mädchen Zala bekannt vorkommt...
Ich habe gerade zwei Vermutungen: Entweder es ist Maria, denn sie hat ja schwarze Haare, so weit ich mich erinnern kann. Vielleicht hat sie sich so verändert, dass Zala sie nicht sofort erkennt? Hm...
Oder sie hat etwas mit den Asparuchs zu tun, das wäre auch möglich.
Ich bin schon richtig gespannt, ob ich mit einer meiner vagen Vermutungen hinkomme! :)
Und am Schluss noch das Zeichen. Ich überlege schon, wie du das einbauen willst, das wird interessant!

Deinen Humor finde ich auch richtig klasse, ich liebe Geschichten, die nicht nur spannend, sondern auch lustig sind, die perfekte Mischung, wenn man mich fragt. =)

Meine Lieblingsstellen:

Zitat

Original von Happyday
„Und dafür wecken die uns so früh? Und so unsanft?“, pflaumte Emilia.

Das kann ich mir einfach perfekt vorstellen, ich bin ja auch so ein kleiner Morgenmuffel^^

Zitat

Original von Happyday
„Mooohm!“, mümmelte er und gähnte herzhaft. Zala grinste.
„Ich dich auch!“
„Hä?“

Einfach köstlich! :D

Happyday

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46

Sonntag, 20. November 2011, 11:55

Hey ihr Lieben!
Ich könnte Luftsprünge machen! :] Da ist das Kapitel gerade mal eine Nacht online und schon hat man vier liebe Kommentare bekommen! Ihr seid wirklich toll --knuddel--

@Marchesa: Schön, dass es dir immer noch gefällt!
@kala: Äh. Naja, ich mag Nebel :O und es ist Herbst... ^^
@grit: Vielen Danke für deinen ausführlichen Kommentar und deine PN! --knuddel--
@Lupa: Freut mich, dass dir meine Geschichte gefällt :) Ich bin auch froh, dass ich jetzt, wo Zala etwas fröhlicher wird, wieder mehr lustiges einbauen kann, das ist nämlich eher mein Stil. Meine letzten Geschichten waren so ernst... Ich kann dir sagen, eine deiner Vermutungen ist goldrichtig, aber ich sag dir nicht, welche es ist :P Sonst wäre ja die Spannung weg.

Also, ich könnte wirklich singend im Kreis hüpfen :] Danke, danke, danke! --knuddel--
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KalaLycan

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47

Sonntag, 20. November 2011, 16:31

@happy:

Ich mag Nebel auch :D Aber ich meinte das eher so, dass das Wort "Nebel" sehr oft vor kam :D
War mehr so scherzhaft gemeint :P
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
Zum vollen Mond,
der ihn in seine Tiergestalt zwingt.
Doch auch in anderen Phasen,
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Montag, 28. November 2011, 16:53

Hey Happy :),

gefällt mir sehr gut, mal wieder :)

Besonders der Einstieg in das Kapitel ist schön und alles in allem sehr unterhaltsam, und überhaupt nicht zu lang - im Gegenteil, ich freu mich schon auf mehr ;D

Es gefällt mir gut, dass du alles sehr ausführlich beschreibst und es trotzdem nie langweilig wird, vor allem dank deines tollen Humors. ;)

Ich bin schon gespannt, was es mit diesen beiden Mädchen im Gemeinschaftsraum und den mysteriösen Leuten auf dem Foto auf sich hat ^^

Weiter so! :)

glg
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Der Mensch hat nicht das Recht
über Tiere zu urteilen.
Sie stammen aus einer anderen Welt
die älter und vollständiger war als unsere.
Ihre Erscheinung ist besser und vollständiger.
Sie haben Eigenschaften,
die wir verloren oder nie erreicht haben....
Sie sind keine Untertanen:
Sie gehören einer ganz anderen Nation an.


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Freitag, 2. Dezember 2011, 18:31

Hey meine Lieben!
Vielen Dank für eure Kommentare --knuddel--
Ich war am Wochenende sehr fleißig, meine Betaleserin war sehr schnell und ebenfalls fleißig. das heißt, dass Kapitel 6 schon fertig ist =) Ging ja recht schnell, aber wann Kapitel 7 kommt, kann ich noch nicht sagen. Naja, gut, genug gequatscht^^
Viel Spaß mit dem sechsten Kapitel!
Achja, Luna: Du wirst dich in einem Absatz meiner Geschichte sicher wiederfinden können, denn dir wird da was bekannt vorkommen ^^



6. Tauchgang



Der nächste Morgen brach an, mit einem Gewitter, wie Zala es schon lange nicht mehr erlebt hatte. Der Himmel war fast Lila, die Bäume krümmten sich und ächzten im heftigen Wind, der Regen peitschte so gnadenlos, dass man in den fensterlosen Korridoren klatschnass wurde. Der Donner grollte, Blitze zuckten über den Himmel, so gleißend hell, dass es in die Augen stach. Zala war zusammen mit ihren Freunden auf dem Weg zu ihrer ersten Unterrichtsstunde in Durmstrang- zu ihrer großen Freude war es Pflege magischer Wassergeschöpfe.

Als die fünf das Klassenzimmer erreichten, waren sie pitschnass.

„Verflucht! Warum haben die Korridore keine Fenster?“, moserte Emilia, deren Locken schlaff und feucht herunterhingen.
Alle fünf waren nass bis auf die Haut und froren.

„Die wollten wohl Kosten sparen....“, grummelte Maja.
Sie hatte apfelrote Wangen vor Kälte und aus ihrem klatschnassen Zopf lösten sich Strähnen, die an ihren Wangen klebten.

„Dann hätten sie halt... Was weiß ich! Weniger Jungenklos bauen sollen! Aber wie kann man auf Fenster verzichten? Die sind wichtig!“, empörte sich Emilia weiter.

„Was? Weniger Jungenklos? Nix da. Weniger Waschräume für die Mädchen!“, stichelte Dejan, und Emilia, die sowieso schon in Rage war, sah aus, als würde sie ihm am liebsten einen gepfefferten Tritt in den Allerwertesten verpassen.

„Leute, beruhigt euch mal!“, mischte sich Felix ein. „Ihr benehmt euch wie Kleinkinder.“, setzte er trocken hinzu.
Emilia sah nun aus, als würde sie jeden Moment explodieren. Oh oh, dachte Zala. Es wurde höchste Zeit, sich einzumischen.

„Jetzt ist aber gut!“, sagte sie bestimmt, packte Emilias Ärmel und zog sie zu einem der großen blauen Aquarien hinüber, die am weitesten von den anderen entfernt waren.
Besorgt drehte sie sich zu Emilia um, um in ihr Gesicht sehen zu können, doch es sah nicht im Mindesten mehr verärgert aus. Mit großen Augen blickte Emilia in das tiefe Becken. Weit unter ihnen im schimmernden Wasser schwamm etwas vorbei, das verdächtig nach einer Nixe aussah. Zala wunderte sich. Emilia schien sich schnell aufzuregen, aber genau so schnell alles wieder vergessen zu können. Wenn Zala sich über etwas aufregte, knabberte sie meist noch lange daran und war manchmal auch etwas nachtragend.


Die Türe zum Klassenzimmer flog auf und das gedämpfte Getuschel der Schüler verstummte.
Alle starrten entsetzt zum Eingang. Ein seltsames Wesen hatte soeben den Klassenraum betreten. Der Anzug, den das Wesen trug, sah aus, wie eine Mischung aus Taucher- und Mondanzug. Die Glasglocke, die es über den Kopf gestülpt hatte, wirkte wie ein umgedrehtes Goldfischglas, nur dass man nicht durch den Helm hindurchsehen konnte- es war Spiegelglas. An den Füßen trug das etwas riesige Flossen, mit denen es sich watschelnd fortbewegte.

Entsetzt wichen die Kinder zurück und drückten sich gegen die Becken. Das Wesen platschte in die Mitte des Raumes, hob die Arme, umfasste mit beiden Händen das Goldfischglas und zog daran, doch es wollte sich nicht herunter-ziehen lassen. Das Wesen zog und zerrte immer heftiger, bis sich das Glas schließlich mit einem glubschenden Geräusch von seinem Kopf löste. Unter dem Helm steckte - Professor Grigorova! Sie schüttelte ihre Haare frei, holte tief Luft, schaute fröhlich in die Runde und rief:

„Guten Morgen, meine Lieben!“

Erleichtert antworteten die Schüler im Chor „Guten Morgen, Professor Grigorova!“

Zala wunderte sich über die seltsame Kleidung ihrer Lehrerin. Was das wohl sollte? Sie war mächtig gespannt auf den Unterricht und froh, dass sie wenigstens eine nette Lehrerin haben würde.

„Willkommen zu eurer allerersten Unterrichtsstunde in Durmstrang! Wie ihr sicher schon festgestellt habt, ist euer erstes Fach heute die Pflege magischer Wassergeschöpfe. Und sogar eine Doppelstunde, sprich ganze drei Stunden!
Nun, bevor wir mit dem eigentlichen Unterricht beginnen, muss ich euch mit den Räumlichkeiten dieses Klassenzimmers und mit meiner Unterrichtsmethode vertraut machen.
Okay, die Unterrichtsmethoden zuerst. Ihr werdet bei mir hauptsächlich praktischen Unterricht haben. Was ich mir darunter vorstelle, werdet ihr früh genug erfahren. Alles wichtige, was wir im Unterricht erarbeiten, bekommt ihr auf Merkzetteln kopiert, die ihr euch bitte in einen Ordner heftet. Dieses Wissen braucht ihr für die Prüfungen.

Nun die Räumlichkeiten. Ihr seht, dass dies hier keinesfalls ein normales Klassenzimmer ist. Auf diesem Raum liegt ein Zauber, der es uns ermöglicht, die Tiere und Pflanzen in ihren natürlichen Lebensräumen zu erkunden und zu erforschen. Die Aquarien hier erfüllen bestimmte klimatische Bedingungen und entsprechen voll und ganz dem natürlichen Lebensraum der Tierwesen und Pflanzen.
Das Becken hier drüben beispielsweise ist das Amazonasbecken. Hier Leben Wesen wie die Amazonen, also Nixen, die ausschließlich am Amazonas vorkommen. Soviel hierzu.
Dort drüben, zwischen diesen zwei großen Aquarien, macht das Klassenzimmer einen Knick. Wahrscheinlich ist euch das noch nicht aufgefallen. Dort befinden sich ein kleiner Flur und zwei Garderoben. Würdet ihr mir bitte folgen?“

Mit klopfendem Herzen pilgerte Zala ihrer Lehrerin hinterher. Garderoben? Praktischer Unterricht? Lehrerin im Taucheranzug? Hieß das etwa....

Professor Grigorova führte die Schüler zwischen besagten zwei Becken hindurch. Beide waren riesig groß und hoch und beide beherbergten offenbar dieselbe Art von bunten Fischen. Beim genaueren Hinsehen fiel Zala auf, dass die Fische pelzig waren. Außerdem hatten sie kleine Füßchen und einige von ihnen spazierten auf der Glasscheibe auf und ab. Als Zala den Kopf hob und nach oben blickte, fiel ihr auf, dass die beiden Aquarien zusammengehörten. Sie waren durch eine Art wassergefüllten Glastunnel miteinander verbunden. Die Schüler um sie herum waren ebenso beeindruckt wie Zala.
Sie reckten die Hälse um besser sehen zu können, flüsterten erregt mit Freunden oder schauten sich einfach nur kulleräugig um, so wie Emilia es tat.

Fast wäre sie gegen den Türrahmen gelaufen, hätte Dejan sie nicht festgehalten. Blitzschnell legte er von hinten seinen Arm um ihre Taille und hielt sie fest. Sie prallte gegen ihn und wurde rot. Dejan lief ebenfalls rot an, senkte den Blick, ließ Emilia los und trollte sich zu den andern Jungen. Nanu? , wunderte sich Zala. Was war das denn gerade? Als sie Dejans Blick auffing, konnte sie sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, worauf er nur noch röter wurde und etwas zusammenschrumpfte.

Sie waren nun in dem von Professor Grigorova angesprochenen Flur. Zala stellte fest, dass es eigentlich mehr ein kleines rundes Zimmerchen war, an dessen Seiten sich je-weils eine Tür befand. Auf der einen Tür stand groß „Mädchen“, auf der anderen „Jun-gen“. Dann war da noch eine kleine schmale Tür, auf der in verschnörkelten Buchstaben „L. Grigorova“ zu lesen war.

„So, da sind wir!“, rief die Lehrerin.

„Sicher fragt ihr euch, was das für Räume sind. Ich werde es euch erklären. Passt gut auf, das ist wichtig! Hinter diesen Türen befinden sich Umkleidekabinen. Als ich sagte, wir würden praktischen Unterricht machen, meinte ich, dass wir die Wesen und Pflanzen erforschen, indem wir sie uns aus nächster Nähe ansehen. Das heißt, wir werden unsere Unterrichtsstunden hauptsächlich im Wasser verbringen! Da fällt mir ein: Gibt es hier Nichtschwimmer?“

Verneinendes Gemurmel.

„Das ist gut, sonst hätten wir ein Problem. Also, ihr braucht nicht verunsichert sein, wenn ihr nicht so gut tauchen könnt. Das macht gar nichts. Ihr seht meinen Taucheranzug? In diesen Umkleiden liegt für jeden von euch einer bereit. Ihr geht gleich bitte hinein- Mädchen links, Jungen rechts- und zieht euch um. Handtücher für hinterher sind auch da.
Ach ja: Ihr zieht eure Badesachen an. Darüber zieht ihr dann einen Taucheran-zug in eurer Größe- nehmt einen, der eurer Kleidergröße entspricht-, die Flossen findet ihr in dem großen Eichenschrank in der linken hinteren Ecke.

Und bevor ich es vergesse: Ihr zieht eure Badeanzüge an und kommt dann mit den Taucheranzügen in das Klassenzimmer. Ich muss euch nämlich helfen, die Bedienung der Anzüge ist nicht ganz simpel. In den Regalen neben den Schränken liegen die Helme bereit.
Fächer für eure Kleider sind natürlich auch vorhanden und die Duschen werdet ihr auch ganz leicht finden. So, bevor wir auf Tauchstation gehen, lauft ihr Bitte nochmal alle in eure Schlafsäle, holt eure Badesachen und neue Kleidung. Und die Seife nicht vergessen. Ab mit euch!“


„Wie genial ist das denn?!“, rief Emilia aufgeregt, als sie auf der Suche nach ihrem Badeanzug ihren Schrank auseinandernahm.
Zala konnte ihr nur Recht geben. Sie liebte es, zu schwimmen und noch mehr liebte sie es, zu tauchen. Sie hätte sich nie träumen lassen, dass an einer Schule für Schwarze Magie mit einer solchen Methode unterrichtet wurde und war begeistert.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (2. Dezember 2011, 18:40)


Happyday

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Freitag, 2. Dezember 2011, 18:39

Da sie ihren Schrank immer nach einem System einräumte, hatte sie ihren Badeanzug und neue Unterwäsche schnell gefunden und war im nu bereit, zurück zum Unterricht zu flitzen. Eilig holte sie noch ihr Shampoo und das Duschgel aus dem Bad und stopfte alles in einen Leinenbeutel, auf den ein Foto von Fynn aufgedruckt war.
Dann sausten Zala, Emilia und Maja zurück in den vierten Stock und in ihr Klassenzimmer.

Die meisten anderen waren schon da. Im Raum mit den Aquarien wurden sie von ihrer Lehrerin in Empfang genommen. Diese hielt ein Klemmbrett und einen Stift in der Hand und machte offenbar Striche auf einer Anwesenheitsliste.

„Zalona, Emilia und Maja, habe ich Recht?“, fragte sie freundlich.

„Zala“, verbesserte diese automatisch.
Professor Grigorova lächelte.

„Nun, Zala, Emilia, Maja, ihr könnt gleich durchgehen und euch umziehen. Habt ihr alles dabei?“

Die Mädchen nickten.

„Sehr schön. Ihr seid nicht die Letzten, wir warten noch auf Kim Dederichs und Maria Stevanova.“

Die Worte ihrer Lehrerin trafen Zala wie eine Faust in die Magengegend. Was hatte sie gesagt? Maria... Stevanova? Nein. Nein! Das konnte doch nicht... Oder doch? Blitzschnell rechnete sie zurück. Oh nein. Maria war genau so alt gewesen wie sie. Warum nur hatte sie das nicht bedacht? Nun wusste sie auch, warum ihr das Mädchen im Gemeinschafts-raum so merkwürdig bekannt vorgekommen war. Es war Maria. Maria. Zala formte den Namen mit solcher Abscheu in ihrem Mund, als wäre er ätzend und könnte ihr ein Loch in die Zunge brennen. Der Grund, weshalb es ihr seit ihrem neunten Lebensjahr so schlecht ging war wieder aufgetaucht. Der Grund, weshalb ihre Eltern sie hassten, war wieder in ihr Leben getreten. Konnte sie Zala nicht einfach in Frieden lassen? Womit hatte sie das nur verdient?

„Zala?“

Emilias Stimme riss sie aus ihrer Trance.

„Zala, alles okay? Du bist ja weiß wie ein Mondfisch!“

„Was? Nein, alles okay. Geht mir bestens. Ging mir noch nie besser.“

Wie betäubt wandte sie sich um und wankte in Richtung Umkleidekabine. Womit nur hatte sie das verdient?


Eine Viertelstunde später stand Zala, nur mit ihrem schwarzen Badeanzug bekleidet und mit dem Taucheranzug, den Flossen und dem Helm bepackt, zitternd im kreisrunden Klassenzimmer.
Es war ein buntes Gewusel aus Schülern in Badehosen und Badeanzügen. Aufgeregt schnatternd warteten sie darauf, dass Professor Grigorova endlich mit dem Unterricht begann.
Die Schüler hatten zwei Gruppen gebildet, die einen hatten bereits ihre Anzüge an, die anderen warteten noch auf ihre Lehrerin. Diese hatte alle Hände voll zutun und wuselte durch den ganzen Raum. Zala fand sich neben Dejan wieder, auf der Seite derer, die noch keinen Taucheranzug trugen. Felix, Maja und Emilia waren bereits zu den Anzugträgern übergelaufen.

„Na, auch noch anzuglos?“, fragte Dejan und grinste. Zala nickte und grinste zurück, wenn es auch eher eine gequälte Grimasse war. Sie zitterte.

„Ist dir kalt?“, fragte Dejan und schaute sie verwundert an.

„Nein, zittern ist meine liebste Freizeitbeschäftigung.“, antwortete Zala trocken.

Dejan grinste. Ihm gefiel die schlagfertige Zala.


Plötzlich rempelte jemand Zala von hinten an. Sie taumelte ein wenig, hielt jedoch das Gleichgewicht und wirbelte herum. Auf dem Boden hinter ihr hockte das blonde Gift, wie Zala das Mädchen aus dem Gemeinschaftsraum insgeheim nannte, und funkelte wütend zu Zala hoch. Offenbar hatte sie versucht, sich an Zala vorbei zu drängeln und es nicht geschafft.

„Mann, bist du fett!“, fauchte sie.

Zala strahlte sie breit an und sagte:

„Stimmt. Am Wochenende arbeite ich sogar für Greenpeace als Wal-Attrappe!“

Dejan bog sich vor Lachen. Kim, so hieß das Mädchen, wie Zala sich nun denken konnte, rappelte sich kochend vor Wut vom Boden hoch und stolzierte mit in die Luft gereckter Nase an Zala vorbei, die ihr breit grinsend hinterher sah.

„Was für eine dumme Nuss!“, meinte Dejan, immer noch glucksend.

„Oh ja.“, bestätigte Zala. Wer mit Maria Stevanova befreundet war, konnte ja nur verdorben sein.


Doch bevor sie noch weiter über Kim Dederichs herziehen konnten, war Professor Grigorova bei ihnen und steckte erst Dejan, dann Zala in ihre Taucheranzüge. Es war wirklich weit schwieriger, mit den Dingern klarzukommen, als Zala gedacht hatte. Aber wenigstens musste man, im Gegensatz zu diesen Muggelanzügen, nicht mit Sauerstoffflaschen und Schläuchen hantieren. Ein auf die Glasglocke und den Anzug gelegter Zauber, von Professor Grigorova ausgeführt, sorgte dafür, dass der Anzugträger ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde.

Unbeholfen und sich aneinander festhaltend watschelten Zala und Dejan in ihren riesigen Flossen hinüber zu ihren Freunden, die ebenfalls aneinandergeklammert vor einem Aquarium standen. Mit den überdimensionalen Flossen fiel es ihnen äußerst schwer, zu stehen, geschweige denn sich irgendwie fortzubewegen. Daher waren sie erleichtert, als Professor Grigorova verkündete, dass sie nun endlich ins Wasser könnten. Zalas Herz fing wieder an zu flattern wie ein kleiner Vogel, so aufgeregt war sie.

Es war kühl. Blau. Still. Und schwerelos. Sie glitt durch das Wasser wie ein Fisch, so elegant und leicht.
Vor Übermut machte Zala ein paar Saltos im Wasser, dann preschte sie los und drehte Kurven um ihre Freunde, die ihr lachend zusahen.
Zala war in ihrem Element - Wasser. Sie hatte es schon immer geliebt und sich darin so sicher gefühlt wie in ihrem Bett. Die Schülergruppe sammelte sich jetzt um Professor Grigorova, die sie zu sich rief. Zala war erstaunt, dass sie unter Wasser sprechen und sich gegenseitig klar verstehen konnten. Es war so wunderbar in diesem Becken. Allerdings hatte Zala auch noch nicht darüber nachgedacht, was für Wesen wohl hier lebten....

„Na, wie gefällt euch das? Ist es nicht atemberaubend?“, rief Professor Grigorova durch ihren Helm.
Offenbar war sie genau so in ihrem Element wie Zala.

„Wir sind im Amazonasbecken und studieren heute ein kleines, unscheinbares, aber sehr wertvolles Unterwassergeschöpf. Bleibt bitte alle zusammen und folgt mir!“


Sie legte eine elegante Wendung hin und tauchte ab. Die Schüler folgten ihr. Zala, die sich so leicht vorankam, als könne sie schweben, zuerst. Sie tauchten durch das stille blaue Wasser, an Korallen vorbei und immer tiefer, bis auf den sandigen Grund des Beckens.
Zu ihrer Verwunderung stellte Zala fest, dass das Wasser hier unten genau so klar und Türkisfarben wie an der Oberfläche war. Die Lehrerin bedeutete den Schülern, ihr zu einer dunklen, merkwürdigerweise aus dem inneren funkelnden Grotte zu folgen. Dort angekommen, streckte Professor Grigorova den Arm in die Grotte und griff offenbar nach etwas Kleinem, das auf dem Boden lag. Als ihre Hände wieder zutage kamen, hielt sie ein kleines, Schildkrötenartiges etwas darin.

„Darf ich vorstellen? Das ist Willi, unsere zahme Smaragdschildkröte!“

Nicht wenige lachten und auch Professor Grigorova stimmte ein.

„Willi habe ich als kleines Mädchen verletzt an einem Flussufer des Amazonas gefunden. Er war noch viel zu klein, um durchkommen zu können, also nahm ich ihn mit nach Hause und kümmerte mich um ihn. Ursprünglich wollte ich ihn ja wieder auswildern, aber er hat sich an meiner Jacke festgebissen, und da musste ich ihn leider mit zurück nach Bulgarien nehmen. Dass meine Eltern nicht begeistert waren, könnt ihr euch sicher vorstellen.“

Erneut lachten die Schüler.

„Ich lasse Willi jetzt herumgehen und ihr könnt ihn alle mal halten und seinen Panzer bestaunen. Er ist nämlich außergewöhnlich schön.“

Sie reichte Willi dem ersten Mädchen, das neben ihr im Wasser schwebte. Diese nahm Willi so behutsam in die Hand, als wäre er aus feinem Kristall und begutachtete ihn ehrfürchtig.

„Smaragdschildkröten gehören zu den Panzertieren, genauer zu der Gruppe der Edel-schildkröten. Ein lustiger Name, nicht?
Zu dieser Gruppe gehören auch Rubinschildkröten, Diamantschildkröten, Achatschildkröten, Calcitschildkröten, Amethystschildkröten und viele mehr.
Die Smaragdschildkröte lebt in den Gebieten des Amazonas. Sie hat, wie ihr seht, einen Panzer, der komplett mit Smaragden bestückt ist. Das macht sie so wertvoll.
Sie steht übrigens unter Naturschutz, da oft auf sie gewildert wird. Ihr Panzer ist eben einfach zu wertvoll.
Für Willi hier würde ich mehr als eine Million bekommen, würde ich ihn verkaufen. Aber das tue ich ganz bestimmt nicht. Also, die Smaragdschildkröten sind `Herdentiere`.
Sie leben nicht gern allein, sie suchen sich einen Partner, mit dem sie ihr Leben lang zusammenbleiben. Willis Partnerin ist die reizende Smaragd-schildkrötendame Gertrud. Sie hat sich irgendwo hier in der Grotte versteckt. Ist etwas schüchtern, die Kleine.“


Zala hörte Professor Grigorova fasziniert zu. Es war so spannend, wenn der Unterricht so anschaulich und lebensnah war. So müsste es immer sein.
Inzwischen war Willi bei Zala angekommen. Der Junge neben ihr stupste sie an und reichte ihr den Schildkröterich.
Zala nahm ihn vorsichtig an, hob ihn auf Augenhöhe und betrachtete ihn ganz genau. Sein Panzer war wunderschön. Große und kleine Rubine waren überall auf dem Hornpanzer verteilt und funkelten.
Das erklärte auch, warum die ganze Grotte so funkelte. Sie musste voll mit verschiedenen Edelschildkröten sein. Willi hockte träge auf Zalas Handflächen und blinzelte sie an.
Sein Blick schien zu sagen „Mh? Wer bist du denn schon wieder?“. Er war einfach zu putzig.

Zala fiel auf, dass die Smaragde auf seinem Panzer ganz glatt geschliffen und poliert waren. Wie seltsam... Schildkröten, die sich den Panzer polierten? Also bitte. Magisch oder nicht, das war doch Unsinn. Zala hob die Hand.

„Ja, hast du eine Frage? Wer bist du?“

„Zala, Professor. Ich habe mich gefragt, warum Willis Panzer so glatt und poliert ist. Ich denke nicht, dass Schildkröten sich den Panzer wienern?“

„Äh, nein, tun sie natürlich nicht. Du hast eine gute Beobachtungsgabe, Mädchen. Es ist natürlich nicht so, dass Schildkröten sich den Panzer polieren. Naja, Willi ist sozusagen mein Haustier und ich pflege ihn...“

„Achso.“, meinte Zala und grinste. Wie gut, dass ihr Helm aus Spiegelglas war.

Eine Stunde später war Zala wieder an der Wasseroberfläche. Sie kletterte aus dem Becken und tapste zu ihren Freunden hinüber, noch vollkommen eingenommen von dieser wunderschönen Welt tief unten im Amazonasbecken. Offenbar ging es den anderen Kindern wie ihr, denn niemand sprach. Als sie sich von ihren Helmen befreit hatten, starrten viele träumerisch ins Leere.



Zala war eine der Ersten, die sich die Flossen von den Füßen zogen. So wendig sie damit im Wasser war, so schlecht konnte sie mit ihnen laufen. Bis sie die nassen Anzüge ausziehen durften, mussten sie allerdings noch warten, denn Professor Grigorova ging herum und nahm den magischen Bann von den Anzügen.
Als Zala dran war, merkte sie, wie seltsam schwer sich der Anzug anfühlte, sobald der Zauber gelöst war. Sie schälte sich aus dem nassen Ding und stand dann fröstelnd neben ihren Freunden. Ihre langen Haare waren an den Spitzen ganz nass, denn sie hatten im Taucheranzug gesteckt. Sie klebten unangenehm auf ihrem Rücken und der nasse Badeanzug tat ein Übriges.
Zala fror ziemlich. Dann endlich hatte die Lehrerin alle Schüler aus den Taucheranzügen befreit, stellte sich in die Mitte der Schülerschaar und sagte:

„Das habt ihr wirklich hervorragend gemacht, meine Lieben! Längst nicht jede Klasse stellt sich so geschickt an. Ich glaube, ihr seid jetzt alle erschöpft und friert. Ihr könnt jetzt in die Dusche gehen und euch umziehen. Kommt danach bitte alle noch einmal hier zusammen, ihr bekommt dann ein Merkblatt mit dem, was ihr heute gelernt habt. Und jetzt ab mit euch!“

Das ließ sich Zala nicht zweimal sagen. Zusammen mit ihren Freunden machte sie sich schnellstmöglich auf den Weg zu den Umkleiden. Im Vorraum trennten sie sich. Dejan und Felix traten durch die Tür auf der rechten Seite, Emilia, Maja und Zala verschwan-den durch die Linke. Zala hatte sich ihre Kleider auf der Bank in der Umkleide schon bereitgelegt. Sie brachte nur schnell ihre Ausrüstung weg, dann schnappte sie sich eines der weißen Frottee Handtücher und machte sich auf den Weg zu den Duschen, die man hinter einer Tür neben dem Regal mit den Helmen fand.

Als das heiße Wasser auf ihre Haut prasselte, merkte Zala erst, wie erschöpft und ausgelaugt sie sich fühlte. Wie gut, dass sie jetzt erst einmal große Pause hatten, bevor es mit Verwandlung weiterging. Sie wusch sich das Amazonaswasser vom Körper und wickelte sich dann in das Handtuch ein. Müde tapste sie zurück in die Umkleide. Sie war das erste Mädchen, das mit dem Duschen fertig war. Langsam zog sie sich an, packte ihre Sachen zusammen und überlegte kurz, ob sie noch auf Emilia und Maja warten sollte, doch sie beschloss, sie könne auch im Klassenraum auf die beiden warten. Womöglich kam ja Maria als nächste vom Duschen. Also verschwand sie lieber schnell.

Der Klassenraum war noch ziemlich leer, nur einige Jungen waren schon fertig, darunter auch Dejan. Er stand mit einem anderen Jungen vor einem Aquarium, in dem Haiartige Fische schwammen, die riesig groß und ziemlich gruselig waren. Zala beschloss, sich diesen Viechern erst zu nähern, wenn Professor Grigorova sie dazu zwang.

Nach und nach tröpfelte auch der Rest der Klasse herein. Das Zimmer füllte sich und es wurde lauter. Schließlich trat auch Professor Grigorova ein und bat mit lauter Stimme um Ruhe.


„Ihr habt das wirklich klasse gemacht heute. Gratulation! So, hier sind eure Blätter, gebt die bitte einmal herum, so dass jeder eins bekommt. Ich kontrolliere nächste Stunde, ob ihr sie noch habt!“, drohte sie an.
„Wie ihr vielleicht gemerkt habt, ist es sehr schwer, uns zu erkennen, wenn wir in diesen Anzügen und Helmen stecken. Ich bitte euch daher, eure Namen auf einen Zettel zu schreiben, damit ich ihn dann in der nächsten Stunde auf euren Helm hexen kann. So müsste es uns leichter fallen, einander zu erkennen, meint ihr nicht? Prima, dann nur noch eine Sache: Denkt immer daran, eure Schwimmsachen einzupacken! Wenn es läutet, dürft ihr gehen.“

In diesem Moment klingelte es. Die Schüler strömten aus dem Klassenzimmer. Zala und Emilia verließen zusammen das Zimmer. Erschöpft waren sie und in einem Punkt waren sie sich wirklich einig: Das war die beste Unterrichtsstunde gewesen, die sie je in ihrem Leben gehabt hatten.


------------------------------------------
Und das war es auch schon wieder :) Ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr lasst mir auch wieder Kommentare da :)
Liebe Grüße
Happy

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (2. Dezember 2011, 18:43)


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Freitag, 2. Dezember 2011, 19:30

Oh, das war ein tolles Kapitel, Happy =)

Eine wirklich interessante Unterrichtsstunde - das wäre sicher schnell mein Lieblingsfach, ich liebe Meerestiere :D Als ich noch klein war, wollte ich immer Meeresforscherin werden, jaja ^^ Am besten gefiel mir natürlich Gertrud :]

Du hast wieder einige sehr kreative Ideen! Ich mag Zalas, beziehungsweise deinen, Humor ^^ Dein Schreibstil ist wie immer sehr lebendig und ich habe mich richtig aufgeregt, als ich gelesen hab, dass diese Maria wieder in Zalas Leben tritt.
Ich habe nun auch mal die Gesamtstory-Inhaltsangabe im Verzeichnisthread gelesen und es klingt äußerst spannend. Mich wundert nur - im fünften Jahr? WIE lang soll deine FF denn werden? :D

Also, ich freu mich schon auf mehr, und mach' auf jeden Fall weiter so!! :D

Allerdings hättest du die Unterwasserwelt für meinen Geschmack noch ein bisschen genauer beschreiben können, und die Taucheranzüge kamen mir zu -ich weiß nicht- 'muggelmäßig' vor, auch wenn sie magisch betrieben wurden. Ein Kopfblasenzauber kombiniert mit einem wärmeisolierenden Zauber zum Beispiel wäre zauberertypischer. Das kann aber auch nur mein Eindruck sein ;)

glg
Luna :)
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Samstag, 3. Dezember 2011, 12:08

Hey Happy!

Das Kapitel ist echt spitze, magische Wassergeschöpfe finde ich noch spannender als magische Geschöpfe. Ich kann Zala richtig verstehen, dass sie das Wasser so liebt. :]
Und Luna, Meeresforscherin ist schon ein toller Beruf, könnte ich mir auch sehr gut vorstellen. Forscherin ist sowieso cool.^^

Und das mit dem fünften Jahr ist schon lange... Dann wären sie ja schon 18 oder verzähl ich mich da gerade? Sie sind doch gerade 13, oder?
Professor Gregorova hätte ich auch gerne als Lehrerin, die ist echt spitze und auch etwas verplant.

Da hatte ich wohl recht mit Maria... So ein Mist, das ist richtig bescheuert für Zala. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die beiden und wahrscheinlich auch Kim alias das blonde Gift - cooler Name übrigens :P - und auch Zalas Freunde sich ziemlich angiften werden.

Auszusetzen hab ich nicht so viel, nur auch die Tauchranzüge, wo es doch den Kopfblasenzauber und Dianthuskraut gibt.
Ein paar Wortwiederholungen sind auch drin, aber das ist echt nicht schlimm, ich wiederhole mich auch ständig. :)

Aber ich freue mich schon riesig auf das nächste Kapitel! Lass dir aber ruhig Zeit. =)

LG Lupa

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Samstag, 3. Dezember 2011, 19:18

Hallo Happy.

Wow, Ideen hast du ganz Klasse!
Diese Stunde magische Geschöpfe süß und der Willi, schön.
Deine detailreiche Geschichte st flüssig zu lesen und man kann sich das gut vorstellen.
;)Die Professorin will ja vielleicht ihren Schülern nur zeigen, wie kompliziert es für Muggel und Erstklässler ist, so unter Wasser zu arbeiten.
Ausgebildete Zauberer hätten andere Möglichkeiten. Nur die muss man erst erlernen.

Bis Bald bei Kapitel 7!
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Sonntag, 4. Dezember 2011, 20:00

Jetzt habe ich es endlich auch einmal geschafft, deine FF durchzulesen (Vorgenommen habe ich es mir schon länger, schließlich habe ich ja auch eine Durmstrang-FF am Laufen).

Also: Mir gefällt vor allem dein Humor in den Dialogen. Ich bin auch gespannt, was Zala sonst noch so erleben wird.
Der Direktor erinnert mich ein bisschen an Slughorn - oder täusche ich mich da?
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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uns sticht niemand anderer aus
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Montag, 5. Dezember 2011, 20:30

N'abend,
dein Kapitel ist dir wieder gut gelungen.
Zalas Humor ist auch etwas, das mir an deiner Geschichte sehr gut gefällt.
Aber blöd ist es ja wirklich, dass Maria wieder in ihr Leben tritt. Ich hätte ihr ja mal ein wenig Ruhe gegönnt, aber natürlich macht das die Geschichte um so spannender.
Ich freu mich auf das nächste Chap
glg K.
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
Zum vollen Mond,
der ihn in seine Tiergestalt zwingt.
Doch auch in anderen Phasen,
lässt der Mond ihn nicht kalt.
Er spürt ihn immer,
sogar in Menschengestalt


,___,
[O.O
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-"--"-

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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 17:00

Hallo meine Lieben!
Vielen Dank für eure Kommentare! Ich sag dann mal wie immer noch zu jedem etwas ;)

@Luna: Das mit den Anzügen haben dir die anderen eigentlich schon beantwortet: Natürlich ist das eine sehr muggelmäßige Art, zu tauchen, doch die erstklässler, die ja noch überhaupt nicht zaubern können, würden mit den magischen Mitteln nicht klarkommen. Und die Lehrerin schwimmt aus Loyalität im Anzug mit ^^ Und zu der zeit kommt gleich noch was :)

@Lupa: Joa, sie sind jetzt 13, im fünften Jahr dann 17/18.
@Ozoil: Deine Vermutung trifft es ;) Schön, dass es dir gefällt!
@HufflepuffsUrenkel: Danke fürs Kommie! An Slughorn hatte ich beim schreiben nicht gedacht. Ich glaube, du täuschst dich da ?(
@Kala: Tja, Zala ist echt arm dran :( Im nächsten Chap wird sie dir noch mehr leid tun ;(

So, ich bin jetzt an einem Wendepunkt der Geschichte angelangt. Wie ihr vielleicht wisst, unterteile ich die Geschichte in zwei Teile: Die Vorgeschichte (Kapitel 1-7) und die hauptgeschichte (7-25?). Die Vorgeschichte ist nach dem nächsten Chap vobei, wir machen einen Zeitsprung ins fünfte Jahr und dann geht es los :)
In diesem Kapitel wird auch endlich Zalas Vergangenheit gelüftet ;)
Also dann, genug gequatscht, viel Spaß mit dem siebten Kapitel!


7. Nebel der Vergangenheit



Der Sturm hatte sich gelegt, doch es regnete immer noch ein wenig. Kein besonders schönes Wetter für eine Unterrichtsstunde im Freien, vor allem, wenn man das Fach hasste. Zala hatte zwar bis jetzt noch nie eine Unterrichtstunde im Fliegen gehabt, doch wenn man panische Höhenangst hatte und sich kaum zwei Minuten auf einem Besen halten konnte, war Quidditch sicher nicht das richtige für einen.

Missmutig stand Zala inmitten ihrer Freunde. Sie hatten gerade eben Pause gehabt und sich einigermaßen von der anstrengenden Doppelstunde Pflege Magischer Wassergeschöpfe erholen können. Und nun standen sie in einem riesigen Quidditchstadion und sollten fliegen- na ganz toll.


Dejan, Maja und Emilia waren aufgeregt und freuten sich schrecklich auf den Quidditchunterricht.
Felix und Zala standen mit äußerst miesepetrigen Mienen neben ihnen. Beide hassten Fliegen. Beide hatten Höhenangst und beide wären viel lieber im Schloss geblieben.

Zala schaute sich um. Das Stadion war sehr klein und schlicht. Die Tribünen waren aus Holz, die Torringe sahen leicht verfärbt aus. Der Rasen war schlammig und weich. Das Stadion befand sich inmitten des Waldes, der sich über das ganze Schlossgelände zog. Ein kleiner Waldpfad hatte die Schüler hergeführt. Eine Viertelstunde hatten sie für den langen Weg durch den nasskalten Wald gebraucht. Oh nein, ein Vergnügen war es nicht, herzukommen.
Felix schaute sich leicht panisch in dem kleinen Stadion um.

„Ich hasse fliegen!“, schimpfte er.
„Warum tun die uns das an?“

„Quidditch ist der Nationalsport Bulgariens, Felix. Und soweit ich weiß, war unser lieber Schulleiter mal Sucher in der bulgarischen Nationalmannschaft. Ich glaube, wir haben schlechte Karten, diesen Sport loszuwerden, solange wir hier auf der Schule sind.“, entgegnete Zala nicht minder gereizt.

Felix stöhnte.

Plötzlich ertönte eine laute Trillerpfeife und die Schüler schraken zusammen. Zala wirbelte herum. Über den Rasen kam eine wahre Tonne von Frau auf sie zugewalzt. Sie hatte kurze graue Locken, trug einen wallenden roten Umhang, der ihr das Aussehen einer zerfließenden Tomate verlieh, hielt eine Trillerpfeife zwischen die Zähne geklemmt und schaute äußerst streng drein.

„Guten Morgen, Erstklässler! Mein Name ist Mathilda Martinovic und ich bin eure Quidditchlehrerin. Auch wenn ich vielleicht nicht so aussehe, also spart euch dumme Kommentare zu meiner Figur.
Nun, unser Ziel für die heutige Stunde ist es, dass ihr zuerst einmal den Umgang mit Besen lernt, denn sie sind äußerst sensible magische Wesen.
Ja, ich sage „Wesen“, nicht „Gerätschaften“- für mich sind Besen fühlende Geschöpfe, mit denen wir respektvoll umzugehen haben.
In den nächsten Stunden werden wir uns dann dem Fliegen widmen. Allerdings können wir das auch noch heute schaffen, wenn ihr sensibel genug seid, eure Besen nicht gegen euch aufzubringen.
Folgt mir Bitte, ich führe euch jetzt zum Stall.“


Damit drehte sie sich um und schritt energisch über den Rasen den Schülern voraus.

Zala tauschte entsetzte Blicke mit ihren Freunden aus.

„Himmel! Das ist ja ein richtiger Flugdrachen!“, meinte Dejan und starrte der neuen Lehrerin hinterher.

„Das kannst du aber laut sagen!“, kommentierte Maja, die geschockt dem breiten, davonwackelnden Hintern ihrer Lehrerin hinterher sah.

Zala fühlte sich bestätigt. Quidditch würde das schlimmste Fach sein, das sie würde ertragen müssen. Mit dieser kratzbürstigen Lehrerin würde sie wahrscheinlich nicht allzu gut auskommen, das ahnte sie schon jetzt.


Fünf Minuten später fand sich Zala in einem großen, nach Holz und Harz duftenden Besenschuppen wieder. Offenbar hatte Professor Martinovic mit „Stall“ ebendiesen Schuppen gemeint. An den dunklen hölzernen Wänden hingen lange Reihen von scheinbar älteren, etwas zerzausten Besen.
Es gab keine Fenster, nur eine kleine Glühlampe an der Decke, die flackerndes Licht spendete, wenn man den Zauberstab auf sie richtete. Der Boden war allenernstes mit Stroh gepolstert und jeder Besen war in einer mit Namensschild versehenen Nische untergebracht. Oh mein Gott, dachte Zala. Die Besen haben doch nicht ernsthaft Namen?!

„So Kinder, hier ist unser Stall. Die Besen sind in ihren eigenen Nischen untergebracht und wenn ihr auf ihnen geflogen seid, bringt ihr sie dahin, wo ihr sie hergeholt habt, verstanden? Du da drüben!“

Sie deutete auf Deniza Winech, die neben der größten Besennische stand. Deniza zuckte zusammen.

„Ja, Professor?“

„Würdest du mir bitte Schnurzelchen reichen?“

„Was bitte?!“

"Du hast schon richtig gehört, Schnurzelchen natürlich. Er hängt da gleich neben dir, mach doch die Augen auf, Kind!“, sagte sie ungeduldig mit der dicken Hand wedelnd.

Deniza schaute die Lehrerin an, als hätte sie Angst um deren Geisteszustand, drehte sich aber dennoch um und holte den Besen unter größter Vorsicht aus seinem Kasten. Professor Martinovic nahm den Besen entgegen, als wäre er der größte Schatz auf Erden. Sie strich über seinen dunklen, ungewöhnlich dicken Stiel und seinen hellen Reisigbund. Dann hielt sie ihn so hoch, dass auch ja jeder Schüler „Schnurzelchen“ sehen konnte.

„Das ist Schnurzelchen, mein Besen. Er wird von niemandem geflogen außer von mir, ist das klar!? Gut. Hier drüben“, sie deutete auf etwa fünfzig Besen an der rechten Wand des Schuppens, „hängen die Schulbesen. Sie werden euch das Fliegen beibringen. Ich teile sie jetzt aus, dann gehen wir nach draußen und ich erkläre euch die wichtigsten Dinge.“

Damit positionierte sie sich mit ihrem Schnurzelchen vor der rechten Wand des Schuppens und ließ die Schüler sich in einer langen Reihe aufstellen. Sie musterte jeden Schüler, der vor ihr stand, eingehend, bevor sie ihm einen Besen aussuchte.

„Die alte spinnt doch!“, flüsterte Dejan, der hinter Zala in der Reihe stand.
Emilia nickte und starrte die Lehrerin immer noch ungläubig an, als könne sie nicht glauben, dass man eine so unfreundliche und unverkennbar etwas verwirrte Frau auf unschuldige Schüler losließ. Zala konnte sich nicht mit dem Gedanken an die nächsten Flugstunden anfreunden. Hoffentlich bekam sie wenigstens keinen bockigen Besen mit eingebautem Schleudermodus oder so.
Ehe sie sich versah, stand Zala auch schon vor der dicken Lehrerin, die sie ins Auge fasste wie eine Kröte die Fliege, die es sie zu verspeisen gelüstete. Unter dem forschenden Blick wurde Zala immer kleiner.

„Mhmh, ich glaube, für dich ist Peppermint der richtige. Er ist ein guter Anfängerbesen, du wirst keinerlei Probleme mit ihm haben, das kann ich dir garantieren.“

Sie lächelte Zala ganz flüchtig an, bevor sie sich umdrehte und einen schlanken Besen mit dunklen Borsten und einem grünen Bändchen mit Glöckchen an der Spitze von seinem Platz herunterholte. Zala war verdutzt. Hatte die Lehrerin sie eben angelächelt? Woher zum Teufel wusste sie wohl, dass Zala im Fliegen schlechter war als ein Troll im Ballet? Wie seltsam...

Professor Martinovic überreichte Zala den Besen, jetzt wieder mit miesepetrigem Gesichtsausdruck. Als Zala Peppermint entgegennahm ,spürte sie eine plötzliche Wärme durch ihre Hand in den Arm schießen, die sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete. Verwundert starrte Zala auf den Besen hinab. Vorsichtig drückte sie seinen Stiel ein bisschen zwischen den Fingern. Wie als Antwort auf den leichten Druck vibrierte Peppermint ganz zart und schickte eine neue Welle der Wärme in Zalas Handfläche. Zala lächelte.

Als alle Schüler einen Besen hatten, führte Professor Martinovic die Kinder wieder hinaus auf das Quidditchfeld.
Zala lief neben Emilia her, die einen langen, schlanken Besen aus hellem Holz in der Hand hielt. Etwas unsicher blickte sie auf ihn hinab.

„Und, wie heißt dein Besen?“, fragte Zala lächelnd und strich mit der freien Hand über Peppermints Stiel. Emilia grinste.

„Gestatten? Sir Harry, treues Fluggerät, etwas eigenwillig, aber dennoch äußerst präzise und ein idealer Besen für Jäger. Mit wem habe ich die Ehre?“

Zala lachte. Diese Vorstellung von Dejan hatte es Emilia offensichtlich angetan. Zala beschloss darauf einzugehen.

„Sie haben die Ehre mit Peppermint, dem besten Anfängerbesen, den unser Stall zu bieten hat. Ein äußerst sensibler, gutmütiger Geselle, der die Nervenstärke eines Stuhls mitbringt.“

„Die Nervenstärke eines Stuhls?!“

„Ein Stuhl muss auch mit jedem A***h klarkommen.“

Emilia grinste breit und hinter Zala ertönte ein abfälliges Schnauben. Wieder wirbelte Zala herum. Was sie sah, versetzte ihr einen ziemlichen Schock. Hinter ihr stand niemand geringeres als Maria Stevanova. Oh nein. Was wollte die denn? Zalas Laune sank auf einen Punkt unter Null und sie fühlte sich, als würde sie um mindestens 10 Zentimeter schrumpfen. Maria lächelte sie überheblich an.


„Nein, wen haben wir denn da? Ist das nicht unsere niedliche kleine Zalona Jacobianne? Wie süß! Sie reißt immer noch so geschmacklose Witze wie früher! War ja auch nicht anders zu erwarten, bei den Pflegeeltern... hast du noch Kontakt zu Tante Lullu? Nein? Wie schade... Bist sowieso besser dran ohne die... Da hab ich dir doch wirklich geholfen, ein großes Problem loszuwerden, nicht wahr?“

Unbändige Wut stieg in Zala hoch. Die Hitze schien in ihr zu kochen, brennend ihre Kehle hinaufzusteigen. Sie staute sich in ihrem Inneren an, spürbar wie ungeheurer Druck. Zala spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss und wie ihre Hände sich zu Fäusten ballten. Sie hätte es ahnen müssen. Sie konnte Maria nicht ewig aus dem Weg gehen, sie würde ihr nachschleichen und sie tyrannisieren wie sie es seit ihrem neunten Lebensjahr getan hatte.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (15. Dezember 2011, 17:04)


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Donnerstag, 15. Dezember 2011, 17:09

„Och, wir da jemand aggressiv? Schlechte Erziehung, würde meine Mutter sagen... Eine Sapunova bewahrt Contenance. Aber nein, du bist ja keine echte Sapunova. Ein kleines Kuckuckskind, mh? Hätte man dich wenigstens zu einer reinblütigen Familie gebracht, dann hättest du eine anständige Erziehung genossen und wärest jetzt nicht in der Lage, in der du dich für den Rest deines erbärmlichen Lebens befinden wirst
. Du könntest mir wirklich leid tun, wärest du nicht so ein kleines Blutsverräterbalg.
Deine armen leiblichen Eltern, sie tun mir so leid, dass sie unter der Schmach leiden müssen, dich als Tochter zu haben...
Aber ich finde, ich habe diese Situation mit Bravour gemeistert. Immerhin wissen sie jetzt bescheid und können sich auf Distanz halten... Selber Schuld, Bianna.
Ach ja, da fällt mir noch etwas ein... Bist du immer noch eine so miserable Fliegerin oder hast du mittlerweile gelernt, wie man aufsteigt und oben bleibt?
Naja, wie auch immer.... Es kann mir ja egal sein, ob du vom Besen kippst, solange du mir meinen sicheren Platz im Quidditchteam nicht streitig machst....
Man sieht sich, Bianna.“


Mit erhobenem Haupt stolzierte Maria an Zala vorbei, ohne es zu versäumen, Zala im Vorbeigehen auf den Fuß zu treten.

Ohnmächtige Wut hatte von Zala Besitz ergriffen. Alles Gold der Welt würde sie dafür geben, Maria nur ein einziges Mal in das hässliche Gesicht schlagen zu können und sich rächen zu können für all das, was sie ihr angetan hatte. Zala spürte Tränen der Wut in ihren Augen brennen. Ihr Kopf pochte, sie zitterte und schüttelte die Fäuste. Am liebsten hätte sie laut geschrien, sich all das Elend aus dem Leib geschrien.
Entsetzt sah Emilia Maria hinterher. Dann schaute sie zu Zala und sah, wie außer sich diese war.

„Was war das denn?“, fragte sie völlig perplex.


„DAS“, schnaufte Zala, „DAS war das Arschloch, das mein Leben zerstört hat!“ Sie stampfte mit dem Fuß auf den weichen Boden.

„Hey, was ist denn mit dir los?“, fragte jemand plötzlich dicht neben ihrem Ohr. Zala wirbelte herum, in der Erwartung, Maria zu sehen, bereit, zuzuschlagen. Doch es war nicht Maria. Es war Dejan, dessen grüne Augen sie verblüfft und besorgt musterten.

Mit einem Schlag wich alle Energie aus Zalas Körper, ihre Streitlust verpuffte. Ihre Knie begannen zu zittern. Plötzlich fiel es ihr unheimlich schwer, zu atmen, ihre Augen brannten, sie musste mühsam ein Schluchzen unterdrücken.

„Zala, was hast du?“


Besorgt musterte Dejan seine Freundin, die den Eindruck machte, als würde sie jeden Moment zusammenbrechen. Er fühlte sich vollkommen überfordert. Was um Himmelswillen sollte er tun? Er konnte nicht damit umgehen, wenn Mädchen weinten. Was nur war zu tun? Sollte er Zala trösten, sie vielleicht in dem Arm nehmen? Oder waren es nicht Tränen der Wut, die in ihren Augen glitzerten? Ihr Gesichtsausdruck war mörderisch gewesen, doch als er in ihre warmen, dunkelgrünen Augen blickte, lösten sich Zalas verkrampfte Züge und ihr Kinn begann zu zittern. Oh je, was hatte er nur wieder falsch gemacht? Er schaffte es auch immer wieder, genau das Gegenteil von dem zu bezwecken, was er eigentlich erreichen wollte. Er hatte sie doch trösten wollen. Er war einfach hoffnungslos.

Zala fühlte sich, als hätte man ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Schlimm genug, dass Maria wieder in ihr Leben getreten war, doch dass sie nun auch wieder anfing, sie zu tyrannisieren, das ging über ihre Schmerzensgrenze. Sie war hartgesotten, doch ihre Vergangenheit holte sie gnadenlos ein, umspülte sie und hielt sie gefangen. Ein Albtraum ohne Erwachen. Sie konnte das nicht noch einmal durchleben, nein. Wie sehr wünschte sie sich in diesem Moment jemanden herbei, der sie verstand, der sie tröstete. Doch es war niemand da. Oder? Ihr Blick traf den eines funkelnd blauen Augenpaares, das sie besorgt musterte.
Und ehe sie sich versah, lag sie in Emilias Armen, mit zitterndem Kinn versuchte sie, sich zu beruhigen. Eine Träne rollte über Zalas Wange, die sie jedoch hastig wegwischte. Sie wollte nicht, dass jemand ihre Schwäche bemerkte.
Emilias Gegenwart tat so gut. Sie hielt Zala nur stumm im Arm, bis diese sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. Dann ließ Emilia Zala los. Ernsthaft besorgt schaute sie Zala in die Augen.

„Was hat das zu bedeuten, Zala?“

„Später, okay?“, murmelte Zala und wischte sich verstohlen über die Wangen. Sie konnte es nicht glauben, dass sie die Beherrschung verloren hatte. Das war ihr noch nie passiert. Sie blickte sich um und vergewisserte sich, dass auch ja niemand ihren Nervenzusammenbruch mitbekommen hatte. Es schien nicht so. Maja und Felix waren am anderen Ende des Feldes und warfen sich etwas zu, das nach einem Tennisball aussah. Maria stand mit Kim noch weiter weg, als die beiden und drehte Zala den schmalen Rücken zu.
Oh. Dejan stand ja vor Zala. Wo kam er denn jetzt her? War er eben auch schon da gewesen? Der Arme. Er blickte vollkommen hilflos drein und verstand offensichtlich überhaupt nicht, worum es ging. Wahrscheinlich war er gekommen um zu sehen, was los war. Zala hatte ein ganz schlechtes Gewissen, als sie ihn da so hilflos und scheinbar völlig überfordert vor sich stehen sah.

„Tut mir leid.“, murmelte sie ihm zu.

„Äh. Was?“, fragte er und linste unter seinem bronzefarbenen Pony hervor, ganz als wollte er sich davon überzeugen, dass er es riskieren konnte, wieder hinzusehen.
Das sah zu süß aus und Zala musste lächeln.

„Dass ich gerade so die Nerven verloren habe. Aber ich hatte meine - meine Gründe. Glaub mir, das passiert nicht oft.“

Zala fühlte sich wieder einigermaßen gefasst. Sie war ihren beiden Freunden so unendlich dankbar dafür, dass sie da waren. Einfach dafür, dass sie da waren und sich um sie sorgten. Das war das größte Geschenk, das man Zala machen konnte.



Die Unterrichtsstunde verging in einem Nebel aus Erinnerungen und verwirrten Gedanken. Zala konnte sich nicht auf das konzentrieren, was Professor Martinovic ihnen über die Psyche der Besen erklärte. Die ganze Stunde über passte sie nicht auf.
Auch auf dem Weg durch den verregneten Wald zurück zum Schloss grübelte Zala, in die Mitte genommen von Dejan und Emilia. Die beiden waren wohl stillschweigend übereingekommen, Zala keinen Schritt von der Seite zu weichen, bis diese wieder völlig klar im Kopf war. Sie stellten keine Fragen und dafür war Zala ihnen sehr dankbar, denn sie wusste selbst nicht genau, was in ihr vorging. Alte Wunden waren aufgerissen und Zala musste sie wieder flicken. Doch würde es nicht unheimlich erleichtern, diese Erinnerungen loszuwerden? Aber wie?

Auch beim Mittagessen in der Halle war Zala in Gedanken versunken und merkte nicht einmal, dass sie Rote Beete in sich hinein schaufelte, ein Gericht, das sie auf den Tod verabscheute. Sie sprach kein Wort.
Weder beim Mittagessen, noch beim Hausaufgaben erledigen mit den anderen im Gemeinschaftsraum machte sie den Mund auf.


Erst am Nachmittag, als sie zusammen mit Emilia oben auf deren mit Decken und Kissen gepolstertem Bett lag, wo sich die Mädchen von dem anstrengenden ersten Schultag erholten, sprach Zala wieder. Doch erst eine ganze Weile, nachdem sich die beiden stumm mit Keksen dort eingemummelt hatten, frisch geduscht und nach Seife duftend. Eine ganze Weile lagen sie dort, gemütlich Kekse knabbernd, dem fernen Donnergrollen eines herannahenden Sturmes lauschend.

Emilia stopfte sich ein großes, kariertes Kissen unter dem Kopf zurecht, seufzte und setzte das an-die-Decke-starren fort, das sie bereits seit einer halben Stunde praktizierte. Doch dann nahm sie ihren Mut zusammen. Es konnte nicht länger so bleiben, sie musste mit Zala sprechen. Das Mädchen gab ihr einfach zu viele Rätsel auf. Sie wusste nicht, ob sie Zala vertrauen konnte, sie war so... vielschichtig. Was hatte sie mit diesem abgemagerten schwarzhaarigen Huhn zutun? Was war mit ihren Eltern? Sie würde Zala zu gern verstehen, Licht ins Dunkel bringen und ihr helfen.

Nellie und Fynn, die die beiden Mädchen mit hoch aufs Bett genommen hatten, spielten am Fußende verstecken. Nellie hatte sich zwischen ein paar kleinen Kissen eingegraben, Fynn schaufelte sie frei, vorsichtig, ganz vorsichtig, um den zarten kleinen Minimuff nicht zu verletzen. Dann hob er sie mit einer Pfote hoch, sie hüpfte auf seinen Kopf, rutschte seinen Rücken hinab und tauchte erneut zwischen Emilias unzähligen Kissen ab. Eine kleine Verfolgungsjagd begann. Gebannt schaute Zala den beiden zu, doch Emilia setzte sich auf. Sie hatte einen Entschluss getroffen.

„Zala?“

Zala zuckte zusammen und wandte den Blick von den spielenden Tieren ab.

„Mh?“

„Zala, ich wollte dich etwas fragen. Ich bin nur nicht ganz sicher ob- ob es mich etwas angeht und ob du darüber sprechen willst.“

Zala schaute sie mit verständnislosem Blick an, doch Emilia sah, wie es ihr dämmerte. Sie sah es in ihren Augen. Emilia hasste sich dafür, doch sie wollte es so gerne wissen, ihre Freundin besser kennenlernen, sie verstehen. Sie blickte in Zalas Augen, um deren Ausdruck zu entschlüsseln.
Noch vor kurzem, da war sich Emilia sicher, hätten sich bei solch einer Andeutung Stahltüren hinter Zalas Augen geschlossen. Sie hätte diesen unzugänglichen, misstrauischen, vielleicht sogar etwas feindseligen Blick aufgesetzt.
Doch Zala hatte sich in den drei Tagen, in denen sie auf Durmstrang waren, rapide verändert. Sie war irgendwie fröhlicher als zuvor, ihre Augen blickten lebensfroh und offen, ihre Art war herzlicher geworden. Und das in drei Tagen. Und nun saß sie so verstört neben Emilia und blickte sie mit verschreckten Augen an? Was stimmte da nicht? Emilia rang mit sich, doch dann zwang sie sich, den Mund zu öffnen und zu sprechen.


„Mh. Zala, ich möchte dich etwas fragen, aber ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Es ist... kompliziert. Also.... Es ist so: weißt du noch, am ersten Tag, als wir uns das erste Mal im Schiff hierher begegnet sind?
Du warst ständig mit deinen Gedanken ganz woanders und kurz bevor wir aussteigen mussten, hast du ganz lange aus dem Fenster gestarrt. Als ich dich gefragt habe, was los ist, hast du gesagt „Ach nichts.“
Und sieh mal, immer wenn man sich dem Thema „Zalas Eltern“ auch nur andeutungsweise genähert hat, bist du auf mysteriöse Weise taub geworden, bis man das Thema gewechselt hat.
Am ersten richtigen Tag hier, als wir unsere Fotos aufgehangen haben, hast du nur Bilder von Fynn und einer Frau, von der ich weiß, dass sie nicht deine Mutter ist, an die Wand geklebt. Ich möchte nicht unhöflich sein und ich werde auch nicht bohren.
Du musst mir nichts erzählen, wenn du nicht willst. Ich möchte dich nur verstehen, Zala.
Was ist mit deinen Eltern?
Warum sprichst du nie von ihnen?
Warum warst du so verbittert, als ich dich das erste Mal gesehen habe? Wer ist diese Frau auf deinen Fotos? Weshalb hat dieses Mädchen so eine Macht über dich, warum kann sie dich so fertigmachen, was meinte sie mit „Kuckuckskind“? Woher kennst du die überhaupt?“


Zala holte zischend Luft. Das hatte Emilia gemeint. Jetzt wurde ihr einiges klar. Emilia war viel zu aufmerksam, ihr entging nichts, wie sich jetzt zeigte. Zala fühlte sich, als hätte sie einen Schlag in die Magengegend bekommen. Jetzt stand sie vor der Entscheidung: Vertraute sie sich Emilia vollkommen an, sollte sie ihre neblige Vergangenheit enthüllen? Zala hob den Blick. Emilia schaute sie gespannt an, ganz als würde sie fürchten, Zala könne sich jeden Moment auf sie stürzen. Arme Em. Hatte Zala ihr so viel zu denken gegeben? Sie traf ihre Entscheidung.

„Mir war nicht klar, dass ich dir so viele Rätsel aufgegeben habe. Ich hätte ehrlich zu dir sein sollen. Es tut mir leid.“

„Ist nicht so schlimm. Aber hast du mich denn angelogen?“

„Das ist es nicht. Ich habe dir nur nicht alles von mir erzählt. Ich wusste nicht, ob ich dir trauen kann. Ich bin sehr misstrauisch. Vielleicht sollte ich dir einfach alles erzählen, dann verstehst du es sicher.“

Zala atmete tief ein. Der Moment war gekommen. Ihr Kopf schien zu schwirren von der Anstrengung des heutigen Tages, doch nun hieß es jetzt oder nie. Und sie gab sich einen Ruck.

„Meine Eltern arbeiten in der persönlichen Verwaltung unseres Zaubereiministers. Sie sind sehr hoch angesehene Persönlichkeiten und spenden für alles Mögliche, wie du sicher schon mal gehört hast. Oft sind sie rund um die Uhr im Ministerium.


Wenn sie arbeiteten, haben sie mich natürlich nicht mitnehmen können. Aber der Gedanke, mich in unserem großen Haus, das mit allen möglichen Kostbarkeiten vollgestopft ist, allein zu lassen, dieser Gedanke war ihnen gänzlich zuwider. Sie hatten keine Angst um mich, sondern um besagte Kostbarkeiten. Sie wollten mich aber auf keinen Fall zu einer Muggelfamilie geben, solange sie arbeiteten, denn sie gehören zu der Art von Zauberern, die nicht so ganz.... Naja, sagen wir, sind die größten Muggelhasser und Reinblutfanatiker, die man sich vorstellen kann.

Andere reinblütige Zauberfamilien waren aber von unserem abgeschiedenen Landsitz schwer zu erreichen. Es war meinen Eltern zu aufwändig, für mich extra in die nächste große Stadt zu fahren um mich dort abzusetzen. So blieb ihnen nur eine Möglichkeit: In dem beschaulichen kleinen Dörfchen, zu dem unser Landsitz gehört, lebte ein Ehepaar, Hexe und Zauberer, allerdings beide muggelstämmig.
Es widerstrebte meinen Eltern sehr, mich bei Muggelstämmigen zu lassen, doch es war die bequemste Lösung. Sie brachten mich also jeden Tag, manchmal auch über Nacht, zu Luisa und Peter Heyman.
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Happyday

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58

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 17:20

Die beiden konnten keine Kinder bekommen.
Sie waren damals noch sehr jung und freuten sich unheimlich darüber, mich versorgen zu können.

Meine Mutter hat nach meiner Geburt ein Jahr Kinderpause gemacht, dann hat sie sich wieder ins Berufsleben gestürzt und brachte mich zu Louisa und Peter.
Die beiden haben mich großgezogen und mir alles beigebracht, was ich wissen musste. Sie waren immer unglaublich liebevoll, haben sich um mich gekümmert, mich gepflegt, wenn ich krank war, mit mir gespieltund dafür gesorgt, dass ich in der Schule angemeldet wurde. Als ich am Blinddarm operiert werden musste, hat Louisa meine Hand gehalten. Sie haben eben all die Dinge getan, die Eltern für ihre Kinder tun sollten.


Louisa hat mir viel von England erzählt, wo sie und Peter herkommen. Sie hat mir von ihrer Schule dort erzählt, von Hogwarts. Und sie hat mit mir über die Zauberer gesprochen. Sie hat das in mir geweckt, was meine Eltern an mir so abstoßend finden. Ich war Louisa aber niemals böse dafür! Ich bin so froh, dass sie es getan hat. Sie hat nämlich mit mir darüber gesprochen, was Zauberer für Einstellungen haben. Weißt du, Gut und Böse.

Kleine Kinder plappern automatisch die Meinung ihrer Eltern nach, bis sie alt genug sind, selbst zu denken und zu entscheiden. Ich sah Louisa und Peter als meine Eltern und die beiden gehören zu denen, die sehr muggelfreundlich, fröhlich und offen sind. Meine Eltern bildeten den kompletten Gegensatz zu den beiden, was mich erschreckte. Ich wollte doch so sein wie Louisa und nicht wie meine Eltern.

Ich betrachtete Louisa und Peter immer als meine Eltern, obwohl sie mir so oft erklärten, dass sie nicht meine richtigen Eltern waren. Das war mir vollkommen bewusst, ich lebte ja auch nicht immer bei ihnen. Doch meine leiblichen Eltern waren mir so fremd, dass ich mich nicht sicher bei ihnen fühlte. Meine Beziehung zu ihnen war immer schlecht, denn sie hatten mich nicht aufgezogen, ich sah sie einfach nicht als meine Familie.
Hätten sie nicht so viel gearbeitet, hätten sie Zeit für mich gehabt, wer weiß, was dann aus mir geworden wäre. Wahrscheinlich wäre ich dann genau so wie sie jetzt. Doch das bin ich nicht und dafür bin ich Louisa so unendlich dankbar.


Sie hat aber nie versucht, mich von ihrer Sicht zu überzeugen, sie hat mir immer gesagt, ich müsse meinen eigenen Weg finden. Doch in ihrem Haus wurde Muggelfeindlichkeit nicht geduldet. Ich hörte immer beeindruckt zu, wenn Louisa erzählte. Ich liebte sie, wollte so sein wie sie und Peter und so übernahm ich ihre freundliche, offenherzige, fröhliche Lebenshaltung.

Ich sonderte mich immer mehr von meinen leiblichen Eltern ab, ich fühlte für sie, als wären sie Nachbarn, bestenfalls noch sehr entfernte Verwandte. Louisa, Peter und Ihre Hündin Carry waren meine Familie. Ich war glücklich.

Bis ich neun war. An einem wunderschönen Tag im Frühherbst besuchte ich meine damalige beste Freundin, Maria Stevanova. Das ist diese Todesfee, mit der du heute Morgen Bekanntschaft gemacht hast. Ihre Eltern sind wie meine. Arrogant, reich, reinblütig, Muggelhasser. Sie hatte mit der Muttermilch aufgesaugt, dass nur reinblütige Zauberer es wert seien, in die Kunst der Magie eingeweiht zu sein und dass Muggelstämmige und Schlammblüter wertloser Abschaum seien.

Wir beide sind Mädchen, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Und doch betrachtete ich sie als meine beste Freundin, denn sie war meine einzige.
Meine Eltern wollten auf keinen Fall, dass ich mich mit Muggeln anfreundete und wie gesagt, außer Peter und Louisa lebten bei uns im Dorf keine Zauberer.
Marias und meine Eltern waren gut befreundet, sie trafen sich fast jedes Wochenende und so wurden Maria und ich zusammengeschweißt. Geschickt, nicht wahr?

Nun, an diesem Tag, an dem ich Maria besuchte, tat ich etwas sehr verhängnisvolles, was mein Leben durcheinanderwarf und zur Hölle machte. Ich vertraute Maria. Ich erzählte ihr von meinem größten Geheimnis, meiner Einstellung zur Zaubererwelt, zu Gut und Böse.
Oh, war ich ein naives, dummes Kind! Wie konnte ich nur glauben, dass Maria das gut aufnehmen würde? Sie, die immer dazu erzogen worden war, alles zu melden, was der Ansicht ihrer und meiner Eltern nach „falsch“ war, lief schnurstracks zu meinen Eltern und verpetzte mich.

Meine Eltern waren geschockt. Sie hätten das nie von mir gedacht und verboten mir, weiterhin zu Louisa und Peter zu gehen, sie verboten es Peter und Louisa, mich in irgendeiner Weise weiterhin zu kontaktieren. Doch das Schlimmste war, dass sie mich ignorierten.
Du magst es vielleicht nicht glauben, aber meine Mutter und mein Vater haben mich eiskalt ignoriert.
Sie taten einfach, als wäre ich nicht da. Du kannst dir nicht vorstellen, wie schrecklich es ist, wie Luft behandelt zu werden. Ich hatte niemanden, mit dem ich sprechen konnte, niemanden, der mir helfen konnte, ich war allein, vollkommen allein.
Nur mein Fynni war für mich da und er war wirklich das größte Licht in der Dunkelheit. Allein zu sein ist so grauenhaft, du kannst es dir nicht ausmalen.

Immer ,wenn meine und ihre Eltern sich trafen, war sie am Tisch unglaublich lieb uns süß, doch wenn meine Mutter uns auf mein Zimmer schickte, mutierte sie zu einer gemeinen Zicke. Es war schrecklich, sie hat mich tyrannisiert, wann immer sie konnte. Später, als ich älter war, hab ich mich einfach eingeschlossen oder bin abgehauen, wenn die Stefanovas kamen. Du kannst dir vorstellen, wie begeistert meine Eltern waren.

Wenn meine Eltern zu irgendeiner wichtigen, geschäftlichen oder öffentlichen Veranstaltung mussten, nahmen sie mich natürlich mit und spielten „friedlich-fröhliche Vorzeigefamilie“. Sie steckten mich in teure Kleider, investierten in aufwändige Make-ups und gaben richtiggehend mit mir an. Doch sobald wir zuhause waren, wurde ich wieder ignoriert.

Im letzten halben Jahr haben sie öfter mit mir gesprochen und mich dann aber nur mit Infos über Durmstrang zugeschwallt. Ich weiß nicht, was sie damit bezwecken wollten. Das ich die Familienehre aufrecht erhalte? Ich weiß es nicht und ich will es auch nicht wissen. Außerdem haben sie mich mit unglaublich vielen, teuren Kleidern eingedeckt. Ich nehme an, sie wollen zeigen, dass wir reich sind. Ich wünschte, ich hätte den ganzen Ramsch verbrannt.


Ich habe Louisa und Peter sehr geliebt und sie immer schrecklich vermisst. Immer, wenn ich stundenlang allein in meinem Zimmer gehockt habe, saß ich auf der Fensterbank und habe zum Giebel von Ihrem Haus hinübergeschaut.
Meine Eltern gaben mir das Gefühl, wertlos zu sein.

Nun weißt du alles, Em. Das ist meine Geschichte. Das ist der Grund, weshalb aus mir das wurde, was ich heute bin. Eine verbitterte Miesmuschel. Es fällt mir schwer, meine Vergangenheit zu vergessen und im Hier und Jetzt zu leben. Weißt du, hätte ich Fynn und Louisas Briefe nicht gehabt, wäre ich sicher depressiv geworden. Ich war kurz davor.
Wie du siehst, gibt es für mich einige Gründe, meine Eltern nicht zu erwähnen.“, schloss Zala lahm.


Sie fühlte sich seltsam. Ihr Mund war trocken, ihre Kehle kratzig vom langen Reden, doch das war es nicht. Sie fühlte sich merkwürdig befreit. Es war, als hätten sich eiserne Ketten um Zalas Herz gelöst, von denen sie nicht einmal gewusst hatte, doch jetzt, wo sie sich aufgelöst hatten, spürte Zala ihren verblassenden Druck ganz deutlich.
Endlich war sie diese belastende Geschichte los. Sie konnte es nicht glauben, wie unheimlich erleichtert man sich fühlen konnte, wenn man redete.
Sie konnte jemandem vertrauen, jemand hörte ihr zu, jemand war da, der sich wirklich um sie sorgte. Das war ein so wunderbares Gefühl, so allumfassend, dass Zala das Gefühl hatte, ihr Herz wäre zu klein für so viel Glück.

In Zalas Kopf legte sich der Wirbel aus Erinnerungen, die sie beim Sprechen noch einmal durchlebt hatte. Sie hatte alles genau vor sich gesehen: Louisas freundliches Gesicht, Peters lachende Augen, die verkrampften Züge ihrer Mutter, das angeekelte Gesicht des Vaters. Zalas Körper durchlief ein Zittern und sie mühte sich, diese Erinnerungen wegzuschieben. Sie schaute zu Emilia auf, die sie mit fassungslos aufgerissenem Mund anstarrte. Sie sah mitleidig aus, ein bisschen, als wäre ihr übel, empört, ungläubig.

„Nein.“, brachte sie nur heraus.

„Doch.“, antwortete Zala trocken.


Emilia tobte.

„Gemeinheit! Was für eine Schweinerei, einem Kind so etwas anzutun! Ich glaub es nicht. Das... das... Was für..!“
Ihr fehlten offenbar die Worte um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. Sie schaute Zala mit funkelndem Blick an und dann plötzlich umarmte sie ihre beste Freundin.

„Das tut mir so schrecklich leid!“, sagte sie mit zitternden Lippen. Zala wusste nicht, was sie tun sollte. Emilias Augen füllten sich mit Tränen des Mitleids und am liebsten hätte Zala mit geheult. Doch sie riss sich zusammen. Emilia ließ sie los und schniefte.


„Ich verstehe nur zu gut, dass du dieses Thema immer so gemieden hast, Zala. Und es ist nur verständlich, dass du so verbittert und biestig wurdest. Du kannst ja nichts dafür. Es ist schrecklich.“

„Ich bin so froh, dass du mir nicht böse bist, Em. Ich muss dich aber bitten-„

„Das nie jemandem zu erzählen? Ehrensache.“

„Danke.“, sagte Zala lächelnd.


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Und das war der erste Teil meiner FF :) ich hoffe, es hat euch gefallen und ihr schreibt mir auch wieder was =)
Viele liebe Grüße
Happy --knuddel--
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ozoil

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59

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20:10

Hey Happy,

sehr schön!
Dieser Gefühlsausbruch, die etwas ratlosen Freunde.
Klasse finde ich das Zala sich getraut, noch einmal jemanden zu vertrauen.
Ich konnte richtig bei ihrer Geschichte mitfühlen. da hast du genau den richtigen Ton getroffen!

Ich denke Zala wird schon noch Mittel und Wege finden, sich bei Maria zu revanchieren! :evil:

LG
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KalaLycan

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60

Freitag, 16. Dezember 2011, 19:42

Hallu, hallu !
Das Kapitel finde ich wieder super gelungen.
Die Gefühle von Zala wirken total echt und man kann sich prima in alle Beteiligten hineinversetzen.
Ich bin gespannt, was noch auf die Freunde zukommen wird und ich feuer dich an, damit du uns auch schnell wieder ein neues Kapitel präsentieren kannst :D:D
Weiter so ^^
glg K.
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
Zum vollen Mond,
der ihn in seine Tiergestalt zwingt.
Doch auch in anderen Phasen,
lässt der Mond ihn nicht kalt.
Er spürt ihn immer,
sogar in Menschengestalt


,___,
[O.O
/)__)
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