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Harry Godric

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Dienstag, 1. Dezember 2009, 00:11

Kurzgeschichten-Adventskalender 2009

HP-Fans.de präsentiert
den
HP-Fans.de Kurzgeschichten Adventskalender 2009



Herzlich willkommen zum diesjährigen Harry Potter Kurzgeschichten Adventskalender!

Zunächst einmal möchten wir uns für die vielen positiven Rückmeldungen bedanken. Diese haben großen Anteil daran, dass wir die Aktion erneut durchführen können.

Hier wird täglich eine Kurzgeschichte gepostet werden. Über Anmerkungen und Kommentare würden wir uns freuen.


Viel Spaß beim Lesen und eine schöne Adventszeit, wünscht euch euer HP-Fans.de Adventskalender Team

Aktuelle Geschichte (24. Dezember): Ein Weihnachtsmärchen - Wizzie




Übersicht über die Kurzgeschichten:

1. Dezember: Das Weihnachtsgefühl - Tonx in da house
2. Dezember: A winternight's tale - Blumenkind
3. Dezember: Neville, das Rentier - Madeline89 & Samantha Parkinson
4. Dezember: Wunder einer Winternacht - kleine_Rumtreiberin
5. Dezember: Weihnachten auf Malfoy Manor - Samantha Parkinson
6. Dezember: Alle Jahre wieder ... - Plumbum
7. Dezember: Luna allein zu Hause - Madeline89 & Samantha Parkinson
8. Dezember: Hagrid und die Riesen-Plätzchen - Remus.Lupin
9. Dezember: Strafarbeit vor Weihnachten - Samantha Parkinson
10. Dezember: Was niemand jemals wußte ... - kleine_Rumtreiberin
11. Dezember: Muggelbräuche - Madeline89 & Samantha Parkinson
12. Dezember: Narzissas Reue - HufflepuffsUrenkel
13. Dezember: Adventszeit im Schloss - Nafrettop01
14. Dezember: Der stellvertretende Schulleiter - Wizzie
15. Dezember: Ein Adventswichtel findet ins Leben - Shruki
16. Dezember: Chaotische Weihnachten im Fuchsbau - Samantha Parkinson
17. Dezember: Schwarze Weihnacht doch schneeweiß - Rockgirl44
18. Dezember: Oh Santa where art thou? - kleine_Rumtreiberin
19. Dezember: Fehler eines Lebens - Wizzie
20. Dezember: Was der Zauber von Weihnachten vermag - Samantha Parkinson
21. Dezember: Die letzte gute Tat - HufflepuffsUrenkel
22. Dezember: Fröhliche Weihnachten - Samantha Parkinson
23. Dezember: Das perfekte Weihnachtsgeschenk - Harry Godric
24. Dezember: Ein Weihnachtsmärchen - Wizzie
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Harry Godric

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Dienstag, 1. Dezember 2009, 00:12

1. Dezember 2009

Das Weihnachtsgefühl
von Tonx in da house


Ted hievte seinen Koffer auf die Ablage über den Sitzen und schloss die Tür des sonst leeren Abteils. Nach kurzem Überlegen zog er auch noch die Vorhänge zu und ließ sich dann seufzend auf die Sitzbank sinken. Er blickte durch das Fenster und betrachtete den nebligen Bahnsteig von Hogsmeade, der sich allmählich leerte.
Er horchte aufmerksam, während sich schallend lachende Schüler durch den Gang vor seinem Abteil bewegten, die schweres Gepäck hinter sich her schliffen, das des Öfteren gegen seine Abteiltür knallte und ihn jedes Mal erschrecken ließ.
Nach einer Weile legte sich der Trubel und Ted sah etwas beruhigter aus dem Fenster, während sich der Hogwartsexpress langsam in Bewegung setzte.
Er legte die Hände hinter den Kopf und seufzte abermals frustriert. Er war in Weihnachtsstimmung und das bedeutete für ihn nicht die friedvolle Freude und helle Stimmung, von der alle immer schwärmten, sondern eine einsame Leere.
Weihnachten war für alle die Zeit der Liebe und Freude, die man mit der Familie verbrachte, mit Mutter und Vater, mit Bruder und Schwester. Doch all das hatte er nicht.
Er lebte bei seiner Großmutter, doch wenn er ehrlich mit sich war, war er sich nicht sicher, ob diese überhaupt noch ein weiteres Weihnachten erleben würde.
Klar, er hatte Harry und Ginny, die ihn im Prinzip behandelten wie einen Sohn und er war ihnen unendlich dankbar dafür, aber es war eben nicht das selbe…
Lautes Giggeln riss ihn aus seinen schwermütigen Gedanken und ließ seinen Kopf zur Abteiltür herumfahren. Er stöhnte, als er die Gesichter sah, die durch einen Spalt zwischen den Vorhängen lugten. Wie erwartet, flog eine Sekunde später die Abteiltür auf und vier kichernde Mädchen drängten sich herein.
„Ist hier noch frei?“, fragte Bertha – schlank, dunkelhäutig und aus Ravenclaw – und setzte dabei ihr süßestes Lächeln auf.
„Mhm“, grunzte Ted und setzte sich etwas aufrechter hin, während er missmutig beobachtete, wie die vier um ihn herum Platz nahmen und penibel darauf achteten ihm möglichst nah zu sein.
Sie waren vier der ungefähr hundert Gründe, wieso er die Vorhänge geschlossen hatte.
Zu jeder anderen Jahreszeit kokettierte er gern mit ihnen herum, aber nicht jetzt.
An Weihnachten wollte er nur bei seiner Familie sein, auch wenn er nicht wirklich eine hatte. Immer dann wurde ihm bewusst, dass er viel mehr brauchte, als diese Flirtereien.
Die vier Mädchen – zwei aus Ravenclaw, eines aus Gryffindor und eines aus Hufflepuff – fragten ihn alles Mögliche, doch Ted hörte nicht wirklich zu und antwortete nur knapp, was die vier jedoch nicht zu entmutigen schien. Sie hatten offenbar leider eher das Gefühl ihn aufheitern zu müssen, was vielleicht daran lag, dass sich Ted ab und an zu einem Lächeln durchrang, um nicht völlig unfreundlich zu sein.
Immer wieder sah er zur Abteiltür und suchte verzweifelt nach einer Ausrede von hier wegzukommen, andererseits wusste er aber nicht, wo er dann hinsollte.
Er würde sich sicher nicht den Rest der Fahrt auf der Toilette einschließen. Er war ja schließlich keine weinerliche, verstörte Erstklässlerin, sondern ein beliebter, selbstbewusster Siebtklässler aus Ravenclaw.
Als er zum gefühlten hundertsten Mal zur Abteiltür hinüber sah, bemerkte er Victoire, die lächelnd durch den Spalt zwischen den Vorhängen hereinsah, der durch das abrupte Hereinkommen der vier Mädchen um einiges größer geworden war.
Ted lächelte sie an, zuckte dann mit den Schultern und rollte genervt die Augen. Victoire lachte auf und Ted grinste, warf ihr dann aber einen flehenden Blick zu, der Victoire dazu veranlasste einen nachdenklichen Gesichtsausdruck aufzusetzen.
Nach ein paar Sekunden erhellte sich ihre Miene und sie grinste frech. Sie zwinkerte ihm zu, öffnete dann die Abteiltür und bahnte sich ohne auf die anderen zu achten ihren Weg zu Ted, ohne ihren Blick von ihm abzuwenden.
Sehr zu Teds Überraschung nahm sie dann auf seinem Schoß Platz, sah ihm kurz in die Augen und küsste ihn. Ted war so überrumpelt, dass er erst gar nicht reagieren konnte, doch dann stieg er etwas unsicher mit ein in „das Spiel“.
Sie küssten sich noch eine Weile und als sie endlich voneinander abließen, hörte Ted nur noch die Tür des nun leeren Abteils zuknallen.
„Ähm, danke“, sagte er etwas verlegen, während Victoire neben ihm Platz nahm.
„Sehr gern“, antwortete Victoire und lächelte ihn schelmisch an.
„Das war Rettung in letzter Sekunde…“, meinte Ted grinsend und setzte sich etwas entspannter hin. „Und eine sehr angenehme noch dazu, muss ich sagen…“
Er grinste Victoire frech an, die ihm für diesen Kommentar einen Klaps aufs Bein verpasst hatte.
„Ungewöhnlich, aber angenehm…“, fuhr er fort.
„Und wirksam!“, fügte Victoire lächelnd hinzu.
„Stimmt…“, erwiderte Ted mit gespielter Überraschung und tat so, als ob er sich verwundert im Abteil umsehen würde, wodurch er sich einen weiteren Klaps einfing. Er grinste.
Er mochte Victoire unglaublich gerne. Sie war seine beste Freundin und das einzige Mädchen, dass er wirklich kannte, dessen Charakter er wirklich kannte und das einzige Mädchen, mit dem er nicht nur herumplänkelte.
Sie unterhielten sich noch eine Weile. Er erfuhr, dass sie zusammen mit ihren Eltern ebenfalls am Weihnachtsabend noch zu den Potters kommen würden und als sie Kingscross erreichten, war Teds Laune um einiges besser. Er half Victoire mit ihrem Gepäck nach draußen auf den Bahnsteig, wo die beiden erfreut von Victoires Eltern – Bill und Fleur – begrüßt wurden.
Wie alle Weasleys und Potters behandelten sie ihn, als würde er zur Familie gehören.

Die Tage bis Weihnachten verbrachte Ted vorwiegend bei seiner Großmutter, die ihn befürsorgte, so gut sie nur konnte, während er sich die meiste Zeit dem großen Berg Hausaufgaben und dem nun immer akuter anfallenden Lernstoff widmete und ab und an mal durch die schöne Landschaft strich, die das Haus umgab, um ein wenig Bewegung zu bekommen.
Als es am 24. Dezember endlich dunkel wurde, streifte er sich seinen schlapprigen Pullover von den Schultern und griff im Schrank nach einem dunklen Hemd. Nach einem Abstecher im Bad, der eindeutig länger ausfiel als sonst, begab er sich hinunter zu seiner Großmutter, die bereits damit beschäftigt war, das Weihnachtsessen für sich und ihre drei Freundinnen vorzubereiten, die heute Abend kommen würden.
„Und es ist wirklich okay, wenn ich Weihnachten bei Harry feiere?“, fragte Ted und sah seiner Großmutter lächelnd dabei zu, wie sie mit zittrigen Fingern den Nachtisch verzierte.
„Ich hab’s dir doch gesagt, Teddy“, antwortete sie sehr bestimmt. „Ich will, dass du dort feierst. Du hier mit uns vier alten Damen… Nein, nein, das ist nichts, mein Schatz. Auch wenn du uns mit deinem Charme alle um den Finger wickeln würdest.“
Ted lachte, ging zu seiner Großmutter hinüber und gab ihr einen Abschiedskuss auf die Stirn.
„Ich wünsch dir schöne Weihnachten, Grandma“, flüsterte er, ließ sich noch ein Plätzchen in den Mund stecken und machte sich dann schleunigst auf den Weg nach draußen, wo er zu den Potters apparierte.
Kaum war er angekommen, wurde er von Albus und Lily schier umgerannt, die ihn stürmisch begrüßten, während James an der Tür lehnte und sich bemühte möglichst cool auszusehen.
„Hey ihr beiden“, rief Ted erfreut, nahm Lily auf den Arm und Albus bei der Hand. „Hallo James.“
„Hey Ted“, begrüßte ihn dieser grinsend. „Tut mir leid… Mein Rücken… das Alter… du weißt schon.“
Ted brach in schallendes Gelächter aus und bugsierte sich und die drei Kinder ins Haus hinein.
„Hey, lasst ihn doch erst mal ankommen“, meinte Harry lachend, als er in den Flur kam und den belagerten Ted entdeckte. Ted setzte Lily wieder ab, damit er seinen Winterumhang ablegen konnte und sie stürmte Albus und James folgend ins Wohnzimmer.
Ted umarmte seinen Patenonkel und freute sich wie immer ihn zu sehen. Er fühlte sich auf eine gewisse Weise mit ihm verbunden, wusste er doch, dass auch Harry nie eine richtige Familie gehabt hatte bis… ja, bis er nach Hogwarts gekommen war. Harry hatte ihm oft davon erzählt, schon von klein auf.
„Alles klar, Ted?“, fragte Harry und machte noch keine Anstalten seinen Kindern ins Wohnzimmer zu folgen.
„Jah, geht schon“, antwortete Ted wenig überzeugend, wie er selbst feststellte. „Weihnachten halt.“
Harry lächelte wissend, legte ihm eine Hand auf die Schulter und schob ihn vor sich her in das volle Wohnzimmer, wo Ted abermals von Kindern umwuselt wurde. Dieses Mal waren auch Hugo und Rose mit von der Partie und während er mit den fünf Kindern auf der Couch herumalberte, fragte er sich, wie viele blaue Flecken er wohl am nächsten Tag haben würde.
„Wo sind denn Ron und Hermine?“, wollte er von Ginny wissen, die ihm zur Begrüßung nur lächelnd kurz durch sein Haar fuhr, das er zur Feier des Tages heute in einem dunklen Gold trug.
„Im Garten…“, antwortete Ginny nur.
„Was wollen sie denn da?“, fragte Ted weiter, während er versuchte Lily und Hugo davon abzuhalten ihn allzu sehr zu kitzeln.
„Im Garten“, wiederholte Ginny und lachte. Harry grinste und wackelte mit den Augenbrauen.

Es wurde ein toller Abend und Ginnys Weihnachtsessen war ein voller Erfolg. Ted war wie so oft in den letzten Tagen total vollgegessen und er war froh, als die Kinder nach dem Essen von Ron und Harry nach oben ins Bett gebracht wurden, denn Ted wusste nicht, was passiert wäre, wenn auf seinem gefüllten Bauch nun wieder Kinder herum gehopst wären.
„Vielen Dank für die liebe Einladung und das gute Essen“, meinte Ted nach einer Weile freundlich und lächelte, als Ginny und Hermine ihn mit einer Liebe ansahen, die es ihm warm ums Herz werden ließ.
Allerdings versetzte ihm eben diese Wärme sogleich wieder einen Stich ins Herz, was ihn dazu veranlasste, sich entschuldigend in den Garten zurückzuziehen.
Ein bisschen frische Luft tat nach dem vielen Essen sowieso gut. Er zog die Terrassentür hinter sich zu und atmete einige Male tief die kalte Luft ein. Es war dieses Jahr noch kein Schnee gefallen, aber es war trotzdem unglaublich kalt.
Ted schlenderte ein Stück durch den Garten und blieb bei dem kleinen, zugefrorenen Teich stehen auf dem bis eben noch einige Gartengnome Schlittschuhe gelaufen waren, die bei seinem Anblick jedoch schleunigst die Flucht ergriffen hatten.
Ted hob seinen Kopf und sah in den leicht bewölkten Nachthimmel hinauf. In den Wolkenlücken konnte er ein paar hell glitzernde Sterne ausmachen und der Mond schien immer mal wieder hell auf ihn hinunter.
Ted seufzte. Der Mond erinnerte ihn immer an seinen Vater. Harry hatte Ted so viel von ihm erzählt und obwohl Ted mittlerweile fast das Gefühl hatte, diesen Remus Lupin zu kennen, kannte er doch seinen Vater nicht.
„Ach hier bist du.“
Ted fuhr herum und sah in das blasse, wunderschöne Gesicht von Victoire. Er lächelte.
„Hallo“, begrüßte er sie erfreut. Etwas anderes fiel ihm gerade nicht ein.
Victoire sagte auch nichts weiter, sondern kam nur zu ihm hinüber, stellte sich neben ihn und sah hinauf in den Nachthimmel, wie er es eben getan hatte. Ted sah sie an.
„Denkst du an deine Eltern?“, fragte Victoire nach einer Weile gerade heraus. Sie war so oft so direkt und doch liebevoll. Als er nichts sagte, drehte sie den Kopf und sah ihm genau in die Augen. Sie lächelte nicht, beäugte ihn nicht kritisch, sie sah ihn einfach nur an und doch strahlte sie eine Kraft und Liebe aus, dass Ted kurz das Verlangen verspürte sie zu küssen.
Er sah zu Boden.
„Ich weiß, ich sollte glücklich sein, euch alle zu haben und das bin ich auch, besonders bei dir…“, setzte er an, schwieg dann jedoch.
„Aber?“, hakte Victoire nach und trat noch ein Stück näher an ihn heran, was Ted dazu veranlasste, sie wieder anzusehen.
„Aber… besonders zu Weihnachten wünsche ich mir immer eine richtige Familie“, beendete er seinen Satz und sah zur Seite. Er hoffte, dass Victoire nicht bemerkte, wie feucht seine Augen geworden waren.
„Du wirst irgendwann eine eigene Familie haben“, antwortete Victoire mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme. „Eine Frau, Kinder…“
Ted wandte den Kopf wieder und sah sie an.
„Meinst du?“ Ted sah sie hilfesuchend an und fühlte sich in diesem Moment etwas verloren.
Victoire nickte und kam noch ein Stück näher, sodass sich ihre Nasenspitzen nun fast berührten. Ted konnte ihren warmen Atem in seinem Gesicht spüren.
„Und ich würde sehr gern einmal Teil dieser Familie werden“, hauchte sie kaum hörbar und Ted lief es kalt den Rücken hinunter, als sie sich an ihn schmiegte und ihn küsste.
Doch dieses Mal war er nicht so überrascht wie im Zugabteil vor ein paar Tagen. Dieses Mal zog er sie an sich heran und legte alle Liebe, die er aufbringen konnte, in diesen Kuss.
Eine Wärme breitete sich in ihm aus, die er bisher so nicht gekannt hatte. Das musste das Weihnachtsgefühl sein, von dem alle um ihn herum immer geredet hatten, das Weihnachtsgefühl, das er sich all die Jahre so sehnlich gewünscht hatte.
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Harry Godric

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Mittwoch, 2. Dezember 2009, 00:00

2. Dezember 2009

A winternight’s tale
von Blumenkind


Das Schloss war in eine zauberhafte Schneelandschaft eingebettet. Der Wald war mit weiß glitzernden Kornen bedeckt und auf den Ländereien hatte sich eine Schneedecke gebildet. Für die Schüler war dies ein Grund zum Freuen und die Lehrer hatten so kurz vor Weihnachten auch längst aufgegeben, ernsthaften Unterricht machen zu wollen. Und so schien es im gesamten Schloss nur einen Menschen zu geben, der die Vorweihnachtszeit nicht genießen konnte.
Lily Evans saß an diesem Samstagvormittag allein Gemeinschaftsraum der Gryffindors und beobachtete die Schüler, die sich auf den Ländereien Schneeballschlachten lieferten, Schneemänner bauten oder den Abhang vor Hagrids Hütte hinunterrodelten. Sie seufzte schwer, während sie sich abwandte und fand sich gegenüber von James Potter wieder. „Was ist los, Evans?“, fragte er gerade heraus und sah sie besorgt an. „Was soll schon los sein?“, wollte Lily kühl wissen. „Alle Welt ist draußen und hat ihren Spaß, während du allein hier oben sitzt und Trübsal bläst. Da hab ich mir Gedanken gemacht, wenn du erlaubst“, erklärte James ungerührt. „Ach wirklich, Potter“, sagte Lily und sah ihn böse funkelnd an. „Mit geht es gut und selbst wenn es nicht so wäre, wärst du der Letzte, dem ich mich anvertrauen würde. Und jetzt entschuldige mich, ich hab was zu tun.“ Nachdem sie das ausgesprochen hatte, schob sie sich an ihm vorbei und stürmte zum Mädchenschlafsaal.
James sah ihr verwirrt hinterher. Es brauchte eine Weile, bis er sich nach ihrer, für sie doch recht untypischen, Abfuhr wieder gefasst hatte. „Was ist passiert?“, fragte plötzlich eine Stimme hinter ihm. James fuhr herum und blickte in das grinsende Gesicht seines besten Freundes Sirius Black. „Hat Evans dich wieder abblitzen lassen?“, präzisierte er seine Frage und schüttelte den Kopf, als er feststellte, dass er James’ Blick richtig gedeutet hatte. „Ich versteh wirklich nicht, wieso du dir immer noch die Mühe machst. Du könntest jedes Mädchen in Hogwarts haben, aber du lässt dir immer und immer wieder einen Korb von Lily geben. Wenn du mich fragst, dann will sie wirklich nichts von dir, als spar dir endlich die Mühen.“
„Ich will sie mir aber nicht sparen. Ich weiß, dass sie mich nicht so sehr hasst, wie sie es immer behauptet. Sie kann einfach nicht nein sagen, wenn ich es lang genug probiere. Irgendwann wird sie mit mir ausgehen und so lange werde ich es versuchen!“, erwiderte James und sah nach draußen. Er fragte sich, warum Lily bei diesem Wetter allein und melancholisch im Gemeinschaftsraum saß, während alle ihre Freundinnen draußen waren. „Hat Moony mit Liane gesprochen?“ „Ja hat er“, antwortete Sirius und seufzte. „Ich weiß aber nicht, was sie gesagt hat, da musst du ihn schon selbst fragen.“ „Okay“, James sah seinen besten Freund kurz an und stürmte dann an ihm vorbei, den Gemeinschaftsraum hinaus. Sirius sah ihm mit zusammen gekniffenen Augen hinterher: „Ich hätte nie gedacht, dass ihm ein Mädchen jemals so den Kopf verdrehen würde.“

James fand seine beiden anderen besten Freunde Remus Lupin und Peter Pettigrew draußen in der Nähe des Sees. Remus hatte sich an einen Baum gelehnt und schien Peter gerade etwas zu erklären. „Moony! Wurmschwanz!“, rief James und lief das letzte Stück zu ihnen. Bei ihnen angekommen, sah Remus auf und sah ihn abschätzig an: „Hat Lily mit dir gesprochen?“ „Sie hat mich abblitzen lassen“, antwortete James schlicht. „Was hat Liane gesagt?“ „Sie hat nicht viel gesagt und es war auch nicht einfach, überhaupt etwas aus ihr heraus zu bekommen!“, grummelte Remus. „Aber sie meinte, Lily hätte vor ein paar Tagen einen Brief von ihren Eltern bekommen. Sie weiß nicht, was darin steht, aber sie ist danach sofort zu McGonagall gegangen und hat ihr gesagt, dass sie über Weihnachten in Hogwarts bleiben will.“ „Wieso?“, fragte James überrascht. „Lily bleibt doch nie über Weihnachten hier.“ „Das weiß niemand. Aber seitdem war sie wohl so seltsam drauf. Vielleicht hat ihre komische Schwester wieder so einen seltsamen Tick. Dieses Jahr hat Lily ihre Ferien auch größtenteils bei Liane verbracht, deshalb“, erklärte Remus schulterzuckend.
„Die Arme“, murmelte James und verzog das Gesicht. „Ich muss sie aufheitern.“ „Und wie willst du das anstellen?“, wollte Peter wissen. „Das würde ich auch gern wissen. Sie hasst dich, James. Ich glaube nicht, dass sie sich von dir aufheitern lassen wird.“ „Ich weiß schon wie. Ihr müsst ihr aber helfen“, erwiderte James und lächelte verschmitzt. „Wärst du so gut und würdest Liane noch mal mit einbeziehen, Moony?“

Nach dem Abendessen in der großen Halle hielt Sirius James am Arm fest: „Warte.“ Verwirrt sah James seinen besten Freund an: „Was ist?“ „Ich muss kurz mit dir reden“, erklärte Sirius und James setzte sich wieder auf seinen Platz. Mit gesenkter Stimme begann Sirius: „Hör zu. Ich verstehe nicht, wieso du das alles für Evans machst. Sie hasst dich und ich bezweifle, dass sie sich gerade von dir aufheitern lassen wird. Glaub mir, du solltest die Finger von diesem Mädchen lassen. Sie ist ein Sturkopf und wenn sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann lässt sie sich nicht mehr davon abbringen.“ „Ich hab es dir schon hundert Mal gesagt, Tatze“, erklärte James mit einem genervten Gesichtsausdruck. „Wenn ich nur lang genug warte, wird sie schon irgendwann darauf anspringen. Ich weiß, dass sie mich nicht hasst.“ „Ich fass es nicht, dass ich das mal sagen würde“, murmelte Sirius und schüttelte den Kopf. „Aber ich glaube, du solltest die Finger davon lassen. Du bekommst wirklich Ärger, wenn du erwischt wirst und das ist sie nicht wert.“
„Oh doch, das ist sie“, antwortete James langsam, aber bestimmt. „Sie ist die Mühe wert und sie ist auch den Ärger wert, wenn ich ihn bekomme.“ „Okay“, seufzte Sirius. „Nur beschwer dich nicht, wenn es am Ende doch nicht so läuft, wie du dir das vorstellst.“

„Oh Liane, was hast du vor?“, fragte Lily, während ihre Freundin sie die Korridore entlang zum Schlossgelände zog. „Ich hab wirklich keine Lust rauszugehen. Es ist kalt, es ist dunkel und ich würde viel lieber Hausaufgaben machen oder ein Buch lesen!“ „Ach red keinen Unsinn. Du hast genug Trübsal geblasen. Glaub mir, es wird dir gefallen“, entgegnete Liane und grinste schelmisch. Als Remus ihr erzählt hatte, was James Potter geplant hatte, war sie gleich Feuer und Flamme gewesen. Seine Idee war einfach brillant und sie konnte ohnehin nicht verstehen, wie ihre Freundin ihm bisher immer wieder widerstehen konnte, wo er absolut keine Mühen scheute, um ihr zu gefallen. „Was wird mir denn gefallen?“, fragte Lily ungeduldig. „Das ist eine Überraschung. Ach komm schon, Lil. Tu doch wenigstens so, als wärst du etwas aufgeregt. Du bekommst eine Überraschung, das ist ein Grund zum freuen!“, lachte Liane, während sie die Marmortreppe zur Eingangshalle hinabstiegen. „Ich will aber keine Überraschungen“, murmelte die Rothaarige störrisch.
Liane schüttelte den Kopf und die Freundinnen gingen schweigend durch die Eingangshalle und dann zum Schlossportal hinaus. „Und jetzt?“, wollte Lily wissen, als die Türen sich geschlossen hatten. „Hier lang“, erklärte Liane und deutete in Richtung des Sees. Alles war stockdunkel und Lily wollte ihren Zauberstab mit Lumos erleuchten, doch Liane hielt sie davon ab: „Nein! Sonst verdirbst du die Überraschung!“ „Grmpf“, machte Lily und verzog das Gesicht, doch sie ließ sich nun von ihrer Freundin widerstands- und kommentarlos weiterführen. Als sie am Ufer des Sees standen erklärte Liane: „Ich muss kurz weg. Bleib genau hier stehen und rühr dich nicht vom Fleck, klar?“ „Alles klar“, murmelte Lily seufzend. Liane lächelte geheimnisvoll und rannte dann in die Dunkelheit hinein.
Ein paar Minuten später war sie noch immer nicht zurückgekehrt und Lily begann langsam, zu frieren. „Wo bleibt die denn bloß?“, murmelte Lily und verzog das Gesicht. „Ich geb ihr zwei Minuten und dann verschwinde ich.“ „Hast du noch was vor?“, fragte plötzlich eine Stimme und die Rothaarige zuckte zusammen. Sie wandte sich nach allein Seiten um und plötzlich erhellte sich die Gegend um sie herum. Hinter ihr trat James Potter hinter einem Baum hervor und grinste sie an. „Was willst du denn hier?“, grummelte Lily und verdrehte die Augen. „Dich aufheitern, was denkst du denn?“, antwortete er lässig. „Ach ja? Und was hast du vor? Ich hoffe, du willst keine Menschen verzaubern“, sagte sie kalt. „Nein, eigentlich nicht“, erklärte er schulterzuckend und nickte zum See. „Ich dachte viel mehr an Schlittschuh laufen.“ „Wie?“, fragte Lily überrascht und folgte seinem Blick. „Ohhhhhh“, machte sie und fing an zu lächeln. Der See war mit einer glitzernden Eisschicht überdeckt. „Aber… hält das?“ James nickte: „Ja, wir haben es ausprobiert.“ Lily sah ihn mit großen Augen an und er fügte hinzu: „Keine Sorge, Peter hat es freiwillig getan.“ „Okay“, lächelte Lily. „Danke.“ „Kein Problem“ antwortete James und hielt ihr ein Paar Schlittschuhe hin. „Darf ich bitten?“
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Donnerstag, 3. Dezember 2009, 00:00

3. Dezember 2009

Neville das Rentier
von Madeline89 & Samantha Parkinson


"Neeeeeiiiiinnnnnn!" Der Schrei hallte durch ganz Hogwarts und scheuchte sämtliche Lehrer, die Schüler aller 4 Häuser, die Hauselfen, die Geister und natürlich Peeves - den Poltergeist - auf.

"Nein, nein, nein, nein." Im Gryffindor Raum versammelten sich Jungen und Mädchen um ihren Mitschüler herum, der vor Entsetzen aufschrie und anfing zu heulen.

"Bei Merlin." Hermine, Ron und Harry sahen sich an. "Wie konnte das geschehen?"

Sie blickten wieder auf Neville, dem ein wunderschönes stolzes Rentiergeweih auf dem Kopf gewachsen war.

"Ich bin verflucht. Ich bin verflucht."

Im nächsten Moment stürmten Albus Dumbledore, der Direktor von Hogwarts, seine Stellvertreterin Minerva McGonagall, die gleichzeitig die Hauslehrerin der Gryffindors war und noch ein paar andere Lehrer in den Gemeinschaftsraum der Kinder. Unter ihnen auch Severus Snape, der Hauslehrer von Slytherin und Neville Longbottoms größter Albtraum.
"Um Himmels willen, was ist denn hier pas...", zum ersten Mal seit langer Zeit verschlug es Albus Dumbledore die Sprache.
Aber auch die anderen Lehrer brachten zunächst kein Wort heraus. nicht einmal von Severus Snape kam ein bissiger Kommentar.
Dumbledore wedelte mit seinem Zauberstab, doch das Geweih wollte nicht verschwinden. Er runzelte die Stirn und wandte sich an den Meister der Zaubertränke.

"Was hast du sie gestern brauen lassen?" fragte er sanftmütig.

Severus Snape rümpfte die Nase. "Einen Zaubertrank gegen Müdigkeit." Snape blickte auf Neville herab... voller Abscheu in seinem Gesicht. "Longbottom hat wie immer Mist gebaut. Sein Trank ist explodiert und hat sein Gesicht bespritzt. Zum Glück nur seines. Wer weiß, was passiert wäre, wenn dieses Zeug einen meiner Slytherins erwischt hätte."

Ron beugte sich zu Harry. "Dann hätte Malfoy jetzt wohl auch ein Geweih“, sagte er so leise, dass nur Harry und Albus Dumbledore ihn hören konnten. Harry musste sich ein Lachen verkneifen.
Auch Dumbledore schien sich ein Lachen verkneifen zu müssen.

Snape seufzte und wandte sich dann an den Schulleiter.
"Ich werde sehen, dass ich ein Gegenmittel finde. Kommen Sie heute nach dem Unterricht zu mir, Longbottom und versuchen Sie sich gefälligst dran zu erinnern was Sie diesmal falsch gemacht haben."

Damit drehte der Zaubertranklehrer sich um und verließ den Gemeinschaftsraum der Gryffindors, um in sein Labor zu gehen.
Dumbledore lächelte Neville an und tätschelte ihm die Schulter. "Das bekommen wir wieder hin, bis Ihre Großmutter Sie wieder abholt, Mr. Longbottom." Dann ging er mit den anderen Lehrern hinaus.

"Oh weh, meine Großmutter“, jammerte Neville. "Wenn sie mich so sieht, dann zieht sie mir die Ohren lang."

"Und dann siehst du noch mehr nach Rentier aus“, sprudelte es aus Rons Mund heraus. Hermine stieß ihm ihren Ellenbogen in die Seite und sah ihn böse an. "Aua."

"Du solltest wirklich mal lernen zuerst zu denken und dann zu reden."
Hermine funkelte Ron immer noch an, der sich fatal an seine Mutter erinnert fühlte.
Mrs. Weasley hatte genauso wenig Sinn für Humor wie seine beste Freundin. Er hatte es doch wirklich nicht böse gemeint. Nevilles verzweifelter Blick ließ ihn plötzlich ein schlechtes Gewissen haben.

"Das wird schon wieder, Neville“, sagte er deshalb. "Harry wird sich schon was einfallen lassen. Richtig Harry?" Ron nickte angestrengt, um diese Aussage zu bekräftigen.
"Wir werden uns darum bemühen, dass wir ein Gegenmittel finden und auch wenn ich es nicht gern Sagen, aber Professor Snape ist ein Meister seines Fachs. Dem wird sicher was einfallen."
Hermine klang sicherer, als sie sich fühlte.
Neville fing an zu zittern. Er versuchte krampfhaft, sich daran zu erinnern, was er gestern beim Zaubertrankbrauen falsch gemacht hatte. Ihm fiel nichts ein. Er hatte genau die Anweisung befolgt. Dass er allerdings wieder alles falsch gemacht hatte, lag wohl daran, dass er in Zaubertränke einfach null Talent hatte.

Später am Tag war er - zusammen mit Harry, Ron und Hermine - bei Professor Snape. Gemeinsam gingen sie nochmal den gestrigen Tag durch.

Snape war ratlos. Da kam ihm ein Verdacht. "Wartet hier“, herrschte er die Gryffindors an und verschwand...

... und zwar Richtung Kerker, wo seine Slytherins ihr Revier hatten. Dort stellte er Malfoy zur Rede, doch der Junge beteuerte, dass er nichts in Nevilles Zaubertrank gemischt hatte.

"Der ist so trottelig, da brauch ich gar nicht nachhelfen."

Die Befragung der anderen Slytherins verlief ebenfalls erfolglos. Snape kehrte zu den vier Gryffindors zurück.

Die sahen ihn erwartungsvoll an und schienen zu hoffen, dass ihm die Lösung eingefallen war.

"Der Gedanke, der mir gerade kam führte auch in eine Sackgasse. Aber es gibt noch eine Chance. Aber dazu brauch ich ein paar Tage."

Damit waren die vier entlassen und der Professor ging an sein Bücherregal und suchte ein altes zerfledertes Buch heraus.

Für Neville wurde das Warten unerträglicher. Weihnachten rückte immer näher und er hatte das Gefühl, dass seine Ohren nun auch länger wurden und ihm Fell wuchs.

Er traute sich kaum noch in den Essenssaal, wo ihn die anderen Schüler sehen und verspotten konnten. Vor allem vom Slytherintisch kamen viele bösartige Kommentare. Und ausgerechnet heute kam auch noch ein Erinnermich von seiner Oma.

"Dass du mir nicht vergisst, dass du schon am 22. Dezember zu mir kommst. Wir wollen deine Eltern besuchen gehen."

Wie war ihm das peinlich und er hatte wirklich Schiss. Immerhin war heute schon der 10. und Snape hatte auch noch keine Lösung gefunden.
Nach der Zaubertrankstunde rief Snape den Gryffindor zurück.

"Ich habe einen Trank gefunden, der uns weiterhilft. Allerdings ist er sehr schwer in der Zubereitung. Ich brauche Hilfe von mindestens zwei sehr guten Schülern. Sie werden sicher Miss Granger fragen und ich werde Draco malfoy fragen ob ihn das reizen würde."

Nevilles eben noch hoffnungsvolle Miene verdüsterte sich schnell. Der Slytherin würde ihm nie und nimmer helfen.
Hermine erklärte sich sofort bereit, aber bei Draco Malfoy hatte Neville recht. Als Snape mit ihm darüber sprach, lachte der Slytherin nur laut auf.

"Für Longbottom? Soll der doch sein Geweih bis Weihnachten behalten. Dann sehen seine Eltern endlich, wie hässlich ihr Sohn ist."

Der Zaubertranklehrer und Slytherin-Hauslehrer wusste, wie er Draco zu reizen hatte, damit dieser doch noch einwilligte.

"Die Granger macht mit. Willst du ihr nicht beweisen, dass du besser bist beim Zaubertrankbrauen?"

"Die Granger? Das Schlammblut ist eine olle Streberin. Aber besser als ich ist sie niemals. Nicht in Zaubertränke." Draco fühlte sich in seiner Ehre gekränkt. Snape nickte. "Der werde ich es zeigen. Okay, ich mach mit. Aber das Schlammblut soll mir ja nicht zu nahe kommen."

"Ich denke das wird sich vermeiden lassen."

Severus hatte erreicht was er wollte und am nächsten Nachmittag nach dem Unterricht kamen Hermine und Draco in das Labor des Zaubertrankmeisters.
Sie brauchten 5 Stunden für das Brauen des Zaubertrankes und Severus Snape war sehr zufrieden mit ihnen beiden. Belohnt wurde dies mit 5 Punkten für Gryffindor und 10 Punkten für Slytherin.

Doch leider zeigte der perfekt gebraute Trank keine Wirkung. Severus fluchte und versuchte, weiter in den Büchern nach einer Lösung zu finden. Er wälzte sogar die Bücher aus der verbotenen Abteilung.

Die Tage vergingen wie im Fluge und Weihnachten rückte immer näher.

Inzwischen war Neville auch Fell gewachsen und er hatte Rentier-Ohren.


Auf sein flehentliches Bitten hin hatte Professor McGonagall ihm erlaubt in seinem Gemeinschaftsraum zu bleiben, weil nun auch die Schüler von Ravenclaw und Hufflepuff nicht mehr an sich halten konnten. Es reichte schon wenn sie den Gryffindor nur von weitem sahen und sie brachen in schallendes Gelächter aus.
Inzwischen war der 22. Dezember und Neville hatte sich vollständig in ein Rentier verwandelt. Aber man erkannte ihn immer noch an den Augen, den gequälten Gesichtsausdruck und die Unsicherheit.

Die anderen Schüler wurden von ihren Eltern oder Verwandten abgeholt und auch Nevilles Oma war in Hogwarts, um ihren Enkel mit Nachhause zu nehmen. Da sah sie, was mit ihrem Enkel passiert war.

"Nicht schon wieder." Sie seufzte.

"Oma, bitte... Ich... ich weiß... nicht, was... was pass... passiert ist, „ stammelte Neville.

"Aber ich."
Augusta Longbottom nahm in einem der Sessel Platz und Professor McGonagall die ihr gefolgt war in einem anderen.

Sie sah ihren Enkel an und fuhr dann leise fort.

"Es ist ein alter Familienfluch der ziemlich unregelmäßig auftritt. Ich hatte gehofft dass er vielleicht durch irgendwas gebrochen wurde. Nun wie wir sehen ist das nicht der Fall. Wie genau er ausgelöst wurde liegt im Dunkel der Vergangenheit und wir werden es wohl nie herausfinden."

Sie machte eine Pause ehe sie schließlich weitersprach.

"Immer kurz vor Weihnachten verwandelt sich der Betroffene in ein Rentier...", entsetzt unterbrach Neville sie.

"Aber doch nicht jedes Jahr oder?"
"Nein. Du hast dich ja bisher auch noch nie verwandelt." Auguste seufzte. "Aber keine Angst, am Weihnachtstag ist der Spuk vorbei."

Neville brach in Tränen aus. "Aber ich wollte doch meine Eltern besuchen. Wenn sie mich so sehen, fallen sie sicher wieder ins Koma."

"Ich glaube nicht, dass Frank und Alice mitbekommen, was du bist."

"Oh doch. Mama weiß, wenn ich bei ihr bin." Er erinnerte sich daran, dass sie ihm immer Bonbonpapier schenkte, wenn er sie in St. Mungos besuchte.

"Nun, Mr. Longbottom, „ kam es plötzlich von Dumbledore.“Wir werden Sie hier erst einmal hinausschaffen müssen, ohne dass die anderen Schüler Sie sehen." Er lächelte den verzauberten Jungen an.

"Ja, komm Neville. Albus wird schon wissen, was zu tun ist."

Neville verabschiedete sich von seinen Freunden und dankte Hermine nochmal besonders.

"Viel Glück, Neville“, riefen ihm Harry, Ron und Hermine hinterher, als der Junge rausgebracht wurde.

Albus Dumbledore schaffte es tatsächlich, den Jungen unbemerkt nach draußen zu bringen. "Ich wünsche Dir ein schönes Fest, Auguste und Ihnen auch, Mr. Longbottom." Er verabschiedete sich.

Auguste Longbottom sah ihren Enkel an. "Komm. Wir gehen in den Wald und apparieren von dort aus." Sie ging los und Neville "das Rentier" Longbottom trabte hinter ihr her.
Kaum hatten sie die ersten Bäume hinter sich gelassen als Augusta ihrem Enkel die Hand auf den Rücken legte und mit einem leisen Plopp verschwand.

Die nächsten Tage würde sie eben mit einem Rentier unter einem Dach leben. Aber sie wusste genau es würde vorbei gehen. Wenn sie doch nur wüsste, wie sie den Fluch brechen konnte.
Sie war auch schon so oft von dem Fluch betroffen gewesen, als sie noch jünger war. Genau wie ihre Tochter Alice (bevor sie von der Lestrange in den Wahnsinn gefoltert wurde) und nun ihr Enkel. Da musste sie wohl durch.

Als sie bei sich zu Hause ankam, zauberte sie eine Art Mini-Stall für Rentier-Neville mit einem Heu-Haufen, wo er schlafen konnte.

Neville heulte und Auguste fuhr ihn harsch an. "Jetzt hör endlich auf zu flennen, Neville. Noch 3 Tage und du bist wieder ein Zauberer."
Augenblicklich verstummte der verwandelte Zauberer und ließ sich auf dem Heu nieder.

Seine Großmutter hatte recht, es waren schließlich nur noch drei Tage.

Nun war es schon Heiligabend und Neville sah immer noch aus wie ein Rentier. Also musste der Besuch in St. Mungos auf den nächsten Tag verschoben werden.

Neville konnte es kaum erwarten. Er liebte seine Eltern und wollte sie wiedersehen.

Noch eine Nacht schlafen...

Der 1. Weihnachtsfeiertag ließ Nevilles Aussehen nicht schwinden. Auguste Longbottom und ihr Enkel waren mehr als verzweifelt. Was sollten sie nun tun?

"Komm, lass uns deine Eltern besuchen!"

Neville erschrak. "Aber doch nicht so."

"Doch, genau SO!" Auguste schleppte ihren Enkel mit.
Neville trottete ergeben neben seiner Großmutter her und die argumentierte lange mit dem Pförtner des St. Mungo, um durchzusetzen, dass Neville mitdurfte.

Schließlich setzte sich die resolute Hexe durch und wenig später setzte Neville einen Fuß... ähm Huf ins Krankenzimmer seiner Eltern.

Seine Eltern erblickten ihn und Neville blickte beschämt zu Boden. Doch da erhob sich seine Mutter und kam zu ihm geschlurft. Sie strich über sein Fell und ging wieder in ihr Bett zurück.

Neville hatte plötzlich ein sonderbares Gefühl. Am Blick seiner Großmutter erkannte er, dass er sich langsam zurückverwandelte. Erleichtert begann er zu lächeln. Da es sehr schnell ging - und nicht wie sonst bei dem Fluch sehr langsam - ging Auguste Longbottom davon aus, das der Fluch nun endlich gebrochen war... und das war er auch. Neville und seine Oma feierten noch ein schönes Weihnachtsfest und Neville trug das Papierschnippselchen, was seine Mutter ihm gegeben hatte, als er sich von ihr verabschiedete, immer noch bei sich.

Es konnte nie geklärt werden, was denn nun den Fluch gebrochen hatte, aber er ist nie wieder aufgetreten.

ENDE
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Freitag, 4. Dezember 2009, 00:01

4. Dezember 2009

Wunder einer Winternacht
von kleine_Rumtreiberin


„Bitte Ron“ flehte Hermine, lass uns doch dieses Jahr einmal selbst einen Weihnachtsbaum besorgen!“ „Ach Hermine“ seufzte Ron „Sag mal muss das sein? Wir können doch einfach wie jedes Jahr einen fix fertigen Weihnachtsbaum heraufbeschwören. Das ist viel weniger Arbeit….“ „Ja aber es ist nicht dasselbe“ grummelte Hermine „Früher, als ich ein Kind war, bin ich am 24. Dezember immer mit meinem Vater in den Wald gegangen und wir haben die größte Tanne, die wir finden konnten gefällt, und dann haben wir sie gemeinsam mit meiner Mutter geschmückt. Ach lass uns das jetzt auch mal machen bitte! Ich hatte schon so lange kein Muggel-Weihnachten mehr“ sagte Hermine und sah Ron mit großen Augen flehend an „Nicht den Dackelblick Hermine“ lachte Ron „Das zählt nicht! Du weißt genau, dass ich dir nichts abschlagen kann, wenn du mich so ansiehst!“ „Hehe ich weiß! “ lachte Hermine und umarmte Ron „Na dann los!“ sagte sie jauchzend „Achja, ich würde es übrigens gut finden, wenn wir unsere Zauberstäbe hier lassen würden, so kommen wir gar nicht erst in Versuchung zu zaubern und wir können den Baum wirklich auf Muggelart besorgen“ meinte sie und die beiden machten sich unverzüglich auf den Weg zum Forrest of Dean, wo sie damals, als sie gemeinsam mit Harry auf der Suche nach den Horkruxen waren, gecampt hatten.

Hermine kam ins Grübeln. Obwohl es erst ein paar Jahre her war, seit sie Voldemort besiegt hatten, fühlte es sich für Hermine wesentlich länger an. Ja fast wie ein anderes Leben. Ein Leben voller Leid, Angst und ohne Hoffnung. Nur gut, dass diese grausame Zeit mittlerweile vorbei war. Aber dennoch, jedes Mal, wenn Hermine eben diesen Wald betrat - was ohnehin nicht allzu oft vorkam – fühlte sie wieder dieselbe Verzweiflung hochkommen ,die sie damals fühlte, als Ron Harry und sie im Stich gelassen hatte.

„Alles in Ordnung Hermine?“ fragte Ron besorgt, als er bemerkte, dass Hermine eine Träne die Wange runterlief. „Alles okay“ sagte sie und wischte sich die Träne aus dem Gesicht „Sieh mal, es schneit“ fuhr sie in einem Versuch, Ron abzulenken, fort und zeigte auf die unzähligen Schneeflocken, die sich mittlerweile auf Rons Mantel befanden. „Tatsächlich“ sagte Ron „Vielleicht haben wir ja später noch Zeit einen Schneemann zu bauen!“ schlug er begeistert vor. Hermine schüttelte lachend den Kopf „Kindskopf“ sagte sie liebevoll „Mal sehen, aber zuerst fällen wir besser mal die Tanne! Hm….“ Sie blickte sich um und entdeckte schließlich eine mindestens 5 Meter hohe Tanne, die aufgrund ihrer Dichtheit, aus dem Meer von Tannen hervorstach, „Wie wärs mit der dort drüben?“ „Perfekt“ sagte Ron und packte die Axt aus der Umhängetasche hervor. „Ich hab die mir nichts dir nichts gefällt“ Woraufhin er sich sofort an die Arbeit machte.

Rund eine Stunde – und etwa 50 Flüche von Ron später, war die Tanne schließlich gefällt und Ron hatte sie bereits am Stumpf gepackt, um sie hinter sich herzuziehen. „Okay dann“ sagte Hermine freudig „Auf geht’s nach Hause!“ „Hermine….sag mal“ Rons Stimme klang irgendwie ängstlich „In welche Richtung geht’s denn nach Hause?“ Hermine blickte sich um und langsam spiegelte sich Angst auf ihrem Gesicht wieder. „Ich…ich… hab keine Ahnung“ rief sie „Aber das werden wir gleich haben, ich kann doch einfach den 3-Punkte Zauber verwenden“ fügte sie hinzu „Nein kannst du nicht Hermine!“ fuhr Ron dazwischen, „wir haben doch unsere Zauberstäbe zu Hause gelassen, schon vergessen?“ „Verdammt“ flüsterte Hermine , was Ron trotz der Ernsthaftigkeit der Situation um Schmunzeln brachte, denn Hermine fluchte sonst nie.

„Gut“ sagte Hermine und versuchte ruhig zu bleiben „Bloß keine Panik“ Sie dachte nach „Ich weiß, wir haben doch im Schnee Spuren hinterlassen, die zeigen uns doch an, aus welcher Richtung wir gekommen sind“ meinte sie. „Hermine“ sagte Ron vorsichtig, denn er wollte seine Frau nicht ängstigen „Es hat mittlerweile so stark geschneit, dass die Spuren alle verweht sind. Ich glaube es wird uns nichts anderes übrig bleiben ,als einfach zu raten aus welcher Richtung wir gekommen sind. Ich würde vorschlagen wir gehen nach…nach…“ er blickte sich um „nach links“ „Wieso denn gerade nach links?“ fragte Hermine „Einfach ein Gefühl“ antwortete Ron. Da Hermine ohnehin keine bessere Idee hatte, folgte sie ihrem Mann.

Nach rund einer Stunde, in der sie durch den Schnee gestapft waren – die Tanne hatten sie mittlerweile zurückgelassen – waren beide so durchgefroren, dass sie sich nur mehr bibbernd unterhalten konnten. „R-R-Ron i-i-ich g-g-laube w-wir w-werden niemals den Weg zurück finden“ sagte Hermine verzweifelt. „S-S-Sag s-s-sowas n-n-nicht H-H-Hermine. Wir finden zurück! Ganz bestimmt!” sagte er und blickte aus einem Impuls heraus, hinauf in Richtung Himmel, wo er einen einzelnen Stern erblickte. “Hermine” sagte Ron aufgeregt, - in der Aufregung vergaß er sogar zu bibbern - “Ist das nicht der Nordstern? Der Norden anzeigt?“ „Ich glaube du hast Recht“ sagte Hermine eifrig „Wir sind doch aus Norden gekommen oder? Also brauchen wir nur dem Stern zu folgen“ schlußfolgerte Hermine und ging bereits nach rechts – die Richtung die der Stern anzeigte. Ron folgte ihr.

Keine 20 Minuten später erreichten die beiden ihr Auto, das sie am Wegrand zurückgelassen hatten. Sie stiegen erleichtert ein und wärmten sich bereits an der Heizung. „Puh…das ist ja noch mal gut gegangen“ seufzte Hermine „Ja, gut dass wir den Stern entdeckt haben“ meinte Ron. Hermine wurde plötzlich nachdenklich „Das erinnert mich an die Geschichte des Jesuskindes weißt du, da hat damals den drei Weisen aus dem Morgenland ein Stern die Geburtsstelle des Messiahs angezeigt, nur….naja….dass der Stern uns in diesem Fall unser Auto angezeigt hat.“ „Wovon redest du da eigentlich Hermine?“ fragte Ron verwirrt „Nichts“ lächelte Hermine „Nur eine Geschichte der Muggel; vielleicht erzähl ich sie dir irgendwann, aber jetzt lass uns nach Hause fahren!“ Das ließ sich Ron nicht zweimal sagen.

Zuhause angekommen betraten die beiden das Wohnzimmer – alles sah noch genauso aus, wie sie es verlassen hatten. Ron begann zu lachen „Was bitteschön ist denn jetzt so witzig??“ fragte Hermine entgeistert. „Tja Hermine“ sagte Ron und blickte Hermine an „Sieht so aus, als müssten wir doch noch einen Baum heraufbeschwören!“ Hermine stimmte in das Lachen mit ein und umarmte ihren Mann. Wer braucht schon Weihnachten auf Muggelart überlegte sie, solange man nur mit dem Menschen, den man liebt zusammen ist!
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Samstag, 5. Dezember 2009, 00:29

5. Dezember 2009

Weihnachten auf Malfoy Manor
von Samantha Parkinson


Draco Malfoy klappte gerade den Deckel des großen Schrankkoffers mit einem Ruck zu, den einer der Hauselfen von Hogwarts gleich zum Zug bringen würde, als die Tür aufging und Theodor Nott hereinkam. Prüfend sah der den Blonden an und fragte: „Bist du fertig, Draco? Wir sollten uns langsam beeilen, ehe der Zug ohne uns nach London fährt.“
Wie immer gingen die Slytherins geschlossen in Richtung Eingangshalle. Das war seit Schülergedenken so und niemand konnte mehr genau sagen, wann es begonnen hatte. Vor dem Schloss stiegen die Schüler, die über die Weihnachtsferien heimfuhren, in die wartenden Kutschen, die sie nach Hogsmeade an den Bahnhof bringen würden. Draco saß in einer zusammen mit Vincent Crabbe, Gregory Goyle, Theodor Nott und Blaise Zabini. Sie unterhielten sich leise und setzten das Gespräch dann im Zug fort, wo auch Pansy zu ihnen gestoßen war.

Einerseits freute sich Draco seine Eltern wiederzusehen, andererseits würde er auch gern mal ein Weihnachtsfest auf Hogwarts erleben. Die Zugfahrt verging unter dem Gelächter der Slytherins schnell und schließlich hielt der Zug in King`s Cross. Lucius Malfoy holte seinen Sohn ab und nicht wenige zuckten unter dem eiskalten Blick des weißblonden Zauberers zusammen. Draco löste sich von seinen Freunden, nickte ihnen noch einmal zu und trat dann zu seinem Vater. In dessen Miene zeigte sich nicht die sonst übliche Wiedersehensfreude.

„Komm Draco. Wir gehen.“

Der Slytherin nahm den Gepäckwagen und gemeinsam traten Vater und Sohn durch die Absperrung. In einer ruhigen Ecke verkleinerten sie das Gepäck und waren wenig später mit einem leisen Plopp verschwunden. Sie erschienen wie aus dem Nichts vor einem prächtigen alten Herrenhaus und traten ein. Ein Hauself übernahm das wieder vergrößerte Gepäck und brachte es in Dracos Zimmer.

Dieser durchquerte inzwischen die Eingangshalle und öffnete die Tür zu einem luxuriös ausgestatteten Salon, in dem eine elegante blonde Frau am Kamin saß. Bei ihrem Eintreten huschte ein Lächeln über ihr Gesicht und sie erhob sich. Draco ging eilig zu ihr hinüber und fand sich dann in einer liebevollen Umarmung wieder. Narzissa war glücklich, ihren Sohn endlich wieder einmal in der Nähe zu haben und gab sich keine Mühe das zu verbergen. Was viele nicht für möglich gehalten hätten war tatsächlich so. Unter sich waren die Malfoys längst nicht so kalt und gefühlslos wie es nach Außen den Anschein hatte. Ganz im Gegenteil, dann waren sie eine ganz normale Familie, die liebevoll miteinander umging. Auch Lucius Malfoy hatte mittlerweile seine Maske fallen lassen und lächelte seinen einzigen Sohn an.
„Ich gehe mich umziehen. Wartet ihr solange mit dem Essen auf mich?“
„Natürlich, mein Lieber. Lauf nur.“

Draco eilte in die obere Etage, wo er seine Räume hatte. Jetzt überwog eindeutig die Freude wieder daheim zu sein und die Gedanken an Hogwarts traten weit in den Hintergrund. Schnell hatte er die Schuluniform mit bequemen Sachen getauscht und eilte wieder hinunter zu seinen Eltern.
Während des Essens erzählte er von den letzten Wochen und Narzissa musste ein Lachen verbergen, als er Nevilles Versuche im Zaubertrankunterricht von Professor Snape sehr anschaulich schilderte.

Selbst Lucius konnte sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. Doch dann wandte sich das Gespräch anderen Themen zu. Lucius wollte von seinem Sohn wissen, wie es um dessen Schulleistungen stand. Das war ein Thema das Draco liebend gern vermieden hätte.

Sein Vater würde nicht begeistert sein, wenn ein Schlammblut besser war als ein Reinblüter. Und so war es auch. Lucius` Gesicht wurde ernst und Draco hätte sich am liebsten unsichtbar gemacht.

„Wie oft habe ich dir eigentlich schon gesagt, dass du dich mehr anstrengen sollst? Geht das irgendwann mal in deinen Kopf hinein?“
Die Stimme seines Vaters war kalt geworden und Draco errötete leicht. „verzeih, ich … werde mich bemühen.“

„Das will ich auch hoffen. Wenn dein Zeugnis nicht zufriedenstellend ist, wirst du in den Ferien Nachhilfe nehmen ---- und zwar bei dem Schlammblut.“

Entsetzt starrte Draco seinen Vater an. Das konnte der nicht ernst meinen, aber ein blick in das unerbitterliche Gesicht seines Gegenübers belehrte ihn eines Besseren. Der Slytherin schluckte und nickte dann ergeben. Nun mischte sich Narzissa ein.

„Wollt ihr mir eigentlich absichtlich das Weihnachtsfest verderben mit eurem Gezanke? Draco hat gute Noten und das ist das wichtigste.“
Streng sah sie von einem zum anderen und sowohl Draco als auch Lucius beteuerten ihr, dass nichts ihnen ferner liegen würde.

„Dann benehmt euch auch so. Ich will jetzt nichts mehr von schulischen Belangen hören. Wir wissen alle wen Dumbledore so im Allgemeinen bevorzugt. Und das sind definitiv keine Slytherins.“
Damit war für die blonde Hexe das Thema erledigt und sie wandte sich wieder dem Essen zu. Draco lächelte kurz zu seiner Mutter hinüber, sicher, dass sie es durchaus registrierte und versank dann wieder in seinen Gedanken. Auch wenn es ihm schwer fiel zuzugeben, Hermine hatte zu recht bessere Noten als er, sie wurde nicht bevorzugt wie er gern behauptete. Aber er nahm sich vor wirklich zu lernen. Er wollte nicht riskieren, dass Lucius die Drohung wahr machte und er wirklich bei der Gryffindor Nachhilfe nehmen musste. Er würde nicht nur bei deren Hauskameraden zum Gespött werden. Nein, auch die Ravenclaws und Hufflepuffs würden ihn schallend auslachen, wenn das herauskam. Und dafür würde diese Gryffindor schon sorgen, da war er sich sicher.

Aber jetzt wollte er die Ferien genießen, zumindest über Weihnachten. Dann warteten noch genügend Hausaufgaben auf ihn und einige Zauber die noch nicht wirklich saßen, musste er auch noch üben. Professor McGonagall sollte nicht nochmal die Chance haben ihn vor den Gryffindors zu tadeln.

Am nächsten Morgen stand Draco früh auf und nach einer Dusche schlüpfte er in bequeme Kleidung. Anschließend ließ er sich von einem Hauselfen Geschenkpapier und Schleifen bringen. Auch wenn er und insbesondere auch seine Eltern sonst jede Arbeit den Hauselfen überließen, war es doch Tradition, dass jeder die Weihnachtsgeschenke selbst einpackte und mittlerweile hatte der Slytherin es darin zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Schließlich war Draco fertig damit und legte die Geschenke in einem Korb, bis ein Hauself sie holen und unter den geschmückten Weihnachtsbaum legen würde.

Nachdem er soweit fertig war, verließ er sein zimmer und ging in den Salon hinunter, um endlich zu frühstücken. Sein Vater war schon anwesend und Narzissa kam kurz darauf. Gemütlich saßen die Malfoys zusammen und unterhielten sich über alles Mögliche.

Am Abend würden Gäste kommen und gemeinsam mit den Notts, den Parkinsons sowie Blaise Zabini würden sie das Fest feiern. Wie auf dem Kontinent würde es die Geschenke bereits heute geben. Morgen lagen dann wertvolle oder witzige Kleinigkeiten in den auch hier traditionell aufgehängten Strümpfen.

Pünktlich meldete der Hauself die Gäste und die Freunde begrüßten sich weit herzlicher, als den Slytherins allgemein zugetraut wurde. Die Neuankömmlinge übergaben ihre Geschenke dem Hauselfen, der sie empfangen hatte. Dieser legte sie dann unter den prächtig in Silber geschmückten Weihnachtsbaum.

Blaise, Pansy, Theodor und Draco saßen zusammen und redeten über Gott und die Welt. Endlich wurde zum essen gebeten und alle gingen hinüber. Während des Essens gingen die Gespräche munter weiter und schließlich kam der Höhepunkte des Festmahls: der Weihnachtspudding, der als Glücksbringer eine Galeone enthielt.

Auch wenn die meisten das nicht zugeben hätten, so hoffte doch jeder der glückliche Finder des Geldstückes zu sein. Theodor Nott war es schließlich, der auf die münze biss und sich etwas wünschen durfte. Bezeichnend verweilte sein blick kurz auf Pansy, die das jedoch wie immer gefließendlich übersah.

Draco wusste schon lange, dass der dunkelhaarige ein Auge auf die Hexe geworfen hatte. Er hoffte wirklich, dass diese irgendwann erkennen würde, dass er nicht an ihr interessiert war auch wenn sie meist auf Schulfesten seine Begleitung war. Theodor tat ihm leid, aber wirklich helfen konnte er ihm nicht. Vielleicht würde ihm die Galeone das nötige Glück bringen, um Pansy zu erobern.

Schließlich erhob Lucius sich und führte seine Gäste in einen großen Salon hinüber, wo der Weihnachtsbaum im Schein der Kerzen wie ein kostbarer Edelstein strahlte. Darunter verteilt lagen die Geschenke. Einer nach dem anderen öffnete seines und versuchte dann zu erraten, wer der Geber war.

Es wurde ein lustiger Abend und die Gäste verabschiedeten sich erst sehr spät oder besser gesagt früh.

So kam es, dass die Wintersonne hell ins Zimmer schien, als Draco erwachte. Wie früher als Kind konnte er es auch jetzt nicht lassen, als erstes zu dem Strumpf am Kamin zu huschen. Darin lag unter lauter Süßigkeiten ein Ring mit dem Wappen der Malfoys, wie auch sein Vater einen trug. Ein kleiner zettel hing daran in der gestochen scharfen Handschrift seines Vaters.

„Erweise dich des Ringes als würdig.“

In diesem Augenblick schwor der Blonde sich, genau dies zu tun. Noch etwas traf an diesem Weihnachtsfest ein. Die Galeone oder was auch immer hatte Theodor Nott Glück gebracht. Es gelang ihm endlich Pansy davon zu überzeugen, dass er der richtige für sie war. Die anderen Häuser reagierten verwundert, aber Draco war insgeheim erleichtert.
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Sonntag, 6. Dezember 2009, 00:00

6. Dezember 2009

Alle Jahre wieder…
von Plumbum


Die allgemein verbreitete Einstellung zum Weihnachtsdienst der Auroren war, dass keiner ihn übernehmen wollte. Zu behaupten, dieser Dienst wäre unbeliebt, konnte nur als höfliche Untertreibung gewertet werden. Selbst das Einfangen von Hagrids Knallrümpfigen Krötern und die Befragung von Zentauren in einer besonders marsroten Nacht waren beliebtere Aufgaben.

So war es auch keineswegs verwunderlich, dass John Dawlish nicht gerade begeistert war, als er sich in der bitterkalten Nacht des 24. Dezembers 1999 lediglich mit einem dicken Mantel, seinem Zauberstab und einer Thermoskanne heißen Tees bewaffnet, auf einem zugigen Haus im Norden Londons wieder fand. Leise seufzend ließ er sich auf einen Schornstein sinken, zog seine Teekanne hervor und goss sich die erste Tasse ein. Er wusste, es würde eine lange Nacht werden. Er wusste es deswegen, weil er bereits zum 19. Mal innerhalb von zwanzig Jahre diese Schicht übernehmen durfte.

Irgendwie war es schon eigenartig, dass immer er derjenige war, der gezogen wurde, und auch der gutmütige Spott seiner Kollegen, er könne ja die Gelegenheit nutzen, um seine Angst vor Männern mit langen, weißen Bärten zu überwinden, konnte ihn nicht von der Vermutung abbringen, dass jemand bei der Auslosung geschummelt hatte.

Aber John Dawlish war ein pflichtbewusster Auror.
Wenn jemand ihm befahl, Dumbledore unter Arrest zu setzen, dann versuchte er es auch…
… leider ohne Erfolg.
Wenn jemand ihm auftrug, eine nur mit einer großen, roten Handtasche bewaffneten Augusta Longbottom zu verhaften, so bemühte er sich nach Kräften dieses zu tun…
…leider ohne Erfolg.
UND WENN er den Heiligabend allein auf einem zugigen Dach verbringen musste, während seine Kollegen beim Truthahncurry und Elfenwein feierten, dann würde er dieses verdammt noch mal auch machen…
… es sei denn, er befand sich aufgrund eines kleinen Nervenzusammenbruchs, einer nahezu unwichtigen Midlifecrisis und einer bedeutungslosen existenziellen Krise im St. Mungos.

Erneut nahm er einen Schluck. Oh ja, es würde eine sehr lange Nacht werden…

Die Turmuhr schlug drei, als Dawlish die letzten Tropfen seines Tees in seine Tasse träufeln ließ. Innerlich ärgerte er sich darüber, dass er sich nicht mit noch mehr heißen Getränken eingedeckt hatte. Er rollte seine vor Kälte steifen Schultern, um die Verspannung in seinen Muskeln zu lösen, als auf einmal ein irres Gelächter durch die Lüfte hallte. Ein Schatten verdeckte den Mond und Dawlish zog den Kopf ein, als etwas Großes über ihn hinweg sauste. Entschieden hob er seinen Zauberstab und feuerte einen grellen Lichtblitz in Richtung des IFOs (Illegal fliegendes Objekt) ab.

Keine Minute später kam ein völlig überladener Schlitten, der mit Sicherheit in Großbritannien nicht zugelassen war, nur wenige Meter von seinen Zehenspitze entfernt zum Stehen. „Hohoho! Frohe Weihnachten, John!“ rief ihm der im Schlitten sitzende rotwangige Mann fröhlich zu.

„Für Sie immer noch Auror Dawlish“, entgegnete Dawlish kühl.

„Ach komm’, es ist Weihnachten. Das Fest der Liebe! Hier, ich hab’ dir sogar ein Geschenk mitgebracht.“

Dawlish hatte Mühe, seine Augen vom weißen Bart des Mannes abzuwenden. Als er es schließlich doch schaffte, fiel sein Blick auf eine in rotem Geschenkpapier eingepackte Schachtel, die dieser ihm entgegenstreckte. Er seufzte leise. „Das ist Beamtenbestechung und strafbar. Darüber haben wir uns doch schon vorletztes Jahr unterhalten. Über das Thema Flugsicherheit übrigens auch.“ Er ließ seinen Blick bedeutungsschwer über den von einigen Rentieren gezogenen Schlitten gleiten. Eines dieser Tiere schwankte bedrohlich und machte auch beim zweiten Hinsehen mit seiner leuchtend roten Alkoholikernase einen nicht gerade nüchternen Eindruck.

„Nun stell dich ma’ nicht so an, Junge. Zuerst bekommst du dein Geschenk und dann sind die Kinder an der Reihe.“ Auf dem Gesicht des alten Mannes breitete sich, als er das Wort „Kinder“ aussprach, ein vorfreudiges Lächeln aus.

Nicht zum ersten Mal in den vergangenen zwanzig Jahren hatte Dawlish das ungute Gefühl, es nicht einfach nur mit einem harmlosen verrückten Alten, sondern mit einem gefährlichen Pädophilen zu tun zu haben. Leider hatte er bislang noch keinen konkreten Anlass gefunden, um den Mann dauerhaft aus dem Verkehr ziehen zu können.

„Jetzt nimm dein Geschenk schon an. Ich muss heute Nacht noch durch einen Haufen Schornsteine rutschen.“

Dawlish schaute seinen Gegenüber skeptisch an. Eigentlich wäre jetzt eine Abmahnung zum Thema „Hausfriedensbruch“ fällig gewesen. Allerdings bezweifelte er stark, dass der Alte mit seinem nicht gerade knapp bemessenen Bauchumfang durch einen Schornstein passen würde. Da zudem die allgemeine Empfehlung für den Umgang mit geistig instabilen Individuen lautete, unnötige Provokationen unbedingt zu vermeiden, wollte er lieber einen vorsichtigeren Weg einschlagen. Er räusperte sich, ehe er betont freundlich fragte: „Wollen Sie sich wirklich Ihren schönen, weißen Bart schmutzig machen, indem Sie durch einen Kaminschacht klettern?“

„Das macht nichts.“ Der alte Mann winkte ab. „Ich komme vom Nordpol, da sind die Türen und Fenster eigentlich immer zugeschneit. Ich bin’s gewohnt, durch den Schornstein zu rutschen.“

Dawlish schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete tief durch. Er hatte ja versucht heute nachsichtig zu sein. Heute, am heiligen Abend. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass er einem illegalen Einwanderer mit einer potentiellen pädophilen Veranlagung gegenüberstand, der sich nicht um das allseits bekannte Gesetz zur „Vernunftgemäße Beladungsbeschränkung magischer Flugobjekte“ kümmerte und zudem seine Tiere zuerst mit einem Schwebezauber belegte und ihnen dann auch noch Alkohol zu trinken gab, musste er einfach handeln: „Jetzt hören Sie mir mal genau zu. Sie kennen das Prozedere: Ich gebe Ihnen jetzt einen Portschlüssel, der Sie und Ihre zehn Freunde dort drüben zurück an den Nordpol bringen wird. Dort werden Sie bleiben und solange nicht wiederkommen, bis Sie eine vom Ministerium genehmigte Einreiseerlaubnis haben. Und um Merlins Willen, nehmen Sie Abstand davon in fremde Häuser einzubrechen und die Kinder unbekannter Leute zu belästigen!“

„Aber ich bin der Weihnachtsmann! Das ist mein Lebensinhalt.“

„Wenn Ihr Lebensinhalt nicht darin bestehen soll, die Dementoren in Askaban mit glücklichen Emotionen zu füttern, dann sollten Sie schleunigst auf mein Angebot eingehen! Denn ich habe den Auftrag, Sie bei mangelnder Kooperation ins Gefängnis zu überführen.“ Dawlish sah ihn ernst an.

Der „Weihnachtsmann“ seufzte traurig, während er nach dem Portschlüssel griff. „Weißt du eigentlich, wie schwer es heutzutage ist in meinem Geschäft noch Fuß zu fassen? In einigen Teilen der Welt rennt dieses Kind undefinierten Geschlechts durch die Gegend und erledigt meine Arbeit. Meine Weihnachtselfen treiben mich in den finanziellen Ruin, seitdem sie ihre Gewerkschaft IG-Dobby gegründet haben. Und selbst mein Privatleben ist nicht mehr das, was es mal war, seit mein Freunde, die drei Geister der Weihnacht, von Voldemort zur Maulenden Myrthe auf das Jungenklo nach Hogwarts verbannt worden sind. Und das nur, weil sie vorletzte Weihnacht versucht haben, ihm das Fest der Liebe ein wenig näher zu bringen.“ Eine einsame Träne lief über seine Wange, dann waren der „Weihnachtsmann“ und seine Rentiere verschwunden.

Fast hätte Dawlish Mitleid mit ihm empfunden, aber nur fast. Denn er wusste nur zu gut, dass der sogenannte Weihnachtsmann auch im nächstem Jahr nichts unversucht lassen würde, erneut die Kinder dieses Landes mit „Geschenken“ und deren Eltern mit teuren Reinigungskosten für die verrußte Wohnzimmereinrichtung zu beglücken.

Andächtig ließ John Dawlish seinen Blick über das nächtliche London wandern und ein leichtes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er hatte es geschafft, seine Stadt vor diesem Verrückten zu beschützen. Er packte seine Sachen und machte sich mit dem guten Gefühl, endlich einmal wieder eine Mission erfolgreich zu Ende gebracht zu haben, auf den Weg nach Hause. Seine Weihnachtsschicht für dieses Jahr war beendet und was das Karnickel in der Identitätskrise anging, welches Frühjahr um Frühjahr das Land heimsuchte… Nun, darum würden sich wohl die beiden Auroren-Azubis Potter und Weasley im kommenden Frühling kümmern müssen.
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Montag, 7. Dezember 2009, 00:00

7. Dezember 2009

Luna allein zu Haus
von Madeline89 & Samantha Parkinson


Es knarrte.

Das Mädchen schlug die Augen auf. "Diese verdammten Knarkler." Mit einem Satz war sie aus dem Bett. "Dad?" Keine Antwort.
Luna schlich leise aus ihrem Zimmer und ging nachsehen ob sie ihren Vater finden konnte oder dem Ursprung des Geräusches auf die schliche kam. Überall im Haus war es dunkel, ihr Vater musste also schon im Bett sein.
Sie ging zu der Tür, hinter der sich das Schlafzimmer ihres Vaters befand, klopfte leise an und öffnete sie dann.

Das Bett ihres Vaters war leer und Luna erkannte, dass sie allein im Haus war. Hauselfen hatten sie ja keine.

'Er hat mir doch gar nicht gesagt, dass er weggeht“, überlegte das blonde Ravenclawmädchen.

Fieberhaft überlegte sie, wohin ihr Vater gegangen sein könnte. Es war noch nie vorgekommen, dass er weggegangen war, ohne ihr etwas davon zu sagen. Zumindest dann nicht, wenn sie in den Ferien daheim war.

"Er weiß doch, dass ich mir dann Sorgen mache.", Luna schlich weiter durch das Haus auf der Suche nach einem Hinweis, wohin ihr Vater verschwunden sein könnte.
Plötzlich hörte sie draußen ein Geräusch. Sie schaute durchs Fenster und erschrak. Es war kein Hinkepank, sondern ein...

..."Todesser?" Luna hielt die Luft an. "Wie konnte der uns finden?"

Sie rannte in ihr Zimmer und holte ihren Zauberstab.

"Und das ausgerechnet in der Weihnachtszeit."
Endlich fand sie ihren Zauberstab und eilte hinunter in das Erdgeschoss des Hauses. Wo sollte die den Todesser erwarten, die Vordertür würde dieser aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nehmen.
Da kam ihr eine Idee, denn sie sah den Todesser immer noch um das Haus herum schleichen. Sie ließ den Türknauf erglühen. Von außen sah man es nicht, aber man spürte es, sobald man versuchte, die Tür zu öffnen.

Dann ging sie zum Keller runter und schüttete einen Eimer Wasser auf die Treppe nach oben. Sie warf eine Handvoll spitzer Nägel auf das Wasser, zog den Zauberstab und ließ das Wasser gefrieren.
Sie wusste, dass den Todesser das nicht ewig aufhalten würde, aber wenn er nicht damit rechnete, müsste es ihr gelingen, wenigstens so lange durchzuhalten, bis ihr Vater nach Hause kam.

Sie konnte nur hoffen, dass ihm nichts geschehen war.
Luna überlegte, was sie noch tun konnte. Da hörte sie einen lauten Schrei. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihr, dass er den Türknauf angefasst und sich verbrannt hatte. Der Zauberer fluchte laut.

Ihr fiel ein, dass sie noch die Murmeln im Schrank hatte, die ihr Harry Potter geschenkt hatte. Schnell holte sie diese und streute sie vor der Tür aus.

Da rumste es laut. Der Todesser war auf der rutschigen Treppe zum Keller ausgerutscht und hatte sich mächtig weh getan.

"Du verdammte Göre, wenn ich dich kriege, werde ich dir zeigen, wie gut ich den Cruciatus Fluch beherrsche."
< Wenn es nach mir geht, kriegst du mich gar nicht erst>, war alles was Luna dachte, während sie bereits die nächsten Fallen ausheckte. Sie wünschte sich Fred und George Weasley herbei, die bestimmt noch ein paar super Ideen gehabt hätten. Nun die beiden waren nicht da, also musste es auch ohne sie gehen. Sie beschloss zu versuchen wie sie zu denken. Da fiel ihr das Instant-Finsternis-Pulver ein.
Plötzlich hörte sie einen lauten Knall und danach Schritte. Der Todesser war im Haus.

Luna hechtete nach oben und holte das Finsternis-Pulver und fand dabei noch ein paar Knallfrösche.

Von unten ertönte die Stimme des Todessers. "Ich hab dich gleich, Kleine und dann wirst du bezahlen." Lachen.

Sie warf die Knallfrösche nach unten und verstreute dann das Pulver.

'Ich muss hier raus’, ging es ihr durch den Kopf. 'Das Haus ist nicht mehr sicher.'

Zum Glück kannte sie das haus bis in den letzten Winkel und fand sich nun auch in der Finsternis zurecht.
Im Gegensatz zu dem Todesser, der in der Finsternis nicht das Geringste sehen konnte. Er wollte seinen Zauberstab zum Leuchten bringen, doch das half nichts. Es war dunkel.

Luna überlegte, was sie nun tun sollte. Es gab ja nicht so viele Möglichkeiten.

1) Raus aus dem Haus, doch wer sagte ihr, dass da draußen nicht noch mehr Todesser lauerten?
2) Im Haus bleiben und sich verstecken. Doch das Pulver würde in 3 Stunden seine Wirkung verlieren und dann würde der Todesser sie finden.
3) Kämpfen, aber hatte sie denn wirklich eine Chance gegen so einen? Sie hatte zwar dank Harrys Hilfe jede Menge Verteidigungstraining, aber es war noch lange nicht genug, um einen Todesser auf Dauer abzuwehren.
4) Eine Eule mit einem Zettel um Hilfe zu ihren Freunden schicken oder Dumbledore. Doch dazu musste sie raus und wer weiß, wie lange die Eule brauchte?
Sie entschloss sich dazu im Haus zu bleiben. Auf dem Dachboden gab es mehrere gute Verstecke und so schlich sie hinauf.
Doch der Todesser war ja nicht blöd. Als die Wirkung des Pulvers nachließ und er endlich wieder sehen konnte, stürmte er die Treppen hinauf. Am ganzen Körper würde er blaue Flecken haben, weil dieses dumme Gör ihn ausgetrickst hatte. Dafür würde sie büßen.

Er durchsuchte jeden Raum. Nichts.

Dann kam ihm die Idee, dass das Mädchen wohl auf dem Dachboden war. "Hab ich dich, Kleine." Er lachte und betrat eben jenen.

Lunas Herz klopfte wie wild, als sie den Todesser kommen hörte. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, sich hier oben zu verstecken. Sie hörte die Schritte, die immer lauter wurden.

"Wo bist du, Kleine?"

Schließlich fand er sie. Luna schrie um Hilfe. Der Zauberer zerrte sie an ihren blonden Haaren nach unten. Er zeigte mit seinem Zauberstab auf sie und schrie Crucio.

Luna fiel zu Boden und wand sich vor Schmerzen. Der Todesser lachte vergnügt und sah ihr dabei zu, wie sie um Gnade flehte.

Irgendwann wurde es dem Todesser zu langweilig und er nahm den Zauberstab weg. Die Schmerzen hörten auf.

"Und jetzt stirb." Lunas Augen weiteten sich. Der Todesser hob seinen Zauberstab. "Avada..."

Doch weiter kam er nicht, denn plötzlich bekam er einen Schlag von hinten auf den Kopf und er fiel ohnmächtig zu Boden.

Luna schrie entzückt auf. "Daddy." Sie fiel ihm um den Hals.

"Na, da bin ich ja gerade nochmal rechtzeitig gekommen." Er umarmte sie und kurze Zeit später schickte er eine Eule an die Auroren, dass er einen gefesselten Todesser bei sich zu Hause im Keller hatte. Dieser wurde kurze Zeit später abgeholt und nach Askaban gebracht.

Luna wurde von ihrem Vater zu Bett gebracht. "Morgen ist Weihnachten, meine Kleine."

"Ja, Daddy." Sie küsste ihn auf die Wange und schloss die Augen.

Lunas Vater war erleichtert, dass er gerade noch rechtzeitig gekommen war. Er würde gleich morgen Dumbledore benachrichtigen und ihn fragen, ob er mit ihm gemeinsam die Schutzzauber erneuern könnte, damit nicht noch ein Todesser ihr Zuhause fand.

Am nächsten Morgen wurde Luna durch den Geruch von frisch gebackenen Plätzchen wach. Sie stand auf und ging in die Küche. "Guten Morgen Daddy."

Sie umarmte ihn.

"Guten Morgen mein Schatz und fröhliche Weihnachten."


ENDE
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Dienstag, 8. Dezember 2009, 00:00

8. Dezember 2009

Hagrid und die Riesen-Plätzchen
von Remus.Lupin


„Glaubt ihr, Hagrid freut sich über unser Geschenk?“, fragte Hermine, als Harry, Ron und sie sich auf den Weg zu Hagrid machten. Im Tiefschnee sanken sie bis zu den Waden ein und er knirschte bei jedem Schritt.
„Sicher! Hagrid ist doch schon glücklich, wenn wir dieses Jahr mit ihm den Weihnachtsabend verbringen, da wird er sich doch über unser Geschenk noch mehr freuen, meinst du nicht?“, erwiderte Ron bibbernd und sein rotes Haar war von weißen Schneeflocken gesprenkelt, die um die drei Freunde einen Tanz aufführten.
Die drei kamen an der Hütte von Hagrid an. Kaum hatte Harry geklopft, stand auch schon ein strahlender Hagrid im Türrahmen und winkte sie eilig zu sich herein.
„Hab sogar gebacken, extra für euch“, verkündete er freudestrahlend. Erst jetzt bemerkten Harry, Ron und Hermine die riesigen Topflappenhandschuhe, die Hagrid trug.
„Das wäre doch nicht nötig gewesen“, meinte Harry missmutig, als er die tellergroßen Plätzchen auf einem riesigen Tablett liegen sah. Er bemühte sich, sehr glücklich über Hagrids Backkünste auszusehen. Auch Hermine setzte ein falsches Lächeln auf und warf Harry einen besorgten Blick zu.
„Na, wie findet ihr’s? Hab mein Haus extra für euch Rasselbande festlich geschmückt.“ Der Halbriese stapfte durch den Raum auf den Kamin zu, über dem ein großer Kessel hing und aus dem es dampfte. Fang, der Saurüde, lag auf dem grässlichen Flickenteppich vor Hagrids übergroßem Bett und nagte an einem abgekauten Knochen. Er schien nichts von der Ankunft der drei Freunde mitbekommen zu haben – sehr zu Harrys Freude, denn Fang sabberte immer seinen Umhang voll, was er gar nicht mochte.
„Plätzchen sin’ schön, nich’?“, freute sich Hagrid und bedeutete den dreien, sich doch zu setzen, was sie dann auch taten. Hermine holte unter ihrem Umhang das schön verpackte Geschenk für Hagrid hervor und überreichte es ihm feierlich.
„Wir haben es alle zusammen gemacht und hoffen, es gefällt dir“, leierte Ron seinen eingeübten Text herunter, was ihm einen bösen Blick von Hermine einbrachte.
„Das wär’ doch nich’ nötig gewesen“, sagte Hagrid gerührt und nahm, nachdem er seine Topflappen abgelegt hatte, das Geschenk entgegen. Vorsichtig packte er es aus und in seinen Augen glitzerten Tränen, als er den kunterbunten Schal um seinen Hals wickelte.
„Danke! Harry? Ron? Hermine? Ihr seid die besten Kiddies, die ich kenn’!”
„Frohe Weihnachten, Hagrid“, wünschte Harry und trat Ron auf den Fuß. Sofort wünschte auch er Hagrid frohe Weihnachten, Hermine tat es den beiden Jungen gleich.
„Ich hab auch was für euch Rasselbande.“
Hagrid stand auf, ging zum Bett und zog unter der Decke drei Geschenke hervor. Jedem überreichte er eines, und sogleich riss Ron seines auf. Heraus kam eine Bommelmütze, die etwas zu groß für seinen Kopf war. Sie trug die Farben Rot und Gold für Gryffindor. Harrys Geschenk beinhaltete ein Paar Handschuhe, passend zu den Farben von Rons Mütze. Hermine bekam einen Schal geschenkt in den Farben Rot und Gold.
„Ihr könnt’s ja mal austauschen, passt alles zusamm’. Selber gemacht“, fügte Hagrid mit glühenden Wangen hinzu. „Jetz’ gibt’s aber Tee und Plätzchen!“
Hagrid holte vier übergroße Tassen und schöpfte aus dem großen Kessel Tee in jede davon, dann stellte er sie auf den Tisch. Harry, Ron und Hermine nahmen sich je eine und nahmen einen Schluck.
Schmeckt gar nicht übel, dachte Harry und spürte die wohlige Wärme in sich aufsteigen.
„Nehmt euch Plätzchen.“
Hagrid schob ihnen das Tablett hin. Zögernd nahmen sie sich ein tellergroßes Plätzchen mit Schokoladenstücken drauf. Sanft biss Harry in seines, denn er wusste, dass Hagrids Spezialitäten immer steinhart waren. Doch seltsamerweise war es butterweich, und so biss er herzhaft hinein und spürte den Zimt-Geschmack. Auch Ron und Hermine schien es zu schmecken.
Nachdem etwa zehn Minuten vergangen waren, bemerkte Harry, dass sein Plätzchen einfach nicht kleiner wurde, obwohl er schon mehr als die Hälfte gegessen haben musste – im Gegenteil, das Plätzchen schien um einiges größer geworden zu sein. Ein kurzer Blick zu Ron und Hermine bestätigte seine Vermutung: Auch ihre waren nicht kleiner geworden.
„Hagrid? Wieso werden die Plätzchen nicht kleiner?“, fragte Harry also.
„Wie? Oh.“ Das Gesichtstück, das man durch Hagrids Bart sah, wurde rot.
„Du hast doch nicht etwa ...?“, begann Hermine und musterte Hagrid misstrauisch.
„Ähm, na ja, also, ich dachte, dass ...“
„Hagrid, du darfst doch nicht zaubern!“, stöhnte Hermine und ließ ihr Plätzchen sinken.
„Hat ja keiner gemerkt, Hermine. Na ja, außer ihr. Ihr kennt ja meine Backkünste ... nicht so toll. Und ...“
Doch Harry hörte gar nicht mehr hin. Das Plätzchen in seiner Hand hatte zu vibrieren begonnen und schwoll erheblich an. Ron gab ein Kieksen von sich und ließ das Plätzchen auf den Tisch plumpsen. Hermine war in eine Diskussion mit Hagrid verwickelt und bekam nichts davon mit.
„Ähm, Hermine“, flüsterte Ron ängstlich und rückte mit dem Stuhl zurück. Sein Plätzchen sah nicht besser aus als das von Harry: Es begann, sich aufzublähen.
„Her-Hermine“, stotterte Ron und warf Harry einen missmutigen Blick zu.
Die Plätzchen waren bereits so groß wie ein Kürbis. Hermine hatte das noch immer nicht bemerkt.
„HERMINE!“, rief Harry endlich.
„Was ist denn, siehst du nicht, dass – OH, BEI MERLINS BART!“ Sie presste die Hände vor den Mund, als sie die Plätzchen sah.
„Hagrid! Welchen Zauber hast du angewendet?“, fragte Harry und stand auf, bevor sein Plätzchen ihn noch vom Stuhl drängen würde.
„Den kennt ihr nich’, der ist schwerer, als ihr –“
„HAGRID! Mach was dagegen!“, bat Ron und biss sich auf die Lippe.
„Wo ist der Gegenzauber, der war irgendwo ...“
Hagrid durchsuchte seine Bücher über dem Kamin und eines flog ihm aus den zitternden Händen in den Kessel, wo es verdampfte.
„Schneller!“, rief Ron. Fang sah endlich von seinem Knochen auf und starrte wie gebannt auf die riesigen Plätzchen. Kläffend kam er angerannt, und obwohl er sonst so ängstlich war, zog er Harrys vom Tisch und es klatschte auf den Boden, wo es das Plätzchen zerriss. Harry hatte sich schützend die Hände vor das Gesicht gehalten und blickte durch seine Finger hindurch. Alles, was er sah, war Plätzchenteig. Er nahm die Hände weg und stellte fest, dass der ganze Tisch samt ihm, Ron und Hermine vollgesprenkelt war mit Plätzchenteig. Ron sah aus, als hätte ihn eine Riesenspinne gebissen, und Hermine stand wie angewurzelt da. Sekundenlang war es still in Hagrids Hütte, dann bekam Hermine einen Lachanfall und schüttelte sich. Hagrid stand ganz verdutzt am Kamin und biss sich auf die Fingernägel.
„Tut mir Leid, ihr drei, ich ... das muss doch weggehen ...“
Er kam zu ihnen und wollte Harry den Plätzchenteig aus den Haaren schleudern, doch Harry wehrte dankend ab, bevor er unter Hagrids gewaltigen Kräften einknicken würde.
Dann rief Hermine einen Zauberspruch und die Plätzchen, die fast geplatzt wären, lösten sich in Luft auf.
„Kannst du auch saubermachen?“, fragte Hagrid kleinlaut. „Ich zaubere erst mal nich’ mehr.“
„Klar“, lachte Hermine und rief: „Ratzeputz!“
Sofort brachte sich der Tisch in Ordnung, und Harry, Ron und Hermine machten sich mit ihren Händen sauber, so gut es ging.
„Hagrid, das war das beste Weihnachten überhaupt!“, rief Hermine und strahlte, als ob sie es ernst meinen würde.

Im Gemeinschaftsraum der Gryffindors, wo alles leer war, fragte Ron Hermine: „Hast du das ernst gemeint mit dem besten Weihnachten?“
„Natürlich“, antwortete Hermine und warf ihnen einen Blick zu, der keinen Zweifel an ihrer Aussage ließ.
„Gute Nacht, Jungs, und schöne Weihnachten!“
Sie machte sich zu den Mädchenschlafsälen auf, Harry und Ron gingen in den Jungenschlafsaal.
„War echt toll bei Hagrid, bis auf die Plätzchen“, gähnte Ron. Minuten später hörte Harry von seinem besten Freund nur noch ein Schnarchen.
Es war wirklich toll, das müssten wir öfter machen, dachte er und grinste, bevor ihn die Müdigkeit übermannte.
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Mittwoch, 9. Dezember 2009, 00:00

9. Dezember 2009

Strafarbeit vor Weihnachten
von Samantha Parkinson


Es hatte tagelang geschneit und alles um das schloss herum war unter einer weichen weißen Decke vergraben. Heute endlich hatte es die Sonne geschafft, die Wolken zu vertreiben und die Lehrer hatten ihre liebe Mühe mit ihren Schülern, die viel Lieber draußen im Schnee herumgetollt wären, als in den Klassenzimmern komplizierte Zauber und Bewegungen zu üben.
Einzig in den stunden von Professor Snape wagte es niemand aufzumucken. Zuviel Respekt hatten sie vor dem Zaubertrankprofessor und seinen Launen. Selbst die Slytherins, die sich sonst weit aus mehr als alle anderen Häusern erlauben konnten reizten ihn nicht mehr als nötig. Immer wenn es auf Weihnachten zu ging, war die Laune von Severus Snape noch schlechter als während des restlichen Jahres.
Erik saß an diesem Abend im Gemeinschaftsraum der Ravenclaws und machte Hausaufgaben, eine Tätigkeit, die er wirklich nicht ausstehen konnte. Ihm gegenüber saßen seine Freunde und waren ebenfalls in ihre Bücher vertieft. Plötzlich hob er den Kopf und flüsterte ihnen verschwörerisch zu.
„Ich habe eine super Idee, kommt mal mit raus, das muss nicht jeder hören.“
Neugierig folgten ihm Peter und Nigel auf den Gang hinaus und ein Stückchen weg von der Eingangstür. Dort flüsterte Erik weiter, denn auch hier bestand die Gefahr, dass es die falschen Leute hörten.
„Ich habe in einem Buch gelesen, wie man die Peitschende weide still legen kann. Wir könnten eine Wette daraus machen, wem es am schnellsten gelingt. Was ist, seid ihr dabei?“
„Wenn wir erwischt werden haben wir echt Ärger am Hals, Professor Snape hat heute Nachtwache und wenn der uns erwischt, dann Gnade uns Gott.“
Nigel hatte keine Lust sich Ärger mit dem Hauslehrer der Slytherins einzuhandeln, aber Peter wollte mitmachen. Nigel versprach sie nicht zu verraten und zog sich zur Schlafenszeit mit den anderen zurück. Erik und Peter dagegen schlichen sich, als der letzte gegangen war hinaus und machten sich auf den weg zur Peitschenden Weide.
Der Schnee funkelte im Licht des Mondes wie mit tausenden von Diamanten bestreut. Doch dafür hatten die beiden heute keinen Blick. Endlich hatten sie den baum erreicht, der sich als sie näher kamen sofort zu regen begann. Die Äste schlugen nach ihnen und verfehlten sie jeweils nur um wenige Zentimeter.
Erik wollte es als erster versuchen und sah sich nach einem Stock um, den er benutzen konnte, aber weit und breit war kein langer Ast am Boden zu finden. Schließlich nahm er einen Stein und versuchte die Stelle zu treffen, an der eine Art Mechanismus war, der die Weide zum Erstarren brachte. Doch er verfehlte sein Ziel mehrere Male und trat näher an den Baum heran, um einen großen Stein zu packen, der dort lag.
Plötzlich spürte Erik einen ungeheuren Schlag am Rücken und flog meterweit durch den Schnee. Erschrocken schrie auch Peter auf. Dann eilte er zu seinem freund. Der zusammengekrümmt im Schnee lag.
Doch es sollte noch um einiges Schlimmer kommen, so jedenfalls schien es den beiden Ravenclaws im Nachhinein. Eine leise, aber nichtsdestotrotz eisige Stimme fragte: „Mich würde brennend interessieren was Sie beide hier draußen um diese Zeit tun.“
Peter fragte nicht, wie der Meister der Zaubertränke sie hier draußen gefunden hatte, in diesem Augenblick dachte er auch nicht an die möglichen Konsequenzen ihres Handelns. Er dachte nur daran, dass hier jemand war, der ihm und vor allem Erik helfen konnte, der nun leicht zu wimmern begonnen hatte.
„Bitte helfen Sie Erik, Professor Snape.“
In Peters Stimme klang Angst um den Freund und der Professor murmelte etwas. Eine Trage erschien und er ließ den Schüler darauf schweben. Anschließend dirigierte er diese mit seinem Zauberstab in Richtung Krankenflügel, wo Madam Pomfrey erschrocken herbeieilte.
„Was ist geschehen, Professor Snape?“
„Die beiden haben sich zur Peitschenden weide geschlichen und dabei ist einer verletzt worden.“ Die Krankenschwester von Hogwarts untersuchte den Verletzten sofort gründlich.
„Wird er wieder gesund?“
„Natürlich, aber der Heilungsprozess wird sehr schmerzhaft für ihn werden.“ Die Krankenschwester schüttelte missbilligend den Kopf über soviel Unvernunft.
„Sie melden sich morgen nach dem Unterricht in meinem Büro.“
Beklommen nickte Peter. Langsam begann er zu ahnen in was für eine Gefahr sie sich gebracht hatten und dass das ganze noch ein Nachspiel haben würde.
Am nächsten tag meldete er sich bei Severus Snape im Büro neben dem Klassenzimmer für Zaubertränke und der hielt ihm eine Strafpredigt die sich wirklich gewaschen hatte. Peter klingelten danach nur so die Ohren. Ihnen beiden wurden die restlichen Besuche in Hogsmeade gestrichen und sie bekamen beide lange Strafarbeiten zu unterschiedlichen Themen, damit sie nicht voneinander abschreiben konnten. Und zum nachsitzen wurden sie ebenfalls noch einbestellt und zwar ausgerechnet genau an dem Tag, wenn die Weihnachtsfeier in der Großen Halle war. Enttäuscht kehrte er in den Gemeinschaftsraum zurück wo Erik ihn sofort nach der Strafe fragte.
Sie wussten genau dass sie es verdient hatten, trotzdem schimpften sie auf Snape, der das Nachsitzen genau auf diesen Tag gelegt hatte.
Sie schrieben die geforderten Aufsätze und sahen sich dann an. „Bringen wir sie gleich zum Professor oder geben wir sie ihm morgen nach dem Unterricht?“
„Ich würde sagen gleich. Dann haben wir es erstens hinter uns und zweitens will ich ihm die Strafarbeit nicht unter den Augen der Slytherins geben müssen. Und er würde uns sicher zu beginn der Stunde darauf ansprechen.“
„Gut, dann also los, gehen wir.“
Die beiden Ravenclaws nahmen die eng beschriebenen Pergamentrollen und verließen den Gemeinschaftsraum Richtung Kerker des Schlosses. Dort Klopften sie an die Tür von Professor Snapes Büro. Dessen Stimme forderte sie zum Eintreten auf.
Zögernd traten die beiden ein und blieben vor dem Schreibtisch stehen. „Wir wollten Ihnen unsere Strafarbeiten geben, Sir.“
„Legen Sie sie hier hin.“ Erik und Peter gehorchten und wollten sich schon zum gehen wenden, als Erik noch etwas einfiel.
„Ich wollte mich bedanken, dass Sie mir geholfen haben, Professor.“
Damit eilten die beiden davon. Am Morgen der Strafarbeit bekamen sie beide eine Nachricht, dass ihr Nachsitzen um einen tag verschoben wurde. Dankbar sahen sie hinauf zum Lehrertisch und am Abend genossen sie die lustige Weihnachtsfeier besonders.
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Donnerstag, 10. Dezember 2009, 00:20

10. Dezember 2009

Was niemand jemals wußte…..
auch böse Zauberer besitzen ein Herz!

von kleine_Rumtreiberin


Es war am Weihnachtsabend im Jahre 1936 - das kleine familiäre Waisenhaus in der Nähe des Picadilly Circus in London war festlich geschmückt: Auf der Außenseite des Hauses prangten Girlanden und eine festliche Lichterkette beleuchtete das Haus so stark, dass es unter allen Häusern in der Umgebung herausstach. Doch nicht nur die Außenseite des Hauses war geschmückt, auch innen sah es ähnlich aus: In der Eingangshalle befand sich ein riesiger Weihnachtsbaum unter dem massenhaft Geschenke lagen, die von den „Bewohnern“ des Waisenhauses bereits fleißig ausgepackt wurden. Man konnte den Kindern regelrecht ansehen, wie sehr sie sich am Weihnachtsfest erfreuten. Fast war es so, als würden die Kinder an diesem einen Tag im Jahr vergessen, dass sie keine Eltern hatten, keine Besitztümer, und ihnen das Schicksal nicht gerade hold gewesen war. An diesem Tag waren sie einfach nur gewöhnliche Kinder, die am Vorabend nicht schlafen konnten, vor lauter Aufregung über das Weihnachtsfest und nun im Meer der Geschenke, alle ihre Sorgen vergaßen und sichtlich Freude an ihren Gaben hatten. Die Waisenkinder tollten sich um den Weihnachtsbaum, sangen Weihnachtslieder und allen waren fröhlich – alle, bis auf ein Kind: Ein kleiner Junge, der das Weihnachtstreiben ein paar Meter entfernt vom Weihnachtsbaum mit leicht genervtem Gesichtsausdruck betrachtete: Der Junge hieß Tom Riddle.

Tom war ein sehr ungewöhnlicher kleiner Kerl; Freunde hatte er keine im Waisenhaus, was darauf zurückzuführen war, dass die anderen Kinder vor ihm Angst hatten, denn Tom war ein Zauberer. Und nicht unbedingt ein „netter“ um es mal gelinde auszudrücken: Hauptsächlich benutzte er seine Fähigkeiten um andere zu verletzen – da war es natürlich kein Wunder, dass sich niemand wirklich mit ihm anfreunden mochte….

Eine Tradition des Waisenhauses war es, dass jedes Jahr an Weihnachten „gewichtelt“ wurde: Dabei werden alle Namen der Waisenkinder auf einen Zettel geschrieben und jedes der Kinder muss danach einen Namen ziehen und dieser Person ein kleines Geschenk machen. Wie jedes Jahr, hatte Tom auch in diesem Jahr seinen eigenen Zettel so verhext dass er seinen eigenen Namen zog, was bedeutete, er brauchte niemandem etwas zu schenken – bekam im Gegensatz dazu aber natürlich auch kein Geschenk, was ihm – zumindest augenscheinlich-jedoch überhaupt nichts auszumachen schien. Doch dieses Jahr sollte es anders kommen: und der Grund dafür war ein Mädchen namens Lucy. Lucy war genauso alt wie Tom und war vor 5 Jahren ins Waisenhaus gekommen – nachdem ihre Eltern bei einem tödlichen Autounfall ums Leben gekommen waren. Lucy war die letzten Jahre über aufgefallen, dass Tom niemals ein Geschenk zu Weihnachten bekommen hatte und dieses Jahr wollte sie diesen Umstand ändern.

Lucy hatte Tom den ganzen Abend bereits aus den Augenwinkeln heraus beobachtet und nahm nun all ihren Mut zusammen und ging schüchtern auf Tom zu. „Frohe Weihnachten Tom“ sagte sie und hielt ihm ein Päckchen hin „Ich habe dich beim Wichteln gezogen und hoffe das Geschenk gefällt dir“ fuhr sie mit geröteten Wangen fort. Tom, der natürlich wußte, dass Lucy ihn nicht beim Wichteln gezogen haben konnte ergriff verdattert das Päckchen. „Ähm…danke…Lucy, nicht wahr?“ sagte er mit ebenso geröteten Wangen wie Lucy und öffnete gierig das Geschenk: Es enthielt eine selbst gebastelte Kette mit einer kleinen Schlange als Anhänger. „Ich habe mal gehört du magst Schlangen“ sagte Lucy „Ja“ antwortete Tom leicht verwirrt – er hatte nämlich nicht gedacht, dass irgendjemand wissen würde, was sein Lieblingstier war. Vorsichtig legte er sich die Kette um. „Die ist sehr schön, danke“ sagte er „Bitteschön“ antwortete Lucy und ging erleichtert zurück zum Weihnachtsbaum, da dort gerade „Stille Nacht, heilige Nacht“ – Lucy’s Lieblingsweihnachtslied –angestimmt wurde. „Kommst du mit?“ fragte sie Tom noch beim Gehen „Nein danke“ antwortete dieser „Ich gehe lieber auf mein Zimmer“.

In seinem Zimmer angekommen, setzte sich Tom erstmal auf sein Bett und betrachtete nachdenklich die Kette, die er eben zuvor von Lucy geschenkt bekommen hatte. Noch niemals zuvor hatte ihm irgendjemand irgendetwas geschenkt und er kam nicht darum herum zu denken, dass es ein schönes Gefühl war, denn dies war gewissermaßen der Beweis dafür, dass er eben nicht allen Menschen auf der Welt egal war und sich nicht alle vor ihm fürchteten, sondern dass es, zumindest vereinzelt, Menschen gab die ihn doch mochten. Erfüllt von diesem Gefühl, beschloss er – im Gegenzug dazu, dass sie ihm auch etwas geschenkt hatte – Lucy ebenfalls ein Geschenk zu machen. Aer was? Tom grübelte und grübelte aber ihm wollte einfach nichts einfallen….

Als mittlerweile alle anderen Kinder und Erzieherinnen zu Bett gegangen waren – alle waren erschöpft von den Aufregungen des Tages, den Festivitäten, dem vielen Essen und dergleichen, lag Tom noch immer wach und grübelte darüber nach was für ein Geschenk er Lucy denn machen könnte – als ih plötzlich eine Idee kam: leise schlich er sich in den Mädchenschlafsaal des Waisenhauses und ging auf Zehenspitzen zu Lucy’s Bett, die selig schlummerte. Tom war sich nicht sicher, ob das was er vorhatte überhaupt funktionieren würde, aber er musste es zumindest versuchen. Er hatte vor, Lucy ihren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Natürlich wusste er noch nicht, was ihr sehnlichster Wunsch eigentlich war, daher berührte er vorsichtig ihre Stirn und versuchte ihre Gedanken zu lesen. Er hatte dies schon das ein oder andere Mal bei anderen Kindern versucht und bis jetzt hatte es immer funktioniert. Auch dieses Mal klappte es wie am Schnürchen und Tom wurde augenblicklich von einer Flut von Emotionen und Gedanken, Lucy’s Emotionen und Gedanken, überwältigt.

Trotz der Vielzahl an Emotionen, war es für Tom eigentlich recht einfach auszumachen, welches Lucy’s größter Wunsch war, da ein Gedanke den sie hatte, um so vieles stärker war als alle anderen: Sie wollte ein letztes Weihnachtsfest mit ihren Eltern verbringen. Tom bekam Panik - wie sollte er das bloß bewerkstelligen? Tote wieder zum Leben zu erwecken, war unmöglich – sogar für einen Zauberer. Aber vielleicht konnte er Lucy einfach die Illusion vermitteln, dass sie gemeinsam mit ihren Eltern Weihnachten feiern würde – auch wenn es nur in einem Traum war. Tom hatte nämlich schon festgestellt, dass, wenn er sich ganz stark darauf konzentriere, er anderen Kindern Bilder vermitteln konnte, die eigentlich gar nicht wirklich waren. Er musste es einfach versuchen! Er konzentrierte sich stark und die ersten 15 Minuten passierte überhaupt nichts, doch dann plötzlich durchfuhr es ihn wie einen Blitz und er spürte, dass der Zauber nun wirken würde.

Lucys Traum, den sie zuerst hatte – sie träumte davon, eine berühmte Sängerin zu sein – veränderte sich plötzlich. Sie befand sich nun im Wohnzimmer ihrer Eltern, in ihrem Elternhaus - das in Wirklichkeit mittlerweile der Zwangsversteigerung zum Opfer gefallen war - und vor ihr stand ein riesiger Weihnachtsbaum, für den Lucy sich allerdings überhaupt nicht interessierte und dem sie daher praktische keine Beachtung schenkte: Sie hatte nur Augen für die beiden Personen die sich links neben dem Baum befanden: Ihre Eltern! Lucy rannte auf sie zu, mit Tränen in den Augen und umarmte sie.

An dieser Stelle beschloss Tom, der bis dahin alles gewissermaßen mit angesehen hatte, die drei alleine zu lassen und verließ daher den Traum und machte sich zurück auf den Weg in sein Zimmer. Auch jetzt lag er wieder lange wach und konnte nicht einschlafen, da er ständig an Lucy denken musste und an ihr Wiedersehen mit ihren Eltern. Denn auch wenn Tom es niemals anderen gegenüber zugeben würde, aber auch sein größter Wunsch war es, einmal an einem Weihnachtsabend seine Eltern in die Arme zu schließen….
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Freitag, 11. Dezember 2009, 00:00

11. Dezember 2009

Muggelbräuche
von Madeline89 & Samantha Parkinson


"Warum muss Dumbledore ausgerechnet jetzt zu Weihnachten diesen blöden Muggelbrauch hier einführen?" Draco Malfoy war außer sich vor Wut. Seine Freunde pflichteten ihm bei.

Der Leiter von Hogwarts, der Schule für Zauberei und Hexerei, hatte sämtliche Schüler aller Häuser aus dem alten Hut ein Blatt Papier nehmen lassen, auf dem der Name eines Mitschülers stand. Jeder von ihnen sollte dem jeweils anderen ein Geschenk machen auf der Hogwartschen Weihnachtsfeier.

Damit keiner der Schüler sich selbst zog, hatte Dumbledore die Papierchen verhext.

"Ausgerechnet die musste ich ziehen“, Draco warf den Zettel, den er gezogen hatte, quer durch den Slytherin Gemeinschaftsraum. "Ausgerechnet dieses Schlammblut Granger."

Zur selben Zeit ging im Gemeinschaftsraum der Gryffindors auch einiges ab. Harry Potter hatte Ginny Weasley gezogen, Ron Weasley Hannah Abbott von Hufflepuff und Hermine Granger... nun ja, das Mädchen hatte Draco Malfoy auf ihrem Stück Papier zu stehen. Natürlich war sie alles andere als begeistert.
"Wie viel Pech kann eine einzelne Person denn haben?"

Resigniert starrte die Gryffindor auf den Zettel und hätte ihn am liebsten ins Feuer geworfen. Aber geändert hätte sie damit auch nichts. Albus Dumbledore hatte ihnen gesagt, dass registriert wurde wer wen gezogen hatte, sodass sich niemand davor drücken konnte.
Was sollte sie dem Slytherin nur schenken? Draco Malfoy prahlte doch immer damit, dass er alles hatte, was er wollte. Vielleicht etwas aus der Muggelwelt?

Hermine hatte ein paar Ideen:
- Gutschein für Zahnarztbesuch bei ihren Eltern
- Knigge fürs gute Benehmen
- eine Impfung gegen die Schweinegrippe

Sie musste lachen. Ron und Harry sahen sie an. "Was ist denn so lustig?" fragte Ron.

"Ach nichts."

Zur selben Zeit überlegte auch Draco Malfoy, was er der verhassten Gryffindor schenken sollte. Ihm kamen ein paar Ideen:

- ein verhextes Collier aus der Familienschatzkammer
- eine Ampulle Trollgift
- ein Buch über schwarze Magie
Doch so recht waren beide nicht mit den Ideen zufrieden.

Draco starrte ins Feuer, während ihm allerlei Gedanken durch den Kopf gingen. Schließlich hob er den Kopf und bemerkte, dass Pansy sich neben ihn gesetzt hatte und ihn musterte.

"Was ist wenn du ihr etwas schenkst, womit sie gar nicht rechnet? Etwas Nettes. ich habe gehört dass sie dich gezogen hat und wird dir bestimmt irgendwas schenken was du garantiert nicht brauchen kannst. Also dreh den Spieß um und schenk ihr ... vielleicht schöne Schreibfedern."

Nachdenklich sah Draco die Hauskameradin an.
Pansy lachte laut auf. "Oder Schulbücher. Die liebt sie doch so sehr."

Draco verdrehte die Augen. Warum musste das Schlammblut ausgerechnet ihn ziehen und er sie?

"Wen hast du denn gezogen, Pansy?" fragte er hämisch. Da verzog die Slytherin das Gesicht.

"Das weißt du doch ganz genau."

Oh ja, Draco wusste es. Sie hatte Neville Longbottom gezogen. Er stand auf und beschloss, zur Eulerei zu gehen, um seine Mutter zu fragen.
Dort angekommen schrieb er schnell einen Brief und ärgerte sich das nicht schon im warmen Gemeinschaftsraum gemacht zu haben und schickte dann seine Eule los.

Danach verschwand er schnell wieder aus der zugigen Eulerei.
Hoffentlich konnte seine Mutter ihm helfen. Narcissa hatte doch immer so gute Ideen und dafür liebte er sie.

Die Eule flog schnell und erreichte Narcissa Malfoy nach 3 Stunden. Die blonde Frau freute sich, Eulenpost von ihrem Sohn zu kriegen und las den Brief schnell durch.

Julklapp... Ihr kamen Erinnerungen hoch. So hatte sie Lucius näher kennengelernt, denn das gab es schon zu ihrer Schulzeit. Aber warum musste ihr Draco ausgerechnet für dieses überkluge Gryffindormädchen was aussuchen? Dieses Schlammblut.
Sie seufzte und lehnte sich dann im Sessel zurück um nachzudenken.
Irgendwas musste sich doch da machen lassen was einerseits nett war, andererseits aber nicht bedeutete, dass Draco seine Meinung über diese Gryffindor geändert hatte.

Schließlich huschte ein verschmitztes Lächeln über ihr Gesicht.

Sie ging an ihr persönliches Versteck, wo sie das Tagebuch ihrer Schwester Andromeda aufbewahrte. Sie hatte es aufgehoben, entgegen der Anweisung ihres Ehemannes Lucius.

In dem Tagebuch stand eine detaillierte Beschreibung über ihre Familie, dass nicht alle Slytherins dem dunklen Lord folgten und noch viele andere interessante Dinge. Die Gryffindor würde es sicher interessieren.

Narcissa seufzte. Sie vermisste Andromeda, auch wenn sie mehr auf der Seite ihrer anderen Schwester Bellatrix war... jedenfalls bisher.

Sanft strich sie über den schwarzen Einband des Buches, der von silbernen Verzierungen umgeben war und in dessen Mitte lauter kleine grasgrüne Smaragde eingearbeitet waren.

Sie schnürte das Buch zu einem Paket, schrieb ihrem Sohn einen Brief dazu und schickte es auf die Reise nach Hogwarts.
Unterdessen zerbrach sich auch Hermine den Kopf. Ihre beiden freunde waren ihr nicht wirklich eine Hilfe. Von ihnen kamen keine ernstgemeinten Vorschläge.

Ginny brachte sie dann schließlich auf eine Idee.
"Die Muggel haben doch solche Ratschlagbücher. Das hat Daddy erzählt. Gibt es da auch Benimm Dich Bücher?"

"Ja, das ist es Ginny. Klasse Idee. Kann er gut gebrauchen, dieser Malfoy."
Hermine schrieb an ihre Mutter, dass sie ein Benimmbuch für einen Scherz brauchte und hoffte dass diese es ihr schnell besorgen und schicken würde.
Wenn sie es in Hogsmead besorgen würde, wäre die Überraschung weg weil irgendwer es bestimmt Draco hinterbringen würde. Und sie wollte unbedingt sein Gesicht dabei sehen.
Außerdem war es ja nicht sicher, dass es in Hogsmeade wirklich sowas gab.

Ihre Eltern schickten ihr schnell das Buch und Hermine war zufrieden. Sie verpackte es schön und legte es in ihren Nachttisch.

Dann ging sie zu Harry und Ron und verkündete stolz, dass sie das Julklapp Geschenk hatte.

Harry und Ron starrten sie mit großen Augen und offenen Mund an.

"Was ist es, was du Malfoy schenkst, Hermine. Uns kannst du es doch sagen," quengelte Ron.

"Nein. Ihr werdet es sehen, wenn jeder seine Geschenke kriegt."
Sie lächelte die Freunde an und freute sich auf die Gesichter, wenn alle ihre Geschenke auspackten.

Sie musste zugeben, gespannt darauf zu sein, was sich Malfoy für sie ausgedacht hatte, denn natürlich war durchgesickert, dass er sie gezogen hatte. Sie hatte gehört wie zwei Slytherins sich darüber unterhalten hatten und rechnete mit einer Gemeinheit. Hinweise dazu glaubte sie aus den Satzfetzen entnommen zu haben.

Unterdessen hatte Draco das Buch erhalten und den Brief seiner Mutter gelesen.
Er fand die Idee sehr gut. Seine Mutter hatte immer gute Ideen. Und die olle Granger würde es sicher ärgern, herauszufinden, dass die Gryffindors doch nicht nur die Guten und die Slytherins nur die Bösen waren.

Am Wochenende ging es für alle Schüler wieder nach Hogsmead. Ron kaufte dort ein Buch über Pflanzen für Hannah, weil er wusste, dass sie Pflanzen mochte und Harry kaufte ein Zauberkugel für Ginny, wo sie drin sehen konnte, wo sich die Person, die sie sehen wollte, gerade befand. Natürlich ging das nur über einen begrenzten Bereich, aber innerhalb Hogwarts war es möglich, jemanden ausfindig zu machen. Dazu kaufte er ihr eine Packung Pralinen.
Hermine kaufte aus einer Laune heraus einen magischen Kalender, der nur seinem Besitzer die eingetragenen Termine und Notizen offenbarte.
Warum hätte sie selbst nicht sagen können.
Als sie alle zurück im Schloss waren, legte Hermine den Kalender in ihren Nachtschrank.

Am nächsten Tag war es endlich soweit. Die Schüler würden von den anderen Schülern endlich ihre Geschenke erhalten.

Am Morgen waren die Gryffindors eifrig beschäftigt, ihre Geschenke zu verpacken. Ron kam mit dem Einpackpapier nicht zurecht, so dass Hermine ihm helfen musste.

Schließlich lagen alle Geschenke fertig eingepackt in einem Korb, den die Hauselfen später holen würden.

Am Abend warteten die Schüler gespannt, wer was bekommen würde. Überall in der Großen Halle war Getuschel zu hören und auch Hermine war gespannt. Wie würde Malfoy auf das Benimmbuch reagieren?

Sie hatte Ron und Harry doch davon erzählt und die beiden warteten schon sehnsüchtig darauf, was der verhasste Slytherin tun würde.

Draco Malfoy wurde auch ziemlich früh nach vorn gerufen und musste es auspacken. Die Schüler brachen in schallendes Gelächter aus und man merkte deutlich dass sie dem Slytherin die Schmach gönnten.

Besonders Ron konnte sich nicht mehr einkriegen vor lachen.

Irgendwie spürte Hermine, dass sie da über das Ziel hinausgeschossen war. Sie hatte Malfoy ärgern, aber nicht wirklich bloßstellen wollen.

Sie schien ihn auch mehr getroffen zu haben, als sie wollte. Zwar war an seiner Haltung nicht zu erkennen was er dachte, aber irgendwas sagte der Gryffindor, dass sie zu weit gegangen war. Ihr fiel der Kalender ein, der oben in ihrem Zimmer lag und sie beschloss, Malfoy diesen am nächsten Tag zu schenken und damit den misslungenen Streich wieder gut zu machen.

Vollends ein schlechtes Gewissen bekam sie, als sie das Tagebuch auspackte, in das der Slytherin als Lesezeichen noch eine wunderschöne Schreibfeder gelegt hatte. Auch Harry musste zugeben, dass der Scherz nicht wirklich gelungen war.

Sie blickte zum Tisch der Slytherins und in diesem Moment traf sich ihr Blick mit dem von Draco Malfoy.

Als die Gryffindors in ihren Turm zurückkehrten, beglückwünschten Harry Potter und Ron Weasley ihre Freundin zu dem gelungenen Abend.

"Ehrlich, das Gesicht von Malfoy war Gold wert. Das werde ich niemals wieder vergessen“, verkündete Ron stolz.

"Ach sei doch ruhig“, sagte Hermine und ging hinauf zum Mädchenschlafsaal, wo die Jungs keinen Zutritt hatten.

Ron und Harry sahen sich verdutzt an und widmeten sich dann ihren Geschenken.

Am nächsten Morgen war Hermine schon früh wach. Sie verpackte den Kalender und ging Richtung großen Saal, um dort zu frühstücken. Ron und Harry schliefen noch.

Rein zufällig begegnete sie Draco Malfoy im Gang. Der Slytherin sah irgendwie traurig aus, also sprach sie ihn an.

"Hey, Draco. Warte doch mal. Ich muss mit dir reden."

Der Slytherin hob den Kopf und funkelte sie an. "Was willst du, Granger?" fauchte er sie an.

"Ich wollte mich bei dir für das Tagebuch und die Feder bedanken... und mich entschuldigen für das, was du von mir bekommen hast." Sie kramte in ihrer Tasche den verpackten Kalender hervor. "Das hier sollte eigentlich dein Geschenk sein." Hastig gab sie ihm den Kalender und rannte los.

Draco sah ihr verwirrt hinterher, öffnete dann aus Neugierde das Geschenk und freute sich, als er sah, dass es genau der Kalender war, den er am Hogsmead Wochenende vergessen hatte, für sich zu kaufen. 'Vielleicht ist das Schlammblut doch nicht so übel’, dachte er und lächelte.
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Samstag, 12. Dezember 2009, 02:59

12. Dezember 2009

Narzissas Reue
von HufflepuffsUrenkel


„Es war meine Schuld, Zissy. Ich habe dich und Draco mit hineingeritten.“
In zwanzig Jahren Ehe hatte Narzissa Malfoy ihren Mann nicht so unsicher und schuldbewusst erlebt.
„Ich hätte dich davon abhalten sollen“, gestand sie und umarmte ihn. „Ich hoffe nur, Draco kommt davon. Er ist ja fast noch ein Kind!“
„Ich hoffe es auch“, sagte er sanft und küsste sie.
„Mr. und Mrs. Malfoy, mitkommen!“, befahl ein Ministeriumszauberer. Draco, der vorher schon als Zeuge gegen die Geschwister Carrow hatte aussagen müssen, saß bereits auf der Anklagebank.
Narzissa bemühte sich, Gesichter unter den Richtern zu unterscheiden. Scheinbar war Minister Kingsley Shacklebolt nicht unter ihnen, wohl aber Mrs. Bones, Mrs. Edgecombe und der junge Mr. Weasley und natürlich Mr. Vindicator, der Vorsitzende
.
„Mrs. Narzissa Malfoy wird vom Vorwurf der Mitgliedschaft in der Vereinigung der Todesser freigesprochen“, verkündete dieser. „Schuldig ist sie lediglich der Unterstützung der Todesser durch Beherbergung. Da sie bereits einen Monat in Untersuchungshaft war, sieht das Gericht von einer Haftstrafe ab und verurteilt sie lediglich zu einer Strafe von 200 Galleonen.
Mr. Lucius Malfoy wird für schuldig des Einbruchs in das Ministerium, Mitgliedschaft in der Vereinigung der Todesser und Mitwisserschaft an geplanten und durchgeführten Morden sowie Beherbergung der Todesser erklärt. Er selbst hat wohl keine unverzeihlichen Flüche ausgesprochen. Strafmildernd wertet das Gericht sein umfassendes Geständnis und seine Aussagen als Kronzeuge.
Er wird hiermit zu einer zweijährigen Haft verurteilt, wobei frühestens nach 18 Monaten eine Begnadigung möglich ist. Außerdem wird eine Geldstrafe von 1500 Galleonen festgesetzt.
Mr. Draco Malfoy wird ebenfalls schuldig der Mitgliedschaft in der Vereinigung der Todesser sowie der aktiven Unterstützung der Pläne dessen, der nicht genannt werden darf, gesprochen. Strafmildernd wertet das Gericht seine Minderjährigkeit zum Zeitpunkt der meisten Taten. Er wird zu einer viermonatigen Haft in Askaban verurteilt.“

Narzissa Malfoy brach in Tränen aus: „Bitte nicht Draco! Sperren Sie mich ein, aber lassen Sie meinen Sohn!“
„Gesetz ist Gesetz, Mrs. Malfoy!“, antwortete der Vorsitzende schlicht.
Narzissa sah von fern, wie in einem Denkarium, wie ihr Mann und ihr Sohn abgeführt wurden. Sie musste sich zwingen, zu erkennen, dass es wahr war, hinzugehen und Lucius und Draco den Abschiedskuss zu geben.
„Ich komme bald wieder, Mama“, versuchte Draco, sie zu trösten. „Vier Monate werde ich aushalten. Und auch Papa muss ja nicht ewig in Askaban bleiben.“
„Dass dir bloß nichts passiert! Man hört ja Schlimmes über Askaban...“
„Ich werde es überleben. Seit Shacklebolt Zaubereiminister ist, gibt es ja dort keine Dementoren mehr, also vielleicht ist es gar nicht so schlimm.“
„Hoffentlich!“

Auch Lucius Malfoy wirkte konsterniert. „Es tut mir so leid, Zissy! Nicht wegen der Schlammblüter, aber ich hätte dich und Draco nie hineinreiten dürfen. Allein dafür habe ich Askaban verdient.“
Sie gab ihm weinend den Abschiedskuss. „Alles Gute dir! Ich hoffe, sie foltern dich nicht.“

Narzissa durfte den Gerichtssaal verlassen und apparierte vom Atrium des Ministeriums sofort nach Gringotts, wo sie die Überweisungen an das Ministerium tätigte. Lucius hatte ihr die Vollmacht übertragen und Geld genug befand sich im Verlies, dass die insgesamt 1700 Galleonen Strafe die Familie nicht arm machten.
Schlimm war dagegen, wie alle Leute in der Winkelgasse sie anstarrten. Es war, als wollten sie alle sagen „Schaut, da kommt die Todesserin!“ Sie ging durch die Geschäfte, obwohl sie gar nicht die Absicht hatte, irgend etwas Bestimmtes einzukaufen. Überall schauten die Menschen an ihr vorbei – dieselben Menschen, für die sie noch vor einem Jahr die Frau eines reichen und angesehenen Magiers gewesen war.

Sie apparierte nach Hause, wo Tiffy, der Hauselfe, sofort auffiel, dass mit „der Meisterin“ etwas nicht stimmte. Tiffy brachte Tee und fragte, ob Mrs. Malfoy einen bestimmten Zaubertrank benötige. Narzissa jedoch schickte die Elfe aus dem Raum.
Die dienstbaren Geister ersetzten nicht den Mann und den Sohn – schon gar nicht jetzt, wo Weihnachten vor der Tür stand. Beinahe hätte Narzissa sich gewünscht, mit Lucius und Draco in Askaban zu sein, statt alleine in diesem riesigen Palast.

Die nächsten Tage über wurde ihre Laune nicht besser. Eine Besuchserlaubnis für Lucius und Draco in Askaban bekam sie erst für den 2. Januar des nächsten Jahres. Dracos und Lucius’ Bilder konnten nicht sagen, wie es den realen Personen in Askaban ging.
Die Hauselfen schmückten das Haus weihnachtlich, wie jedes Jahr, bis Narzissa ihnen verbot, noch weitere Lichterketten aufzuhängen und befahl, den Großteil des Christbaumschmucks wieder einzupacken.
Vor allem an den Abenden saß Narzissa traurig im Salon. Sie blickte immer wieder auf die Bilder ihrer Eltern, die längst verstorben waren, ihrer Schwester Bellatrix, die in der Schlacht um Hogwarts getötet worden war, ihres Mannes und ihres Sohnes, die in Askaban saßen.
Eines Tages fiel ihr eine leere Stelle zwischen dem Bild ihrer Eltern und Bellatrix’ Bild auf. Was war...? – Natürlich! Andromedas Bild war dort gehangen, vor dem großen Krach zwischen ihnen. Wo hatte sie dieses Bild nur hingelegt? Wie ging es Andromeda überhaupt?

Narzissa ging zum Speicher und suchte nach Andromedas Bild. Dabei überlegte sie. Sie hatte im Tagesprophet gelesen, dass unter den Gefallenen der Schlacht von Hogwarts eine ‚Nymphadora Lupin’ gewesen war. Hatte Andromedas Tochter nicht Nymphadora geheißen? Inzwischen könnte sie längst verheiratet sein. Und woher kannte sie den Namen Lupin noch einmal? Auch aus dem ‚Tagesprophet’? Oder war es einer von Dracos Lehrern gewesen? Oder der Bruder eines Mitschülers?

„Kann Fiddy der Meisterin helfen?“, riss ein Elf sie aus den Gedanken.
„Nein – halt, doch, ja! Suche in den Truhen nach allem, worauf der Name ‚Andromeda’ steht. Und schau nach Bildern...“ Sie kramte, bis sie ein Foto von Andromedas Abschlussjahrgang fand. „...dieser Frau!“

Insgesamt vier Bilder fand Narzissa selbst, doch Fiddy brachte zehn weitere, außerdem zwei Briefe und mehrere Zeitungsausschnitte.
Der eine Brief war vom März 1996 datiert. Andromeda hatte darin über Bellatrix’ und der anderen Ausbruch aus Askaban geschrieben. „Zissy, wir dürfen uns nichts vormachen: Er, dessen Name nicht genannt werden darf, ist zurück. Dora und einige ihrer Kollegen hatten den Verdacht schon lange; Ted und ich wollten es, ebenso wie du, nicht glauben, aber wer sonst sollte stark genug sein, um so viele Menschen aus Askaban zu befreien?“

Narzissa hatte ein noch nachträglich ein schlechtes Gewissen, dass sie ihre Schwester damals angelogen hatte. Natürlich hatte sie es von Lucius genau gewusst, dass der Dunkle Lord zurück gewesen war.

Sie las weiter: „Ich habe wenig Hoffnung für Bella. Sollte wirklich er, dessen Name nicht genannt werden darf, sie befreit haben, wird sie nun völlig von ihm abhängig sein. Ich habe aber noch Hoffnung für dich und Lucius. Ich weiß nicht, inwieweit Lucius damals in Todesseraktivitäten verwickelt war. Bei dir hoffe ich, dass du, trotz deiner Meinung über Muggelstämmige, nie soweit gegangen bist, dich ihnen ganz anzuschließen.
Liebe Zissy, da du ja auch Mutter bist, glaube ich, du kannst mich verstehen: Die Umtriebe dessen, der nicht genannt werden darf, sind gefährlich, nicht nur für Muggelstämmige. Du weißt, dass man sich erzählt, dass auch Onkel Orion und Regulus von ihm und seinen Leuten getötet wurden – und beide unterstützten die Sache der Todesser, Regulus sogar aktiv. Wenn es zum großen Krieg kommt, ist auch deine Familie in Gefahr. Der, dessen Name nicht genannt werden darf, wird versuchen, Lucius wieder für seine Sache zu gewinnen und womöglich auch Draco für seine Ziele einzuspannen. Wenigstens das darfst du, wenn du deinen Sohn liebst, niemals zulassen.“

Sie musste weinen, als sie den Brief las. Wie recht Andromeda gehabt hatte! Offensichtlich hatte sie, Narzissa, es damals schon geahnt und den Brief nicht weggeworfen oder zerstört. Den Mut allerdings, mit Lucius darüber zu sprechen, hatte sie nie gehabt. Wenn sie wenigstens Draco ermahnt hätte! Sie hatte eine gute Mutter sein wollen, doch zu einer guten Mutter hätte es gehört, wenigstens zu versuchen, den einzigen Sohn vor dem größten Fehler seines Lebens zu bewahren.
Oder war sie zu feig gewesen? Hatte sie gedacht, der Dunkle Lord werde siegen und so könne man ohnehin nichts mehr unternehmen?

Gedankenverloren sah Narzissa den zweiten Brief an. Er trug einen Trauerrand und enthielt eine Anzeige: „Durch einen feigen Meuchelmord verstarb unser lieber Mann, Vater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Ted Tonks. In stiller Trauer: Andromeda Tonks, Nymphadora Lupin, geb. Tonks, im Namen der Verwandten“, hieß es dort schlicht. Darunter hatte Andromeda mit der Hand geschrieben „Ich glaube nicht, dass ihr trauert, aber ihr sollt es wissen!“

„Du Arme!“, sagte Narzissa zu Andromedas Bild. Das Bild reagierte nicht. Natürlich nicht, denn es zeigte Andromeda als junges Mädchen, noch bevor sie Ted geheiratet und Nymphadora geboren hatte. Ein Bild wusste so viel, wie die Person, die es zeigte, zum Zeitpunkt der Aufnahme gewusst hatte. Ganz selten konnten Bilder mit dem, den sie darstellten, kommunizieren.
Narzissa sah die Bilder nochmals durch: Ein Bild mit ihrem Schwager und ihrer Nichte besaß sie nicht. Warum hatte sie den Kontakt mit Andromeda abreißen lassen? Natürlich, Andromeda hatte einen Schlammblüter geheiratet und sie, Narzissa, einen Anhänger des Dunklen Lords. Narzissa war, wie auch Bellatrix, nicht auf Andromedas Hochzeit gewesen. Umgekehrt waren auch Andromeda und Ted nicht auf Narzissas Hochzeit gekommen. Doch nun war die ungeliebte Schwester die einzige Verwandte in Freiheit – und vielleicht war sie genau so einsam. Die Formulierung „Schwager und Onkel“ ließ zwar vermuten, dass Ted noch Geschwister hatte, doch wer konnte sagen, ob diese noch lebten?

Ihr zitterten die Finger, als sie zur Feder griff. „Liebe Meda!“, schrieb sie. „Du wirst überrascht sein, nach all den Jahren wieder einen Brief von mir zu bekommen. Ich kann mit dir fühlen...“ Nein, so konnte sie es nicht schreiben. Sie nahm ihren Zauberstab und sprach einen Löschzauber. „Ich habe gelesen, dass unter den Gefallenen der Schlacht von Hogwarts auch eine Nymphadora Lupin war. Ist das deine Tochter? Hatte sie geheiratet?
Mein Beileid für Ted und, wenn es so ist, für Nymphadora! Ich konnte nicht eher schreiben, denn ich war im Untersuchungsgefängnis. Lucius und Draco sind, wie du weißt, nach Askaban gekommen.
Liebe Meda, ich glaube, es ist für mich Zeit, mich zu entschuldigen. Du hattest Recht, mich zu warnen, doch ich wollte es nicht hören. Nun sind wir beide allein.
Ich bitte dich, mir zu verzeihen! Vielleicht können wir uns irgendwann wieder sehen.
Deine Schwester Zissy.“

Sie band den Brief ihrer Schleiereule um.
Am nächsten Morgen landete ein roter Brief in Narzissas Ankleideraum. Sie musste sich überwinden, ihn zu öffnen.
„DU WAGST ES, MIR NACH ALLEM, WAS PASSIERT IST, NOCH ZU SCHREIBEN?!“ schrie die Stimme. „DU WILLST ALLEN ERNSTES DEINER SITUATION MIT DER MEINEN VERGLEICHEN?!
WO WARST DU, ALS TED ERMORDET WURDE? WENN DICH DIE MENSCHEN, DIE DU SCHLAMMBLÜTER NENNST, SCHON NICHT INTERESSIEREN, DANN HÄTTEST DU WENGISTENS DEINE FAMILIE NICHT VERGESSEN DÜRFEN?
DU BIST GENAU SO DEM, DESSEN NAME NICHT GENANNT WERDEN DARF, BIS ZUM ENDE GEFOLGT WIE LUCIUS UND BELLATRIX.
DANK LEUTEN WIE EUCH SIND TED, DORA UND REMUS, IHR MANN, NUN TOT. TEDDY, MEIN ENKEL, WIRD OHNE ELTERN AUFWACHSEN.
DU WIRST NÄCHSTES JAHR MIT DEINEM TODESSERMANN WIEDER EIN SCHÖNES LEBEN FÜHREN. GIB ES ZU, SPÄTESTENS DANN WIRST DU MICH VERGESSEN! MEIN MANN, MEINE TOCHTER UND MEIN SCHWIEGERSOHN WERDEN DAGEGEN NIE MEHR LEBENDIG!“

Der Heuler explodierte. Narzissa musste weinen, doch sie konnte ihrer Schwester nicht böse sein. Andromeda hatte ja wirklich Schlimmes erlebt und sie, Narzissa, war nicht an ihrer Seite gestanden.
Sollte sie nun aufgeben? Akzeptieren, dass die Bande zu Andromeda ein für alle Mal durchschnitten waren, und dass sie, Narzissa, es verschuldet hatte? Sicher, Bellatrix und später Lucius waren die treibenden Kräfte gewesen, doch Narzissa war immer auf deren Seite gewesen.
Sie entschied sich, noch einmal zu schreiben. Diesmal durfte sie allerdings nicht über ihren eigenen Schmerz klagen.
„Liebe Meda“, schrieb sie letztlich. „Du hast Recht, ich habe versagt. Als Schwester, weil ich den Kontakt habe abreißen lassen und dir nicht einmal nach Teds Ermordung geschrieben habe, aber auch als Ehefrau und Mutter, indem ich bedenkenlos zuließ, dass mein Sohn auf den dunklen Weg kam und ihn sogar noch unterstützt habe.
Ja, ich sehe es ein, es sind Leute wie ich, die wir dem Dunklen Lord gefolgt sind, die Schuld daran haben, dass Unschuldige wie Ted, Dora und ihr Mann ermordet wurden. Leute, die keine Massenmörder waren, aber die Mörder in ihrer Umgebung gewähren ließen.
Was auch immer ich an dich schreibe, es nützt nichts mehr. Ich habe versagt und bin zur Verbrecherin geworden. Ich kann nichts mehr tun als dich um Verzeihung zu bitten. Ich bitte dich, dass du mir glaubst, dass es ernst ist.
Ja, ich werde Lucius und Draco wieder sehen, doch gerade, weil ich merke, wie schlimm schon die kurze Zeit ohne sie ist, ist mir klar, wie schlimm es erst für dich sein muss, deren ganze Familie unschuldig ermordet wurde.
Wenn du meine Unterstützung brauchen kannst, dann schreib es mir. Ansonsten kann ich nur noch versuchen, wenn später Draco einmal Kinder haben wird, eine bessere Großmutter zu sein als ich Mutter war und bin.
Mit der Bitte um Verzeihung, Deine Zissy.“

Auch auf diesen Brief folgte die Antwort schon am nächsten Tag, doch es war kein Heuler.
„Liebe Zissy“ stand in dem Brief.
„Danke, dass du es nach dem Heuler nochmals versucht hast. Ich war einfach wütend, als ich deinen Brief las, denn ich konnte es dir nach all den Jahren nicht glauben, dass du es ernst meinst.
Ich glaube dir aber, dass du als Mutter Angst um deinen Sohn hast. Ich hoffe nur, du merkst dir, was du geschrieben hast, bis dein Mann und dein Sohn aus Askaban zurück sind und bis du wirklich Großmutter bist.
Bitte verstehe aber, dass ich noch nicht so weit bin, dich wieder treffen zu können. Wir können uns aber schreiben und vielleicht ändere ich meine Meinung noch.
Wenigstens geht es Teddy gut. Er ist gesund und wächst. Harry Potter, der sein Pate ist, unterstützt mich nach Kräften. Es ist ein Trost für mich, dass ich wenigstens einen gesunden Enkel haben darf.
Dir wünsche ich frohe Weihnachten und dass Lucius und Draco ohne bleibende Schäden, aber mit einer anderen Einstellung nach Hause kommen,
Deine Schwester Meda.“

Narzissa hängte Andromedas Bild dorthin, wohin es gehörte. Das Bild schien fröhlicher zu schauen als am Vortag.
Sicher konnte sie das Geschehene nicht ungeschehen machen, doch war es für sie ein Weihnachtsgeschenk, dass ihre Schwester ihr zumindest noch eine Chance zu geben schien.
„Ich werde mein Bestes versuchen, auch bei Lucius und Draco, das verspreche ich dir!“
Sie küsste das Bild und ignorierte, dass die junge Andromeda auf dem Bild sich an den Rahmen drückte, um Narzissas Lippen nicht zu spüren.
Bellatrix auf dem Bild daneben schaute grimmig, sagte aber nichts.
‚Du warst zu lange Todesserin und zu lange in Askaban, Schwesterherz’ dachte Narzissa. ‚Soweit soll es nie wieder mit jemand aus meiner Familie kommen. Du hättest eine große Magierin werden können, wenn du dich nicht der falschen Sache angeschlossen hättest.
Und niemand aus den Familien Malfoy und Black soll enden wie du.’
Sie brachte das Bild mit einem Zauber zum Schweigen, als Bellatrix zum Schimpfen ansetzte. Andromedas Bild grinste: „Endlich wirst du vernünftig, Zissy! Vielleicht feiern wir doch noch Weihnachten.“
.



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Harry Godric

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Sonntag, 13. Dezember 2009, 00:41

13. Dezember 2009

Adventszeit im Schloss
von Nafrettop01


Es ist das zweite Adventswochenende in Sicht. Der leise und stetige Schneefall lässt Hogwarts und die Ländereien wie einen großen Puderzuckerkuchen wirken.
Die Weihnachtsstimmung ist überall zu spüren. Selbst Peeves wurde mit klingenden Glöckchen friedlich summend durch den Zauberkunstkorridor schwebend gesehen.
Nur die strengen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Schlossgelände konnten die herannahenden Festtagsgefühle überschatten. Deshalb saßen Harry, Ron und Hermine vor dem Kaminfeuer im Gemeinschaftsraum und beratschlagten, ob sie Hagrid einen Besuch abstatten sollten.
„Come on, jump over your shadow“ (Komm schon, spring über deinen Schatten) meinte Hermine zu Ron, nachdem er zum wiederholten Male irgendwelche Bedenken geäußert hatte. „ Human Meier, there my hairs stand up to the mountain,” (Mensch Meier, da stehen mir die Haare zu Berge) meinte er beim Anblick der Dementoren am Waldrand. „It´s not good cherry-eating with them“ (Es ist nicht gut Kirschen essen mit denen)
„I think I spider, you walk me animally on the cookie Ron“ (Ich glaub ich spinne, du gehst mir tierisch auf den Keks), erwiderte Harry, da es ja nicht ihre erste Begegnung mit diesen dunklen Gestalten war. „Tell me nothing from the horse, you have not more all cups in the board“ (Erzähl mir keinen vom Pferd, du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank) schnaubte er. “Your are so a fear-rabbit.“ (Du bist so ein Angsthase)
“Heaven, ass and thread! I hold it in head not out” (Himmel, Arsch und Zwirn! Ich halts im Kopf nicht aus) unterbrach Hermine die beiden Streitenden. „I´m foxdevilswild“ (Ich bin fuchsteufelswild), kommentierte sie das Wortgefecht zwischen den Jungen.
"My dear Mister singing-club!" (Mein lieber Herr Gesangverein) sagten Harry und Ron gleichzeitig, und wunderten sich über Hermines lautstarke Reaktion.

“Now hold meal the air on,” (Nun haltet mal die Luft an) sagte sie, und brachte die Beiden wieder zurück zum Thema Adventsbesuch bei Hagrid. „Naturally will the dementors not making itself me nothing you nothing out of the dust. (Natürlich werden sich die Dementoren nicht mir nichts dir nichts aus dem Staub machen)“ But we not throw the towel.“(Aber wir werden nicht das Handtuch werfen)
Und Hermine legte ihnen ihren Plan vor. Darin sollte Krummbein der Hauptbestandteil eines Ablenkungsmanövers sein. Mit seinen Fähigkeiten als Kniesel-Mischling, die weit über die Möglichkeiten einer Katze hinausgehen, sollte Krummbein in der Lage sein, dass Bewusstsein der Dementoren anzusprechen.
„I will be no game spoiler, but you are heavy on the woodway,“(Ich will kein Spielverderber sein, aber du bist schwer auf dem Holzweg) unterbrach sie Ron. „Dementors not go him on the glue.“ (Dementoren gehen ihm nicht auf den Leim)
„Nothing for ungood, (Nichts für Ungut) erwiderte Hermine, „I know, I am a clever mountain and a better knower, (Ich weiß, ich bin ein Schlauberger und eine Besserwisserin) but this is no emergency lie. (aber das ist keine Notlüge). Sie erzählte ihnen, dass sie nach den speziellen Wahrnehmungsfähigkeiten Krummbeins auf den Gedanken gekommen war, das einmal in die andere Richtung auszuprobieren. Der Kater wurde von ihr zu einem der Dementoren geschickt, und es gelang Krummbein, ihn soweit zu irritieren, dass er ihm eine Zeitlang folgte, und er damit seinen Posten verließ.
„Me goes a light open!” (Mir geht ein Licht auf) rief Harry. „You are not nine time clever, (Du bist nicht neunmalklug), “You are heavy on wire, (Du bist schwer auf Draht) und stimmte ihrem Plan zu.
„Nothing for ungood but stay on the carpet“ (Nichts für Ungut aber bleib auf dem Teppich) meinte Ron zu Hermine, sich immer noch über Harrys Lobhudelei wundernd. Gleichzeitig machte er sich laut Gedanken, ob Hagrids Felsenkekse die ideale Adventsleckerei wäre, oder ob ein Besuch in der Küche nicht die bessere Alternative sei. „I love Blackwood Cherrycake“ (Ich liebe Schwarzwälder Kirschtorte) stimmte Hermine überraschend zu, die ja sonst eher zurückhaltend bei zusätzlicher Elfenarbeit war. "Us runs the water in the mouth together." (Uns läuft das Wasser im Mund zusammen)
"Equal goes it loose", (Gleich geht's los) sagte Harry, und sprintete zur Treppe Richtung Schlafsaal, um den Tarnumhang zu holen. „Sorry, but your englisch is under all pig!” (Entschuldige, aber dein Englisch ist unter aller Sau) rief ihm Hermine lachend hinterher.

Wieder zurück warf Harry den Umhang über alle Drei, Krummbein schnurrte schon in Hermines Armen, und mit einem Blick auf die Rumtreiberkarte machten sie sich auf den Weg zur Eingangshalle. Von Ferne konnten sie gerade noch Filch erkennen, der mit Mrs. Norris in einen anderen Korridor abbog. „ His go home tip corner became bigger and bigger,“ ( Seine Geheimratsecken werden größer und größer) flüsterte Hermine kichernd und handelte sich missbilligende Blicke von den Jungen ein, die die Haarprobleme des Hausmeisters jetzt nicht für wichtig hielten.
Im dritten Stock gingen sie an einer Gruppe von Rüstungen vorbei, die, zwar etwas schräg, aber unverkennbar „Last christmas“ (Lasst Weihnachten)sangen. Harry wunderte sich, woher die Blechköpfe Muggelweihnachtsmusik kannten, aber konzentrierte sich weiter auf seine Karte. Ohne Störungen gelangten sie bis zur Tür, die wunderbarer Weise nicht verschlossen war. Leise eilten sie die Treppe hinunter, und bahnten sich einen Weg durch den Schnee Richtung Hagrids Hütte. Unvermittelt tauchte Hermine unter dem Tarnumhang hervor, juchzte und drehte summend einige Kreise durch den hohen Schnee. “It christmast very and I must a cocaine waltz dance!” (Es weihnachtet sehr und ich muss einen Schneewalzer tanzen)
„You are going me on the alarm clock, (Du gehst mir auf den Wecker) meinte Ron und hielt Ausschau nach den Dementoren. Und tatsächlich, hinten am Waldrand schwebten zwei der düsteren Gestalten über das verschneite Gelände. Hermine flüsterte Krummbein leise ins Ohr und ließ ihn laufen. Kurze Zeit später sprang er vor den Dementoren auf und ab, und es dauerte nicht lange und sie folgten Krummbein Richtung See.
"Me falls a stone from heart, this makes him so fast nobody after" (Mir fällt ein Stein vom Herzen, das macht ihm so schnell keiner nach) stellte Ron erleichtert fest, und die Freunde gingen weiter zur Hütte. Dort angekommen, klopfte Harry an die Tür, und Hagrid öffnete kurz danach bewaffnet und mit besorgtem Blick.
“Bequiet you and take your armtits down,” (Beruhige dich und nimm deine Armbrust runter) sagte Harry etwas erschrocken. „Ah, you are it,“ (Ah, ihr seid es) grummelte Hagrid und ließ sie ein. Die Drei traten über die Schwelle, stellten fest, dass die Hütte noch wenig weihnachtlich geschmückt war, und erklärten dem verdutzten Hagrid, dass sie eine kleine Adventsfeier mit ihm geplant hatten.
Und obwohl sie in der Eile vergessen hatten, in der Küche vorbeizuschauen, und sie deswegen Hagrids Vorräte plündern mussten, worauf er nur meinte:“ No clock thing,“ (Keine Ursache) wurde es ein heiterer und auch besinnlicher Adventsabend.
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Montag, 14. Dezember 2009, 00:00

14. Dezember 2009

Der stellvertretende Schulleiter
von Wizzie


Ein lautes Klopfen an der Tür kündigte den Besucher an.
„Herein“, rief Minerva McGonagall fröhlich und sah von ihrem Schreibtisch auf, der mit einem Koffer, Kleidung und allerlei kleinen, hübsch eingepackten Geschenken übersät war.
Die Tür des Schulleiterbüros wurde geöffnet und Neville Longbottom trat ein.
„Sie wollten mich sprechen, Schulleiterin.“
Minerva wies mit ausgestrecktem Arm auf einen Stuhl vor dem Schreibtisch und Neville setzte sich.
„Wie sie ja wissen, werde ich das diesjährige Weihnachtsfest nicht in Hogwarts verbringen, sondern meine Cousine in Schottland besuchen, die ich seit beinahe fünfzig Jahren nicht mehr gesehen habe“, sagte die Schulleiterin und setzte sich ebenfalls.
Neville nickte lächelnd. „Das ist mir bekannt.“
Auch Minerva McGonagall nickte. „Da sie seit diesem Jahr der stellvertretende Schulleiter sind, fällt somit die Aufgabe an sie, das Festbankett mit den Schülern zu verbringen, die nicht nach Hause abreisen werden.“
Ein leises Murren kam von der Wand hinter McGonagall, doch diese schien dies zu ignorieren. Neville jedoch sah auf und entdeckte das Portrait von Severus Snape, der mit gerunzelter Stirn den Ausführungen der Schulleiterin folgte.
McGonagall fuhr fort: „Nun, das ist eigentlich sogar schon alles, Neville. Ich wollte sie lediglich an ihre Pflichten erinnern und ihnen viel Glück und vor allem Freude beim diesjährigen Weihnachtsfest wünschen. Ich bin mir sicher, sie werden die Aufgabe zu aller Zufriedenheit meistern.“ Abermals ertönte ein abfälliges Geräusch hinter McGonagall, doch wieder ließ sie sich nicht anmerken, etwas gehört zu haben.
Die Schulleiterin erhob sich und Neville tat es ihr gleich.
„Wann reisen sie ab?“, fragte er, als er den Weg zur Tür zurückgelegt hatte.
McGonagall lächlte. „Ich werde so bald ich mit meinen Vorbereitungen fertig bin vom Astronomieturm starten.“
„Ein frohes Weihnachtsfest, Professor“, sagte Neville und verließ das Zimmer.

„Na, wenn sie sich da mal kein Ei ins Nest gelegt haben, Minerva“, sagte Severus Snape spöttisch.
„Ich vertraue meinem stellvertretenden Schulleiter, Severus“, antwortete die Schulleiterin, was Snape mit einem abfälligen Grunzen quittierte.
„Ich empfand ihre Wahl damals sowieso etwas sonderbar“, sagte Snape arrogant und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: „Immerhin ist es Longbottom.“
Minerva McGonagall wandte sich grimmig an das Portrait ihres Vorgängers. „Neville Longbottom ist ein ausgezeichneter Lehrer in Kräuterkunde. Ich wüsste nicht, warum er nicht dafür geeignet wäre der stellvertretende Schulleiter zu sein.“
Snape lächelte humorlos. „Eben. Er ist ein mäßiger Zauberer mit einem grünen Daumen. Wenn das ausreicht, um in Hogwarts in der Hirarchie aufzusteigen...“ Er beendete den Satz nicht, doch war klar, was er damit sagen wollte.
„Sie zweifeln also an meiner Wahl, Severus?“, fragte McGonagall und zog eine Augenbraue hoch.
„Das würde ich mir nie erlauben“, antwortete Snape mit einem feinen Lächeln. „Ich möchte sie lediglich darauf hinweisen, dass wir von diesem Alraunenfeld-Designer wenig zu erwarten haben.“

„Severus, nun ist es allerdings mal gut“, sagte das Portrait von Albus Dumbledore leise. Dumbledore hatte der ganzen Unterhaltung schweigend zugehört. „Du solltest Minerva nicht die Laune vermiesen und darüber hinaus kein Urteil über einen Lehrer fällen, den du nur als Kind und jungen Mann gekannt hast.“
„Danke Albus, aber ich habe eh Wichtigeres zu tun, als mich hier über irgendwelche Entscheidungen auszutauschen, die allein der Schulleiterin obliegen und nicht einem aufgemalten Ehemaligen“, sagte McGonagall grimmig, machte auf dem Absatz kehrt und verließ den Büroraum, um im daran angrenzenden Schlafraum ihre Reise weiter vorzubereiten. Gerade als sie verschwunden war öffnete sich die Tür, eine Hauselfe kam herein und begann damit, die Regale abzustauben.

„Ich werde hier doch wohl meine Meinung sagen dürfen“, raunte Severus Snape missgelaunt.
„Wenn ich mich recht erinnere haben sie dies bei der Ernennung schon zur Genüge getan, mein Lieber“, entgegnete Dumbledore mit einem Lächeln, was Snape allerdings nicht sehen konnte, da die beiden Portraits nebeneinander hingen.
„Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es eine schlechtere Wahl als diesen Waldschrat hätte geben können, der in seinem Leben scheinbar zu oft an Giftpflanzen geschnüffelt hat“, sagte Snape gehässig.
„Neville Longbottom hat sehr viele Qualitäten, Severus. Dass diese nicht unbedingt Zaubertränke schwierige defensive Magie beinhalten macht ihn noch lange nicht zu einem schlechten Zauberer, Lehrer oder Schulleiter.“ Dumbledore lächelte noch immer, offenbar schien ihn das Gespräch zu amüsieren.
„Wenn mein Körper zu solch einer Reaktion in der Lage wäre, müsste ich nun lachen, Dumbledore“, erwiderte Severus emotionslos.
Snape schüttelte mit dem Kopf. „Und was, wenn die Schule angegriffen wird? Will er diese dann mit Schlingwurz verteidigen?“
Diese Bemerkung wurde von dem Portrait von Phineas Nigellus mit einem unterdrückten Kichern quittiert, was einen missbilligenden Blick von Dumbledore nach sich zog.
„Ich denke, dazu wird es nicht unbedingt kommen, Severus“, antwortete Dumbledore. „Diese Zeiten sind, Harry Potter sei dank, offenbar vorbei.“
„Jetzt fangen sie mir nicht auch noch mit Potter an, Dumbledore“, sagte Severus Snape laut. „Zum Glück hat er sich entschieden Auror zu werden. Ich glaube, ich könnte es nicht ertragen diese selbstgefällige Visage öfter zu sehen, wenn er hier Lehrer...“
In diesem Moment erschien die Hauselfe auf einem kleinen Leiterchen direkt vor Snapes Antlitz und begann den Rahmen abzustauben.
„...geworden wäre“, beendete Snape seinen Satz. „Und wenn du nicht gleich den Abflug machst, dann veranlasse ich, dass man dir Kleidung schenkt!“
Ängstlich quiekend ließ die Elfe sofort davon ab, den Rahmen weiter zu bearbeiten. Sie zückte eine Weihnachtsmütze aus einem Beutel und wollte sie gerade schräg auf die Kante des Rahmens setzen, als Snape bedrohlich knurrte: „Raus!“
Mit einem Satz war die Elfe an der Tür und verließ fluchtartig den Raum.
Dumbledore lachte vergnügt. „Sie tut nur, was man ihr aufgetragen hat, Severus. Und außerdem ist Weihnachten. Das Fest der Liebe.“
Snape murmelte: „Bei Merlin, man möchte brechen...“

Dumbledore seufzte und wollte gerade etwas erwidern, als die Dinge, die auf dem Schreibtisch lagen in die Luft flogen und fein säuberlich in dem bereitgelegten Koffer verschwanden. Minerva McGonagall war wieder in das Büro zurückgekehrt und trug bereits ihren Reiseumhang.
„Ich mache mich nun auf zum Astronomieturm. Ich wünsche allen eine frohe Weihnacht“, sagte sie und nickte den vielen Portraits der ehemaligen Schulleiter zu.
„Wünschen wir dir auch“, erwiderte Dumbledore Minerva McGonagalls Worte, was Snape mit einem Grunzen quittierte.


Neville Longbottom schlenderte langsam durch das nächtliche Schloss. Die Unterredung mit Minerva McGonagall hatte ihn nicht allzu sehr überrascht, wusste er doch, dass die Schulleiterin über das Weihnachtsfest nicht im Schloss sein würde. Ein bisschen freute er sich bereits darauf, den Vorsitz beim Festtagsmahl zu führen.
Seit dem Tod seiner Großmutter war Hogwarts seine Familie und er fühlte sich im Kreis der anderen Lehrer und der Schüler sehr wohl. Gerade an Weihnachten fühlte er hier eine Geborgenheit, die er nirgends sonst bekommen könnte. Natürlich besuchte er an den Feiertagen seine Eltern im St. Mungo-Hospital, doch konnte dies nicht über den Verlust einer echten Familie hinwegtäuschen.
Dies hatte Hogwarts in den letzten Jahren allerdings fast erreicht.
In seinem Hinterkopf hörte er jedoch auch immer wieder das abfällige Murren von Severus Snapes Portrait, doch hatte er es sich mittlerweile angewöhnt so etwas nicht zu nah an sich heran zu lassen. Besonders an Weihnachten wollte er sich die Stimmung nicht von diesem übelgelaunten, aufgemalten Miesepeter verderben lassen.
Er ging weiter seines Weges und schwelgte ein bisschen in Erinnerungen an vergangene Weihnachtsfeste, die er gemeinsam mit seiner Großmutter verbracht hatte. Diese war in der Weihnachtszeit immer eine viel angenehmere, gütigere Person gewesen, als während des Rests des Jahres und so hatte er schöne Jahre damit verbracht an Weihnachten mit ihr Plätzchen zu backen, Weihnachtslieder zu hören und in der Küche den Festtagsbraten zuzubereiten.
Als Kind hatte er lange Zeit unter seiner herrischen Großmutter gelitten, doch die schönen Tage an Weihnachten machten in seiner Erinnerung vieles wieder wett. An den Feiertagen vermisste er die alte Frau und war mittlerweile froh hier in Hogwarts eine Aufgabe gefunden zu haben, die ihn ein bisschen davon ablenken konnte.

Er schlenderte gerade durch einen weihnachtlich geschmückten Korridor, als eine kleine Hauselfe an ihm vorbeigezischt kam und ihn beinahe umgeworfen hätte.
Neville runzelte die Stirn, drehte sich um, doch konnte er keinen Grund für dieses offenbar überhastete Flucht erkennen. Kopfschüttelnd wollte er gerade seinen Weg durch das Schloss fortsetzen, als ihm eine Idee kam.
„Halt, bleib bitte stehen!“, rief Neville der Hauselfe nach, die sofort, wenn auch offenbar widerwillig stehen blieb und sich zu ihm umdrehte.
„Ich habe eine Aufgabe für dich“, sagte Neville. „Nimm dir ein paar Hauselfen zur Unterstützung mit und schmücke das Büro der Schulleiterin so weihnachtlich wie möglich.“
Mit aufgerissenen Augen starrte die Elfe Neville an und dieser erkannte verwirrt einen Ausdruck von Panik im Gesicht des kleinen, runzeligen Wesens.
„Hast du mich verstanden?“, fragte er daher ruhig.
Die Elfe nickte lediglich knapp, schluckte einen augenscheinlich riesigen Kloß herunter und zischte sofort wieder davon. Neville schüttelte verwirrt den Kopf und wandte sich danach direkt an ein an der Wand hängendes Gemälde, das einen alten Zauberer zeigte, der gerade genüsslich an seiner Pfeife sog.
„Guten Abend“, sagte Neville freundlich. „Auch sie können mir einen Gefallen tun. Sagen sie einigen anderen Gemälden bescheid, dass ein großes Fass Wein und einige Speisen durch die verschiedenen Rahmen bis in das Büro der Schulleiterin gebracht werden, um damit eine Feier für die ehemaligen Schulleiter auszurichten.“
„In Ordnung“, sagte der alte Zauberer knapp und verschwand sofort aus seinem Rahmen.

Neville Longbottom sah dem Zauberer zufrieden nach, wie er durch die einzelnen Gemälde huschte.
Ein wenig weihnachtliches Flair würde vermutlich auch Snape gut tun, war er sich sicher.
'Und wer weiß, vielleicht wird ja auch eine Elfe dem Gemälde eine Weihnachtsmütze aufsetzen', dachte er amüsiert und ging lächelnd seiner Wege.
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Dienstag, 15. Dezember 2009, 00:00

15. Dezember 2009

Ein Adventswichtel findet ins Leben
von Shruki


Ein kühler Wind wehte Amelie ins Gesicht, als sie den etwas altertümlich anmutenden Zug verließ. Sie war die einzige, die in dem kleinen einsam gelegenen Ort Hogsmead ausgestiegen war. Unsicher sah Amelie sich um. In diesem Brief, den sie von der Hogwarts-Schule für Zauberei zugeschickt bekommen hatte, stand drin, dass sie abgeholt wurde, doch weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Langsam stieg neben der Unsicherheit auch noch Angst in dem groß gewachsenen 15 jährigen Mädchen auf.

Im letzten halben Jahr war ihre Welt einmal vollständig zusammen gebrochen und in diesem Scherbenhaufen lief sie im Augenblick umher. Sie würde den Tag im März nicht niemals vergessen, als sie ihre Mutter nach der Schule mit einem sonderbaren Blick in der Küche sitzen sah. In einem langen ausführlichen Gespräch hatte ihre Mutter ihr erklärt, dass sie Leukämie habe. Danach waren zwei Chemotherapien gefolgt, die ihre Mutter sehr geschwächt hatten. Amelies Kindheit war mit einem Mal vorbei gewesen. Mitte August war sie dann bei ihrer Mutter im Krankenzimmer, als der Arzt zu ihnen kam und ihnen mitteilte, dass die Behandlung nicht anschlage. Ihre Mutter baute in den folgenden Tagen immer stärker ab und schon Ende September war sie dann gestorben. Da Amelie ihren Vater nie hatte kennen gelernt, war es klar, dass sie zu ihrer Tante Trixi in den Harz ziehen würde. Doch mit dem Testament ihrer Mutter wurde dann auch ein Brief der Hogwarts-Schule für Zauberei zugestellt. Für Amelie war es wie ein Märchen. Sie hatte nicht gewusst, dass es eine Zauberer-Welt gab. Ihre Mutter hatte keine Fähigkeiten besessen, ihre Tante hingegen schon. Bis alles bezüglich des Schulwechselns in die Wege geleitet war, dauerte es noch eine Weile, doch am Morgen des 02. Oktober hatte Tante Trixi sie in den Flieger nach London gesetzt und irgendwie hatte sie es alleine geschafft den Zug nach Hogsmead zu nehmen.

Amelie war noch völlig in ihre Gedanken vertieft, als eine Hand sie an der Schulter berührte. Ein großer rothaariger Mann stand hinter ihr und lächelte sie freundlich an. „Guten Abend. Bist du Amelie Schmitz?“ Seine dunkle Stimme klang sehr angenehm und Amelie war verschüchtert. Sie bekam kein Wort heraus, so dass der Mann das Schild an ihrem Koffer in die Hand nahm, auf dem ihr Name notiert war. „Na, du musst ja auch nicht mit jedem reden. Komm ich nehme den Koffer.“ Und schon zückte er einen Zauberstab und der Koffer schwebte Augenblicke später neben ihnen her, während sie zu Fuß zur Schule, einem beeindruckenden Schloss mit vielen Türmen und kleinen Fenstern hinauf spazierten. Die Nacht brach über ihnen herein, doch komischerweise hatte Amelie keine Angst. Im Schloss erwartete sie die Schulleiterin Professor Mc Gonagall und ihr Führer, er hieß Charlie Weasley, verließ sie. Im Rektorenzimmer wurde sie dann von weiteren Lehrern erwartet. Nachdem sie einen sprechenden Hut, ein sonderbares von Motten befallenes Teil aufsetzen musste, stand fest, dass sie in das Haus Gryffindor gebracht werden sollte. Zum Glück musste sie diesen Hut nicht weiter auf behalten. Professor Mc Gonagall ließ nach einer Hermine Granger rufen, die wenige Minuten später erschien. „Guten Abend Miss Granger. Wir haben eine neue Schülerin, die ich in ihre Obhut geben werde. Da sie dem Alter gemäß in die vierte Klasse gehört, werden wir sie auch in diese schicken. Beim Aufholen des fehlendem Unterrichts der vorherigen Klassen zähle ich auf sie.“ Die Brust des auffallend hübschen Mädchen schwellte vor Stolz. Mit ihr zusammen machte sie die ersten eigenen Schritte im Schloss.

Die ersten Tage in ihrer neuen Schule waren wie ein Märchen, das Wirklichkeit geworden war. Amelie hatte nie etwas mit der Zaubererwelt zu tun gehabt und alles war neu für sie, doch sie war ein kluges Mädchen und nahm alles auf wie ein Schwamm. Hermine war eine gute Lehrmeisterin. Sie stellte Amelie Lernpläne auf, nach denen sie den verpassten Stoff der vergangenen Klassen wiederholen musste. Für Kontakte zu Mitschülern blieb ihr da keine Zeit. Ihr Ehrgeiz ließ es auch nicht zu nur einen Tag den Lernplan außer Acht zu lassen. Oft fand sie nicht einmal Zeit zu schlafen oder zu essen. Dieses Verhalten führte schnell zu einer Isolation. Niemand, mal abgesehen von Hermine, fand zu ihr einen Zugang. Abgeschottet in ihre kleine Welt des Lernens und Zauberns kam Amelie mit den Geschehnissen des Jahres am Besten klar. Sie konnte verdrängen, dass ihre Mutter nicht mehr da war.
Als in der letzten Novemberwoche das Schloss heraus geputzt wurde, aus den Küchen wunderbare Düfte nach außen drangen und und die freudige Spannung unter den Schülern anfing zu steigen, bekam Amelie davon überhaupt nichts mit. Sie verbrachte ihre Freizeit in der kalten zugigen Bibliothek. Die Erkältung ließ auch nicht lange auf sich warten. Madame Pomfrey, die Schulkrankenschwester, gab ihr verschiedene Mittel zur Linderung, doch die Wirkung war nur kurzzeitig, da Amelie sofort wieder in der Bibliothek verschwand, wenn es ihr besser ging. Bei ihrem dritten Besuch auf der Krankenstation gab ihr Madame Pomfrey keine Medizin mehr.

Am Samstag vor dem ersten Advent, Amelie hatte mal wieder den gesamten Tag in der Bibliothek verbracht, ging es ihr wirklich schlecht. Ihre Nase lief ununterbrochen und wenn diese denn man nicht lief, dann hatte sie Hustenanfälle. Gegen 19:00 Uhr gab Amelie es auf. Sie konnte einfach nicht mehr. In den Gängen herrschte munteres Treiben. Gerade als sie auf den Treppen war, machten diese immer wieder Richtungsänderungen. Das brachte Amelie völlig aus dem Konzept. Ohne es wirklich zu merken, landete sie im sieben Stock. Leider sah sie sich außer Stande weiter zu laufen. Sie war einfach nur unglaublich müde. Auch wenn es um diese Jahreszeit empfindlich kalt war im Schloss, merkte Amelie nichts davon. Sie rollte sich wie eine Katze zusammen und schlief.

Anfangs fiel ihre Abwesenheit auch niemandem auf, doch als es ums zu Bett gehen ging, mussten die Vertrauensschüler die Anwesenheit kontrollieren. Da keiner etwas über Amelies Aufenthaltsort wusste, machten sich Ron und Hermine sowie Harry und Ginny, alle samt Siebtklässler, auf die Suche. Im Schloss war es mittlerweile so empfindlich kalt geworden, dass allen vier klar war, dass sie sich mit der Suche beeilen mussten. „Hermine, hast du eine Ahnung, wo sie stecken kann?“ Harry und Hermine hatten sich von Ginny und Ron getrennt um so schneller suchen zu können. „Vielleicht in der Bibliothek, aber da war ich ja bis eben. Ich hätte sie gesehen.“ Hermine machte sich richtige Sorgen um das ihr ans Herz gewachsene Mädchen. „Sie ist gegen Abend gegangen und ich habe sie nicht zurück kommen sehen.“ Trotzdem suchten die beiden dort zuerst. Amelie blieb vom Erdboden verschwunden, so dass sie irgendwann die Hauslehrer informierten. Mitternacht war schon längst vorbei. Eher durch Zufall begegneten sich die Vier in einem Flur im 4. Stock. „Wenn wir doch noch die Karte des Rumtreibers hätten. Die wäre jetzt Gold wert.“ Ron gab seiner Freundin Hermine einen flüchtigen Kuss. „Wir haben sie aber nicht mehr.“ Harry sah zu den beiden Frauen hinüber, die fast im Stehen zu schlafen schienen. „Ihr beiden,“ er deutete auf sie, „geht jetzt mal in den Gryffindor-Turm und haltet da Ausschau nach ihr. Vielleicht kommt sie gleich.“ Dieser Befehl gefiel Hermine und Ginny zwar nicht, aber sie widersetzten sich auch nicht. Als die beiden verschwunden waren, hielte die Jungen Kriegsrat. „So, wo waren wir noch nicht. Die Lehrerschaft sucht indem ersten drei Stockwerken und draußen. Hier im vierten ist sie offensichtlich auch nicht. Wenn sie also überhaupt im Schloss ist, dann in den Stockwerken 5 bis 7.“ Ron nickt nach Harrys Ausführungen. „Ich gehe in den fünften Stock, sofern die Treppen mich da hin lassen. Die spinnen heute nämlich.“ Ron wollte sich schon zum Gehen wenden, als Harry ihn zurück hielt. „Wie meinst du das mit den Treppen.“ Ihm schien das noch nicht aufgefallen zu sein. „Sie wechseln heute besonders häufig die Richtung. Als Ginny und ich eben in den vierten Stock wollten, da sind wir fast 5 Minuten im 7 Stock von einem Turmeingang zum nächsten geschwenkt. Lord Castelly in seinem Bild hat sich fast krumm gelacht. Er hatte einen Heiden Spaß.“ Ron sah Harry einen Moment an, dann machte er sich auf den Weg. Als Harry versuchte über die Treppe in den siebten Stock zu kommen, ging es ihm genauso, wie Ginny und Ron zuvor nur zu seinem Glück wollte er ja auch in das oberste Stockwerk. In den Gängen war es stockdunkel. Systematisch durchforstet er jeden Winkel und als er sich just umdrehen wollte um seine Suche hier aufzugeben, stießen seine Füße gegen etwas weiches auf dem Boden. Es war Amelie, die dort friedlich zu schlafen schien. Mit einem leider im letzten Jahr zu oft geübten Kennerblick sah er schnell, dass sie noch lebte, aber wenn er sie hier ließ, nicht mehr lange. Es war zu kalt. Er nahm sie auf den Arm und brachte sie schnellstens in die Krankenstation von wo er die anderen Suchtrupps aus über den Fund informierte. Als er Amelie vorsichtig in ein Bett von Madame Pomfrey bettete, öffnete das Mädchen kurz die Augen und sah ihn an. Ein dankbares Lächeln erhellte ihr Gesicht, dann schlief sie wieder ein.

Während dessen hatten sich die Lehrer kurz ins Lehrerzimmer zurück gezogen. „Sie lebt! Aber so geht es mit ihr nicht weiter. Wenn sie weiter nur ans Lernen denkt und sich aus allen anderen Belangen raus hält, dann wird sie den Blick für die Realität verlieren und wir kommen nicht mehr an sie ran. Eine gefährliche Mischung für eine Hexe.“ Alle stimmten Professor Flitwick zu, der sich nervös durch seinen Bart strich. Professor Mc Gonagall war während dessen auffallend still. „Ich lasse mir da was einfallen.“ Eine klare Lüge, doch das wusste sie nur selbst, denn sie hatte sich schon etwas einfallen lassen. „Wir müssen alle Morgen zum Adventsessen. Schlafen sie noch ein wenig.“ Damit war die Versammlung aufgelöst. Alle gingen in ihre Schlafgemächer.

Der Morgen auf der Krankenstation war für Amelie sehr interessant. Die Medizin von Madame Pomfrey wirkte schnell. Die Sonne strahlte durch die Fenster in den großen Saal und wärmte Amelies Gesicht. Erst jetzt merkte sie nach langer Zeit, wie schön es war, mal nichts zu tun. So in ihre Gedanken versunken, bemerkte sie nicht, dass Professor Mc Gonagall an ihr Bett getreten war. „Guten Morgen Miss Schmitz. Wie ich sehe, geht es ihnen schon besser!“ Ein freundliches Lächeln war auf dem Gesicht der Rektorin. „Da haben sie uns aber ganz schön auf Trapp gehalten.“ Die Rektorin setzte sich auf die Bettkante. „Nun, da sie eigentlich im siebten Stock nichts zu suchen hatten, muss ich ihnen eine kleine Strafe auferlegen.“ Theatralisch machte sie eine Pause. „Wir haben jetzt die Adventszeit und in der Adventszeit gibt es auch einen Adventskalender. Sie werden dieses Jahr unser Adventswichtel sein. Jeden Tag werden sie einem anderen Schüler ihres Hauses eine kleine Adventsüberraschung zukommen lassen.“ Professor Mc Gonagall zauberte aus dem Nichts eine Liste herbei auf der 24 Namen geschrieben standen. Es begann mit Harry Potter, dem sie heute noch ein Geschenk machen musste, dann folgten viele andere Namen, die sie zum größten Teil nicht kannte. Auch Ginny und Ron Weasley sowie Hermine Granger waren darunter. „Wie Madame Pomfrey mir sagte, dürfen sie schon heute Mittag wieder die Krankenstation verlassen. So haben sie noch den gesamten Nachmittag, um für Mister Potter etwas passendes zu finden.“ Mit diesen Worten Stand Professor Mc Gonagall auf und verließ den Raum. Amelie blieb irritiert zurück. Sie kannte Harry kaum. Wie sollte sie da ein passendes Geschenk finden?

Als sie aufstehen durfte, fragte sie als ersten Madame Pomfrey, die Harry zwar kannte, aber nichts über seine Vorlieben sagen konnte. So kam es, dass Amelie nach ihrer Rückkehr das erste Mal überhaupt das Gespräch mit ihren Mitschülern im Gryffindor-Turm fand. Schnell erfuhr sie von seiner besonderen Rolle im Kampf gegen Voldemord, jedoch half ihr das nichts für die Geschenkfindung. Ein weiteres Hobby schien das Quidditch zu sein. Hier war wohl eher ein Ansatzpunkt, wenn sie nur heraus fand, was das überhaupt war. Es war schon fünf Uhr, als ihr endlich ein Einfall kam. Harry spielte für Griffindor. Sie hatte sich viele Bilder der vergangenen Spiele angesehen. Scheinbar hatte jedes Haus eine Mannschaft mit charakteristischen Farben. Sie war eine gute Zeichnerin, das kam ihr jetzt zu gute. Sie erinnerte sich an Harrys sehr schäbige Schultasche, die ihr aufgrund ihrer Schäbigkeit überhaupt erst aufgefallen war. Sie malte das Wappen der Quidditch-Mannschaft von Gryffindor auf ein Blatt Papier, dann holte sie ihre neue Schultasche aus dem Schrank, sie hatte sie nicht benutzt, seit ihre Tante sie ihr geschenkt hatte. Ihre Alte war ihr lieber gewesen. Mit Hilfe eines Übertragungszaubers brauchte sie das Wappen auf die Tasche. Es sah richtig gut aus. Schnell hatte sie die Tasche in Papier eingepackt und ein Band darum gemacht. Dann schlich sie sich unauffällig zu einem Hauselfen. „Kannst du dieses Paket bitte während des Abendessens an Harry Potter zustellen. Er darf nicht wissen, von wem es ist.“ Der Elf nickte, gewohnt Befehle auszuführen, hinterfragte er es nicht. Im letzten Moment hatte Amelie noch dran gedacht, eine Karte in die Tasche zu legen mit dem Vermerk. „Adventswichtel“

Beim Abendessen machte Harry kein schlechtes Gesicht, als er das Geschenk auspackte. Begeistert zeigte er die Tasche seinen Freunden. Amelie war glücklich. Heimlich schielte sie auf ihre Liste und lass den zweiten Namen. Draco Malfoy! Na Mister Malfoy, dann werden wir Morgen mal sehen, wer sie sind. Bei diesen Gedanken grinste sie glücklich.

Die weiteren Adventstage verbrachte Amelie glücklich mit ihrem Wichteln. Sie blühte förmlich auf. Bei ihren Nachforschungen fand sie regen Kontakt zu ihren Mitschülern und ohne es zu merken, gehörte sie plötzlich dazu. Auch wenn sie so länger für den Schulstoff brauchte. Sie lebte wieder und hatte schnell viele Freunde.
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Mittwoch, 16. Dezember 2009, 00:18

16. Dezember 2009

Chaotische Weihnachten im Fuchsbau
Samantha Parkinson


Während die Kinder vergnügt durch den Schnee tobten und sich eine zünftige Schneeballschlacht lieferten, sah Molly kurz gehetzt auf den Kalender. Noch soviel war zu tun und es blieb wahrlich nicht mehr viel Zeit.
Leise seufzend beugte sich die rothaarige Hexe wieder über ihre Liste und strich einen weiteren Punkt darauf durch.
Die Betten für Hermine und Harry, die mit Ron, Ginny und den Zwillingen am Nachmittag aus Hogwarts hergekommen waren, um im Fuchsbau Weihnachten zu feiern, waren bezogen und bereit. Kurz gestattete Molly sich ein zufriedenes Lächeln, wenn sie an die Überraschungen für die beiden dachte, die sie dieses Jahr nicht nach Hogwarts hatte schicken müssen.
dann jedoch rief sie sich selbst zur Ordnung und begann mit einigen gezielten Schlenkern ihres Zauberstabes die zutaten für weitere Plätzchen zusammensuchte. Sie hatte bei Hermines Mutter nachgefragt welche die junge Hexe liebte.
Während die sich zu einem Teig verkneteten, sah sie aus dem Fenster, ob Arthur nicht bald heimkommen würde. Er hatte versprochen heute im Wald den Weihnachtsbaum zu holen. Doch weit und breit war nichts von ihm zu sehen. Hoffentlich hat er es nicht vergessen, dachte Molly ahnungsvoll, aber genau das war passiert. Als er endlich nach hause kam war es längst dunkel und niemand würde jetzt noch in den Wald gehen.
Am nächsten Morgen holte er es dann nach und ließ sich dabei von Fred und George begleiten. Aber dadurch geriet der Zeitplan durcheinander, denn eigentlich hatte Molly den Baum jetzt schmücken wollen. Nun packte sie eben jetzt die letzten Sachen ein und verbarg sie vor den Kindern.
Während sie die Reste an Geschenkpapier zusammenpackte, dachte sie darüber nach, warum in dieser Familie nie was nach Plan verlaufen konnte. Aber dann war sie doch ehrlich genug sich selbst einzugestehen, dass sie es im Grunde gar nicht anders wollte. Sie liebte ihre chaotische Familie und hätte sie um nichts in der Welt hergegeben.

Endlich hörte sie die drei wieder vor dem haus, wo nun lautes Rufen erscholl und sie nach draußen lockte. Ihr Mann Arthur hatte einen wunderbaren Baum gefunden und der wurde nun gebührend von allen bewundert.

„Bringt ihr ihn heute noch rein oder fällt Weihnachten diesmal auf einen späteren Termin?“
Obwohl Molly versuchte streng zu klingen, hörte man ihrer Stimme durchaus an, dass sie sich ein Lachen verbeißen musste.
„Damit wir heute noch fertig werden, packt jetzt jeder mit an. Ginny und hermine, ihr helft mir in der Küche; Fred und George helfen ihrem Vater hier draußen mit dem Baum und Ron räumt mit Harry das Wohnzimmer auf. Wenn die beiden fertig sind und der Baum steht, will ich keines der Kinder mehr in der Nähe des Wohnzimmers sehen. Also los, hopp, hopp.“
Widerspruchslos fügten sich alle ihren Aufgaben und machten sich daran sie zu erfüllen. Ron hatte Harry und Hermine soviel vom Weihnachtsfest im Fuchsbau erzählt, dass diese mindestens so aufgeregt waren wie die Weasley-Kinder. Schnell war das Wohnzimmer aufgeräumt, sodass Mr.Weasley den Weihnachtsbaum hereinbringen konnte.

Harry brachte die Weasleys zum schallenden Gelächter mit seiner lebhaften Schilderung wie sein Onkel sich immer abgemüht hatte, den übergroßen Baum ins Wohnzimmer zu schleifen.
Hermine und Ginny kamen aus der Küche herbei, um zu erfahren, was es mit dem Heiterkeitsausbruch auf sich hatte und lachten nun herzlich mit.
„Und er hat echt nie aus seinen Fehlern gelernt?“ Hermine war fassungslos.
„Nein, es musste der größte Baum sein, um die Nachbarn zu beeindrucken.“
Kopfschüttelnd gingen die Hexen zurück und Mr. Weasley scheuchte nun auch die Jungen aus dem Wohnzimmer. Ab jetzt würde niemand mehr diesen Raum bis zur Bescherung betreten außer ihm und seiner Frau. Hermine hatte ihre liebevoll verpackten Geschenke bereits an Mrs. Weasley weitergegeben und Harry beeilte sich nun, um es ihr gleich zu tun. Er hatte noch nie ein gemütliches Weihnachtsfest im kreis einer liebevollen Familie verbracht und war entsprechend aufgeregt wie es denn sein würde. In Hogwarts hatte er das erste Mal überhaupt erfahren wie schön es war Geschenke zu bekommen.

Langsam steckte die Vorfreude auch alle Kinder an und am Abend waren sie kaum dazu zu bewegen endlich ins Bett zu gehen. Noch lange wurde in den Zimmern gelacht und gekichert. Doch endlich übermannte auch sie der schlaf und es kehrte Ruhe im Fuchsbau ein.

Am nächsten Morgen wachte Harry früh auf. Er konnte nicht mehr schlafen, dazu hatte Ron ihm zu viel erzählt von den lustigen Weihnachtsfesten im Fuchsbau. Voller Vorfreude machte er sich leise fertig und setzte sich dann auf sein Bett. Schließlich schlug Ron die Augen auf.
„Fröhliche Weihnachten.“

Mit dieser Begrüßung schaffte Harry es den Freund schnell aus dem Bett zu bekommen. Er lachte, auf Rons Neugier war wirklich immer Verlass. Der rothaarige Zauberer stimmt mit ein und machte sich in Rekordzeit fertig. Dennoch waren sie nicht die ersten in der Küche.
Molly lächelte ihnen entgegen und füllte ihre Teller mit Eiern und Schinken. Nach und nach tauchten die anderen Weasleys und Hermine auf.
Nach einem gemütlichen Frühstück konnten sie endlich den Baum bewundern und ihre Geschenke auspacken. Hermine hielt strahlend einen von Molly Weasleys berühmten Pullovern in den Händen. Das dunkle Rot würde ihr ausgezeichnet stehen. Harrys in leuchtendem Grün gestricktem Pullover entlockte den anderen dagegen verdutzte Blicke. Slytheringrün?
„Was habt ihr denn? Passt doch gut zu seinen Augen.“ Molly sah sich um und schüttelte den Kopf.

Sie zwinkerte Harry zu und der erinnerte sich kurz daran, wie sein erster Abend verlaufen war, als der Hut ihn fast wirklich nach Slytherin gesteckt hätte. Aber davon konnte die Mutter seines besten Freundes nun wirklich nichts wissen. Also war es wohl doch nur ein Zufall oder bezog sich eben auf seine Augen.
Das Weihnachtsgeschenk der Dursleys löste eigentlich nur bei Mr. Weasley Begeisterung aus. Sie hatten ihm eine alte Büroklammer ohne Gruß dazu geschickt. Arthur Weasley strahlte, als harry sie ihm weiterschenkte.
Abwechselnd packte jeder sein Geschenk aus und die anderen kommentierten es entsprechend. Hermine hatte den Freunden natürlich nützliche Bücher geschenkt, was bei denen natürlich nicht eben große Begeisterung auslöste, von Mrs. Weasley aber sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde. Schon allein deswegen, aber auch weil Hermine eh nicht locker lassen würde, machten sie gute Miene zum bösen Spiel.
Bald türmte sich ein stattlicher Berg Geschenkpapier neben dem Baum und Harry wandte sich an die Familie seines besten Freundes.
„Ich wollte mich für dieses wunderbare Fest bedanken. Ich habe schon gedacht Weihnachten in Hogwarts ist wunderbar, aber hier ist es noch viel schöner.“

Molly war ernst geworden, auch wenn man ihren Augen die Freude über das Kompliment mehr als deutlich ansah: „Du hast bei den Dursleys nicht viel zu lachen gehabt. Ich freue mich wenn wir dir hier zeigen konnten, wie Weihnachten wirklich ist, wenn man es mit jemandem verbringt der einen mag. Und irgendwie gehört ihr beiden, du und Hermine genauso, zu unserer Familie und ihr werdet hier immer willkommen sein.“
Doch der Ernst blieb nicht lange bestehen und bald saßen alle wieder lachend und scherzend beieinander.
Der Tag verging unter allerlei Späßen der Zwillinge und abends saßen sie wieder alle in der gemütlichen Küche des Fuchsbaus und genossen das Weihnachtsessen, mit dem Molly sich selbst übertroffen hatte. Harry glaubte noch nie etwas so Leckeres gegessen zu haben und in Hogwarts hatte es ihm eigentlich immer geschmeckt.
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Donnerstag, 17. Dezember 2009, 00:24

17. Dezember 2009

Schwarze Weihnacht doch schneeweiß
von Rockgirl44


, Jedes Jahr das gleiche‘, dachte Sirius deprimiert, während er aus dem Fenster seines Zimmers blickte. Draußen schneite es und verwandelte London in ein weißes Paradies. Am liebsten wäre er nach draußen gerannt um eine Schneeballschlacht zu veranstalten, wie er es in Hogwarts zusammen mit seinen Freunden immer tat. Stattdessen saß er in dem Haus seiner Eltern fest. Was würde er nur dafür geben in Hogwarts zu sein wie alle seine Freunde? Selbst James, welcher bisher sonst immer Weihnachten bei seiner Familie verbrachte, war dageblieben. Nur Sirius war dazu verdammt nach Hause zu fahren. Dabei war der junge Black nicht einmal erwünscht. Schließlich war er ein Gryffindor und dazu ein Muggelfreund. Einen Umstand, der seinen Eltern als überzeugte Reinblutfanatiker überhaupt nicht gefiel. Dennoch musste er hier sein, weil es sich laut seiner Mutter so gehörte. Bei dem Gedanke verzog Sirius das Gesicht verächtlich. Schließlich wurde sie so ständig mit ihrem ach so missratenem Sohn konfrontiert und musste sich dem Gespött ihrer Verwandten aussetzen. Nicht dass es für Sirius von Interesse wäre, denn die Gefühle seiner Mutter waren ihm schon lange egal. Dennoch wollte er verstehen, warum er hier war. Kurz nachdem das Weihnachtsessen begonnen hatte war Sirius dank eines sarkastischen Kommentares gleich auf sein Zimmer verbannt worden und durfte erst zur Bescherung herauskommen. Vielleicht wollten seine Eltern ihren Sohn nicht mehr in ihrem Blickfeld haben. , Wer weiß, was in dem Kopf dieser Spinner vorgeht‘, dachte Sirius als plötzlich sein Magen knurrte. Ein weiterer Umstand, der dem jungen Black nicht passte. Er hatte kaum etwas gegessen, dank des Rauswurfes. Dabei war für ihn Essen eines der wichtigsten Tätigkeiten der Welt. Bei dem Gedanken an das leckere Festmahl in Hogwarts zog sich sein Magen schmerzhaft zusammen. Krampfhaft versuchte sich der junge Black abzulenken von dieser einzigen Misere. Gelangweilt holte er eine Kiste unter seinem Bett hervor, welche nur durch Blut seines Eigentümers geöffnet werden konnte. Ein Geschenk von seiner Cousine Bellatrix zum letzten Weihnachtsfest. Anfangs hielt er das Geschenk für eine der üblichen wahnsinnigen Ideen seiner Cousine bis er bemerkte wie praktisch diese Kiste war. Seitdem bewahrte er dort alles auf, was seine Familie auf gar keinen Fall in die Hände bekommen sollte. Gryffindorbanner, Poster von Muggelmädchen, Poster von Motorrädern und Bilder seiner Freunde. Gegenstände, die seine Eltern bestimmt am liebsten verbrennen würden. Plötzlich hatte Sirius eine Idee und ein teuflisches Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Vor kurzem erst hatten sie den Dauerklebefluch in Zauberkünste durch genommen. Der Gegenstand, welcher angeklebt wurde, kann nicht mehr abgenommen werden. Mit neu gewonnenem Enthusiasmus sprang Sirius aus dem Bett und vergas die Kiste auf seinem Schoß, welche natürlich direkt auf seinen Fuß fallen musste. „ AUTSCH“, schrie Sirius und hüpfte durch sein Zimmer, während er seinen Fuß fest hielt. Heute war eindeutig nicht sein Tag. Nach einer Weile klang der Schmerz ab und Sirius machte sich daran mit Hilfe des Dauerklebefluches die Gegenstände in der Kiste an die Wand zu kleben. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte er sich in diesem düsteren Zimmer wohl. Besonders weil seine Eltern die Bilder dank des Fluches nicht entfernen konnten. Die Zeit verging wegen der kleinen Umgestaltung seines Zimmers ungewöhnlich schnell und plötzlich befand sich Kreacher, der Hauself, in seinem Zimmer um ihm in den Saal zu geleiten. Erschrocken quiekte der Elf jedoch auf, als er Sirius‘ Zimmer betrachtete. „ Wenn die Herrin das sieht“, stieß er heißer aus. Doch Sirius ignorierte den Elf und ging langsam zum Saal. Er öffnete die Tür und erblickte seine Familie, welche vor einem schwarzen Tannenbaum stand. Die Kerzen an diesem war die einzige Lichtquelle im Raum. Sirius verdrehte die Augen und betrat den Saal.
„ Schön, dass du endlich hierher gefunden hast, Sirius“, sagte Walpurga, seine Mutter, kalt. Ich wollte schon etwas erwidern als mein Vater Orion zu sprechen begann.
„ Nachdem sich die ganze Familie versammelt hat würde ich sagen, dass der Jüngste von uns anfängt mit dem Geschenke auspacken“, sagte mein Vater und meinte damit Regulus. Er war schließlich der Jüngste. Regulus rief seine Geschenke mit einem Zauber herbei und packte sie auch mit Hilfe des Zauberstabes aus. Es gehörte sich nicht für einen Black solche minderwertige Dinge mit der Hand zu machen. Daher wunderte es auch keinen, dass sich in der Familie Black keiner an das Zauberverbot für Minderjährige hielt. Bewiesen werden konnte es von dem Ministerium eh nicht. Sein Bruder bekam einen brandneuen Besen, das Medaillon der Blacks und mehrere verschiedene Bücher. Anscheinend freute sich Regulus über die Geschenke, wenn Sirius sein Lächeln richtig interpretierte.
„ Danke“, sagte Regulus kühl und seine Eltern wirkten zufrieden. Anschließend packte Sirius seine Geschenke aus. Es kamen zwei Bücher zum Vorschein und ihre Titel allein verrieten schon, dass sie die Prinzipien seiner Eltern vertraten. „ Die Überlegenheit der Reinblüter“ und „Das Erbe der Blacks“ waren alles andere als Bücher, die Sirius gerne hätte. Generell las der junge Black nicht gerne.
„ Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich diesen Schund lese“, rief Sirius und blickte seine Eltern zornig an. Es war das eine, wenn er wegen seiner Meinung ungerecht behandelt wurde, aber das andere, wenn er Bücher bekam, die ihn auf die „richtige“ Seite ziehen sollten. Er bemerkte die wutverzogene Visage seiner Mutter, den kalten Ausdruck in den Augen seines Vaters.
„ Ach vergisst es“, zischte Sirius, warf die Bücher mit voller Wucht zu Boden und rannte aus dem Zimmer. , Meine Eltern waren jetzt eindeutig wahnsinnig geworden‘, dachte Sirius zornig, während er in sein Zimmer rannte. Dort würde keine Eule ihn erwarten, denn die Geschenke seiner Freunde bekam er im Gegensatz zu den Traditionen seiner Familie am ersten Weihnachtstag. Sirius war traurig, da er sich Weihnachten nicht so vorgestellt hatte. Jedes Jahr wurde es hier schlimmer. Deprimiert ließ er sich auf sein Bett nieder in der Erwartung, dass er gleich von seinem Vater richtig Ärger bekommen würde. Schließlich hatte er seine Eltern vor deren Verwandte blamiert. Plötzlich ging die Tür auf und sein Vater betrat das Zimmer. In seinen Augen glomm die Wut wie ein eisiges Feuer, dass alles was sich in dem Weg stellte verzerrte.
„ Sirius“, säuselte er mit weicher Stimme. Wenn sein Vater so sprach war es am schlimmsten, dann war er am grausamsten. Sirius zuckte zusammen und starrte seinen Vater trotzig an. Als plötzlich ein lautes Geräusch die Stille durchbrach. Es klang merkwürdig verzerrt. Erschrocken riss Sirius die Augen auf und sah
…
die haselnussbraunen Augen seines besten Freundes James. Die schwarze Haaren standen wie eh und je ab und seine Lippen war zu seinem typischen Grinsen verzogen.
„ Frohe Weihnachten. Na Tatze, auch endlich wach?“, fragte James lachend, während sich Sirius etwas desorientiert umblickte. , Ich bin in Hogwarts‘, dachte Sirius überrascht als er den Jungenschlafsaal erblickte. , Es war alles nur ein Traum. Ich bin hier bei meinen Freunden‘, jubelte Sirius in seinen Gedanken. Erst jetzt erwiderte er James‘ Grinsen.
„ Nee, ich tu nur so“, erwiderte Sirius und blickte seinen besten Freund an. „ Was war das für ein komisches Geräusch?“, fügte der junge Black fragend hinzu.
„ Du hast doch nicht etwa…das kann nicht sein“, sagte James stockend und blickte seinen Freund an als wäre er krank. „ Du hast doch nicht unseren alljährlichen Weihnachtsstreich gegenüber Peter vergessen“, fügte er tadelnd hinzu. Irritiert blickte Sirius ihn an und bemerkte wie James schmollte.
„ Ähm doch…klar. Ich bin also in Hogwarts?“, fragte Sirius schließlich.
„ Natürlich. Wo solltest du sonst sein?“, erwiderte James und starrte ihn als wäre dieser verrückt.
„ Gut!“, grinste Sirius und lehnte sich zurück. „ Und warum war Peter so außer sich? Langsam sollte er sich an unsere Streiche gewöhnt haben“, fügte er hinzu. Daraufhin blickte James ihn leicht verlegen an.
„ Ich hatte gestern einen wahnsinnigen guten Einfall, Tatze. Leider hast du geschlafen und dann habe ich eigenständig gehandelt“, gestand James betreten.
„ Du hast WAS?“, fuhr Sirius hoch. „ Du weißt doch, dass wir alles zusammen machen, Krone“, tadelte er seinen besten Freund.
„ Ja, ich wollte dich nicht stören“, murrte James und blickte Sirius vielsagend an.
„ Und was hast du getan?“, fragte Sirius langsam ungehalten. In dem Moment öffnete sich die Tür und Peter betrat das Zimmer. Sofort fiel Sirius die Rattennase auf, die Peters Gesicht dominierte, und begann sofort an bellend zu lachen. Peter verzog das Gesicht daraufhin wütend, wodurch Sirius noch mehr lachen musste.
„ Du bist…genial, Krone“, lachte Sirius laut und konnte sich nicht beruhigen.
„ Ich hasse euch“, sagte Peter mit piepsiger „Rattenstimme“ und verließ wütend das Zimmer. Dabei erblickte Sirius den langen Rattenschwanz, welcher zwischen James und ihm abgesprochen war. Der junge Black lachte daraufhin noch einmal richtig los. Das sah auch zu lustig aus, diese „Ratte“. Es dauerte eine Weile bis Sirius beruhigt hatte und den ungeduldigen Blick von James bemerkte.
„ Können wir jetzt endlich runter gehen?“, nörgelte James. „ Die Geschenke warten“, fügte er grinsend hinzu.
„ Geschenke?“, fragte Sirius verwirrt.
„ Na klar, es ist doch Weihnachten“, schrie James enthusiastisch.
„ Und das sagst du nicht früher, du doofer Hirsch“, entgegnete Sirius und sprang aus dem Bett.
„ Ich habe dir frohe Weihnachten gewünscht“, antwortete James pikiert.
„ Ich habe nichts gehört“, äußerte sich der Blacksprössling und zog sich ein schwarzes T-Shirt an.
„ Dummer Hund“, erwiderte James.
„ Lass den Hund aus dem Spiel, Bambi“, rief Sirius erzürnt.
„ ICH BIN NICHT BAMBI“, schrie James.
„ Ja klar, Bambi“, säuselte Sirius.
„ Ach halt’ s Maul. Wir wollten zu den Geschenke“, meinte James schließlich.
„ GESCHENKE“, schrie Sirius und rannte los, dabei rief er, dass der erste, der unten ist, einen Wunsch hätte. James rannte daraufhin auch los. Doch Sirius war im Vorteil und war so zuerst im Gemeinschaftsraum. Remus blickte von seinem Buch auf und wünschte Sirius, frohe Weihnachten. Dann war endlich James im Gemeinschaftsraum.
„ Du linke Bazille“, rief James auf und erntete einen genervten Blick seitens Lily.
„ Ach sei still, Bambi“, zwitscherte Sirius vergnügt und ließ sich vor dem Weihnachtsbaum nieder.
„ Evans, Lust mit mir ein Weihnachtsspaziergang zu machen?“, fragte James Lily ohne zu den Geschenken zu blicken.
„ Nie im Leben, Potter“, zischte die rothaarige Hexe und verließ mit hocherhobenem Haupte den Gemeinschaftsraum.
„ Hat wohl nicht geklappt, Krone“, ärgerte Sirius James, welcher ihn böse anblickte.
„ Sirius, sei doch endlich still“, sagte Remus ungewohnt genervt. Der ruhige Rumtreiber wusste wie es eskalieren kann, wenn Sirius James mit Lilys Körben ärgerte. Heute war Weihnachten. Heute sollte alles friedlich sein.
„Ist doch gut, Moony“, schmollte Sirius und setzte seinen Dackelblick auf.
„ Wolltet ihr nicht die Geschenke auspacken?“, nuschelte Peter, der seine Wut wohl bereits vergessen hatte.
„ GESCHENKE“, schrien James und Sirius im Chor und stürzten sich auf ihre Geschenke. Remus verdrehte die Augen und versteckte sich wieder hinter sein Buch. Nach kurzer Zeit flog überall im Gemeinschaftsraum Geschenkpapier herum, während James und Sirius ihre Geschenke betrachteten.
„ Was ist das?“, fragte James verblüfft und hielt zwei Spiegel in die Luft. „ Ich weiß, dass ich gut aussehe“, fügte er hinzu.
Sirius verdrehte die Augen und antwortete: „ Das ist ein Zwei- Wege- Spiegel“ Daraufhin sah James noch verwirrter aus.
„ Das ist ein Spiegel, worüber die Besitzer miteinander kommunizieren können“, erklärte Remus ruhig.
„ Echt? Super“, rief James und umarmte Sirius. „ Das ist perfekt für die Nachsitzstunden“, fügte er hinzu.
„ Ich weiߓ, erwiderte Sirius grinsend und begutachte die Miniaturfiguren eines Wolfes, einer Ratte, eines Hirsches und eines Hundes, welche er von James geschenkt bekommen hatte. Anschließend wandte er sich an seinen besten Freund und bedankte sich.
„ Keine Ursache. Hast du von Remus auch wieder Bücher bekommen?“, fragte James nach.
„ Ja“ grinste Sirius und blickte zu Remus, welcher auch grinste. Das größte Geschenk jedoch war, dass er mit seinen Freunden Weihnachten feierte und nicht mit seiner Familie.

Dieses Jahr wurde es das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten, da war sich Sirius sicher.
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Harry Godric

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Freitag, 18. Dezember 2009, 00:00

18. Dezember 2009

Oh Santa where art thou?
von kleine_Rumtreiberin


Gordon saß vor seinem Schreibtisch. Es war der 24. Dezember - 12 Uhr mittags. Er wollte noch schnell einen letzten Bericht abschließen, ehe er sich auf den Weg nach Hause zu seiner Familie machen würde. Er tippte noch einen abschließenden Satz in den Computer, drückte auf speichern und holte seinen Mantel. Gerade als er zur Tür hinauswollte hörte er hinter sich ein räuspern….er drehte sich um, doch als er niemanden entdeckte, dachte er , er hätte sich das nur eingebildet und wollte schon zur Tür raus, als er plötzlich eine Stimme vernahm – und diese Stimme konnte er sich nicht eingebildet haben!

„Guten Abend Herr Premierminister“ sagte das Porträt, das seitlich von Gordon’s Schreibtisch an der Wand hang und einen Zauberer zeigte. „Der Zaubereiminister Kingsley Shacklebolt wünscht Sie zu sprechen“. „Eigentlich passt es mir im Moment überhaupt nicht“ antwortete Gordon „Ich wollte mich gerade auf den Weg zu meiner Familie machen, wissen sie, sie erwarten mich!“ „Die Angelegenheit ist aber von äußerster Dringlichkeit“ zwitscherte das Porträt fort. „Na gut“ Gordon gab sich geschlagen, denn immerhin wollte er es sich nicht mit einem Zauberer verscherzen und wartete auf Kingsley. Er hatte diesen erst ein einziges Mal gesehen – direkt nachdem er sein Amt als Premierminister und somit Nachfolger von Tony Blair antrat. Anfangs hatte er natürlich gedacht, er würde verrückt werden – sprechende Porträts und Zauberer gab es doch gar nicht! Aber nachdem Kingsley ihm damals ein paar seiner Zaubertricks vorgeführt hatte, kam er nicht drumherum zu akzeptieren, dass es neben der normalen Welt der - „Muggelwelt“ hatte Kingsley sie genannt - noch eine zweite Welt gab: Eine Welt der Magie.

Gordon wurde plötzlich aus seinen Gedanken gerissen, als Kingsley mit einem lauten „Plop“ vor ihm erschien. „Guten Abend Herr Premierminister! Tut mir leid, dass ich Sie am Weihnachtstag stören muss, aber….ich fürchte diese Angelegenheit können wir nicht bis auf nach den Weihnachtsfeiertagen verschieben“ sagte Kingsley mit seiner dumpfen, Ehrfurcht gebietenden Stimme. Gordon seufzte „Na gut warum kürzen wir das Ganze dann nicht einfach ab und Sie sagen mir warum Sie hier sind!“ „In Ordnung“ Kingsley holte Luft „Wir haben den Weihnachtsmann verloren!“ „Ich…wie bitte??“ fragte Gordon verwirrt und blinzelte „Soll das…ein Scherz sein?“ fragte er und hoffte, dass Kingsley tatsächlich nur einen Scherz gemacht hatte „Leider nein“ sagte Kingsley „Wissen Sie, der Weihnachtsmann untersteht normalerweise dem Schutz des Zaubereiministeriums; Sie haben ja keine Ahnung wie gefährlich das Leben des Weihnachtsmannes ist! Ständig muss er aufpassen, dass er sich nicht mit Kindern, die mit ihren Geschenken unzufrieden waren – oder deren Eltern - anlegen muss – Kinder können wahrlich grausam sein, das sag ich Ihnen!“ „Aber…aber kann der Weihnachtsmann sich nicht wehren? Sie wissen schon, mit Hilfe von…von… Magie?“ Kingsley rollte mit den Augen „Wenn er das könnte, dann würde er wohl kaum den Schutz des Zaubereiministeriums brauchen, oder? Der Weihnachtsmann ist kein Zauberer – sondern ein…ein..“ Er begann zu flüstern „ein Squib!“ „Ein was?“ fragte Gordon entgeistert „Das ist jetzt nicht so wichtig, wir müssen den Weihnachtsmann bis spätestens heute Abend finden, sonst wird das Weihnachtsfest für einige Kinder äußerst unlustig werden“ sagte Kingsley und packte Gordon ohne Vorwarnung am Arm.

Gordon wusste nicht wie ihm geschah: Nachdem Kingsley seinen Arm genommen hatte, verspürte er plötzlich einen Ruck hinter seinem Bauchnabel und Sekunden später befand er sich mitten in London. „Ich habe gehört der Weihnachtsmann soll hier gesichtet worden sein, ich….sagen Sie ist alles in Ordnung mit Ihnen?“ fragte Kingsley Gordon, der merkwürdig blass aussah „W-W-Was war das gerade eben?“ keuchte Gordon „Ah wir sind appariert!“ antwortete Kingsley „So bewegen wir Zauberer uns nun mal fort“ „Wir Zauberer“ meinte Gordon sarkastisch „Vielleicht haben Sie es noch nicht mitgekriegt, aber ICH BIN KEIN ZAUBERER! Ich bin doch bloß der Premierminister! Und offen gesagt versteh ich wirklich nicht wieso Sie mich auf Ihre Mission überhaupt mitgenommen haben, Sie finden den Weihnachtsmann sicherlich auch ohne meine Hilfe!“ „Das Problem Herr Premierminister“ er ist, dass ich mich hier im Muggelllondon überhaupt nicht auskenne! Das ist der Grund warum Sie hier bei mir sind, also: Wenn Sie der Weihnachtsmann wären, wo würden Sie hingehen um ein bisschen Spaß zu haben?“ fragte Kingsley „Spaß haben?“ wiederholte Gordon verwirrt „Nun ja…also…“ druckste Kingsley herum „Der Weihnachtsmann wurde ja nun nicht entführt oder so was, er…er…er hat gestern Abend einfach gemeint er habe die Schnauze voll von – ich zitiere – dem ganzen Weihnachtskram und er wolle ein bisschen „die Sau rauslassen“ was auch immer das heißen mag…“ „Verstehe“ meinte Gordon, obwohl er in Wahrheit überhaupt nichts mehr verstand „Na dann machen wir uns am Besten auf ins nächste Einkaufszentrum, da gibt es genug Möglichkeiten die Sau rauszulassen“

Im nächstgelegenen Einkaufszentrum, das nur ein paar Minuten entfernt war, angekommen, staunte Kingsley erstmal über die vielen Menschen die im Weihnachtstrubel unterwegs waren. „Nun am 24. Dezember ist in den Geschäften immer am meisten los“ meinte Gordon „Die meisten Menschen machen ihre Weihnachtseinkäufe immer last-minute“ „Last-was?“ fragte Kingsely interessiert. Nun war Gordon an der Reihe ein „Das ist jetzt nicht so wichtig“ rauszulassen.

Die beiden schlenderten durch das Einkaufszentrum, als sie plötzlich einen Mann mit rotem Mantel und Bart entdeckten, der Süßigkeiten an Kinder verteilte. „Das ist er“ rief Kingsley aufgeregt „Den schnappe ich mir!“ „Nicht so schnell“ meinte Gordon, Vielleicht ist das nicht einmal der echte!“ „Wie was nicht der echte? Was meinen Sie damit??“ fragte Kingsley „Nun um diese Jahreszeit kann man an jeder Ecke einen Weihnachtsmann sehen“ erklärte Gordon „Und die sind alle samt nur Muggel – verdammt jetzt fange ich schon an wie ein Zauberer zu reden!“ Gordon schüttelte den Kopf „die sich als Weihnachtsmänner verkleidet haben“
„Als Weihnachtsmann verkleiden? Warum sollte sich jemand, der gar nicht der Weihnachtsmann ist freiwillig so ein Outfit anziehen“ fragte Kingsley und zeigte auf den Mantel des Weihnachtsmannes“ „Nun“ antwortete Gordon, „Das ist ein Job, man wird dafür bezahlt“ „Das ist mir alles viel zu seltsam“ meinte Kingsley kopfschüttelnd, „Aber egal, ich werde den Kerl jetzt einfach mal fragen ob er der echte Santa ist!“

Kingsley ging auf den Weihnachtsmann zu – Gordon folgte ihm. „Hohoho“ sagte der Weihnachtsmann „Ein frohes Fest wünsche ich Euch“ „Spar dir diese Masche“ sagte Kingsley „Du kannst nicht einfach am Weihnachtsabend abhauen und sagen du willst die Sau rauslassen und dann mir nix dir nix verschwinden!“ „Was ist denn mit Ihnen los?“ fragte der Weihnachtsmann – oder besser gesagt, der Mann namens Peter, der nur als Weihnachtsmann verkleidet war – Kingsley „Was mit mir los ist? Ich habe gerade mal noch 4 Stunden Zeit dich zurück zum Nordpol zu bringen damit du von dort aus die Geschenke ausliefern kannst“ sagte Kingsley zornig. Der Peter-Weihnachtsmann wandte sich nun an Gordon „Sagen Sie, ist Ihr Freund ein bisschen verrückt?“ „Jap“ anwortete Gordon kanpp und zog Kingsley vom vermeintlichen Weihnachtsmann weg. „Nun hören Sie mal, Sie können doch so nicht mit den Leuten reden, sonst sperren sie Sie am Ende noch in die Irrenanstalt“ „Okay“ Kingsley atmete durch „Ich bin nun mal ziemlich gestresst wissen Sie, ich werde versuchen höflicher zu sein.“ „Gut so“ sagte Gordon und er und Kingsley schlenderten weiter durch das Einkaufszentrum, aber keine Spur von einem anderen Weihnachtsmann.

„Sie werden mich entlassen! Sie werden mich aus der Zaubererwelt verbannen wenn ich den Weihnachtsmann nicht rechtzeitig finde“ sagte Kingsley verzweifelt. „Ich glaube Sie brauchen erstmal einen Drink“ stellte Gordon fest und schleifte Kingsley in die nächste Bar, die er finden konnte und bestellte dort 2 Whiskey On The Rocks. Als die Kellnerin die Getränke brachte, fiel Gordon’s Blick auf einen Mann, der halb bewusstlos auf einem der Bänke hinter der Bar lag. Der Mann hatte einen weißen Bart, weißes Haar, trug aber keinen roten Mantel sondern ein braunes Tweetjacket. „Kingsley“ sagte Gordon aufgeregt „Sehen Sie mal den Mann da“ er zeigte auf den vermeintlichen Weihnachtsmann „Könnte das nicht…ich meine der sieht doch aus wie…“ Doch bevor Gordon enden konnte, war Kingsley bereits auf den Beinen und war zu dem Mann an der Bar hinüber gelaufen „Beim Barte des Merlins! Das ist er“ rief Kingsley aufgeregt, denn er glaubte Santa, trotzdem dieser ein anderes Outfit als gewöhnlich trug, zu erkennen. „Helfen Sie mir Gordon“ flüsterte Kingsley Gordon zu, lenken Sie die Kellnerin ab, damit ich mit dem Weihnachtsmann apparieren kann“ Gesagt getan. Da Gordon nichts Besseres einfiel, begann er heftigst mit der Kellnerin zu flirten, um diese von der Tatsache abzulenken, dass 2 Leute in ihrer Bar sich mehr oder minder ins Nichts auflösten.

Danach machte sich Gordon auf den Weg nach Hause. Nach circa der Hälfte des Weges apparierte Kingsley direkt vor ihm. „Waaa? Bitte sagen Sie nicht, Sie haben sich getäuscht und das war doch nicht der echte Santa“ „Ich….“ Kingsley wurde plötzlich verlegen „Also genau genommen war es tatsächlich der falsche Santa – Sie hätten mal hören sollen wie der außer sich war, als die Wirkung des Alkohols nachließ, aber“ an dieser Stelle schmunzelte Kingsley plötzlich „Wozu bin ich denn ein Zauberer? Ich habe ihn einfach mit einem Zauber belegt, sodass er jetzt felsenfest davon überzeugt ist, er sei doch der echte Santa! Das bleibt aber unser Geheimnis, ja?“ Gordon überlegte kurz: sollte er jemandem erzählen, dass er am Weihnachtstag gemeinsam mit einem Zauberer den Weihnachtsmann gesucht hatte und sie im Endeffekt den falschen entführt hatten. Wenn er das jemandem erzählte, wäre ja er derjenige, der in der Irrenanstalt landen würde! Deshalb schmunzelte er und sagte zu Kingsley „Keine Sorge, Ihr Geheimnis ist bei mir sicher!“
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Harry Godric

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Samstag, 19. Dezember 2009, 00:43

19. Dezember 2009

Fehler eines Lebens
von Wizzie


'Jingle Bells, jingle bells, jingle all the way...'

Das Radio in dem großen Kaminzimmer verstummte abrupt. Lucius Malfoy war gerade herein gekommen und schaute mürrisch 'drein.
„Truckly, ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich solche Musik in diesem Haus nicht wünsche“, raunte er den Hauselfen grimmig an, der gerade mit einem Staubwedel bewaffnet das Mobiliar bearbeitete und nun erschrocken zu seinem Herrn hinaufsah.
„Entschuldigt vielmals, Master Malfoy, ich dachte, ihr würdet...“, stammelte der alte Diener, doch bevor er den Satz beenden konnte hatte Lucius ihm schon einen Tritt verpasst.
Aus vor Wut zusammengepressten Zähnen zischte Malfoy: „Du bist nicht zum denken hier, sondern zum arbeiten. Und jetzt mach', dass du hier raus kommst.“
Unterwürfig verneigte sich der kleine Elf und rutschte dann auf den Knien rückwärts aus dem Raum.

Lucius zog seinen dicken Winterreiseumhang aus und warf ihn auf die Lehne eines Sessels, dann ließ er sich auf einen weiteren Sessel fallen. Er lockerte die Krawatte, die er trug und öffnete den obersten Hemdknopf.
Er hatte kurz zuvor die Veranstaltung verlassen, die ihm zu Ehren in einem Waisenhaus in London gegeben worden war. Zu Ehren des großzügigen Spenders für den neuen Gebäudeflügel, in dem Säuglinge besser betreut werden konnten.
Lucius schnaubte bei dem Gedanken daran verächtlich durch die Nase. Ihm waren solche Dinge zuwider und insgeheim hatte er auch mit den Waisen nichts zu schaffen, im Gegenteil, sie waren ihm herzlich egal.

Nach dem Sieg von Harry Potter über den dunklen Lord hatte er es abermals geschafft sich vor der Verurteilung zu drücken, doch hatte sein Ansehen natürlich sehr stark gelitten. Daraufhin hatte er begonnen sein Vermögen dafür einzusetzen, um seine Reputation wieder zu verbessern. Das bedeutete viele öffentliche Auftritte, bei denen er anfangs stark angefeindet wurde, aber mittlerweile wieder ein einigermaßen wohl gelittenes Mitglied der Zauberergemeinschaft war. Natürlich hatte er es nicht geschafft eine solch starke Verbindung zum Ministerium aufzubauen, wie es unter der Regierung von Cornelius Fudge der Fall war. Dafür saß mit Kingsley Shaklebolt nun der falsche Mann auf diesem Posten.

Er stand aus seinem Sessel auf und ging zu einem kleinen Beistelltischchen, auf dem eine Karaffe mit Feuerwhisky und die dazugehörigen Gläser standen. Ebenfalls darauf lag die Tagespost, die ihm einer der Hauselfen jeden Tag dort bereitlegte. Lucius schenkte sich ein Glas ein und leerte es in einem Zug, nahm den Stapel Post und die Karaffe und ging zurück zu seinem Sessel.

Nachdem er sich ein weiteres Glas eingeschenkt hatte, begann er, die Absender der Briefe durchzusehen.
Ein Großteil waren offenbar Weihnachtskarten, die er achtlos beiseite warf. Zahlreiche Spendenempfänger wollten ihm wohl zu Weihnachten abermals danken und ihm ein frohes Fest wünschen, doch dafür hatte er heute keinen Nerv. Immerhin war Weihnachtsabend und wenn sein Plan aufgehen würde, müsste er in einer knappen Stunde schon so betrunken sein, dass er sich direkt einem traumlosen Schlaf hingeben könnte. Um dieses Ziel nicht zu gefährden, trank er einen weiteren großen Schluck und betrachtete dann einen weiteren Brief, war jedoch nicht so recht bei der Sache. Er warf den Rest der Post auf den Stapel Weihnachtskarten neben sich auf den Boden und starrte in das knisternde Feuer.

Weihnachten war für ihn in den letzten Jahren zu einer einzigen großen Grausamkeit verkommen. Narzissa war einige Jahre zuvor gestorben. Über diesen Verlust war er noch immer nicht ganz hinweg gekommen, denn möglicherweise hatte auch er eine Mitschuld daran und das nagte an ihm. In der Zeit nach dem Sieg über Voldemort war ihre Beziehung stetig weiter abgekühlt, gab sie ihm doch die Schuld an dem verkorksten Leben der Malfoys. Der Schlussakt wurde dann dadurch eingeleitet, dass sich sein Sohn Draco ebenfalls von ihm und somit auch von Narzissa abwandte, das Elternhaus verließ und den Kontakt vollständig abbrach.
Ehrlicherweise konnte er es ihm nicht einmal verübeln, denn ein Familienleben war im Hause Malfoy zu dieser Zeit nicht mehr existent. Darüber hinaus machte auch Draco seinen Vater für sein verpfuschtes Leben verantwortlich und auch hier konnte er eine gewisse Mitschuld nicht verleugnen.

Narzissa hatte die Hochzeit ihres Sohnes mit dem Reinblut Astoria Greengrass nicht mehr miterlebt und auch Lucius war nicht dazu eingeladen worden. Die Geschenke, die er zu diesem Anlass und der Geburt seines Enkels Scorpius geschickt hatte wurden ungeöffnet wieder zurückgebracht und seit dieser Zeit hatte er nicht mehr versucht mit seinem Sohn in Kontakt zu treten.
Dies war nun beinahe fünf Jahre her und er erwartete auch nicht, dass sich an diesem Zustand noch etwas ändern würde. Auch wenn er insgeheim die Hoffnung nie aufgeben würde.

Ein weiteres Glas des Whiskys floss seine Kehle hinunter und langsam spürte er die gewollte Verlangsamung seines Denken und Handelns. Die Flammen tanzten in der Feuerstelle auf und ab und mit einem Mal fiel ihm eine Weihnachtsdekoration auf, mit der er nicht gerechnet hatte.
Am Sims des Kamins hingen drei große rot-weiße Socken, in deren Saum die Namen „Lucius“, „Narzissa“ und „Draco“ eingestickt waren.
Mit offenem Mund starrte er zum Sims und Tränen füllten langsam seine Augen. Lucius hatte den Hauselfen angeordnet ein wenig weihnachtliche Dekoration anzubringen und auch einen Weihnachtsbaum aufzustellen, aber lediglich aus dem Grund, das bei einem möglichen Besuch irgendwelcher dankbaren Spendenempfänger nicht gleich auffallen würde, wie sehr er mit diesem Fest abgeschlossen hatte.
Und nun dies.

Mit einem wütenden Schwung seines Zauberstabes riss er die Socken vom Kamin und warf sie direkt in diesen hinein. Während ihm die Tränen über die Wangen liefen beobachtete er, wie die Flammen die gestickten Namen auslöschten, als hätte es diese niemals gegeben.

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„Dich hier so zu sehen stimmt mich traurig“, sagte die Stimme.
Lucius Malfoy öffnete die Augen und blinzelte. Das Feuer war beinahe herunter gebrannt und das Zimmer lag fast im Dunkeln. Er richtete sich in dem Sessel auf, in dem er offenbar eingeschlafen war und suchte mit den Augen den Raum ab, während sich diese langsam an die Dunkelheit gewöhnten.
„So wie du die Türen deines Anwesens hinter dir schließt bleibt nichts mehr von deiner alten Kraft übrig.“
Lucius rieb sich die Augen. „Narzissa?“ 'Das muss ein Traum sein', schoss es ihm durch den Kopf. Seine Frau war schon lange tot und doch stand sie nun offenbar leibhaftig vor ihm.
„Überrascht mich zu sehen?“, sagte die hübsche Frau lächelnd.
„Wie... Was willst... ich verstehe nicht...“, stammelte Malfoy und war mit einem Mal hellwach.
„Hör auf zu stottern, ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte Narzissa. „Ich komme in letzter Zeit oft hierher, um zu sehen wie es dir geht.“
Lucius rieb sich abermals die Augen. „Aber, Narzissa, bist du nicht...“, er brach ab, ehe er den Satz beenden konnte.
„Tot?“, vollendete die Gestalt den Satz. „Doch, das bin ich.“ Sie lächelte immer noch und kam ein Stück näher und nun konnte Lucius erkennen, dass seine Frau durchsichtig war.
Mit aufgerissenen Augen sagte er: „Du bist ein Geist? Aber warum hast du dich mir nicht schon früher gezeigt?“
Narzissas Lächeln verschwand ein wenig. „Ich dachte, du hättest es nicht verdient noch einmal mit mir sprechen zu können. Doch mit der Zeit und einigen Besuchen hier im Haus kam ich zu dem Schluss, dass auch du nicht immer mit unserer Situation zufrieden warst. Der Verlust Dracos hat dich offenbar mehr getroffen, als du es zugeben wolltest oder konntest. Das ist auch der Grund, warum ich als Geist herum irre und mich nicht dazu überwinden konnte auf die andere Seite überzutreten. Draco.“

Lucius hatte aufmerksam zugehört und jetzt bildeten sich Tränen in seinen Augen. „Narzissa, verzeih mir. Immer habe ich gedacht, ich würde das Richtige tun, doch lag ich oftmals gehörig daneben.“ Nach einer kurzen Pause fügte er leise hinzu: „Ich liebe dich noch immer.“

Narzissa lächelte und sagte: „Ich weiß. Und das ist das schönste Geschenk, dass du mir machen kannst. Auch ich liebe dich noch immer, was mir eine Zeit lang nicht wirklich klar war oder sein wollte. Doch habe ich auch eine Bitte an dich.“

Lucius schaute überrascht auf und sah den Geist seiner Frau fragend an.
„Ich möchte, dass du dich mit Draco versöhnst“, sagte sie schlicht. „Ich ertrage nicht, dass ihr getrennt seid, gerade jetzt, wo er verheiratet ist und einen Sohn hat. Scorpius braucht eine Familie, braucht seinen Großvater.“

„Ich glaube kaum, dass er mich wird sehen wollen“, sagte Lucius leise. „Dafür ist vermutlich zu viel passiert.“
Mit ihrem unablässigen Lächeln im Gesicht erwiderte Narzissa: „Bist du dir da so sicher?“

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Lucius Malfoy schreckte aus dem Schlaf hoch. Das Kaminzimmer lag fast völlig im Dunkeln, lediglich ein bisschen Glut aus dem Kamin erhellte die unmittelbare Umgebung.
Er suchte hektisch das Zimmer ab, doch nirgends konnte er den Geist seiner Frau erkennen.
„Narzissa?“, fragte er leise in die Stille hinein.
Hatte er alles nur geträumt?
Lucius richtete sich auf. Sollte es ein Traum gewesen sein, so war dieser doch sehr real gewesen. Langsam erhob er sich aus dem Sessel und nahm seinen Zauberstab. Nach einem kurzen Schnippen erhellten die Lampen an den Wänden den Raum.
Sein Reiseumhang lag noch immer auf der Lehne des Sessels und in einem Anflug von Spontanität ergriff er diesen und eilte aus dem Zimmer.

Schnee lag auf den Straßen Londons und zu dieser Stunde war keine Menschenseele darauf zu entdecken. Offenbar feierten alle das Weihnachtsfest, denn aus den Häusern drang ein ums andere Mal Musik und Stimmengewirr.
Schnellen Schrittes ging Lucius seines Weges. Der Umhang flatterte hinter ihm her, denn er hatte in seiner Eile vergessen ihn zu schließen. Die Kälte spürte er nicht, seine Gedanken drehten sich nur um das Ziel, das er anstrebte.

Er war einige Zeit gegangen, als er ankam. Auch aus diesem Haus hörte er Weihnachtsmusik kommen und wagte einen Blick durch die hell erleuchteten Fenster. Im Inneren feierte eine kleine Familie ihr Weihnachtsfest. In einer Ecke des Raumes stand ein großer Weihnachtsbaum und der kleine Couchtisch war über und über mit zerissenem Geschenkpapier bedeckt.
Lucius fasste sich ein Herz, ging die Treppe zur Eingangstür hinauf und betätigte den großen Messingtürklopfer.

Abrupt erstarben die Stimmen im Inneren des Hauses und Lucius konnte Schritte hören, die auf die Tür zu kamen, ehe diese geöffnet wurde.

„Vater?“ Draco Malfoy konnte seine Überraschung nicht verstecken, doch ehe Lucius etwas erwidern konnte trübte sich der Blick seines Sohnes. „Was machst du hier?“
Lucius ließ sich nicht beirren. „Ich bin hier, um mich zu entschuldigen“, sagte er ruhig.
Draco öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, doch Lucius kam ihm zuvor.
„Ich habe deine Mutter gesehen.“
Der Satz verfehlte seine Wirkung nicht und Draco schloss seinen Mund wieder, denn nun wusste er offenbar nicht was er sagen sollte.
Lucius Malfoy trat einen Schritt näher an seinen Sohn heran. „Sie hat mir die Augen geöffnet. Ich möchte mein möglichstes tun, damit wir wieder eine Familie werden.“
Immer noch unfähig etwas zu erwidern öffnete Draco die Tür ein Stück weiter. Der kleine Scorpius stand einige Meter hinter seinem Vater und sah mit fragenden Augen den älteren Mann vor der Tür an. „Wer bist du?“
Lucius Malfoy lächelte und kniete sich hin, um mit dem Jungen auf Augenhöhe zu sein. „Ich bin dein Großvater.“

Draco öffnete die Tür nun vollends und hatte auch seine Sprache wiedergefunden. „Komm 'rein, Dad. Ich denke, wir sollten uns einmal unterhalten.“ Draco legte seine Hand auf die Schulter seines Vaters und gemeinsam gingen sie hinein.
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"Du suchst jemanden, gefunden hast du jemanden"


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