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Simon T.

Nifflerzüchter

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Sonntag, 20. April 2008, 20:43

Der letzte Tag der alten Zeit (Oneshot)

Aus Platzgründen (17000-Zeichen Beschränkung) gibts den Oneshot als Zweiteiler


Handlungszeit: Lange nach dem Epilog von Band 7
Person(en): Harry Potter
Spoiler: Ein wenig von Band 7
Rating: Jugendfrei
Genre: Drama
Länge: 3.244 Worte
Kurzinhalt: Harry Potter als Auror. Es begann als Routineeinsatz – und schrieb Geschichte.

Disclaimer: Harry Potter und das Hogwartsuniversum gehören natürlich J.K.Rowling, die restlichen handelnden Personen und der Plot sind auf meinen Mist gewachsen. Die Idee mit den „Reihenversuchen“ stammt vom Science-Fiction Schriftsteller Isaac Asimov.






DER LETZTE TAG DER ALTEN ZEIT


I

Die magische Feder schwebte mühelos über das Formular Nummer 14 „Sofortaufnahme der Lage am Tatort“ und füllte Zeile um Zeile.
Datum, Uhrzeit, Ort, all die Informationen die das Ministerium für Magie in einem solchen Fall verlangte, erschienen ohne sichtbares Dazutun eines Zauberers auf dem Pergament. Harry Potters Blick folgte dem Lauf der Feder und richtete sich dann an seinem jüngeren Kollegen.

„Ach, die Feder? Die habe ich so verzaubert, das sie auf meine Gedanken reagiert, damit ich nicht mehr laut diktieren muss.“

Dies war einer der Dinge in der Zaubererwelt, die Harry von Jahr zu Jahr mehr ärgerten.
Natürlich hätte er Jonathan Sammers fragen können, wie er dies bewerkstelligt hat, aber selbst wenn sein jüngerer Kollege willig gewesen wäre sein Geheimnis mit anderen zu teilen, so fehlte es ihm vielleicht an Worten oder an methodischer Klarheit um es anderen beizubringen. Anders als in der Welt der Muggel, beruhte Fortschritt in der Zaubererwelt nicht auf dem stetigen Aufbauen auf den Erkenntnissen vorhergehender Jahrhunderte, sondern allzu oft auf der genialen Inspiration einzelner Magier die vielleicht eine Generation später schon nicht mehr nachvollzogen werden konnte.

Harry wandte sich an den Zauberer, den sie gerade in einer Edelsteinschleiferei der Muggel festgenommen hatten.

„Erik Wood, lese ich hier. Zufällig Sohn des ehemaligen Quidditch-Spielers Oliver Wood?“

„Genau der“, antworte der hochgewachsene Mann grimmig und gierte auf seinen soeben konfiszierten Zauberstab, den Harry Potter gelassen in seiner eigenen Tasche verstaute.

„Ginny hat sogar deine Babywäsche gestrickt als du noch klein warst und ich noch Kontakt zu Oliver hatte. Sehr bedauerlich, das ganze“, seufzte er.

„Aus Kindern werden Leute“, erwiderte Erik bissig.

Mit einem deutlichen „Ähemm.“, verschaffte sich Jonathan Sammers, Auror im Dienste des Ministeriums, Gehör. „Sie haben natürlich das Recht vorerst zu schweigen, aber wir möchten von ihnen wissen, ob bei ihrem Einbruch hier Muggel zu Schaden kamen. Eine Kooperation mit uns würde ihnen vor dem Hohen Rat der Zauberer sicher Pluspunkte verschaffen.“

„Irgendein ein seltsamer Muggel, dem ich leider einen Stupor verpassen musste“

„Schwerer verletzt?“

„Nein, aber bewusstlos“

„Wachmann?“

„Nein. War so ein Kerl der mich mit einer Pistole bedroht hatte, und etwas von „endlich haben wir euch entdeckt“ faselte. Er liegt jetzt im Gang“

Jonathan kratzte sich unschlüssig am Kopf. „Ich denke, das lösen wir am Ende mit einem Obliviato. Um den Schaden hier...“ er zeigte mit einer ausladenden Armbewegung auf das, in Folge des kurzen vorhergehenden Kampfes, teilweise zertrümmerte Mobiliar; „können sich unsere Kollegen vom Ministerium kümmern“.

„Wieso habe ich eigentlich die Ehre, von Harry Potter persönlich festgenommen zu werden“, erkundigte sich Erik neugierig. „Ich dachte, sie arbeiten nicht als Auror?“

„Seit die Kinder aus dem Haus sind, ist mir etwas langweilig“, antwortete Harry gutgelaunt. „Tatsächlich werde ich ab und an gerufen, wenn Muggel betroffen sind, so wie hier. Ich betrachte das auch eher als Freizeitbeschäftigung eines honorigen alten Zauberers.“

Dies war zweifellos übertrieben, mit seinen achtundfünfzig Jahren war Harry Potter auf der Höhe seiner magischen Fähigkeiten. In den Jahren seit seinem Abschluss in der Schule von Hogwarts und dem Sieg über Tom Riddle (um der neuen behördlichen Sprachregelung zu folgen) war er dem Ministerium mal näher und mal ferner gewesen, abhängig davon, wer gerade Minister für Magie war und wie viel Ignoranz und Intrigen auf der einen Seite, und wie viel Vernunft und Verlässlichkeit auf der anderen Seite dessen Politik gerade bestimmten. Zur Zeit arbeitete er lose mit der Abteilung der Auroren zusammen, speziell in Angelegen-heiten der nichtmagischen Welt.

„Nur rein für meine persönliche Statistik, Erik Wood. In deiner Akte steht, dass du eine überaus hohe Abneigung gegen Muggel besitzt. Gehörst du zu den Zauberern, die sie wegen ihrer Schwäche verachten, zu jenen, die sie wegen ihrer Dummheit ablehnen oder zu denen, die sie wegen ihrer Gefährlichkeit fürchten?“, fragte Harry beiläufig.

Als Erik nur undeutlich brummte, fügte er hinzu: „Das ist nicht Teil des Protokolls für den Hohen Rat der Zauberer. Wie ich bereits sagte, es ist eine rein private Frage.“

„Mmh, also wenn sie so fragen. Natürlich verachte ich sie. Sie stehen nicht auf einer Stufe mit uns Zauberern. Sie können sich ja noch nicht einmal wehren, wenn ich mir den Spaß mache, mit ihnen zu spielen. Kann mir auch nicht vorstellen, wieso man diese dummen Nichtskönner fürchten sollte.“

Was Erik mit „mit Muggeln spielen“ meinte, stellte Harry erst einmal zurück. Aber dessen letzter Satz reizte ihn zum Widerspruch.

„Nun, es gibt die Theorie der Machtkonvergenz, die besagt, dass der Einfluss der Muggel auf diese Welt eine höhere Verlaufskurve besitzt als jene…“

„Nee, nee“, wurde er unterbrochen, „das ist diese bescheuerte Idee ihrer Freundin Weasley, sie möge in Frieden ruhen, aber das ist alles Quatsch. Schaun se sich doch den Typen an, der jetzt bewusstlos im Gang liegt.“

Die Erwähnung Hermiones liess Harrys Stimmung augenblicklich nach unten sacken. Hermione Weasley, im Jahre 2024 überraschend und in seinen Augen für die Zaubererwelt unglücklich früh verstorben, hatte versucht das Ministerium aufzurütteln. Die Wissens- und Bildungsstrukturen der Zauberer seien zu altmodisch, zu statisch. Man solle von den Muggel lernen, deren Verständnis der - und deren Kontrolle über die Welt sich systematisch von Generation zu Generation steigere. Mehr berüchtigt als berühmt waren ihre Reihenversuche zur Reichweitenbestimmung von Acciozaubern unter Berücksichtigung der Zauberstabstruktur. Mit Hermiones Tod starben auch ihre Ideen.
Harry schüttelte diese dunklen Gedanken ab.

„Wenn ich auch mal was fragen darf, Herr Potter. Warum mögen sie eigentlich die Muggel so sehr. Ich mein, sie haben doch auch ne Menge schlechter Erfahrungen mit denen gemacht?“

„Du hättest vielleicht mehr als nur die ersten paar Seiten meiner Biographie lesen sollen, Erik. Mein Cousin ist Muggle, und ich wäre sehr verärgert, wenn irgendein wildgewordener Zauberer mit ihm spielen würde“, erwiderte er gereizt.

„Wenn ich eure Plauderei mal kurz unterbrechen dürfte…“

Jonathan Sammers hatte die Aufnahme des Schadens in der Schleiferei inzwischen beendet, und seine Feder in ihr Etui zurückbefohlen. In Harrys Augen war er einer dieser Ministeriumsmagier, die dessen Mentalitätsprobleme beispielhaft verkörperten. Er war blind für alle Entwicklung in der Welt außerhalb seines ihm bekannten magischen Umfeldes.

„Erik, was hast du hier eigentlich gesucht. Edelsteine?“, fragte der Auror.

„Lass gut sein, Jonathan, das ist Sache des Verhörs. Dafür sind wir nicht mehr zuständig“

Obwohl die Frage durchaus interessant war, dachte Harry. Die Weltwirtschaft der Magier und jene der Muggel hatten nicht viele Schnittstellen. Aus naheliegenden Gründen konnte Vieles was Menschenzauberer oder Kobolde herzustellen vermochten den übrigen Menschen nicht verkauft werden, und umgekehrt stellte der Tand den Muggel produzierten, von Kopfschmerztabletten über Kreissägen bis hin zu Kernkraftwerken für die magische Welt keinen Reiz dar. Zu den wenigen Gütern die für beide Seiten interessant waren, gehörten Edelmetalle und Edelsteine, letztere wegen der in manchen Steinen innewohnenden magischen Energie. Weil es für Zauberer normalerweise ein leichtes ist, Muggel nach Belieben auszurauben, achteten die Kobolde sehr genau auf die Herkunft der Steine die ihnen angeboten wurden, und akzeptierten kein unrechtmäßig angeeignetes Muggelgut.
Was also hätte Erik mit Edelsteinen bezwecken wollen? Es sei denn, er steckte mit einem Kobold unter einer Decke, der es mit den Vorschriften nicht sonderlich genau nahm. Harry würde vielleicht doch an diesem Thema dranbleiben müssen.

„Eigentlich sind wir jetzt schon fast fertig, und können verschwinden“, meinte Jonathan, und blickte ihn an. „Wer kümmert sich noch schnell um den bewusstlosen Muggel?“

„Das erledige ich selbst. Pfoten hoch“, ertönte vom Eingang her.



II

„Ist das dein Muggel?“, wandte sich Harry Potter an Erik.
„Ja, genau das isser“, erwiderte dieser lässig.

Der hochgewachsene Mittdreißiger stand am Rand der Türöffnung und blickte sie mit müden und sehr verärgerten Augen an. Er hatte sich leicht seitlich hingestellt, und wandte ihnen die schmale Körperseite zu, wie man es macht, um eine geringe Trefferfläche zu bieten. Der Mann trug eine schwere Jacke, für die herrschende Temperatur eigentlich fast zu warm, und Harry vermutete unter ihr eine Schutzweste wie sie bei den Muggel manchmal verwendet wurden. Was aber von allen am stärksten ins Auge stach, war die Pistole die er auf die drei Zauberer richtete.

„Wusste ich doch, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht“, bellte er sie an. „Was seid ihr eigentlich? Seid ihr so eine Art Mutanten mit PSI-Fähigkeiten? Na, jetzt wo wir euch entdeckt haben, werden die Behörden uns wohl glauben, daß ihr existiert.“

Jonathans und Harrys Zauberstäbe lagen unauffällig in ihren Händen, aber bei einem auf-gebrachten Muggel der eine Pistole auf einen richtete war es sicher ratsam, nicht zu sehr damit herumzuwedeln. Die beiden verständigten sich mit einem kurzen Blick, und der Auror sprach leise, mit beinah gelangweiltem Tonfall.

„Accio Pistole“

Die Waffe riss sich aus der Hand des Muggels und flog auf Jonathan zu – knappe sechzig Zentimeter weit, bevor ihr Flug von der Kette aufgehalten wurde, die sich am Pistolengriff befand und deren anderes Ende um das rechte Handgelenk des Fremden gewickelt war. Gelassen zog dieser die schwebende Waffe wieder zurück und griff sie erneut.

„Hübscher Trick, Jungs; aber den kannte ich schon. Ich finde, ihr solltet jetzt erst mal mit mir kommen.“. Er gab ihnen mit einer Geste seiner linken Hand zu erkennen, dass sich die drei in Bewegung setzen sollten.

„Reducto Schlagbolzen“, erwiderte Harry um das Problem endgültig zu lösen. Er war verärgert. Erik oder Jonathan wussten wahrscheinlich noch nicht einmal was ein Schlagbolzen war, geschweige denn, das sie auf die Idee gekommen wären, diesen Spruch anzuwenden. Ein Reducto auf die ganze Pistole war wegen deren hohen Metallgehaltes eine wesentlich schwerere Aufgabe.

„Heh, du Strubbelkopf, dort. Was hast du da gerade getan?“, wandte sich der Muggel an Harry.

„Ich habe ihnen soeben ihre Pistole unbrauchbar gemacht.“

„Nein, das hast du nicht. Ihr Freaks scheint mir alle drei ein bisschen aus der Mode gekommen zu sein. Moderne Pistolen haben keinen Schlagbolzen mehr. Noch so ein Versuch, und ich drücke ohne Vorwarnung ab.“

Obwohl Harry das Selbstbewusstsein des Muggels bewunderte; er musste ja schließlich wissen, das er drei prinzipiell überlegenen Personen gegenüberstand, wurde ihm die Sache langsam lästig.

„Wie wäre es, wenn wir erst einmal miteinander reden“, platzte es verärgert aus ihm heraus; „sie erzählen uns wer wir sind, wir erzählen ihnen wer wir sind, und dann sehen wir weiter.“ („Und am Ende löschen wir dein Gedächtnis“, aber diesen Teil verschwieg Harry sinnvollerweise). Er stellte sich und seine beiden Begleiter mit Namen, aber ohne nähere Erklärung vor.

Der Muggel entspannte sich geringfügig. „So, meinst du. Also gut. Mein Name ist Henrik Kensington, und wer ihr seid, wissen wir bereits. Ihr seid eine Organisation von Mutanten mit übersinnlichen Fähigkeiten, die in den letzten Jahrzehnten in England ziemlich viel Unfug getrieben hat. Euer Sündenregister ist ziemlich lang. Ihr habt zwar versucht, die meisten eurer Untaten zu vertuschen, aber es ist euch nicht vollständig gelungen. Wir haben mehrere tausend Fälle in den letzten Jahrzehnten genauestens recherchiert, in denen die Polizei entweder mit ungewöhnlichen Phänomenen konfrontiert waren, oder in denen die Ermittlungsergebnisse mehr oder weniger geschickt nachträglich frisiert wurden. Und es sieht so aus, als wüssten wir jetzt den Grund.“
Er schien sich vom Stupor noch nicht völlig erholt zu haben und lehnte sich an den Türrahmen. Mit der linken Hand kratze er sich verlegen an der Hüfte.

„Verzeihung, Herr Kensington“, fragte Harry höflich, „aber wen meinen Sie, wenn sie von wir sprechen?“

„Wir“, setzte Henrik fort, „sind ein Verband von britischen Bürgern die eben diesen Phänomenen auf die Spur kommen wollten, um zu erreichen, wozu die hiesigen Behörden anscheinend nicht in der Lage sind. Aber ich gebe zu, wir haben uns wahrscheinlich getäuscht. Wir hatten uns euch eigentlich immer als Mutanten vorgestellt, so ähnlich wie in X-Men, sie verstehen? Wenn diese Holzstangen in euren Händen aber Zauberstäbe und ihr ganz altmodische Magier seid…Wie auch immer. Es ist notwendig, daß das Land von eurer Existenz erfährt.“

„In einigen Dingen haben sie Recht, in anderen nicht, Herr Kensington. Zuerst das wichtigste: Ihr, und damit in gewisser Weise natürlich auch unser Premierminister, weiss Bescheid. Das haben wir seit jeher so gehandhabt. Und alle Beteiligten waren einverstanden, dass die Existenz von uns Zauberern geheim bleibt. Jetzt, und in Zukunft.“

„Inakzeptabel“, entgegnete der Muggel. „Solche Dinge gehören in die Hände des Volkes, nicht der Herrscher. Regierungschefs und solche Leute neigen zu Geheimniskrämerei und Verschwörung. Dem Volk gegenüber sagen sie in solchen Dingen sowieso nie die Wahrheit. Denken sie zum Beispiel an die Außerirdischen in der Area 51 in den USA. Davon sollen die Bürger ja auch nicht erfahren.“

„Wovon redet er?“, fragte Erik leise. „Von dem armen Hauself, der sich vor neunzig Jahren in Nevada verirrte“, gab Harry ebenso leise zurück.

„Erzählen Sie mir übrigens nicht, sie hätten nur den Premierminister über ihre Leute informiert. Unsere Organisation weiss sehr gut, das noch andere Bürger in diesem Land über diese Verschwörung Bescheid wissen“, Herr Potter.

"Meine Leute, für wen hält der mich eigentlich?", dachte Harry. Die Eltern der muggelstämmigen Hogwartsschüler kamen ihm in den Sinn, vielleicht noch die eine oder andere überschaubare Ausnahme, aber keine Menge über die das Ministerium nicht den Überblick behalten konnte. „Ich denke Details müssen wir jetzt nicht diskutieren Herr Kensington, aber einigen weiteren nichtzaubernden Personen haben wir uns schon offenbaren müssen.“

„Und genau das, Herr Potter, ist der Unterschied. Sie haben aus eigenem Willen manchen Menschen von der Existenz der Zauberer erzählt; unsere Organisation aber hat als erste selbständig gegen deren Willen Ihre Welt entdeckt. Das wird auf immer unser Verdienst sein“, schloss Henrik ab.

„Da muss ich sie leider auch korrigieren. Vor wenigen Jahren haben die Behörden, völlig überraschend für uns, von der magischen Welt erfahren. Es hat ziemlichen Ärger gegeben, und wir haben uns entschlossen, die Zahl der Geheimnisträger unter euch Nichtmagiern zu erhöhen. Leute denen wir vertrauen können, und die mit diesem Wissen verantwortungsvoll umgehen. Wovon ich mir bei ihrer Vereinigung nicht ganz sicher bin, Herr Kensington“.

„Unser MI-5 ist euch auf die Schliche gekommen? Ich bin überrascht.“

„Genau genommen war es nicht der MI-5, sondern die Sozialversicherung“, korrigierte ihn Harry gemütlich. „Ein Zauberer musste in ein normales Krankenhaus und war nicht versichert. Darf ich ihnen auch mal eine Frage stellen? Wieso sind sie eigentlich schon wach? Der Zauberspruch mit dem mein unhöflicher Freund sie vorhin belegt hat, wirkt normalerweise wesentlich länger.“

Der Muggel zuckte die Achseln.

„Sie haben Neuropharmaka genommen, nicht wahr?“ „Marpha, was?“, fragte Erik im Hintergrund.
Das erklärt natürlich auch die müden Augen, dachte sich Harry, der Kerl musste voll sein davon. Neuropharmaka, die die Wirkung eines Stupors dämpften, sehr interessant. Und wahrscheinlich würde wieder mal niemand im ganzen Ministerium die Tragweite dieses Geschehens begreifen.

„Accio Pistole!
Reducto Kette!
Stupor!“

Jonathans laute Stimme erfüllte den Raum, mit der er diesem Geplänkel ein Ende bereitete. Diesmal gelang das Manöver, und die Waffe landete sicher in den Händen des erfahrenen Auroren. Der Muggel ging bewusstlos zu Boden, nun wahrscheinlich für etwas längere Zeit.
„Danke für die gelungene Ablenkung Harry“, sagte Jonathan anerkennend.
„Schade, eigentlich hätte ich gerne noch eine Weile mit ihm geplaudert.“


...Forts. folgt..
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2

Sonntag, 20. April 2008, 20:46

...„Schade, eigentlich hätte ich gerne noch eine Weile mit ihm geplaudert.“



III

„Ach Harry, lass uns das ganze hinter uns bringen. Wir apparieren ins Ministerium und liefern Erik ab. Die schicken einen Trupp der das alles hier in Ordnung bringt, und Herrn Kensington mit einer hübschen neuen Erinnerung versieht. Und wir machen Feierabend. Die Sache mit der Sozialversicherung“, wandte er sich an Erik, „ist übrigens eine geheime Information. Von der müssen wir dich wieder befreien, sobald wir zurück sind.“
„Bin nich scharf drauf, das zu wissen“, bekam er zur Antwort.

„Einen Moment noch, bitte“

Etwas kam Harry seltsam vor. Die Gelassenheit des Muggels in Gegenwart dreier Zauberer – und er wusste ja annähernd mit wem er es zu tun hatte - brachte ihn auf einen Gedanken. Er schritt zu dem Bewusstlosen und beugte sich nieder um ihn näher zu untersuchen, und plötzlich begann er schallend zu lachen.
Es war ein herzhaftes, befreiendes Gelächter, in dem sich seine Anspannung der letzten Minuten entlud. Er lehnte sich an die Wand, nach Atem ringend, und schaute Jonathan und Erik mit herausforderndem Blick an. Womöglich, wahrscheinlich, waren sie soeben Zeugen und Akteure eines historischen Ereignisses geworden, aber niemand außer ihm schien das zu begreifen. Es war schon eher lachhaft als komisch, fand er.
„Verzeihung Harry, aber mir entgeht die Pointe“, murmelte Jonathan, doch Harry drehte sich in Eriks Richtung.

„So, Erik Wood. Jetzt komm mal hierher und schau dir deinen dummen, schwachen, Nichtskönner mal genau an.“, und das Gift der Wut mischte sich dezent in seine bisher fröhliche Stimme.

Zu zweit beugten sie sich jetzt über den Muggel, Jonathan einen Schritt hinter ihnen stehend.

„Da ist ein Kabel unter seiner Jacke“, entdeckte Erik mäßig interessiert.
„Ja, da ist ein Kabel“, bestätigte Harry, „und wohin führt es?“
„Es, es teilt sich“, wunderte sich Erik, und Harry begann zu ahnen, dass er vielleicht mit den Verantwortlichen in Hogwarts über den Muggelkundeunterricht würde reden müssen.

„Das eine Teil des Kabels führt zu...oh, was ist das?“ Es machte Knacks, und er bekam mit mühsam im Zaum gehaltener Stimme zur Antwort. „Das, Erik, war ein Mikrophon, bevor du es kaputtgemacht hast“.

„Ein so kleines Mikrophon? Das war ja kaum grösser als mein halber Fingernagel“

Harry korrigierte sich insofern, als dass er dringend mit den Verantwortlichen in Hogwarts über den Muggelkundeunterricht reden musste.

„Und das andere Ende führt zu einem, äääh…“ „Und das ist eine Miniaturkamera“, kam ihm Harry zu Hilfe. „Versteckt in seinem Jackenkragen. Und sie ist bisher eingeschaltet.“
Knacks!

Jonathan nestelte unbehaglich an seiner Krawatte. „Das ist ja alles schön und gut, aber dann nehmen wir eben seine Kassette und löschen sie.“

„Und das hier“, und Harry wusste nicht, ob er Entsetzen, Ärger, Ironie oder ein ich-wusste-es doch- in seine Stimme legen sollte, „was sich am anderen Ende des Kabels in seiner Innentasche befindet ist keine Kassette, lieber Jonathan, sondern ein eingeschalteter Sender. Ich vermute er hat ihn aktiviert, als er sich auffällig an der Hüfte kratzte. Und wir haben keine Ahnung, wer gerade zugehört hat.“

Der Auror biss sich auf die Lippen. „Nicht so pessimistisch Harry. Vielleicht sitzt lediglich ein einziges Mitglied seiner Vereinigung gerade mit einem Kopfhörer in irgendeinem Keller und hört alles mit. Und den erwischen unsere Kollegen sicher auch noch.“

„Das wäre die beste Möglichkeit“, antwortete Harry. „Vielleicht hören gerade aber mehrere Leute mit, an verschiedenen Stellen. Vielleicht werden die von ihm aufgenommenen Bilder auch gerade in diesem Augenblick in die Datennetze der Muggelcomputer eingespeist. Vielleicht aber, und das können wir nicht wirklich ausschliessen, wurde alles live an ein Fernsehprogramm der Muggel gesendet, und Hunderttausende von Menschen haben uns vor wenigen Minuten zaubern sehen. Oder werden uns im Abendprogramm sehen, wenn seine Leute schneller reagieren als wir.“

„Wir könnten ihn aufwecken und befragen. Ein bisschen Legilimentik beherrsche ich schon.“

„Und wenn diese Organisation nur halbwegs gescheit ist – und so schätze ich sie ein – dann wird uns Herr Kensington gar nicht erzählen können, wer seine Kamerabilder empfangen soll, weil man es ihm selbst nicht gesagt hat“, gab Harry zu bedenken.

Sein Kollege wurde bleich. „Das wäre eine Katastrophe. Wenn wir zurück sind, muss das Ministerium alle Hebel in Bewegung setzen.“

„Um was zu tun, Jonathan? Um die entwichenen Übel wieder in die Büchse der Pandora zurückzuscheuchen? Wenn meine schlimmste Befürchtung stimmt, dann haben wir uns eben in die Geschichtsbücher eingeschrieben, und zwar in die der Zauberer (in denen ich eh schon dringestanden habe), als auch in die der Muggel“

Sie schwiegen einige Sekunden.

„Ich denke es gibt hier für uns wirklich nichts mehr zu tun.“.

Harry sprach mit halbem Herzen einige Muggel-Abwehrzauber um den Tatort, danach nahmen Sie Erik in ihre Mitte um ihn ins Ministerium zu bringen und die Angelegenheit zu melden. Ab jetzt mussten Höhere die Sache in die Hand nehmen. Das letzte woran Harry Potter dachte bevor sie apparierten, war Hermione Weasley und ihre Theorie der Machtkonvergenz.
Wie so oft, hatte sie Recht behalten.
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3

Montag, 21. April 2008, 02:05

Eigentlich wollte ich um diese Zeit schon im Bett liegen. Aber der Oneshot war einfach zu gut. Mir haben Stil und Gedanke hinter der Geschichte sehr gut gefallen. So ähnlich sehe ich die Sache auch. Besonderes Vergnügen hat mir der Gedanke bereitet, daß nicht der MI5, sondern die Sozialversicherung dahintergekommen ist.

Ich habe nur zwei Kritikpunkte:

1. Es ist inkonsequent, einerseits von "Goblins" statt von "Kobolden" und andererseits von "Herrn Potter" statt von "Mr Potter" zu sprechen.
2. Wieso redet der Wachmann Harry mit "Potter" an - Harry hat sich doch gar nicht vorgestellt?

Der dritte Kritikpunkt gehört nicht in die Aufzählung: Ich komme zu spät ins Bett. Hättest Du nur irgendeinen frühpubertären Mist geschrieben, wäre das nicht passiert. Qualität führt zu gelegentlichem Schlafmangel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Krabbentaucher« (21. April 2008, 02:08)


Simon T.

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4

Montag, 21. April 2008, 19:45

Krabbentaucher:

Sozialversicherung: Würde HP in Deutschland spielen, wäre es natürlich die GEZ gewesen.

zu 1)
Da hast du recht, das habe ich jetzt geändert

zu2)
doch:

Zitat

Er stellte sich und seine beiden Begleiter mit Namen, aber ohne nähere Erklärung vor.


Ansonsten verspreche ich dir: Du wirst von mir nie eine FF zum Thema James und Lillies erster Kuss lesen.
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5

Montag, 21. April 2008, 19:52

Gut, ich sehe ein, daß ich mich geirrt habe damit, daß sich Harry nicht vorgestellt hätte. Das schreibe ich der arg vorgerückten Stunde zu, in der ich die Geschichte gelesen habe.

Was die GEZ angeht: Ja, das wäre wahrscheinlich. Irgendeine sozial randständige Erscheinung mit klapprigem Fahrrad und Blockwartmenthalität (bei uns sind das jedenfalls so welche) klopft an und fragt: "Wieso haben Sie sich nicht angemeldet?"

Jetzt muß ich aber noch mal überlegen, ob es in GB überhaupt eine so dichte Sozialversicherung gibt... Aber ich werde nicht recherchieren. Der Gedanke gefällt mir einfach zu gut.