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HermioneFan90

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1

Dienstag, 5. Februar 2008, 16:31

Kiss Chase

das ist ein ff das ich schon lange habe und ihr könnt es lesen. kommentare sind natürlich erlaubt so wie kriterien.

PROLOG Die Rückkehr

Da war sie also wieder.
Als man ihr vor ca. einem Jahr das Angebot gemacht hatte, zur “weiteren Förderung ihrer magischen
Fähigkeiten” nach Neuseeland zu gehen, hatte Lily Evans zuerst getobt.
Sie hatte sich abgeschoben gefühlt.
Es hatte ihr so entsetzlich wehgetan.
Nur die Aussicht, von IHM ganz weit entfernt zu sein, hatte sie umgestimmt.
Und das auch erst, nachdem ES passiert war.
Sie schauderte, als sie daran dachte, und das, obwohl die Erinnerung DARAN immer noch sehr unscharf war.
Nach einem Jahr zwischen Schafen und anderen genauso nach Wissen verrückten Hexen kam ihr
Hogwarts vor wie eine andere Welt.
Aus einem anderen Leben stammte es auf jeden Fall.
Das einzige, was sie noch entfernt mit Hogwarts verbunden hatte waren die Briefe von Olivia.
Eigentlich merkwürdig, denn sie hatte sich nie gut mit ihr verstanden.
Olivia war eine hübsche Halbblut Ravenclaw, die es gewohnt war, alles zu bekommen, was sie wollte
und deshalb leicht Slytherin-angehaucht war.
Ihre und Lilys Mutter waren schon seit Jahren die besten Freundinnen und nahmen an, das ihren
Töchtern das auf natürliche Weise auch so ging.
In Wirklichkeit hielt sich Olivia für Weit über Lilys Niveau und die beiden spielten nur wegen ihrer
Mütter mit.
Als Lily dann auf einmal in Neuseeland war, kamen die Briefe.
Es fing mit einem Brief zum gemeinsamen 16. Geburtstag an und entwickelte sich zu einer Art
Tagebuchbriefwechsel.
Lily traute Olivia kein bisschen , doch was gab es aus dem Land der unendlichen Wiesen schon
aufregendes und skandalöses zu berichten?
Olivias Berichte gingen jedoch in jedes Detail, bei dem Lily schon Rot wurde, wenn sie nur daran
dachte.
Vielleicht war das ja Olivias Art sie zu quälen.
Wie sie Lily immer in endlos erscheinen Briefen schrieb (Lily hatte den Verdacht, sie würde eine
Schnellschreibfeder benutzen) war sie um Ostern herum mit James Potter zusammen gekommen.
Lily wusste nicht genau, was sie davon halten sollte, immerhin war es Potter, der jenige, der sie in ihrem
Fünften Jahr regelmäßig nur um eine Verabredung gebeten hatte, um sie auf die Palme zu bringen und um...NICHT daran denken, rief sie sich zurecht.
Doch irgendwie schienen die beiden glücklich zu sein...das perfekte Pärchen...
Lily erinnerte sich lächelnd daran, das sie das gleiche vor anderthalb Jahren schon einmal gedacht hatte.
Damals war das aber kein freundlicher, sondern zynischer Gedanke gewesen.
Laut Olivia liebte James Potter sie aus tiefsten Herzen und hatte ihr sogar einen Antrag gemacht, ganz
zu schweigen von seinen Gewissen anderen Talenten, über die Lily sich wünschte, Olivia würde sich bei deren Schilderung etwas zurückhalten, oder sie ganz weg lassen.
Sie wurde schon Rot, wenn sie nur daran dachte...
Mittlerweile sah sie Olivia schon fast als Freundin an, doch hatte sie keine Ahnung, wie es weiter
gehen sollte, nachdem sie nun wieder in England war.
Lily hatte sich an Neuseeland gewöhnt und fand es wunderschön, doch war es dort auch total
langweilig, weshalb sie sofort zugesagt hatte, als sie erfuhr, dass sie ihr letztes und siebtes Schuljahr auf
Hogwarts verbringen musste.
Nun stieg sie aus dem fahrenden Ritter aus und öffnete die Tür ihres verlassenen Hauses.
Lily seufzte.
Die letzte Person, die hier wahrscheinlich drin gewesen war, war Mrs. Carlisle, die schrullige Nachbarin, die die Blumen goss.
Auch wenn sie selber Reisessüchtig war, tat es weh, das ihre Eltern fast nie da waren.
Wäre der Brief von Hogwarts damals nicht gekommen, wäre sie wahrscheinlich auf das gleiche Internat
gegangen wie ihre Schwester Petunia.
Bei dem Gedanken schauderte sie.
Lily Evans fühlte tatsächlich Mitleid für ihre Schwester.
Petty war nur 2 Jahre älter als Lily.
Als sie klein gewesen waren, waren die beiden unzertrennlich und viele hielten sie für beste Freundinnen,
anstatt für Schwestern.
Dies war nur zu natürlich, denn die beiden konnten unterschiedlicher nicht aussehen.
Während Petty immer schon dürr, groß, blond und blass blauäugig gewesen war, sah Lily aus wie eine
einzige Welle (zumindest fand sie das):
Sie war nicht dick, noch nicht einmal pummelig, eigentlich besaß sie die Figur, für die Tausende von
Frauen morden würden.
Was diese Frauen jedoch nicht wussten, war, dass es verdammt schwer war, mit dieser Figur passende
Kleidung zu finden.
Auch ihre lockigen Haare halfen bei dem ganzen nicht wirklich, denn sie waren schon immer von einem
intensiven Rot gewesen, das sich wunderbar mit dem Element ihrer Erscheinung vertrug, das sie schon
immer an sich geliebt hatte: Ihren grünen Augen, die leuchteten wie Smaragde.
Das sich Lily mittlerweile mit ihren Haaren angefreundet hatte, hatte vor allem einen Grund:
Durch ein Jahr in der Sonne von Neuseeland waren ihre Haare viel länger und vor allem heller
geworden.
Sie waren nicht mehr so intensiv Rot, wie vorher, sondern fast blond mit einem roten Schimmer.
Viele sagten ihr, sie würde wie ein Model aussehen und sie hasste es.
Sie wollte ihre roten Haare zurück und sie hoffte, dass sich das mit der Zeit in dem verregneten England
ergeben würde.
Auf jeden Fall waren Petty und Lily die besten Freundinnen, bis Petty 11 und auf ein Internat geschickt
wurde.
Als sie dann in den Sommerferien zurückkehrte, war aus Petty bereits Petunia geworden, die
wohlerzogene junge Dame, die nichts mehr mit ihrer Abenteuerlustigen kleinen Schwester anfangen
konnte.
Sobald sie dann erfuhr, dass es Hexen und Zauberer gab, geschweige denn, dass ihre Schwester eine von
“denen” war, brach auch das letzte Band, welches sie verknüpfte.
Und jetzt war das Haus für fast ein Jahr gänzlich unbewohnt und leer gewesen.
Von außen sah es, dank Mrs. Carlisle, fast bewohnt aus, doch als sie ihr Elternhaus betrat, hatte sie
unwillkürlich das Gefühl, sie würde einen Neubau besichtigen.
Nicht, dass das Haus sehr modern ausgesehen hätte, trotzdem versprühte es eine Atmosphäre, als wäre
es noch völlig neu und unbewohnt.
Bei diesem Gedanken musste Lily lächeln, denn sie konnte sich noch genau erinnern, wie sie damals mit
Petty in genau diesem Flur rumgetobt hatte...damals...
Lily hatte es nie ganze verwunden, dass sich ihre beste Freundin und Schwester von ihr abgewandt
hatte.
Selbst in Hogwarts hatte sie nur eine richtige Freundin: Alice.
Sie war eine so gute Freundin, dass sie Lily nach Neuseeland gehen ließ.
Sie konnte sich noch genau an Alice Worte erinnern: “Ich möchte nicht, das du gehst, aber ich bin deine
Freundin. Ich will, dass du glücklich bist, nur das ist wichtig! Und um glücklich zu werden, rate ich dir
als deine Freundin: Geh”
Damals war Lily sehr wütend auf sie, doch jetzt konnte sie erkennen, dass sie sich keine bessere
Freundin wünschen konnte.
Denn auch sie war Alice beste und so ziemlich einzige Freundin.
Sie ließ sie allein, als sie ging, doch Alice hatte nur an Lily gedacht.
Bald würde sie sie wieder sehen, den bald würde das letzte Schuljahr der Lily Evans beginnen.
Wo bin ich denn hier?!?!?

Ihr war kalt.
Ihre Füße schienen durch Eis ersetzt worden zu sein.
Lily versuchte ihre Augen zu öffnen, doch sie war so müde, zu müde.
Genau das war es!
Gestern Abend war sie von der Reise sehr müde gewesen.
Sie konnte sich noch erinnern, Strom und Telefon überprüft zu haben.
Schließlich war sie noch zum Kühlschrank getorkelt um nach zu sehen, ob sich Mrs. Carlisle um einen
Inhalt gekümmert hatte, so wie Lily sie darum gebeten hatte.
Und dann...schwarz...
Sie konnte sich nicht erinnern, ins Bett gegangen zu sein.
Lily stöhnte auf.
Alles tat ihr weh, wenn sie glaubte, was ihre Nervenenden an ihr Gehirn
sandten.
Wo sie lag, war es hart, gleißend hell und eiskalt.
Doch wo war sie???
“Ring...“ Was war das???
Sie spürte ihre Füße nicht mehr.
Scheiße, was war mit ihren Füßen???
“Ring...”
Instinktiv zog sie die Beine an den Körper und war im gleichen Moment überrascht, dass es ging.
“Ring...” Warum hörte dieses Geräusch bloß nicht auf ?!?!?Lily riss die Augen auf.
Das war das Telefon!!!!
Sie sprang auf und...
...lag im nächsten Augenblick auch schon wieder auf dem Boden. “Ring...”
Schon wieder???
Sie sah sich um.
Sie, Lily Evans, Vertrauensschülerin und mittlerweile (“Ring...”) ehemalige Schülerin einer
Hochbegabtenschule in Neuseeland, konnte doch nicht ernsthaft hier auf dem Fußboden, halb im
Kühlschrank zwischen Leber und Blumenkohl übernachtet haben, oder doch???
“Ring...” Das Telefon!!!
Irgendwie schaffte sie es mit ihren tauben Füßen zum Telefon zu sprinten und abzuheben.
“Evans”
“Hallo, Lily. Hier ist Alexandra Rushton, Olivias Mutter.”
“Oh Gott - Alex! Wie geht’s dir?”
“Ach, ganz gut. Ruf ich irgendwie ungelegen an?” Die Frage war schon fast eine Feststellung.
Alex war es nicht entgangen, dass Lily schwer atmete.
Was sie nicht wusste war, dass Lily krampfhaft versuchte sich irgendwie oben zu halten und sich deswegen unter riesiger Anstrengung auf dem winzigen Telefontischchen aufzustemmen versuchte.
“Ne, passt schon, ich war nur grade aufgestanden” Das stimmte wenigstens zur Hälfte.
“Na dann ist ja gut! Wie war Neuseeland?” In dem Moment gaben ihre Beine nach.
“Alles okay bei dir, Lily???”
“Ja klar” Sie gab auf und blieb einfach auf dem Boden. “Neuseeland war toll - ich kann´s gar nicht fassen, dass ein Jahr schon um ist.
Ich hatte gestern Abend mal versucht Olivia zu erreichen, aber es ging nur der AB an.
Ist sie mit James Potter unterwegs?”
“Äh, nein.” Alex räusperte sich peinlich berührt.
“So wie sie es beschrieben hat klingt das alles total göttlich. Weihachten in Frankreich mit einem Diamantring im Glas - das wird die Hochzeit des Jahres” seufzte Lily.
Sie war sich sicher, dass sie bezogen auf die Hochzeit recht hatte.
Beide Familien, die Potters und die Rushtons, gehörten zu den reichsten Zaubererfamilien überhaupt und wollten natürlich ein riesiges Event aus der Hochzeit der Sprösslinge machen.
Lily wiederum war der Meinung, man könnte genauso gut einfach durchbrennen und irgendwo ganz ärmlich im kleinen Rahmen heiraten, wenn man sich wirklich liebte.
Trotzdem wollte sie diese riesige Hochzeit nicht verpassen.
Als Brautjungfer ging das auch schlecht.
“...noch dran? Lily?”“Was?” Sie schreckte aus ihren Gedanken auf. “Tut mir Leid, Alex. Willst du meine Größe wissen wegen der Kleider für die Brautjungfern? Eigentlich wollte ich Olivia ja fragen, ob sie sich das mit dem Orange und dem Lila nicht noch mal überlegen möchte.
Ich weiß, das ist grad zwar total modern, aber mit meinen Haaren...”Das die jetzt blond sind braucht sie ja nicht sofort zu wissen...
“Oh Lily!” Alex lachte auf. “Du hast dich überhaupt nicht verändert, was?” Plötzlich schien sie es sehr eilig zu haben. “Kommst du am Wochenende zu uns?”
“Ich weiß nicht so genau. Vielleicht hat Ali...” Dann geschah etwas, was Lily nie gedacht hätte, dass es passieren würde.
Alex sagte nur ein Wort:
“Bitte”
Es klang so flehendlich, dass Lily nicht anders konnte und einfach ja sagen musste.
Sie hatte Alex noch nie verzweifelt gehört und das sollte was heißen, immerhin kannte sie sie schon ihr ganzes Leben .
Oft war Alex ihr mehr eine Mutter gewesen, als ihre eigene.
Stopp rief sich Lily in ihren Gedanken zurecht.
Nicht an so etwas denken!
“Okay, ich komme. Bis dann!” sagte sie, bevor sie auflegte und fragte sich, worauf sie sich da nun schon wieder eingelassen hatte.

“Lily?”
Diese fuhr herum und sah, wie eine Frau sie zweifelnd musterte.
Sie besaß kinnlange, aschblonde Haare und braune Augen.
Erst jetzt erkannte Lily in ihr Alex Rushton.
Sie war offensichtlich nicht die einzige, die sich innerhalb eines Jahres stark verändert hatte.
Früher hatten die Haare von Alex eine intensive Färbung, die Lily immer an Sand erinnert hatten.
Sie hatte diese Haare immer gemocht.
Grade als Lily sich fragen wollte, warum sie ihre Haare denn gefärbt habe, fiel ihr auf, dass sie angefangen hatten zu ergrauen und deshalb um so viel heller wirkten.
Auch sah Alex so aus, als würde sie sich momentan über tausend Probleme Sorgen machen müssen.
Irgend etwas war passiert.
“Liebling, du bist es. Wow!” Alex nahm sie in die Arme “Ich hab dich erst gar nicht erkannt! Gut siehst du aus.”
“Du siehst auch gut aus”, erwiderte Lily, und das tat sie auch wirklich, wenn man nicht bedachte, dass sie in einem Jahr um ca. ein Jahrzehnt gealtert zu sein schien.
“Red keinen Unsinn”, wehrte Alexandra da auch schon ab. “In letzter Zeit herrschte so eine Hektik.
Erst all die Hochzeitsvorbereitungen und dann diese entsetzliche - aber davon kannst zu ja nichts wissen.”
Lily wollte schon fragen, was sie nicht wissen konnte, doch da setzte sich das Auto, in das sie unbewusst eingestiegen war in Bewegung.
Alex war eine gefährlich schnelle Fahrerin.
Das musste daran liegen, dass sie so selten fuhr.
Seit sie Anthony Rushton, einen Zauberer, geheiratet hatte, war sie immer vollauf damit beschäftigt der Hauselfe so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.

HermioneFan90

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:32

Prolog teil 2

Als sie schließlich unversehrt aus dem Auto ausstiegen, machte Lily im Kopf der Kreuzeichen.
Kaum hatte sie das Haus betreten fühlte sie sich zuhause.
Selbst mit sehr viel Fantasie konnte man es sich nicht unbewohnt vorstellen, denn schon allein die Möbel versprühten den Charme von belebtem und gemütlichem Chaos.
Kein Stück passte zum anderen und doch waren sie alle so antik und teuer, dass man meinen könnte, sie wären so von einem Designer platziert worden.
“Ist Olivia zu Hause?” Das war eine berechtigte Frage, denn laut ihren Briefen konnte sie jetzt genauso gut mit ihrem Verlobten (Lily konnte diesen perfekten Man, den Olivia beschrieben hatte immer noch nicht mit DEM James Potter in Verbindung bringen) irgendwo in Venedig in einem Bett liegen.
“Liegt wohl noch im Bett.” Alex ging grade in die Küche. “Was willst du trinken? Tee oder Kaffe?”
Lily spähte auf die Wanduhr. Eben erst nach vier. Ob Olivia und ihr Ver...Po...ähm James ein langes Liebeswochenende planten?
“Wars den spät gestern Abend?”
Alex zuckte die Achseln. “Keine Ahnung, Liebling. Olivia schleicht durchs Haus wie ein Gespenst- am Mittwoch ist sie gar nicht aufgestanden. Redet davon, nicht mehr in die Schule zu gehen.”
Was meinte sie damit? fragte sich Lily Wie ein Gespenst? Nicht zurück in die Schule?
“Ich werd wohl besser mal nach Olivia sehen” war das einzige, was ihr dazu einfiel.
Gefolgt von zwei keuchenden Hunden, die wahrscheinlich einen längeren Stammbaum besaßen als Lily, nahm sie auf der alten geschwungenen Treppe immer zwei Stufen auf einmal.
Im vorbeigehen fiel ihr ein Foto auf, das zerknittert unter dem Sofa lag.
Sie hatte schon immer ein Aue für das gehabt, was keiner sehen sollte.
Es zeigte James Potter und...ja, was war das?
Sie sah fast aus wie eine Sirene mit dem Glatten, schwarzen Haar.
Erst beim näheren Hinsehen fiel Lily auf, dass dies Olivia war.
Zwar hatte sie geschrieben, sie hätte ihre Harre kurz, bevor sie mit Potter zusammen gekommen war gefärbt, doch an so etwas hätte Lily nie gedacht.
Sie erkannte Sie kaum noch wieder.
Olivia sah hübscher und glücklicher aus denn je.
Früher hatte sie Olivia immer beneidet.
Nicht nur, weil sie immer die hübsche und süßere von beiden war, sondern auch wegen ihrem Zimmer, das riesig war und eine fast genauso große Fensterwand besaß.
Vorsichtig klopfte Lily an die Tür, und als keine Antwort kam, fragte sie: “Livia? Darf ich reinkommen? Ich bins Lily.” Immer noch keine Antwort.
Vorsichtig öffnete sie die Tür einen Spalt weit. Dies allein nahm Lily schon den Atem, denn ihr schlug stickige, verbrauchte Luft entgegen.
Außer Dunkelheit und Zigarettenqualm sah sie nichts.
Seit wann rauchte Olivia überhaupt?
Oder sind das die Überreste von Potter???
Zu dem würde Rauchen eher passen.
Scheiße, am Ende überrasche ich die beiden noch bei...
Plötzlich fiel sie, angestoßen von den zwei riesigen, sabbernden Hunden, der Länge nach komplett ins Zimmer hinein. “Olivia?” murmelte sie noch einmal und wartete, bis sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten.
“Hier drüben”, klang ein ersticktes Stöhnen vom Bett her.
Während die Hunde durch das Zimmer stürmten, zögerte Lily.
Langsam ging sie auf das Bett zu- oder zumindest versuchte sie es.
Der Boden war überseht mit verstreut rumliegenden Kleidungsstücken, leeren Pappschachteln und Coladosen.
Als Lily dann Olivia erblickte, wusste sie sofort, dass sie auf der Straße, ohne zu zögern, oder sich zu wundern an ihr vorbei gegangen wäre.
Eingehüllt in eine Zigarettenrauchwolke (Dann kommt das also echt von Olivia?) brach diese Gestalt in Tränen aus.
“Livi!” Lily setzte sich auf den Bettrand und nahm sie in die Arme.
Olivia musste mindestens 12 Kilo zugenommen haben.
Ein tiefer und äußerst hässlicher blonder Haaransatz fraß sich durch ihr schwarzes, strähniges Haar.
Ihre Augen waren blutunterlaufen und umschattet von tiefen Ringen.
Das Gesicht wirkte aschfahl und ungewaschen fettig.
“Sehe ich so schlimm aus?” Olivias Stimme zitterte.
Fast unbewusst griff sie zu einer weiteren Zigarette.
Die ehrliche Antwort wäre: Nein, noch schlimmer, aber das brachte Lily nicht heraus, stattdessen nahm sie sie einfach in den Arm.
“Sag schon, ich will wissen, wie schlimm es ist.”
Lily seufzte, sie würde wohl nicht um die Wahrheit rumkommen.
Sie hoffte nur, Livia würde die möglichst schön verpackte Antwort akzeptieren.
“Nein, nicht soo schrecklich, nur fürchterlich verzweifelt.”
“Kein Wunder, dass er mich abschossen hat.” Olivia steigerte sich in ein schrilles Heulen hinein. “Ich bin abstoßend - stinkend, schmierig, verbittert, armselig...einfach ekelhaft!”
Sie war nur noch ein heulendes Häufchen Elend; hatte nichts mehr mit der alten Olivia zu tun.
Lily hielt den zuckenden Körper umarmt, bis sie aufhörte zu weinen, da sah sie den Verband.
“Was ist passiert, Olivia?”

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:33

Kiss Chase

“Das geht dich verdammt mal nichts an!!” Olivia schien alles aus sich rausschreien zu wollen.
Trotzdem versuchte sie unbewusst ihr verbundenes Handgelenk zu verstecken.
“Warum bist du überhaupt hier??? Wir waren nie Freundinnen!!!”
Das saß.
Natürlich dachte Lily das gleiche und trotzdem...
Durch die Briefe hatte sich etwas verändert.
Zumindest hatte Lily das Gedacht, wahrscheinlich brauchte Olivia nur jemanden, dem sie von ihrem ach so glücklichen Leben vorschwärmen konnte.
Na, so glücklich ist es dann wohl doch nicht...dachte Lily noch, bevor Livia wieder in Tränen ausbrach.
Sie wurde immer leiser, bis sie dann schließlich ganz verstummte.
Dann ganz leise:
“Ich brauche dein verlogenes Mitleid nicht.”
Zu ihrer Überraschung löste dieser Satz nur noch mehr Mitleid in Lily aus.
Vielleicht lag es ja an der neuen Haarfarbe, dass sie so gelassen war.
“Was soll ich denn tun?”
Plötzlich blitzte es in Olivias Augen auf, als wäre ihr eine Idee gekommen.
Und Lily hatte das Gefühl, dass ihr diese überhaupt nicht gefallen würde.
“Vielleicht...” Olivia sagte das eher zu sich selbst “Ich habe meine Meinung geändert. Du kannst mir helfen. Lily Evans, ich möchte dich engagieren.”
“Du willst WAS???” Vor Schreck sah Lily Olivias Boden zum zweiten mal an diesem Tag von nahem. Die Hauselfe musste hier echt mal sauber machen.
“Ich möchte, dass du einen Job für mich übernimmst.” Olivia sprach zu ihr wie mit einer 5-Jahrigen.
Naja, auf der Höhe befand sie sich ja schon mal.
“Was für ne Art Job?” fragte Lily da auch schon Misstrauisch.
Dieser Olivia traute sie alles zu. Ihre Stimmung schwang von einer Sekunde um.
Schon wieder griff sie mit zitternder Hand nach einer Zigarette.
Da schlug das Temperament der na ja ehemalig Rothaarigen durch.
”Sag mal, kannst du nicht mal mit dem paffen aufhören???” schon im nächsten Augenblick bereute Lily ihren Ausbruch.
Sie erwartete schon das Schlimmste, doch Livia riss sich tatsächlich zusammen und lege die Zigarette sogar weg.
“Der Arzt hat sowieso gesagt, ich sollte jetzt nicht rauchen” sagte sie abwesend und fasste sich genauso unbewusst an den Verband.
“Wie...” begann Lily, doch Olivia lag nichts ferner, als sie die Frage zuende stellen zu lassen, geschweige denn ihr eine Antwort auf sie zu geben.
“Auf jeden Fall ist mir wichtig, dass du den Job übernimmst. Ich könnte vielleicht noch jemand anderes finden, doch ich glaube nicht, dass jemand dafür perfekter wäre als du.
Selbst die Haarfarbe passt rein. Bitte sag mir einfach, dass du es machst!”
“Was denn machen?”
So leicht wollte sie Olivia nichts versprechen, ohne den genauen Inhalt des Versprechens zu kennen.
“Ich will...nein, ich möchte” Plötzlich begann Livi wieder zu zittern und zu schluchzen.
“Ich möchte, dass du James verführst”
“Was?!?!?” Lily riss die Augen auf.
Das war doch krank. Da war sie bis nach Australien vor James Potter geflohen und jetzt erwartete ihre “Freundin”, sie solle mit ihm ins Bett hüpfen.
“Ich will Rache, Lil. Ich will Rache dafür, was dieses Arschloch mit mir angestellt hat.”
Da musste Lily einmal tief durchatmen. Keine gute Idee, bei der Luft die in diesem Höllenloch herrschte, doch wie durch ein Wunder konnte sie eine Hustenattacke unterdrücken.
“Willst du darüber sprechen?”
“Wollen, nein. Aber ich muss ja wohl.” Olivia zündete sich eine neue Zigarette an und nahm unter Lilys Blick einen tiefen Zug. “Dieses Muggelzeug tut echt gut. Wundert mich ziemlich, dass es bei Zauberern noch nicht so stark verbreitet ist.”
Dazu hätte Lily ne Menge über alle möglichen Raucherkrankheiten sagen können, doch sie wollte, das Olivia weiter redete.
“James Ex hatte auch geraucht. War Muggelgeboren. Ich hab mal gehört, wie er ihr gesagt hat, wie sexy es aussehen würde, wenn sie von dem Qualm umwölkt war.”
Sie nahm einen weiteren zittrigen Zug.
“Wir waren auf so einer Dinnerparty in Amerika eingeladen, die von Freunden seiner Eltern ausgerichtet wurde. Jeder, der irgendwie etwas zu sagen hatte oder berühmt war, sollte da sein.
Wir haben da mit seinen Freunden Sirius Black und Remus Lupin in einem Apartment gelebt.
Peter konnte aus irgendwelchen Gründen nicht.
Alles lief ganz toll. James” Lily fiel auf, wie Olivia den Namen aussprach. Sie ließ ihn sich auf ihrer Zunge zergehen, als wäre es feinste Schokolade. “James und ich, wir waren praktisch nicht mehr aus dem Bett zu bekommen. Wir hatten so viel Spaß. Er hat nur gelacht und gelacht.Und ich war so glücklich.”
Olivia suchte nach einem Taschentuch und fand schließlich einen grauen zerfledderten Fetzen, den noch nicht einmal sie einem Hauselfen zum Anziehen gegeben hätte.
Sie putze sich geräuschvoll die Nase damit.
“Dann, ein par Tage vor der Feier erschien ein Artikel über unsere Verlobung in so einem Klatschmagazin - ´Hexe von Heute´ oder so was.
Es war sogar ne Art Fotostrecke dabei. James sah einfach göttlich aus.” sie schluchzte erneut und suchte nach einer trockenen Stelle an ihrem Taschentuch. “Von mir hatten sie nur so ein altes unscharfes Foto.
Das war ein wohl ein Ausschnitt von dem Foto, auf dem wir beide sind - noch mit unseren natürlichen Haarfarben” fügte sie mit einem Blick auf Lilys glatte Blonde Haare hinzu.
“Du warst nebenbei fast ganz rausgeschnitten, brauchst dir also keine Sorgen machen.”
Es entstand eine Pause.
“Er hat den Artikel dann gesehen?” fragte Lily, nur um die Stille zu brechen.
“Ich hab ihn ihm gezeigt. Ich hab gedacht, es könne nicht schaden. Wie sehr hab ich mich da geirrt.
Er hat angefangen mich anzuschreien und ist wie ein wildes Tier im Apartment rumgelaufen.
Schließlich ist er rausgerannt. Remus hat, als er nicht wieder kam, einfach behauptet, James
hätte plötzlich zu einem entfernten Verwandten gemusst, um etwas zu klären.
Er war so unglaublich nett, aber er ist fast ein genauso schlechter Lügner wie er ein guter Freund ist.”
“Und das war das Ende?” fragte Lily nach.
Sicher, das war schrecklich, aber dass Olivia dann nach so drastischen Maßnahmen greifen wollte.
“Merlin, nein!” Livia brachte es tatsächlich fertig, bitter aufzulachen.
“Dann hätte ich jetzt wenigstens noch einen Teelöffel voll würde. Das richtig dicke Ende kam ja erst ein par Tage später.”
Sie nahm einen tiefen Zug von der, schon fast vergessenen, Zigarette.
“Er ist wieder gekommen. Mitten in der Nacht. Wir hatten dann den unglaublichsten Sex, den du dir nur vorstellen kannst.
Trotzdem war er irgendwie komisch drauf.
Er war angeblich bei irgendeinem Cousin gewesen, doch als ich weiter nachgefragt habe, hat er mich nur angeschnauzt...”
“Warte mal, der Typ ist einfach so abgehauen, kommt dann ohne Entschuldigung zurückt, wohl mit nicht wirklich besserer Laune und trotzdem schläfst du mit dem?”
“Natürlich” Olivia sah sie nur ganz verständnislos an. “So eine Art Entschuldigung kam dann am Morgen. Ich bin in einem Meer von Rosen aufgewacht, die von der Decke wie rote Schneeflocken fielen.
Als James vom Joggen wiederkam, eine Angewohnheit von ihm, ohne die er nicht kann, war er total fröhlich, als wär nie etwas vorgefallen und nahm erst mal ein Bad.
Ich war so erleichtert und wollte das ganze einfach vergessen.
Er sah so wunderschön aus, wie er im Schaum lag. Ich bin reingestürmt und hab ihm immer wieder
gesagt, dass ich ihn Liebe: dass ich es am liebsten ganz laut rausschreien würde, dass ich es auf alle Wände von Hogwarts schreiben würde, dass ich...” da brach Olivias Stimme und die Tränen rannen in Flüssen ihre Wangen hinunter.
“Und - und plötzlich sah er mich an. Alles an ihm war ganz ruhig, schon fast unheimlich.
James...James sagte dann, er würde mich überhaupt nicht lieben und dass er mich auch nie geliebt hätte, ich sei nämlich eine hochnäsige, selbstsüchtige Ziege.” Da hat er ja den Nagel auf den Kopf getroffen, dachte Lily, behielt dies aber besser für sich, trotzdem war sie entsetzt.
“Hat dann irgendwas gesagt von wegen, mir eine Lektion erteilen und er habe nie auch nur im entferntesten gewollt, mich zu heiraten. Er hatte die ganze Zeit dieses selbstgefällige Grinsen im Gesicht.Ich hab es erst für nen kranken Witz gehalten, James hat manchmal einen merkwürdigen Humor.Hab sogar gelacht, aber er hat immer weiter gemacht und meine Sachen in einen Koffer geschmissen.
Anfangs habe er mich noch ganz hübsch gefunden, doch mit der Zeit habe er herausgefunden, das dahinter nichts stecken würde.
Dass ich dumm und eine...” Die Stimme zitterte wieder heftig und Olivia suchte verzweifelt nach einem neuen Taschentuch.” und eine Schlampe sei, die für jeden zu haben wäre”
“Oh mein Gott.” brach es da aus Lily heraus.
“Er war schon immer ein Arsch, aber dass er so weit gehen würde...”
“Als James dann mit dem packen fertig war, ist er zum Kühlschrank gestürmt und wollte allen ernstes mit mir auf unsere Entlobung anstoßen.
Und ausgerechnet da kamen Remus und Sirius rein.
Das hat das ganze noch schlimmer gemacht und er hat mich einfach, samt Koffer rausgeschmissen.”
“Und was hast du dann getan?”
“Erst hab ich gegen die Tür gehämmert, doch die haben mich einfach ignoriert.Schließlich bin ich dann nach Hause und hab versucht ihm Eulen zu schicken, doch die Briefe kamen alle ungeöffnet zurück.
Zehn Tage später hab ich ihn mit seinen Freunden im Tropfenden Kessel gesehen, und was macht er?
Der Kerl guckt weg.
Wir waren verlobt und er tut so, als würde er mich nicht kennen!
Ich war so wütend, dass ich dann am nächsten Tag zu einer seiner anderen Ex-Freundinnen, Jasmin gerannt bin. Erinnerst du dich noch an sie?
Früher war sie leicht pummelig und in Hufflepuff.
Mittlerweile ist sie ein ziemlich gefragtes Model, keine Ahnung, wie sie das geschafft hat.
Sie wollte mich erst gar nicht reinlassen, hat sich dann aber doch noch anders entschieden.
Und rat mal, was sie mir dann erzählt hat???”
Olivia wartete erst gar nicht auf eine Antwort, sie sprach sowieso eher mit sich selbst.
“Mit ihr hat er genau das Gleiche gemacht!!! Kannst du das glauben???
Er ist so ein Arsch.
Es gibt ihm wohl nen besonderen Kick, das Selbstvertrauen von Frauen zu zerstören.
Ein Machtspiel, erst vergöttert er sie, behandelt sie wie ein wertvolles Kunstwerk und dann zerstört er sie.
Das hat er schon immer gemacht, sagt Jasmin.
James ist wohl noch nie fallengelassen worden.
Das du im fünften Jahr nicht mit ihm ausgehen wolltest war wohl die schlimmste Zurückweisung, die er je ertragen musste.
Dafür bin ich dir jetzt so dankbar.
Und jetzt nimmst du wieder an dem ganzen teil.
Du bist perfekt dafür!
Er kennt dich nicht mehr, da bin ich mir ganz sicher.
Dafür warst du zu lange weg und hast dich zu sehr verändert.
Trotzdem, du hattest schon immer etwas, was ihn gereizt hat, du bist eine Herausforderung für ihn!
Lily, ich will, dass du ihm das Gleiche antust, was er mir angetan hat.
Ich will, dass er dir zu Füßen liegt und du auf ihm rumtrampelst.”

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HermioneFan90« (5. Februar 2008, 16:42)


HermioneFan90

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:34

Die Entscheidung

Das ist doch verrückt, Olivia ist verrückt, dachte Lily nicht zum ersten mal, während sie hektisch an ihren Fingernägeln knabberte.
Das hatte sie sich doch eigentlich schon vor einer Ewigkeit abgewöhnt.
Scheiß drauf, dachte sie erneut Harte Situationen erfordern harte Maßnahmen.
Olivia war immerhin verrückt, da durfte sie auch an ihren Fingernägeln kauen.
Ihr Blick fiel auf ihr Handgelenk.
Es bildete sich ein Blauer Fleck, doch dies war nicht das, was Lilys Aufmerksamkeit erregte.
Sie war eine der tollpatschigsten Menschen überhaupt, wenn es nicht grade um die Dinge ging, welche die Schule betrafen.
An genau der gleichen Stelle, an der sich der Fleck bildete, hatte sich Olivias Verband befunden.
Es war normalerweise die stelle, an der...
Lily schreckte bei dem Gedanken auf.
Offenbar hatte sie auch laut nach Luft geschnappt, oder ähnliches, denn Alex sah sie besorgt von der Seite an.
Das vertrug sich überhaupt nicht mit Alex Fahrweise.
Alles war so an ihr vorbei gezogen, dass sie nicht mehr an den Verband gedacht hatte.
“Ich will, dass er dir zu Füßen liegt und du auf ihm rumtrampelst.”
Danach war sie einfach aus dem Zimmer gestürmt und hatte Alex gesagt, sie müsse dringend nach Hause, etwas dringendes erledigen.
Alex hatte sie verwundert angesehen, dann aber doch nach dem Schlüssel gegriffen und sie gefahren.
Lily hatte so Kalkweiß ausgesehen, als würde sie annehmen das Haus ihrer Eltern würde abbrennen.
Sie waren sofort losgefahren und hatten kein Wort miteinander gewechselt.
Alex war neugierig, doch sie wusste auch, wann man am besten nicht nachfragen sollte.
Die meisten Menschen die sie kannten sahen in ihr die fröhliche, immer redende und lachende Person, die sie auch war.
Sie konnte manchmal ein ziemlich loses Mundwerk haben, doch wenn es um Menschen ging, die ihr etwas bedeuteten, war sie der einfühlsamste Mensch der Welt.
Alex war eine Münze mit zwei Seiten.
Man musste sie nur werfen.
Bei dem Gedanken konnte fast schon wieder lächeln, denn dies traf auch auf sie zu.
Ihrer Meinung nach war sie einziger Gegensatz...
“Lily? Da kommt gleich so eine Art Rastplatz, mit Tankstelle, Toilette und Bar.
Am besten wir machen da mal Pause. Du siehst gar nicht gut aus. Hast du heute überhaupt schon was gegessen?...”
Offenbar war die Münze auf ihrem Rand gelandet, ein Mittelding.
Lily seufzte. “Okay, machen wir da Pause”
Zwar wollte sie eigentlich so viel Raum wie möglich zwischen sich und Olivia bringen, doch jetzt, nach dem ersten Schock, hatte sie das Gefühl, ihre Gedanken dringend noch einmal ordnen zu müssen.
Sie begann ihre Haar zurück zu streichen um es aus dem Gesicht zu haben, eine ihrer vielen Angewohnheiten, wenn sie nachdachte.
Lily begann nach einem Haarband zu suchen.
Der Verband...ein schrecklicher Verdacht begann sich in ihr zu regen, doch so etwas würde Olivia doch nicht tun.
Oder doch?
Gedankenverloren suchte sie weiter in ihrer Tasche.
Sie hätte früher nie, noch nicht einmal entfernt, daran gedacht, Olivia könnte so was machen, doch nachdem sie sie jetzt gesehen hatte...
Noch weißt du nichts, Lily sagte sie sich selber Du gehst jetzt in dieses Lokal rein, isst etwas plauderst ganz nett mit Alex und fragst sie mal ganz nebenbei, ob ihre Tochter...
Da!!
Lily wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie ein Tuch in ihrer Handtasche fand.
Das war zwar nicht so gut, wie ein Haarband und sie konnte es nicht Mitten auf einem Muggleparkplatz verwandeln, aber immerhin befand sie sich in den Siebzigern, da konnte sie auch mal Piratin spielen.
Sie ging zusammen mit Alex in das Lokal, oder die Bar, oder wie auch immer man dieses merkwürdige, dunkle und doch sterile Ding bezeichnen sollte.
Es war überraschend voll.
Die meisten Kunden waren wohl LKW-Fahrer, die sich hier eine Pause gönnten um etwas warmes zu essen.
Die Bar wurde nur von einer Person belegt, die mit dem Rücken zu ihnen saß.
Alles wirkte friedlich, bis auf das Schluchzen, das von einer Tür hinüberwehte, die, wenn man dem Messingmännchen an ihr glaubte, zu den Damentoiletten führte.
Es erinnerte sie stark an Olivia.
“Was möchten sie bestellen?”
Lily wurde wieder aus ihren Gedanken gerissen, diesmal von der Bedienung, einerdauergewellten Frau mittleren Alters, die Aussah als würde sie einen Großteil ihrer Zeit im Friseursalon verbringen.
Sie folge Lilys Blick, der unwillkürlich auf die Quelle des Schluchzens gerichtet war.
“Schrecklich, nicht war?” Sie sah sie erwartungsvoll an, als erwarte sie, Lily würde sie jeden Augenblick nach jeder Einzelheit ausfragen.
Als Lily dies nicht Tat, entschloss sich die Bedienung spontan, die Geschichte ungefragt von sich zu geben.Sie liebte Klatsch und Tratsch zu sehr um diese Tragödie unerzählt zu lassen.
Sie deutete auf die Gestalt an der Bar.
“Sehen sie den? Diesen gutaussehenden jungen Mann? Von hier aus sehen sie ihn ja nicht ganz, aber von vorne...wäre ich nur ein par Jahre jünger, ich würde...grr...”
Sie gab einen merkwürdigen Laut von sich und sah einen Moment verträumt zu der Gestalt.
“Auf jeden Fall waren, als er herein kam sofort alle Augen auf ihn gerichtet und innerhalb von Sekunden war er umringt von Verehrerinnen.
Das Mädchen auf der Toilette” sie deutete zur Tür” hat sich noch nicht einmal Hoffnungen gemacht.
Nicht grade ein Hübsches Ding. Sollte sich vielleicht mal die Haare waschen, sich Schminken und Sport machen.
Wie gesagt, kein hübscher Anblick.”
Lily musste daran denken, dass diese Frau das gleiche wohl auch über Olivia gesagt hätte und sah deshalb vorsichtig zu Alex rüber.
Diese lauschte der Geschichte voller Anteilnahme.
“Auf jeden Fall hat er sie dann bemerkt und ist auf sie zugegangen, hat sie umbalzt, als hinge sein Leben davon ab.
Er wurde immer charmanter und sie immer röter.
Hat ihr nur so Sachen gesagt wie zum Beispiel, dass sie für ihn die schönste Frau an der Bar sei.
Das war noch nicht mal gelogen, die beiden waren nämlich die einzigen an der Bar, aber das schien sie nicht zu bemerken.
Mit der Zeit hat er sich immer weiter zu ihr gebeugt, bis er sie dann geküsst hat.
Sie sah aus, als würde sie grade den Himmel auf Erden erleben.
Plötzlich hat er von ihr abgelassen, sich den Mund abgewischt und ihr gesagt, sie hätte ihren Spaß gehabt und solle nun verschwinden.
Sie hat ihn angesehen, als könne sie ihm nicht ganz folgen, also hat er dann einfach so gesagt: ´Hau ab du Schlampe´.
Seit dem hat sie sich auf dem Klo verkrochen und er sitzt an der Bar, als wäre nichts gewesen.
Ich musste da mal kurz rein, sie sah aus, als hätte man ihr grade gesagt, ihre ganze Familie wer gestorben.
Könnte einem glatt Leid tun, wenn sie es nicht hätte besser wissen müssen.”
“Wie meinen sie das?” Das verstand Lily nicht ganz.
“Naja, der schöne Prinz verliebt sich im wahren Leben nie in das hässliche Entlein und hofft darauf, es würde doch noch ein schöner Schwan werden.”
Alex Gesicht war ausdruckslos geworden.
“Wir hätten gerne 2 Cola und was zu essen, ein Sandwich, oder so was”
“Aber...” die Bedienung wollte noch etwas sagen, offenbar wollte sie die Story noch etwas weiter auskosten und sich auf der Zunge zergehen lassen, doch dieser Wunsch verschwand nach einem Blick auf Alex Gesicht.
“Natürlich” und damit war sie schon verschwunden.
Eine Weile saßen sie schweigend da.
Als ihre Bestellung endlich, von einer anderen Bedienung, gebracht wurde brach Lily das Schweigen.
“Alex, ich frag dich das ungern, aber hat Olivia irgend etwas dummes getan?”
Alexandra Rushton sah Lily ins Gesicht und begann endlich leise zu sprechen.
“Hat sie dir nicht davon erzählt? Ich hab gedacht, ihr ward immer so gute Freundinnen?
Aber was erwarte ich...
Du warst ein Jahr weg, da ist es nur natürlich, dass sie dir das nicht erzählt hat.
Selbst James gegenüber war sie immer so unnahbar.
Obwohl...das war eigentlich nur Show.
Sie hat ihn vergöttert.
Als er sie verlassen hat, da hat sie versucht...” Alex Stimme brach.
“Alexandra, hat Olivia versucht sich umzubringen?” fragte Lily nun eindringlich.
Sie wollte es wissen, wissen, ob ihr Verdacht stimmte.
Alex brachte nur ein Nicken zustande und schien mit den Tränen zu kämpfen.
“Ich...ich hab keinen Hunger mehr, sei so lieb und bezahl, lass dir Zeit” sagte sie, warf Lily ihren Geldbeutel für Muggelgeld hin und stürmte nach draußen und ließ sie mit ihren Gedanken alleine.
Olivia, ihre Olivia hatte versucht sich umzubringen, das ganze ähnelte immer mehr einer dieser Soaps.
Sollte sie nicht vielleicht doch mitspielen und Olivia ihre Rache geben?
James Potter hatte ihr schon immer das Leben zur Hölle gemacht und jetzt hätte er das von Olivia fast beendet.
Nur noch einen Grund, und ich mach es dachte Lily, kurz bevor sich die Gestalt an der Bar umdreht, die diesem Mädchen auf der Toilette so viel Leid zugefügt hatte.
Lily schnappte nach Luft, denn die Gestalt war...
James Potter!

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:35

James

James Potter seufzte.
Wie war er nur hier gelandet?
SIE trieb ihn echt noch in den Wahnsinn und SIE wusste es noch nicht mal.
Und selbst wenn SIE es gewusst hätte, hätte es IHR sicher nichts ausgemacht.
Vielleicht hätte SIE sogar in sich hineingelächelt, so wie SIE es immer so oft getan hatte.
Er sah SIE schon wieder vor sich, als würde SIE direkt vor ihm stehen und das immer mit diesem Lächeln auf den Lippen.
Oft erkannte er SIE in Personen, die nicht einmal im entferntesten etwas mit IHR zu tun hatten.
Die schäbige Bar sah er schon gar nicht mehr, er hatte nur noch SIE vor den Augen.
Selbst das Schluchzen des Mädchens drang kaum noch zu ihm vor.
Auch das war IHRE Schuld!
Was machte er sich eigentlich vor?
Er war nicht der unfehlbare James Potter, für den er sich immer versuchte auszugeben.
An dem Unglück des Mädchens war er allein Schuld.
Und alles nur, weil er noch nicht einmal seinen Freunden die Wahrheit erzählen konnte.
Nicht Wurmschwanz, der alles hinnahm, nicht Moony, der immer zuhörte und verständnisvoll war und noch nicht einmal Tatze, der wie ein Bruder für ihn war.
Aber warum konnte er es ihnen nicht erzählen?
Weil er ihnen nicht zeigen wollte was für ein Wrack er in Wirklichkeit geworden war.
Wie hatte das ganze noch einmal angefangen?
Von seinem ersten Tag auf Hogwarts der Schule für Hexerei und Zauberei an war James beliebt gewesen.
Seine enorme Anziehungskraft auf das andere Geschlecht begann sich allerdings erst in seinem vierten Schuljahr auszuprägen.
Alle wollten entweder ihn, oder seinen Freund Sirius.
Alle? Nein nicht ganz !
Eine unbeugsame Gryffindor hörte nicht auf ihm und seinen Freunden Widerstand zu leisten.
Und ausgerechnet in diese Gryffindor hatte er sich unsterblich verliebt.
Es war nicht unglaublich romantisch geschehen, oder hatte sich langsam angebahnt.
James hatte SIE bis zum Anfang des fünften Schuljahres noch nicht einmal wahrgenommen.
Es gab so viele Schüler auf der Schule, dass ihm jemand wie SIE, der ihn nicht umringte gar nicht auffiel.
Als dann das Schuljahr anfing war er am Bahnhof einfach in SIE hineingerannt.
Er hatte SIE zunächst für eine Muggle gehalten und war in diesem Moment hin und her gerissen, zwischen, dem Bedürfnis den Zug zu erwischen und dem, zu sehen, ob sich seine Anziehungskraft bei Muggeln genauso stark auswirkte wie bei Hexen.
Und wenn er vorgehabt hatte jemals mit einem Muggel zu flirten, dann wäre es eine wie SIE gewesen.
Lange, rote Locken und lustige grüne Augen, dazu ein Lächeln auf den Lippen, als wäre SIE nicht grade von ihm auf harten, dreckigen Boden geworfen worden.
Grade in diesem Moment nahm SIE ihm die Entscheidung ab und sah mit einem Aufschrei auf die Uhr.
Eine Sekunde später war SIE verschwunden.
Nun sah James ebenfalls auf die Uhr und war ebenso schnell verschwunden, denn er hatte noch ca. eine Minute um durch die Absperrung zu kommen und in den Zug zu kommen.
Es dauerte etwas, bis er SIE bewusst wieder sah, doch von da an schienen sie die ganzen Jahre, in denen sie nicht miteinander gesprochen hatten nachzuholen.
Eigentlich sprach immer nur er und SIE schrie ihn wegen irgend welcher Dinge an, die er angestellt hatte.
Was war eigentlich so schlimm daran, einen werdenden Todesser in der Luft schweben zu lassen, oder dafür zu sorgen, dass McGonagall in ihrer Animagusform feststeckte?
Ja, SIE nahm ihre sogenannten Pflichten sehr ernst.
Er fragte SIE immer wieder, ob SIE nicht mit ausgehen wolle.
Am Anfang aus Spaß, weil SIE dadurch noch röter wurde, als sie es sowieso schon vom Schreien war und später, weil er es wirklich wollte.
Er wusste nicht, wann sich seine Gefühle IHR gegenüber geändert hatten, vielleicht hatte er SIE ja auch schon immer geliebt.
James wusste so wenig.
Er wusste auch nicht, was in jener Nacht geschehen war.
Sie hatten eine Party gefeiert, nachdem alle ihre ZAGs hinter sich gebracht hatten.
Alle waren da, selbst SIE.
Während der Prüfungen waren sie noch mehr aneinander geraten als sonst.
Er hatte den Verdacht, dass SIE einfach nur wütend war, weil er fast die gleichen Noten hatte wie SIE, ohne auch nur einen Finger zu rühren, während SIE die ganze Bibliothek erneut durchlas.
Nicht, dass SIE es nötig gehabt hätte, ohne den ganzen Stress und die Schlaflosigkeit wäre SIE womöglich noch besser gewesen, aber das war wohl irgend eine Sache, von der SIE das Gefühl hatte, es für andere tun zu müssen.
Irgendwann hatte er SIE mal sagen hören, dass wenn alle älteren Schüler das lernen so locker angehen würden, wie James und seine Freunde, nämlich gar nicht, dann würden irgendwann die kleinen auch nicht mehr lernen, weil die älteren, besonders Vertrauensschüler ein Vorbild für sie seien.
Das wiederum verstand James kein bisschen.
Wenn er nicht lernen müsste, um gute Noten zu bekommen, warum sollte er es trotzdem tun.
Ihn hatte früher auch nicht gekümmert, was die älteren machten, außer wenn es um Quidditch ging.
Das hatte er IHR auch einmal gesagt, worauf SIE nur verächtlich geschnaubt hatte.
Trotzdem war SIE auf der Party gewesen!
Blöderweise (oder glücklicherweise, kam drauf an, von welchem Standpunkt aus gesehen) hatte sich Sirius an diesem Abend entschieden etwas Feuerwhisky in die Getränke zu schmuggeln, ohne jemandem etwas zu sagen; noch nicht einmal seinen besten Freunden.
Er hatte es sogar fertig gebracht, das Zeugs geschmack- und geruchlos zu zaubern.
Der Abend war immer weiter fortgeschritten und die Stimmung wurde, dank gewisser Getränke,, immer lockerer.
Das letzte, an das er sich erinnern konnte war, dass er flüchtig einen rotes Büschel Haare in der Menge erblickte...
Am nächsten Morgen war er in einem unbekannten Raum aufgewacht.
Er hatte grade noch einen angenehmen Duft und das rote Haarbüschel, an das er sich noch erinnern konnte war, wahrgenommen, bevor die Tür zugeknallt war.
James wusste, dass dies alles zu IHR gehörte.
Seine Entjungferung mit dem Mädchen seiner Träume und er konnte sich nicht dran erinnern.
Er versuchte alle möglichen Zauber, zog es sogar in betracht, ein Denkarium zu rate zu ziehen, doch egal, was er tat, es war, als wären die Stunden einfach ausgelöscht worden.
Noch am gleichen Tag stellte er fest, dass SIE ihm aus dem Weg ging, bis SIE dann plötzlich verschwunden war.
SIE sei nach Neuseeland gegangen hieß es.
Bis dahin hatte er immer gedacht, er würde Neuseeland mögen.
Es sollte dort wunderbar sein.
James war schon immer gerne gereist.
Doch sobald SIE in Neuseeland war, IHN für Neuseeland verlassen hatte, da verabscheute er dieses Land.
Nicht, dass er sich erhoffte, nach dieser Nacht bessere Chancen bei IHR zu haben und SIE endlich für sich zu gewinnen, aber immerhin wusste er so, dass von IHRER Seite auch irgendetwas da sein musste, sonst hätte SIE ja wohl kaum mit ihm geschlafen.
Als SIE dann aus seinem Leben verschwunden war (zumindest nach außen hin) hatte er sich eingeredet, dass es nichts besonderes gewesen sei, wenn er sich noch nicht einmal erinnerte.
Erst recht nicht für SIE.
Er hatte es sich wieder und wieder gesagt, bis er es irgendwann selber geglaubt hatte.
Und dann begann es.
James fing an, SIE ersetzen zu wollen.
Er begann in kurzer Zeit viele, aber auch ebenso kurze Beziehungen zu Mädchen, die irgendetwas mit IHR gemein hatten.
Eine benutzte ein ähnliches Parfum, eine andere ging wie SIE und wieder eine andere schien IHRE Stimme zu besitzen.
Mit dieser war er besonders lange zusammen gewesen.
Oft war es ihm passiert, dass er einfach seine Augen schloss oder nur ihre Lippen beobachtete, wie sie sich bewegten.
Einmal hatte sie ihn gefragt, warum er dies ständig täte, worauf er schnell antwortete, er möge es so wie der Rauch aus ihrem Mund tanze.
Dies war das schlimmste gewesen, was er hatte tun können, denn seitdem hatte sie am laufenden Band geraucht, sie hatte sich zu einer fanatischen Kettenraucherin entwickelt.
Entgegen dem, was er ihr gesagt hatte, fand er es abstoßend.
Das abstoßenste daran war allerdings noch nicht einmal das Rauchen an sich, was SIE nebenbei erwähnt nie gemacht hätte, nein, es war, dass sie sich für ihn so stark verbog.
Bald darauf bekam er einen Wutanfall und trennte sich von ihr.
Ähnlich verhielt er sich allen seinen Freundinnen gegenüber.
Dies fiel wiederum seinen Freunden auf.
James wollte und konnte seine Schwäche nicht eingestehen, weder sich selber gegenüber, noch gegenüber den Menschen, die ihm am meisten auf der Welt bedeuteten.
Er spielte es runter und begann die Spuren zu verwischen.
Bald hatte er eine Art Spiel daraus entwickelt, die “Kiss Chase”.
Oft wurde dabei improvisiert, doch das Grundgerüst war immer das selbe.
Es bestand daraus, dass beliebig Mädchen ausgesucht wurden, in denen er Hoffnungen weckte und nachforschte, wie bereit sie waren zu gehen, wenn es um ihn (oder einen seiner Freunde) ging.
Trotzdem geschah es oft, dass James plötzlich in Augen sah, die scheinbar zu IHR gehörten, die Person IHR, bei näherem hinsehen, jedoch nicht einmal ähnlich sah.
Es konnte jeder Zeit geschehen.
Manchmal, sah er “SIE” für mehrere Wochen nicht und an manchen Tagen fühlte er sich regelrecht von IHR verfolgt.
Es war noch gar nicht so lange her gewesen, da hatte er jemanden näher kennen gelernt, mit der er es länger hätte aushalten können.
Sie hatte fast nichts mit IHR gemein, außer, dass sie sie selbst war, das was ihm am wichtigsten an einer Frau war.
Doch auch sie hatte sich verändert.
Man sollte ihn nicht falsch verstehen, er fand Veränderungen gut, er liebte sie, doch er fand es, bildlich gesprochen, zum kotzen, wenn sich jemand nicht treu blieb und sich für jemand anderen veränderte.
Alle Frauen schienen sich für ihn zu verändern.
Mittlerweile war er sich noch nicht einmal sicher, ob SIE es nicht auch getan hätte, wenn SIE ihn geliebt hätte.
Was wäre wenn...
James anderes Lieblingsspiel.
Er verband beide oft im Geist um sich ein fiktionales Leben mit IHR zu schaffen; immer nur für ein par Sekunden, um nicht in diesem Paradies verloren zu gehen.
Schon wieder verspürte er das Bedürfnis, hinüber zu gleiten und sich einem Traum hinzugeben, SIE noch einmal zu sehen.
Das Bedürfnis wurde zu stark, er musste an die frische Luft!
James drehte sich um und war verloren, denn er sah in IHRE Augen.
Für einen Augenblick glaubte er, SIE würde tatsächlich in dieser schäbigen Bar sitzen und ihm in die Augen schauen.
Diese Augen...
Sie sahen IHREN so ähnlich, ähnlicher, als alle anderen.
Grade wollte er auf sie zugehen, als sie Bezahlte und blitzschnell verschwand.
Er kniff sich, denn er war sich sicher zu träumen.
Diese Person, dieses Mädchen, hätte SIE tatsächlich sein können,
sie hätte tatsächlich LILY EVANS sein können.

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:36

Vorbereitungen

Lily erschrak als sie in seine haselnussbraunen Augen blickte.
Sie weiteten sich vor erstaunen, als er sie erkannte.
Lily wollte nur noch nach draußen, weg von diesen Augen und diesen Wunsch erfüllte sie sich auch sofort.
Sie achtete darauf, genug Gels für das Essen auf dem Tisch liegen zu lassen und rannte aus dem Lokal zu Alex Auto.
“Kannst du mich bitte zurückfahren, Alex?” fragte Lily vielleicht einen Tack zu schnell, als sie sich auf den Beifahrersitz fallen ließ und die Tür mit einem Knall schloss.
Wenn Alexandra Rushton überrascht war, so ließ sie sich nichts anmerken.
Wahrscheinlich war sie aber eher mit den Gedanken und Sorgen ausgelastet, die sie jetzt zu tausenden zu quälen schienen.
So war auch Lily ihren Gedanken ausgesetzt, die um nichts anderes, als diesen “Job” , den Olivia ihr angeboten hatte, kreisen zu schienen.
Sie erkannte immer mehr Lücken in dem Plan, z.B. dass jeder Wissen würde, dass die Lily Evans war. Egal ob Olivia (und auch sie selber) meinte, sie habe sei sehr stark verändert, sie würde das Schuljahr unter dem Namen “Lily Evans” antreten und als die würde man sie dann natürlich auch kennen, bzw. erkennen.
So wie sich Livia jedoch ausgedrückt hatte, schien sie davon auszugehen, eine völlig neue Person aus Lily zu schaffen.
Dies gefiel ihr wiederum gar nicht, doch das würde sie schon regeln.
Oh, wie er sie angesehen hatte!!!
Offenbar hatte er sie schon als das nächste Opfer seines Spielchens auserkoren...aber gleichzeitig hatte sie doch das Gefühl gehabt, er habe sie erkannt...
Das passte nicht zusammen.
Vielleicht hatte sie einfach überreagiert.
Lily seufzte und sah aus dem Fenster.
Erst jetzt fiel ihr auf, dass der Motor nicht mehr lief und sie angekommen waren.
Bevor sie es sich noch anders überlegen konnte, sprang Lily aus dem Wagen und ratte ins Haus zu Olivias Zimmer.
Die Tür aufreißend sagte, oder eher rief sie: “Okay, ich machs!!!”
und stand...
...Olivias leerem Zimmer gegenüber.
Lily brauchte einen Moment um zu begreifen, was sie sah, bzw. nicht sah.
Sie begann Olivia zu suchen, bis sie ihr schließlich ausgerechnet auf der Treppe begegnete.
Anscheinend hatte sie geduscht oder ein Bad genommen, denn die trug einen gewaltigen Handtuchturban auf dem Kopf, der gefährlich wackelte.
Auch schien sie besser gelaunt zu sein.
Lily wäre nicht so weit gegangen, ihre Stimmung als “gut” zu bezeichnen, aber auf jeden Fall war eine Besserung augetreten.
Warum wohl? fragte sich Lily.
Ihr grade entstehender Gedankenstrom wurde allerdings sogleich von Livia unterbrochen.
“Ich wusste, dass du wiederkommen würdest.” sagte sie mit einer solchen Sicherheit, sodass Lily darin sofort wieder eine Facette der alten Olivia entdeckte.
“Na, da lagst du wohl richtig.” war das einzige, was Lily darauf erwidern konnte.
“Du machst es also.”
Es war eine Feststellung, aber sie hörte die Frage in Olivias Unterton.
Der gewaltige Turban auf ihrem Kopfbegann sich zu lösen.
“Ja, ich mache es.”
“Gut. Weißt du, ich hab am Anfang der Ferien sogar eine Schauspielerin engagiert um diesen Job zu erledigen, aber die hat sich in IHN verliebt und hat mit IHM geschlafen, den Rest kannst du dir ja wohl schon denken.
Das ist auch einer der Gründe, warum du so ideal für den Job bist...” Olivia schien mit neuer Energie gefüllt zu sein; kaum etwas erinnerte noch an das heulende Elend von Mensch, dass sie vor nicht einmal 3 Stunden gewesen war - das Lily versucht hatte zu trösten.
Der Turban löste sich weiter auf und plötzlich fragte sich Lily, warum Olivia ihre Haare nicht einfach mit Magier getrocknet hatte.
Wie Lily war sie bereits am 30. Januar 17 geworden.
Olivia hatte, um ihre Volljährigkeit zu feiern, eine riesige Party geschmissen, von der sie Lily ausführlich, in einem riesig langem Brief, berichtete.
Eben diese wiederum hatte sich an ihrem Ehrentag einen Rucksack geschnappt und war den ganzen Tag über (aber natürlich mit Pausen) durch die Natur Nordseelands gejoggt.
Das joggen würde sie vermissen, wenn sie wieder in Hogwarts war, das wusste sie jetzt schon, aber vielleicht konnte sie ja morgens...
“...du mir überhaupt zu?”
“Wie bitte?” fragte Lily irritiert, als sie bemerkte, dass sie mittlerweile wieder in Olivias Zimmer standen und diese hier wieder etwas kleiner erschien, als noch vor ein par Minuten.
“Ich hab dich gefragt, ob du geistig noch bei mir bist, was du ja wohl offensichtlich nicht warst.”
“Ähm, ja, Olivia, tut mir echt Leid, mir ist nur grade wieder eingefallen, das sich morgen doch wieder Zuhause sein muss. Noch packen und das alles.”
Das sie sich schon längst bei Alice hätte melden müssen erwähnte sie besser gar nicht erst.
“So etwas habe ich mir schon gedacht und habe deshalb einen Stundenplan entworfen. Bei Merlin, wo ist denn jetzt dieser verdammte Zauberstab?”
Sie begann in einem Müllhaufen zu graben, was nicht dadurch vereinfacht wurde, dass die Vorhänge noch zugezogen waren.
Lily seufzte, Livi war, manche Sachen betreffend, einfach unverbesserlich.
“Accio Zauberstab” sagte sie da auch schon und der Stab schwebte von dem Bett aus auf sie zu.
Nachdem sie etliche Staubflusen und eine Socke von ihm entfernt hatte, überreichte sie ihn Olivia.
Lily wartete gar nicht erst auf ein “Danke”, obwohl es kurz so aussah, als würde sie ansetzten um etwas zu sagen.
Stattdessen rief Olivia einen dicken Aktenordner, wie sie in Muggelbüros benutzt werden, herbei, der sich einige Sekunden zuvor noch unter einem Kleiderberg befunden hatte.
Olivia marschiert, direkt an Lily vorbei, aus dem Raum heraus und schlug den Weg zur Küche ein, wo sie den Ordner aufschlug und einen Bogen eng beschriebenes Papier herausnahm.“Okay, du hast in einer Stunde einen Friseurtermin, danach gehen wir shoppen, ich bezahle das natürlich alles. Währendessen bläust du dir all diese Dinge ein, die hier drin stehen, verstanden?”
Und tatsächlich saß Lily eine Stunde später auf einem der schwebenden Stühle in “Klara Kimmkorns Friseursalon und Kosmetikstudio”.
Ihr brummte der Schädel von all den Informationen, die sie aufnehmen musste.
Dagegen war der ganze Schulstoff ein Klacks, aber vielleicht fiel es ihr einfach nicht so leicht,schien eine leise Stimme in ihrem Kopf zu flüstern, weil sie nicht mit vollem Herzen bei der Sache war.
Olivia redete nebenbei immer wieder auf sie ein:
“Du wirst IHN kaum im Unterricht sehen, ihr habt nur wenige Kurse zusammen und einen Großteil schwänzt er sowieso fast immer, keine Ahnung wie er es schafft immer durch die Prüfungen zu kommen.
Seit ca. einem Jahr ist er noch fauler geworden.
Wahrscheinlich wirst du ihn dieses Jahr öfter außerhalb von Klassenräumen antreffen, immerhin ist es das letzte Jahr und das braucht man an sich ja noch nicht einmal.”
Da unterbrach Lily sie.
“Braucht man nicht? Heißt das, es stimmt und du kommst wirklich nicht mehr nach Hogwarts zurück?”
Olivia schien ein wenig nervös zu werden.
“Ja, das stimmt. Aber mach dir deswegen mal keine Sorgen, sobald man im letzten Hogwartsjahr ist, hat man die Erlaubnis, jedes zweite Wochenende nach Hogsmeade zu gehen.
Ich treff dich dann immer da und wir besprechen die Lage.
Es ist da nämlich so ein Gerücht über eine französische Austauschschülerin im Umlauf.
Keine Ahnung, ob da was dran ist, aber falls doch, James mochte schon immer das exotische...”
An diesem Punkt angelangt vertiefte sich Lily wieder in die Unterlagen.
Erzähl nicht zu viel über dich - bleib geheimnisvoll, lach weder über seine Freunde (Ausnahme: Über einen Streich, den sie gespielt haben.), noch über seinen Schnatz oder Quidditch, halte dich über Qu. am laufenden und geh zu den Spielen, Position: Jäger...
Moment mal, das verwirrte Lily, mach dich nicht über seinen Schnatz lustig ... Position: Jäger...
Lily wusste nicht viel über Quidditch, aber, dass der Jäger im Idealfall nichts mit dem Schnatz zu tun hatte, das wusste sie schon.
Sie wollte grade Olivia fragen, was das bedeutete, das erblickte sie zum ersten Mal ihr Spiegelbildm oder zumindest sah sie die Spiegelung ihrer Augen, ihrer Nase und ihres Mundes, aber der Rest war ihr seltsam fremd.
“WARUM BIN ICH STROHBLOND???” entfuhr es ihr da auch schon.
Nicht nur das, ihre Locken, Lilys wunderbaren Locken, die ihr teilweise den letzten Nerv geraubt hatten, waren nun keine Locken mehr. Lily Evans hatte glatte Haare.
“Oh Lily, du siehst wunderbar aus!” sagte Livi da auch schon und ging zu Klara Kimmkorn persönlich um die Rechnung zu bezahlen.
“Keine Sorge Kindchen,” raunte Lily eine ältere Dame zu, die grade eine Dauerwelle gezaubert bekam. ”Das ganze Zeug bekommst du mit einem einfachen Glamour-Spruch wieder raus, da hast du dann deine Naturhaare wieder, aber lass das deine Freundin nicht wissen.”
“Danke” konnte Lily grade noch zurückflüstern, bevor sie aus dem Laden raussprinten musste um Olivia folgen zu können.
Diese besuchte in einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit alle Designerläden der Umgebung.
Schon nach den Einkäufen in dem ersten Laden wären Lilys finanzielle Mittel für alle Ewigkeit ausgelöscht gewesen, hätte Olivia nicht alles bezahlt.
Dafür suchte sie allerdings auch Kleidung aus, die kein bisschen nach Lilys Geschmack waren.
Die Röcke waren zu kurz und die Oberteile zu ausgefallen.
Sie fragte sich erleichtert, wann sie das alles tragen sollte, denn zum Glück galt für einen Großteil der Zeit die Schuluniform als Pflicht.Trotzdem belud Olivia sie mit immer mehr Kleidung.
Erst spät in der Nacht appariert sie nach hause und fiel müde ins Bett.

HermioneFan90

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:37

Der Umhang

Lily zog den Stoff noch ein wenig weiter nach unten.
Trotzdem fühlte sie die Nervosität in sich aufsteigen und das weiße Sommerkleidchen, in das Livia sie gesteckt hatte schien immer mehr an Stoff zu verlieren.
Vielleicht hatte Olivia es mit einem Zauber belegt dachte Lily und wusste im gleichen Moment, dass dies nicht stimmte, sie hatte einfach, auf Muggelart gesagt, Schiss.
Bis jetzt hatte sie sich noch nicht einmal entschließen können, auf die Barriere zwischen Gleis 9 und Gleis 10 zuzurennen umso auf Geleis 9¾ zu gelangen.
Dabei hatte Olivia ihr klare Anweisungen gegeben, aber die waren Lily in diesem Moment so ziemlich egal.
Und überhaupt, wann hatte sie sich schon mal was von anderen sagen lassen?
Andererseits: Wann hatte sie jemals gekniffen?
Sie tat das hier für eine Freundin und um ein Arschloch zurecht zu stutzen.
Lily atmete noch einmal tief durch und rannte direkt durch die Barriere.
Trotz ihres Zögerns war sie immer noch viel zu früh dran, sie sah weder James Potter, oder einen seiner Freunde, noch Alice, der sie bis jetzt erst eine Eule geschickt hatte.
Sie war wirklich eine grauenhafte Freundin!
Lily zog noch einmal an dem Kleid und begann nach einem Abteil für ihren Koffer zu suchen.
Dies ging schneller, als sie gedacht hatte, da sie eine der ersten war.
Das war echt ne schlechte Angewohnheit von ihr.
Sie hasste das!
Entweder war sie viel zu pünktlich, was zu früh hieß, oder sie kam gleich mit mindestens einer Stunde Verspätung.
Weil ihr langweilig war, begann sie durch die Gegend zu wandern.
Ihren Zauberstab musste sie bei ihren anderen Sachen lassen, denn sie wusste nicht, wie sie ihn hätte mitnehmen können.
Das Kleidchen hatte natürlich keine Taschen und die, die Olivia ihr aufgedrängt hatte, waren grade einmal groß genug um ein par Münzen und einen Schlüssel unterzubringen.
Verflucht dachte Lily, aber andererseits, was konnte ihr schon in einem leeren Zug passieren, der zum sichersten Ort auf der Welt fuhr?
Sie sah sich um und fühlte sich sofort wieder in frühere Zeiten versetzt.
Fast schien Lily zu sehen, wie sie an ihrem ersten Tag den Zug mit Severus betreten hatte, oder Alice bei der Suche nach ihrer Maus half, wie sie damals in Potter reingerannt war...
Sie bemerkte gar nicht, wie schnell die Zeit verging, bis sie James Potter aus der Ferne sah.
Er stand mitten im Gang und unterhielt sich grade mit einem seiner Freunde.
Lily erkannte in ihm Peter Pettigrew, der Potter bei jeder Gelegenheit anhimmelte.
Normalerweise war er jedoch mit noch mindestens Sirius Black anzutreffen, weshalb Lily ihre Chance nutzte und langsam auf ihn zuging.
Noch einen Tick langsamer, Lily sagte sie sich selber, das war nämlich Olivias Tipp gewesen.
So schlenderte sie an den beiden vorbei und schnappte grade noch etwas wie “...sprecher, kann man das glauben, ich glaub er muss bald ins Mungos...” während sie sich die Augen verdrehte um unauffällig einen Blick auf ihn werfen zu können.
Und tatsächlich: Er bemerkte sie und sah ihr nach.
Als Lily das sah, wandte sie sich um und sah direkt in seine Augen, als hätte sie seinen intensiven Blick auf sich ruhen gespürt.
Ein Blitz schien sie in diesem Augenblick zu treffen, doch sie wandte sich wieder langsam um, so wie Olivia es ihr gesagt hatte.
Worauf hatte sie sich da nur eingelassen?
Sie konnte ihm ja noch nicht einmal in die Augen blicken!
Jedes mal geriet sie dabei in Panik und rannte davon, es war ein wunder, dass sie jetzt nicht die gleiche Vorstellung abgeliefert hatte, wie in diesem Lokal!
Aber wer konnte ihr das vorwerfen?
Wieder dachte sie an diese eine Nacht, die ihr fast vollständig fehlte.
Sie wusste noch, dass sie von irgendwelchen Slytherins belästigt worden war, vor denen sie nur wegrennen konnte.
Dann erinnerte sie sich nur noch an diese Augen und am nächsten morgen war sie neben dem schwarzen Wischmob aufgewacht, den James Potter seine Haare nannte.
Darauf hatte sie die Schule erlassen, sie wollte nicht wissen, was genau passiert war, und erst recht wollte sie keine von seinen Trophäen sein.
Sie hatte es fast schon hören können: “Seht mal, da ist Lily Evans, tut immer so standhaft jungfräulich und springt dann einfach bei der nächstbesten Gelegenheit mit James Potter ins Bett. Ist in Wirklichkeit wohl ein totales Betthäschen.”
Nein, das wollte sie nicht.
Jetzt nach einem Jahr sah die Sache für sie anders aus, Lily...
...da stieß etwas gegen sie.
“Oh, meine Liebe!!! Das tut mir so Leid!!!”, doch zu spät.Sie war direkt in den Wagen der Frau reingerannt, die auf der Fahrt immer Süßigkeiten verkaufte.
Und bei ihrem Glück war sie gegen die Kanne Kürbissaft gestoßen und nun voll, mit dem klebrigen Zeugs.
“Das tut mir wirklich so Leid!!! Kommen sie mit in das leere Abteil da, dann können wir mal sehen, was sich da machen lässt.” sagte die Frau mit einem Blick auf Lilys Kleid.
Bevor Lily auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte, hatte sie sie schon mit sanfter Gewalt in das Abteil gesteuert.
Draußen war es dunkel geworden, sodass sie ihre Spiegelung im Fensterglas klar erkennen konnte.
Auch wenn sie dieses weiße Ding, das sich Kleid schimpfte nie hatte leiden können, es hatte doch modern und für manche sicher gut ausgesehen.
Nun, mit den orangenen Flecken und durch die Flüssigkeit merkwürdig verschrumpelt, sah es aus wie ein Lumpenfetzen.
“Scheiße” entfuhr es ihr, “Was mach ich jetzt?”
Normalerweise hätte sie jetzt einfach ihren Zauberstab genommen und es so wieder zurückverwandelt, doch den hatte sie ja nicht dabei.
Nicht zum ersten und ganz sicher nicht zum letzten Mal verfluchte sie diese Mode.
Ihr Blick fiel auf die Süßigkeitenfrau.
“Könnten sie vielleicht...?” Lily deutete an sich hinunter.
“Aber natürlich, meine Liebe. Das ist doch das mindeste was ich für sie tun kann!”
Schon deutete sie mit ihren Zauberstab auf den Saum des verschrumpelten Kleides und murmelte etwas.
Lily fühlte wärme an ihrem Bein, das war zu warm!
Und einen Moment später kokelte der Lumpen (als etwas anderes konnte man es nicht mehr bezeichnen) auch schon an.
“Verdammt! Geben sie ihren Stab her!!!” schrie Lily da auch schon, als sich eine kleine Flamme bildete.
Im gleichen Augenblick öffnete sich die Tür und ein ca.. 17 Jahre altes Mädchen trat ein.
Sie trug noch ihre Muggelkleidung, zog aber sofort ihren Zauberstab und löschte das Feuer.
Das Mädchen sah mindestens genauso verwundert, wie Lily erleichtert aus.
Den Moment der Stille nutzte die Süßigkeitenfrau, umsiech zu entschuldigen und schnell aus dem Abteil zu verschwinden.
Das schlechte Gewissen schrie praktisch auf ihrem Gesicht.
Lily fand sich in einem dieser Augenblicke wieder, in denen sie nicht wusste, was sie tun sollte.
“Ähm, das lässt sich, glaub ich, nicht wieder reparieren. Moment.”
Und schon verschwand der Wuschelkopf des Mädchens aus der Abteiltür und ließ eine ziemlich merkwürdig dreinschauende Lily zurück.
Was sollte sie jetzt tun?
Ihr Abteil befand sich am anderen Ende des Zuges, so konnte sie nie und nimmer dahin gehen!
Nie wieder würde sie auf Olivia hören!!!
Oder sich überhaupt was sagen lassen!!!
So, das ist jetzt beschlossen, dachte Lily zufrieden, doch wie kam sie jetzt zu ihren Sachen?
Da tauchte das Mädchen wieder auf.
Lily war so überrascht, dass sie sie erst gar nicht wieder erkannte.
Das konnte allerdings auch daran liegen, dass sie vorhin leicht abgelenkt gewesen war.
Vor ihr stand ein leicht exotisch aussehender Wuschelkopf.
Ihre Haare waren Kohlrabenschwarz und erinnerten Lily unwillkürlich an James Potter, obwohl das einfach nur lächerlich war, da dem Mädchen ihre Haare ein Stück über die Schulter reichten und die Haare von Potter natürlich kurz waren.
Lily war für einen Moment so in der Betrachtung der Haare beschäftigt, dass sie gar nicht bemerkte, dass das Mädchen (eigentlich konnte man sie nicht so nennen, den jetzt sah sie eindeutig, dass sie sehr wahrscheinlich schon volljährig war) ihr etwas schwarzes entgegen hielt.
Es war ein Schulumhang!
“Der sollte helfen, das Ding da musst du aber ausziehen! Moment noch, ich sorg mal dafür, dass du dich überhaupt ordentlich sehen kannst” sagte ihre Retterin und schaffte es irgendwie einen Menschengroßen Spiegel in das Abteil zu zaubern.
Bei dem Blick in den Spiegel traf Lily erneut der Blitz, sie hatte in ihrer Fensterspiegelung schon gesehen, dass sie schrecklich aussah, aber so schrecklich?!?!?!?
Ihre Retterin hatte recht gehabt, sie musste das Lumpenkleidchen ausziehen, sonst würde sie den Umhang ruinieren.
Da konnte man nix mehr retten!!!
Ihre Retterin ... Moment! Vielleicht wärs mal ganz gut ihren Namen zu kennen!
“Danke! Du rettest mir grad echt das Leben! Ich bin übrigens Lily. Hört sich vielleicht doof an, aber ich weiß deinen Namen gar nicht. Tut mir echt Leid! Liegt wahrscheinlich daran, dass ich ne Weile weg war.” setzte sie noch entschuldigend dahinter und zog die das Verschrumpelte etwas über den Kopf.
Das Mädchen lachte.
“Wär auch komisch gewesen, wenn du mich kenne würdest! Ist mein erstes Jahr auf Hogwarts.
Ich bin bis jetzt auf eine andere Schule gegangen, aber die mochte ich noch nie.
War ne reine Mädchenschule und meine Eltern mussten mir, als ich 11 war versprechen, dass ich zumindest meinen Abschluss auf Hogwarts machen durfte.
Damals haben die noch gedacht, dass ich das vergessen würde, aber na ja, wie du siehst bin ich jetzt hier. Bevor ichs vergesse, ich bin Feli, freut mich, dich kennen zu lernen, Lily.”
Lily runzelte die Stirn, während sie an dem Umhang herumzog, um ihn möglichst geschlossen zu halten. “Feli?”
Ihre Retterin, oder Feli lachte erneut.
“Ja, Feli. Eigentlich Felicitas, meine Eltern haben was für leicht altmodische Namen übrig, ist das nicht grässlich? Hier, nimm meinen Gürtel, dann hält das auch”
Tatsächlich ging es so besser, denn wenigstens öffnete sich der Umhang nicht mehr.
Bei näherer Betrachtung stellte Lily fest, dass es ein Gryffondorumhang war.
Er war ihr viel zu lang und an den Schultern zu breit.
Von Feli war er auf jeden Fall nicht, denn diese war sehr zierlich und wäre in ihm wahrscheinlich noch stärker versunken.
So, neu und schon einem Jungen dem Umhang abgeluchst. Sieht so aus, als hätte ich den Grund, warum sie unbedingt auf eine gemischte Schule wollte.
Merkwürdigerweise fühlte sich Lily so, in dem viel zu großen Umhang (der nebenbei gesagt, verdammt gut roch, wie Lily feststellte), wohler, als seit Tagen.
Ihr kam eine Idee.
“Du Feli?”
“Ja?”
“Bekommst du einen...” Lily versuchte sich zu erinnern ”...einen ´einfachen Glamour-Spruch´ hin?”
“Klar, das ist eine der ersten Sachen, die du auf ner Mädchenschule lernst. Du glaubst gar nicht, wie viele Schönheitssprüche man da ungewollt lernt.”
Na, das erklärte auch, warum sie einfach so einen Spiegel beschwören konnte.
Wieder erhob Fei ihren Zauberstab und führte den Spruch Wortlos durch.
Staunend beobachtete Lily, wie ihre Haare sich wieder lockten und sie sich langsam wieder rot färbten.
Nicht das Rotblond, das sie dank Neuseeland bekommen hatte, sondern ihr richtiges, kräftiges Feuerrot.
Lily hätte vor Freude schreien können.
Sie war wieder sie!!!
“DANKE!!!”
Stürmisch umarmte sie Feli, ohne auch nur einen Augenblick daran zu denken, dass sie diese noch vor einer Stunde gar nicht gekannt hatte.
Diese schien das nicht außergewöhnlich finden.
“Hab ich doch gern gemacht.” sagte sie grinsend. “Sieht so übrigens viel besser aus, als dieses blond.
Ich muss jetzt zurück in mein Abteil, mich umziehen. Solltest du auch machen, wir sind nämlich bald da.”
Ohne auch nur noch ein Wort darüber zu sagen, von wem sie den Umhang hatte, ging sie aus dem Abteil.
Nach ein par Sekunden folgte ihr Lily nach draußen und stellte fest, dass sie in genau die entgegengesetzte Richtung musste.
Sie marschierte fast durch den Gang und stieß dabei auch gegen ein par Schüler.
Als sie nur noch ca. 100 Meter von ihrem Abteil entfernt war hörte sie, wie eine Person ihr nachrief.
“Hey!!! Hey!!!”
Ihr blieb keine andere Wahl, sie musste sich umdrehen.
Und wer stand ihr ausgerechnet gegenüber?
James Potter natürlich!
Langsam fühlte sich Lily in einen der Schnulzfilme hineinversetzt, die ihre Schwester immer zum weinen und seufzen brachten.
Konnte jemand mehr Pech haben?
“Was ist denn?” fragte sie ungeduldig.
Es war ihr nämlich momentan egal, was er von ihr hielt und ob er sie überhaupt erkannte stand auf einem anderen Blatt.
“Hi! Ich bin James Potter und du...” weiter ließ Lily ihn nicht kommen.
“Ich würd ja echt gern sagen, dass es mich freut, dich kennen zu lernen und ein bisschen Smalltalk betreiben, aber wie du siehst muss ich jetzt ganz dringend in mein Abteil, mich umziehen. Vielleicht sehen wir uns ja mal.” sagte sie noch, als sie merkte, dass sie sehr gemein und unhöflich wurde, bevor sie wieder weiter ging.
Lily kam ganze 40 Schritte weit, da hörte sie von hinten wieder “Hey!”
“Was gibt es denn noch?” fragte sie diesmal noch etwas entnervter.
Immerhin war er ja indirekt schuld, dass sie jetzt so durch die Gegend lief, auch wenn er nichts davon wusste.
“Was ich dir eigentlich sagen wollte:
Du trägst da grade meinen Umhang.”
Sie spürte praktisch, wie ihr Gesicht sich verzog. Es fiel praktisch auseinander, so überrascht war sie.
Das war keine Schnulze mehr, das war schlimmer.
Wenn es einen Gott gab, dann war er ein echt schlechter Drehbuchschreiben.
Zumindest wenn es um sie ging.
“Tu mir bitte einen Gefallen und lass mich in ruhe. Je schneller ich in das Abteil komme und mich umziehe, desto schneller bekommst du auch deinen Umhang zurück, das ist doch nur logisch, oder?
Und genau das werde ich jetzt tun...ähm, wie war noch mal dein Name”
Tapfer streckte sie ihm ihre Hand entgegen.
Diesmal lag es an ihm verdutz dreinzublicken. “James Potter” sagte er verwirrt.
Offensichtlich hatte Lily richtig gelegen. Es traf ihn richtig, dass sich jemand seinen Namen nicht merkte.
Damit wandte sie sich erneut ab und ging diesmal noch schneller, als sowieso schon.
Sie schaffte es bis kurz vor ihr Abteil, da packte sie jemand am Arm.
Erneut war es, Oh welch Überraschung, James Potter.
“Wie wärs, wenn wir uns morgen zum Teetrinken treffen, da kannst du ihn mir zurückgeben.”
“WAS?!?” entfuhr es Lily.
Sie war mit den Nerven am Ende und dann fing er ausgerechnet mit Teetrinken an.
Und überhaupt...
“Tee???”
James Potter war wirklich nicht der Typ fürs Teetrinken.
Hatte sie zumindest immer gedacht, aber mittlerweile hielt sie alles für möglich.
“Ja, Tee. Ist so ein heißer Aufguss, ziemlich beliebt hier in der Gegend” erwiderte er grinsend “Morgen um 4 in der Großen Halle.” Lily brachte nur ein Nicken zustande.
“Übrigens, der Umhang steht dir.
Sieht auf jeden Fall besser aus, als dieses komische weiße Ding. Ach und die Haarfarbe ist auch schöner.
Was hat denn den Wandel veranlasst? Bring auf jeden Fall den Umhang mit.”
Langsam begann sie das zu nerven.
Was war er denn? So eine Art Fetischist für Schulumhänge??? Hatte der etwa Angst, sie würde den stehlen?
“Keine Panik, James.” sagte sie, als würde sie zu einem Kleinkind sprechen. “Das Mädchen wollte dir deinen Schulumhang nicht wegnehmen. Sie war grade dabei ihn auszuziehen.”
Und tatsächlich löste sie den Gürtel, gab ihm seelenruhig seinen Umhang.
Nur in ihrer Unterwäsche bekleidet drehte sie sich um und rannte auf ihre Abteiltür zu, die Alice, die alles mitbekommen hatte, ihr aufhielt.
Ein par Sekunden später lagen beide lachend auf dem Boden, während ein gewisser Junge namens Potter unbewegt mit seinem Umhang in der Hand auf die Stelle starrte, wo sie grade noch gestanden hatte.

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:38

Die Kunst des Verdrängens

“Willkommen und Willkommen zurück!!!”
Dumbledore erhob sich aus seinem Stuhl.
“Es freut mich, dass ihr Wohlbehalten angekommen seid!”
“Na, Wohlbehalten würde ich das nicht nennen.” meldete sich da auch schon Feli zu Wort.
Sie war ziemlich blass um die Nase und Lily ging es auch nicht viel besser.
“So schlimm war es nun auch wieder nicht. Wir waren nur nicht darauf vorbereitet, dass uns ein Hauself abholen kommen und er uns auf ... ähm ... seine Weise nach Hogwarts bringt.” warf Lily da trotzdem ein.
“Warum können diese Hauselfen überhaupt in Hogwarts hinein appariert, geschweige denn, jemanden mitnehmen?”
Lily fühlte sich leicht, nein eigentlich sehr, Seekrank.Auf diese Art würde sie garantiert nie mehr reisen.
“Würden sie sich bitte setzten meine Damen?” fragte Dumbledore, der Felis Unhöflichkeiten einfach überging.
“Die anderen Schüler kommen in 10 Minuten an und das fest beginnt in 15, also haben wir leider nicht so viel Zeit, wie ich es mir eigentlich gewünscht hätte, aber das nötigste werden wir schon besprochen bekommen.
Bitte setzten sie sich doch Miss Evans”
Für Lily drehte sich alles, sodass sie erst jetzt feststellte, dass Feli sofort auf das Angebot vom Dumbledore eingegangen war und auch er schon fast wieder auf seinem Stuhl saß.
Schnell setzte sie sich und fast schlagartig ging es ihr besser.
“Wo beginne ich jetzt am besten? Wohl das wichtigste zuerst, oder?”
Hinter Dumbledores Halbmondgläsern funkelte es verdächtig vergnügt.
“Miss Evans, ich freue mich sehr ihnen mitteile zu dürfen, dass sie zum Schulsprecherin ernannt wurden.”
Wohl wissend, dass Lily ihn sowieso unterbracht hätte machte er eine Pause.
“Professor ... Ich fühle mich geehrt, aber wäre es nicht sinnvoller, jemanden dafür zu nehmen, der, sagen wir mal, bis jetzt jedes Jahr an der Schule verbracht hat und nicht grade aus Neuseeland kommt?”
“Natürlich stimmt das, was sie sagen, aber, ob sie es glauben, oder nicht, sie genießen immer noch großes Ansehen unter Schülern und Lehrern.
Außerdem kenne ich niemanden, der diese Aufgabe so ... leidenschaftlich erfüllen würde wie sie.”
Er schien noch etwas sagen zu wollen, doch stattdessen, wurde das Funkeln in seinen Augen noch strahlender.
Lily fragte sich, ob er sie wohl auf den Arm nehmen wollte, da sprach er weiter.
“Ach und wenn wir schon beim Thema sind. ” er wandte sich an Feli “Miss Bell, sie werden ab jetzt
von Miss Evans in unser Schlossleben eingeführt.
Sie beide haben zu einem Großteil alle Kurse zusammen, sodass das kein Problem werden dürfte.
Der sprechende Hut hat sie ja schon Gryffindor zugeordnet.
Nun, ich denke, das wäre auch schon alles.
Ich wünsche ihnen beiden noch einen erfreulichen Abend.”
Und damit war Dumbledore auch schon verschwunden.
Etwas ratlos blickten sich Feli und Lily an.
“Am besten, wir gehen jetzt runter zum Fest, auch wenn ich nicht wirklich Lust auf die neugierigen Blicke von sämtlichen Schülern habe.”Noch miteinander redend gingen die beiden durch die Gänge.
“Wie bist du eigentlich so schnell an den Umhang gekommen?” platze es irgendwann aus Lily heraus.
Der Gedanke beschäftigte sie schon, seid sie erfahren hatte, dass dieser Umhang Potter gehörte.
Feli grinste einfach nur.
“Nun ja, ich hab halt meine Connections...” meinte sie mit der miauen Stimme einer Wahrsagerin.
“Nein, mal ernsthaft, ich hatte noch was bei dem Besitzer gut.
Wie ich gehört habe, hast du schon herausgefunden, dass er James Potter gehört. Überall wird über deinen Auftritt gesprochen.”
Ihr Grinsen wurde noch breiter, bis sie etwas, oder jemanden erblickte, der hinter Lily stand.
“Wer redet da über mich?” ertönte James Potters Stimme.
“Ach, wenn das nicht Felicitas ist”
Lily drehte sich um.
Da standen die Rumtreiber; 2 selbstgefällig grinsend (Potter natürlich mal wieder mit der Hand im Haar Hätte er sich das nicht langsamm mal abgewöhnen können???), einer mit entschuldigendem Blick und der letzte, Peter, leicht hinter den anderen, passte kein bisschen ins Bild.
Nichts hatte sich geändert.
Potters Grinsen war nun sogar noch breiter, als Felis vor noch ein par Sekunden gewesen war.
“Wenigstens weiß ich jetzt, dass, wenn ich dir einen Umhang gebe, er auch wieder zurück kommt.”
Feli gab einen Ton von sich, der leicht wie das Knurren eines Hundes klang.“Nun ja, “Potter wandte sich an Lily. ”Wir sehen uns ja spätestens morgen um 4, sei pünktlich”
Und damit waren er und seine Freunde auch schon verschwunden.
“Wenigstens einen Vorteil haben die, so schnell wie sie kommen, verschwinden sie auch immer.”
stieß Feli aus, doch Lily war nicht zum reden zu mute.
Wie konnte er es nur wagen?!?!?! Wie eingebildet ist der Typ eigentlich????
Er hat seinen Umhang zurück..das war doch wohl der einzige Grund, warum er sie treffen wollte!
Warum hatte sie denn bitte so eine Riesenshow abgezogen???
Damit sie ihn nicht treffen musste!!!
Diesen eingebildeten, egozentrischen...
“Lily??? Weilst du noch unter uns?”
“Ähm ja, tschuldigung Feli, ich hab mich grad nur gefragt...”
“Ja ich kannst mir denken. Was bildet sich der Typ nur ein???? Mir ist grad gehörig der Appetit vergangen!!! Ich geh schon mal schlafen, du glaubst gar nicht, wie sehr einen selbst der Unterschied einer Zeitzone zu schaffen macht.”
“Ich komm mit! Denkst du, ich hab nach so einem Auftritt noch Hunger??? Auch wenn ich keine Ahnung habe, was eine Zeitzone für einen Unterschied darstellt, ich weiß, was es bedeutet, durch ca. 9 zu fliegen...”
Feli sah sie so entgeistert an, dass Lily auch schon wieder lachen konnte.
“Hey, keine Angst, der Körper spinnt am Anfang und es kann sein, dass du auf einmal ... ähm, sehr müde wirst...” Lily wurde rot bei dem Gedanken an ihre kurze Bekanntschaft mit ihrem Kühlschrank “...aber jetzt, nach ein par Tagen geht’s mir schon richtig gut!”
“Na, wenn du meinst.” Feli sah sie immer noch mit Kuhaugen an.
Was ist denn so schlimm daran, dass ich so weit weg war??? konnte sich Lily da auch nur fragen.
“Das ist echt nix besonderes! Erst recht nicht so besonders, wie meine Freundin Alice!
Die wirst du nachher kennen lernen, mit der teilen wir uns unter anderem auch den Schlafsaal!
Sie ist echt toll!...”
Und schon erzählte Lily drauflos.
Sie erzählte sämtliche Geschichten, an die sie sich erst im Zug frisch erinnert hatte...nun ja, nicht ganz alle.
Viele Geschichten in denen sie nicht darum herum gekommen wäre, den Namen Potter, mehr als 3 Mal zu nennen, behielt sie besser für sich.
Darunter auch diese eine Nacht, die sie verdrängt hatte.
Ja, jetzt war sie sich sicher, auch wenn sie überhaupt keinen Alkohol vertrug und einen totalen Filmriss gehabt hatte, es gab Mittel und Wege, sich wieder zu erinnern.Oder jemand anderen für sich erinnern zu lassen.
Wie ging noch einmal diese Redewendung? Je mehr du dich vergisst, desto besser erinnern sich die anderen?
Aber Lily zog noch nicht einmal in Betracht, Alice, oder noch schlimmer Potter zu fragen, woran sie sich erinnern konnten.
Sie hatte diese Möglichkeit einfach aus ihren Gedankenverdrängt.
Und sie dachte viel.
Das hatte die Ruhe in Neuseeland mit sich gebracht.
Dort hatte sie viel zu viel über sich selber und ihr ganzes Leben nachdenken können.
Viele Dinge waren ihr bewusst geworden, z.B., dass bald ein Krieg ausbrechen würde, oder, dass sie Weihnachte nicht mit ihren Eltern würde feiern können, aber dadurch wurde ihr nur deutlich, wie wenig sie eigentlich wusste und vom Leben kannte.
Gottverdammt, sie war 17 und hatte noch nie einen Freund gehabt!
Und an wem lag das? An James Potter natürlich!
Wer hatte denn sämtliche Typen, die ein Auge auf sie, oder schlimmer sie ein Auge auf ihn geworfen hatten, gedroht, sie wie Severus vor der ganzen Schule zu entblößen???
Dass er sie bedroht hatte, hatte sie erst nach dem Zwischenfall in ihrem 5ten Jahr erfahren, denn Severus war genau das geschehen.
Lily kannte nicht die genaue Vorgeschichte, doch Potter hatte es wohl nicht gepasst, dass sie und Severus sich schon so lange kannten.
Später, als er (Severus) sie um Verzeihung beten wollte, fand sie heraus, dass Potter ihm eine Woche vorher schon gedroht hatte.
Da hatte er Lily schon fast wieder Leid getan, doch das änderte nichts.
Severus war ihr erster magischer Freund gewesen, doch sein Haus und seine "Freunde" verwandelten ihn in einen Reinblutverehrer, der das verabscheute, was sie war.
Sie hatte ihm einfach bewusst machen müssen, dass er nicht beides haben konnte, das Ansehen seiner Freunde verknüppft seinen Hass auf Muggle und Mugglegeborene und ihre Freundschaft.
Erst hatte sie darüber hinweg gesehen, dann hatte sie versucht ihn zu ändern, doch er hatte sich entschieden.
Das war ihr bei diesem Zwischenfall am See klar geworden.Sie hatte noch einmal Mitleid gehabt, weil Potter ihm Unrecht angetan hatte.
Lily hatte ihn einfach nicht so leiden sehen gekonnt.
Er hätte an dieser verdammten Seife ersticken können!!!!
Doch er hatte ihre Untestützung nicht gewollt; er hatte sie nicht gewollt.Er hatte die Situation sogar noch ausgenutzt um ihr durch ein einziges Wort seine Entscheidung mitzuteilen.
Schlammblut
Potter hatte sich dafür gerächt; sie gerächt.
Beiden hatte sie nie verziehen.

HermioneFan90

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:38

Let´s get it started

“Zieh das an, Lily!”
“Bist du dir sicher? Beißt sich das nicht mit ihren Haaren? Vielleicht nicht doch besser das Gelbe?”
“Das Gelbe ist nicht schlecht, aber James mag gelb nicht ganz so gerne...”
“Woher weißt du das denn jetzt schon wieder???”
So ging es schon die ganze Zeit zwischen Alice und Feli hin und her, während Lily noch in ihren Joggingklamotten im Schneidersitz zwischen ihnen saß.
Seit sie beiden von Olivias Plan erzählt hatte, waren sie ganz versessen darauf, dass Lily zu ihrem “Date” mit James ging.
Sie führen sich nicht so auf, als hätten sie sich grade erst kennen gelernt.
Die beiden erinnern eher an ein altes Ehepaar. dachte Lily nicht zum ersten Mal.
Aber auf keinen Fall ließ sie sich noch einmal in so verkleiden lassen.
“Schluss jetzt!!! Wenn ihr so weiter macht geh ich in den Sachen, die ich jetzt grade anhabe!”
Entsetzt sahen sie die beiden an.
“Also Lily, ich weiß ja, dass du nicht so auf supermodisches steht, aber das was du jetzt trägst...”
Alice gingen die netten Worte aus, worauf Feli sofort einging.
“Lily, du bist echt ein hübsches Mädchen, aber trotzdem wirst du ihn nicht mit diesen Outfit erobern können.
Was sind das eigentlich für Flecken?”
“Na ja, die grünen, dass ist gras und der Rest ... keine Ahnung ... ein bisschen was ist Kaffee, Marmelade und halt solch ein Zeug”
“Was machst du damit? Tunkst es in dein Frühstück, damit es besonders gut schmeckt, oder wie?”
“Natürlich nicht, aber die Sachen sind einfach bequem und eigentlich ist es doch egal, wie ich beim joggen aussehe.”
“Aber nicht, wie du aussiehst, wenn du zu einem Date gehst! Zieh jetzt mal das hier an!”
Feli hielt Lily das besagte gelbe Kleid hin.
Es war wirklich sehr schon und nicht zu vergleichen mit dem weißen, in das Livia sie gesteckt hatte, aber trotzdem...
“Es reicht!! Okay, ich helf Olivia bei ihrer bescheuerten Racheaktion, okay, ich geh zu dem Date, okay, ich style mich dafür auf, aber KEINER “sie sah Alice und Feli einzeln in die Augen “ ich wiederhole KEINER schreibt mir vor, was ich anzuziehen habe!”
Diesmal war Alice diejenige, die ihre Sprache zuerst wieder fand.
“ Wenn du es nicht haben willst, bekomm ich dann das gelbe?” fragte sie leicht errötend “Ich muss heute noch mit Frank lernen, ich geb ihm doch Nachhilfe, damit seine Mutter zufrieden ist.”
“Soso ... Nachhilfe am ersten Tag, der noch nicht mal ein Schultag ist. Das nenn ich mal fleißig, ihr kleinen Musterschüler.“ meinte Lily grinsend.
Einige Stunden und Lachanfälle später ging Lily, in Jeansrock und Top, auf die Große Halle zu.
Ausnahmsweise war sie viel zu spät dran, weil Feli sie doch noch zu einem anderen Outfit überreden wollte und Lily diese Ausrede nur zu gerne hinnahm um das leider unvermeidliche “Date” hinauszuzögern.
Aber immerhin ging es hier um James Potter.
Den Jungen, der es zu seiner Philosophie gemacht hatte chronisch zum unterricht zu spät zu kommen.
Er würde er sich jetzt auch verspäten, da war sich Lily ganz sicher.
Wenn sie eins hasste, dann war es Unpünktlichkeit.
Besonders wenn sie selber diejenige war, die zu spät kam.
Aber wie zu erwarten stand weder jemand vor der Halle, noch sah sie ihn im Gang.
Wenn der mich jetzt verarscht hat, dann kann er sich aber was anhören!
Oh das war noch etwas, was sie hasste:
Ihre Ungeduld und ihr Temperament!
Nach 20 Minuten genervtem hin und her laufen vor der Halle begann ihr Magen zu knurren.
Sie hatte zusammen mit Feli und Alice das Mittagessen ausgelassen, weil sie, wie Feli meinte “Prioritäten setzen” mussten.
Sie würden später in der Küche bei den Hauselfen essen, während Lily ihre Verabredung mit James hatte, diese wäre jetzt einfach wichtiger.
grummelUnd schon wieder meldete sich ihr Magen.
Lily würde nie begreifen, warum sich das manche Frauen absichtlich antaten.
Scheiß auf James Potter, sie würde jetzt zu ihren Freundinnen in die Küche gehen und eine leckere Pastete oder so etwas essen.
Sie bemerkte kaum, wie schnell sie mit der zeit wurde, bis sie in eine Person hineinrannte.
Der Duft dieser Person kam ihr seltsam bekannt vor.
Sie blickte hoch und sah, wie nicht anders zu erwarten in die braunen Augen von James Potter.
Spielte sich ihr ganzes Leben neuerdings in einer Soap ab?
Seit er wieder in ihr Leben getreten war, war alles so unwirklich geworden.
Sie hatte immer gedacht, solche schlecht gestrickten Klischees würden ihr nie passieren und dann war sie noch nicht einmal einen Monat aus Neuseeland zurück und schon standen sie bei ihr in einer Schlange, die kein Ende zu haben schien.
Sie hatte doch gewusst, dass er zu spät kommen würde!!!
Er war wirklich so zuverlässig wie eine Tomate!!!
“Hallo!” Er klang leicht verwirrt. “Schön, dass du es doch noch geschafft hast!”
“Wie doch noch geschafft?” Lily klang mindestens genauso überrascht wie er.
“Nun ja, ich hab ziemlich lange gewartet. Es gibt so etwas wie Pünktlichkeit!”
Es gibt so etwas wie Pünktlichkeit?!?!? Was bildete der Typ sich ein!!!
“Pünktlichkeit ist was für Spießer! Wer ist denn heute noch Pünktlich???”
“Das ist nur höflich, besonders, wenn man eingeladen wird!”
“Oh ja, besonders, wenn man die ganze Arbeit von Hauselfen machen lässt und so tut als wäre man richtig Großzügig!” Lily stützte ihre Hände auf die Hüften und blitze ihn wütend aus ihren grünen Augen an.
Sie fragte sich grade, warum sie ihm plötzlich wieder in die Augen blicken konnte, da begann er zu zucken und sich zusammen zu krümmen.
Reflexartig ging Lily auf ihn zu und stützte ihn, obwohl die immer lauter werdenden Geräusche, die er von sich gab ihr einen Schauder über den Rücken laufen ließen.
Dann sah sie ihm ins Gesicht und bemerkte, dass er lachte und zwar so heftig, dass ihm schon Tränen in den Augen standen.
Sie wusste irgendwie, dass er sie nicht auslachte.
Dieses Lachen war ein befreiendes Lachen, das klang, als hätte er es lange nicht mehr genutzt.
Trotzdem kam James ihr in diesem Moment, wie er gekrümmt vor lachen in ihren Armen lag, so vertraut vor, wie noch nie.
Es dauerte ganze 10 Minuten, bis er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, weil er immer wieder neu begann zu lachen, wenn er ihr in die Augen blickte.
“Geht es wieder?” fragte Lily vorsichtig und versuchte ihn irgendwie wieder aufzurichten, ohne ihn anzusehen.
Zwischen den tiefen und lauten Atemzügen hatte Lily das Gefühl ein “Geht schon.” herauszuhören.
Weil ihr nichts besseres einfiel legte sie sich seinen Arm um die Schulter und ging mit ihm langsam (“Wie kann jemand der so schlank ist so viel wiegen???”) in Richtung Große Halle.
Dieses Date war jetzt schon außergewöhnlicher, als alles, was sie je erlebt hatte.

HermioneFan90

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Dienstag, 5. Februar 2008, 16:40

Ende

naja mehr als das kann ich euch nicht geben da ich ab hier nicht mehr weiter weiss was schreiben...aber diese geschichte gehört nicht nur mir sondern auch meiner freundin die mir half.sie schrieb mit mir diese geschichte.

Nimel

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Beruf: Siebtklässlerin

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Mittwoch, 16. April 2008, 16:13

RE: Ende

Ich find die Geschichte gut, aber es sind sehr viele Rechtschreibfehler drin. Vielleicht solltet ihr sie einem Betaleser geben...
=) Wieder daaa! =)