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Harry Godric

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Sonntag, 20. Dezember 2009, 00:36

20. Dezember 2009

Was der Zauber von Weihnachten vermag
von Samantha Parkinson


Lavender Brown rieb sich unbewusst die Schläfen und seufzte. Ihre Kopfschmerzen, die sie schon den ganzen Tag über gequält hatten, hatten sich weiter verschlimmert und sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr auf ihre Hausaufgaben konzentrieren. Aufsätze für Professor Snape waren schon schwer genug, wenn man gesund war, aber mit diesen rasenden Kopfschmerzen waren sie unmöglich in der geforderten Qualität zu schreiben. Die Buchstaben verschwammen vor ihren Augen und während sie die Feder entschlossen weglegte, stand sie auf. Parvati Patil sah fragend auf.
„Ich habe rasende Kopfschmerzen. Vielleicht wird es an der frischen Luft besser und solange es noch hell ist, sollte ich das ausnutzen. Wenn sie bei einem Spaziergang nicht weggehen, gehe ich danach zu Madam Pomfrey.“
„Soll ich mitkommen?“ Unschlüssig schaute die Gryffindor zwischen ihrer Freundin und dem halbangefangenen Pergament hin und her.“
„Nein, es geht schon. Ich denke auch nicht, dass ich lange wegbleibe. Es wird bald dunkel.“ Mit diesen Worten drehte sich Lavender um und eilte in den Schlafsaal hinauf. Dort holte sie nicht nur den warmen Winterumhang, sondern auch Mütze, Schal und Handschuhe. Dann durchquerte sie eilig den Gemeinschaftsraum und verließ kurz darauf das Schloss in Richtung See.
Unterwegs traf sie eine gruppe Slytherins, die sofort spotteten. Offenbar hatte sich ihr Missgeschick im Unterricht heute Morgen bereits herumgesprochen.
<Na ganz toll und ausgerechnet denen musste ich fast in die Arme laufen.> Lavender knurrte leise vor sich hin.
Aber obwohl sie lange draußen blieb, wurden die Schmerzen nicht besser und seufzend machte sie sich auf den Weg zur Schulkrankenschwester von Hogwarts. Madam Pomfrey wuselte auch sofort herbei, als die Gryffindor die Krankenstation betrat.
„Was kann ich für dich tun, Liebes? Du siehst ziemlich bleich aus.“ Lavender versucht zu lächeln, was ihr jedoch ziemlich misslang. Mittlerweile waren die Schmerzen so stark, dass sie ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken konnte und Madam Pomfrey wuselte davon, nachdem sie sie sanft auf ein Bett hinunter gedrückt hatte. Sie eilte an den großen Schrank, wo sie ihre Trankvorräte aufbewahrte und suchte eifrig darin herum. Schließlich schien sie den richtigen Schmerztrank gefunden zu haben und kam zurück zu Lavender.
„Lass mich dich noch schnell untersuchen, ob der Trank richtig ist.“ Damit ließ sie ihren Zauberstab über die Gryffindor streichen. Sie nickte und reichte ihr dann die Flasche.
„Hier, trink das, es sollte deine Schmerzen nehmen. Leg dich aber noch etwas hin. Der Trank macht ein wenig schwindlig, du solltest danach nicht gleich losgehen. Kann ich dich allein lassen?“
„Ich bleib ein paar Minuten liegen und geh dann zurück zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Da wird mir schon nichts passieren. Gehen Sie ruhig wieder an ihre Arbeit.“
Die Krankenschwester schien erleichtert und ging eilig davon. Lavender schluckte den trank und ließ sich dann auf das Bett zurück sinken.
Nach einigen Minuten dachte die Gryffindor, dass es wieder gehen würde. Wie sehr sie sich damit irrte wurde ihr allerdings erst viel zu spät klar. Den Gang entlang ging es ja noch, aber auf der Treppe wurde ihr schließlich schwarz vor Augen und sie stürzte polternd hinunter. Wie lange sie am Fuß der Treppe gelegen hatte, wusste sie hinterher beim besten Willen nicht zu sagen, aber endlich schlug sie die Augen wieder auf. Gerade in diesem Augenblick kam wieder eine Gruppe Slytherins vorbei.
Lavender schloss gequält die Augen. Gab es eigentlich ein gesetzt, dass die Slytherins immer zur Unzeit irgendwo auftauchen ließ?
Draco Malfoy ließ es sich natürlich wie erwartet auch nicht nehmen, sofort zu spotten.
„Offensichtlich nicht nur untalentiert, was Verteidigung gegen die dunklen Künste angeht, sondern sogar zu blöd eine Treppe zu benutzen.“
Schallendes Gelächter antwortete ihm und Lavender biss die Zähne zusammen. Wenn sie jetzt reagiert war sie verloren. Die Slytherins waren eindeutig in der Überzahl und Hilfe war nicht in Sicht. Endlich schienen die Slytherins die Lust zu verlieren sie zu verspotten und zogen ab.
Als die Gryffindor der sich entfernenden Gruppe nachsah, fing sie einen nachdenklichen Blick von Blaise Zabini auf. Irrte sie sich oder lag tatsächlich ein wenig Bedauern darin zu lesen? Aber der Augenblick ging zu schnell vorbei und so dachte Lavender schließlich, sie hätte sich den Blick nur eingebildet. Denn wann hätte es jemals sowas wie Mitgefühl bei einem Slytherin gegeben?
Die Gryffindor versuchte aufzustehen, sank jedoch mit einem Schmerzenslaut wieder auf den Boden zurück. Na super, ganz toll aber auch. Wie sollte sie nun wieder in den Gemeinschaftsraum der Gryffindors zurückkommen? Wenn sie Pech hatte dachte Parvati, dass Madam Pomfrey sie im Krankenflügel behalten hatte, was auch schon öfters der fall gewesen war bei ihren Kopfschmerzen und würde sie daher erst beim Frühstück vermissen.
Plötzlich hörte sie Schritte und als sie hoffnungsvoll den Kopf hob, standen zwei Schüler vor ihr -- in den grünen Umhängen Slytherins: Draco Malfoy und Blaise Zabini.
Angriff ist die beste Verteidigung dachte sich die Gryffindor und zischte: „Noch eine Beleidigung vergessen, Malfoy?“
„Nein. Blaise meinte, wir könnten dich hier nicht liegen lassen und ich schulde ihm noch einen gefallen.“ Draco Malfoy machte deutlich, dass er einer Gryffindor nie freiwillig helfen würde. Spöttisch fragte er; „Was springt für uns dabei raus, wenn wir dir helfen?“ Blaise verdreht die Augen und beinah hätte Lavender aufgelacht.
Aber erst mal war sie aufgrund dieser Unverschämtheit sprachlos, während die Portraits neben ihnen missbilligend raunten. Sie konnte etwas hören das klang wie <ein Gentleman würde einer Dame immer helfen>.
„Ich mache einen Monat eure Hausaufgaben: in Verwandlung für Draco und in Zauberkunst für Blaise.“
„Einverstanden. Komm Blaise.“
Vorsichtig zogen die beiden Freunde Lavender hoch und setzten sich dann langsam in Bewegung. Überraschend sanft halfen sie ihr die Gänge entlang und die Treppen hinauf. Zwischen den dreien viel kein weiteres Wort und Lavender war so damit beschäftigt, nicht zu stolpern, dass sie nicht merkte, wie verschiedene Portraits sich bei diesem ungewohnten Anblick verdutzt die Augen rieben und sogar in den Bilderrahmen neben ihnen hergingen, weil sie partout nicht glauben wollten, was sich da vor ihren Augen abspielte.
Endlich erreichten sie den Eingang zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors.
„Danke für eure Hilfe.“
Blaise lächelte kurz, während Draco geringschätzig das Gesicht verzog. „Denk an unsere Hausaufgaben, Brown. Und streng dich ja an, ich will keine schlechten Noten deinetwegen.“ Damit drehte der blonde sich um und schritt eilig davon. Blaise zuckte die schultern und folgte dem Hauskameraden.
„Unhöfliche Gesellen, diese Schlangen. Mach dir nichts draus, die können nicht anders.“
Die Stimme der Fetten Dame weckte die hexe aus ihrer Erstarrung und mühsam humpelte sie in den ebenso gemütlichen wie warmen Gemeinschaftsraum. Parvati schrie auf und eilte zu ihrer Freundin.
„Was ist passiert?“, fragte sie aufgeregt und schlagartig verstummten alle Gespräche.
„Ich bin gestürzt und habe mich am Fuß verletzt. Das wird schon wieder.“ Lavender verriet nichts von dem schmerztrank, den Madam Pomfrey ihr gegeben hatte. Vielleicht wäre es besser gewesen die ganze Nacht im Krankenflügel zu bleiben.
Nun, für diese Überlegung war es definitiv zu spät. Die nächsten worte der Freundin rissen die hexe aus ihren Gedanken.
„Wie bist du dann eigentlich hier hoch gekommen? Es gibt keine direkte Verbindung zwischen dem Krankenflügel und hier.“ „Ähm…, ich habe jemanden gefunden der mir geholfen hat. Zwei Schüler sind vorbei gekommen und haben mich bis hierher gebracht.“
Noch während die Gryffindor überlegte, ob es besser war, die Namen für sich zu behalten oder preiszugeben, fragte Katie Bell auch schon: „ Wer war das? Und warum hast du sie nicht mit rein gebracht?“
Lavender entschied sich zur Wahrheit. Es würde eh rauskommen, weil irgendein Portrait immer plapperte.
„Das hätten weder die beiden noch ihr akzeptiert. Es waren Draco Malfoy und Blaise Zabini.“
Eine Bombe hätte keine größere Aufregung verursachen können. George Weasley schrie: „das glaub ich nicht. Niemals würden die verdammten Schlangen so etwas tun. Die sind so hilfsbereit wie…“, ihm schien kein passender Vergleich einzufallen. Die restlichen Anwesenden redeten aufgeregt durcheinander.
„Wenn du mir nicht glaubst, frag doch die Fette Dame. Sie hat beide schließlich gesehen.“
Tatsächlich stand George auf und kam wenig später fassungslos zurück. „Es stimmt wirklich. malfoy und Zabini haben sie gestützt. Aber was hat es mit den Hausaufgaben auf sich?“
Schlagartig herrschte Ruhe.
„Sie haben es nicht umsonst gemacht. Ich mache jedem für eine gewisse zeit die Hausaufgaben in einem Fach.“
„Das ist Erpressung. Du solltest es entweder melden oder ihnen falsche Aufsätze unterschieben.“ Harry war mehr als empört.
„Ich werde weder das eine noch das andere tun. Ein Gryffindor steht zu seinem Wort und außerdem haben sie es nicht verlangt, ich habe es ihnen angeboten. Es war mir lieber als ihnen ein paar Butterbiere oder sonst was auszugeben. Und ich erwarte von euch, dass ihr es ebenso für euch behaltet.“ Ernst sah sie die anderen an und diese nickten, wenn auch teilweise sichtlich mehr als widerwillig.
Langsam wandten sich alle wieder ihren Gesprächen zu. Nachdenklich beobachtete Parvati ihre Freundin und fragte sich, was sie davon halten sollte. Unterdessen war Lavender ganz in Gedanken an einen ganz bestimmten Slytherin versunken. Irgendetwas war ihr komisch erschienen, aber sie kam nicht darauf was es war.
Erst als sie im Bett lag fiel ihr ein, was ungewöhnlich war. Sowohl Draco als auch Blaise gehörten in den bezeichneten Fächern zu den ausgezeichneten Schülern. Sie hatten es im Grunde nicht nötig sich helfen zu lassen. Waren die Slytherins vielleicht doch anders als alle dachten und überspielten das nur? Hätten sie ihr geholfen ohne etwas zu verlangen? Die Gryffindor beschloss das einfach herauszufinden.
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Montag, 21. Dezember 2009, 00:36

Die letzte gute Tat
von HufflepuffsUrenkel


Nervös drehte er sich um, zog seinen Zauberstab und markierte seine Umgebung. Seit Monaten war er auf der Flucht und, obwohl er alle Sicherheitsmaßnahmen getroffen hatte, hatte er fast täglich Nachrichten wie „Wir kriegen dich, Verräter“ oder „Der Dunkle Lord vergisst nie“ bekommen. Seit letztem Sommer, als der Dunkle Lord zurückgekehrt war, war der weißbärtige Zauberer nie länger als zwei oder drei Tage an einem Ort geblieben, hatte Sicherheitszauber und Vielsafttrank verwendet und dennoch hatten sie ihn immer wieder aufgespürt.
Nun befand er sich in einem schäbigen Stadtteil von London. Von der Weihnachtsdekoration der Innenstadt war hier nichts zu bemerken. In einigen Fenstern hingen selbstgebastelte Sterne oder ziemlich kitschige beleuchtete Engel.
Ihm fiel ein großes, verfallenes Haus auf. Vor dem Haus lieferten sich einige Kinder eine Schneeballschlacht. Nur ein Teil der Kinder trug Winterkleidung. Vor allem aber sprachen sie kein Englisch, sondern eine Sprache, die ihm vertrauter war, wenn es auch nicht seine Muttersprache war. Bulgarisch? Nein, sicher nicht. Er hatte schließlich die gesamte bulgarische Nationalmannschaft kennen gelernt und, auch wenn sie mit ihm Russisch gesprochen hatten, genug vom Klang der bulgarischen Sprache gehört. Polnisch? Nein, auch nicht. Serbisch? Das wäre möglich. Er sprach nicht viel Serbisch, doch er versuchte es.
„Zdravo – Hallo! Odakle stici – Woher kommst du?“, sprach er ein etwa siebenjähriges Mädchen an. Das Mädchen erschrak, packte einen kleinen Jungen, offenbar sein Brüderchen, an der Hand und rannte ins Haus und schlug die Tür hinter sich zu.

Der Mann wunderte sich: Er hatte dem Mädchen doch nichts getan und auch nichts Schlimmes gesagt. Hatte das Mädchen gemerkt, dass er ein Zauberer war? Aber das war doch unmöglich. Selbst die besten Magier konnten in diesem Alter keine Gedanken lesen.
Er ging auf die anderen Kinder zu und legte gleichzeitig Sicherheitszauber. Ein Fenster öffnete sich an dem Haus, eine dunkelhaarige Frau schaute hinaus und rief nach Kindern. Zwei Kinder folgten ihr und liefen nach drinnen.
Kurz darauf kam ein Jugendlicher auf den Zauberer zu: „Da li govorite Srpski – Sprichst du Serbisch?“, fragte er.
„Ein wenig“, antwortete der Zauberer auf Serbisch. „Ich komme aus Weißrussland. Aber ich habe Freunde aus Serbien.“
Der Jugendliche atmete hörbar auf. Er sagte etwas, was der Mann nicht verstand. In schlechtem Englisch wiederholte er, dass alle Menschen in dem Haus aus Bosnien geflohen seien. Vor Serben hätten sie Angst, da die Serben in ihrem Dorf die Hälfte der Männer getötet und den Frauen etwas angetan hätten, worüber niemand gerne spreche. Niemand habe damit gerechnet, dass jemand sie auf Serbisch anspräche. Wahrscheinlich hätten die Kinder von ihren Eltern gehört, sie sollten auf Unbekannte acht geben, die Serbisch sprächen.
Der Junge erzählte, dass er das alles nicht glauben könne. „Miljan ist beste Freund von mich – zu Haus in unseren Dorf – aber Miljan ist Serbe, ich bosnisch. Und letzte Monat Miljan sag ‚Scheißmohammedaner’.“
Während der Mann und der Junge, der sich inzwischen als ‚Halil’ vorgestellt hatte, sich unterhielten, kamen einige Erwachsene dazu. Eine Frau, die relativ gut Englisch konnte, bestätigte, was Halil gesagt hatte: Die meisten Menschen im Haus stammten aus einem Dorf bei Banja Luka in Bosnien und sie waren tatsächlich vor den Serben, die ihr Dorf erobert hatten, geflüchtet
Auf die Frage, wer er selbst war, reagierte der Zauberer ausweichend: Zu gefährlich war es, Muggeln seine Identität zu offenbaren. Seine Verfolger könnten leicht mit dem Imperius-Fluch alles von den Muggeln erfahren. Er stellte sich als Igor Ivanov vor und behauptete, aus Weißrussland geflohen zu sein und selbst in England Asyl beantragen zu wollen.

Während er sich mit der Frau unterhielt, kamen einige Frauen und Männer, die große Säcke mit Geschenken bei sich hatten. Sie stellten sich als Mitarbeiter in einer anglikanischen Pfarrei in der Nähe vor und erklärten, sie hätten in ihrer Gemeinde Spenden und Geschenke für die Flüchtlinge aus dem vom Bürgerkrieg geplagten Bosnien gesammelt, damit diese auch Weihnachten feiern konnten.

Eine Frau, die sich als Emina vorstellte, lud die Spender und den fremden Zauberer zum Tee ein. Der Vikar war froh über den unerwarteten Gast, da nur wenige der Flüchtlinge Englisch, aber viele Russisch verstanden und der Mann, der nicht als Zauberer erkannt wurde, somit als Dolmetscher gefragt war.
Während die Erwachsenen Tee tranken, wurden Spiele für die Kinder veranstaltet. Der Mann, der sich als ‚Igor Ivanov’ vorgestellt hatte, konnte die Kinder beeindrucken, indem er Gegenstände verschwinden und an anderen Stellen wieder auftauchen ließ. Man hielt ihn für einen Zauberkünstler, wie sie an Jahrmärkten auftraten und der Vikar wollte ihm schon Geld geben, doch er lehnte ab. Er genoss es, in dieser seltsamen Gemeinschaft Weihnachten zu feiern. Er war auf der Flucht so wie alle hier und er hatte zu dem Muggelfest keinen echten Bezug, so wie ebenfalls die meisten – er erfuhr von den Kindern, dass sie normalerweise zum Zuckerfest, das nicht jedes Jahr zur gleichen Zeit stattfand, ihre Geschenke bekamen. Weihnachten war in ihrer Heimat zwar schulfrei, doch die wenigsten feierten es in ihren Familien.

Plötzlich erschrak der Zauberer: An der Stelle, an der er einen Sicherungszauber gelegt hatte, hörte er eine Stimme: „Dort ist er! Er ist hineingegangen.“
„Sieht ihm ähnlich“, sagte eine Frauenstimme. „Er will sich unter den Muggeln verstecken, aber das soll ihm nicht gelingen.“
Der Zauberer sprang auf und ging aus dem Haus. Er stellte fest, dass die Angreifer sich unsichtbar gemacht hatten. Auf einen Kampf konnte er es keinesfalls ankommen lassen, da er nicht wissen konnte, wie viele es waren.
„Wir umstellen das Haus, sichern es mit Antiapparierzaubern und sprengen es in die Luft“, sagte ein Mann, den der Flüchtige nicht erkennen konnte.
Er rannte wieder ins Haus und rief aufgeregt: „Eine Bombe! Sie haben eine Bombe gelegt!“

Die Männer und Frauen sprangen auf und rannten wild durcheinander. Panik entstand im Haus, wenn auch der Vikar zusammen mit zwei Männern alles versuchte, um die Menschen in Ruhe aus dem Haus zu bringen.
Auch der Weißrusse mischte sich unter die Flüchtigen, immer noch in der Hoffnung, dabei nicht erkannt zu werden. Während er jedoch mit allen anderen floh, nahm er ein kleines Mädchen wahr, das zurück zum Haus lief.
„Nicht!“, rief er. „Bleib doch!“
Das Mädchen jedoch ließ sich nicht dazu bringen, umzukehren. Wo waren nur die Eltern dieses Mädchens? Konnten die nicht dafür sorgen, dass der Tochter nichts geschah?
Er musste sein eigenes Leben retten, dachte er und drehte sich im Kreis, um zu disapparieren. Noch während der Drehung unterbrach er allerdings und lief dem Kind hinterher, er wusste selbst nicht, warum. Wenn jemand seinetwegen sterben musste, dann keinesfalls ein Kind!
Als das Mädchen durch die Haustür ging, stellte er fest, dass es weinte.
„Was ist los?“, fragte er.
„Teddy – Ich Teddy vergessen“, antwortete das Mädchen in gebrochenem Englisch. „Teddy heißt Namen Sead, wie Papa.“
„Bombarda!“
Er packte das Mädchen und hielt es fest, während direkt neben ihm das Haus zusammenstürzte.
„Accio Teddy Sead!“, rief er während des Einsturzes. Der Teddy kam in seine Hände geflogen und war noch halbwegs intakt, wenn er auch ein Bein verloren hatte und etwas angesengt war. Das Mädchen drückte ihn fest an sich.
„Los!“, befahl der Mann. „Wir müssen fliehen! Halt dich an mir fest, so fest du kannst!“

Er disapparierte, und keinen Moment zu spät, da gleichzeitig ein Avada Kedavra auf die Stelle traf, an der er gestanden war.
„Wo sind? Wo Mama?“, fragte das Mädchen.
„Wir kommen zu deiner Mama“, versuchte er, sie zu beruhigen. Er musste sich selbst erst kurz umschauen, wohin er disappariert war.

„Hier bist du, Verräter!“, rief ein Mann und rannte auf ihn zu.
Er packte das Mädchen so fest, dass es schrie, und disapparierte ein weiteres Mal. Diesmal hatte er sein Ziel angegeben: Es war die Tube-Station, an der er vorbeigekommen war.
„Wie?“ Das Mädchen schien nun weniger Angst zu haben als sich zu wundern. „Du wegmachen uns?“
„Ja“, antwortete er. „Ich bin ein Zauberer.“ Das Mädchen war klein genug, dass er dies risikolos zugeben konnte. „Ich habe uns verschwinden lassen, damit die bösen Menschen uns nicht töten können.“
„Böse Menschen? Wie Serben?“
„Nein. Das sind keine Serben. Das sind böse Zauberer – und sie wollen mich töten.“
„Serben. Serben machen Menschen tot, Mama sagen.“
„Nicht alle Serben töten andere Menschen und nicht alle Menschen, die andere töten, sind Serben”, versuchte er, zu erklären. „Es gibt überall böse Menschen. Es gibt böse und gute Zauberer, böse und gute Muggel, böse und gute Ser-” – Er unterbrach, da er Appariergeräusche hörte. Erneut nahm er das Mädchen in die Arme, drehte sich mit ihm im Kreis, wobei es vor Vergnügen kreischte, und disapparierte.
Zweimal noch musste er apparieren, bis er die Straße wieder fand, in der sich die Flüchtlinge aufhielten. Inzwischen war Muggelpolizei zu der zerstörten Unterkunft gekommen und Beamte und Journalisten befragten die Bewohner und einige Umstehende.
Er schnappte die Wörter „rechtsradikal“ und „Anschlag“ auf, während er das Mädchen nach seiner Mutter suchen ließ.
„Matka!“, rief das Mädchen und rannte einer Frau entgegen, die es sofort in die Arme schloss.
„Selma!“, rief die Mutter. Sie sprach mit dem Kind in jener Sprache, die wie Serbisch klang, aber offenbar kein Serbisch war. Danach bedankte sie sich überschwänglich bei dem fremden Zauberer.

Der befreite sich aus der Umarmung der Frau und erklärte: „Verbrecher sind hinter mir her. Sie suchen nicht euch. Sie suchen mich. Deshalb muss ich fliehen, sonst seid ihr alle in Gefahr.“
Zum ersten Mal in seinem Leben spürte er so etwas wie Mitleid. Was würde mit diesen Menschen geschehen, die aus ihrer Heimat geflohen waren und nun mitten im Winter ohne Bleibe dastanden. Bevor er erneut floh, beschwor er ein Feuer und wärmende Mäntel in allen Größen herbei. „Srecan Božic- Frohe Weihnachten!“, rief er atemlos. „Freut euch wenigstens daran!“

Er disapparierte mehrmals, schließlich reiste er über die Nordsee nach Skandinavien. Zwar kannte er hier auch niemanden, doch er hoffte, die Todesser irregeführt zu haben.
Erschöpft nach schlaflosen Nächten und anstrengendem Apparieren legte er sich in einer Hütte schlafen und deckte sich mit einer herbeibeschworenen Decke zu, nicht ohne vorher noch Warnzauber zu legen.
Mitten in der Nacht weckte ihn der Alarm. Er versuchte, zu disapparieren, doch es war zu spät: Diesmal hatten sie Apparierschutz gelegt.
„Haben wir dich, Karkaroff, du Verräter!“, rief ein maskierter Mann. Crucio!“
„Eins nach dem anderen! Expelliarmus!“, rief ein anderer. Karkaroff verlor seinen Zauberstab. Allein und ohne den Stab hatte er keine Chance.

„Lieber Gott, wenn es dich gibt, verzeih mir!“, betete er in seiner Muttersprache.
„Avada Kedavra!“ – Igor Karkaroff starb im Bewusstsein, dass er schlimme Dinge in seinem Leben getan hatte. Seine letzte Tat jedoch war gut gewesen und hatte, so hoffte er, den Flüchtlingen, vor allem der kleinen Selma, noch ein halbwegs erträgliches Weihnachten ermöglicht.

Selma und ihre Familie kehrten anderthalb Jahre später in ihr Dorf zurück, das mit ausländischer Hilfe wieder aufgebaut wurde. Aus der kleinen Selma wurde in den Jahren ein recht hübscher Teenager, doch ihre Verwandten erklärten sie für verrückt, weil sie nach wie vor stur behauptete, ein Zauberer habe ihr einst das Leben gerettet und sie sei mit ihm geflogen.
„Die Arme! Der Krieg hat sie verstört!“, sagten die Leute und die Mutter war froh, dass ihre Tochter ansonsten keine Folgeschäden erlitten hatte.
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Dienstag, 22. Dezember 2009, 00:00

22. Dezember 2009

Fröhliche Weihnachten
von Samantha Parkinson

An diesem Weihnachtsmorgen war Pansy sogar für ihre Verhältnisse außerordentlich früh wach. Die 5 jährige streckte sich und sah dann auf die magische Uhr. Was hatte sie nur so früh geweckt?
Doch dann fiel es ihr wieder ein und blitzschnell krabbelte sie aus dem Bett. Heute war Weihnachten und sie war mit ihren Eltern zur Feier auf Malfoy Manor eingeladen. Sie würden ein paar Tage dortbleiben, weil ihr Vater noch einiges an geschäftlichen Dingen mit Lucius Malfoy zu besprechen hatte.
Pansy freute sich schon seit Tagen darauf mit Draco, dem gleichaltrigen Sohn der Bekannten ihren Eltern durch den Park zu tollen. Sie war gespannt, ob ihm der magische Kalender gefiel, den sie ihm mit Hilfe des Großvaters gebastelt hatte.
Nur ein Wermutstropfen blieb aus ihrer Sicht. So gern sie auch in dem prachtvollen Herrenhaus der Familie Malfoy war, sie hatte immer ein wenig Angst vor Lucius Malfoy, dem Vater von Draco. Dieser schien oft kalt, auch wenn er eigentlich immer freundlich zu ihr war. Es lag wohl einfach in seiner Art stets etwas herablassend mit ihr zu sprechen. Ein Trost dabei war, dass er auch mit seinem Sohn nicht anders umging. Da tat Draco ihr leid, er wurde nie so liebevoll behandelt wie sie von ihrem Vater. Trotzdem ging sie Lucius lieber aus dem Weg wo immer sie konnte. Narzissa war ihr da wesentlich lieber. Auf die Blonde freute sie sich und hoffte, dass diese wieder Geschichten erzählen würde, von denen sie einen schier unerschöpflichen Vorrat zu haben schien. Für diese würde sie sogar Lucius in Kauf nehmen und ihre Angst vor ihm vergessen.
Endlich konnte sie zum frühstück hinuntergehen und stürmisch begrüßte sie ihren Großvater. Heute schien das Essen gar kein Ende nehmen zu wollen.
Schließlich war es soweit, dass sie nach Malfoy Manor aufbrechen konnten. Pansys Vater verkleinerte das Gepäck und auch den geliebten grünen Holzschlitten seiner kleinen Tochter und steckte alles in eine Reisetasche. Dann nickte er seiner Frau zu, die Pansy an der Hand nahm und kurz darauf waren die drei mit einem leisen Plopp verschwunden.
Als sie wieder auftauchten, standen sie vor dem imposanten Herrenhaus der Familie Malfoy und Mr. Parkinson läutete. Ein Hauself öffnete die Tür und die Gäste traten ein.
„Willkommen auf Malfoy Manor.“
Die kalte stimme jagte Pansy einen schauer über den rücken und gerade noch rechtzeitig besann sie sich ihrer Manieren. Sie begrüßte ihren Gastgeber schüchtern und war erleichtert als Draco erschien, der von den Stimmen angelockt wurde. Dieser zwinkerte ihr zu und begrüßte dann wohlerzogen Mr. Und Mrs. Parkinson.
Schließlich wandte er sich an seinen Vater: „Dürfen Pansy und ich in den park hinaus?“
Lucius zog die Augenbrauen hoch, was ihn noch arroganter wirken ließ und ließ sich dann zu einer Antwort herab.
„Von mir aus, aber bleibt in der Nähe des Hauses.“
Pansys vater zog den Schlitten aus der Tasche und vergrößerte ihn wieder, sodass nun beide Kinder darin Platz hatten. Er brachte ihn nach draußen auf den Vorplatz, der unter einer weichen weißen decke verborgen lag und stellte ihn dort ab. Draco hatte inzwischen seinen Winterumhang geholt und schlüpfte nun an Mr. Parkinson vorbei, um das Gefährt näher in Augenschein zu nehmen.
„Draco!“ Lucius hatte die Stimme nicht erhoben, dennoch blieb Draco ruckartig stehen. Er wusste genau was sein Vater meinte.
„verzeihen Sie, Mr. Parkinson. Ich hätte Sie vorlassen müssen.“ „Schon gut mein Junge. Amüsiert euch gut.“
Er richtete den Zauberstab auf den schlitten und murmelte etwas. Kurz leuchtete das grüne holz auf und Pansy klatschte begeistert in die Hände, weil sie wusste welchen zauber ihr Vater genommen hatte. Kaum saßen die Kinder richtig im Schlitten, setzte der sich wie von unsichtbaren Hunden gezogen in Bewegung. Pansy lehnte sich an Draco und rief ihm lachend zu.
„Mein Großvater hat mir den schlitten letztes Jahr geschnitzt.“
Obwohl Draco versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, konnte ein genauer Beobachter doch die Eifersucht in seinen Augen aufblitzen sehen.
Narzissa stand am fenster ihres Salons und beobachtete lächelnd die beiden Kinder. Schließlich wandte sie sich an Pansys Mutter.
„So glücklich habe ich Draco lange nicht mehr gesehen. Lucius ist leider viel zu streng mit ihm. Die Zeit mit Pansy wird ihm gut tun, endlich hat er jemanden zum Toben.“
So offen war die blonde Hexe selten. Sie hatte gelernt ihrem Mann nicht zu wiedersprechen, auch wenn es ihr oft auf der Zunge lag. Narzissa hoffte, dass Pansy etwas Freude in Draco’s Leben bringen würde. Sie traute das der lebhaften kleinen Hexe auch durchaus zu. Sie wusste von ihrem Mann, dass er die Hexe ebenfalls gern hatte, auch wenn er es nicht zeigen konnte. Manchmal wünschte sie sich, dass Lucius wenigstens in privatem kreis ab und zu seine gefühlskalte Maske ablegte. Aber leider stieß sie dabei auf taube Ohren. Doch dann schob sie diese Gedanken weit von sich und widmete sich wieder ihrem Gast.
Die Kinder hatten unterdessen ihren Spaß mit dem Schlitten, der kreuz und quer durch den tiefverschneiten Park fuhr. Ihr Lachen hallte bis zum Herrenhaus und Lucius beneidete seinen Sohn fast darum. Für ihn hatte es so was wie Spaß während seiner Kinderzeit nicht gegeben. Er wusste dass er zu streng mit Draco war, aber er hatte nie ein anderes Verhalten gelernt.
Am Abend saßen die Familien an der kostbar gedeckten tafel und genossen ein ausgezeichnetes Mahl. Nun sagen wir die erwachsenen genossen es, denn Pansy hatte es lieber gemütlich, da musste man nicht so darauf achten, dass nichts neben dem Teller landete. Sie hasste das steife Getue und wäre lieber bei ihrem Großvater gewesen. Sie fing einen verstehenden Blick ihrer Mutter auf und lächelte.
Sie fühlte sich unwohl und plötzlich hatte sie das Gefühl, dass jemand sie beobachtete. Sie hob den Kopf und sah direkt in Lucius Malfoys graue Augen. Dann hätte sie wirklich fast ihren Kürbissaft verschüttet. Hatte er ihr wirklich gerade zugezwinkert?
Draco war es schließlich, der die Münze im Weihnachtspudding fand und Pansy ahnte was der Freund sich wünschte.
Als sie dann unter dem Weihnachtsbaum unter den Blicken der Erwachsenen ihre Geschenke auspackte, ließ Lucius die Kleine nicht aus den Augen. Narzissa fand ihr Geschenk bezaubernd und bedanke sich herzlich bei Pansy.
Von den Malfoys bekam Pansy ein kostbares Medaillon. Sie freute sich wirklich und als sie sich bei Lucius bedanken wollte, zog der sie kurz in die Arme. Wirkte auch bei ihm der zauber der Weihnacht? Draco jedenfalls sah aus wie jemand, der seinen Augen nicht trauen wollte.
Sein Vater hatte ihm gegenüber noch nie Gefühle gezeigt. Nicht mal wenn er den 5 jährigen für irgendetwas bestrafte. Ein wenig Neid stieg erneut in ihm auf und Lucius, der das sehr wohl bemerkte, sprang ein weiteres Mal an diesem Abend über seinen Schatten und zog nun auch seinen Sohn kurz an sich. Zufrieden lächelte Narzissa, vielleicht würde ihr Gatte das mit dem Gefühle zeigen doch noch lernen.
Sie beschloss die lebhafte kleine öfters einzuladen. Offenbar hatte sie nicht nur einen guten Einfluss auf Draco, der durch sie die kindliche Fröhlichkeit nicht ganz verlor, sondern auch auf Lucius. So fröhlich wie heute hatten sie ihren Sohn jedenfalls selten gesehen. Sein lachen das heute durch den Park geschallt war, erklang sonst viel zu selten.
Sie plante in Gedanken bereits das Zimmer, das Pansy von nun an zur Verfügung stehen würde. Sie musste das unbedingt mit deren Mutter besprechen. Sie bedauerte, dass Lucius bereits eine andere als spätere Ehefrau für Draco vorgesehen hatte. Sie musste zugeben, dass Pansy ihr an der Seite ihres Sohnes mehr zugesagt hätte. Aber das lag ohnehin noch in weiter Ferne.
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24

Mittwoch, 23. Dezember 2009, 00:38

23. Dezember 2009

Das perfekte Weihnachtsgeschenk
von Harry Godric


Harry James Potter erwachte an diesem Mittwoch in seinem Himmelbett in Hogwarts und war gespannt was der Tag so mit sich bringen würde. Heute Nachmittag sollte der Fahrende Ritter ihn, Ron und Ginny zum Fuchsbau bringen, wo sie die Weihnachtstage und Silvester verbringen würden. Im Fuchsbau, seinem zweitliebsten Ort auf der Welt.
Er zog sich seine Brille an, ohne die er nichts erkennen konnte, schloss die Augen aber direkt wieder, weil die Sonne ihn blendete.
Draußen lag seit dem Wochenende Schnee und Harry freute sich auf eine Schneeballschlacht am heutigen Tag. Der Unterricht hatte gestern mit einer Doppelstunde Zaubertränke geendet, wo Harry dank des Halbblutprinzen wieder einmal brilliert hatte.
Er stand auf, schlüpfte in seine Hosen und Schuhe, zog sich einen Pullover über das T-Shirt und ging Richtung Badezimmer, um sich frisch zu machen. Als er fertig angezogen war, schaute er auf seine Uhr und stellte überrascht fest „7:30 Uhr“, ‚naja kein Wunder, dass die anderen noch schlafen, es ist ja noch früh‘, dachte er sich und stieg kurz darauf die Treppe in den Gemeinschaftsraum hinunter.
Hier hatten wie immer die Hauselfen aufgeräumt und die Bücher der Gryffindors, die am Abend zuvor noch auf Sesseln, Stühlen oder dem Boden gelegen hatten, waren namentlich sortiert auf einem der Tische aufgestapelt worden.
Die Tür des Mädchenschlafsaals öffnete sich und Hermines Kater Krummbein kam heraus und stieg die Treppenstufen herunter und kam vor Harry zum Stehen, fuhr ihm um die Beine, bis dieser sich zu ihm herunterbeugte und anfing ihn zu kraulen. „Morgen Krummbein, auch ein Frühaussteher?“, fragte Harry und Krummbein schnurrte.
Harry wunderte sich auch nach drei Jahren immer noch darüber, wie dieser Kater manche Dinge verstand und auch Personen und andere Lebewesen einschätzen konnte.
„So nun ist es aber genug, ich muss mal duschen gehen und so“, sagte Harry und setzte seinen Weg Richtung Portaitloch fort und kletterte hindurch.
Im Schloss war es still, Harry entschied sich für das Badezimmer der Vertrauensschüler und für ein entspanntes Bad. Auf seinem Weg dorthin begegnete ihm nicht mal ein Geist.

Im Badezimmer war es warm und es duftete nach Blumen. Harry ließ Wasser in die Badewamme ein, legte sich ein Handtuch vor die Wanne und ließ sich ins Wasser gleiten. Er schwamm ein paar Bahnen und freute sich über diese magische Badewanne.
Nach etwa 30 Minuten verließ er die Badewanne, putzte sich die Zähne, schlüpfte in neue Klamotten und ging wieder zurück in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum.

Hier war immer noch nichts los und auch Krummbein war nicht mehr da. Harry entschloss sich sein Zaubertrankbuch zu holen und ein wenig darin zu lesen und darauf zu warten, dass die anderen auch aufstanden.

Endlich gefühlte Stunden später, hörte er Geräusche und jemand kam die Treppe herunter und murmelte etwas das wie „Morgen, Harry„ klang.
„Hallo Ron, endlich. Ich sitze hier seit Stunden rum.“
„Seit Stunden? Harry das kann nicht sein, es ist 9 Uhr.“
„Was erst? Ich dachte wir hätten viel, viel später und ich wunderte mich schon.“
„Schau doch auf deine Uhr, Mann“
Harry kramte seine Uhr heraus und „tatsächlich erst 9 Uhr.“
„Was hast Du denn schon alles gemacht?“, wollte Ron wissen und setzte sich in den Sessel gegenüber Harry.
„Nicht viel, ich war im Badezimmer der Vertrauensschüler und bin ein wenig geschwommen und dann hab ich hier gesessen und im Buch vom Halbblutprinzen gelesen und darauf gewartet, dass irgendjemand wach wird.“
„Ein Bad könnte ich auch gebrauchen, wie wäre es nach dem Frühstück mit einer Schneeballschlacht, bevor es heute Nachmittag nach Hause geht?“
„Joa, hätt ich auch Lust drauf, solang Du mir nicht wieder einen Schneeball auf die Nase wirfst und die wieder zu bluten anfängt.“
„Ich schau mal“, sagte Ron, sprang auf und ging Richtung Portaitloch, „aber erst mal bin ich weg, bis gleich, Mann.“

Und wieder war Harry alleine. Aber er entschloss sich sein Buch in den Schlafsaal zu bringen und dann noch ein wenig rauszugehen vor dem Frühstück.
Harry liebte das Knirschen des Schnees, wenn man als erster dadurch wanderte.
Ein paar Minuten später, stand Harry mit Mütze und einer dicken Winterjacke hinter dem noch geschlossenen Eichenportal, zog sich die Handschuhe an und öffnete.
Ein kalter Luftzug kam ihm entgegen und Harry überlegte kurz doch vielleicht nicht hinauszugehen, doch da entdeckte er Fußspuren im Schnee, die vom Eingang des Schlosses wegführten, das hieß, die Person war auch noch nicht wieder da.
Jetzt war Harry neugierig. Die Abdrücke waren kleiner, als seine eigenen.
Harry ging hinaus und schloss das Portal wieder, und entschloss sich dann den Spuren zu folgen, um zu sehen, wer deren Urheber war.

Harry ging erst geradeaus und dann links herum, und stand plötzlich vor einem der Tore, die das Ende des Hogwartsgeländes, ‘es muss eine Lehrerin oder ein Lehrer sein, andere Personen dürfen die Ländereien ja nicht einfach verlassen‘, dachte er sich und drehte um und machte sich den Abhang hinunter auf den Weg zu Hagrids Hütte.

Doch kaum hatte er seinen Weg begonnen, da hörte er eine Stimme seinen Namen rufen, „Harry, bist Du das?“

Harry drehte sich um und sah Ginny Weasley durch das Tor, welches zu beiden Seiten mit Ebern besetzt war, hindurch kommen.

„Morgen, Ginny, was machst Du außerhalb des Geländes?“
„Och, ich musste was besorgen und hatte das gestern mit Professor McGonagall abgesprochen, dass ich das Gelände verlassen darf, wenn ich keine Umwege mache und zum Frühstück wieder hier bin – hat mich einiges an Überredungskunst gekostet und hätte Hermine mir nicht geholfen, hätte es auch nicht geklappt., „erklärte Ginny “und Du?“

„Ach Du kennst doch meine Neugier, ich hab gedacht ich lauf vor dem Frühstück noch was durch den Schnee und dann hab ich die Spuren im Schnee gesehen und wurde neugierig, wer so früh am Morgen schon draußen rumläuft, aber als ich sah, dass sie außerhalb des Geländes weitergehen, dachte ich mir, dass es nur ein Lehrer sein kann und dann wurde es mir egal und ich dachte ich geh mal zu Hagrid, sieh mal, der hat schon Licht an, ist also auch schon wach.“

„Hast Du was dagegen wenn ich mitkomme? Wir haben ja noch ein wenig Zeit bis zum Frühstück“, sagte sie und sah prüfend auf ihre Uhr.

„Klar, komm mit. Im Schloss ist sowieso noch nichts los, als ich vorhin rausgegangen bin, war nur Ron auf, sonst habe ich keinen gesehen.“

Harry und Ginny stapften durch den Schnee hinunter zu Hagrid.
An seiner Hütte angekommen, klopfte Harry und sofort hörte man Fang bellen. „Wer da?“, kam die dunkle Stimme Hagrids durch die Tür. „Ich bin’s“, sagte Harry und im selben Moment ging die Türe auf.
„Morgen Harry, Ginny“, sagte Hagrid, „ich bin auf dem Weg ins Schloss, ich wollte vor dem Frühstück noch bei Professor Dumbledore vorbeischauen. Wolltet ihr was Bestimmtes?“
„Nein, ich bin nur draußen rumgelaufen und hab Licht gesehen und dachte ich schau mal vorbei und auf dem Weg hab ich Ginny getroffen.“
„Mhm“, machte Hagrid, nahm sich Mantel und schloss die Türe von außen und so gingen die drei wieder zurück zum Schloss, wobei Harry und Ginny davon profitierten, dass Hagrid vor ihnen her lief und sie somit nicht mit solcher Anstrengung durch den Schnee laufen mussten.
„Ihr seid über Weihnachten im Fuchsbau, oder?“, fragte Hagrid, als er das Schlossportal aufstieß und die beiden vorließ. „Genau, heute Nachmittag geht’s los, der Fahrende Ritter holt uns ab“, sagte Ginny und die beiden verabschiedeten sich von Hagrid und gingen zum Gryffindorturm davon.

Nachdem Harry sich die vom Schnee nassen Sachen ausgezogen und sich umgezogen hatte, ging er hinunter zum Frühstück in die Große Halle. Einige Schüler waren bereits gestern abgereist und somit standen die Haustische an der Seite und waren durch kleine Tische ersetzt worden. An einem Tisch saßen Ron, Hermine und Ginny und es war noch ein Platz frei. Harry begrüßte Hermine und ließ sich auf den freien Platz sinken.
„Morgen Harry“, sagte Hermine und schaute ihn besorgt an, „Ron sagte Du warst schon früh auf heute morgen, ist alles ok, tut deine Narbe wieder weh?“
„Nee, ich konnte einfach nicht schlafen, irgendwie hab ich gedacht wir hätten schon später, als ich wach wurde, die Sonne schien auf mein Bett.“, sagte er und nahm sich ein Brot, Rührei und goss sich Kürbissaft ein.

„Kommst Du auch mit zur Schneeballschlacht, Hermine?“, wollte Harry wissen, als sie mit dem Frühstück fertig waren.
„Warum nicht, aber ich muss gleich noch packen.“, meinte Hermine.
„Ja, aber es ist ja noch Zeit, bis der Fahrender Ritter uns zum Fuchsbau und Dich nach Hause zu deinen Eltern bringt.“

Die vier zogen sich Jacke, Handschuhe und Mützen an und blieben bis 13 Uhr draußen und packten dann ihre Sachen zusammen, um Hogwarts über die Feiertage zu verlassen.

Um 15:30 Uhr verließen sie in Begleitung von Professor McGonagall das Gelände und dort wartete auch schon der Fahrende Ritter auf sie. Remus Lupin und Tonks standen dick eingepackt vor dem roten Bus und begrüßten alle herzlich, ehe sie beim Verladen des Gepäcks halfen und alle, bis auf Professor McGonagall, im Bus Platz nahmen.

Eine halbe Stunde später, hielt der Fahrende Ritter in der Nähe von Hermines Haus. Hermine verabschiedete sich von ihren Freunden und Tonks begleitete sie nach Hause, was da der Bus etwas außerhalb gehalten hatte, etwas länger dauern würde und somit würde Remus Harry und die beiden Weasleys zum Fuchsbau bringen.

Gegen 17 Uhr kam der Bus wieder zum Stehen und Ginny, Harry, Ron und Remus stiegen aus und wurden nach einem kurzen Fußweg von Mrs. Weasley in die Arme geschlossen und geherzt.

Am Abend genossen die Weasleys, Harry und ein paar andere Mitglieder des Phönixordens ein von Mrs. Weasley zubereitetes Essen mit Harrys Lieblingsessen und saßen noch eine ganze Zeit beisammen, ehe Harry geschafft vom Tag schlafen ging.

Harry hatte wie schon in den Sommerferien, Fred und Georges altes Zimmer für sich alleine und erwachte am nächsten Morgen wieder relativ früh, als es an der Tür klopfte.

„Mhm“, sagte Harry zum Einlass und die Türe öffnete sich, dort stand Ginny mit einem Geschenk in den Händen.
„Morgen Harry, ich hab Dich doch nicht geweckt, oder?“
„Doch, eigentlich schon, ist aber nicht schlimm, jetzt bist Du ja hier“, er rückte, sodass Ginny sich auf das Bett setzen konnte.
„Ich wollte Dir etwas geben ohne dass die anderen es mitbekommen, deswegen überfall ich Dich hier“
„Naja Überfall würde ich es nicht nennen“, meinte Harry und beide mussten lachen.
„Hier ist mein Geschenk für Dich“, sagte Ginny und lief rot an und reichte Harry das Geschenk.
„Oh, ich habe gar nichts für Dich, Ginny.“, sagte Harry und schaute peinlich berührt auf das Geschenk in seinen Händen.
„Macht gar nichts, ich hab das auch erst seit gestern. Los mach schon pack aus, ich hab noch was, dass ich Dir geben will.“
„Noch was?“, sagte Harry verwundert und machte sich daran das Geschenk auszupacken.
„Ist das ein neuer Umhang?“, Harry konnte es nicht fassen.
„Ja ein schöner grüner, der passt sehr gut zu Deinen Augen, ich hatte den beim letzten Hogsmeadeausflug gesehen, aber ihn erst gestern gekauft.“
„Ach deswegen warst Du gestern draußen. Ich danke Dir, Ginny. Das ist ein sehr schönes Geschenk.“
„Ich hab noch was“, sagte Ginny.

Ginny rückte näher und kam mit ihrem Kopf immer näher zu Harry.
Kurz darauf berührten ihre Lippen die seinen und sie küsste ihn. Harry konnte den Blumenduft an ihr riechen, den er in der ersten Zaubertrankstunde im Liebestrank gerochen hatte.

Er nahm sie in seine Arme und küsste sie wieder und er war sich sicher besser konnte dieses Weihnachten nicht mehr werden.
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Harry Godric

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Donnerstag, 24. Dezember 2009, 00:28

24. Dezember 2009

Ein Weihnachtsmärchen
von Wizzie


Leise knisterte das Feuer im Kamin und der Duft von Weihnachtsplätzchen zog angenehm durch die große Küche des Grimauldplatzes Nr. 12. Ginny Potter rührte frischen Teig für die nächste zu backende Sorte an, während auf der Arbeitsfläche gerade das letzte Blech aus dem Ofen abkühlte. Sachte bewegte sie den Zauberstab und augenblicklich öffnete sich eine Packung Mehl und schüttete ihren Inhalt in die dafür vorgesehene Schüssel.
„Mum, darf ich es auch mal probieren?“, fragte James aufgeregt. „Immerhin bin ich nun schon seit einem halben Jahr in Hogwarts!“
„Nein, darfst du nicht. Das Zaubern ist Minderjährigen verboten und das weißt du genau.“ Sie lächelte ihrem Sohn an. „Außerdem würdest du mit großer Wahrscheinlichkeit eine riesengroße Sauerei veranstalten.“
Albus und Lily, James jüngere Geschwister sprangen ebenfalls aufgeregt um ihre Mutter herum, um einen möglichst guten Blick auf die Geschehnisse auf der Arbeitsfläche zu erhaschen.

Harry Potter beobachtete das muntere Treiben mit einer gewissen Belustigung von einem Stuhl am großen Esstisch in der Küche aus. Jedes Jahr spielte sich hier das gleiche Spektakel ab, wenn seine Frau begann die Weihnachtsplätzchen zu backen.
Dies lief ein wenig anders ab, als man es von den Muggeln gewohnt war. Wenn er sich daran erinnerte, wie das Plätzchen backen bei seiner Tante Petunia zelebriert wurde, erkannte er doch einen erheblichen Unterschied, die Magie mal außer acht gelassen.
Sein Cousin Dudley durfte jedesmal als Küchenhilfe fungieren, was sich in dessen Fall hauptsächlich auf das abschlecken der Schüsseln und Löffeln beschränkte. Darüber hinaus war er allerdings auch mit dem ausstechen und anderen kleineren Tätigkeiten beschäftigt, was hier in der Küche des Grimauldplatz nicht an die Kinder verteilt wurde.
Zwar durfte auch hier die Schüssel sauber geschleckt werden, bei der Zubereitung ließ Ginny jedoch nur ihren Zauberstab zwischen sich und den Teig, um größeres Chaos zu verhindern.

„Das ist gemein!“, rief Lily Harry aus seinen Gedanken zurück. Seine Tochter stand dicht vor ihm und hatte allem Anschein nach vor sich bei ihm über irgendetwas zu beschweren.
„Immer werde ich von Al und James beiseite geschubst, damit die zwei einen besseren Platz zum gucken haben!“
Harry lächelte, stand auf und nahm seine Tochter auf den Arm. Er ging hinüber zu dem Rest der Familie und sagte: „Ich denke, jetzt hast du den Logenplatz.“
Lily grinste triumphierend ihre Brüder an, die sich dadurch allerdings nicht von der Show ablenken ließen.
Gerade stiegen eine handvoll Haselnüsse in die Luft, zerbarsten mit einem lauten Krachen in kleine Stückchen und fielen dann in die Schüssel, in der sich der Teig munter selbst knetete.
Harrys Hand wanderte vorsichtig in Richtung der abkühlenden ersten Plätzchencharge. Er war gerade dabei sich einen von den köstlichen Keksen zu stibitzen, als es einen lauten Knall gab und ihm eine imaginäre Hand auf die seine schlug.
„Finger weg!“, rief Ginny lächelnd mit erhobenem Zauberstab und Harry zog seine leicht schmerzende Hand mürrisch zurück.

„Mum, James tritt mir ständig auf den Fuß!“
Diesmal war es an Albus sich zu beschweren.
„Langsam aber sicher geht ihr mir ein wenig auf die Nerven“, murmelte Ginny und sah dabei ihren Ehemann flehentlich an.
Harry verstand den Wink, setzte Lily auf dem Boden ab und sagte: „Was haltet ihr davon, wenn ich euch eine Geschichte erzähle?“
In den Jubel von Albus und Lily mischte sich ein leises Murren von James, der seinem Vater nur widerwillig an den Tisch folgte.
„Dad, das ist was für Babys. Ich bin schon viel älter das die zwei Kleinen hier“, sagte er und deutete auf seine Geschwister.
Harry lächelte seinen Sohn an. „Du kannst auch gerne dein Zimmer aufräumen oder die Hausarbeiten machen, die du über die Ferien aufgetragen bekommen hast. Wenn das dein Erwachsenendasein eher erfüllt?“
Grimmig guckend setzte sich James neben seinen Vater an den Tisch und verschränkte die Arme vor der Brust.
Harry grinste. „Wusst' ich's doch. Okay, dann passt auf:

Vor langer Zeit waren einmal drei Zauberer unterwegs auf einer ganz bestimmten Mission. Damals war der Zauber des Apparierens noch nicht erfunden und so mussten sie den Weg selbst zurücklegen. Auch Besen oder sonstige magische Fortbewegungsmittel waren damals noch nicht bekannt, denn dies alles geschah vor wirklich langer, langer Zeit.
Und so waren die drei Zauberer gezwungen den weiten Weg zu Fuß zurückzulegen. Zwar führten sie auch Tiere mit sich, doch diese mussten sie dazu benutzen das Gepäck zu tragen, so dass sie nur in den seltensten Fällen einmal die Möglichkeit hatten ein kurzes Stück des Weges zu reiten.
Doch in der damaligen Zeit war dies keine Besonderheit und so zogen sie zunächst ohne Klagen weiter ihres Weges.

Ihr fragt euch sicher, warum sie den langen Weg überhaupt auf sich nehmen mussten?
Einer von ihnen war der Leiter der damals größten Zaubererschule auf der Welt. Diese lag in Persien, einem ehemals großen Reich im Orient. Bis heute weiß niemand wo diese Schule genau gestanden hat, denn es wurde noch nichts von ihr gefunden, aber sie ist das Vorbild aller Zauberschulen auf der ganzen Welt.

Der Schulleiter hatte eine magische Schriftrolle, die ihm jedes Mal, wenn ein neuer Zauberer oder eine neue Hexe das Licht der Welt erblickten anzeigte, wo sie sich befanden.
Damals gab es noch sehr viel weniger Magier, als dies heute der Fall ist und so mussten der Schulleiter und seine Helfer die weitesten Wege auf sich nehmen, um die Zauberergemeinschaft zusammenzuführen.

Die beiden anderen Zauberer in der Gruppe waren zum einen der stellvertretende Schulleiter und zum anderen ein weiterer Lehrer. Im Gepäck der Drei befanden sich unter den Dingen des täglichen Lebens auch Geschenke für die Eltern des neu geborenen Zauberers. Diese konnte man als eine Art Bestechungsgeld sehen, denn meist mussten die Eltern erst davon überzeugt werden ihr Kind mitzugeben. Zwar wurden die Kinder natürlich erst mit einem gewissen Alter eingeschult, doch in der damaligen Zeit hieß der weite Weg, dass die Eltern ihr Kind vermutlich niemals wieder sehen würden.

In dieser Mission befanden sich also die drei Zauberer auf ihrem beschwerlichen Weg. Sie waren nun schon lange unterwegs und langsam machte sich Unmut unter ihnen breit, denn offenbar hatten sie sich ein gutes Stück verlaufen.
Die Stimmung wurde immer gereizter und der stellvertretende Schulleiter sagte: „Ich folge euch ja gern, Schulleiter, aber mich beschleicht langsam der Verdacht, als wüsstet ihr nicht wohin wir sollen.“
Abrupt blieb der Mann stehen und ließ die Zügel des Lasttieres auf den Boden fallen. Der dritte Zauberer, der Lehrer, tat es ihm gleich und sagte erschöpft. „Mir reicht es auch langsam. Wir stinken nach Kamel, haben wunde Füße und ich bin es leid dies andauernd mit einem Zauber zu beheben. Der Zauberstab ist nicht zum waschen da. Mit ihm sollten große Dinge vollbracht werden.“
Der stellvertretende Schulleiter nickte. „Er hat Recht. Auf den einen Schüler mehr oder weniger wird es auch nicht angekommen.“

Nun ergriff endlich der Schulleiter das Wort und sagte laut: „Nun gut, wir werden versuchen unser Leiden ein wenig zu lindern.“
Mit einem weit ausgeholten Schwung seines Zauberstabes ließ er drei samtbezogene Sessel in der Wüste erscheinen und einen Tisch, auf dem die größten Leckereien und ein großer Krug voll Wein standen.
Erschöpft ließen sich alle drei in ihre Sessel fallen.

Sie aßen genüsslich von den Speisen und tranken eine Menge Wein. Langsam wurde es dunkel und der heiße Tag wich einer kalten Nacht.
„Unser Problem wäre hiermit allerdings immer noch nicht gelöst“, brach der zweite Zauberer das nach dem Essen herrschende Schweigen.
„Und das wäre?“, fragte der Schulleiter.
„Wir wissen immer noch nicht wo wir genau sind und wo genau wir hin müssen.“
Der Schulleiter runzelte grimmig die Stirn. „Ihr beiden zweifelt also immer noch, dass ich weiß wohin ich euch führe?“
Der dritte Zauberer zuckte schlicht mit den Schultern und nickte.

Langsam erhob sich der Schulleiter. „Ihr wollt also den Weg gewiesen bekommen? Dann werde ich euch einen Beweis meines Wissens und meiner Fähigkeiten erbringen.“
Er zog seinen Zauberstab aus dem langen Gewand und richtete ihn gen Himmel.
„Amando!“, rief er laut in die Nacht über der menschenleeren Wüste und augenblicklich entsprang seinem Zauberstab ein gleißend heller Lichtpunkt, der mit großer Geschwindigkeit über die Dünen jagte und kurze Zeit später weit hinauf in den Himmel stieg.
Mit offenen Mündern starrten die beiden Zauberer, die an ihrem Anführer gezweifelt hatten hinter dem Licht her, dass sich immer noch weiter bewegte. In großer Höhe zwar, doch immer noch sichtbar für das menschliche Auge.
Plötzlich blieb das Licht am Firmament stehen und schien noch ein wenig heller zu leuchten.
„Dieser Stern wird uns den Weg weisen“, sagte der Schulleiter und schwang abermals seinen Zauberstab und sofort verschwanden Sessel und Tisch.
Immer noch staunend fielen die beiden anderen Zauberer in den Sand. Langsam rappelten sie sich auf, nahmen die Zügel ihrer Kamele vom Boden und folgten ihrem Anführer, der bereits weiter gegangen war in die dunkle Nacht, immer in Richtung des leuchtenden Sterns.

Als sie nun endlich ihren weiten Weg hinter sich gebracht hatten und genau unter dem Wegweiser angelangt waren, fanden sie einen Stall vor. Sie hatten kurze Zeit zuvor die Stadtgrenze von Bethlehem passiert und wunderten sich, als sie einige Männer, die offenbar Ziegenhirten waren, vor dem Stall ausharren sahen.
Auch sie waren dem hellen Stern gefolgt und hatten das Neugeborene unter ihm gefunden.

Die drei Zauberer gingen in das Innere des Stalls. Zwischen Ochs und Esel stand eine Krippe, in der ein nackter Säugling lag, mit Stroh bedeckt. Links und rechts der Grippe knieten Mutter und Vater und sahen staunend zu den gut gekleideten Männern auf, die für sie und die Hirten wie Könige aussahen.
Der Schulleiter ergriff das Wort: „Guten Abend. Mein Name ist Kaspar und dies sind meine Freunde Melchior und Balthasar. Wir kommen von weit her, um euch zur Geburt eures Sohnes zu beglückwünschen und zu beschenken.“
Kaspar, Melchior und Balthasar reichten den Eltern Schatullen, in denen sich Gold, Weihrauch und Myrrhe befanden und knieten sich ebenfalls neben den neugeborenen Zauberer.

Und somit hatten die drei weisen Lehrer aus dem Morgenland ihr Ziel erreicht“, schloss Harry seine Geschichte.

Alle drei jungen Potters saßen still vor ihrem Vater und schauten ihn mit leuchtenden Augen an. Auch James hatte seine starre und mürrische Haltung abgelegt und Harry aufmerksam gelauscht.
„Daddy, wer war denn der Junge, den die drei besucht haben?“, fragte Lily ihren Vater.
Harry lächelte. „Dieser Junge, mein Schatz, ist der Grund, warum das Weihnachtsfest überhaupt so entstanden ist, wie wir es alle kennen.“
Verwirrt schauten sich die drei Kinder an. „Das verstehe ich nicht“, sagte James.
„Dann versuche ich, es euch zu erklären“, sagte Harry. „Die Muggel feiern an Weihnachten eigentlich die Geburt dieses Jungen, Jesus von Nazareth. Erst in den letzten Jahren ist dies auch bei den Muggeln langsam in Vergessenheit geraten.“
„Aber was ist an diesem Kind denn so besonderes gewesen, dass man jetzt immer noch seine Geburt feiert?“, fragte Albus mit aufgerissenen Augen.
„Nu, ja“, antwortete Harry. „Als der junge Zauberer langsam erwachsen wurde blieb er nicht, wie seine Lehrer und alle anderen damaligen Zauberer und Hexen im Verborgenen, wie wir es auch von heute kennen. Nein, er wollte die Welt verbessern und das bedeutete einige Traditionen der damaligen Zeit anzugreifen. Schnell hatte er eine große Zahl Menschen hinter sich gebracht, die in ihm natürlich keinen Zauberer, denn von deren Existenz wussten sie ja nichts, sondern viel eher einen Erlöser sahen. Ein höheres Wesen, dass nur deshalb auf die Erde gekommen war, um ihnen den Weg zu weisen. Die Muggel nennen so etwas einen Gott und als einen solchen verehren ihn viele bis heute.“
Die Kinder hatten ihrem Vater an den Lippen gehangen und James fragte: „Und was ist aus ihm geworden?“
Harry runzelte die Stirn. „Dieser Teil der Geschichte ist nicht besonders schön. Die Muggel die damals das Sagen hatten fühlten sich von ihm natürlich bedroht. Deshalb leiteten sie seine Beseitigung in die Wege. Er wurde verurteilt und getötet.“
Als Harry die erschrockenen Gesichter seiner Kinder sah fügte er hinzu: „Aber das ist schon sehr lange her. Über zweitausend Jahre. Aber aus der Feier zur Geburt des kleinen Jesus hat sich unser heutiges Weihnachtsfest entwickelt.“

James und Albus schienen mit den Erklärungen ihres Vaters zufrieden zu sein und hatten sich bereits wieder ihrer Mutter zugewandt, die sich weiterhin mit den Plätzchen beschäftigte.
Nur Lily blieb nachdenklich auf ihrem Stuhl sitzen. Sie rutschte etwas näher an ihren Vater heran und fragte: „Daddy, gibt es denn dann keinen Weihnachtsmann?“
Harry hätte beinahe laut losgelacht, konnte sich aber im letzten Moment beherrschen. Dies war noch nicht der Moment seiner Jüngsten diesen Traum zu nehmen.
„Klar, gibt es den Weihnachtsmann!“, sagte er lächelnd, dann beugte er sich zu ihr herunter und flüsterte, so dass nur sie ihn hören konnte: „Den Weihnachtsmann gibt es schon viel länger und die Muggel haben sich nur an ihn dran gehängt, um ihre Botschaft von dem kleinen Jesus einem viel größeren Anteil der Menschen bringen zu können. Und der Weihnachtsmann ist viel zu nett, um sie daran zu hindern.“
Harry zwinkerte seiner Tochter verschwörerisch zu und Lily rannte strahlend zu ihrer Mutter und ihren Brüdern.





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Die Adventskalender-Jury wünscht allen Usern fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes und erfolgreiches 2010.


Ebenso möchten wir den Verfassern der eingesandten Geschichten danken, dass sie sich dieses Jahr beteiligt haben und hoffen, dass einige Leser im nächsten Jahr auch teilnehmen.


Harry Godric
i.A. der Jury
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