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521

Samstag, 14. Mai 2016, 13:31

Interessant finde ich, dass diesmal die Jurypunkte und Zuschauerpunkte getrennt vergeben werden, insgesamt also doppelt so viele Punkte vergeben. Die Chance, am Ende also mit 0 Punkten dazustehen wie im Vorjahr, wird also gleich viel geringer.

Die Chancen sehe ich bei genau 0% dafür ist Jamie Lee einfach viel zu gut!

Ansonsten hier mal mein Beitrag aus einem anderen Forum zu den Halbfinals und dem Grand Final:

Heute Abend ist es soweit und ich hoffe auf "allemagne douze points" bzw. "Germany twelve points". Hab auch beide Halbfinale gesehen (und beim ersten die Leute auf Twitter mit meiner Meinung beglückt). Mal meine Meinungen zu den beiden Halbfinals und zum Grand Final.

Halbfinale 1:
Hier stand er also auf der Bühne, der große Topfavorit auf den Sieg: Der Russe Sergey Lazarev und man muss sagen zumindest im 1. Semifinal gab es m.E. kein besseres Lied und keine bessere Performance als seine. Weitere nennenswerte Acts waren dann nur noch die Niederlande mit "Slow Down", das anders, aber positiv anders an diesem Abend war, und Azerbaidschan, die das selbe Problem wie Deutschland teilen. Symphatische und hervorragende Sängerin, die allerdings ein eher durchschnittliches Lied vortragen muss.

Was bleibt sonst noch?
- Die Österreicher, die nach dem Null Punkte Debakel beim Heim-ESC mit einer frankophilen Österreicherin, bei diesem ESC den einzigen rein französisch-sprachigen Song bringen. Meines Erachtens völlig überbewerteter Song und völlig überbewertete Sängerin. Für diese Frau müsste man Negativpunkte einführen um sie im Verhältnis zu den The Makemakes adäquat platzieren zu können.
- Leider ausgeschiedene Griechen, deren Song "Utopian Land" zwar simple gestrickt war, aber durchaus massenkompatible wäre...
- Die Frage wo der moldawische Astronaut herkam :D

Halbfinale 2:
Hier waren es wieder zwei Songs, die ich in gut fand. Der eine war ein Song der Big 5, nämlich Jamie Lee mit Ghost. Was man da bisher sehen konnte weiß zu überzeugen - mich zumindest. Das zweite Lied war das von Dami Im "Sound of Silence" ist einfach ein Super-Song, den sie da einfach auf dem Kubus sitzend performt als wäre es das leichteste überhaupt für sie. Das war ganz großes Kino. Bulgarien und die Schweiz reihen sich dann noch hinter diesen beiden als Songs ein, die ich gut hörbar finde.

Was bleibt sonst noch?

Die meines Erachtens skandalöse Entscheidung "1944" zuzulassen. Dass die EBU dem Lied bescheinigt keine politische Botschaft zu transportieren halte ich für an Lächerlichkeit und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Könnte auch der Stolperstein für den haushohen Favoriten aus Russland werden...


Grand Final:
Ich hoffe einfach, dass die oben aufgezählten Songs möglichst weit nach vorne kommen und sollte jmd. den Favoriten stürzen (wie es in der ESC-Geschichte so oft vorkam) dann hoffe ich auf Deutschland oder Australien. Vermutlich wird das ganze aber ein Start-Ziel Sieg Russlands, die ja auch eine sehr gute Startnummer erwischt haben. vermutlich wird dem russischen Beitrag wohl eher 1944 gefährlich, was ich für absolut lächerlich halten würde sollte dieser Song gewinnen. Nichts desto trotz hat er bei diesem - auch politischen - Contest wohl gar nicht mal so schlechte Chancen dafür.

Jedenfalls ist dieser ESC meines Erachtens stärker besetzt als frühere, vor allem der letztjährige ESC. Mit Russland, den Niederladen, Azerbaidschan, Australien und Deutschland gibt es fünf Songs, die ich mir wohl auch nach dem ESC noch anhören werde.
IIII I ∘ IIII IIII IIII I ∘ IIII IIII III

"Harry looked around; there was Ginny running towards him; she had a hard, blazing look in her face as she threw her arms around him. And without thinking, without planning it, without worrying about the fact that fifty people were watching, Harry kissed her."

EmmaGranger

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522

Samstag, 14. Mai 2016, 19:31

Joa, mal gucken wo Deutschland dieses Jahr landet. Ich hoffe auf einem besseren Platz als 2015 --smile--
Ich freue mich riesig auf später, für mich ist der ESC immer eines der Highlights des Jahres --love--
After all this time? - Always.

523

Samstag, 14. Mai 2016, 23:12



Meine Bewertung.
IIII I ∘ IIII IIII IIII I ∘ IIII IIII III

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planternol

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524

Dienstag, 17. Mai 2016, 00:21

Hey, das freut mich aber sehr, hier noch auf zwei weitere ESC-Fans zu treffen, auch wenn Barons Beitrag verständlicherweise nicht exklusiv an dieser Stelle geschrieben wurde.
Jetzt interessiert mich aber natürlich noch sehr, wie ihr das "Grand Finale" denn jetzt so im Nachhinein seht.

Ich habe es - wie immer wenn es Pfingsten ist - auf einem kleinen Fernseher in Schloss Buchenau gesehen, diesmal mit zwei anderen Männern zusammen, die das ebenfalls gern schauen. Diesmal leider mit zwei Unterbrechungen von je 20 Minuten, aber nur während der Songs, die ich schon aus den Halbfinals kannte (habe also insgesamt nur Schweden und UK verpasst)

Den Auftritt von Jaimee-Lee fand ich stark, das Lied aber nicht gerade eingängig. Irgendwie habe ich es doch verpennt, den deutschen Vorentscheid zu sehen.

Mein Tipp wäre gewesen, dass Russland gewinnt, die hatten schon die eindrucksvollste Darbietung. Zumindest beim Televoting waren sie europaweit ja nun auch Platz 1.

Erstmal zu dem Abstimmungsverfahren. Das war zwar spannend bis zuletzt, aber auch ganz schön hahnebüchen. Wen interessieren denn die Einzelvotes der Jurys?? Viel intererssanter wäre gewesen, die Televotings der einzelnen Länder aufzuschlüsseln, statt sie am Ende kompakt zu addieren.

Australien tat mir auch verdammt Leid - die sahen aufgrund der Juryviotes lange Zeit wie der sichere Sieger aus, denn eine Jury nach der anderen bewertete das Lied irgendwo in den Top drei. Und dann zeigte sich bei den Televotes erst ganz am Ende, wie krass der Vorsprung von der Ukraine und Russland punktemäßig so ausfiel.
Ich persönlich finde ja, dass weder das Lied aus Australien noch das Siegerlied "1944" der Ukraine den Sieg verdient hätte. Klage und Trauer in einem Lied auszudrücken. geschah hier auf sehr schmerzhafte Weise, und zwar für die Ohren. Ich denke auch, dass die Entscheidung stark politisch motiviert war, was ich in diesem Fall aber verständlich finde. Mich freut der Sieg auch wirklich sehr für die Ukraine, die gerade eine so schlimme Zeit durchleben, die letztes Jahr sogar eine Teilnahme am ESC unmöglich machte.
Mir hat übrigens Österreich am besten gefallen, und ich habe auch dafür gestimmt. Und zwar nur aus musikalischen Gründen, denn ich verstehe kein Wort französisch.

Achja, zu Deutschland noch...

Interessant finde ich, dass diesmal die Jurypunkte und Zuschauerpunkte getrennt vergeben werden, insgesamt also doppelt so viele Punkte vergeben. Die Chance, am Ende also mit 0 Punkten dazustehen wie im Vorjahr, wird also gleich viel geringer.

Die Chancen sehe ich bei genau 0% dafür ist Jamie Lee einfach viel zu gut!

Also sooo weit weg von 0 Punkten waren wir gar nicht mal. Ein Jurypunkt aus Georgien, acht Televotingpunkte aus der Schweiz und zwei aus Österreich - das war es auch bereits schon an points for Germany. We are the zeros of our time. --wink--
Und das hat mich auch nicht im geringsten geärgert, denn das kennen wir ja mittlerweile schon so.

Highlight des Abends war für mich eindeutig das Lied "Love Love Peace Peace" von dem Moderatorenduo, ich liebe einfach so selbstironische Darbietungen, vor allem wenn sie so gut gemacht sind!
http://www.eurovision.de/videos/2016/ESC…ockholm320.html guckt ihr bei 2:34

525

Sonntag, 7. Mai 2017, 03:26

"Celebrate Diversity"

Der Eurovision Song Contest 2017 in Kiev, Ukraine steht an. Schon morgen werden die Kandidaten des 1. Semi-Final ihre Songs vor der Jury performen! Am Dienstag um 21 Uhr findet dann das 1. Semi-Final statt, am Donnerstag folgt das 2. Semi-Final, ehe am Samstag das Grand Final stattfindet.

Dabei sind in diesem Jahr 42 Länder. Zunächst vermeldete die EBU 43 Länder, allerdings wurde die Teilnahme Russlands zurückgezogen.

Hintergrund ist die Krim-Krise. Seit der Annexion der Krim durch Russland, die Seitens der Ukraine nicht anerkannt wird, gilt in der Ukraine ein Gesetz, welches die Einreise auf die Krim nur über ukrainischen Boden erlaubt, sollte die Einreise über Russland erfolgen hat dies ein 3-jähriges Einreiseverbot für die betreffende Person in die Ukraine zur Folge. Die Russische Sängerin Julija Olegowna Samoilowa trat allerdings auf der Krim auf, woraufhin am 22. März 2017 das 3-jährige Einreiseverbot gegen sie verhängt wurde und sie somit nicht zum ESC 2017 reisen darf. Vermittlungen seitens der EBU zwischen Russland und der Ukraine scheiterten. Russland kündigte an, dass Samoilowa Russland 2018 beim ESC vertreten wird.

Am Eurovision Songcontest 2017 nehme somit 42 Länder teil. Portugal und Rumänien, sind nachdem sie im Vorjahr pausierten wieder dabei. Auch Australien darf wieder teilnehmen und muss sich wie im Vorjahr (anders als bei der 1. Teilnahme 2015) qualifizieren. Die EBU wies auch in diesem Jahr daraufhin, dass weiterhin keine Entscheidung getroffen wurde, ob Australien als assoziiertes Mitglied der EBU dauerhaft teilnahmeberechtigt sein wird.

Hier findet man die offizielle Playlist des ESC-YT-Channels mit allen 42 Songs:
https://www.youtube.com/watch?v=3lop3Kkf…5jwyPSjWHbRfrAq

Im 1. Halbfinale werden Schweden, Georgien, Australien, Albanien, Belgien, Montenegro,Finnland, Azerbaijan, Portugal, Griechenland, Polen, Moldavien, Island, die Tschechische Republik, Zypern, Armenien, Slovenien und Lettland antreten. Votingberechtigt sind zudem Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich. Lediglich der Portugiesische Song wird nicht in Englisch performt werden, sondern in Portugiesisch, womit 17/18 Liedern in englischer Sprache sind!

Im 2. Halbfinale werden Serbien, Österreich, Mazedonien, Malta, Rumänien, die Niederlande, Ungarn, Dänemark, Irland, San Marino, Kroatien, Norwegen, die Schweiz, Weißrussland, Bulgarien, Litauen, Estland und Israel. Votingberechtig sind zudem Frankreich, Deutschland und die Ukraine. Ungarn und Weißrussland liefern einen Beitrag in Landessprache, Kroatien nutzt Englisch und Italienisch, somit sind 15,5/18 Lieder in englischer Sprache!

Im Finale werden die sog. "Big 5" Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich, der Gastgeber Ukraine auf die jeweils 10 besten der Semi-Finals. Diese sechs Teilnehmer liefern 3 Beiträge in Englischer Sprache (Ukraine, Deutschland, UK), zwei mit Landessprache und Englisch gemischt (Spanien und Frankreich), sowie den italienischen Beitrag, der Wörter aus dem Englischen, Sanskrit und Altgriechischen enthält, ansonsten in Italienisch gesungen wird.

Neben den politischen Konflikten zwischen Russland und der Ukraine gibt es noch andere Wissenswerte Fakten und Notizen zu den nationalen Vorentscheidungen bzw. einzelnen teilnehmenden Ländern:
- Österreich: Nathan Trent, der Österreich vertreten wird, war auch Teil des deutschen Vorentscheids, wo er zu den Top 33 gehörte.
- Frankreich: Der Französische Song scheint früher als von der EBU erlaubt aufgeführt worden zu sein. Allerdings scheint dies nicht zur Disqualifikation geführt zu haben.
- Israel: Israel könnte nach einer Trennung ihres Rundfunks in 2 separate Bereiche (News & Entertainment) die Mitgliedschaft in der EBU verlieren.
- Portugal I: Der Social Media Manager des Vorentscheides wurde für einen Kommentar, dass viele der Teilnehmer die portugiesische Musik bekannt machen wollten und nicht darauf aus waren beim Eurovision Song Contest anzutreten, von ESC-Fans scharf kritisiert. Der Programmdirektor des verantwortlichen Senders stellte sich hinter diese Aussage mit dem Statement "Social networks catch fire for anything. If we had said otherwise, that is, that we make a song to win Eurovision, people later would said: and why should we win Eurovision? This [Festival da Canção] should be for providing a platform for Portuguese music [...] For us, everything is fine"
- Portugal II: Nach dem 1. Halbfinale wurde dem Jury-Mitglied Nuno Markl ein Interessenskonflikt vorgeworfen, da er mit einem der Komponisten die im Halbfinale antraten zusammenarbeitet. Am 22. Februar bot er der Sendeanstalt seinen Rücktritt an. Dieser wurde abgelehnt.
- Spanien: Manel Navaro und Mirela erhielten beide je 58 Punkte (Manel: 12 - 10 - 12 (Jury) und 24 (Televote), Mirela: 5 - 12 - 5 (Jury) und 26 (Televote)). In einem solchen Fall sehen die spanischen Regelungen vor, dass erneut die Jury abstimmt, diese wählte daraufhin zum Unmut des anwesenden Publikums Manel Navaro zum spanischen Vertreter beim ESC. Dies sorgte für 2 Ereignisse:
=> Zum einen reagierte Manel auf die Buhrufe mit der "Bras d'honneur"-Geste (https://en.wikipedia.org/wiki/Bras_d%27honneur). Hierfür entschuldigte er sich 2 Tage später öffentlich.
=> Zum anderen wurde Xavi Martínez (Jury-Mitglied) ein Interessenskonflikt vorgeworfen, da er zuvor öffentlich Manels Beitrag beworben hatte und letztlich den entscheidenden Vote für Manel abgab, obwohl ihm das Publikumsergebnis bekannt war. Im Nachgang des ganzen wandeten sich zwei Mitglieder des spanischen Parlaments an den TV Sender, was dazu führte das das Kontrollgremium des Senders, den Verantwortlichen für Entertainment einbestellte um zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Letztlich wurde ein Statement veröffentlicht, welches besagt, dass der Vorentscheid nach den Regeln der EBU korrekt abgelaufen ist und sämtliche Regularien den Teilnehmern zuvor bekannt waren. Auch wurde die Jury in Schutz genommen, die als Repräsentanten der 3 großen Mediengruppen selbstverständlich im Vorfeld professionellen Kontakt mit den Sängern und ihrer Musik haben würden.

Zum Schluss noch zur Deutschen Jury für den Songcontest und den Wettquoten:
- Die Deutsche Jury setzt sich in diesem Jahr zusammen aus: Nicole, Joy Denalane, Adel Tawil, Wincent Weiss und Michael Herbig.
- Favorit auf den Sieg beim Songcontest ist laut http://eurovisionworld.com/?odds=eurovision Italien.
- Deutschland belegt bei den Wettquoten Platz 21. Zu Beginn des Jahres lag Deutschland in den frühen Quoten noch auf Platz 1. Von dort ging es seit den Proben und dem damit verbunden erstmaligen hören der potenziellen Deutschen Beiträge rapide bergab. Augenscheinlich konnte der NDR und Levina den Vorschusslorbeeren in Sachen Vorentscheid-Konzept und Komponistenauswahl nicht gerecht werden.
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526

Montag, 14. Mai 2018, 23:49

Irgendjemand hier, der den ESC 2018 gesehen hat und sich darüber austauschen möchte?
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527

Dienstag, 15. Mai 2018, 07:54

Ja, ich mag den ESC immer noch. Das Problem beim ESC 2018 ist mal wieder der Knubbeltermin, weil sich mal wieder ein Großteil meiner Hobbys auf den Termin des langen Himmelfahrtwochenendes ballt (Lenas Sieg damals hatte ich wegen der Wise Guys Totalnacht verpasst...)

Ich wäre gern gewesen
- in Hamburg St. Pauli, ESC gucken, mit Abstecher zum Hafengeburtstag
- in Leverkusen zum 34. Spieltag der Bundesliga
- auf dem Katholikentag in Münster, einer der schönsten Städte Deutschlands
... tatsächlich war ich aber vier Tage beim Spectaculum in Rastede.

Seitdem bin ich zwar dazu gekommen, die aufgezeichneten Bundesligasendungen zu gucken, aber noch nicht zum ESC.

Lediglich das erste Halbfinale habe ich gesehen, fand den Song der Schweiz recht interessant und fand schade, dass die ausgeschieden sind. Ansonsten ist mir jetzt nichts besonders hängen geblieben... das war 2014 noch ganz anders, denn als ich damals "Rise like a phoenix" zum ersten Mal hörte, dachte ich einfach nur Wooooooow, das muss der Sieger sein!
Also ja, wenn ich Zeit habe, gucke ich mir das Finale noch an, mich interessiert vor allem, wie Alex Rybak rüber kam und wie um aller Welt es der deutsche Beitrag auf Platz 4 geschafft hat. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet, denn im Radio fand ich den Song jetzt nicht so besonders und hätte eher an einer Fortsetzung der letzten Negativserie gedacht.

528

Dienstag, 15. Mai 2018, 21:20

Dann hier mal mein Review des diesjährigen Eurovision Song Contest. Ich werde mich beim Aufbau um kein Thema zu vergessen am Wikipedia-Artikel zum Contest entlang hangeln.

Motto, Moderation & Bühne:
Ich fand das Motto nicht besonders gut oder gar einfallsreich, aber es wurde wenigstens gut umgesetzt. Die Moderation fand ich krass überladen. Die drei Hauptmoderatorinnen waren mindestens eine zu viel, die Green-Room Moderatorin Filomena Cautela machte dafür aber einen hervorragenden Job in den Halbfinals und im Grand Final. Das Bühnendesign fand ich sehr gelungen. Wurde im Übrigen vom selben deutschen Designer, der das schon letztes Jahr und zweimal zuvor machte, designed. Fand auch sehr gut, dass man auf technischen Firlefanz alà LED und Projektionsshows dieses mal verzichtete.

Jury
Ich habe noch keine Aufstellung gefunden, ob sich das neue Jury-System ausgewirkt hat, aber ich finde die Grundidee dahinter erstmal gar nicht schlecht. Die deutsche Jury war allerdings mal wieder ein völliger Reinfall. Mary Roos in allen Ehren, aber eine Frau die außer zwei ESC Teilnahmen nichts vorzuweisen hat, was sie für die Jury qualifiziert ist Fehl am Platz. Klar war sie mal relativ erfolgreich, aber eben a) nur "relativ erfolgreich" und b) "war". Ihre Zeit ist vorbei und sie daher als Repräsentantin des deutschen Musikgeschmacks ungeeignet. Giesinger geht einigermaßen klar, was aber ein YouTuber, der selbst keine Single jemals in die Top 50 der Charts brachte da verloren hat erschließt sich mir nicht. Was dann diese Lotte in der Jury zu suchen hatte frag ich mich auch. Nix vorzuweisen außer ein mäßig erfolgreiches Album und Support von Giesinger zu sein. Na dann...

Rückkehrer
Russland kehrte nach dem Skandal im Vorjahr zurück und machte das Versprechen war mit derselben Interpretin anzutreten. Außerdem kehrten sechs Interpreten die bereits am Contest teilnahmen zurück. Bei denen die bisher nur als Begleitact auftraten fiel das nicht groß auf, allerdings waren sie zum Teil weit erfolgreicher als beim letzten Mal. Bei zwei fiel es natürlich jedem auf, Alexander Rybak und Waylon kehrten zurück. Der einen natürlich ein Sieger des Contests, der andere belegte als Teil von The Common Linets Platz 2 (was m.M.n. hauptsächlich der Figur "Conchita Wurst" und nicht der Liedqualität damals geschuldet war, aber dazu später).

Halbfinale
Ich habe beide Halbfinale live gesehen, das Finale später nachgeholt. Das erste Halbfinale war dabei, wenn man auf die Buchmacher hörte das interessantere, denn die Top-Favoriten auf den Sieg waren hier vertreten. Wenig verwunderlich ging daher das 1. Halbfinale m.M.n. aus. Im 2. Halbfinale gab es auch Favoriten, aber das war deutlich offener, lediglich mit Rybak für Norwegen, Schweden und Australien war fest zu rechnen. Dass Russland so klar ausschied verwunderte mich, ist doch gerade der ESC auch für seine Kriterien abseits der Musik bekannt. Hätte hier für die Rollstuhlfahrerin der man die Teilnahme 2017 untersagte eigtl. mehr erwartet gehabt. Das Lied hätte das ja auch durchaus hergegeben. Nunja, nach dem zweiten Finale standen sie fest die 26 Teilnehmer des Grand Finals.

Finale
  1. Ukraine (Melovin - Under the Ladder): Gute Nummer zur Eröffnung. Hatte etwas besonderes mit dem Auftreten des Sängers und dem "Sarg". Gefiel mir recht gut.
  2. Spanien (Amaia y Alfred - Tu Cancion): Wirkte auf mich zu gekünstelt. Ich kaufe den beiden die Nummer und ihre Beziehung nicht ab. Sorry, war nix für mich.
  3. Slowenien (Lea Sirk - Hvala, ne!): Irgendwie hatte das was, aber für mich auch keine Nummer für den Sieg. Refrain war eingängig, peinlich war allerdings der gespielte Ausfall der Technik um die Leute zum Singen zu animieren.
  4. Litauen (Ieva Zasimauskaite - When we are old): Eine weitere Durchschnittsnummer, die aber gut vorgetragen wurde.
  5. Österreich (Cesar Sampson - Nobody But You): Eine gute Radio-Nummer von einem guten Sänger vorgetragen, aber nichts was herausstechen würde.
  6. Estland (Elina Nechayeva - La Forza): Schönes Lied, sehr gut vorgetragen von einer dafür ausgebildeten Stimme, aber eben wenig ESC-Sieg tauglich. Das obligatorische Trickkleid, das seit einigen Jahren mindestens ein Beitrag verwendet durfte auch nicht fehlen. Gute Platzierung in den Top Ten ist hier mehr als verdient.
  7. Norwegen (Alexander Rybak - That’s How You Write A Song): Irgendwie konnte mich das Lied nicht erreichen. Fand das wirkte sogar etwas abgehoben, der Sieger kehrt zurück und singt ein Lied darüber, wie man ein Lied schreibt? Uff... Die Platzierung im Mittelfeld daher absolut nachvollziehbar.
  8. Portugal (Cláudia Pascoal - O Jardim): Ein Lied im Stile des Vorjahressiegersongs. Das ist billig, wirkt billig und landete zurecht ganz hinten.
  9. Vereinigtes Königreich (SuRie - Storm): Gute Nummer, die leider von dem Idioten, der ihr das Mikrofon entriss überschattet wurde. Allerdings fand ich es genial, wie sie sich danach in den Song reinsteigerte und generell wie sie damit umging. Da merkt man dann eben, dass die Frau ein musikalischer Vollprofi ist. Schade, dass sie letztlich so weit hinten landete.
  10. Serbien (Sanja Ilić & Balkanika - Nova Deca): Das Lied hatte etwas, was es verdient in die Top 10 bringt, dass es nicht um den Sieg mitspielen wird, war aber auch völlig klar. Nett fand ich auch die Interaktion zwischen dem älteren Bärtigen Mann und Filomena im Green Room. Der Bärtige ist wohl auch ein Grund, warum das Lied vielleicht in Erinnerung bleiben könnte.
  11. Deutschland (Michael Schulte - You Let Me Walk Alone): Bestätigte meinen Eindruck nach dem hören der Lieder. Top 10 tauglich, dass es sogar Platz 4 wurde hat mich etwas überrascht.
  12. Albanien (Eugent Bushpepa - Mall): Gefiel mir nicht!
  13. Frankreich (Madame Monsieur - Mercy): Gutes Lied, allerdings auch ziemlich fragwürdig, war es doch klar auf die Flüchtlingssituation bezogen, von wegen politische Lieder undso. Technisch waren die beiden jedenfalls sehr gut dabei, ansonsten war es aber wohl zu unspektakulär für einen Top-10 Platz.
  14. Tschechische Republik (Mikolas Josef - Lie To Me): Avancierte im Vorfeld des Finales zu einem Top-Favoriten und war letztlich vermutlich der Topfavorit mit dem "schlechtesten Abschneiden" (war ja dennoch Platz 6), was man eindeutig der Jury zuschreiben muss.
  15. Dänemark (Rasmussen - Higher Ground): Cooles Lied, mir gefiel der Sound. In Erinnerung wird mir als Wrestling und Serien-Fan vor Allem das Aussehen des Sängers bleiben, hab den gegenüber Kollegen als Mischung aus Aleister Black (Wrestler) und Tormund Giantsbane (Game of Thrones) verglichen. Der Song wäre wohl in meine persönliche Top 10 gekommen.
  16. Australien (Jessica Mauboy - We Got Love): Von Australien war ich dieses Jahr enttäuscht. Nicht, dass der Song schlecht gewesen wäre, aber nach der eher mäßigen Nummer im Vorjahr hätte ich auf einen Song vom Kaliber von Dami Im's "Sound of Silence" gehofft. Leider war es eben nur eine durchschnittliche Nummer, die auch beim Hallenpublikum wie auch im Televoting kaum ankam.
  17. Finnland (Saara Aalto - Monsters): Gefiel mir nicht, auch wenn es einige gute Mitsing-Passagen hat, so war es insgesamt doch eher ein billiger 0815-Popsong mit durchschaubarer Extravaganz, die leider furchtbar wie Maskerade wirkte und nicht authentisch rüberkam.
  18. Bulgarien (EQUINOX - Bones): Fand ich eines der schlechtesten Lieder des Contest. Auch die Effekte eher schlecht gesetzt.
  19. Moldau (DoReDoS - My Lucky Day): Wow. Was für ein belangloses Lied und dennoch war es wahnsinnig unterhaltsam. Da wurde wirklich aus einem mittelmäßigen Song sehr, sehr viel gemacht. Gefiel mir und hätte m.M.n. einige Plätze weiter vorne landen können.
  20. Schweden (Benjamin Ingrosso - Dance You Off): Schweden wie immer mit einer guten Nummer, die in die Top 10 kommt und auch kommerziell erfolgreich sein wird. Das Übliche eben :D
  21. Ungarn (AWS - Viszlát Nyár): Wirkte nicht schlecht, aber war auch nix besonderes.
  22. Israel (Netta - Toy): Ich finde das Lied grauenhaft und zudem war hier klar, dass die Extravaganz der Künstlerin und die politische Botschaft (Vor Allem im Zuge von Me Too) einen großen Pluspunkt für den Song bringen wird. Leider gewann der Song. Musikalisch ein Graus und jedesmal, wenn ich lesen muss, dass das K-Pop sei möchte ich dem Artikel-Schreiber der jeweiligen Zeitung eine in die Fresse hauen. Die Message des Liedes ist auch grausam. Wäre interessant welchen Skandal das Lied bei vertauschten Geschlechtern hervorgerufen hätte.
  23. Niederlande (Waylon - Outlaw In ‘Em): Er macht, was er auch mit den Commn Linets machte und komischerweise kommt das sehr schlecht an. Schade.
  24. Irland (Ryan O’Shaughnessy - Together): Mäßige Nummer von einem mäßigen Sänger, das landet dann halt zurecht weit hinten.
  25. Zypern (Eleni Foureira - Fuego): Wow. Was für eine geniale Nummer und was für eine geniale Sängerin. Das Lied läuft bei mir seit Sonntag in Dauerschleife. Einfach eine gute Nummer einer Frau, die Gesang, Präsenz und Athletik wie keine andere bei diesem Contest ausstrahlte. Meine persönliche Nummer 1. Finde es traurig, dass einige Experten der Online-Magazine es ihr als Fehler im Halbfinale auslegten, dass sie danach ins Mikrofon hechelte, weil sie außer Puste war. Ganz ehrlich: Rauf auf die Bühne nachmachen! Wer nach einem solchen Auftritt nicht außer Puste ist darf dann gerne lästern. Auch die Bezeichnung des Auftritts als billig finde ich völlig bescheuert.
  26. Italien (Ermal Meta e Fabrizio Moro - Non Mi Avete Fatto Niente): Nach Fuego war das für mich eher eine Nummer für die hinteren Plätze, bei einem weiteren isolierten Hören dieses Beitrags wurde mir dann klar, dass das dem Beitrag nicht gerecht wäre und die Nummer zurecht in den Top 5 landete.
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529

Dienstag, 15. Mai 2018, 21:21

Platzierungen und Sieger:
Die Jurys waren eine Katastrophe! Was da teilweise für Mist gevotet wurde im Vergleich zum Publikum war für mich gänzlich neu. Habe jetzt nicht mehr im Überblick, ob es letztes Mal auch so krass war, aber nunja. Werfen wir mal einen Blick auf die ersten 10. Platzierungen inklusive Differenzen zwischen Jury und Publikum:
  1. Israel (Netta - Toy): Jury: 3 (212 Punkte) - Publikum: 1 (317 Punkte) - Differenz: 2 (105 Punkte)
  2. Zypern (Eleni Foureira): Jury: 5 (183 Punkte) - Publikum: 2 (253 Punkte) - Differenz: 3 (70 Punkte)
  3. Österreich (Cesar Sampson - Nobody but You): Jury: 1 (271 Punkte) - Publikum: 13 (71 Punkte) - Differenz: 12 (200 Punkte)
  4. Deutschland (Michael Schulte - You Let Me Walk Alone): Jury: 4 ( 204 Punkte) - Publikum: 6 (136 Punkte) - Differenz: 2 ( 68 Punkte)
  5. Italien (Ermal Meta e Fabrizio Moro - Non Mi Avete Fatto Niente): Jury: 17 ( 59 Punkte) - Publikum: 3 (249 Punkte) - Differenz: 14 (190 Punkte)
  6. Tschechische Republik (Mikolas Josef - Lie To Me): Jury: 15 (66 Punkte) - Publikum: 4 (215 Punkte) - Differenz: 11 ( 149 Punkte)
  7. Schweden (Benjamin Ingrosso - Dance You Off): Jury: 2 (253 Punkte) - Publikum: 23 (21 Punkte) - Differenz: 21 (232 Punkte)
  8. Estland (Elina Nechayeva - La Forza): Jury: 6 (143 Punkte) - Publikum: 9 (102 Punkte) - Differenz: 3 (41 Punkte)
  9. Dänemark (Rasmussen - Higher Ground): Jury: 20 (38 Punkte) - Publikum: 5 (188 Punkte) - Differenz: 15 (150 Punkte)
  10. Moldau (DoReDoS - My Lucky Day): Jury: 10 (94 Punkte) - Publikum: 8 (115 Punkte) - Differenz: 2 (21 Punkte)

Daran sieht man, wie krass die Jury am Geschmack des Publikums vorbei war, besonders deutlich sieht man dies im Falle von Schweden, Österreich wo die Jury deutlich besser votete als die Zuschauer, aber auch im umgekehrten Fall, wie bei Italien, Tschechien, Dänemark.
Zum Sieger-Song habe ich mich ja bereits geäußert. Ich finde es mittlerweile einfach nur Schade, dass immer wieder politisch-motivierte Songs gewinnen, statt dass auf musikalische Qualität geachtet wird. Bei den letzten fünf Contest gewann viermal ein Song mit dem ich Null anfangen konnten und dreimal davon war es aus solchen Gründen (Netta - Toy, Jamala - 1944, Conchita Wurst - Rise Like A Phoenix).


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