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1

Dienstag, 2. Januar 2018, 00:18

Hilfe für Seminararbeit

Hallo alle zusammen,

ich schreibe gerade an meiner Seminararbeit.
Leider weiß ich bei einem Punkt nicht weiter.

Die Frage, bei der ich gerade hänge, ist:

Welche Funktion haben die empirische Beobachtung und Forschung in der (allgemeinen) Theologie?

Kann mir bitte jemand helfen?
Wäre super nett von euch.

Evanesco

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2

Mittwoch, 3. Januar 2018, 04:43

Deine Frage ist sehr speziell... Evtl. wärs besser, wenn du sie in einem völlig anderen Forum stellst. Ich kenn mich da nicht aus, aber es wird garantiert ein paar "theologielastige" Foren geben, die auch wissenschaftlich ausgerichtet sind.
Mir selbst fällt - verrückterweise? - nur eine sehr ausführliche jüdische Seite ein, die auch ein Forum hat.

Kann aber sein, dass sich doch jemand hier im Forum damit auskennt.
Ich selbst hab zwar Philosophie (also gewissermaßen was Artverwandtes studiert, kann dir aber nur sagen, was unter "praktischer Philosophie" und "experimenteller Philosophie" verstanden wird und beides hat gar nichts mit Empirie zu tun...
Wenn man nicht gegen den Verstand verstößt, kann man zu überhaupt nichts kommen. (Albert Einstein)
Mal nommer les choses, c’est ajouter au malheur du monde. (Albert Camus)
Oonko pahoillani? - Ma gueule!

Grashüpfer

Bezoar-Beschafferin

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3

Mittwoch, 3. Januar 2018, 06:47

ich hatte letztes Semester empirische Forschung als Seminar und ich würde jetzt spontan sagen, sie hat in der Theologie gar keine Funktion
Seltsam, wie groß die Illusion ist, dass Schönes auch gut ist (Tolstoi)

Majee

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4

Mittwoch, 3. Januar 2018, 13:13

ich hatte letztes Semester empirische Forschung als Seminar und ich würde jetzt spontan sagen, sie hat in der Theologie gar keine Funktion

--biggrin-- Das hab ich mir auch gerade gedacht. Allerdings weiß ich auch nicht genau, wie Theologie definiert ist, auf welche Religion sie sich bezieht und was man unter empirischen Beobachtungen/Forschung versteht. Ich glaube schon, dass sie Einfluss haben, wenn vlt. auch nicht so schnell, wie man es aus anderen Disziplinen gewohnt ist, weil sie erst theologisch bewertet werden. Allgemein denke ich, dass wissenschaftliche Erkenntnisse für christliche Theologen Anregungen sind, um zu überdenken ob die bisherigen Auslegungen der Schrift allumfassend sind.

Aber ich kenn mich mit Theologie auch nicht aus. Wahrscheinlich solltest du lieber jemand anderen Fragen.

5

Samstag, 6. Januar 2018, 01:20

Ich danke euch.

grit

Auror

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6

Samstag, 6. Januar 2018, 15:07

Interessante Fragestellung.
Sicherlich haben Erkenntnisse empirischer Forschung zum Beispiel in der Vergangenheit das Gottesbild verändert.

Befragung, Beobachtung und Messung haben gezeigt, da sitzt niemand oben auf einer Wolke und schaut auf uns herab. ( Sorry, ich vereinfache mal drastisch.) Heute haben Gläubige ein ganz anderes Gottesbild als noch vor 200 Jahren, einfach weil unsere Erfahrungswelt sich geändert hat.

Mir fiel bei deiner Frage ein Dialog aus "Der Name der Rose" von Umberto Eco ein. William von Baskerwille spricht darin mit seinem Adlatus Adson von Melk über Wahrheiten in der Schrift.
Er erklärt sinngemäß, dass manches, was da steht, inzwischen durch die menschliche Erfahrung widerlegt ist, dass es aber dennoch eine Wahrheit enthält, die jenseits der Erfahrung liegt, dass man manches nicht wörtlich nehmen darf, sondern nach der tieferen Wahrheit suchen muss.

Nach der Funktion der Empirie in der Theologie befragt, könnte ich mich allerdings auch nur Grashüpfer anschließen.

Ein Gedanke kommt mir allerdings noch: Erfahrung kann auch zu Gott hinführen - das habe ich in meinem weiteren Umfeld gesehen. Im weitesten Sinne ist das Glaube als Lebenshilfe geworden.

Das könnte man diskutieren, aber sonst schließen sich diese beiden Dinge für mich eher aus. ( Ich bin nicht gläubig.)
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Viel Spaß beim Lesen.

7

Samstag, 6. Januar 2018, 15:33

@grit, vielen Dank für dir Erklärung.
Also bist du auch der Ansicht, dass Empirie keine Bedeutung in der Theologie hat?

grit

Auror

  • »grit« ist weiblich

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8

Samstag, 6. Januar 2018, 21:21

Ich kenne mich nicht gut genug aus, um eine endgültige und schlüssige Antwort zu geben, ich wollte nur ein paar Denkanstöße beisteuern.

Theologie ist ja "Lehre von Gott", bzw. vom Glauben.

Man könnte sich nun fragen, ob die menschliche Erfahrung und wissenschaftliches Denken und Forschen mit quantifizierbaren Methoden sich
a) auf den Glauben und
b) auf die Wissenschaft vom Glauben und von den Schriften dazu auswirkt.

Im Verlauf der Geschichte war das sicher der Fall, einfach weil Wissenschaft bestimmte Glaubenssätze widerlegt hat. ( Mariä Empfängnis zum Beispiel, was ja in Wahrheit nur ein Übersetzungsfehler bzw. eine Fehlinterpretation eines Ehrentitels war und dennoch zum Dogma wurde. )
Wenn man nun dennoch daran festhält, muss man sich irgendwie zur Erfahrung / zu Gemessenem und Beobachtetem stellen.
Man kann es ignorieren und sagen, ich glaube es trotzdem, wie es da steht, man kann sich die empirischen Daten so zurechtbiegen, dass sie in die Glaubenssätze passen oder man sagt, die Schrift ist nur ein Gleichnis und in einem anderen als im wörtlichen Sinne wahr.
Das aber nun ist eben eine Glaubensfrage.
In diesem Sinne meinte ich es mit dem Diskutieren auf der einen Ebene.

Andererseits gibt es eben Leute, die bestimmte Erfahrungen gemacht haben und dadurch zum Glauben gefunden haben. Das ist wieder eine andere Ebene, auf der man das Verhältnis von Theologie und Empirie diskutieren könnte. Es kommt eben darauf an, was man mit den Erfahrungen macht, die erst mal im Widerspruch zu dem stehen, was man glauben soll.

Für mich ist das eine sehr spannende Sache, da es ja zahlreiche Wissenschaftler gibt, die gläubig sind und für die das offenbar kein Problem darstellt, das in Übereinstimmung zu bringen.
Man könnte so weit gehen zu sagen, dass die Empirie der Wetzstein für die Stärke des Glaubens ist, also eine Art Prüfung, aber das ist natürlich eine Sache der Auslegung.

In einer Seminararbeit sollte es erlaubt sein, Fragen zu stellen, auch wenn man sie nicht alle beantworten kann, so zeigt es doch, dass man sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat.
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Viel Spaß beim Lesen.

Hähnchen

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9

Montag, 8. Januar 2018, 14:39

Ich weiß von einer Freundin, die evangelische Theologie studiert, dass Empirie durchaus eine Rolle in der Theologie spielen kann. Gerade heutzutage, wo die Zahlen der Kirchenmitglieder und Kirchgänger zurückgeht, ist es auch ziemlich sinnvoll, diese Daten zu erheben, um planen zu können und um die gesellschaftlichen Veränderungen erfassen zu können, die dazu führen, dass Glaube für viele uninteressanter wird. Und das wiederum hilft den Kirchen dann ja dabei, die Ursachen zu bekämpfen.

Ich bin leider keine Expertin, würde es aber nicht generell ausschließen, dass Empirie in der Theologie wichtig sein kann.
"Als Verrückter genoss man gewisse Privilegien.
Zum Beispiel zögerten andere Leute, einen an bestimmten Dingen zu hindern - weil sie fürchteten, dadurch alles noch schlimmer zu machen"



So much universe, and so little time. Terry Pratchett (1948-2015)


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Grashüpfer

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10

Montag, 8. Januar 2018, 19:47

ich hab auch schon daran gedacht, dass Kirchen empirische Studien erheben um zu sehen, warum Menschen austreten. Für die Anzahl braucht man ja keine Studien, die wissen sie aus dem Melderegister.
Die Frage ist halt, was machen die Kirchenmenschen mit den Antworten. Ist ja nicht so, als würde die katholische Kirche die Ächtung der Verhütung abschaffen oder den Zölibat oder die Kirchensteuer, nur weil eine Studie herausgefunden hat, dass deswegen viele Leute austreten. Studien, die egal was herausfinden, ohne dass eine Konsequenz darauf folgen würde, sind nicht sinnvoll und erfüllen in meinen Augen auch keine Funktion.
Seltsam, wie groß die Illusion ist, dass Schönes auch gut ist (Tolstoi)