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Happyday

Quidditch-Star

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Dienstag, 7. Mai 2013, 18:41

Zala ließ den Blick über die in der Morgensonne glitzernde Bucht von St. Anthony schweifen. Der Strand war weitläufig, still und leer. Auf den Dünen wucherte Strandhafer, der in der sanften Brise wogte, und oben auf der höchsten Düne thronte das Cranberry Cottage mit den kirschroten Fensterläden.
Eine dünne Rauchfahne kringelte sich aus dem Schornstein, und die Dunstschwaden verloren sich im Wind.
Es war Ebbe, das Meer hatte sich weit zurückgezogen und sein Rauschen klang wie das Atmen eine großen, trägen Tiers. Die See hatte Unmengen von Strandgut angespült: Muscheln, Treibholz und Seetang türmten sich entlang der Gezeitenlinie.


Die Hände tief in den Jackentaschen vergraben stapfte Zala am Wasser entlang und sah Fynn zu, der freudig bellend durchs Wasser tollte. Hin und wiederblieb sie stehen, hob die eine oder andere Muschel auf und betrachtete sie eingehend.
Dann schweifte ihr Blick wieder gedankenverloren in die Ferne.


Zala grübelte darüber nach, wie es jetzt wohl mit ihr und allen, die sie liebte, weitergehen würde. Es ließ ihr einfach keine Ruhe, was geschehen war.
Sie musste einfach wissen, ob es Emilia, Dejan und Maja gut ging, was genau geschehen war, nachdem die Todesser das Lichterfest gesprengt hatten, und ob sie nach Zalas und Felix Flucht wohl die Schule nach den beiden durchsucht hatten.
Gleichzeitig überlegte Zala, wie sie es anstellen sollte, Kontakt zu ihren Freunden aufzunehmen, ohne den Todessern Indizien zu ihrem Aufenthaltsort zu liefern.
Es war alles furchtbar vertrackt und Zala hatte das Gefühl, in all diesen Problemen zu versinken.

Im Windschatten eines mit Strandhafer bewachsenen Hügels am Rande der Dünen hockte Zala sich in den Sand, zog die Beine an den Körper und legte den Kopf auf die Knie. Fynn stupste ihre Hand mit seiner feuchten Schnauze an und Zala strich ihm geistesabwesend über das weiche Fell.

„Hier steckst du also!“

Die Stimme ließ Zala erschrocken zusammenfahren und sie drehte sich um, in der Erwartung, jeden Moment vom Fluch eines Todessers getroffen zu werden.
Doch es war kein Todesser, der sich da von hinten an sie herangeschlichen hatte. Es war Peter, stilvoll gekleidet in einem schwarzen Anorak und einem karierten Schal- nur die rosa geblümten Gummistiefel wollten nicht so recht ins Bild passen. Zala gluckste.

„Schicke Schuhe!“, sagte sie mit einem unverschämten Grinsen auf den Lippen.
„Hey, wird bloß nicht frech!“, drohte Peter, grinste aber und ließ sich neben ihr in den Sand sinken.
„Das sind Louisas Treter. Felix hilft ihr gerade im Garten und ich habe ihm dafür meine Gummistiefel überlassen. Ich dachte mir, ihm wäre es wohl ziemlich peinlich, in rosa Blümchenschuhen rumzulaufen. Und außerdem hat meine männliche Ehre eh schon mehr gelitten als seine, nehme ich an.“

Er lachte, und Zala stimmte mit ein.
„Das ist wirklich toll von dir, Peter. Überhaupt finde ich es toll, dass ihr so nett zu Felix seid. Und dass ihr euch so lieb um uns kümmert und wir hier bei euch bleiben dürfen. Ich bin euch so unglaublich dankbar für alles.“
„Ach“, meinte Peter, legte Zala einen Arm um die Schultern und drückte sie an sich.
„Für meine Familie würde ich alles tun, das weißt du doch, Kleines.“

Dieser schlichte kleine Satz genüge, dass Zalas Herz ganz warm wurde und sie für einen Moment vollkommen glücklich war. Dass Peter und Louisa sich und Zala (und nun sogar Felix) als eine Familie betrachteten, war für Zala das, was ihr Leben lebenswert machte.

Eine ganze Weile lang saßen Zala und Peter schweigend nebeneinander am Strand, und Zala genoss das Gefühl, jemanden zu haben, der sie stütze, jemand, der sie liebte wie eine Tochter und der auf die aufpasste.
Irgendwann meinte Peter leise:
„Schau mal Zala, das Wasser kommt zurück. Die Ebbe geht zurück und die Flut steigt. Ein Vorgang ohne feste Grenzen, nur mit fließenden Übergängen. Es ist wie mit dem, was jetzt geschieht.
Zeiten ändern sich, Zala. Was ich dir sagen will, ist: Es wird nicht alles so bleiben wie jetzt. Bald schon wird sich alles wieder drehen und alles beginnt von neuem. Meine Güte, das klingt so wirr uns kompliziert! Was ich eigentlich sagen will, ist, dass diese schweren Zeiten gehen vorbei. Irgendwann wird das Gute das Böse verdrängt haben, irgendwann ist das alles vorbei. Verstehst du, was ich meine, mein Kind?“

Zala hatte grüblerisch die Stirn in Falten gelegt und nickte langsam.
„Du meinst, dass das Böse besiegt werden wird. Und dass dann alles wieder gut wird?“
Sie konnte es nicht verhindern, dieser kindlich-naive Satz war ihr über die Lippen gerutscht, eher sie ihn hatte aufhalten können. Doch egal – Peter verstand sie.
„Genau. Das meine ich.“
Er lächelte sie an, und für einen kurzen Augenblick war Zalas Welt heil und alles war gut.

Gegen Mittag zogen dichte Wolken auf und der Himmel verdunkelte sich innerhalb von wenigen Minuten. Eine gespenstische Stille legte sich über St. Anthony, und dieser Stille folgte der heftigste Wolkenbruch, den Zala in letzter Zeit erlebt hatte. Es war, als würden sich sämtliche Schleusen des Himmels auftun und alles Wasser ausschütten, das sie jemals angesammelt hatten.

Zala hockte auf der breiten Holzfensterbank ihn ihrem Zimmer des Cranberry Cottage und starrte gedankenverloren aus dem Fenster. Regen prasselte gegen die kühle Glasscheibe, über die Zala langsam mit dem Finger fuhr, um die Bahnen der Regentropfen nachzuziehen.

Seit einer geschlagenen Stunde hockte sie nun schon hier, hatte beobachtet, wie der Himmel von strahlendstem Blau zu bedrohlichem grau gewechselt hatte und wie es aus Kübeln zu gießen begann. Zala brütete angestrengt über einem Blatt Pergament, und die Schreibfeder, die knapp über dem Bogen in der Luft schwebte, war schon wieder ausgetrocknet- kein einziges Wort stand auf der Seite.
Wie sollte sie es am geschicktesten Anstellen?
Emilia einen unverfänglichen, für eventuell neugierige Todesser wertlosen Brief zu schreiben, war unheimlich kompliziert. Zalas Angst um ihre Freunde vernebelte ihr Hirn zusätzlich und ihr Kopf pochte heftig vom vielen Nachdenken.

Seufzend ließ sie den Bogen Pergament zu Boden schweben und schaute wieder aus dem Fenster- bis es an der Zimmertür klopfte und Louisa den Kopf hereinsteckte.

„Zala, Schatz? Da ist eine Eule für dich angekommen, von einer Emilia. Ist das nicht deine beste Freundin?“
„Was?!“, japste Zala, sprang auf, schlitterte auf Louisa zu und grapschte ihr den Brief aus der Hand. Mit heftig zitternden Fingern riss sie den Umschlag auf und zog den Brief heraus.
Auf dem Blatt standen nur zwei Worte, und ein paar Zahlen.

„Call me! 359-55441 009“

„Häh?“, murmelte Zala, die aus dieser Nachricht überhaupt nicht schlau wurde.
Was sollte das denn? Warum schrieb Emilia ihr auf Englisch? Sie war zwar bilingual, weil ihre Eltern aus England kamen und ihre Großeltern aus Bulgarien, aber das ließ sie normalerweise nicht raushängen. Zumal sie wusste, dass Zala nur wenig Englisch sprach, und das auch nur dank Louisa und Peter, die aus Großbritannien kamen. Sie kannte die Grundsteine der Grammatik, hatte einen ausreichenden Wortschatz und konnte sich einigermaßen ausrücken. Und das wars.
Stirnrunzelnd hielt Zala Louisa, die immer noch im Türrahmen lehnte, den Brief unter die Nase.

„Kannst du dir da einen Reim drauf machen?“, fragte sie hoffungsvoll.
„Mh.“
Louisa runzelte die Stirn, wickelte sich eine Strähne ihres langen, glatten Haars um den Finger und las wieder und wieder diese eine kurze Textzeile in Emilias kugeliger Mädchenschrift.

„Also, „Call me“ heißt „Ruf mich an“ auf Bulgarisch“, erklärte Louisa.
„Ups. Ich hätte das mit „Schrei mich!“ übersetzt!“, kicherte Zala.
Louisa rollte mit den Augen.
„Da hat wohl jemand schon länger kein Englisch mehr geübt, was?“, stellte sie fest.
„Das werden wir aber nachholen, meine Liebe! Es ist sehr wichtig, eine der am häufigsten genutzten Weltsprachen zu beherrschen!“

Zala nickte ergeben. Diskutieren hatte hier überhaupt keinen Sinn.
„Aber weiter im Text. Diese Nummer hier ist eine Telefonnummer. Ich hoffe, du weißt noch, was ein Telefon ist!“
„Klar!“, nickte Zala.

Zwar war sie lange nicht mehr in Kontakt mit Muggelapparaturen gewesen, aber verblödet war sie ja trotzdem nicht. Allerdings musste sie zugeben, dass sie seit gut neun Jahren kein Telefon mehr in der Hand gehabt hatte, weshalb es sie nicht wunderte, dass sie die Zahlenfolge nicht als einem dieser Geräte zugehörig erkannt hatte.

Als Louisa ihr nun aber auffordernd das Blatt Papier unter die Nase hielt und „Na, klingelt da was?“, fragte, ging Zala allmählich ein Licht auf.

„Oh mein Gott!“, quiekte sie in einer Lautstärke, die zwei friedlich auf der Fensterbank hockende Spatzen erschrocken davonflattern ließ.

„Also, Emilia hat mir ihre Telefonnummer gegeben, damit ich sie anrufe? Weil wir uns ja nicht schreiben können! Emilia ist ja Halbblut, ihre Mutter ist Muggelstämmig, der Vater Halbblut. Klar, die haben ein Telefon!“, tirilierte sie aufgeregt.

„Genau, das wird es sein. Es ist der einzige Weg, zu kommunizieren, der euch bleibt, ohne dass Todesser euch belauschen oder eure Nachrichten abfangen. Sie können Eulenpost kontrollieren, unerlaubte Zauberei aufspüren, das Flohnetzwerk überwachen und jede magische Spur verfolgen, die du außerhalb unserer Schutzzauber hinterlässt- aber es sind fanatische Reinblüter, und keiner von denen gibt sich mit Muggelkram ab.
Die Telefonleitung können sie nicht anzapfen! Also nichts wie los, würde ich sagen.“



„Jordanova?“
„Ha-hallo?“, stammelte Zala in den Telefonhörer.
„H-hier ist Zala Sapunova, könnte ich bitte mit Emilia sprechen?“
Es fühlte sich äußerst merkwürdig an, nach neun Jahren erstmals wieder ein Telefon zu benutzen.
„Zala?! Oh mein Gott, Kleines, bist du das?“
Zala erkannte die Stimme. Es war Marie Jordanova, Emilias Mutter.

„Marie!! Ja, Emilia hat mir eure Nummer gegeben, ist sie da? Geht es ihr gut?“
Zalas Stimme überschlug sich fast vor Eifer und es wundere sie, dass Marie ihrem Gebrabbel überhaupt etwas abgewinnen konnte.

„Ja, Zala, Schätzchen, Emilia ist hier, Dejan auch, es ist alles in Ordnung. Aber wo bist du? Geht es dir gut, bist du in Sicherheit?“
„Mach dir keine Sorgen um mich, es geht mir gut, ich bin mit Felix bei meinen Pflegeeltern Louisa und Peter in Kanada, wir sind hier in Sicherheit.“
Marie seufzte hörbar erleichtert.
„Oh, Gott sei dank! Ich bin ja so froh, wir haben uns alle schreckliche Sorgen um euch beide gemacht! Wie seid ihr-“

Doch ein Rauschen, Knistern und Knacken unterbrach sie, es klang, als habe ihr jemand den Hörer aus der Hand gerissen. Aufgeregte Stimmen waren im Hintergrund zu hören, und im nächsten Moment trompetete jemand so laut in den Hörer, dass Zala ihn erschrocken eine Handbreit vom Ohr weghielt.

„ZALA!!! Oh mein Gott, Zala! Felix! Ich bin ja so unglaublich froh, dass ihr entkommen seid! Seid ihr okay? Seid ihr bei Louisa und Peter? Wie seid ihr da nur rausgekommen? Oh, Zala...“
Emilia brach ab und schniefte in den Hörer.
„Ich hab heute Nacht kein Auge zugetan, Dejan auch nicht, wir sind fast verrückt geworden vor Sorge! Wir haben uns übrigens wieder vertragen- aber dazu später- und jetzt erzähl mir bitte ALLES, ich will wissen, wo ihr seid, und wie, und überhaupt.... Ich hatte ja solche Angst um euch!“
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Dienstag, 7. Mai 2013, 18:47


Nach diesem in Sekundenschnelle abgefeuerten Monolog musste Emilia erstmal tief Luft holen und Zala hörte Dejans Stimme im Hintergrund, der beruhigend auf sie einzureden schien. Offenbar stand sie kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Jetzt schaltete er das Telefon auf Raumton, und Zala tat es ihm gleich.

„Zala“, schnüffelte Emilia mit tränenerstickter Stimme.
„Em, ich hab mir auch solche Sorgen um euch gemacht...“

Mehr brachte Zala nicht heraus, weil ihr auf einmal Sturzbäche von Tränen über die Wangen kullerten. Ja, sie waren eindeutig hysterische Weiber, alle beide.
Minutenlang konnte Zala einfach nur so vor sich hin schniefen, bis Felix, der neben ihr auf dem Bett hockte, ihr ebenso liebevoll wie energisch ein Taschentuch unter die Nase hielt und in Richtung Zala und Telefon meinte:

„So, jetzt ist es aber gut. Genug geheult, ihr zwei!“
„Genau!“, tönte Dejans Stimme aus dem Hörer.
„Mein T-Shirt ist schon total durchweicht, Felix. Deins bestimmt auch!“
„Stimmt“, gluckste Felix.
„Ups“, machten Zala und Emilia gleichzeitig, und alle vier mussten lachen, als die Mädchen nun auch noch synchron in ihre Taschentücher trompeteten.
Felix nahm Zala behutsam den Hörer aus der Hand.
„So, und jetzt würde ich gerne wissen, was noch auf dem Lichterfest und im Schloss passiert ist, nachdem wir weg waren. Dann erzähle ich euch auch in allen Einzelheiten, was bei uns geschehen ist.“

„Also“, begann Emilia, die sich inzwischen wieder gefasst hatte.

„Als du Zala von uns weggezerrt hast, war uns gleich klar, dass etwas nicht stimmte. Maja hat dann im Getümmel Zalas Eltern entdeckt und mich ins Antiqua gezerrt.
Die Sapunovas haben uns nicht gesehen, also wollte ich euch hinterher, aber Maja hat mich festgehalten und versucht, mir zu erklären, dass es euch nichts bringen würde, wenn wir uns auch noch in Gefahr begeben.
Das fand ich zuerst total feige, aber dann meinte sie, dass wir uns deinen Eltern nicht als deine Freundinnen zeigen sollten, weil du dann noch weniger Möglichkeiten hast, dich bei jemandem zu verstecken, den sie nicht kennen.
Sollte man dich also bei Louisa und Peter ausfindig machen, kannst du immer noch zu uns kommen!“

Sie verhaspelte sich, dann fuhr sie fort.
„ Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, also, nachdem ihr zwei dann weg wart, haben riesige Kapuzengestalten das Dorf nach euch abgesucht.
Sie haben ein totales Durcheinander gestiftet, aber es wurde niemand verletzt, zum Glück. Die waren nur hinter euch her, das Fest war denen total egal. Natürlich sind die Leute in Panik geraten, aber es hat sich dann auch wieder abgekühlt.
Maja und ich haben alles durch die Fenster von Antiqua beobachtet, und dann kam irgendwann Dejan reingestürmt.“

„Ich war oben in unserer Berghöhle, und habe über unseren Streit vom Vormittag nachgedacht. Ich kam zu dem Schluss, dass ich es total verbockt hatte und dringend mit Emmy reden musste, also flog ich nach Vargas. Mitten rein in das Chaos.
Ich habe Em und Maja hinter dem Schaufenster vom Antiqua gesehen und bin rein“, ergänzte Dejan die Geschichte aus seiner Perspektive.

„Ja“, bestätigte Emilia.
„Jedenfalls, nachdem die Todesser weg waren, jedenfalls denke ich, dass es Todesser waren, um euch beide zu suchen, kam Professor Grigorova mit den anderen Lehrern und hat alle Schüler eingesammelt, die sich noch im Dorf herumtrieben.
Wir sind alle zurück zur Schule gebracht worden. Und da wurde es dann richtig gruselig. Wir waren gerade in der Halle und Professor Grigorova versuchte, Ordnung zu schaffen, als die Portale aufflogen und etwa 20 Todesser reinkamen, gefolgt von Karkaroff.
Sie haben euch gesucht, die ganze Nacht haben sie die Schule durchkämmt und wir mussten solange im Speisesaal warten. Es hat ewig gedauert.
Dann, als die Todesser endlich fertig waren, hat uns Professor Grigorova in die Schlafsäle geschickt, um unser Zeug zu holen, und die ganze Zeit konnte man die Todesser über der Schule herumschwirren sehen. Das war so gruselig!
Und dann wurden wir per Flohnetzwerk sofort nachhause geschickt. Um Maja müsst ihr euch auch keine Sorgen machen, die ist auch zuhause angekommen, sie hat mir eine Eule geschickt.“

„Oh“, machte Zala nur.

Zu viele Informationen, zu viel auf einmal für sie. Wie gut, dass Felix da war und sie sich gegen seine Schulter lehnen konnte.

„Das klingt ja echt verdammt gefährlich!“, sagte er.
„Allerdings!“, bestätigte Dejan am anderen Ende der Leitung. Emilia war scheinbar die Puste ausgegangen. Einen Moment lange schwiegen sie alle.
Dann begann Felix, in allen Einzelheiten von ihrer Flucht zu berichten, angefangen bei dem Moment, da er die Sapunovas entdeckt hatte bis hin zum Bett im Cranberry Cottage.

Als er geendet hatte, herrschte einen Moment lang wieder Schweigen. Alle versuchten, diese ganzen Informationen irgendwie zusammenzubringen, brauchbar zu machen.
Zala fühlte sich, als würde in ihrem Kopf ein Quidditchstadion gebaut. Es hämmerte, bohrte, klopfte und pochte.
Um diesem Gedankenchaos zu entgehen, stellte sie die Frage, die ihr schon die ganze Zeit auf der Zunge brannte, obwohl sie verhältnismäßig nebensächlich war.

„Also... Ich will ja nicht unhöflich sein oder so, aber... Was zum Henker ist gestern Morgen eigentlich passiert, dass du dich so furchtbar über Dejan aufgeregt hast, Em? Wie konnte es dazu kommen?“

„Ach, das!“, lachte Emilia.
„Das war alles ein gigantisches Missverständnis meinerseits. Ich hab beim Packen im Jungenschlafsaal einen, wie ich dachte, ziemlich eindeutigen Brief einer gewissen Katherine gefunden.
Allerdings habe ich, verblödet wie ich bin, nur Anrede und Gruß gelesen, sonst wäre mir wohl klar geworden, dass es sich bei Katherine um Dejans Cousine handelt, die wir untern dem Namen KATY vom Hören kennen und die ihm eine Menge Ideen für eine Überraschungsparty für mich geliefert hat.“

„Katy wehrt sich immer gegen ihren Spitznamen, sie findet ihn unweiblich. Aber weil ich den Namen Katherine einfach doof finde, nenne ich sie immer Katy!“, erklärte Dejan.

„Allerdings wundert es mich nicht, dass Em dachte, ich hätte etwas mit ihr. Wisst ihr, meine Cousine ist echt nett, aber sie hat so einen komischen Tick und ist ein echtes Klischee- Kitschmädchen. Ihre Briefe sind grundsätzlich immer auf parfümiertem rosa Papier mit einem Botticelli-Engel als Wasserzeichen geschrieben. So ist sie halt, und sie unterschreibt aus besagten Gründen immer mit Katherine, sodass Emilia nicht drauf kam, dass es sich um Katy handelte.“

„Ich war ja so dumm!“, sagte Emilia zerknirscht.
„Ich hätte dich nicht so haltlos beschuldigen dürfen, es war alles mein Fehler.“
„Ach, Süße. Ist schon okay.“

Am anderen Ende der Leitung wurde es verdächtig still, und Zala und Felix grinsten sich an, denn sie konnten eindeutige Laute aus dem Hörer vernehmen.
Felix hob das Telefon an den Mund und brüllte extra laut:
„HEY!!!“

Zala konnte sich lebhaft vorstellen, wie Emilia und Dejan auseinanderfuhren, und bekam einen mittleren Lachanfall.
Auch Felix prustete los.

„Könnt ihr euch das Rumknutschen für später aufsparen?“, wieherte er in den Hörer.

Zala lag inzwischen quer über seinem Schoß, Tränen in den Augen, und lachte sich scheckig.
Felix lehnte sich japsend und kichernd gegen die Wand und versuchte, sich nicht von Zalas plötzlicher Nähe irritieren zu lassen. Für seinen Geschmack war aber noch zu viel Stoff von Kleidung zwischen ihnen.
Von einem plötzlichen Anflug von Albernheit erfasst gluckste Felix:

„Ich kann dir in den Ausschnitt gucken!“
„Und, siehst du da was Schönes?“ fragte Zala frech und ohne auch nur im Geringsten etwas an ihrer Position zu verändern.
„Doch, ja, tu ich!“
„Ist ja interessant!“, schmetterten Dejan und Emilia synchron in den Hörer und prusteten nun ihrerseits laut los. Ups! Die beiden hatte Felix total vergessen.

Emilia und Zala redeten noch eine gute halbe Stunde miteinander, quatschten über Gott und die Welt und sparten bewusst die heiklen Themen aus. Danach gaben sie die Hörer an die Jungs weiter, die, wie die Mädchen feststellten, zu richtigen Klatschbasen mutieren konnten, wenn man sie nur ließ.

Irgendwann steckte Louisa den Kopf zur Tür herein, runzelte leicht die Stirn, verschwand dann aber wieder. Wahrscheinlich versuchte sie angestrengt, nicht über ihre Telefonrechnung für diesen Monat nachzudenken. Oder daran, wie sie die diesbezüglichen Schulden bei der Bank begleichen sollte.

Erst nach zweieinhalb Stunden verabschiedeten die vier Freunde sich voneinander.
Emilia und Zala schickten sich gefühlte tausend Luftküsschen und virtuelle Umarmungen, bevor sie sich dazu durchringen konnten, den Hörer wiederum den Jungs zu überlassen. Bei denen lief das dann in etwa so:
Felix: „Mach‘s gut, Kumpel!“
Dejan: „Jo, du auch!“
Felix: „ Man hört sich, ne?“
Dejan: „Klar!“
Betretenes Schweigen.
Irgendwie fand Zala das amüsant.

Obwohl Zala unbeschreiblich froh war, Dejan, Emilia und Maja in Sicherheit zu wissen und die Stimmen von zwei von ihnen gehört zu haben, hatte sie das Telefongespräch mental ziemlich angestrengt. Und es hatte sie auch nicht wirklich weiter gebracht in der Frage, wie es nun weitergehen sollte.

Zala schwirrte immer noch der Kopf von den Erzählungen ihrer Freunde und sie fühlte sich so ausgelaugt, als hätte sie den ganzen Tag Quidditch auf dem bockigsten Besen gespielt, den die Schule zu bieten hatte.

Zuerst brachte Zala nun das Telefon wieder nach unten ins Wohnzimmer, wo sie äußerst schuldbewusst einer überaus miesepetrig dreinschauenden Louisa unter die Augen trat.

Zala hatte ein entsetzlich schlechtes Gewissen, weil die zweieinhalb Stunden telefonieren von Kanada nach Bulgarien wahrscheinlich ein halbes Monatsgehalt kosten würden.
Als sie sich deswegen umfassend bei Louisa entschuldigte, hellte sich deren finstere Miene wieder etwas auf.

„Ach, Schatz“, seufzte sie und zog Zala in eine Umarmung.
„Ich bin doch kein vertrockneter alter Drache, ich verstehe natürlich, wie wichtig es für dich ist, mit deinen Freunden Kontakt zu halten. Ich bin ja selber sehr erleichtert, dass sie wohlauf sind. Allerdings können Peter und ich es uns nicht leisten, jeden Tag derartige Telefongebühren zu bezahlen.“

Sie machte eine kurze Pause, in der sie nachdenklich ihre Nase kraus zog. Dann meinte sie optimistisch:
„Ich werde mich mal mit Emilias Mutter in Verbindung setzen. Bestimmt können wir es irgendwie arrangieren, dass ihr euch per Seit-an-Seit-Disapparation besuchen könnt...“

Weiter kam sie nicht, denn Zala fiel ihr stürmisch um den Hals und jubelte:
„Louisa, du bist die Beste! Du bist eine Möglichmacherin!“
Louisa lachte und nahm Zala herzlich in die Arme.
„Alles selbstverständlich, mein Schatz! So, ich würde vorschlagen, du legst dich mal in die Wanne. Du siehst aus, als wärst du völlig fertig mit den Nerven.“
„Das ist eine gute Idee!“, stimmt Zala zu, drückte Louisa ein Küsschen auf die Wange und verschwand in Richtung Badezimmer.

Das warme Wasser, der dicke Schaum und die angenehme Ruhe im Bad des Cottages taten Zalas angeknackster Psyche sehr gut. Zala liebte dieses Badezimmer, denn hier ließ es sich wunderbar entspannen.

Der Raum war vielleicht nicht sehr groß, dafür aber sehr gemütlich. Naturtöne wie Sandfarben, Himmelblau und Wattewölkchenweiß dominierten die Einrichtung, alles war sehr stilvoll, und jeder Gegenstand trug Louisas liebevolle gestalterische Handschrift.
Die Möbel waren aus Treibholz vom Strand, Peter hatte sie in der kleinen Werkstatt hinten im Garten selbst zusammengezimmert.

Auf der Fensterbank stand ein Strauß rosafarbener Rosen, die Seifenflaschen waren in Kleidchen aus Spitze gehüllt und mit Schleifen und Bändern verziert.
Es hätte kitschig aussehen müssen, aber Peter hatte schon dafür gesorgt, dass die Ensembles nicht zu verschnörkelt wirkten, indem er ganz unfeierlich eine Flasche Männershampoo zwischen den rüschigen Fläschchen platziert und ein Automagazin auf den Wannenrand gelegt hatte.

Die Badewanne war ein altmodisches Modell, thronte auf goldenen Klauenfüßen und stand an einer Sandfarben gestrichenen Wand, auf die in weißen, verschlungenen Buchstaben die Worte „Turn your cants into cans and your dreams into plans“ gepinselt waren.

Diesen Spruch fand Zala wunderschön, und wenn jemand sie gebeten hätte, ihre Pflegemama in einem Satz zu beschreiben, hätte sie nur das „you“ gegen „she“ getauscht und genau diesen Satz gesagt.

Zala dümpelte lange im warmen Wasser herum und sinnierte dabei über alles Mögliche, angefangen bei Polarschafen und ihrer Lebensweise, endend bei Felix mit seinen Froschboxershorts und dabei, dass sie auch gerne so eine hätte. Bei diesem Gedanken musste sie über sich selbst lachen.

Irgendwann, als ihre Haut schon so verschrumpelt war wie die einer Kröte, stieg Zala schließlich aus der Wanne, schmierte sich mit Vanillelotion ein, zog sich an und föhnte sich die Haare. Dann verließ sie das Bad, hüpfte die enge Holztreppe hinunter und fand unten im Flur neben der leeren Telefonstation einen Zettel an der Wand kleben. Darauf stand:

„Louisa und ich sind zum Einkaufen in Vancouver. Um etwa acht Uhr heute Abend sind wir wieder da. Essen ist im Kühlschrank. Lauft nicht im Dorf herum und seid brav!! Peter“


Zala schaute auf die große Uhr, die in der Küche über dem Tisch hing. Es war gerade erst halb sechs. Wie seltsam. Es war so viel passiert an diesem einen Tag, doch die Zeit schien still zu stehen.

Ein dumpfes Geräusch im oberen Stockwerk ließ Zala zusammenzucken. Es klang, als habe jemand gegen die Wand getreten. Felix?! Was zum Henker trieb er da oben?
Leichtfüßig hüpfte Zala die Treppe wieder nach oben in den ersten Stock, in welchem sich das Gästezimmer befand, das sie mit Felix bewohnte. Louisas und Peters Schlafzimmer sowie deren Bad befanden sich im zweiten Stock. Sie lief über den Flur und drückte vorsichtig die Zimmertür auf.
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Dienstag, 7. Mai 2013, 18:51


„Felix?“

Die sanfte Stimme, die aus Richtung Zimmertür kam, ließ ihn zusammenzucken. Verflixt, das war Zala. Felix drehte der Tür den Rücken zu. Er saß im Schneidersitz auf dem Bett, den Kopf in den Händen vergraben. Das Telefon lag vor ihm auf der Bettdecke und schien ihn böse anzustarren.

Zala durfte nicht merken, wie schlecht es ihm gerade ging. Sie sollte nicht sehen, dass sein Gesicht rot und verheult aussah, sie sollte ihn nicht für ein Weichei halten. Jungs weinen nicht!

„Lass mich mal kurz allein, ja?“
Seine Stimme klang wie ein Reibeisen und er hustete. Verdammt, jetzt würde sie garantiert etwas merken. Weibliche Intuition oder so ein Quark.

Als er ihre Hand auf seiner Schulter spürte, zuckte er zusammen und wurde ganz starr. Noch vor einer Stunde hatte sie ihm nicht nahe genug sein können, doch jetzt würde er liebend gern etwas Abstand zwischen sich und sie bringen. Doch wie sollte er ihr das erklären? Was konnte sie dafür?

Tief in seinem Inneren wusste Felix, dass Zala völlig unschuldig war. Sie konnte nichts dafür, dass er sich nach dem Telefongespräch, das er gerade geführt hatte, so elend fühlte.
Er hätte einfach früher über die Folgen seines Handelns nachdenken sollen, er hatte nicht an seine Familie gedacht, und dass es ihm jetzt so schlecht ging, war allein er schuld.

Es war nicht Zalas Schuld, dass sie verfolgt wurde- und er mit ihr. Und dass er seine Familie deswegen nicht mehr sehen durfte. Es! Ist! Nicht! Ihre! Schuld!

Aber der Groll war da, die Verbitterung. Tief in ihm, in einem Winkel irgendwo ganz tief drinnen. Er hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen ihr gegenüber, weil er solche Gedanken überhaupt zuließ. Und das machte alles noch zehnmal schlimmer.

Er spürte, wie seine Unterlippe wieder zu beben begann und grub die Zähne in das widerspenstige Ding. Er war nicht schwach und er würde sich diese Blöße nicht geben.
Tränen drückten von innen gegen seine Augäpfel, doch er hielt sie mit aller Kraft dort, wo sie waren. Ich bin stark!, dachte er sich. Doch der Druck, der sich in ihm aufbaute, drohte, ihn zu überwältigen. Ich bin stark!

Zala erschrak heftig, als sie Felix raue, kratzige Stimme hörte. Was war bloß passiert? Er hockte absolut bewegungslos auf dem Bett, drehte sich nicht um, und reagierte auch sonst nicht.

Langsam durchquerte Zala das Zimmer, legte ihm probeweise eine Hand auf die Schulter. Er zuckte zusammen. Sie runzelte die Stirn, als sie spürte, wie seine Schultern bebten.

Zala setzte sich ihm gegenüber auf das Bett und versuchte, Blickkontakt mit ihm herzustellen, doch er wich ihrem Blick aus. Allerdings stellte sie fest, dass seine Augen gerötet waren und er eindeutig so aussah, als habe er geweint.

Ihr Blick fiel auf das Telefon, das zu seinen Füßen lag. Sie wunderte sich. Hatte sie es nicht eben mit nach unten genommen? Als Felix tief und zitternd Luft holte, wurde Zala plötzlich einiges klar.
Das Telefon, das verweinte Gesicht, die unnahbare Haltung...

„Ix?“, flüsterte sie.
„Hast du- hast du mit deinen Eltern telefoniert?“
Er nickte fast unmerklich.
„Keine- guten Nachrichten?“ Im selben Moment biss sie sich auf die Lippen und hätte sich am liebsten geohrfeigt. Keine gute Frage, Zala! Du Trampel!

Felix Kopf zuckte hoch.
„Ich musste ihnen erklären, dass ich nicht wiederkommen kann. Weil wir verfolgt werden.
Ich muss noch einmal nachhause, um Schutzzauber über das Haus meiner Eltern zu legen, über ihre Firma. Und dann kann ich nicht mehr dorthin zurück, weil ich sie dadurch gefährden würde. Es kam so plötzlich. Gerade eben. Ich hatte vorher gar nicht darüber nachgedacht, was das alles für mich und meine Familie heißen würde. Ich kann sie nicht wiedersehen.“

Jetzt kullerte ihm doch eine Träne über die Wange, und er wischte sie hastig weg. Das haute Zala völlig um.
Sie hatte schon Jungs weinen sehen, doch es war etwas anderes, wenn der blöde Cousin heulte, weil er ein Quidditchspiel verloren hatte, als wenn man seinen Freund weinen sah, den Jungen, den man zufällig liebte! Und das, weil er wirklich Kummer hatte- Kummer, den sie, Zala, verursacht hatte, oder an dem sie zumindest mitschuldig war.

Auf einmal spürte Zala selbst die bodenlose Verzweiflung, in die Felix gestürzt war und konnte nur zu gut nachempfinden, wie es ihm ging. Er war gerade erst 17 geworden, und dass er von Schwarzen Magiern verfolgt wurde, seine Familie nicht mehr sehen konnte, auf sich gestellt war, riss ihm den Boden unter den Füßen weg. Er hatte Zala so oft aufgefangen, wenn sie ihn gebraucht hatte. Jetzt war es an ihr, Felix aufzufangen.

Aber wollte er das, von ihr gestützt werden? Er musste unglaublich sauer auf sie sein, denn sie war es doch, die ihn da hineingezogen hatte! Plötzlich wurde Zala unfassbar wütend. Auf sich selbst, und vor allem auf ihre Eltern, weil sie ihr und Felix das antaten. Doch sie hatte jetzt keine Zeit für Selbstmitleid. Sie würde alles tun, um Felix aufzufangen und ihm die Sicherheit zu geben, die er ihr so oft gegeben hatte.

Behutsam legte Zala eine Hand auf Felix‘ Knie, und sie hielt es für ein gutes Zeichen, dass er sie nicht abschüttelte. Vielleicht würde er ihr verzeihen.
Nach einer Weile hörte Felix auf, so heftig zu zittern. Er löste seine Beine aus der Verknotung, rutschte neben Zala auf die Bettkante, den Kopf immer noch gesenkt. Zala nahm vorsichtig seine Hand und umschloss sie mit ihren beiden, denn sie war eiskalt.
Dann hob Felix den Kopf und suchte ihren Blick. Seine Augen schimmerten immer noch feucht, und Zala sah rasch weg, doch er hob ihr Kinn sachte mit der Hand, sodass sie ihm wieder in die atemberaubenden grünen Augen sah. Sie konnte sich nicht aus diesem Blick lösen, und all die unausgesprochenen Dinge, die in diesem Moment zwischen ihnen standen, lagen darin.

„Felix. Es tut mir so unglaublich leid...“, begann sie, doch Felix legte einen Finger auf ihre Lippen und hinderte sie so am Sprechen.
„Bitte sag das nicht, Zala. Es ist nicht deine Schuld.“
„Du musst unvorstellbar böse auf mich sein...“
„Ich bin nicht böse auf dich. Nicht mehr. Wie könnte ich das. Ich bin böse auf deine Eltern, die Todesser, die ganze Welt. Aber doch nicht auf dich.“

Seine Stimme war rau vor Ernsthaftigkeit und sein Gesicht näherte sich langsam ihrem. Sie spürte seinen warmen Atem auf der Haut und schloss die Augen, als sich ihre Lippen berührten.
All ihre Gefühle füreinander lagen in diesem Kuss, der immer heftiger wurde, und ein unbedeutender kleiner Winkel ihres Hirns spuckte den Gedanken aus, dass das hier gerade die kitschigste Liebesszene seit Anbeginn der Menschheit war.
Aber was soll‘s, dachte sie. Manche Dinge machen aus dem größten Pragmatiker einen gefühlsduseligen Hormonsklaven. Das hier zum Beispiel.

Zala und Felix sanken rücklings und sich immer noch küssend aufs Bett. Es war wie eine kleine Insel, auf die sie sich vor der grausamen Realität flüchten konnten.

Felix stöhnte auf, vergrub die Hände in Zalas Haaren, seien Lippen waren überall, sein Körper ihrem so nah wie noch nie. Zalas Finger glitten unter sein T-Shirt, zogen die Linien seiner Muskeln nach und verharrten kurz dort, bevor sie es mit einer flüssigen Bewegung über seinen Kopf streiften. Das Shirt glitt zu Boden. Zalas flog hinterher. Felix bedeckte zärtlich Ihr Schlüsselbein mit vielen kleinen Küssen, während er mit dem Verschluss ihres BHs und sie mit den Knöpfen seiner Jeans spielte. Und diesmal wurden sie nicht von einer heulenden Emilia oder plötzlichen Anflügen von Angst unterbrochen.
Louisa und Peter waren in Vancouver. Zala und Felix waren ganz allein. Einen flüchtigen Augenblick, in der winzigen Pause zwischen zwei Küssen dachte Zala an Peters Zettel:
„Seid brav!!“
Wenn er das hier damit gemeint hatte, tja, dann konnte Zala nur sagen, so ist das Leben.
Er musste es ja nicht erfahren.



---------------------------------------------------------------
And that's it =) Ich hoffe, es hat euch gefallen, auch den Pragmatikern da draußen ;) Kommentare wären ganz toll :)
Liebe Grüße
Happy
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[O.O
/)__)
*~~"~"~~*

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144

Mittwoch, 8. Mai 2013, 19:06

Hallihallöchen Happy!
Ach, tut mir leid, ich bin gerade ein wenig aufgedreht von dem herrlichen Wetter draußen! :] Sonne! Sommer!

Aber jetzt zum Kapitel:
Alleine schon die ersten paar Zeilen fand ich ziemlich lustig, mal sehen wie das mit den Großbuchstaben und den Ausrufezeichen wird, hehehe ...
Und der Titel, naja, das hab ich dir ja schon geschrieben, den wirst du demnächst auch irgendwo wieder erkennen. ;)
Louisa und Peter sind mir von Anfang an sympathisch gewesen, die beiden sind richtig lieb, genau das, das Zala braucht, das komplette Gegenteil zu ihren leiblichen Eltern. =)
Peters Aussage, als er und Zala am Meer saßen war wunderschön, genauso wie der Spruch im Badezimmer. Hast du sehr gut eingebaut!

Oh, das Telefongespräch mit Emilia und Dejan! Absolut herrlich und ich konnte mir das richtig bildlich vorstellen, wie sie alle in den Hörer quasseln, kichern und tröten und dabei Louisa total übersehen, als sie leicht entnervt reinspitzelt. :D
Ha und Katherine IST Dejans Cousine, na, wer sagt es denn? ... bzw. hat es gesagt? :]
Ich bin ja noch immer gespannt, was du mit Maja vorhast. Sie ist ja "alleine" zu ihren Eltern gefahren ... hm, da ist noch alles möglich. Ich lasse mich überraschen. Und sogar, wenn du sie überlaufen lassen würdest, fände ich das für den Handlungsverlauf richtig interessant zu beobachten, wie Zala reagieren würde, wenn eine gute Freundin die Seiten wechselt. Ach, nein, ich lasse mich überraschen. *Das Thema Maja für diesen Post aus dem Gedächtnis schmeiß*

Als Felix auf dem Bett saß, dachte ich, dass es um seine Familie geht und im ersten Moment hatte ich echt den Gedanken, dass irgendwas passiert ist. 8o Aber glücklicherweise nicht, das ist doch schon mal was, auch wenn die Situation trotzdem recht bescheiden ist.
Hehe, Zala hat ja selbst eingesehen, dass die Szene die wohl kitschigsten Szene seit Menschengedenken war, also ... ist genehmigt von meiner Seite aus. War ja auch nicht so lang, ich hab es gut und ohne großartiges Augenrollen überstanden. :P
Auf das Aufeinandertreffen von den Vieren bin ich ja auch schon gespannt, wie das funktioniert, vielleicht müssen sie ja aus irgendeinem Grund zusammenbleiben? Todesserangriffe, misslungene Schutzzauber ... was ich jetzt mal nicht hoffen will! X(

Liebe Grüße, Lupa
(die jetzt gleich wieder raus gehen und die Sonne genießen wird, draußen konnte ich auf dem Laptop ja nix von dem erkennen, was ich gerade geschrieben habe ...)
Meine FF: Einsichtig
Kapitel [21] aktualisiert: 02. Juni 2014

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145

Donnerstag, 9. Mai 2013, 14:03

Hi Happy,

bevor ich mich deinem neuen Kapitel widme, antworte ich erst noch auf deine Antwort. ;)

Ich bin auch ein großer Kerstin Gier Fan, ich mag ihren Stil, der echt witzig ist, und ihre Geschichten, die sich immer so am Rande des Wahrscheinlichen bewegen. „Für jede Lösung ein Problem“ mochte ich besonders, kennst du das? Bei der Edelsteintrilogie war mir der Schluss ein bisschen zu ... zu. Aber schlimm fand ich’s nicht.

Ja, Fynn ist tatsächlich sehr vermenschlicht und eventuell hätte ich auch gemeckert, aber ich hatte die Szene so bildlich vor Augen beim Lesen, dass ich gar nicht anders konnte, als es gut zu finden. ;)

Ich führe auch ständig Selbstgespräche und ich rede auch mit Dingen. Von daher darf ich eigentlich gar nichts sagen. :D

Das Erwachsenwerden hat du mit diesem Gefühl wirklich schön thematisiert. Als mittlerweile 20-jährige (Gott, bin ich alt ^^) kann ich dir auch sagen, dass es einen riesigen Unterschied macht, ob du 17 oder 20 bist. Und alles ist noch unsicherer ... naja, egal. Auf jeden Fall hast du das Gefühl schön getroffen.

Bitte versteh mich nicht falsch, ich halte es für absolut wichtig, dass man auch mal was anderes ausprobiert. In so einer Fanfiction finde ich das auch okay, nur in einem Buch würde es mich massiv stören. Du kannst es also als Kompliment auffassen, dass ich deine Geschichte schon fast mit einem Buch gleichsetze. ;)

Soo, jetzt aber endlich zum aktuellen Kapitel:

Die Morgenstimmung ist dir wirklich gut gelungen. Ich konnte Kaffee riechen und habe Hunger bekommen. ;)
Louisa war mir auf Anhieb sympathisch. :) Ganz besonders die liebevolle Art, Zala und Felix zu wecken, hat mir gefallen. Und auch Peter mag ich. Dass er nach Zala sucht und ihr ein bisschen hilft, ist echt lieb. Wie schon öfter gesagt, habe ich mich ja sowieso auf die beiden gefreut und habe sie mir wirklich so ähnlich vorgestellt. :) Und, Peter: nette Gummistiefel. :D

„Schrei mich“ – oh mann, Zala. :D
Und ja, sie sind eindeutig hysterische Weiber, aber angesichts der Umstände finde ich das mehr als verständlich. Insgesamt ist das ganze Telefongespräch ziemlich gut gelungen, ganz besonders natürlich die Verabschiedung. :D Arme Louisa – ihre Telefonrechnung möchte ich auch nicht sehen, geschweige denn bezahlen.

Zalas angeknackste Psyche – ah ja. Selbstgespräche, sag ich da nur. ;)

Schön jedenfalls, dass es nun einmal andersrum ist und Zala Felix den Halt gibt, den er braucht.
Und ich fand es nicht schlimm kitschig, eigentlich. Aber da ja schließlich Lupa die Vorsitzende der Anti-Kitsch-Fraktion ist, darf ich dazu gar nicht so viel sagen. ;)

Insgesamt ein schönes Ruhepausenkapitel, in dem an äußerer Handlung nicht viel passiert, dafür um so mehr innerlich.

Ich freu mich schon, wenn es wieder weiter geht!

Liebe Grüße,
Glinda
Meine neue Fanfiction (Achtung Off Topic!):
Changed - Wie ich bin
Zweites Kapitel online!

„Wusch, wusch!“
Mein Oneshot: Dobby erzählt...

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146

Sonntag, 12. Mai 2013, 09:20

Hey ihr zwei,
vielen Dank für eure Kommentare! :) :)

@Lupa: Hihi, ja, bei uns war es auch so schön, das versetzt einen in Sommerstimmung, nach diesem ätzenden Winter...
ich finde es super, dass die Queen of Pragmatik der Queen of Kitsch hier keine Tausend Ausrufezeichen an den Kopf schmeißt :D Ne, im Ernst, schön, dass es dir gefallen hat :) Tja, und wie es weitergeht, lass dich überraschen =)

@Glinda: Danke für deinen Kommentar, schön, dass dir das Kapitel gefällt :)

Edit:
Ach ja, und....

Zitat

Ich führe auch ständig Selbstgespräche und ich rede auch mit Dingen. Von daher darf ich eigentlich gar nichts sagen. :D


Kein Kommentar :D [SIZE=7]"Verdammt, du blödes Handy, jetzt lad mal schneller!" [/SIZE]
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147

Mittwoch, 26. Juni 2013, 22:13

Hey Happy,
es tut mir mega leid, dass ich deine FF nicht mehr weiterverfolgt habe.
Bei mir ist ziemlich viel passiert und ich war seit über einem Jahr in diesem Forum nicht mehr aktiv, aber nun hat sich alles beruhigt und ich habe vor von jeder Fanfiction, die ich hier angefangen hatte zu lesen, alle Kapitel nachzuholen!

Ich hoffe, du bist mir nicht böse! :( Ich hab auf jeden Fall immer noch Interesse an deiner Geschichte und werde mich in den nächsten Tagen daranbegeben, alles aufzuholen!

Bis demnächst,
glg Kala :)
Hörst du den Wolf?
Wie er schreit, wie er singt.
Zum vollen Mond,
der ihn in seine Tiergestalt zwingt.
Doch auch in anderen Phasen,
lässt der Mond ihn nicht kalt.
Er spürt ihn immer,
sogar in Menschengestalt


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Samstag, 20. Juli 2013, 12:08

Hey ihr Lieben!
So, ich habe es endlich geschafft, das nächste Kapitel zu beenden! Ihr werdet Emilias Familie kennenlernen, es wird so einiges passieren, deswegen ist das Kapitel ziemlich lang. Ich hoffe, es gefällt euch, viel Spaß beim Lesen! :)

@Kala: schön, dass du dich meldest :) Ist doch kein Problem, lies einfach weiter, wenn du Lust hast : )



17. Der Himmel über Cornwall

Die Osterferien brachen an, und es war, als würde die Zeit auf einmal nur so vorbeirauschen. Schon war Ostersamstag, und die Hälfte der Ferien vorbei. Zala fragte sich in diesen Tagen immer häufiger, wie es nach den Ferien weitergehen würde. Sie hatte das Gefühl, als würde ihr Leben im Moment völlig von dieser einen Frage bestimmt.
Sie konnte nicht nach Durmstrang zurück, da ja Karkaroff mit ihren Eltern verbündet war, also wie sollte sie ihre magische Ausbildung fortsetzen? Sie war immerhin in ihrem ZAG Jahr, und bis zu ihren Prüfungen wären es theoretisch nur noch drei Monate. Das bereitete Zala heftige Kopfschmerzen, denn sie hatte überhaupt keine Ahnung, was sie nach der Schule werden wollte. Deswegen wollte sie möglichst viele ZAGs bekommen, um sich alle Türen offen zu halten. Allerdings war Zala sehr lernfaul. Sie verabscheute es, für die Schule zu lernen, und wenn sie nicht intelligent gewesen wäre, würde sie in der Schule ziemlich auf der Kippe stehen, im Gegensatz zu Felix, der zu einem richtigen Streber mutieren konnte und bereits ehrgeizige Pläne für eine Karriere als Heiler entwickelt hatte.
Zala bezweifelte nicht, dass er einmal zu den ganz großen gehören würde. Er hatte seinen Platz in der magischen Welt bereits gefunden. Zala suchte noch danach.

In der vergangenen Woche war Felix‘ heile Welt allerdings völlig auf den Kopf gestellt worden. Nicht nur, dass ihm schlagartig klar geworden war, was die Ereignisse dieser verhängnisvollen Nacht auf dem Lichterfest für seine Familie bedeuteten, nein, er hatte auch sofort handeln müssen. So war er gleich einen Tag nach ihrer Ankunft in Kanada in Begleitung von Louisa und Peter nach Bulgarien gereist, um seine Eltern aufzusuchen, ihnen alles zu erklären, Schutzzauber über ihr Haus zu legen und ihre Gedächtnisse zu löschen. Von dieser Reise kehrte Felix als komplettes Nervenbündel zurück und war in den folgenden Tagen kaum ansprechbar gewesen. Zala hatte ihn weitestgehend für sich gelassen, aber sie war heilfroh, dass sie mittlerweile ihren fröhlichen Freund zurückhatte.

Am Ostersonntag erwartete Zala und Felix eine kleine Überraschung. Als sie zum Frühstück die Treppe hinunterstiegen, fanden sie eine verwaiste Küche vor. Auf dem Eichenholztisch lag ein großer Zettel.

„Peter und ich sind in England, alles Weitere erklären wir euch später. Und Zala, zum Eiersuchen ist man nie zu groß! ;)“

„Hä?“, machte Felix und starrte verwirrt auf die schwarzen Buchstaben in Louisas schöner Handschrift hinab.
„Was soll das denn heißen?“
Zala runzelte die Stirn, dann kicherte sie.
„Ich glaube, Louisa hat im Garten Ostereier versteckt!“
Daraufhin sah Felix nur noch verwirrter aus.
„Und was bitte sind Ostereier?“
„Ach, das ist so ein Muggelbrauch aus Deutschland, Louisa und Peter haben ihn einmal auf einer Reise entdeckt. Weißt du, die Muggel erzählen ihren Kindern, dass ein Hase, der Osterhase, in der Nacht auf Ostersonntag im Garten Schokoeier versteckt, die man dann suchen muss.“

Jetzt grinste Felix.
„Ach, und der Osterhase heißt in dem Fall Louisa?“
„Genau! Naja, eigentlich sind wir ja schon ein bisschen zu alt für solche Kindereien. Aber andererseits...“
„...kann man niemals Kind genug sein!“, vollendete Felix Zalas Satz.
Zala grinste- klar, kaum, dass Schokolade im Spiel war, war Felix zu allem bereit. Dejan hatte ihn mit der Schokoladensucht infiziert. Fressack!
Zala schnappte sich zwei mit bunten Blumen bedruckte Leinenbeutel, drückte einen davon Felix in die Hand und lachte:
„Wer als erster draußen ist, kriegt das größte Schokoei!“

Zwanzig Minuten später hockte Zala und Felix grinsend nebeneinander auf der Brunnenmauer neben einem großen Pfingstrosenbusch und mampften hühnereigroße Schokoeier mit Karamellcreme.
Während Zala in ihr Ei biss, meinte sie:

„Eigentlich könne ich mir das Zeug auch gleich auf den Hintern schmieren, denn da landet es sowieso- in Form von Speck!“
Sie starrte das Ei unzufrieden an, bis Felix meinte:
„Ach, Unsinn. Bei deiner Figur kannst du dir das leisten!“
Zala sah ihn äußerst skeptisch an. Wirklich zufrieden war sie nicht mit ihrem Körper. Sie zwar nicht dick, aber auch nicht dünn, eher kurvig. Hmpf. Naja, welches Mädchen war schon hundertprozentig zufrieden? Trotzdem hatte sie jetzt ein schlechtes Gewissen, als sie auf ihr halb aufgegessenes Ei hinabsah.
Felix lachte.

„Jetzt guck doch nicht so bedröppelt! Also wirklich, Mädchen! Immer findet ihr euch zu dick, obwohl ihr genau richtig seid. Ihr macht euch das Leben einfach viel zu kompliziert.“
Zala schaute zu ihm hoch.
„Wahrscheinlich hast du Recht.“
„Natürlich hab ich das!“
„Also gut, dann pass auf!“ Und sie schob sich ein ganzes Osterei auf einmal in den Mund.
Etwas Karamellsoße tropfte ihr vom Kinn, während ihr Mund gleichzeitig so voll war, als hätte sie eine Maulsperre. Felix bekam einen heftigen Lachkrampf und wischte Zala mit zitternden Fingern das klebrige Zeug vom Kinn. Zala indes versuchte, einen Lachanfall zu unterdrücken, solange ihr Mund noch gestopft voll Schokolade war.
Als sie das Ei hinuntergewürgt hatte, brach sie in ersticktes Gelächter aus und klammerte sich verzweifelt am Brunnenrand fest. Sie lachten beide so heftig, dass ihnen die Tränen kamen, und erst, als Zala schmerzhafte Seitenstiche überkamen, flaute ihr Lachen langsam ab.

„Puh! Lass uns aufhören, ich kann nicht mehr!“, presste sie mühsam hervor.
„Gut, dass das keiner mitbekommen hat!“

„Da wäre ich mir mal nicht so sicher!“, flötete eine amüsierte Stimme, die aus Richtung Terrasse kam. Felix‘ und Zalas Köpfe zuckten hoch- in der Glastür lehnte Louisa, und von ihrer Hand baumelte, an einem schwarzen Band, eine Kamera.

„Louisa!!! Hast du uns etwa gerade fotografiert?!“
Louisa musste lachen.
„Und nicht nur gerade! Ich stehe hier schon eine ganze Weile. Ihr zwei gebt großartige Fotomodelle ab.“
Sie kam über den Rasen auf die beiden zu.
„Na dann!“, gluckste Felix, setzte sein breitestes Grinsen auf und hielt ein angebissenes Schokoei in die Kamera.
Eigentlich wollte Zala schmollen, weil sie Fotos hasste- aber dann siegte die Albernheit, und sie machte Felix Hasenöhrchen, während sie gleichzeitig den Mund aufklappte und ein ganzes Schokoei auf einmal hineinschob.
Lachend schoss Louisa ein Foto nach dem anderen, bis Zala schließlich die Hände vor die Augen schlug und rief:
„Okay, genug jetzt! Ich mag nicht mehr fotografiert werden!“

Ein paar Minuten später saßen Zala und Felix mit Louisa und Peter am Frühstückstisch im Cottage. Die Kaffeemaschine gluckste, die Eier hüpften auf dem Herd in ihrem Topf umher, die Brötchen dampften vor sich hin, und der Familienwaldkauz Lumix hockte auf seiner Vogelstange am Fenster, morgenmuffelig auf einem trockenen Brötchen herumhackend.
Vor Zala stand ein großer, dampfender Becher Latte Macchiato, auf ihrem Teller lag ein angeknabbertes Honigbrötchen. Eigentlich hätte sie ja noch von den Schokoeiern vollkommen abgefüllt sein müssen, aber es gab Tage, an denen sie essen und essen konnte und einfach nicht satt wurde. Höchst ärgerlich. Felix hingegen verdrückte immer solche Unmengen, und Zala hatte sich schon häufig neidvoll gefragt, wo er all den Zucker und das Fett einlagerte, schlaksig wie er war.

Louisa, die bis zu dem Moment in einer Illustrierten geblättert hatte, die neben ihrem Teller lag, schob diese nun beiseite und wandte sich an Zala und Felix.
„Also ihr zwei, Peter und ich sind ja heute Morgen schon früh nach England gereist. Wir haben dort der Familie Jordanova einen kleinen Besuch abgestattet.“

Zala verschluckte sich vor Aufregung an ihrem Brötchen. Während Felix ihr auf den Rücken schlug, würgte sie hervor:
„Und?!“
„Nun, weil Emilias Vater ja im Zaubereiministerium arbeitet, oder eher, gearbeitet hat, ist die Familie mitten im Zentrum des Geschehens und-“
„Moment! Was heißt das, gearbeitet hat? Was ist passiert?“
„Das wollte ich dir gerade erklären, Zala, Schatz. Wenn du mich jetzt ausreden lässt, wirst du es verstehen.“
„Okay, tut mir leid. Ich bin still.“
„Schön. Wo war ich jetzt? Ach, genau. Also, Emilias Vater hat im Zaubereiministerium gearbeitet, weshalb die Familie die Geschehnisse sozusagen live und in Farbe mitbekommen hat. Marc Jordanova konnte sich nie sicher sein, ob ein Angestellter, mit dem er sprach, nun ein Todesser war oder nicht...
Er konnte niemandem vertrauen, außer seiner Familie, er ist klug und hat sich sehr in Acht genommen. Die Todesser, die das Ministerium infiltriert haben, sahen das natürlich gar nicht gerne- jemand, der nicht verängstigt, sondern nur höchst wachsam und sehr intelligent ist, stellte ein Risiko für sie dar.
Offiziell versucht der bulgarische Zaubereiminister immer noch, die Lage in den Griff zu bekommen und die Todesser in den eigenen Reihen zu entlarven. Nun ist es Marc gelungen, einen ganzen Spionagering der Todesser in der Führungsabteilung aufzudecken- eine wahre Meisterleistung auf dem Gebiet. Doch noch bevor er seine Entdeckungen an den Minister vermitteln konnte, überfielen die Todesser sein Haus und seine Familie.“

„Was?!“, keuchte Zala entsetzt.
„Wann war das? Haben wir deshalb nichts mehr von ihnen gehört? Sind alle okay? Oh mein Gott, oh mein Gott...“
„Keine Panik, Zala, alle sind wohlauf. Die Familie ist geflohen. Sie leben jetzt in Cornwall, an der Küste Südwestenglands, sie sind bestens geschützt, und alles ist gut. Sie sind erst seit knapp einer Woche dort, und es wundert mich nicht, dass Emilia es am Telefon nicht erwähnt hat. Es sind schwere Zeiten für sie.“
„Ach du heiliger Horklump“, kam es von Zala und Felix gleichzeitig.

„Ja, die Lage ist natürlich mehr als katastrophal. Aber ihr müsst euch wirklich nicht sorgen. Die Jordanovas sind in Britannien viel sicherer als sie es in Bulgarien waren, denn obwohl Lord Voldemort selbst sich meistens in England aufhält, ist er dort nicht mächtig. Das Zaubereiministerium dort ist sehr viel stärker als in Bulgarien. Außerdem werden sie von den besten Zauberern dieser Zeit geschützt. Also, macht euch keine Sorgen. Gut, so viel dazu.
Was ihr noch wissen sollt, ist, dass die Jordanovas ein sehr geschicktes Anti- Eindringlingssystem auf ihrem Grundstück installiert haben, allerdings konnten sie es so einrichten, dass der Fluch uns vier ausklammert. Das gleiche haben Peter und ich bei unserem Grundstück vorgenommen. Das bedeutet, wir können direkt von unserem Garten aus zu den Jordanovas disapparieren, und sie zu uns.“
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Samstag, 20. Juli 2013, 12:10

Zala und Felix waren angemessen beeindruckt.
„Genial!“, hauchte Zala.
„Wann können wir sie besuchen?“, trötete Felix ungeduldig.
„Gleich nach dem Frühstück, wenn ihr wollt.“, antwortete Louisa.
„Aber Zala, ich soll dir noch etwas von Emilia ausrichten“, wandte sie sich grinsend an das aufgeregte Mädchen.
„Also, ich soll dir sagen, nein, dich warnen, dass das Haus der Jordanovas im Moment das reinste Irrenhaus sein kann, weil ihr jüngster, Timmy, gerade Zähne bekommt und regelmäßig das Haus zusammenbrüllt und Cody und Noelle mehr Chaos veranstalten, als man es bei zweijährigen Zwillingen vermuten sollte.“
„Ach!“, winkte Zala ab.
„Dann betätigen wir uns als Babysitter!“
Sie strahlte, denn sie liebte Babys. Nur Felix sah nicht ganz so glücklich aus.
Die Familie Jordanova war eine richtige Großfamilie.
Marc und Marie hatten sechs Kinder: Emilia, den fünfzehnjährigen Joshua, die zwei Jahre jüngere Isabella, die zweijährigen Zwillinge Cody und Noelle und natürlich Timmy, der eigentlich Tim hieß und niedliche sechs Monate alt war.


Emilia stand auf der Terrasse ihres neuen Zuhauses in der Sonne und atmete in tiefen Zügen die milde, salzige Seeluft ein. Nach der Eiseskälte oben in Grönland war das Klima im Südwesten Englands wie ein Karibikurlaub.
In den Armen hielt Emilia ihren kleinen Bruder Tim, der mit seinen dicken Beinchen strampelte und begeisterte Laute ausstieß, als sich ein Marienkäfer auf seiner Hand niederließ. „Mia!“, quiekte er und lachte sein glucksendes Lachen.
Emilia kicherte, ließ sich in einen der gemütlichen Korbstühle sinken und legte Timmy vorsichtig auf eine Decke zu ihren Füßen. Er konnte noch nicht sitzen, aber er robbte eifrig auf dem Bauch herum und brabbelte vor sich hin.
Emilia fand, dass er ihr, wie alle ihre Geschwister, schon jetzt ähnlich sah: die blonden Locken, die blitzblauen Augen und die helle Porzellanhaut waren das Markenzeichen der Jordanovas, wobei auffiel, dass Marie, Emilia, Isabella und Noelle wilde Korkenzieherlocken hatten, Marc, Joshua, Cody und Tim jedoch nur leicht lockiges Haar.

Traumverloren blickte Emilia in den Himmel hinauf und ließ ihre Gedanken abschweifen, weit, weit weg. Sie träumte vor sich hin, bis ihr jemand eine kleine Patschhand aufs Knie legte und vor ihr auf und ab hüpfte.
Emilia schlug die Augen auf und blickte hinab auf Noelle, ihre winzig kleine Schwester, die sie gerade mit ihrem süßesten Grübchenlächeln anstrahlte.



„Mila! Da Sala! Flix!“, lispelte sie.
„Was?“, fragte Emilia verwirrt, hob das aufgeregte Kleinkind auf ihren Schoß und zupfte ihr ein Blatt von einer kichernden Kiefer aus dem Haar.
Noelle wand sich aus Emilias Armen, rutschte zu Tim auf die Decke und fuhr fort, aufgeregt auf und ab zu hüpfen.
„Da Sala, Flix!“, trötete sie ungeduldig und wies weit nach hinten in den parkähnlichen Garten.
Emilia folgte Noelles Blick mit leichtem Stirnrunzeln- und stieß einen lauten Schrei aus.
„ZALA! FELIX!!!“

Schon von weitem sah Zala Emilias Haarschopf in der Sonne leuchten, als sie und Felix rasend schnell wirbelnd im Garten der Jordanovas Gestalt annahmen und völlig aus dem Gleichgewicht gebracht übereinander zu Boden purzelten. Außer Atem rappelten sich die beiden auf und klopften sich den Dreck von den Kleidern.
„Wir sind da, würde ich mal sagen“, grinste Felix, zupfte sich ein paar Blätter aus den Haaren und klopfte Schmutz von seinem Hosenboden.
Zala band ihr völlig wirres Haar zu einem Dutt zusammen und meinte:
„Los, lass uns gehen, ich glaube, Em hat uns noch nicht bemerkt.“
„Dafür aber Noelle!“, kommentierte Felix. Zala blickte zur Terrasse hoch. Tatsächlich, da stand die winzige Noelle an der Treppe und winkte! Süß!

Zala und Felix quetschten sich zwischen den Pfingstrosen hindurch, in deren Beet sie gelandet waren, und folgten einem schmalen Kieselweg die leichte Anhöhe zum Haus hinauf.
Jetzt hatte Emilia ihre Ankunft bemerkt.
Ihr begeisterter Ruf hallte so laut durch den Garten, dass einige kleine Vögel erschrocken davonflatterten. In null Komma Nichts war Emilia bei Zala und Felix und fiel ihnen nacheinander um den Hals.

„Zala, Felix! Mensch, bin ich froh, euch wiederzusehen! Ich hatte solche Angst, dass wir sterben würden und ich euch nie wieder sehen würde, als Daddy angegriffen wurde, und, man, jetzt bin ich so erleichtert, dass wir noch leben, dass ich völlig wirres Zeug quatsche, aber ihr seid bestimmt sauer, dass ich euch nichts erzählt hab, das konnte ich einfach nicht, ich wollte es euch persönlich sagen, aber Mum brauchte doch meine Hilfe mit den kleinen, ich bin praktisch Tag und Nacht eingespannt, weil Noelle und Cody im Moment so furchtbar sind, und Joshua hat seine erste Freundin und ist auch nicht zu gebrauchen, weil er sie ja jetzt nicht mehr sehen kann, er ist total traurig , und gestern hat sie dann mit ihm Schluss gemacht , da musste ich ihn doch trösten, aber von alleine redet er ja nicht, ein Junge halt, und Timmy kriegt Zähne und brüllt das ganze Haus zusammen, und, ach...“

Felix kicherte.
„Em, halt mal die Luft an!“
Er umarmte seine beste Freundin und grinste Zala zu. Die grinste zurück. Felix hatte Emilias Sprachwasserfall erfolgreich abgewürgt.

„Felix? Zala? Seid ihr das?“, schallte eine weitere, wohlbekannte Stimme über den Rasen. Zala blickte hoch- und im nächsten Moment stand Dejan vor ihr.
„Dejan!“, quiekte Zala ausgelassen und fiel ihm um den Hals.
„Hallo, Krümelmonster!“, neckte er sie, hob sie lachend hoch und wirbelte sie in der Luft im Kreis herum, sodass sie ganz schwindelig wurde.
„Wer ist hier das Krümelmonster!“, gackerte sie und schloss ihn fest in die Arme.
Es war so toll, ihren besten Freund wiederzuhaben!

„Was ist denn das für ein Geschrei- oh, Marc, Zala und Felix sind da!“
Das war Emilias Mutter Marie. Sie kam nun ebenfalls über den Rasen auf sie zu gelaufen, gefolgt von Marc.
Irgendwann endete das ganze in einem riesigen Gruppenkuscheln auf der Wiese unter dem Apfelbaum. Angelockt von den Freudenschreien kamen auch Isabella und Joshua aus dem Haus, und Cody und Noelle ließen es sich ebenfalls nicht nehmen, Zala und Felix zu begrüßen.
Zala verlor in dem Gewusel aus Armen und Gesichtern fast den Überblick, aber sie strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als sie einen Jordanova nach dem anderen umarmte. Weil der fünfzehnjährige Joshua dermaßen traurig aus der Wäsche blickte (obwohl er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen), bekam er von Zala einen Kuss aufs Haar, was ihn dann doch schwach grinsen ließ. Zala hoffte, dass ihr selbst Liebeskummer jeglicher Art erspart bleiben würde und dass Joshua bald wieder auf die Beine kam.
Cody, der einen Narren an Zala gefressen hatte, ließ aber nicht zu, dass sein großer Bruder Zalas Aufmerksamkeit allein für sich beanspruchte. Er zupfte an ihrem Hosenbein und strahlte sie so niedlich an, dass sie ihn hochnahm und ihm links und rechts einen dicken Schmatzer auf seine Pausbäckchen drückte. Cody kicherte und schmatzte Zala ebenfalls einen Kuss auf die Wange. So ein süßer kleiner Kerl!

Zala liebte Emilias Geschwister, als wären es ihre eigenen. Wahrscheinlich, weil sie ein Einzelkind war. Die Jordanova- Kinder kannten Zala größtenteils seit Jahren, beziehungsweise seit ihrer Geburt, und sie nahmen sie ganz selbstverständlich als ihre große Schwester an. Das fand Zala einfach toll, und wieder einmal hatte sie das Gefühl, eine Familie zu haben. All diese Menschen um sich zu haben, war das Beste, was es gab. Man brauchte weder Geld noch viel Besitz, Ruhm oder Ansehen, wenn man eine solche, liebende Familie hatte. Das war es, was Zala in ihrem Leben gelernt hatte. Und das war es, was ihre Eltern nie verstehen würden. Sie konnten ihr nur leid tun, da sie diese Erfahrung niemals machen würden.
Zala schaute sich glücklich um. Sie war so froh, hier zu sein.

Ein wenig später saß die gesamte Familie Jordanova samt Zala und Felix auf der Terrasse unter dem Sonnenschirm bei einem zweiten Frühstück. Trotz der furchtbaren Ereignisse, die vor kurzem geschehen waren, schien bei den Jordanovas der Alltag wieder eingekehrt zu sein. Die Stimmung war entspannt und fröhlich. Die Sonne schien so warm, dass Zala ihr Sweatshirt ausgezogen hatte. Zufrieden lehnte sie sich in ihrem Korbsessel zurück, kaute auf einem Bissen Waffel, die Emilias Mutter wie aus dem Nichts gezaubert hatte, und schaute sich das neue Heim der Familie genauer an.

Das Anwesen der Jordanovas war ziemlich groß. Ein parkähnlicher Garten, durch den ein Bach floss, schloss sich an das herrschaftliche Haus an und erstreckte sich bis weit an die angrenzenden Felder. Alte, knorrige Obstbäume wuchsen im Obstgarten, Blumen sprossen in Hülle und Fülle. Und natürlich fehlten auch die für Cornwall typischen Rosen nicht.
Zur Terrasse stieg man ein paar hölzerne Stufen hinauf und saß dort wie in einer sonnigen, üppig blühenden Oase. Von der Terrasse führte eine Schiebetür aus Glas ins Haus.

Emilia ließ es sich nicht nehmen, Zala auch hier herumzuführen. Im Erdgeschoss befanden sich die Küche, ein Gäste-WC, Marcs Arbeitszimmer und ein großzügiger Wohn- und Essraum.
Eine breite hölzerne Treppe führte hinauf in den ersten Stock, wo das Schlafzimmer von Emilias Eltern samt Bad und die Zimmer von Tim und Bella sowie ein weiteres Bad für die beiden lagen.
Der zweite Stock war das Reich der Zwillinge. Er bestand aus einem lichtdurchfluteten Flur, von dem drei Türen abgingen. Die mittlere führte ins Bad, Rechts war Noelles, links Codys Zimmer.
Den dritten Stock hatte Joshua ganz allein für sich. Sein Zimmer und Bad nahmen fast das gesamte Stockwerk ein, aber es gab auch noch das Musikzimmer, in dem nichts weiter stand, als ein riesiger, wunderschöner Steinway-Flügel und Joshuas Bassgitarre samt Ausrüstung.
Der Dachboden war ganz offiziell Emilias Allerheiligstes. Eine schmale Holztreppe führte aus der dritten Etage nach oben. War man sie hinaufgeklettert, gelangte man zunächst in einen kleinen Flur, wo man von einem Schuhschrank und einer Garderobe begrüßt wurde. Von dem Flur gingen zwei Türen ab: Ein Ankleidezimmer und ein großes Bad. Der schmale Flur ging über in einen großen, weitläufigen Raum, dessen Front komplett verglast war. Zala staunte nicht schlecht. Wer immer diese Unterkunft für die Jordanovas ausgesucht hatte, er musste sie ziemlich mögen. Aber wer würde das nicht?

Das gemütliche Frühstück auf der Terrasse zog und zog sich. Alle waren entspannt und gut gelaunt, die Sonne schien, man hörte das Meer rauschen, es war warm und einfach perfekt.
Felix überwand zu Zalas großer Freude gerade seine leichte Abneigung gegen kleine Kinder: Noelle hatte es sich auf seinem Schoß gemütlich gemacht, sie lag zufrieden in seinen Armen und teilte sich eine Waffel mit ihm. Das kleine Mädchen hatte einen Kranz aus Gänseblümchen gebastelt, der nun auf Felix‘ Locken thronte, und erzählte mit ihrem leichten Lispeln und dem spärlichen Wortschatz einer zweijährigen von ihren Ausflügen ans Meer. Felix grinste, wirkte sehr zufrieden und hatte Noelle ganz offensichtlich ins Herz geschlossen.
Zala selbst hatte Timmy auf dem Schoß, wippte ihn auf ihren Knien und freute sich über sein glucksendes Lachen. Cody schmollte, weil ihm sein kleiner Bruder den Platz auf Zalas Schoß streitig gemacht hatte.
Als irgendwann im Laufe des Vormittags Louisa und Peter auftauchten, wurde es voller, aber noch gemütlicher. Marc beschwor zwei zusätzliche Stühle herauf, Marie sorgte für Waffelnachschub und Cody ergatterte einen Platz auf Louisas Schoß.
Der Vormittag verging. Die Erwachsenen plauderten und lachten, und zwischen Marie und Louisa schien sich eine echte Freundschaft zu entwickeln.
Zala und Emilia unterhielten sich, während Felix und Dejan mit Cody und Noelle im Sandkasten Kuchen backen mussten. Allerdings schienen sie dabei selbst viel Spaß zu haben.

Gegen Mittag fanden sich alle zu Essen wieder auf der Terrasse ein. Es gab Spaghetti Bolognese und dazu Salat und Baguette. Obwohl Zala schon unglaublich viele Waffeln gegessen hatte, langte sie ordentlich zu, denn Spaghetti waren ihr absolutes Lieblingsessen.
Das Essen ging ebenso laut und fröhlich vonstatten wie auch alles andere bei den Jordanovas, doch irgendwann räusperte sich Marie und legte ihr Besteck auf den Teller. Als wäre das leichte Klirren ein Zeichen, verstummten auf einmal die Erwachsenen, und auch Zala und die anderen Kinder wurden ruhig und richteten ihre fragenden Blicke auf Marie.
Diese räusperte sich und sagte:

„Hört mal zu, ich muss euch noch etwas Wichtiges mitteilen, vor allem euch beiden, Zala, Felix. Ihr anderen wisst schon bescheid.“
Sie nickte in Richtung ihrer Kinder.
„Es geht darum, wie ihr eure Ausbildung fortsetzten sollt und wie es nach den Ferien mit euch weitergeht. Nun, die Sache ist folgende: Es gibt hier in Großbritannien eine ganz hervorragende Zauberschule, Hogwarts heißt sie, ihr werdet schon von ihr gehört haben. Sie wird geleitet vom größten Zauberer dieses Jahrhunderts, Albus Dumbledore. Wisst ihr, ich bin in meiner Jugend nach Hogwarts gegangen, und ich bin überzeugt davon, dass man dort die beste Ausbildung erhält, die es gibt.
Außerdem hat mich Dumbledore in einer für mich persönlich schweren Zeit damals sehr unterstützt.
Auch nach der Schule habe ich stets den Kontakt mit ihm gehalten. Er ist mir ein guter Freund geworden und geblieben. Er ist es auch, der uns dieses Haus hier besorgt hat, und der uns schützt.
Und nun hat er angeboten, dass ihr alle“, sie sah der Reihe nach Bella, Emilia, Joshua, Dejan und Felix an, „nach Hogwarts gehen und dort eure Ausbildung fortsetzen könnt. Ihr werdet im Schloss leben und unter dem besten Schutz stehen, der euch mit magischen Mitteln geboten werden kann. Vor allem für euch, Zala und Felix, ist dies wohl das Wichtigste. Unsere Kinder sind bereits angemeldet. Sie werden gleich am ersten Tag nach den Ferien hier abgeholt werden und von da an nach Hogwarts gehen. Was haltet ihr zwei davon? Wollt ihr Dumbledores Angebot annehmen?“
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Samstag, 20. Juli 2013, 12:12

Stille senkte sich über den Tisch. Zala hatte während Maries Vortrag immer größere Augen bekommen. Sie wunderte sich über die unfassbare Güte dieses großen Zauberers, und sie konnte kaum glauben, welche Möglichkeiten sich für sie auftaten. Sie konnte frei von Angst leben? Behütet und beschützt ihre Ausbildung abschließen? All ihre Lieben in Sicherheit und bei sich wissen? Wie großartig war das denn!
Fast sprachlos vor Erstaunen konnte sie eine Weile lang nur vor sich hinstarren, aber Felix sprach aus, was sie dachte.

„Ich finde das sehr, sehr großherzig von Professor Dumbledore! Und ich würde sein Angebot wirklich gern annehmen. Und du Zala?“
„Ich auch“, brachte sie immerhin hervor.
„Großartig!“, freute sich Marie. „Dann werde ich gleich mal eine Eule nach Hogwarts schicken“, sprach‘s und war verschwunden.

Die Gespräche flammten wieder auf, und Zala hörte eine Weile einfach nur zu, den Kopf auf Codys Locken gelegt (er hatte seinen Lieblingsplatz zurückerobert), die Hand in Felix‘ verschränkt.
Ihr war etwas gerade etwas eingefallen, etwas Wichtiges, aber sie wollte es nicht laut vor allen Fragen, also wartete sie, bis die Erwachsenen sich wieder ins Gespräch vertieft und Joshua und Bella sich zu Freunden verabschiedet hatten. Dann beugte sie sich zu Dejan hinüber und fragte leise:

„Dejan? Du hattest doch letztens am Telefon erzählt, dass du nachhause zu deiner Familie und mit ihnen reden wolltest, oder? Was- was ist denn nun mit ihnen? Warum wohnst du noch bei den Jordanovas und nicht zuhause?“

Es war, als würden schwarze Gewitterwolken über Dejans eben noch fröhliches Gesicht ziehen. Sein Blick verfinsterte sich mit einem Schlag, er sah wütend aus- vor allem aber besorgt und ängstlich. Er atmete zischend ein, die Hände zu Fäusten geballt.
Zala erschrak heftig. Was in Merlins Namen mochte passiert sein?

„Es ist so“, begann Dejan langsam, „dass das Erste, was meine Familie versucht hat, als ich kam, war, mich umzubringen.“
„WAS?!“, keuchte Zala entgeistert.
Cody schreckte aus dem Schlaf auf und wimmerte, Zala strich ihm beruhigend über den Kopf. Dann wiederholte sie etwas leiser:
„Was hast du da gerade gesagt?“
„Du hast dich nicht verhört, es ist wahr. Sie haben versucht, mich zu töten.“
„Aber-“, murmelte Felix schockiert. „Wieso?“
Dejan verknotete die Finger ineinander, die Stirn in Falten gelegt.
„Ich glaube“, sagte er schließlich, „dass sie unter dem Imperiusfluch stehen. Ihre Augen- sie waren so leer und ausdruckslos. Sowas habe ich noch nie gesehen. Und ihre Stimmen klangen ganz fremd, es war, als wären sie nicht mehr sie selbst, als wären sie- von anderen besessen.“
Er brach ab und schluckte.
„Mein Dad arbeitet im Ministerium, er muss die Todesser geärgert haben und hatte nicht so viel Glück wie Marc. Ich habe keine Ahnung, was passiert ist. Jedenfalls bin ich geflohen und wohne jetzt bei Em. Und jetzt will ich nicht mehr darüber reden.“

Er stand auf und verschwand im Haus. Nach ein paar Minuten schockierten Schweigens folgte ihm Felix und ließ Zala und Emilia allein auf der Terrasse zurück.
„Furchtbar, oder?“, murmelte Emilia leise.
„Dejan hat mir auch das mit Felix Eltern erzählt. Das ist alles so schlimm für die beiden, auch wenn sie es nicht zeigen. Wir müssen gut auf sie aufpassen.“
Zala nickte benommen. Wieder spürte sie diese ohnmächtige Wut und Verzweiflung in ihrem Inneren brodeln. Warum? , hallte es in ihrem Kopf wider. Warum muss das geschehen? Wo ist der Sinn? Warum?
Sie war völlig verstört, wie so oft in letzter Zeit. Natürlich war es diesen verfluchten Todessern nicht genug, nur ihr Leben zu zerstören, nein- auch ihre Freunde wurden an den Rand ihrer Kräfte getrieben. Es war, als stünden sie alle vier oben auf einer felsigen Klippe, unter ihnen der tosende Ozean, und das einzige, was ihnen noch halt gab, waren sie selbst, ihre Freundschaft.

„Lass uns über was anderes reden“, bat Zala.
„Ich halte das nicht aus.“
„Okay“, nickte Emilia.
„Magst du mit zum Strand gehen?“
„Wie?“ Zala glaubte, sich verhört zu haben.
„Ich denke, wir dürfen das Grundstück nicht verlassen?“
„Stimmt schon“, grinste Emilia.
„Aber Dumbledore, naja... Er hat einfach einen Teil vom Strand zu diesem Grundstück mit dazugerechnet!“
Zala pfiff durch die Zähne.
„Nicht übel!“
Emilia strahlte.
„Los, komm, los komm, los komm, ich zeigs dir!“
Aufgeregt hüpfte sie vor Zala auf und ab.
„Schon gut!“, lachte diese, legte Cody vorsichtig auf das Sofa und folgte Emilia durch den Rosengarten.
Sie steuerte das entfernteste Eckchen des Gartens an.
„Pass auf, es geht steil runter!“, warnte Emilia Zala vor, und im nächsten Moment wurde Zala klar, dass sie oben auf einer Klippe standen. Das Haus der Jordanovas war auf den Steilküsten am Meer gebaut.
„Wow“, hauchte Zala andächtig, als sie hinter einem Rosenbusch hervortrat und sich die fantastische Aussicht ihren Augen bot.
Jetzt konnte sie verstehen, warum Cornwall regelmäßig als Kulisse für furchtbar kitschige Filme missbraucht wurde.
Ein weitläufiger, feiner Sandstrand erstreckte sich über viele Kilometer unter dem strahlend blauen Himmel, das Meer warf tosende, Schaum und Gischt spritzende Wellen, die sich an den Felsen unter ihnen brachen. Heidekraut und Strandhafer wucherten auf den Hängen. Am Himmel sausten Möwen umher, einige dümpelten auf dem ruhigeren Wasser. In der Ferne sah Zala einige bunte Punkte auf den Wellen umherflitzen. Kite- Surfer? Das würde Felix gefallen!
Sie standen ganz oben am Rand einer schräg abfallenden Klippe, und eine schmale, in den Fels gehauene Treppe führte hinunter zum Strand. Eine hölzerne Gartenpforte trennte den Vorsprung und die Treppe vom Rest des Gartens.
„Wow“, sagte Zala noch einmal.
Emilia grinste und stieß die Pforte auf.
„Folge mir unauffällig!“
„Unauffällig, ich? Nie im Leben!“, prustete Zala und kraxelte hinter Emilia die Steintreppe hinunter.

Als Louisa und Peter gegen Abend wieder aufbrechen wollten, wäre Zala am liebsten in Cornwall geblieben. Sie würde es vor den beiden niemals zugeben, aber obwohl sie Kanada schön fand, gab es absolut nichts, was sie in den kalten Norden zog, und sie würde einiges dafür geben, hier im warmen britischen Klima bleiben zu können. Weil sie Louisa und Peter so unglaublich dankbar war, äußerte sie selbstverständlich nichts davon.
Trotzdem fiel es ihr schwer, sich von den Jordanovas zu verabschieden. Aber es sollte ja nicht ihr letzter Besuch sein.

In der darauf folgenden Woche pendelte Zala jeden Tag zwischen Cornwall und Kanada hin und her. Meistens kam Felix mit, oft auch Louisa und Peter, aber Zala kam jeden Tag ganz zuverlässig um dieselbe Uhrzeit. Bis zu jenem Tag kurz vor Ende der Ferien.

Es war ein ungewohnt sonniger Tag, als Zala an jenem Morgen die Augen aufschlug. Felix neben ihr schnarchte wie ein Hippogreif, und kurz war sie versucht, ihm einen Korken in die Nase zu stecken. Ganz kurz nur. Doch sie verkniff sich diese kleine Gemeinheit, zog sich hastig an und schlüpfte aus dem Zimmer.
Das Haus lag in vollkommener Stille, als Zala die Treppe hinabstieg. Louisa und Peter schienen noch zu schlafen, und nach einem kurzen Blick auf die Uhr stellte Zala fest, dass es gerade erst kurz vor sieben war. Die anderen würden also frühestens in einer Stunde aufstehen. Großartig.

Zala entfuhr ein tiefer Seufzer. Unschlüssig blieb sie am Küchenfenster stehen und blickte hinaus in den sonnigen Morgen. Vom Küchenfenster hatte man eine wundervolle Aussicht auf den Garten, in dem erste Blumen blühten.
Die Küchenuhr tickte laut. Lumix auf der Vogelstange raschelte mit seinem Gefieder, als Zala vorbeiging, und als sie ihm über die Federn strich, klackerte er mit dem Schnabel.
Zalas Magen gab ein lautes Knurren von sich, und sie bewegte sich in Richtung Brotschrank. Aus dessen Inneren lachte ihr ein Nussstriezel entgegen, der ihr sogleich zum Opfer fiel.
Noch immer kauend schlüpfte Zala in ihre Gummistiefel und ihre Winterjacke, dann verließ sie das Haus.

Sie merkte sofort, dass sie nicht mehr unter den schützenden Zaubern war, als sie durch die Gartenpforte hinaus auf die sonnenbeschienene Straße trat. Eine leichte Gänsehaut strich Zala über den Rücken und ein ungutes Gefühl, wie eine böse Vorahnung, stieg in ihr empor. Sie versuchte, beides abzuschütteln. Was sollte schon passieren? Sie war in einem winzig kleinen Kaff in Kanada, das sogar mit Ortsschild schwer zu finden war.
Nur Zalas erweiterte Familie wusste von ihrem Aufenthaltsort.
Es war alles gut.

Trotzdem, während sie die Hauptstraße von St. Anthony entlanglief, äugte sie immer wieder misstrauisch über die Schulter.
Erst, als sie am Strand angekommen war und das kleine Fischerdorf hinter sich gelassen hatte, wurde sie ruhiger. Die vielen kleinen Häuschen und Gassen, die sie an anderen Tagen so sehr mochte, waren ihr heute wie eines dieser Labyrinthe in schwachsinnigen Videospielen der Muggel vorgekommen, in denen einem hinter jeder Ecke ein neues, schreckliches Monster auflauerte.
Es war dumm und unsinnig. Zala ärgerte sich über ihre Paranoia, und sie versuchte, sie zu verdrängen.

Sie stapfte durch den Sand auf das Wasser zu. Eine lange Zeit blieb Zala am Strand und dachte nach. In den vergangenen Tagen waren sie und Emilia laufend damit beschäftigt gewesen, Emilias Geschwister zu hüten. Dabei hatten sie sich vor allem um Joshua gekümmert, weil sie ihn von seinem Liebeskummer ablenken wollten- reden wollte er ja nicht. Dafür hatten sie ein großes Opfer auf sich genommen: sie hatten ihn gefragt, ob er nicht Lust habe, ihnen Kitesurfen beizubringen. Joshua war gleich Feuer und Flamme gewesen, und von da an waren Zala, Emilia und Joshua, der unermüdliche Surflehrer, quasi nur noch im Wasser. Emilia stellte sich auch ziemlich geschickt an und flitzte bereits am dritten Tag elegant über die Wellen, aber Zala war völlig talentfrei. Sie machte sich aber nichts daraus, sondern schnorchelte munter neben den Geschwistern her.

Als Zala jetzt an Emilia und Joshua dachte, packte sie eine heftige Sehnsucht nach den Jordanovas. Auf einmal hatte sie es sehr eilig, zurück zum Cranberry Cottage zu kommen. Es war nun spät genug, um nach Cornwall zu disapparieren.

Hastig stolperte Zala durch den kalten Sand die Dünen hinauf. Ohne einen Blick zurückzuwerfen, kraxelte sie auf der anderen Seite wieder hinunter- die nächste Treppe war ihr einfach zu weit entfernt. Unten angekommen klopfte sie sich den Sand aus den Kleidern und überprüfte instinktiv, ob ihr Zauberstab noch im Jackenärmel steckte. Er war noch da.

St. Anthony lag immer noch da wie ausgestorben. Die Vorhänge der Häuschen waren immer noch geschlossen, nichts regte sich in dem kleinen Dorf. Das war ungewöhnlich- normalerweise war St. Anthony, obgleich so winzig, immer recht belebt, sobald die Sonne aufging. Nicht so heute. Nicht einmal eine Katze war zu sehen.
Jetzt bekam Zala wirklich Panik. Etwas stimmt hier nicht. Ihr Atem wurde schneller, ihr Herz pochte heftig. Was war hier los?
Zala begann zu rennen, hinein ins Herz des Dorfes, schnell weg von der Leere, zurück nachhause. Zalas Gummistiefel machten laute, merkwürdig klatschende Geräusche auf dem Asphalt. Die Laute verloren sich in der vollkommenen Stille. Sie fühlte sich verfolgt, geriet in Panik, rannte immer schneller. Als sie an der Bäckerei vorbeikam, deren Fenster völlig dunkel waren, legte sie einen quietschenden Spurt ein, flitzte an mehreren großen Blumenkübeln vorbei, bog um eine Ecke- und blieb wie angewurzelt stehen. Sie war nicht allein.

Zwei maskierte Kapuzengestalten standen keine drei Meter entfernt von ihr mitten auf dem Weg und sahen sie direkt an, die Zauberstäbe genau auf ihr Herz gerichtet. Absolut regungslos. Zala war wie erstarrt, konnte keinen Muskel rühren, konnte nicht denken. Ihr Kopf war seltsam leer.

„Na endlich“, drang eine leise, überraschend sanfte Stimme unter der Maske eines der Männer an Zalas Ohren.
„Ich dachte schon, du würdest uns nicht finden, Kleines. Deine Eltern werden höchst erfreut sein, dass wir dich haben.“
Zala entfuhr ein entsetztes Keuchen. Natürlich. Die Sapunovas hatten diese Gestalten geschickt, um sie zu fassen. Zala machte einen winzig kleinen Schritt zurück- sofort zuckten die Zauberstäbe der Todesser wieder hoch.
„Nanana, das würde ich gar nicht erst versuchen“, hauchte der Mann mit der melodischen Stimme. Wieder gefroren sämtliche Muskeln in Zalas Körper.
„Was wollt ihr von mir?“, flüsterte sie tonlos.
„Nichts weiter als dass du mitkommst, Zalona. Der dunkle Lord begehrt dich, dich und deine Talente, von denen deine Eltern ihm so viel berichtet haben. Alles, was ich will, ist, dass du schön brav mitkommst. Dann muss ich dir auch nichts antun- du hast die Wahl. Sie ein braves Mädchen, dann wird dir nichts passieren. Oder flieh- doch dann wären die Konsequenzen ganz fatal.“

Die weiche, klangvolle Stimme drang unter Zalas Haut und lies sie frösteln. Sie umhüllte sie wie duftiger Nebel, und ihr war klar, warum man ausgerechnet diesen Mann geschickt hatte- seine Stimme, die (was Zala gar nicht gern zugab) sehr angenehm und beruhigend war, lullte sie ein und wiegte sie in Sicherheit. Doch da war auch ein Unterton, den Zala nicht ganz deuten konnte- auf jeden Fall bedeutete er nichts Gutes. Zala spürte, wie dieser Gedanke ihr wieder Klarheit gab, und sie konzentrierte sich verbissen darauf. Der rosige Nebel, der ihre Gedanken einzuhüllen schien, verblasste.
„Wie habt ihr mich gefunden?“
Ihre Stimme klang jetzt wieder kräftiger.
Der Mann lachte leise, während der andere immer noch seinen Zauberstab auf ihr Herz gerichtet hatte.
„Es war erschreckend einfach. Wahrscheinlich hast du geglaubt, dass du bei deinen Pflegeeltern am sichersten sein würdest? Aber da hast du dich getäuscht. Entgegen deiner Auffassung haben die Sapunovas ein gutes Gedächtnis. Ihnen war gleich klar, wohin du verschwunden warst, und wie du siehst, hat es nicht lange gedauert, bis wir dich gefunden haben. Es war ihnen klar, dass du dich bei diesen Schlammblütern versteckst.“
„Nun“, sagte Zala und versuchte, mit jeder Silbe Selbstsicherheit durchklingen zu lassen und die Lüge zu übertünchen.
„Da haben sie sich allerdings in jeder Hinsicht geirrt. Wie immer.“
Schütz Louisa und Peter! Die Todesser dürfen nicht erfahren, dass sie hier sind!
„Es ist nämlich so, dass ich hier ein eigenes Haus habe. Immerhin bin ich volljährig und nicht auf irgendwelche Schlammblüter angewiesen.“
Das war so ziemlich das widerlichste, was Zala jemals von sich gegeben hatte- aber es wirkte. Die Todesser lachten beide.
„Umso besser!“, lächelte der mit der schönen Stimme.
„Niemand wird dich vermissen.“
Sie glauben mir! Innerlich brach Zala in Triumphgeschrei aus. Diese Torfköpfe schienen ihr wirklich abzunehmen, dass sie ganz allein war in Kanada.
„Und wenn du ganz allein hier bist, was, nebenbei bemerkt, äußerst unklug von dir ist, dann haben war noch nicht einmal die halbe Arbeit. Schon bald wirst du dem dunklen Lord dienen.“
Jetzt lachte Zala. Es war ein kaltes Lachen, und dass, obwohl Zala lieber hysterisch gekreischt hätte.
„Das hättest du wohl gerne!“

In dem Bruchteil einer Sekunde, in dem die Todesser sie verwirrt anstarrten, wirbelte Zala herum und sauste davon. Die Flüche aus den Zauberstäben der Todesser schossen ihr keine zwei Sekunden später nach, doch Zala war bereits hinter den Blumenkübeln vor der Bäckerei abgetaucht. Die Pflanztöpfe barsten unter der Wucht der Flüche, und Scherben und Erde flogen durch die Luft. Fensterscheiben gingen zu Bruch, Glas splitterte und in dem Regen aus Scherben entwischte Zala um eine Hausecke.
„Los! Hinterher!“, brüllte einer der Todesser, und Zala vernahm schnelle Schritte auf dem Asphalt.
„Bleib stehen, du dumme Göre!“, hörte sie ihn keuchen, während ein weiterer Fluch nur knapp an ihren linken Ohr vorbeizischte.
Zala rannte nur noch schneller. Die Panik, die sie zunächst beim Anblick ihrer Jäger empfunden hatte, hatte sich in pures Adrenalin verwandelt, das ihr Flügel verlieh.
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Samstag, 20. Juli 2013, 12:14

So schnell war sie in ihrem Leben noch nicht gerannt, und nie hatte sie in einer Gefahrensituation so klar denken können.
Das einzig Wichtige war, die Todesser so weit wie möglich vom Cranberry Cottage wegzulocken. Wenn sie wirklich annahmen, dass Zala ganz allein war, dann wussten sie nicht genau, ob Louisa und Peter nun hier waren oder nicht. Das bedeutete, dass Zala sie schützen konnte, indem sie die Todesser ablenkte und disapparierte.

So schnell Zalas Beine sie trugen, raste sie die Hauptstraße entlang, unendlich dankbar für ihre sportliche Begabung. Die Todesser keuchten ihr hinterher, von ihren langen Umhängen behindert, doch sie schossen eine Batterie von Flüchen auf Zalas Rücken ab, der es immer schwerer fiel, ihnen auszuweichen. Sie musste unbedingt hier weg. Ihr Herz pumpte so heftig, als würde es jeden Moment zerbersten, und sie bekam immer schlechter Luft. Keuchend bog sie in eine Seitenstraße ein- eine Sackgasse.
Für den Bruchteil einer Sekunde hielt sie an, drehte sich blitzschnell auf der Stelle, den Zauberstab in der Hand. Das letzte, was sie sah, waren die beiden Todesser, die am Ende der Gasse standen, und zwei violette Lichtblitze, die direkt auf ihr Herz zurasten- und dann war sie verschwunden.

Sie landete mehr oder weniger weich in einem Sandkasten, umgeben von bunten Förmchen, und drei verwunderte Gesichter starrten auf sie hinab. Zala hielt sich den Kopf, alles drehte sich. Die Gesichter wurden vor ihren Augen klar und verschwammen dann wieder. Sie stöhnte und schloss die Augen.

„Sala?“, lispelte jemand. Eine kleine Patschhand legte sich auf ihren Arm, und im nächsten Moment tauchte Noelles blonder Lockenschopf in Zalas Gesichtsfeld auf.
„Sala plumps aua!“ Codys Stupsnase schob sich ins Bild.
„Zala, wo kommst du denn her? Was ist passiert?“, fragte eine alarmierte Stimme, die sich als Isabellas erwies.
Emilias Schwester hockte sich neben Zala in den Sand, die dort immer noch auf dem Rücken lag.
„Ich- ich“, stammelte Zala.
„Kanada- Todesser...“ Sie brachte keinen vernünftigen Satz zustande, aber Bella schien sich einiges zusammenzureimen.
„Ich holte Mum und Dad!“, sagte sie beunruhigt, stand auf und verschwand im Haus.

Keine Minute später war die gesamte Familie Jordanova um Zala versammelt- Bella hatte höchst effektiv durchs ganze Haus gebrüllt. Alle redeten aufgeregt durcheinander, und Zala verstand kein Wort von dem, was gesagt wurde. Marie zog sie auf die Füße,
Emilia und Bella klopften ihr den Sand aus de Kleidern. Dann wurde Zala auf die Terrasse geführt und dort auf ein Sofa bugsiert. Jemand drückte ihr ein Glas Wasser in die Hand. Marie setzte sich neben Zala, legte einen Arm um sie und sagte leise:
„So, und jetzt erzähl mal, was passiert ist.“

Zur Beruhigung holte Zala ganz tief Luft und trank einen Schluck Wasser. Dann begann sie, in allen Einzelheiten die Geschehnisse zu schildern. Sie erzählte den Jordanovas alles- wie sie sich schon den ganzen Morgen verfolgt gefühlt hatte, ihr Spaziergang am Strand, wie sie den Todessern direkt in die Arme gelaufen und geflohen war.
Als sie geendet hatte, herrschte entsetztes Schweigen auf der Terrasse vor dem großen, schönen Haus.
„ich rufe Louisa an“, murmelte Marie, erhob sich und wollte im Haus verschwinden, doch Marc hielt sie am Arm fest und sagte:
„Ich glaube, das ist nicht nötig, Schatz. Wir bekommen Besuch!“

Er deutete auf den Pfingstrosenstrauch bei den Erdbeerbeeten, neben dem soeben Louisa, Peter und Felix aufgetaucht waren. Im Laufschritt kamen sie über den Rasen auf die Versammlung um Zala zu, und Felix, der mindestens ebenso kreideweiß im Gesicht war wie Zala, saß im nächsten Moment auch schon neben ihr.

„Felix“, wimmerte Zala schwach und ließ sich von ihm in den Arm nehmen.
„Ist ja schon gut“, murmelte er ihr beruhigend ins Haar, doch Zala spürte, dass er nicht halb so gelassen war, wie es schien.
„Zala, mein Spätzchen! Oh Gott, ich hatte ja solche Angst um dich! Wir haben im Garten nach dir sehen wollen und dann haben wir alles gesehen, die Flüche, die Explosionen.... Oh, mein Schatz, ich bin so froh, dass... Lass mich dich umarmen!“
Louisa schob sich zwischen Felix und Zala (ausnahmsweise etwas rücksichtslos) und drückte das Mädchen so fest an sich, dass ihr fast die Knochen brachen.
Peter, im Gegensatz zu Louisa vollkommen still, umarmte sie ebenfalls, mit einem Gesichtsausdruck, den Zala nicht deuten konnte.

„Wie konnte das nur passieren?“, fragte Marc aufgebracht. Mittlerweile hatten sich wieder alle auf den Korbmöbeln eingefunden und hielten Kriegsrat. Irgendwie kam Zala das alles surreal vor- als hätte man sie aus dem Leben gerissen, schien sie wie auf einer Wolke über allem zu schweben. Sie war furchtbar müde.
Alle um sie herum diskutierten wild durcheinander, aber sie wünschte sich nichts sehnlicher, als mit Felix irgendwo allein zu sein- am liebsten in ihrem kuscheligen Bett, wo sie das alles vergessen konnte. Nun, da sämtliches Adrenalin ihren Körper wieder verlassen hatte, war sie unglaublich erschöpft.
Am Ende der Diskussion kam man zu dem Schluss, dass Zala nun auch in Kanada nicht mehr sicher war und nicht dorthin zurückkehren konnte- falls die Todesser ihr immer noch auflauerten, wäre das Risiko einfach zu groß. Auch für Louisa und Peter, von denen die Todesser bestimmt wussten, wären in Gefahr. Deshalb beschlossen sie zusammen mit den Jordanovas, dass Zala und Felix für den Rest der Ferien bei den Jordanovas wohnen würden, bevor sie nach Hogwarts reisten (wo sie, wie Zala hoffte, endlich sicher sein würden).
Louisa und Peter disapparierten schließlich zum Cranberry Cottage und tauchten eine halbe Stunden später mit sämtlichem Gepäck von Zala und Felix wieder auf. Diese bezogen das Gästezimmer der Jordanovas, wo sie sich in den nächsten Tagen wohnlich einrichteten.

Allmähliche kehrte der Alltag wieder ein. Zala hatte den Schreck der Begegnung mit den Todessern überwunden und versuchte nun, einfach nicht mehr daran zu denken. Sie spielte Hauself für die Jordanovas, putzte, räumte auf und kümmerte sich um die Kinder. Sie backte Kuchen, Pflückte Erdbeeren im Garten, half Joshua, sein hoffnungslos chaotisches Zimmer aufzuräumen und entfernte in mühseliger, schweißtreibender Arbeit die Spuren von Cody und Noelle vom Wohnzimmerfenster. Es war eine schlechte Idee gewesen, zu glauben, sie könne einen Topf Kuchenglasur unbeaufsichtigt auf dem Küchentisch stehen lassen, ohne das er zu Heimverschönerungszwecken von den Zwillingen missbraucht wurde.
Obwohl Zala so beschäftigt war mit ihrem Alltag im Jordanovaschen Heim, hatten sie und Felix jetzt noch mehr Zeit für einander als zuvor.
Unter Louisas und Peters wachsamen Augen, denen keine noch so kleine Berührung entging, hatten sie sich kaum einmal angefasst, von Küssen ganz zu schweigen. Aber in dem großen, wuseligen Haus gab es niemanden, der sie mit Argusaugen beobachtete.
Oft stiegen die beiden hinunter zum Strand, wo sie stundenlang im Sand lagen, Wolkenbilder suchten, schwammen, undundund. Es wurde nie langweilig.

Das Ende der Ferien rückte näher, und Zalas Nervosität stieg allmählich wieder an. Was, wenn sie in Hogwarts gar nicht zurecht kommen würde? Wenn ihre spärlichen Englischkenntnisse nicht ausreichen würden? Wenn ihr Tick, englische Redensarten zu verdrehen, sie jeden Tag bis auf die Knochen blamieren würde? Mit jedem Tag, da der Schulbeginn näher rückte, wurde sie unruhiger, und am Abend vor ihrer Abreise zitterten ihre Hände so heftig, dass sie beim Essen kaum das Besteck halten konnte.

Als sie spät am Abend in ihr Bett sank, lag Felix bereits unter der Decke vergraben und zog sie schweigend an sich. Allmählich beruhigte sich ihr Herzschlag.
Hoffentlcih- hoffentlich würde es morgen nicht so schlimm werden, wie sie befürchtete. Felix schien überhaupt nicht nervös zu sein. Im Gegenteil, sein Atem ging langsam und ruhig- er schlief schon. Seufzend blickte Zala aus dem Fenster, das offen stand und dem Blick auf die Sterne preisgab.
Der Himmel über Cornwall war immer so schön. Egal, ob die Sonne schien, ob es regnete oder dunkel war. Er hatte etwas eigenartig faszinierendes an sich, eine Schönheit, die Zala nicht erklären konnte. In diesem Moment wurde ihr klar, dass sie zu diesem kleinen Fleckchen Erde eine tiefe Verbundenheit empfand. Vielleicht war die das Gefühl, zuhause angekommen zu sein. Zala hatte nie ein echtes Zuhause gehabt, und noch war sie auf der Suche danach. Sie würde es sich selbst aufbauen, irgendwann, wenn sie die Schule abgeschlossen hatte. Sie würde viel Geld verdienen, heiraten, und sich ihr eigenes Zuhause bauen, hier in Cornwall. Mit diesem Gedanken und einem leichten Lächeln auf den Lippen schlief Zala ein.
Die funkelnden Sterne am Firmament bildeten ein Zelt über dem großen Haus an der Küste, ein Zelt aus Frieden und Glück und behüteten es für eine weitere Nacht. Bis die Sonne aufging, herrschte vollkommener Frieden. Aber nicht mehr lange...



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Und das wars auch schon wieder :))
Liebe Grüße
Happy =)
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (20. Juli 2013, 12:15)


152

Mittwoch, 31. Juli 2013, 18:48

Hallöchen, meine liebe Happy! =)

Jetzt habe ich endlich Ferien, puh. Tut mir leid, dass ich mich erst so spät melde, ich bin davor zu nichts Kommentar-ähnliches gekommen, gelesen habe ich das Kapitel schon vor ein paar Tagen.

Ich kann Zalas Gedanken am Anfang sehr gut nachvollziehen, die Frage, wie es jetzt bitteschön weitergehen soll. Ob und wo sie ihre ZAGs machen kann, wie ihr Leben weitergeht, wenn die Ferien vorbei sind. Das hast du sehr schön geschrieben!
Die Szene mit den Ostereiern ist sehr süß, wieder ein Hoch zwischen all den Tiefs. ;)
Das ist schon übel, wie es in Bulgarien zugeht, auch am Beispiel von Emilias Familie. Insgesamt auch eine schlaue Überführung der ganzen Geschichte nach Großbritannien. Die Jordanovas erinnern mich ein wenig an die Weasleys nur eben in "jung", also dass die Kinder eben noch kleiner sind. :D
Das Aufeinandertreffen von Zala, Felix, Em und Dejan hast du wieder mal gut eingefangen, die rekordverdächtig schnell quasselnde Emilia, die Wiedersehensfreude, sehr schön! :]
Das Haus - Anwesen kann man ja schon sagen - der Jordanovas stelle ich mir richtig riesig und bunt und fröhlich vor, voll mit Kindergeschrei, das ist auch ein schöner Gegenpol zur allgemeinen Lage.
Und es geht nach HOGWARTS! =)=)=) Freue ich mich da schon drauf, das glaubst du gar nicht!
Die Sache mit Dejan dagegen ... du meine Güte! 8o Das muss echt heftig sein, Eltern unter dem Imperiusfluch, die das eigene Kind töten wollen. Dejan tut mir richtig leid. :(
Bei der nächsten Szene ... warum zur Hölle verlässt Zala den Schutz? 8o Warum? Dass da dann Todesser aufkreuzen, ist trotz der Kleinstadt ja irgendwie vorprogrammiert, gerade wenn sie von Peter und Louisa wissen. Ein paar stümperhafte Todesser allerdings. :P

Bleibt nur noch eines zu sagen: HOGWARTS! *.*
Was bin ich gespannt, wie die Ankunft, die Eingewöhnung etc. abläuft! Schreib schnell weiter, Happy, ja? ;)

Liebe Grüße,
Lupa ^.^

PS: Smileyalarm. Mal wieder. Bin heute so aufgedreht irgendwie, tut mir leid. :D
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Kapitel [21] aktualisiert: 02. Juni 2014

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Sonntag, 4. August 2013, 22:19

Hey Lupa :)
Daaaankeschön für deinen Kommentar --knuddel-- Es ist echt schön, wenn man sich darauf verlassen kann, das da draußen jemand sitzt, der jedes einzelne Kapitel kommentiert :)
Also, auf Hogwarts kannst du dich wirklich freuen! Jetzt wird es bunt, laut und lebendig :D
Dein Vergleich mit den Weasleys ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, aber ja, du hast schon Recht irgendwie :D
Naja, ich weiß auch nicht so genau, was Zala sich dabei gedacht hat. :O Eigentlich dachte ich mir das so, dass der Teil vom Strand, zu dem sie geht, mit unter dem Schutzzauber des Cranberry Cottage liegt, und nur die Straßen eben nicht. Sie hatte ja nicht damit gerechnet, dass die Todesser sie finden würden, weil die davon ausgegangen war, dass keiner sich an Louisa und Peter erinnern würde. Du hast Recht, die Todesser SIND Stümper :D Ich bin schon fleißig beim Schreiben, geht bald weiter :)
Lg, Happy =)
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Sonntag, 1. Dezember 2013, 09:45

Hallo meine Lieben!
Ich weiß, ich bin spät dran- viel zu spät. Letzter Beitrag hier, 4. August? Was?! oO
Ich kann mich nur entschuldigen, mein echtes Leben ist ziemlich, ähm, einnehmend in letzter Zeit. Ich hoffe, trotz dieser langen Pause hat noch jemand Lust zu lesen :)
Viel Spaß mit Kapitel 18!

EDIT: Was ist das denn für ein komisches Format? :O Wie geht das wieder weg? Ist ja furchtbar! Also eigentlich geht es noch weiter, aber den Rest poste ich erst, wenn ich rausgefunden hab, wie ich dieses dumme Format wegbekomme. HILFE! :O






18. Willkommen in Hogwarts!
Der Tag ihrer Abreise begann mit lautem Geschrei, dass Zala und die gesamte Familie Jordanova in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf riss. Urheber dessen war Joshua. Im allgemeinen Durcheinander verstand zunächst keiner so genau, warum zum Teufel Joshua derart in Rage war. Es schien wohl irgendwie damit zusammenzuhängen, dass Bella sich das Surfboard ihres Bruders geborgt hatte, und nun eine mikroskopisch kleine Einkerbung die Oberseite des Brettes verunstaltete. Zala fiel es äußerst schwer, nicht die Augen zu verdrehen, und sie verzog sich stillschweigend zurück in ihr Bett.

Der Rest des Abreisetages war schnell dahingeschmolzen; viel zu schnell, wenn man Zala fragte.
Es war schon eine merkwürdige Sache mit der Zeit. Wenn etwas Unangenehmes bevorstand, verrann sie dreimal so schnell wie sonst.
Viel zu schnell wurde es Abend, und die Nacht ließ nicht lange auf sich warten.
Die Sonne, ein glutroter Feuerball, versank am Horizont unter spektakulären Farbspielen im Meer, der Wind frischte auf und strich wispernd durch die jungen Blätter und Knospen der Apfelbäume im Garten. Das Kreischen der Möwen flaute ab, das Rauschen des Ozeans jedoch, die Brandung, die gegen die Klippen schlug, war auf der Terrasse nun so laut zu hören wie unten am Strand.
Zala und Emilia hockten nebeneinander auf einem der Rattansofas und blickten gedankenversunken in das magische Feuer, das in einer Glasschale auf dem Holztisch loderte und flackernde Schatten auf sie beide warf.
Nach einer Weile löste Zala den Blick vom faszinierenden Anblick des Feuers. Sie drehte ihren Kopf und blickte nun stattdessen Emilia an.
„Em?“
Emilia drehte ebenfalls den Kopf.
„Was denn?“
„Hast du- hast du keine Angst?“
„Wovor denn?“
„Naja, vor... Hogwarts. Ich meine... Da kommt so viel Unbekanntes auf uns zu. Und- ich habe einfach Angst, dass ich nicht zurechtkomme mit meinem bisschen Englisch. Und- all sowas eben...“
Zala ließ den Satz nuschelnd im Sande verlaufen. Es war irgendwie- albern und dumm von ihr, sie sollte dankbar sein, dass man sie in Hogwarts aufnahm.
„Ach, Zala“, seufzte Emilia.
„Mach dir keine Sorgen, ich bin sicher, es wird toll. Und-“

Doch sie wurde von ihrem Vater unterbrochen, der auf die Terrasse trat und sie aufforderte, ihm ins Wohnzimmer zu folgen. In ein paar Minuten schlug es neun Uhr, und um Punkt neun wurden sie im Büro einer gewissen Professor McGonagall erwartet.

Zala und ihre Freunde würden nicht, wie für Hogwartsschüler üblich, mit dem Schulzug anreisen, sondern per Flohpulver direkt im Büro der stellvertretenden Schulleiterin ankommen- aus Sicherheitsgründen.
Gegen halb neun am Abend erreichte der Hogwarts Express den Bahnhof in Hogsmeade, sodass die Schüler, die über Ostern bei ihren Familien gewesen waren, um neun Uhr oben in der Schule ankamen. Um diese Zeit sollten auch Zala, Dejan, Felix und die Jordanovas dort eintreffen.

Nervös folgte Zala ihrer besten Freundin ins Wohnzimmer. Vor dem großen, marmornen Kamin hatte sich bereits die komplette Familie Jordanova samt Felix und Dejan versammelt. Ein großer Berg aus Taschen, Koffern, Eulenkäfigen, Besen und Quidditchausrüstung lag auf dem Wohnzimmerboden verstreut, und obenauf thronte Fynn und wachte über das Durcheinander. Neben ihm döste Lemon, Joshuas fetter, gelbgrüner Leguan.
Emilias Mutter, das Baby Tim auf dem Arm, wies ihre Schützlinge an, sich um den Kamin zu versammeln.
„Also dann, meine Lieben...“, sie warf einen Blick auf die Kaminuhr.
„Zeit zum Aufbruch. Jeder nimmt so viel von dem Gepäck mit, wie er tragen kann, okay? Emmy, Schatz, du gehst zuerst. Danach du, Dejan, dann Zala, Felix, Bella und Joshua. Alle verstanden?“
Sechsköpfiges Nicken.
„Dann mal los!“
Marie drückte ihre älteste Tochter noch einmal fest an sich. Emilia umarmte ihrerseits ihre Familienmitglieder, die in Cornwall zurückbleiben würden, und sammelte dann so viele Gepäckstücke auf, wie es eben ging.
Dann trat sie in die grün lodernden Flammen des Kamins.
„Hogwarts!“, sagte Emilia laut und überdeutlich über das Knistern der Flammen hinweg.

Ein Rauschen hob an, ein lautes Brausen, funken stoben aus dem Kamin, es gab einen sehr hellen Blitz- und Emilia war verschwunden.
Als nächster kletterte Dejan in die Flammen, und ein paar Sekunden später war auch er verschwunden. Zala schluckte. Jetzt war sie dran.
Der Reihe nach umarmte sie die Jordanovas, von Louisa und Peter hatte sie sich bereits vor ein paar Stunden verabschiedet. Sie raffte so viele Taschen in ihre Arme, wie es eben ging, platzierte Fynn und Lemon obenauf und kraxelte unbeholfen in den Kamin. Es war sehr warm, sehr rußig und die verzauberten Flammen leckten gierig an Zalas Körper, was alles andere als angenehm war.
Mit beklommenem Gesicht lugte sie ein letztes Mal ins Wohnzimmer. Dann, bemüht, so klar wie möglich zu sprechen, sagte sie „Hogwarts!“
Ein unerträglich lautes Brausen und Heulen hob an, die Flammen begannen, Zala immer schneller und schneller im Kreis zu wirbeln. Ihr langer Zopf peitschte Zala ins Gesicht und ein paar lose Strähnen, die ihr in den Augen hingen, verhinderten, dass sie etwas sehen konnte. Ruß und Asche raubten ihr den Atem, sodass sie hustete und würgte, und als das rasende Wirbeln endlich nachließ, kullerte sie völlig orientierungslos aus dem Kamin und landete mit dem Po zuerst auf einem weichen, scharlachroten Kaminvorleger.
Keuchend richtete sie sich auf, zog rasch ihre Kleider glatt und zupfte sich ein Stück Holzkohle aus den Haaren, als eine forsche Stimme sie zusammenzucken ließ.

„Guten Abend, Miss Sapunova. Willkommen in Hogwarts!“
Zalas Kopf zuckte hoch. Vor ihr stand eine hochgewachsene, schlanke Hexe, auf deren Nase eine rechteckige Brille thronte, und deren kastanienbraunes, zu einem strengen Knoten hochgestecktes Haar bereits von grauen Strähnen durchzogen wurde. Sie hatte ein strenges Gesicht und einen schmalen Mund, der sich beim Anblick der zerzausten Zala zu einem leichten, amüsierten Lächeln verzog. Das musste wohl Professor McGonnagal sein.
„G-guten Abend, Professor“, antwortete Zala rasch, wobei sie ziemlich heiser klang.
„Gehen Sie besser zur Seite“, warnte die Hexe.
„Ansonsten wird der nächste noch...“
Doch sie wurde von einem lauten Rauschen unterbrochen. Eine Rußwolke quoll aus dem Kamin, und schon stolperte ein schwer beladener Felix daraus hervor, direkt in Zala hinein, sodass beide zu Boden purzelten.
„...In Sie hineinstolpern“, beendete die Professorin ihren Satz.
Aus einer Ecke des Büros schallte lautes Gelächter. Zala und Felix rappelten sich rasch hoch und sahen sich um. Emilia und Dejan hockten auf den Koffern neben einem wuchtigen Schreibtisch.
„Stellen sie ihr Gepäck zu den anderen Sachen!“, forderte die Lehrerin Felix und Zala auf.
„Wir warten noch auf die übrigen beiden, dann werde ich ihnen das Schloss zeigen und ihnen erklären, wo sie hinzugehen haben.“

Während sie auf Joshua und Bella warteten, schaute Zala sich im Büro der Professorin um. Nur anhand dieses einen Raumes ließ sich natürlich nichts über das Schloss an sich sagen, aber der kreisrunde Raum mit den dicken steinernen Wänden war allein schon mehr als dreimal so groß wie das Büro von Professor Grigorova in Durmstrang, was Zala auf die schiere Größe dieses Schlosses schließen ließ.
Der Raum war außerdem sehr viel prunkvoller ausgestattet als die Räume in Durmstrang zusammen, mit den dicken scharlachroten und goldenen Wandteppichen, den magischen Instrumenten, den Porträts und den Möbeln aus geschnitztem, poliertem Mahagoni. Der Schreibtisch der stellvertretenden Schulleiterin thronte auf vergoldeten Klauenfüßen und war reich verziert mit kunstvollen Schnitzereien. Darauf stapelten sich ein dutzend Pergamentrollen, offenbar korrigierte Aufsätze, und eine schottengemusterte Keksdose verriet Zala etwas über die Vorlieben der Lehrerin- Schottland und Shortbread.
Wie Zala sich so umsah, wurde ihr mit einem Schlag bewusst, wirklich bewusst, dass sie nun hier war, hier, in Hogwarts! Ihre Angst war in Aufregung, Euphorie und Abenteuerlust umgeschlagen. Sie konnte es kaum erwarten, dass Schloss zu erkunden.
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Dienstag, 3. Dezember 2013, 12:30

Obwohl sie sonst eher introvertiert und ruhig war, mutierte sie gerade zum reinsten Energiebündel und Strahlemann.

Als Joshua und Bella ankamen, kaum zwei Minuten nach Felix, stellte sich die stellvertretende Schulleiterin schließlich tatsächlich als Minerva McGonagall vor. Professor McGonagall erklärte ihnen die Schulregeln und ein paar grundlegend wichtige Dinge, dann führte sie die sechs aus ihrem Büro hinaus in einen steineren, fackelbeleuchteten Korridor, dessen Wände komplett mit sich bewegenden Bildern behängt waren.
Zala war so aufgeregt, dass sie mehr hüpfte als ging. In ganz Durmstrang gab es nirgendwo auch nur ein einziges Bild in den Korridoren, abgesehen von dem Wandteppich, der den Eingang zum Haus Avistria markierte.
Als sie um eine Ecke bogen und auf einen Absatz des Treppenhauses gelangten, blieb Zala der Mund offen stehen. Nicht nur ihr ging es so, auch Emilia, Felix, Dejan, Bella und Joshua hingen wie vom Schlag getroffen über der Brüstung und glotzten. Sie alle konnten kaum fassen, was sie dort sahen.
In Durmstrang umfasste der Begriff „Treppenhaus“ die breite Steintreppe, die von der Eingangshalle in die oberen vier Stockwerke führte.
In Hogwarts jedoch gab es hunderte und aberhunderte von Treppen, die sich bewegten, munter die Richtung änderten oder einfach verschwanden. Es war unmöglich, zu sagen, wie viele Stockwerke das Schloss wohl haben mochte, denn egal, wohin man schaute, nach oben oder nach unten; es war weder eine Decke noch ein Boden zu erkennen. Sie schienen sich in einem Turm zu befinden, der offenbar Dreh- und Angelpunkt des Schlosses war, den um sie herum strömten viele, viele Schüler, die lachten, sich unterhielten und Zala und ihren Freunden neugierige Blicke zuwarfen.
Das einzige, was Zala auf anhieb nicht gefiel, waren die tristen schwarzen Schulumhänge der Hogwartsianer. Ihre eigene Schuluniform war von einem leuchtenden Bordeauxrot, was ihr besser gefiel, aber gut, das war eigentlich unwichtig.
Zala konnte sich kaum sattsehen an dem Gewusel der Schule. Auch im Treppenhaus hingen Bilder, Porträts und Wandteppiche. Es gab kaum noch ein Stück freie Wand, jeder Zentimeter war ausgefüllt mit Gemälden. Es schien mindestens eine Millionen Bilder zu geben, und dabei hatte Zala erst einen kleinen Teil der Schule gesehen. Sie vermutete fast, dass allein das Treppenhaus von Hogwarts halb so groß wie Durmstrang war.
Wenn allein dieses Treppenhaus so riesig war, wie groß mochte dann erst der Rest der Schule sein? Zala war klar, dass Hogwarts in einer ganz anderen Liga spielte als Durmstrang, und sie vermutete, dass sie sich verlaufen würde wie eine kleine Erstklässlerin, aber das war ihr egal.

Professor McGonagall führte Zala, Felix, Dejan und die Jordanovageschwister auf dem Weg in eine „Große Halle“ nicht nur durch das gigantische Treppenhaus, etliche steinerne Korridore, massive Holztüren, Wendeltreppen und kleine Hallen, sondern auch über zwei Innenhöfe, eine große Rasenfläche, vorbei an mehreren Gewächshäusern und über ein Viadukt.
Zala lief die ganze Zeit mit aufgerissenen Augen hinter der Professorin her und wünschte sich verzweifelt mindestens drei zusätzliche Augenpaare, um so viel wie möglich von Hogwarts zu sehen. Es war schon dunkel, und das Schloss ragte hoch in den Himmel, sodass es sämtliches Licht auf den Innenhöfen schluckte. Aus diesem Grund brannten überall Fackeln- sie steckten in gusseisernen Wandhaltern oder in der Erde.
Das Schloss hatte unglaublich viele Türme und Zinnen, deren Fenster gelbe Lichtpunkte in die Dunkelheit tupften. Hogwarts bestand, im Gegensatz zu Durmstrang, nicht aus nur einem Gebäude, sondern aus vielen, vielen Häusern, Türmen, Höfen, und es war so riesig.
Professor McGonagall gab hier und dort kurze Erklärungen ab, wo man wie hinkam, wo was zu finden war, wo sie sich gerade befanden. Zala konnte einfach nicht fassen, wie unglaublich groß dieses Schloss war.
Gerade schritten sie über einen weiteren Innenhof auf ein Gebäude zu, dessen offenstehende Portale den Hof mit goldenem Licht überfluteten.
Durch diese Portale schritten sie nun hinter Professor McGonagall her in eine Eingangshalle, die allein schon so hoch war wie das gesamte Durmstranginstitut, und in die der Ballsaal des Institutes zweimal hineingepasst hätte. Von der breiten Marmortreppe, die die Halle mit den anderen Schulgebäuden zu verbinden schien, strömten Schüler hinab, hinein in die Große Halle, in der sich schon viele Schüler zum Abendessen niedergelassen hatten.

Professor McGonagall blieb mit ihren Schützlingen neben den Portalen der Großen Halle stehen.
„Bevor Sie sich den anderen Schülern anschließen, müssen Sie noch wissen, wo sie für die Dauer ihres Aufenthalts in Hogwarts untergebracht werden. Sie müssen wissen, in dieser Schule gibt es, wie auch in Durmstrang, verschiede Häuser. Sie heißen Gryffindor, Rawenclaw, Hufflepuff und Slytherin.
In einer Auswahlzeremonie zu Beginn ihres ersten Schuljahrs werden die Schüler ihnen ihren Eigenschaften entsprechend zugeteilt. Bei Ihnen werden wir allerdings anders verfahren und Sie dort unterbringen, wo genügend Platz ist. Das bedeutet, dass wir Sie aufteilen müssen, allerdings habe ich bereits für jeden von Ihnen eine Art Ansprechperson organisiert, mit der Sie sich ihren Schlafsaal teilen und die Sie ein wenig unter ihre Fittiche nehmen wird. Sie werden es brauchen, verlassen Sie sie darauf! Isabella und Joshua, Sie beide werden im Haus Hufflepuff untergebracht. Isabella, Ihre Ansprechperson ist Olivia Abbott.
Joshua, Sie werden sich ihren Schlafsaal mit Bennett Cooper teilen. Die Hauslehrerin von Hufflepuff ist Madame Sprout, ab sie können Sie sich bei Fragen oder Problemen immer wenden.
Zalona, Emilia, Felix und Dejan, Sie werden im Haus Gryffindor leben. Ich bin Ihre Hauslehrerin. Zalona, Sie teilen sich Ihren Schlafsaal mit Lily Evans, Emilia, Sie mit Charlotte Hastings. Felix, zu Remus Lupin, Dejan zu Sirius Black.
Ich habe die sechs herbestellt, sie müsste jeden Moment kommen. Ach, da ist Olivia! Hier herüber, Miss Abbott!“

Sie winkte ein recht durchschnittlich aussehendes Mädchen mit einer langen blonden Haarmähne zu sich heran, dessen umwerfend herzliches Lächeln ihr durchschnittliches Aussehen überstrahlte. Ihr folgte ein ziemlich hübscher Junge mit blonden Haaren, der Zala angrinste. Das musste Bennett Cooper sein. Zala lächelte geschmeichelt zurück, wandte sich aber wieder Professor McGonagall zu, die sie energisch zu sich herüberwinkte. Eine Gruppe von Schülern hatte sich um die Professorin geschart, offenbar waren das die übrigen Herbestellten.
„Zalona! Hier her, bitte!“
Neben der Hauslehrerin stand ein kleines, hübsches Mädchen mit einer langen, dichten roten Haarmähne, dass Zala freundlich anlächelte. Ihre verblüffend grünen Katzenaugen funkelten fröhlich.
„Also, Miss Evans, das hier ist Zalona Sapunova, Zalona, das ist Lily Evans, ihre Ansprechperson. Felix Laleva? Wo ist Felix?“
„Hey!“, sagte Lily lächelnd.
„Also, ich bin Lily Evans, und wenn du möchtest, zeige ich dir das Schloss. Aber erst nach dem Abendessen, ich habe den ganzen Tag für die ZAG Prüfungen gebüffelt und bin am Verhungern.“
„Das klingt nach einem guten Plan“, grinste Zala.

Sie verabschiedete sich kurz von den anderen und machte mit Felix aus, dass sie sich später im Gemeinschaftsraum von Gryffindor treffen würden.
Dann folgte sie Lily, die sie durch die Eingangshalle dirigierte und durch zwei weitere, kleinere Portale in die Große Halle führte.
Zala kullerten fast die Augen aus dem Kopf, als sie durch die Türen trat und ihr Blick auf die Decke der Hall fiel. Zunächst sah es so aus, als habe der Raum überhaupt keine Decke und würde sich zum Firmament hin öffnen, an dem nun der nächtliche Sternenhimmel funkelte. Erst auf den zweiten Blick erkannte Zala, dass die Decke verzaubert war, sodass sie den Himmel draußen spiegelte.
„Wow“, hauchte sie andächtig, und Lily grinste.
„Okay Zalona, das hier ist die Große Halle. Siehst du den langen Tisch dort drüben?“
Sie deutete auf einen Tisch an der Stirnseite der Halle, der etwas erhöht auf einem Podest stand. Zala nickte.
„Das ist der Lehrertisch“, erklärte Lily.

Zala schaute sich in der Halle um. Quer zum Lehrertisch standen vier weitere hölzerne, sehr lange Tische.
„An diesen Tischen“, Lily wies mit einer Handbewegung darauf, „sitzen die Schüler, getrennt nach ihren Häusern. Hier ganz links sitzen die Slytherins- halt dich besser fern von denen. Daneben die Hufflepuffs, dann kommen die Gryffindors, und ganz rechts sitzen die Rawenclaws. Macht es dir was aus, wenn wir uns zu meinen Freundinnen setzten? Dann kannst du auch gleich mal meine beste Freundin kennen lernen, mit ihr teilen wir uns unseren Schlafsaal.“
„Klar, kein Problem!“
Zala folgte Lily, die durch den Gang zwischen zwei Tischen auf eine kleine Gruppe Mädchen zusteuerte. Im Gehen hielt sie Ausschau nach bekannten Gesichtern, und tatsächlich entdeckte sie Isabella, die bereits in einer Traube von kichernden Mädchen am Tisch der Hufflepuffs saß und sich prächtig amüsierte. Zala grinste, und beschleunigte ihre Schritte etwas, um zu Lily aufzuholen.

„Hey Leute!“, rief Lily fröhlich, als sie die Mädchen erreicht hatte und sich neben sie auf die hölzerne Bank plumpsen ließ.
„Das ist Zalona Sapunova.“
„Ihr könnt mich Zala nennen, das tun eigentlich alle“, warf Zala ein. Die Mädchen lächelten und nickten.
„Schön, dass du hier bist, Zala!“, sagte ein lächelndes Mädchen mit langen, schimmernd dunkelbraunen Locken und braunen Augen. Was an diesem Mädchen wirklich besonders war, waren ihre Augen, die zwei verschiedene Farben hatten. Das eine war dunkelbraun, das andere fast schwarz.
„Ich bin Kensi Blye!“
„Pauline Levis“
„Alice Lightwood“
„Anna Parker“
„Emily Williams“
„Allison Ferman“
„Hillary Wood“
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Dienstag, 3. Dezember 2013, 12:38

Da alle Mädchen fast gleichzeitig ihre Namen durcheinander riefen und dann wieder anfingen, sich zu unterhalten, verstand Zala kaum ein Wort, doch sie war sehr erleichtert, dass die Mädchen alle scheinbar nett waren. Sie setzte sich auf den freien Platz neben Lily und versuchte, dem Gespräch zu folgen. Lily erklärte ihr, dass sie sich den Schlafsaal mit Kensi teilen würden, wurde dann aber von Anna in ein Gespräch verwickelt.
So bemerkte sie nicht, wie eine Gruppe Jungen (unter ihnen, wie Zala erfreut feststellte, Felix und Dejan) von hinten an sie herantrat.
Ein hübscher, dunkeläugiger Junge, dessen zerzaustes, rabenschwarzes Haar in alle Richtungen wirr vom Kopf abstand, ließ sich zwischen den Mädchen auf die Bank plumpsen und rief:
„Hey, Ladies!“
Die Mädchen kicherten und begrüßten den Jungen; alle, außer Lily, die sich mit finsterem Gesicht abwandte.
Der Junge hatte Zala zwischen den Mädchen entdeckt und sprach sie an.
„Hi, ich bin James Potter. Du bist bestimmt auch eine von den neuen, oder?“
„Hi James. Stimmt, ich bin aus Bulgarien, ich heiße Zalona, aber nenn mich Zala.“
Okay, Zala. Schön, dich kennen zu lernen.“ Er grinste.

Zala grinste zurück, als sich Felix neben sie auf die Bank fallen ließ.
„Hey Süße“, begrüßte er sie und küsste sie auf die Wange.
„Hey, und, wie findest du es hier?“
„Ist echt der Wahnsinn! Die Leute sind total nett, das Schloss ist cool und das Essen ist lecker!“
Zala lachte; klar, das Essen war natürlich ganz wichtig.
„Wo sind Dejan und Emilia abgeblieben?“
„Ich glaub, Dejan sitzt hier irgendwo...“
Er blickte sich um.
„Ja, ein paar Plätze weiter, bei Remus und Sirius. Emilia sitzt auch da.“
Zala lehnte sich um Felix herum und entdeckte die beiden, die lachend mitten in dem Haufen aus Schülern saßen. Offenbar waren all die Leute, die um Lily und ihre Freunde herum versammelt waren, Schüler aus ihrer Klasse in Gryffindor. Zala saß inmitten der großen Gruppe, verstand nicht besonders viel von dem, was gesagt wurde, fühlte sich aber dennoch wirklich wohl.
Von all den neuen Leuten verstand sie sich besonders mit Lily und Kensi- um ehrlich zu sein waren sie die einzigen, die deutlich genug sprachen, sodass Zala sie verstehen konnte.

Aus der Tour durch das Schloss wurde an diesem Abend nichts mehr, denn als sich die fröhliche Runde am Gryffindortisch langsam auflöste, war es schon sehr spät, Lily, Kensi und Zala waren müde und vollgegessen und wollten ins Bett.
Zala fielen schon fast die Augen zu, als sie Lily und Kensi durch die endlos langen Flure und Korridore folgte. Sie hatte die Orientierung völlig verloren, aber sie wollte jetzt auch nur noch ins Bett.

Der Gemeinschaftsraum der Gryffindors war hinter dem Portrait einer fetten Dame im rosa Seidenkleid versteckt. Nachdem Kensi ihr das Passwort, „Karamelleclair“, genannt hatte, schwang das Portrait beiseite und gab den Eingang zum Gemeinschaftsraum frei. Zala kletterte hinter Kensi und gefolgt von Lily hinein.
Durch den Schleier von Müdigkeit nahm Zala nicht besonders viel von ihrer Umgebung war, doch sie fand, dass der Gemeinschaftsraum einen gemütlichen Eindruck machte.
Man merkte, dass das Schloss sehr, sehr alt war. Alles wirkte ein bisschen altmodisch, es war nicht so modern wie in den Gemeinschaftsräumen in Durmstrang. Dicke, knuddelige rote Sessel standen vor dem offenen Kamin, auf denen sich trotz der späten Stunde noch einige Schüler fläzten.
Lily und Kensi hinterher tappte Zala eine steinerne Treppe hinauf, und wenig später stand sie in ihrem neuen Schlafsaal.
Hier schaute Zala sich zum ersten Mal richtig um.
Es war bei weitem nicht so komfortabel wie in ihrem Schlafsaal in Durmstrang; sie hatten auch kein eigenes Bad, aber schön war es trotzdem. Drei riesige, mit dicken Kissen und einer warmen Decke gepolsterte Himmelbetten standen in dem Raum, dazu für jedes der Mädchen ein kleiner Schrank. An den Betten hingen dunkelrote, samtene Vorhänge, und durch das Fenster, das direkt neben Zalas Bett war, fiel das Mondlicht in den Raum. Der Boden war aus Stein, ebenso wie Decke und Wände. Man sah deutlich, wie uralt das Schloss war, doch das Alter verlieh ihm einen besonderen Flair.

Zala, Lily und Kensi sprachen nicht mehr viel an diesem Abend. Alle drei waren hundemüde, also zogen sie sich ihre Schlafanzüge an, putzten sich mehr oder weniger motiviert die Zähne und sanken dann in ihre Betten.
Bevor sie einschlief, nuschelte Kensi:
„Zala?“
„Hm?“
„Morgen zeig ich dir das Schloss und alles, wenn du willst.“
„Ja, super Idee...“
Doch bevor sie ihre Antwort noch weiter ausbauen konnte, spürte sie, wie sanft in den Schlaf überglitt.


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Yeehaaa, Forum ausgetrickst :D Ich habs geschafft, liebe Leute ^^
Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen, vielleicht lasst ihr mir einen Kommentar da, das würde mich sehr freuen! :)

Edit: Oh nein --blink-- Jetzt sehe ich grade, dass das Forum in all meinen früheren Kapiteln die Anführungszeichen gelöscht hat! Was ist das denn? --huh--
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Happyday« (3. Dezember 2013, 12:52)


157

Dienstag, 3. Dezember 2013, 20:41

HOGWAAARTS! --thumbsup--
Ich wiederhole mich, ich weiß.

Was ich sagen wollte: So gerne ich Durmstrang mochte - und ich mochte Durmstang wirklich, auch wenn alles verhältnismäßig düster ist, vor allem in letzter Zeit - Hogwarts ist einfach klasse und was man bisher so sieht, kannst du dieses Gefühl, diese Atmosphäre, die Hogwarts ausstrahlt, sehr gut einfangen und wiedergeben. Du glaubst nicht, wie gespannt ich auf die Verflechtung deiner Geschichte mit den Rumtreibern bin.
Das Kapitel fand ich richtig schön, sehr viel fröhlicher als die Kapitel zuvor und mir kam es wirklich sehr, sehr kurz vor. --sad-- Lag das an mir oder ist es kürzer als sonst?

Und Glückwunsch, dass du die neue Formatierung ausgetrickst bzw. verstanden hast! --wink--

Und jetzt nochmal zu einzelnen Szenen:
1. Die Ankunft durch den Kamin hast du toll beschrieben, scheinbar bin ich nicht die Einzige, die sich regelmäßig wundert, dass man da nicht auch mal zusammenstößt.
2. Die kleine Führung hat mir in diesem Kapitel am besten gefallen. Wie ich schon gesagt habe, du bringst die typische Hogwartsatmosphäre, die in mir melancholisches fernweh auslöst, sehr gut rüber.
3. Das Chaos am Gryffindortisch war ja auch genial, die ganzen Namen, das Durcheinandergequassel, herrlich. --biggrin--
4. Alleine die Erwähnung von Remus und Sirius und Lilys Auftreten machen mich schon so gespannt-freudig-hibbelig auf die folgenden Kapitel. Was du da wohl alles aus dem Hut zaubern wirst?

Ich glaube, ich habe alles gesagt, was ich loswerden wollte ... also:

Ganz liebe Grüße,
Lupa
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Dienstag, 9. Mai 2017, 09:27

Hallo ihr Lieben :)
Ich weiß, es ist ewig her, seit ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe. Dass durch das neue Layout des Forums meine ganzen früheren Beiträge praktisch unlesbar geworden sind, hat mir wirklich die Lust genommen, hier noch etwas zu posten. Aber jetzt habe ich zum ersten Mal seit Ewigkeiten mal wieder hier reingeschaut und gesehen, dass die Anfühurngszeichen wieder da sind- Technik wird mir immer ein Rätsel bleiben --whistling-- Wie auch immer, die Geschichte ist natürlich nicht vorbei und ich habe ziemlich fleißig weitergeschrieben in den letzten Jahren. Ich wollte deswegen einfach mal hören, ob noch Interesse besteht an meiner Geschichte, und wenn ja, werde ich natürlich weiter Kapitel hochladen.
Lasst mich wissen, was ihr denkt! :-)
LG Happy --squint--
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