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Donnerstag, 26. Januar 2017, 11:02

Rassismus & Diskriminierung

Hey Potterheads

Schreibe eine kleine Abhandlung über die Welt von Harry Potter - Schwerpunkt ist der Rassismus in Bezug auf die Grundidee Salazar Slytherins.

Diese zieht sich ja 1000 Jahre hindurch und betrifft nicht nur die Slytherins

Würde gerne eure Meinung dazu hören...

Wie steht ihr dazu? Alles übertrieben dargestellt? Doch schon Rechts Extremismus? Ist allgemein noch Diskriminierung und Rassismus in der Welt außerhalb Salazars?

Würde mich freuen wenn euch das Thema interessiert --wink--

grit

Auror

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Samstag, 28. Januar 2017, 22:05

Rassismus in der Zaubererwelt an der Figur von Salazar Slytherin festzumachen, halte ich für ziemlich problematisch, und das aus mehreren Gründen:

Erstens tritt diese Figur in den Romanen nicht selbst auf, also ist alles, was wir von ihren Ansichten erfahren, nur sozusagen aus dritter und vierter Hand, Überlieferungen, die tausend Jahre alt sind und daher mit Vorsicht zu genießen.

Zweitens erfahren wir überhaupt nichts über die Gründe, die Salazar dazu bewogen haben, Mugelstämmige ausschließen zu wollen.
Das müssen nicht unbedingt rassistische Überlegungen gewesen sein. Wenn man bedenkt, dass Hexen und Zauberer immer verfolgt und geächtet wurden, dass man sie in der Muggelwelt jagte und fürchtete, so könnten es durchaus einfache Sicherheitsbedenken gewesen sein, die ihn zu der Ansicht gelangen ließen, man solle es Muggelstämmigen nicht gestatten, nach Hogwarts zu gehen. Immerhin musste man deren Familien die Geheimnisse der Zaubererwelt offenbaren. Waren es zu viele, so war das ein sehr hohes Sicherheitsrisiko.
Wir können also nicht mit Sicherheit behaupten, dass Salazar Slytherin Rassist war, denn es gibt dafür keine Belege.

Drittens gilt die Frage des Rassismus genausogut umgekehrt. Die Muggel haben die Hexen und Zauberer immer verfolgt, man könnte also das Problem auch umdrehen.

Viertens und zurück zu Punkt 1 - wenn du die Problematik anhand der Romanreihe abhandeln möchtest, dann musst du für deine Thesen und Behauptungen Textbelege bringen - diese gibt es von Salazar nicht.

Was es dafür aber haufenweise gibt, sind Belege über Rassismus aus der Zeit der Herrschaft Voldemorts. Hier gibt es auch ganz deutliche Bezüge zur Zeit des Faschismus. Besonders interessant sind dabei solche Figuren wie Dolores Umbridge, die Dienst nach Vorschrift macht und hinterher behaupten könne, sie habe ja nur Befehlen gehorcht und ihren Job gemacht.
All diese Ministeriumsmitarbeiter, die jeden Morgen zum Dienst erschienen sind, sich selbst der entwürdigenden Klospül-Prozedur unterzogen haben und das System am Laufen hielten.

Rassismus gab es natürlich auch in den reinblütigen Familien wie bei den Blacks und den Malfoys. Auch dafür lassen sich zahlreiche Belege im Text finden.
Hier geht's zu meiner FF
Charitys Geheimnisse

Viel Spaß beim Lesen!

JaimeeWhite

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3

Montag, 30. Januar 2017, 00:33

Ich würde hier nicht unbedingt von Rassismus sprechen, sondern eher von rassischer Diskriminierung (wobei ihr das gerne diskutieren könnt^^). Fände ich jedoch einen wichtigen Punkt, mit einzubeziehen. Ich stütze mich hierbei auf folgende Definition von Sozialinfo:

Zitat

Rassismus bezeichnet eine Ideologie, die Menschen aufgrund physiognomischer oder kultureller Eigenarten oder aufgrund ihrer ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit in angeblich naturgegebene Gruppen - so genannte Rassen - einteilt und diese hierarchisiert. Menschen werden nicht als Individuen, sondern als Mitglieder solcher pseudoverwandtschaftlicher Gruppen mit kollektiven, weitgehend als unveränderbar betrachteten Eigenschaften beurteilt und behandelt. Der klassische Rassismus beruhte auf der fälschlichen Annahme, die Menschheit lasse sich in genetisch voneinander unterschiedliche "Rassen" mit unterschiedlichen psychischen Eigenschaften unterteilen. Er diente der Rechtfertigung des Kolonialismus, der Sklaverei, der Verbrechen der Nazi oder des Apartheidregimes. Seit den 1960er-Jahren (Entkolonialisierung, Emanzipations- und Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den USA) wird Rassismus vielfach auch für direkte, indirekte, institutionelle und strukturelle rassische Diskriminierung verwendet. Es ist aber sinnvoll, auf der Handlungsebene rassische Diskriminierung sowohl von Rassismus als Ideologie wie auch von anderen Formen der Diskriminierung abzugrenzen. Rassendiskriminierung ist jede Praxis, die Menschen aufgrund physiognomischer Merkmale und/oder ethnischer Herkunft und/oder kultureller Merkmale (Sprache, Name) und/oder religiöser Zugehörigkeit Rechte vorenthält, sie ungerecht oder intolerant behandelt, demütigt, beleidigt, bedroht oder an Leib und Leben gefährdet. Rassendiskriminierung kann, muss aber nicht ideologisch (Rassismus) begründet sein.


Menschen können zaubern (egal ob muggleborn, halfblood oder pureblood) oder können nicht zaubern (Muggles, Squib). Das wäre also das Ideologische, man ist gegen die, die ohne Zauberfähigkeiten geboren wurden. Hingegen einem gewissen Teil der Zauberer, also den Muggleborns, den Zutritt zu einem Haus zu verweigern, geht meiner Meinung nach Diskriminierung, jedoch nicht Rassismus.

Zu Rechtsextremismus: Wolfgang Benz hat sieben Kriterien formuliert, anhand denen Rechtsextremismus identifizierbar sei (ganzer Text siehe hier).

Zitat

»Nationalismus in aggressiver Form«; »Antisemitismus und Rassismus«; »Intoleranz«; »Militarismus, Streben nach einem System von >Führertum< und bedingungsloser Unterordnung«; »Verherrlichung des NS-Staates«; »Neigung zu Konspirationstheorien (z.B. die Annahme, Regierung, Wirtschaft, Gesellschaft usw. seien durch irgendwelche bösartigen Minderheiten korrumpiert)« und eine »latente Bereitschaft zur gewaltsamen Propagierung und Durchsetzung der erstrebten Ziele«.

Richard Stöss geht davon aus, daß es sich beim »Rechtsextremismus um eine gesellschaftsgestaltende Konzeption« handele, in deren Zentrum ein »völkisch fundierter, ethnozentristischer Nationalismus als oberstes Ordnungsprinzip« stehe, dem »alle anderen Werte und Ziele untergeordnet« seien. Armin Pfahl-Traughber versteht Rechtsextremismus »als eine Sammelbezeichnung für antidemokratische Auffassungen und Bestrebungen mit traditionell politisch rechts einzuordnenden Ideologieelementen«. Zu diesen Ideologieelementen zählt er »Nationalismus«, »Autoritarismus«, »Antipluralismus« und die »Ideologie der Ungleichheit«. Schon Wilhelm Heitmeyer hatte diesen letzten Punkt in seiner Rechtsextremismus-Definition. Von rechtsextremistischer Orientierung spricht er dann, wenn komplementär zumindest die »Akzeptanz von Gewalt« hinzukommt.


Hier würde ich also das ganze Voldemort-Regmine dazu zählen.

Würde dir einfach empfehlen, die verschiedenen Begriffe, die du hier verwendest, genau zu definieren und zu unterscheiden, denn sie alle bedeuten etwas anderes und sollten korrekt verwendet werden.
I belong in Gryffindor,
Where dwell the brave at heart,
Our daring, nerve and chivalry
Set us Gryffindors apart.

Tapferkeit und Mut,
Gehörn zu unsrem Gut,
Immer füreinander da,
Alle Tage, jedes Jahr!

Wir wissen es, wir sind nicht viel,
Dennoch sind wir nah am Ziel,
Und werden es erreichen, garantiert,
Da auch Stärke unser Wappen ziert!


by JaimeeWhite ^^