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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:10

Adventskalender 2016 [7] Geschichte

Platz 1 - Grit

Weihnachtsbesuch bei Snape

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter sich schloss.
Die Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich gebracht, jetzt wollte er nur noch
seine Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
„Wer stört?“, knurrte er, und seine Stimme nahm dabei einen Klang an, der jeden seiner
heimwehkranken Schüler von selbst hätte umkehren lassen. Konnte man denn nicht einmal seine
Ruhe haben!
Das Klopfen jedoch hörte nicht auf, es wurde lauter, energischer.
„Sie müssen, ‚herein‘ sagen, Sir, piepste ein dünnes Stimmchen aus der Ecke. Mit zwei ungleichen
gestrickten Socken und einem braunen Pullover bekleidet stand dort ein Hauself. Das musste dieser
Dobby sein, von dem Albus neulich gesprochen hatte. Auf dem Kopf balancierte er einen ganzen
Stapel von Hüten und in den Händen hielt er – nein, das musste ein Alptraum sein – vier
Weihnachtskugeln mit dem Abbild von Potter. „Harry Christmas“ stand darauf.
„Weg damit, sofort!“, wollte Snape schreien, doch er brachte nur ein heiseres Krächzen zustande, so
sehr schockierte ihn der Anblick.
Dobby hingegen ließ sich nicht beirren, er strahlte über sein ganzes Gesicht bis hin zu den riesigen
Ohren: „Oh, sorry, Sir, ich vergaß ...“
Mit einem seiner Finger berührte er rasch hintereinander alle vier Kugeln und schon zeigten sie
einen lachenden Snape, umrahmt von Stechpalmenzweigen und Kerzen, bewegten sich wie von
selbst durch das Zimmer und blieben hängen wie an unsichtbaren Fäden.
Dobby zeigte vorwurfsvoll zur Tür, denn das Klopfen hatte nicht aufgehört.
„Soll Dobby aufmachen?“
„Herein, wenn es denn unbedingt sein muss!“ Snapes Augenbrauen waren nach oben gewandert und
sein Mund war ein schmaler Strich, denn weder sein „Evanesco“noch sein Verscheuchezauber
hatten die Weihnachtskugeln mit seinem lachenden Konterfei zum Verschwinden gebracht.
Vorsichtig öffnete sich die Tür.
Snape wusste nicht, ob er seinen Augen trauen konnte: Eine lange rote Zipfelmütze mit riesiger
weißer Bommel, ein überdimensionaler weißer Bart, dazu der rote Mantel mit dem weißen
Pelzbesatz, riesengroße schwarze Stiefel – und ein Sack dazu. Was wollte der Weihnachtsmann von
ihm? Ausgerechnet von ihm, der Weihnachten noch nie etwas hatte abgewinnen können!
Und wieso kam ihm dieser Alte so bekannt vor?
Ein dröhnendes Lachen riss ihn aus seiner Grübelei. Ein Lachen, das Snape ebenfalls
außerordentlich bekannt vorkam. Genau wie die schwarzen Augen.
Der Weihnachtsmann schlug ihm vertraulich auf die Schulter. Gut, dass sein Stuhl bereit stand,
sonst hätte ihn dieser Hieb umgehauen.
„Professor Snape, Sir, ich brauche Ihre Hilfe für heute Nacht. Dumbledore meinte zwar, Sie würden
nicht mitmachen, würden Weihnachten nicht mögen, Bescherung und so, aber ich hab mir gedacht,
ich frag einfach mal. Vielleicht haben Sie ja heute ohnehin nichts Besseres vor. Und es macht
bestimmt Spaß.“
Snape war endlich klar geworden, wer da vor ihm saß und weshalb er ihm so bekannt vorkam, doch
er konnte sich immer noch keinen Reim darauf machen. Sein Gesicht sprach Bände.
Letztes Jahr, in einem seiner Alpträume zur Weihnachtszeit, war er von Albus Dumbledore mit einer
roten Knubbelnase und einem weißen Rauschebart bedacht und in den Weihnachtsmann verwandelt
worden – es war schrecklich gewesen und er war froh gewesen, unverwandelt und mit seiner echten
Hakennase in seinem Stuhl aufzuwachen. Doch aus irgendeinem Grund schien ihn das Thema
Weihnachtsmann zu verfolgen.
„Ach so“, dröhnte die Stimme seines späten Gastes, „Sie wissen ja noch gar nichts davon. Wir
haben einen Brief bekommen. Aus dem St. Mungo, von Smelting, dem Heiler auf der Station Fünf.
Es sollte geheim bleiben. Sie haben dort den Weihnachtsmann als Patienten aufgenommen.
Rudolph, das kluge Tier, hat ihn den ganzen Weg allein hergebracht.“
„Was ist denn mit ihm los? Wieso ist er im St. Mungo?“ Snape war nun neugierig geworden.
„Professor, Sir, Sie erinnern sich doch bestimmt noch an diese Oberpflaume mit den
Lockenwicklern und den lila Umhängen, der hier mal Verteidigung gegen die Dunklen Künste
unterrichtet hat?“ - „Lockhart?“ - „Ja, genau der. Der war ja auch im St. Mungo, ist von dort
irgendwie abgehauen und nach Lappland geraten. Keine Ahnung, was er den Leuten dort erzählt
hat, aber der Weihnachtsmann und das Rentiergespann haben einen von seinen berüchtigten
Vergessenszaubern abgekriegt. Nur Rudolph ist davongekommen, weil er mit einem der Kinder
gespielt hat. Das kluge Tierchen hat also den Weihnachtsmann ins Hospital gebracht. Heiler
Smelting meinte, es wird in diesem Jahr nichts mehr, es dauert mindestens noch vier Wochen, bis er
sein Gedächtnis wieder zurückerlangt. Er hat ihm auch geraten, er solle zu Dumbledore fliegen, um
das Weihnachtsfest zu retten.“
Snape schaute seinen Gast verwundert an. Endlich schien er zu begreifen.
„Du vertrittst den Weihnachtsmann?“ - „Klar, Sir, das werde ich. Aber ich brauche Hilfe. Es ist, na
ja, ich darf doch eigentlich nicht zaubern und ich muss es doch irgendwie schaffen. Es ist nur ...“ Er
schaute Snape treuherzig an. „Ich dachte, ich nehme die Thestrale, aber das darf doch keiner sehen
und es könnte doch sein, dass die Leute sich dann fürchten, also dachte ich, Sie kriegen das
bestimmt hin und können die verwandeln – so eine Art Illusion, dass sie aussehen wie Rentiere,
dachte ich … vielleicht, Sir?“
„Muss ich mich etwa auch verwandeln?“ - „Nein, Professor Snape, Sir, es reicht, wenn Sie
unsichtbar sind und sich um die Thestrale kümmern. Dobby wird mir helfen.“
Snape hatte sich von seinem Stuhl erhoben und ging Richtung Tür.
„Ich wusste es, Professor, Sie sind gar nicht so, vielen Dank, dass Sie mir helfen.“
Snape verstand gar nicht, wieso er bereits aufgestanden war und woher dieser Mann vor ihm seinen
unerschütterlichen Optimismus nahm, schließlich hatte er noch kein Wort einer Zusage von sich
gegeben. Trotzdem strahlte er ihn an, wie es auch der echte Weihnachtsmann nicht besser gekonnt
hätte. „Wir werden so vielen Kindern heute Freude bringen!“, rief er fröhlich und hatte – was war
das nur für eine seltsame Art von Magie – dabei ein Lächeln auf Snapes eben noch so verkniffenes
Gesicht gezaubert. Es fühlte sich eigenartig an. Gar nicht mal so schlecht. Er grinste. „Fröhliche
Weihnachten, Hagrid!“ - „Fröhliche Weihnachten, Professor!“
Und kaum hörbar setzte er hinzu: „Ich hab es doch gleich gewusst, er ist gar nicht so. Von wegen,
er hasst Weihnachten und macht da nicht mit. Auch Dumbledore kann sich mal irren.“
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:22

Platz 2 - planternol

Weiße Weihnachtsüberraschung für Severus

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker
hinter sich schloss. Die Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter
sich gebracht, jetzt wollte er nur noch seine Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
„Wer ist da?“ fragte Snape missgelaunt, aber niemand antwortete. Doch nach ein
paar Sekunden klopfte es erneut. Diesmal wartete Snape nicht ab, sondern
schritt eilends zur Türe und öffnete sie. Da war niemand. Wer, bei Merlins
Unterhose, wagte es, ihn derart zum Narren zu halten? „Peeves kommen Sie
raus, Sie elend stinkender Poltergeist!“ rief Snape barsch, einfach mal auf
Verdacht. Doch als sich erneut niemand meldete, schloss Snape einfach wieder
seine Bürotür, in der Hoffnung, dass jetzt endlich Ruhe einkehre.
Doch als er es sich gerade in einem Bürosessel bequem gemacht hatte, klopfte
es ein drittes Mal an die Tür. Ungehalten, mit gezücktem Zauberstab sprang er
auf, wirbelte herum und riss die Tür auf. Und diesmal bemerkte er etwas, denn
ein glitzernder Zipfel schien gerade eben hinter der nächsten Ecke zu
verschwinden. „Revelio!“ stieß er mit ausgestrecktem Zauberstab hervor. Der
Zauber hauchte den ganzen Gang in helle Schatten, doch abermals zeigte sich
keine Menschenseele.
Doch was war das? Erneut verblieb ein leichtes Glimmen hinter der Ecke am
Ende des Ganges. Snape ging dem nun nach. Und tatsächlich: Ein sanftes Licht
einer großen, schimmernden Echse erhellte die Nacht, während sie durch die
Gänge zwischen den Verliesen davon trappelte. „Was hat das zu bedeuten?“
fragte sich Snape und nahm die Verfolgung auf. Dabei stieß er versehentlich
gegen eine Rüstung, die plötzlich ein rasselndes Gelächter erschallen ließ und ein
unanständiges Weihnachtslied von sich gab („Jingle Balls“). „Oooch, schon wieder
dieser Plunder von letztem Jahr“, sagte Snape griesgrämig und brachte die
Rüstung mit einem gekonnten Schwung seines Zauberstabes erstmal zum
Schweigen. Dann eilte er weiter dem Patronus-Echse nach und entdeckte im
Schein der herunterbrennenden Weihnachtsfackeln denn auch die Ursache des
Klopfens: Die Echse hatte einen Holzklöppel am Schwanz mit grünen, fleischigen
Fasern festgebunden, der mit ihrem Trippeln kräftig hin- und herschwang.
Diese seltsame Erscheinung weckte nun aber doch Snapes Neugier, die fast
seinen Ärger vergessen ließ. Er folgte dem Patronus weiter hinaus aus den
Kerkern, über lamettaverzierte Bodentafeln, vorbei an Hagrids Weihnachtstannen
und durch das große Eingangsportal hinaus in die Ländereien. Den Umhang
umhüllend angesichts der Kälte draußen, folgte Snape ihm weiter und weiter.
Doch die Echse machte schnell eine Biegung und lief geradewegs in Richtung der
Gewächshäuser, vor denen hohe, anmutige Bäume standen, die Snape zuvor
noch nie aufgefallen waren. Dort angekommen, löste sich der Patronus plötzlich
auf, so dass der Klöppel an seinem Schwanz scheppernd zu Boden fiel. Von
diesem Geräusch wurde plötzlich eine Art Schneesturm ausgelöst – doch nein, es
waren nur weiße Fäden, die von den Bäumen herunterfielen und den verdutzten
Snape in weißer, schillernder Pracht einhüllten.
„Fröhliche Weihnachten, Severus!“ sagte plötzlich eine sanfte Stimme hinter
Snape. Er wirbelte herum und starrte in das vergnügte Gesicht von Professor
Sprout. „Hat Sie mein Patronus erreicht? Ich habe soeben die Züchtung der
Fidibus-Bäume fertiggestellt, deren Sekret Sie bestellt haben. Greifen Sie zu,
solange ihr Sekret noch frisch ist!“
Snape wischte sich das weiße Zeug aus dem Gesicht und setzte einen eisigen
Blick auf. Aber irgendwie konnte er doch ein leichtes Lächeln nicht verkneifen bei
dem Gedanken daran, so früh und pünktlich zu Weihnachten schon die begehrte
Zaubertrankzutat erhalten zu haben.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:24

Platz 3 - Hähnchen

Weihnachtszauber

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter sich schloss. Die
Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich gebracht, jetzt wollte er nur noch seine Ruhe
haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
...“Warum immer ich?!“, dachte er sich und überlegte, ob er wirklich aufmachen sollte, „Na gut.“ Er
ging widerwillig zur Tür und öffnete sie mit einem Ruck. Niemand war zu sehen. „Wer ist da?“, rief er,
doch die einzige Antwort, die er bekam, war das Echo, das in den langen Fluren des Kerkers widerhallte.
Genervt grummelte er vor sich hin. Snape zückte seinen Zauberstab und ging aus der Tür hinaus in den
Flur. Nichts war zu hören oder zu sehen, obwohl die Weihnachtsfeier in der Großen Halle noch lange
nicht vorbei war. Er wollte schon wieder in seinen Kerker zurückgehen, als er etwas Ungewöhnliches
entdeckte. Da war ein bläulich-silberner Schimmer, der im Flur schwebte. Er schien sich kaum zu
bewegen. Doch als Severus genauer hinsah, konnte er erkennen, wie sich der Schimmer langsam von
ihm entfernte. Er wollte herausfinden, was ihn gestört hatte und versuchte entschloss sich dem Licht zu
folgen. Es führte ihn quer durch das Schloss bis in die Eingangshalle. Das große Tor öffnete sich und das
Licht verschwand dahinter. Severus sah sich um. Eine Gruppe Schüler war auf dem Weg zu den
Schlafsälen. Snape sah sie grimmig an und die Schüler beschleunigten ihren Schritt, sodass er schnell
wieder allein war. Er nutzte den Moment und huschte durch das Eingangstor.
Es war dunkel und frostig draußen. In den letzten Tagen hatte es heftig geschneit, sodass Hogwarts und
all seine Ländereien im Schnee versanken. Severus schlang seinen Umhang enger um sich und suchte
das Schimmern. Doch es war weg. Verschwunden. Diese unfähigen Schüler! Jetzt hatte er ihretwegen
auch noch den Lichtpunkt verloren. Das würden sie ihm mit Bergen von Hausaufgaben büßen!
Plötzlich erschien einige Meter entfernt eine silberne Gestalt. „Beim Barte des Merlin!“, flüsterte er
völlig fassungslos, „Lily?“. Eine wunderschöne, silberne Hirschkuh stand auf dem Hügel. Sie schien
Severus anzusehen. „Lily!“, rief er nun. Sollte er sie nun doch wiedersehen, nachdem sie nach dem
Schulabschluss sofort mit James verschwunden war?
Die Hirschkuh drehte sich um und stolzierte lautlos in Richtung des Waldes und Snape stapfte
unbeholfen hinterher. Es war schwierig in dem hohen Schnee voranzukommen. In diesem Moment
wünschte er sich Hagrids Ausmaße, denn vor lauter Überraschung vergaß er völlig, dass er nach wie vor
seinen Zauberstab bei sich hatte und sich den Weg einfach freizaubern könnte.
Nach einiger Zeit blieb die Hirschkuh stehen. Vor ihr tauchte ein Licht auf, das noch viel strahlender war
als sie selbst. Da stand ein riesiger Baum, geschmückt mit Kugeln, Engeln, Kerzen und Sternen in Rot,
Grün, Gold und Silber. Noch nie hatte Severus so einen schönen Baum gesehen! In diesem Augenblick
erfasste selbst ihn ein wenig Weihnachtlichkeit. Er entdeckte ein kleines Geschenk, das in den Schnee
gesteckt war. Ob es für ihn war? Er griff danach und packte es vorsichtig aus. In dem silbernen
Geschenkpapier befand sich ein vergilbtes Foto mit zwei Kindern, die in einem Zug saßen und lachten.
Auf der Rückseite stand „Lily und Severus, 1. September 1971“ und weiter unten „Frohe
Weihnachten!“. Snape lächelte in sich hinein. „Also doch Lily“, murmelte er und sah sich um. Doch die
Hirschdame war spurlos verschwunden.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:28

Majee

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter sich schloss.
Die Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich gebracht, jetzt wollte er nur
noch seine Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
„Herein“, sagte Snape unwirsch.
„Good evening, Sir“, erwiderte der ältere, schick gekleidete Herr, welcher nun eingetreten war
und reichte Snape die Hand. „Ich bin Lord Crossword, erster Hofmagier Ihrer Majestät Queen
Elisabeth II. Sie wurden uns von Professor Dumbledore empfohlen, der uns versicherte, dass
wir auf Ihre Verschwiegenheit bauen können.“
„Bitte setzen Sie sich doch. Womit kann ich Ihnen dienen.“
„Ich komme also gleich zur Sache. Die Angelegenheit ist äußerst delikat. Auf bislang
ungeklärte Weise wurde die Queen mit einem bösartigen Fluch belegt, der unseren Heilern
gänzlich unbekannt ist. Sie ist derzeit auch nicht ansprechbar. Wir haben vorübergehend mit
Hilfe eines Vielsafttrankes ein Double erstellt, um die Krankheit am Hofe zu verbergen.“
„Und was bewirkt der Fluch?“
„Nunja, die Heiler sagen, es schiene fast so, als würde sie sich sallmählich in eine Art Inferi
verwandeln.“
„Ein solcher Fluch ist leider auch mir nicht bekannt.“
„Professor Dumbledore erwähnte, dass sie dies sagen würden. Er selbst wisse keinen Zauber,
mit dem sich ein solcher Fluch aufhalten ließe. Wenn es eine Rettung geben könne, dann durch
einen Zaubertrank. Keiner kenne die Wirkungen und Zusammenhänge der
Zaubertrankzutaten so gut wie Sie.“
„Es tut mir leid, aber ein solches Unterfangen ist absolut aussichtslos. Man kann nicht eben
mal so einen neuen Zaubertrank erfinden der noch dazu vollkommen risikofrei sein soll.“
Lord Crossword atmete schwer aus. „Können Sie uns dann einen Trank empfehlen, der
zuverlässig für ihr Ableben sorgt, ohne, dass sie ein Inferi wird?“
Snape fiel die Kinnlade runter. Hatte er gerade richtig gehört? „Kann es sein, dass Sie mir
etwas verheimlichen?“
„Was ich Ihnen jetzt erzählen werde, ist streng vertraulich. In der Kolonialzeit gab es die
'Seawand', ein Entdeckerschiff unter britischer Flagge mit einer ganz und gar
magischstämmigen Besatzung. Ihr Auftrag war es Gebiete zu erobern, die ihren
Mugglekollegen bislang entgangen waren. Über viele Jahre war es eine äußerst erfolglose
Expedition. Dann fanden sie etwas. In den Tiefen des Meeres stießen sie auf Atlantis, einer von
unzähligen Inferi bevölkerten Stadt. Eine dunkle Macht ließ sie fast wie Lebende durch ihre
Stadt wandeln. Die Entdecker wollten sie an die englische Krone binden, genauer gesagt an
den regierenden König. Solche Zauber halten allerdings nicht ewig und müssen regelmäßig
erneuert werden. Deshalb bedient man sich in solchen Fällen eines Stellvertreterzaubers; der
zukünftige Stellvertreter des Zauberers werden die ranghöchsten Nachfahren einer
bestimmten Blutlinie – in unserem Fall das Oberhaupt der königlichen Familie, der
Stellvertreter des Zaubers wird eine außergewöhnliche, aber regelmäßig statt findende
sprachliche Handlung – in unserem Fall die Weihnachtsansprache. Würden wir unser Double,
niemanden oder ein beliebiges anderes Mitglied der königlichen Familie die Ansprache lesen
lassen, könnte der Zauber rasch nachlassen und möglicher Weise noch vor dem nächsten
Weihnachten ganz erloschen sein. Wenn die Queen stürbe oder abdankte, würde sich der
Zauber automatisch auf ihren Nachfolger übertragen. Keiner weiß allerdings, was geschieht,
wenn die Queen selbst eine Art Inferi würde. Wenn die „verwunschene Kolonie“ wie wir sie
nennen, unabhängig würde, könnte sie einem neuen Herrn folgen; einem der wahrscheinlich
keine friedlichen Absichten hegt. In der Tat gehen wir davon aus, dass die Person dies vor hat
es war, die den Anschlag auf die Queen verübt hat.“
„Sie meinen, der Dunkle Lord will sich damit eine Armee aus hunderten oder tausenden Inferi
aufbauen?“
„Aus Hunderttausendenen Inferi. Und es sind keine gewöhnlichen Inferi – unsere Experten
vermuten, dass sie durch einen Obscurus scheinbelebt sind. Wir wissen nicht, ob womöglich
unentdeckte Fähigkeiten in ihnen verborgen sind.“
„Verstehe. Es lohnt sich also alles zu probieren, sei es auch noch so unwahrscheinlich. Nun gut,
ich will sehen, ob ich etwas tun kann. Ich habe allerdings eine Bedingung: Wenn ich mit Ihnen
zum Buckingham Palace komme, dann nicht als Severus Snape, sondern mit dem Vielsafttrank
getarnt, für den Fall dass sich ein Spitzel im Schloss aufhält.“
„Nichts anderes habe ich erwartet und Ihnen eine schöne Auswahl an Härchen mitgebracht.
Nun, ich werde schon mal vorgehen und Ihre nahende Ankunft ankündigen.“
Die beiden verabschiedeten sich und Lord Crossword verließt den Kerker, stieg die Treppen
hinauf um über einen der Kamine in den oberen Räumen zum Palast zurückzureisen.
Snape unterdessen steckte hastig unzählige Zutaten, Werkzeuge, einen Kessel und eine Hand
voll fertiger Zaubertränke in einen kleinen Lederbeutel, welcher im Inneren magisch
vergrößert war. Danach ließ er sich von einem Hauselfen Kleidung in der passenden Größe für
seine zukünftige Figur geben. (Er hatte zu dem ausgewähltem Haar auch ein Foto sowie die
Kleider- und Schuhgröße der Person erhalten in die er sich verwandeln würde) Er trank seine
Portion Vielsafttrank und als er nach der Verwandlung sich gerade auf den Weg machen sollte,
stutzte er. Er ging zurück, zählte die Wandsteine ab, zückte seinen Zauberstab und zeichnete
damit auf einen bestimmten Stein eine Krone. Der Stein flog aus der Wand und blieb der Luft
schweben. Ihm folgend flog ein Fläschchen mit einer goldenen Flüssigkeit aus dem Versteck.
Snape ergriff es, verstaute es in seinem Beutel und ließ den Stein mit einem Schlenker seines
Zauberstabs wieder an seinen ursprünglichen Ort zurück schweben.
Die Queen war in einem schlechteren Zustand als Snape es befürchtet hatte. Sie verbreitete
einen fauligen Geruch, röchelte leise, lag reglos da mit starrem Blick zur Decke. Augapfel und
Iris waren pechschwarz und an der Stelle der Pupille befand sich ein schwarzes Loch. Die
Augen schienen eine Art schwarzes Licht abzustrahlen, mit dem sie alles in Schatten tauchten,
was in ihren Lichtkegel geriet. Ihre blasse Haut wurde an einer Stelle für einen Moment
gräulich und dann wieder heller, das gleiche kurz darauf an einer anderen Stelle, als würde
sich ein Tier immer wieder der Oberfläche nähern. Die anwesenden Heiler teilten Snape mit,
dass ihr Herz manchmal stundenlang pausiere, dann aber plötzlich wieder weiter schlage.
Snape runzelte die Stirn. Es sah für ihn nicht so aus, als würde aus der Patientin ein Inferi
werden, aber was es auch war, es würde wahrscheinlich nicht gerade harmloser sein. Oder
konnte womöglich ein Tierwesen schuld sein – ein Wurm vielleicht? Schwarz scheinende
Augen... an irgendetwas in seinem Gedächtnis rührte dies.
Wenn es der Wurm war, den er für möglich hielt, konnte er nicht viel falsch machen. Er zog
eines seiner Fläschchen hervor und öffnete vorsichtig den Mund der Queen – ihre Haut war
eiskalt – und ließ ein paar Tröpfchen der Flüssigkeit hineintröpfeln. Kurz darauf stieß sie
einen Stoß Schneeflocken aus der Nase aus. Offensichtlich war es kein Wurm. Zumindest nicht
der, den Snape für möglich gehalten hätte. Aber warum Schneeflocken?


[...]
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:29

[...]

Und dann traf es ihn wie einen Schlag. Es gab einen Trank von indianischen Ureinwohnern,
mit dem sich Inferi in Dementoren verwandeln ließen – die Symptome waren Merkmale der
Verwandlung in einen Dementor! Aber dieser Trank funktionierte nicht bei lebenden
Menschen – ihm musste irgendetwas beigemischt worden sein, das die
Verwandlungseigenschaften veränderte, möglicher Weise auch die Eigenschaften des fertig
entwickelten Dementors.
Vor langer Zeit hatte Snape von diesem Trank gelesen und auch, dass es einen Gegentrank
gäbe, sofern man rechtzeitig agiere. Aber das genügte eigentlich nicht – er musste auch
wissen, was dem Trank noch zugegeben worden war.
Er warnte die Heiler, dass aus der Queen möglicher Weise ein Dementor werden könnte und
begab sich dann auf den Rückweg nach Hogwarts. Er musste seine alten Bücher nach dem
Rezept des Gegentranks durchsuchen. Vielleicht viel ihm dabei auch ein, was der Zusatz sein
könnte. Nun war es an der Zeit einen Schluck Felix Felicis zu nehmen.
Unter seinem Schreibtisch war ein Geheimfach im Boden eingelassen. Nicht besonders tief,
aber lang und breit. Hier lagen allerlei persönliche Gegenstände wie Fotos, Umhänge und
Bücher. Er durchwühlte die Bücher – Zaubertränke der Antike, Interessante schottische
Tierwesen für die Zaubertrankbrauerei, Osmanische Heiltränke,... Aber wo war nur...? Ah!
„Zaubertränke der Medizinmänner nordamerikanischer Indianerstämme“. Jetzt nur noch das
richtige Kapitel finden – was war das? Beim Aufblättern war ein Brief herausgefallen. Stimmt!
Snape erinnerte sich. Die Rezepte hatten nicht in dem Buch gestanden, aber er hatte damals
aus Neugier die Verfasser danach gefragt. Das Rezept für den Verwandlungstrank hatten sie
ihm nicht zukommen lassen, dafür das Rezept zu dem Gegentrank zusammen mit ein paar
Zeilen in denen sie ihre Freude darüber ausdrückten, dass sich ein Jugendlicher so für ihre
Arbeit interessierte.
Er ging die Zutatenliste durch. Ok – alles vorrätig. Die Kochzeiten – auch nicht zu lange. Und
was stand da unten – Der Trank muss eingenommen werden, bevor das Wesen erwacht. Das
war offensichtlich auch noch nicht der Fall, aber wusste, wie lange noch? Er begann mit der
Arbeit.
Als er sich streckte um ein Einhornhaar zu greifen streifte sein Blick über die am Boden
liegenden Bücher. „Interessante schottische Tierwesen für die Zaubertrankbrauerei“ - gaben
nicht schottische Flederratten eine Milch, die bewirkte, dass bestimmte Eigenschaften von
Zaubertränken auf Menschen übertragen werden konnten? Irgendwo musste doch noch ein
Fläschchen... Ah, da! Snape hatte zwar keine Ahnung, ob dies auch bei diesem Trank
funktionieren würde, aber er wollte es bei einer Portion davon ausprobieren. Die Milch war
nicht giftig, sodass sich das Risiko in Grenzen hielt.
Eine halbe Stunde später war er zurück im Palast. Doch die Queen war nicht mehr in ihrem
Zimmer. Blut war an den Wänden, die Heiler lagen tot am Boden; nicht alle wiesen tödliche
Verletzungen auf. Eine Kälte kroch ihm unter die Haut und der Raum verfinsterte sich, ebenso
seine Gefühle, auch wenn Felix das schlimmste verhinderte. Und dann sah er sie auf sich
zukommen – sie war erwacht. Er konnte sie kaum erkennen, so dunkel schienen ihre Augen –
sie war immernoch in dieser Zwischengestalt. Mit einem Zauber schleuderte er ihr den Inhalt
seines Fläschchens in den Mund und augenblicklich stürzte sie zu Boden, die Augen hörten auf
dunkel zu scheinen. Die Flederrattenmilch schien eine heilende Wirkung zu haben, die den
Indianern damals natürlich nicht bekannt gewesen sein konnte.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:34

Shruki

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter sich schloß. Die
Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich gebracht, jetzt wollte er nur noch seine
Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
Genervt schloß er die Augen. Was war denn jetzt schon wieder. Er konnte ein leises knurren nicht
unterdrücken. Während er sich auf seinem Stuhl zur Tür drehte entrann ein langes, schon fast
zischendes „Ja.“ seiner Kehle. Die Türklinke drückte sich sehr langsam herunter, dann waren die
Finger einer feinen Hand zu sehen, die das Türblatt nach innen drückten. Ein schlankes hoch
geschossenes Mädchen betrat sein Büro. „Professor Snape, entschuldigen sie die Störung.“ Er hatte
das Mädchen schon gesehen, doch es ärgerte Ihn, dass ihm der Name nicht einfiel. War sie nicht das
Waisenkind aus dem deutschen Harz, dass Professor Dumbledore unbedingt hatte an die Schule
holen müssen. „Sie stören, das ist eine Tatsache. Was ist der Grund.“ Bedächtig schlang er die Beine
übereinander. „Ähm, ich weiß nicht.“ Sie drehte sich kurz um, als wollte sie wieder gehen, doch tat
sie es doch nicht. „Außer ihnen kann es hier im Raum keiner Wissen.“ Langsam fing ihm das Spiel
an zu gefallen. Er erinnerte sich auch wieder an ihren Namen. Maria hieß sie und gehörte ins Haus
Ravenclaw. Man sah Maria an, dass es unendlich viele Orte gab, an denen sie im Augenblick lieber
war als hier. „Ja mir ist da etwas aufgefallen.“ Er hob erwartungsvoll aber auch arrogant die
Augenbrauen. Maria schluckte. „Als ich gestern Abend von einer Nachhilfestunde bei Professor
McGonagall kam, haben mich die Treppen einfach nicht nach oben bringen wollen. Ich bin immer
wieder in den Nebengang zur großen Halle gekommen. Komisch war nur, dass alle Bilder leer
waren. Das habe ich noch nie erlebt.“ Professor Snapes Aufmerksamkeit war geweckt, denn das war
in der Tat ungewöhnlich. „Die Bilder waren leer sagen sie? Sind ihnen sonst irgendwelche Geister
begegnet?“ Maria schüttelte den Kopf. In Professor Snapes Kopf brodelte es. Da stimmte doch
etwas nicht. Was konnte dieses sonderbare Verhalten verursacht haben? Zufällig streifte sein Blick
Maria, die er schon völlig vergessen hatte. „Gehen sie in ihr Haus.“ Mit einer verstärkenden
Handbewegung bedeutete er der Schülerin zu gehen.
Maria kam dieser Bitte nur zu gerne nach. Als sie die Türe hinter sich geschlossen hatte, atmete sie
erleichtert auf. Mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht schlenderte sie durch die Gänge des
Schlosses in Richtung der Ravenclaw-Unterkünfte. Vorher machte sie am Treppenabsatz das
Zeichen des „Daumen hoch“ in Richtung der anderen Häuser-Unterkünfte, wo je ein Schüler auf ihr
Zeichen wartete und dann in sein jeweiliges Haus verschwand.
Am gleichen Abend machte Professor Snape sich auf eine Erkundungsrunde durch die Schule. In
der großen Halle traf er auf Sir Niklas, den er in ein Gespräch versuchte zu verwickeln doch es
gelang ihm einfach nicht, etwas aus dem Geist heraus zu bekommen, was ihn ärgerte. Im
Nebengang der großen Halle alles dunkel, so dass er seinen Zauberstab zur Leuchte machen musste
um etwas sehen zu können. Die Bilder waren leer. Aufgeregt ging er von einem Bild zum nächsten,
nirgends war eine Person zu sehen. Nach außen hin war seine Aufregung nicht zu erkennen, doch in
seinem Inneren war er in höchster Alarmbereitschaft. Er machte auf dem Absatz kehrt und steuerte
die privaten Gemächer von Schulleiter Professor Dumbledore an, doch hier war auch niemand. Am
Tempo seiner Schritte, die ihn nun zu den Räumen von Professor McGonagall führten war die
Steigerung seiner Erregung zu erkennen. Hier war irgend etwas überhaupt nicht in Ordnung. Unter
der von Professor McGonagalls Räumen kam Licht durch. Sie war also da. Ohne anzuklopfen
stürmte er in den Raum. Die Kollegin saß an ihrem Schreibtisch und schien zu lesen. Als er ihr nun
seinen Wissensstand mitteilte, ärgerte es ihn etwas, dass er es nicht schaffte seine Stimme völlig im
Griff zu behalten. Teilweise überschlug sie sich. Nachdem er mit seinem Redeschwall geendet hatte
beobachtete er die Reaktion seiner Kollegin. Hatte er da ein leichtes Grinsen in ihrem Gesicht
gesehen? Doch jetzt sah Minerva McGonagall nur ernst drein, er musste es sich eingebildet haben.
„Was sollen wir tun?“ Er stand jetzt direkt vor dem Schreibtisch seiner Kollegin und hätte er nach
unten gesehen, dann hätte er gesehen, dass das vor ihr aufgeschlagene Buch falsch herum lag, doch
er war einfach zu erregt. „Severus, beruhigen sie ich. Es muss eine logische Erklärung für die
Abwesenheit der Geister geben. Wir sollten noch einmal die Gänge des Schlosses inspizieren.
Kommen sie.“ Schon war die kleine, aber dynamische Frau von ihrem Stuhl aufgestanden und hatte
den Raum durchquert. Severus Snape folgte ihr wie ein braver Schuljunge. Er wunderte sich auch
nicht über die sonderbare Reihenfolge, in der Professor McGonagall die Gänge ab ging. In keinem
der Bilder war ein Geist zu finden und es flog auch keiner durch die Gänge. Was ihm dabei
überhaupt nicht auffiel war, dass ihnen auch sonst niemand begegnete.
Als die beiden in die ebenfalls nicht beleuchtete große Halle gingen, war Professor Snape völlig
aufgelöst. „Minerva, wir müssen unbedingt mit Dumbledore sprechen. Wissen sie wo er ist.“ Er war
auf seine Kollegin fixiert, daher sah er die vielen Schatten um ihn herum nicht. Als plötzlich aus
Entfernung die Stimme des Schulleiters zu hören war, die den Befehl für „Licht an“ sagte, erschrak
er sich zu Tode. Um Ihn herum waren alle Schüler und Lehrer versammelt sowie alle Geister, die
herum schwebten oder sich in den Bildern quetschten.
„Happy Birthday to you,“ klang es aus hunderten Stimmen. Ein riesiger Kuchen stand auf einem
Podest in der Mitte der Halle. Severus konnte seine Überraschung nicht verbergen. Es war der 07.
Dezember, das hatte er doch tatsächlich vergessen. Er hatte heute Geburtstag. Etwas verlegen
fingerte er an seinem schwarzen Umhang herum während er die vielen Glückwünsche entgegen
nahm. Jetzt machte das alles Sinn. Maria hatte ihn ablenken sollen, damit er die Vorbereitungen
nicht mit bekam. Die Geister waren vermutlich alle schon in der Halle gewesen genau wie Professor
Dumbledore und er war ihnen allen auf den Leim gegangen, was ihn ärgerte. Doch eins musste er
ihnen allen lassen. Der Plan war gut durchdacht gewesen. Genüßlich steckte er sich ein Stück
Kuchen in den Mund. Langsam begann er die Feier zu genießen.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:37

Sluggy

Das Schlossgelände glitzerte vor Schnee. Die große Halle war weihnachtlich geschmückt. Schüler und Lehrer hatten das Fest in der großen Halle genossen. Jetzt kehrte Ruhe ein und fast alle lagen wohlbehalten in ihren Betten

Professor Snape saß noch in seinem Sessel am Kaminfeuer in seinem Kerker und überlegte, ob er auch schlafen gehen sollte. Er freute sich, dass er heute abend keine Aufsicht machen musste.

Grade wollte er sich erheben, um schlafen zu gehen, da hörte er “klingelingeling” - ein zartes Geräusch. Snape spähte irritiert in alle Ecken seines Zimmers. Was war das für ein Geräusch? Er lauschte angespannt. Doch nun hörte er nichts mehr. “Einbildung”, dachte er und erhob sich halb, um endlich ins Bett zu gehen.

Da war es wieder “klingelingeling”. Eigenartig, dachte Snape, schlich zu seiner Zimmertür und riss sie auf. Snape staunte. Auf seiner Fußmatte lag ein kleines Päckchen. Misstrauisch beäugte er es. Dann wollte er die Tür wieder schließen.

Plötzlich hörte er ein Flüstern: “Severus, vergiss mich nicht.” Snape hielt verblüfft inne, die Tür halb zu, den Blick auf das seltsame Päckchen gerichtet.

Ob es wohl verflucht war? Wieder ein leises Flüstern, eher ein Hauch: “Severus, wie kannst du denn an Weihnachten an Flüche denken?” Severus starrte das Päckchen an. Ein sprechendes Päckchen???

Weiterhin misstrauisch beäugte Snape das Päckchen. Dann schwang er seinen Zauberstab, um zu überprüfen, ob es verflucht war.

“AUA, bist du noch gescheit???” Snape sprang rückwärts in sein Zimmer vor Schreck. Dann riss er sich zusammen und nahm das Päckchen vorsichtig auf.

In seinem Zimmer legte er es auf seinen Schreibtisch. Dann schwang er seinen Zauberstab und die Schleife des Päckchens fiel herab. Snape wickelte das Papier ab und öffnete den Karton.

Darin fand er ein kleines Kärtchen. Darauf stand “Frohe Weihnachten. Such dein Geschenk.”
Snape schüttelte den Kopf. Das konnte doch nicht wahr sein. Er würde jetzt ins Bett gehen. Entschlossen kehrte er dem Päckchen auf dem Schreibtisch den Rücken zu und machte sich auf den Weg.

“Hihihihihi!” Snape zuckte zusammen. Was war jetzt wieder?

Ein weiterer Schritt Richtung Bett.

“Das tust du nicht, das tust du nicht ...”


Snape sah irritiert zum Päckchen zurück.

“Was???” fragte er unwillkürlich.

“Du bist doch sicherlich neugierig auf dein Geschenk?” “Wieso sollte ich?”

Snape verstand sich selbst nicht mehr. Er redete mit einem Päckchen???

“Wenn du doch wissen willst, was du bekommst, musst du mich umdrehen.”

Gegen seinen Willen wurde Snape nun doch richtig neugierig. Konnte das sein? Er griff nach dem Päckchen. “Trau dich ruhig.” Vorsichtig glättete Snape den Karton des Päckchens. Dann drehte er ihn um. Feine Linien zogen sich über den Karton.

Es war ein sehr kleiner Plan auf dem fast nichts zu erkennen war. Unwillkürlich schwang Snape seinen Zauberstab “Engorgio”. Der Karton wurde doppelt so groß. Snape wurde umgeworfen. Er krabbelte wieder auf die Füße und kletterte auf den Karton.

Als Snape die feinen Linien erreichte, erkannte er, dass es sich tatsächlich um einen Plan handelte. Es war eine Art Schatzkarte und sie begann draußen auf dem Schlossgelände. Snape nahm sich kurzentschlossen seinen warmen Umhang und setzte seine Pelzmütze auf.
Dann kopierte er die Karte mittels eines Zaubers auf ein Pergament und folgte der Karte. Leise schlich er über das Schlossgelände, zwischen den Gewächshäusern hindurch, hinter Hagrids Hütte hindurch, am Rande des verbotenen Waldes entlang.

In der Nähe der peitschenden Weide hieß es dann: “Suche zwischen meinen Wurzeln.”
Snape berührte den Zweig, der die Weide erstarren ließ. Dann suchte er mit seinem leuchtenden Zauberstab sorgfältig die Wurzeln ab.

Schließlich entdeckte Snape ein weiteres kleines Päckchen mit einem Anhänger daran “Für Professor Snape”. Er nahm es mit zurück in sein Büro. Dort bereitete er sich erst einmal eine schöne Tasse Tee zum Aufwärmen.

Jetzt öffnete Snape sein Geschenkpäckchen und entdeckte -

Köstlich duftende Plätzchen, die sehr gut zu seinem Tee passten.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:38

GAL-Power

Alte Erinnerungen

"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter
sich schloss. Die Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich
gebracht, jetzt wollte er nur noch seine Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe.
Snape hatte keine Lust heute noch irgendwelchen Besuch zu empfangen, es war
schon schlimm genug, dass er alle Kollegen und Schüler heute mehrere Stunden
ertragen zu musste. Er ignorierte ebenfalls das zweite Klopfen, doch dann hörte er
Dumbledore sprechen: „Serverus, machen sie mir bitte die Türe auf, sonst komme
ich mit Gewalt hinein.“ Genervt verdrehte Snape die Augen und ging zur Türe, um
diese dem Schulleiter von Hogwarts zu öffnen.
„Guten Abend Professor Dumbledore, was verschafft mir die Ehre?“
„Zunächst, könnten sie mich hinein bitten und mir einen Feuerwhiskey anbieten“,
lächelte der Schulleiter und schwebte an Snape vorbei.
„Ach Serverus, sie müssen wirklich etwas Farbe in ihr Zimmer bringen, hier ist alles
so düster:“ „Ich werde es mir überlegen“, antwortete Snape genervt, schloss die Tür
und goss für Dumbledore, aus seinem Vorrat, etwas Feuerwhiskey in ein Glas.
„Also, ich frage sie nochmals, was verschafft mir die Ehre, Professor Dumbledore?“
fragte Snape und reichte ihm dabei sein Getränk.
„Danke, Severus.“ Vorsichtig nippte Dumbledore an seinem Glas, während er es sich
auf einem Sessel vor dem Kamin gemütlich machte. Immer noch genervt, setzte
Snape sich an den Schreibtisch. Snape sah Dumbledore eindringlich an und wartete
ungeduldig darauf, eine Erklärung für seinen späten Besuch zu erhalten.
„Nun Severus, ich habe sie heute Abend beobachtet.“ „Aha.“ Antwortete Snape nur
garstig. „Und?“ „Dieses Jahr, waren sie von der Feier nicht nur genervt. Nein. Ich
konnte noch etwas anderes in ihren Augen sehen.“ Snape setzte sich gerade hin und
schaute den Schulleiter fragend an. „Ich konnte Trauer in ihren Augen erkennen.
Möchten sie mir vielleicht berichten, wieso sie traurig waren?“ Snape sah
Dumbledore kurz an, stand dann auf und ging zum Schrank, um sich ebenfalls ein
Glas Feuerwhiskey einzuschenken. Er leerte es in einem Zug, stellte sein Glas
wieder auf dem Tisch ab und ging wieder zu seinem Stuhl hinüber. Er atmete tief ein
und erzählte: „Ich musste heute viel an Lily denken.“ Dumbledore nickte und lächelte
traurig: „Ja, das habe ich mir schon gedacht. Lag es daran, weil sie Harry heute auf
der Feier gesehen haben?“ Snape atmete nochmals tief ein und antwortete: „Er hat
Lilys Augen. Im Unterricht erinnert er mich immer nur an seinen Nichtsnutz von Vater,
aber heute, beim großen Festtagsmahl, konnte ich ganz deutlich Lily in ihm
erkennen.“
Dumbeldore lächelte weiterhin traurig, schwieg und wartete darauf, das Snape bereit
war weiter zu erzählen.
„Der Potter Junge hat heute seine Siruptorte mit dem Weasley Jungen geteilt, das
erinnerte mich an mein einziges Weihnachtsfest, welches ich mit Lily zusammen
verbracht hatte.“ Snape sah traurig nach oben an die Decke, um sich an jedes Detail
dieses Weihnachtsfestes erinnern zu können.
„Ich lief damals, in meinem zweiten Jahr, abends in den Fluren umher, weil ich an
diesem Heiligenabend keine Lust hatte wieder in der Großen Halle alleine am Tisch
zu sitzen, während sich alle freudig über ihre Geschenke unterhalten. Plötzlich sah
ich Lily vor mir. Sie hielt einen Teller in der Hand mit einem Stück Siruptorte und zwei
Gabeln. Ich lief auf sie zu und fragte sie, was sie hier mache. Die Feier wäre doch in
der großen Halle. Sie schaute mich mit ihren wunderschönen Augen an und
antwortete mir, dass sie mich sehr vermisse und dass wir dieses Jahr noch nicht viel
Zeit miteinander verbracht hätten und sie sich schon gedacht hatte mich hier im Flur
zu finden. Sie möchte mich als Freund nicht verlieren und auch nicht das ich so viel
alleine bin. Außerdem wolle sie es sich nicht entgehen lassen mit mir zusammen
unser Leibgericht, die Siruptorte zu genießen“
„Sie haben ihre Kindheit sehr geprägt, Severus“ meinte Dumbledore und lächelte nun
nicht mehr traurig, sondern freudig.
Endlich lächelte auch Snape: „Und unsere Kindheit war sehr schön. Danke, dass sie
hier sind Professor.“
„Immer wieder, Severus.“
Gemeinsam genossen sie noch ein weiteres Glas vom Feuerwhiskey und Professor
Dumbledore war zufrieden, dass Severus Snape sich sehr um Harry Potter sorgte
und eine weitere Ähnlichkeit, außer den Augen von Lily gefunden hat: eine
Schwäche für Siruptorte.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:41

Sanny2008x3


"Endlich Ruhe" dachte sich Severus Snape, als er die Türe zu seinem Kerker hinter sich schloss. Die Pflichtveranstaltung in der großen Halle hatte er hinter sich gebracht, jetzt wollte er nur noch seine Ruhe haben.
Gerade als er sich an seinen Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Türe...
Genervt schaute Professor Snape auf und vor ihm stand, zu seiner Verwunderung Albus Dumbledore. Noch bevor Snape etwas sagen konnte, ergriff Dumbledore, als erster das Wort.
„Severus, verzeihen sie mir bitte die späte Störung, aber ich habe ein persönliches Anliegen, was mir sehr am Herzen liegt. Wenn sie erlauben?“… Snape forderte Dumbledore mit einer raschen Handbewegung auf, sich zu setzen.
„was kann ich für sie tun, Professor Dumbledore?“
„Es geht um Harry Potter“
„Aha Potter, soso und wie könnte ich den guten Harry Potter behilflich sein?“ Snapes Miene war nun nicht mehr so gutherzig, als am Anfang.
„Harrys Zukunft. Seine Berufswahl, er möchte nach der Schule Auror werden. Aber dies kann er nur, wenn er ein Ohnegleichen bei ihnen schaffen würde, um das 6. Schuljahr in Zaubertränke weiter zu besuchen und da wären wir auch schon bei meinem Anliegen. Ich würde sie gerne bitten Severus, wenn es ihnen nicht so viele Umstände bereiten würde, dem Jungen in den Weihnachtsferien etwas Nachhilfe zu geben“.
Snape konnte es kaum glauben, was Professor Dumbledore von ihm verlangte. Aber tief in seinen inneren, konnte er Dumbledore diesen Wunsch nicht verwehren. Nach einer kurzen Zeit der Stille, willigte Snape mit einem Nicken ein. Dumbledore bedankte sich und drehte sich an der Tür noch einmal um.
„Ach und Severus, Harry muss von diesem Gespräch nichts erfahren. Ich werde ihm zu verstehen geben, dass es mein persönlicher Wunsch ist, dass er die Nachhilfe bei ihnen nimmt.“
Snape nickte erneut und Dumbledore verließ das Büro.
Am nächsten Morgen, kletterte Harry aus dem Portrait der fetten Dame und machte sich geradewegs zu Professor Dumbledore´s Büro. Als er vor dem Wasserspeier stand, fiel ihm ein, dass er das Passwort nicht mitgeteilt kriegt hatte.
Frustriert und genervt, versuchte er den Wasserspeier sämtliche Passwörter um die Ohren zu hauen, aber vergeblich, er rührte sich keinen Millimeter von seiner Stelle weg.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, erblickte Harry Professor Snape, der den Korridor entlang lief.
„Na Potter, kein Glück?“ Etwas Höhnisches lag in seiner Stimme, was Harry nur zu sehr kannte. Doch er antwortete nicht und wandte sich von ihm ab.
„Versuche es mal mit –Himbeermarmelade-!“ Harry schaute ihn irritiert hinterher, als Snape kehrt machte und den Korridor entlang verschwand.
Schnaubend stand er erneut vor dem Wasserspeier und brüllte ihn regelrecht an.
„HIMBEERMARMELADE“ und dieses Mal sprang er zur Seite und ließ Harry durch, der sofort die Wendeltreppe hinauf stieg und an die Bürotür von Dumbledore klopfte.
„Harry, schön dich zu sehen, setz dich doch. Entschuldige bitte, ich hatte vergessen dir das Passwort zukommen zu lassen, aber wie ich sehe, ist dir geholfen worden.“ Dumbledore setzte sich auf seinen Stuhl und räusperte sich, bevor er anfing.
„Ich habe eine Entscheidung getroffen, die dir helfen könnte, in Zaubertränke ein ohnegleichen zu bekommen.
Hoffnungsvoll schaute Harry zu Professor Dumbledore auf und vergessen war der Frust, über das vergessene Passwort und das ausgerechnet Snape ihn geholfen hatte. Doch umso länger die Stille anhielt, die im Raum lag, war Harry auf einmal bewusst, dass es anscheinend kein Spaziergang werden würde. Nach langer Pause ergriff Harry als erster das Wort.
„Professor Dumbledore, Sir?“…
„Harry, ich möchte, dass du bei Professor Snape in den Weihnachtsferien, Nachhilfe nimmst“. Harry erstarrte bei diesen Wörtern, die er gerade von Dumbledore gehört hatte, das sollte doch ein Scherz sein! Dann platzte es aus ihm heraus.
„Wie bitte? Bei Snape? Aber?....“
„Professor Snape, Harry“.
„Professor Snape! Wieso sollte er mir Nachhilfe geben wollen? Ich bin nicht gerade sein Lieblingsschüler, nicht dass es mich stören würde, aber davon abgesehen, ist er auch nicht auf meiner Top Ten Liste.“ Wütend warf sich Harry nach hinten in den Stuhl und verkreuzte die Arme.
„Harry, ich weiß, das ihr eure Differenzen habt, aber Professor Snape, würde dir gerne helfen. Es würde mir, sehr viel daran liegen, wenn du es wenigstens versuchen würdest. Du kannst und davon bin ich mehr als überzeugt, dass du ein ohnegleichen in den ZAG´s schaffen wirst. In ein paar Jahren, wird es keine Rolle mehr spielen, ob Professor Snape es war, der dir dabei geholfen hat. Spring über deinen Schatten Harry. Vertrau mir.“
Harry schaute in Dumbledore´s Blaue Augen und wusste, dass er nur das Beste für ihn wollte. Er konnte und wollte ihn nicht enttäuschen und nahm das Angebot der Nachhilfe bei Snape wiederwillig an.
Drei Tage nach dem Gespräch in Dumbledore´s Büro, stand auch schon die erste Nachhilfe Stunde bei Snape an. Schon während er daran dachte, was ihm bevor stand, verkrampfte sich sein Magen. Er verließ den Gryffindor Gemeinschaftsraum und lief die Treppen hinunter zum Kerker, wo Snape ihn schon im Klassenzimmer erwartete.
„Potter, dieses Mal pünktlich, ich bin beeindruckt. Setzen sie sich.“ Harry gehorchte und setzte sich an einen runden Tisch. Während er sein Zaubertrankbuch auspackte, dachte er schon wieder daran, einfach zu gehen, aber er hatte Dumbledore sein Wort gegeben.
„Sehen sie die Tafel? Wenn sie lesen können, werden sie erkennen, dass dort ein Gegenmittel für Drachenbisse steht. Sie haben genau eine Stunde Zeit.“ Professor Snape setzte sich an seinen Schreibtisch und las den Tagespropheten, während Harry versuchte die Aufgabe zu lösen. Nach knapp einer Stunde, schaute Professor Snape in Harrys Kessel, wobei er spielerisch seine Augenbraue hochzog.
„Typisch Potter, wie ihr Vater, einfach kein Talent.“ Sein tiefes Grinsen konnte er nicht verbergen. Harry kochte vor Wut, er wusste es würde ihm nicht leicht ergehen bei Snape.
„Lassen sie meinen Vater da raus, sie wissen nicht das Geringste über ihn!“ Harrys Augen waren von Hass erfüllt, was auch Professor Snape nicht entging.
„Ach nein? Er war genau so arrogant und hochnäsig wie sie. Immer im Rampenlicht, ich kannte ihren Vater nur zu gut, Sie sind genau wie James, aber…
„Jetzt kommen sie mir bloß nicht mit: aber die Augen, die haben sie von ihrer Mutter! Wagen sie es ja nicht, meine Mutter zu beleidigen!“ Aus seinen Mund sprudelten die Wörter nur so heraus, er hatte die Beherrschung verloren, dennoch wollte er Snape zum Schweigen bringen.
Harrys letzter Satz, versetzte Snape einen tiefen Stich ins Herz, woher sollte der junge auch wissen, dass er nie was Bösartiges über Lilly sagen würde, im Gegenteil. Aber er hatte Recht, er hatte Lillys grüne Augen.
„Potter, sofort raus hier, gehen sie. Für heute ist der Unterricht beendet und vergessen sie ihr Buch nicht.“ Harry rannte aus dem Klassenzimmer hinaus, die Treppe rauf, durch das Portrait der fetten Dame und ließ sich frustriert im Gemeinschaftsraum in einen Sessel fallen.
Nach etlichen und demütigen Stunden Nachhilfe bei Professor Snape, rückten Harrys ZAG´s immer näher. Panik und Aufregung machten sich in Hogwarts breit. Alle Schüler verbrachten die meiste Zeit in der Bibliothek, oder lernten zusammen im Gemeinschaftsraum. Am Abend vor der letzten Prüfung in Zaubertränke, steckte auch Harry seine Nase in die Bücher, bevor er oben müde und erschöpft ins Bett fiel. Doch an schlaf war kaum zu denken, hatte er wirklich genug gelernt? Hatte sich die Nachhilfe bei Snape wirklich gelohnt? Hatte ihm Snape wirklich alles Wichtige beigebracht? Was ist wenn Snape ihn nur verhöhnen wollte? Gedanken und fragen kreisten in seinen Kopf, doch die Müdigkeit siegte und kurz darauf schlief Harry ein.
Es war schon fast acht Uhr, als Harry sich auf den weg machte, zur großen Halle. Dort waren alle vier Haustische verschwunden und stattdessen standen da zahlreiche kleine Einzel Tische für die Prüfung bereit.
Nach und nach kam auch die anderen Schüler hinein und suchten sich schweigend einen freien Platz. Die Sanduhr wurde aufgestellt und Harry drehte sein Prüfungsblatt um und begann zu schreiben. Vier Stunden lang schrieb Harry ununterbrochen, alles was er bei Snape gelernt hatte, wirklich alles, konnte er dort zu Papier bringen. Die Sanduhr vorne auf dem Pult lief ab und die ausgefüllten Prüfungszettel flogen durch die Lüfte nach vorne. Die letzte Prüfung war zu Ende. Einige Lehrer und Prüfer standen vorne und unterhielten sich noch eine Weile. Aus dem Augenwinkel, konnte Harry sehen, das Snape einen Zettel in der Hand hielt und in prüfend Durchlass. Harry packte seine Sachen zusammen und verließ die große Halle, hinaus zum See um seinen Kopf von den Prüfungen frei zu bekommen.
Nach einer kurzen weile, konnte er eine Hand auf seinen Schultern spüren. Doch als er sich umdrehte, sah er Professor Snape direkt in die Augen. Eine Spur von Angst und Ungewissheit machte sich bei Harry breit. Snape ergriff das Wort.
„ Gut gemacht, Potter!“ Er drückte Harry mit seiner Hand auf die Schulter und nickte ihm anerkennend zu, bevor er wieder Richtung Schloss verschwand. Zurück blieb ein verwunderter Junge mit offenem Mund. Seit fünf Jahren, die er nun in Hogwarts war, war heute, das erste Mal, dass er von Snape ein Lob bekam. Und er hätte schwören können, dass er ihn lächeln sah, nur für einen kurzen Moment.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:42

Grashüpfer

Gerade als er sich setzen wollte, klopfte es an der Tür. Was Severus nicht wusste, war die Tatsache, dass die Weasley-Zwillinge mit Harry und Ron gewettet hatten, dass sie es nicht schafften würden, die Wörter „Christbaum, Weihnachtswichtel, Rentier, Geschenkpapier und Glühwein“ in einer relativ sinnvollen Weise so vorzubringen, dass man nicht schon nach den ersten Wörtern aus dem Büro geschmissen wurde.

Hermine fand die Wette ziemlich dämlich und verkündete das auch lautstark, als die Wettteilnehmer im Gryffindorturm über die Bedingungen feilschten. Schließlich war Snape ihr Lehrer und mit denen verdarb man es sich nicht wegen einer dummen Wette. Aber Ron ging es um die Ehre...und das Riesenpaket Süßigkeiten, das als Wetteinsatz im Raum stand und Harry wollte seinen Freund nicht im Stich lassen.
Das Einzige, wozu Hermine bereit war, war, dass sie einen Sprachübertragungszauber auf ein Stückchen Brennholz legte, sodass sie alle mitanhören konnten, wie sich Ron und Harry komplett zum Narren machten.

Die Zwillinge hatten darauf bestanden, dass die Wette gleich durchgeführt wurde, bevor man lange genug Zeit hatte, sich eine richtig gute Geschichte zu den Wörtern einfallen zu lassen und so marschierten Ron und Harry auf Snapes Büro zu, fieberhaft überlegend, was sie ihrem Lehrer erzählen sollten.
Sie klopften und wurden mit einem barschen „JA“ hereingerufen. Snape saß mit bewegungslosem Gesicht hinter seinem Schreibtisch und starrte ihnen entgegen.
„Entschuldigen sie die Störung, Sir“, fing Ron an und das Stückchen Brennholz in seiner Umhangtasche übertrag alles brav an die Schar gespannter Zuhörer, die gleich um die nächste Ecke darauf warteten, dass Snape die beiden aus seinem Büro warf.
Da Ron danach offenbar nicht der richtige Einstieg ins Thema einfiel, übernahm Harry: „Wir haben da ein kleines Problem, Sir und dachten, sie könnten uns vielleicht helfen....“ Um Hilfe zu bitten war immer gut, das brachte gleich etwas Demütiges in das Gespräch, das Snape gefallen dürfte.
„Wir wollten in unserer freien Zeit Weihnachtskarten basteln“, plötzlich hatte Ron einen Einfall gehabt und die Idee war gar nicht schlecht. „Wir haben welche mit Christbäumen drauf gemacht...“ Um die Ecke hob Fred einen Finger und nickte anerkennend.
Harry machte gleich weiter: „...und welche mit Weihnachtswichteln und Rentieren drauf. Dann haben wir versucht, die passenden Briefumschläge aus Geschenkpapier zu basteln....“
Snape wurde langsam ungeduldig: “JA?“, meinte er mit seiner tonlosen Stimme.
„Kommen sie zum Punkt, MISTER Potter!“
Fred hielt inzwischen vier Finger hoch und bereute es, sich nicht viel schwerere Wörter ausgedacht zu haben. Doch Ron merkte plötzlich, dass er vergessen hatte, wie das fünfte Wort lautete und warf einen nervösen Blick auf Harry. Hoffentlich fiel Harry noch etwas ein.
Hermine lauschte auf die Stille. Das Stück Holz, das sie in der Hand hatte und alles übertragen sollte war entweder kaputt, oder es war wirklich so still in Snapes Arbeitszimmer.
Snape hob eine Augenbraue hoch und wurde zusehends ungeduldig.
Harrys Gesicht erhellte sich schlagartig und Ron fiel ein Stein vom Herzen: „Ich wollte eine der Karten an meine Tante Gerania Glühwein schicken. Aber sie ist ein Muggel und wohnt in Österreich. Kann man da eine Eule zum Versenden benutzen, oder muss ich eine Muggel-Briefmarke draufkleben?“ Draußen heulte George vor Enttäuschung kurz auf. Seine schönen Süßigkeiten waren verloren.
Snape stand langsam von seinem Stuhl auf:“ Sie wagen es tatsächlich, mich wegen einem solch banalen Anliegen zu stören? Raus aus meine Büro, Mister Potter!“
Sich verlegen entschuldigend verließen Ron und Harry das Büro und holten sich von Neville einen anerkennenden Handschlag. Auch Rons Brüder waren nicht wirklich böse und gratulierten Harry zu seinem großartigen Einfall. Nur Hermine fand die Idee immer noch richtig bescheuert, obwohl sie diese Meinung nicht davon abhielt, die angebotenen Wettsüßigkeiten aufessen zu helfen.
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:50

Woelkchen

Das Funkeln in seinen Augen


Prunkvoll wie nie war die Große Halle an diesem Weihnachtsabend wie eh und je geschmückt. Von der Decke hingen schön geschmückte Weihnachtsbäume mit Kugeln und Lametta so groß wie Riesen, der verzauberte Himmel zeigte eine sternenklare Nacht und an den Wänden hingen flackernde Ker-zenleuchter. Die Tische waren mit so vielen üppigen Speisen gedeckt, dass ganz Hogsmeade davon satt geworden wäre.
Die Schüler waren so mit dem reichhaltigen Essen und der ganzen Weihnachtsstimmung beschäftigt, dass keiner bemerkte, dass eine Schülerin, die wie einige andere in diesen Weihnachtsferien eigent-lich hier geblieben war, fehlte. Munteres Geschwätz und Geschmatze erfüllte die Große Halle. All das bekam Hermine Granger nicht mehr mit. Denn nachdem sie kurz mit ihren Freunden Harry und Ron die Große Halle bewundert und von den Speisen gekostet hatte, hatte sie bemerkt, dass eine Person mal wieder nicht am Weihnachtsfest teilnahm. Hatte sie ihn etwa verpasst? Waren die drei Freunde doch mal wieder zu spät gekommen. Jedenfalls saß er nicht wie gewohnt am Lehrer-tisch. Der Platz war leer. So leer wie er immer war, wenn es etwas zu feiern gab und Glück und Zu-friedenheit die Luft erfüllte. Offensichtlich konnte er diese Glückseligkeit nicht ertragen und Hermine fragte sich, warum dies so war, war sie sich doch aber auch bewusst, dass er ihr dies niemals erzäh-len würde. Dennoch wollte sie ihm nun heute an diesem Weihnachtsabend zumindest eine kleine Freude bereiten. Wo doch sonst scheinbar niemand an ihn dachte, was sie sehr traurig fand, sollte doch jeder, zumindest in der schönsten Zeit des Jahres, bedacht werden.
Also machte sich Hermine auf den Weg, weit weg von der Fröhlichkeit und der Wärme, weit hinunter in die Traurigkeit und Kälte der Kerker von Hogwarts. Es fröstelte ihr hier tatsächlich ein wenig. Viel-leicht lag es an der Dunkelheit hier unten oder an der Einsamkeit die hier herrschte, vielleicht war dies aber auch einfach der Sache geschuldet, dass sie nicht wusste, was sie gleich erwarten würde, würde sie doch an seiner Tür klopfen um ihm, dem griesgrämigsten und schlechtgelauntesten Mann den sie je kennengelernt hatte, eine fröhliche Weihnachtszeit zu wünschen und ihm ein Geschenk zu überreichen.
Sie drehte das Päckchen, das sie liebevoll verpackt hatte, zum gefühlt fünfzigsten Mal in ihrer Hand herum, biss sich auf die Lippen und fragte sich, ob sie verrückt sei, dieses Vorhaben in die Tat umset-zen zu wollen. Man hätte tatsächlich meinen können, sie laufe eine Furche in den Kerkerboden, sooft wie sie dabei vor seiner Tür auf und ab schlich.
Nach schier unzähligen Minuten, fasste sie sich dann doch ein Herz, straffte ihren Körper, sprach sich innerlich noch einmal Mut zu und klopfte an seiner Tür. Könnte jemand ihr Herz hören, würde er meinen, es explodiere gleich, so laut pochte es. Doch niemand rührte sich. War er gar nicht in seinen Räumen? Oder war er gar überhaupt nicht mehr in Hogwarts heute? Sie klopfte noch einmal und noch einmal.
„Was soll das laute Geklopfe an meiner Tür? Haben Sie denn noch nichts von Abendruhe gehört, MISS Granger? Ich hoffe, Sie haben eine verdammt gute Entschuldigung dafür, dass Sie mich um diese Uhrzeit noch stören. Sollten sie nicht lieber bei Ihren ach so tollen Freunden bei der ach so tol-len Weihnachtsfeier sein?“ Er hatte die Tür mit einer so großen Wucht aufgerissen, dass Hermine ein paar Schritte zurückgestolpert war. Groß und imposant stand er vor ihr, mit vor Empörung und Auf-regung hochrotem Gesicht, die Hände in die Hüften gestemmt und mit einem so durchdringenden Blick, der sie erstarren lies. Severus Snape, der wohl gefürchtetste Lehrer der ganzen Schule und ihr fiel ganz plötzlich wieder ein, warum dies so war und warum niemand was mit ihm zu tun haben wollte und es besser war, ihm wirklich aus dem Weg zu gehen und warum ihr Vorhaben eigentlich schon, noch bevor sie den Gedanken gehabt hatte, ihm eine Freude zu machen, zum Scheitern verur-teilt gewesen war. Doch nun war es zu spät. Jetzt musste sie sich zusammenreißen. Sie hatte das jetzt angefangen und nun musste sie es auch zu Ende bringen.
Bevor er ungeduldig werden würde, was die ganze Angelegenheit nicht besser machen würde, raffte
sie sich auf, straffte ihre Schultern und nahm all Ihren Mut zusammen. „Pro…Professor Snape“, stam-melte sie zunächst, bevor sie sich besann und klar und deutlich ihr Anliegen vermittelte. „Ich wollte Sie wirklich nicht stören. Ich konnte Sie nur nicht in der Großen Halle bei der Weihnachtsfeier finden, wollte aber auch Ihnen eine schöne Weihnachtszeit…!“ „Was fällt Ihnen eigentlich ein MISS Gran-ger?“ unterbrach Severus Snape sie schroff und bellte dabei so unverhofft und unüberhörbar laut, dass Hermine Granger zusammenzuckte. Severus Snape schnaubte vor Wut und bohrte seinen Blick noch tiefer in sie hinein so als könne er auf Ihre Seele schauen. Wie konnte eine Schülerin, noch dazu eine derartig besserwisserische und aufdringliche Person wie Hermine Granger, es wagen, ihn Seve-rus Snape, DEN Severus Snape, gefürchtetster Lehrer der ganzen Schule, zu stören, nur um ihm eine schöne Weihnachtszeit zu wünschen. Das konnte er nicht durchgehen lassen, schließlich hatte er ei-nen Ruf zu verlieren. Einen Ruf, den er mochte, da er so am Besten ungestört sein konnte. Und das mochte er. Keiner, der ihn störte und mit fröhlichem Geschwätz, welches er nicht hören wollte, be-lästigte. Keiner, der ihm seine Sorgen oder seine Freuden mitteilte, denn davon hatte er selbst wahr-lich genug. Zumindest von den Sorgen. Und vor allem keiner, der versuchte ihm doch tatsächlich eine schöne Weihnachtszeit zu wünschen. Dies war einfach unverfroren und dreist. Etwas anderes fiel ihm dazu nicht ein.
Hermine Granger war unbehaglich zumute und sah ihn indes an als ob Voldemort höchstpersönlich vor ihr stand, fühlte sie sich doch, als könne er mit seinen Blicken bis in ihr Innerstes schauen. Trotz dass sie noch immer versuchte die Haltung zu wahren, war sie etwas bleicher um die Nase herum ge-worden und etwas in sich zusammengesackt. Von Ihrem anfänglichen Mut und Ihrer Euphorie war nur wenig übrig geblieben. Sie fragte sich tatsächlich, was sie hier wohl versucht hatte und überlegte fieberhaft, wie sie am ehesten dieser Situation entfliehen könne, ohne Schaden zu nehmen. Sie ent-schied sich dafür, ihm das Päckchen, trotz ihrer Zweifel mit dieser Handlung wirklich ohne Schaden entkommen zu können, in die Hand zu drücken und dann so schnell wie möglich von diesem Ort zu verschwinden.

[...]
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Donnerstag, 15. Dezember 2016, 00:51

[...]

„Ich wollte nur nett sein, PROFESSOR Snape! Nur nett. Auch sie haben
verdient, dass jemand an sie denkt und Ihnen in der Weihnachtszeit eine
Freude bereitet. Jeder sollte in der schönsten Zeit des Jahres bedacht
werden und ich glaube ganz fest daran, dass auch Sie sich darüber
freuen. Auch wenn ich mir im Klaren darüber bin, dass Sie dies niemals
zugeben würden. Und jetzt wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend,
PROFESSOR!“ Sie war von sich selbst überrascht, dass sie den Mut hatte,
so etwas tatsächlich zu ihm zu sagen. Und während sie Ihre kleinen
Ansprache gehalten und Severus Snape schnell das Paket in die Hand
gedrückt hatte, hatte sie bemerkt, dass auch er überrascht da-von
gewesen war, denn weder hatte er sie unterbrochen noch hatte er sie für
ihre Unverfrorenheit angegriffen. Mit sich selbst also doch überaus
zufrieden, nahm sie allerdings Ihre Beine so schnell sie konnte in die
Hände, bevor er aus seiner scheinbaren Starre erwachen konnte, und lief
raschen Schrittes hinauf in die wohlige Wärme des Schlosses und weit weg
von dem Hass und der Kälte, die ihr gerade noch entgegengebracht
wurden. Während sie sich auf dem Weg wieder zurück in die Große Halle
machte, dachte sie jedoch noch einmal über das gerade Geschehene nach.
Und je mehr sie darüber nachdachte und sich das gerade stattgefundene
Ereignis ins Gedächtnis zurückrief umso mehr verhärtete sich ihr Gefühl,
dass sie in Severus Snapes tiefschwarzen Augen doch ein winziges
klitzekleines Funkeln gesehen hatte als sie ihm das Paket überreicht
hatte. Vielleicht wirklich nur ein winzig kleines Funkeln und vielleicht
bildete sie es sich auch nur ein, aber der Gedanke, dass es wirk-lich
so gewesen war, lies sie gut gelaunt in die Große Halle zurückkehren.
Sie ließ sich nicht anmer-ken, das gerade so etwas Absurdes passiert
war, Severus Snape freute sich doch nicht über ein Ge-schenk noch dazu
von einem Schüler, doch ihre Laune an diesem Abend hätte nicht mehr
besser wer-den können. So genoss sie den restlichen Weihnachtsabend mit
ihren Freunden, lachte und alberte mit ihnen und war glücklicher denn je
und bekam nicht mit, dass sie sich dieses Funkeln in den Augen des
griesgrämigen Mannes, den keiner mochte, doch nicht eingebildet hatte.
Denn weit unten in den Kerkern, an deren Wänden ein klein wenig Wärme von Hermine Granger
hängen
geblieben war und die für einen kleinen Augenblick gar nicht mehr so
dunkel und traurig aus-sahen, saß ein schwarzgekleideter Mann, mit einem
kleinen Päckchen in den Händen auf seinem schwarzen Ledersessel und war
immer noch sprachlos über diese Unverfrorenheit der Person Her-mine
Granger. Er ärgerte sich maßlos darüber, wie sie mit ihm gesprochen und
vor allem, dass sie ihn überhaupt gestört hatte und noch mehr, dass er
sie einfach hatte gehen lassen und nicht dafür zu-rechtgewiesen hatte.
Er schwor sich, dass sie dies noch bereuen würde. Innerlich ließ er zig
Flüche auf Hermine Granger ab und ärgerte sich über sich selbst, dass er
ihr dafür keine Hauspunkte abgezo-gen hatte. Dabei ignorierte er
bewusst, dass er ganz tief im Inneren doch dankbar für so viel ehrliche
Aufrichtigkeit war, hatte er dies doch nun wahrlich nicht verdient und
hatte er auch niemals damit gerechnet, dies von einer Schülerin, die er
so triezte, entgegengebracht zu bekommen. Wahrschein-lich unterschätzte
er Hermine Granger, aber niemals würde er dies auch nur im Entferntesten
zuge-ben. Und niemals würde er freiwillig zugeben, dass er sich über
diese Anerkennung doch wahrlich und ehrlich gefreut hatte und dass dies
wahrscheinlich sein schönstes Weihnachtsfest war. Während er diesen
Gedanken nur kurz zuließ, wies äußerlich nichts daraufhin, was gerade in
diesem Moment in ihm vorging. Nur seine Augen, aus denen das glitzernde
Funkeln, schaute man genau hin, eindeutig hervorging und welches er
nicht verhindern konnte, verrieten ihn.
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann