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Harry Godric

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Dienstag, 13. Dezember 2016, 11:13

Adventskalender 2016 [5] - Superkurzgeschichte

Slytherin


Evanesco - Urlaub mit und für Freund (1. Platz)


"Du kannst mich mal gern haben!", murmelte der alte Mann, der mit seinem langen Bart, seiner fast schneeweißen Haut und dem geblümten Wickelrock noch exotischer wirkte als die Umgebung der Cocktailbar an einem Strand nicht allzu weit weg von Melbourne. Die Barkeeperin schaute ihn, beziehungsweise seinen Rock, zum wiederholten Mal mit gerunzelter Stirn an, aber das war dem Herrn egal. Er starrte ungeduldig über den Strand zum Meer, nahm die immer wieder neu herannahenden Wellen allerdings nicht wahr. Seit über einer Woche wartete er bereits auf seinen Freund, den er mit in den Urlaub genommen hatte, damit dieser sich ein wenig austoben konnte. Dass er nicht ganz der muggeligen Kleiderordnung entsprach, war ihm - Albus Dumbledore - nicht aufgefallen, schließlich liefen in letzter Zeit vermehrt Leute in Rot mit weißem Saum und passenden Mützen herum, die teilweise einen künstlichen Bart trugen. Warum die sich Muggel so kleideten war ihm nicht ganz klar, er wusste, dass es irgendetwas mit Weihnachten zu tun hatte, aber verstand den Sinn nicht hinter dieser Maskerade.
Er selbst war kein großer Fan von Sonne, Strand und Meer. Aber nur in dieser Gegend konnte er seinem langjährigen Freund mal ein wenig Entspannung gönnen und die hatte er sich redlich verdient. Dumbledore dachte an die Zeit, als sie sich zum ersten Mal getroffen hatten und ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Es war schon richtig lange her, als sie sich kennengelernt hatten und obwohl sie so unterschiedlich waren, verband sie viel in ihrer Art auf das Leben zu blicken. Er liebte es seinem Freund zuzuhören und überhaupt ihn um sich zu haben. Darum vermisste er ihn gerade sehr, was Dumbledore zusätzlich nervös machte. „Hoffentlich ist ihm nichts passiert!“, dachte er sich und schämte sich für die unfreundlichen Worte, die er vor kurzem gesagt hatte.
Ungeduldig klopfte er mit seinen Fingern auf die Bar, was die Barkeeperin dazu veranlasste zu fragen: "Darf ich Ihnen vielleicht etwas zu Trinken oder zu Essen anbieten?" Dabei sah sie auffällig auf sein schon seit drei Stunden fast leergetrunkenes Glas eisgekühlter Milch mit Kokosraspeln, Bananenstückchen und frischer Pfefferminze. "Nein vielen Dank! - Sehr aufmerksam!" Kurz trafen sich ihre Augen, was der Barkeeperin einen unheimlichen Schauer über den Rücken schickte. Sie konnte es sich nicht erklären, aber der Mann war irgendwie... mächtig, beeindruckend, einmalig? Er war schlichtweg faszinierend, was aber nichts mit seiner Kleiderwahl zu tun hatte. Vielleicht war er ja einfach ein Travestiekünstler, der vergessen hatte, sich den Bart zu rasieren? Sie wollte ihn gerade fragen, ob sie nicht sein Glas abräumen dürfe, als er plötzlich erfreut aufstand und Richtung Strand eilte.
Sein Freund kam ihm endlich entgegen. In seinen Augen erkannte er seinen Erfolg: „Da bist du ja endlich! Und so wie du aussieht, schätze ich, dass du bei der Damenwelt gut angekommen bist – sonst wärst du ja kaum so lange weggeblieben.“ Für die Muggel um ihn herum wirkte er jetzt noch seltsamer, da sie nicht sehen konnten, wer bei ihm war. Mit einem Mal allerdings spürten sie etwas, das sich nicht in Worte fassen lässt. Sie schoben dieses Gefühl hinterher auf das tolle Wetter und den Fakt, dass am nächsten Tag schon Weihnachten war. Allen wurde aus dem Nichts heraus ganz leicht ums Herz, sämtlicher Stress und alle deprimierenden Umstände wurden in höchstem Maße abgeschwächt, so dass nur noch ein innerer Frieden in allen zurückblieb. Albus Dumbledore allein konnte hören, was die Stimmung so anhob. Sein Phönix sang nämlich – er erzählte gewissermaßen seine Erlebnisse in Tasmanien, wo er andere Phönixe getroffen hatte. Als er nach einer geraumen Zeit aufhörte, sagte Dumbledore leise und mit Bedauern in seiner Stimme zu ihm: „Du weißt, dass wir solche Urlaube in nächster Zeit nicht mehr machen können. Ich habe es dir schon erklärt. Wenn Harry Potter ab nächstem Schuljahr da ist, werde ich über die Weihnachtsferien immer ein Auge auf ihn werfen.“ (Ein vergleichbarer Urlaub in den Sommerferien ist leider nicht möglich, da zu der Zeit sämtliche Phönixe über den Erdball verteilt leben.)



Sanny2008x3 - Der Weihnachtstraum


Es war schon weit über Mitternacht, als Albus Dumbledore seine Mondgläser Brille abzog und über das nachdachte, was ihn schon über Wochen beschäftigte.
Einmal Weihnachten in einem anderen Land zu verbringen, die Seele baumeln zu lassen und weit weg von dem Alltag und dem Schloss.
Seine Wahl fiel auf das schöne und warmherzige Spanien, wo das Meer lag, was er so sehr liebte.
Anstatt auf die geschmückten Weihnachtsbäume in der großen Halle zu blicken, würde er auf viele Palmen hinauf schauen, die in der Sonne erstrahlten, den Strand entlang laufen und seine Füße in Salzwasser tauchen.
Er würde zum Himmel hinauf schauen und warten, bis die Sonne hinter dem Meer langsam tiefer und tiefer hinunter ging und schließlich verschwand.
Mittags würde er sich auf der Strandpromenade einen Tisch aussuchen, mit Blick auf das Meer, wo er sich Tapas und den besten Fisch bestellen würde.
Am Weihnachtsabend würden viele Kinder von Tür zu Tür laufen, um für Menschen zu singen, denen sie damit ein Lächeln ins Gesicht zaubern könnten.
Auf den Märkten könnte er Seelen ruhig durchschlendern und vielleicht würde ihm auch was Magisches auffallen, was er zu gern haben würde.
Er war sich auch sicher, dort andere Zauberer zu begegnen, um mit ihnen, das eine oder andere Butterbier zu genießen und gemeinsam den Weihnachtsabend zu verbringen.
Aber bei all diesen schönen Gedanken und Vorstellungen, die in seinen Kopf um her kreisten, fragte er sich auch, ob er tatsächlich das Schloss, dass so schön in weiß verborgen lag, mit all seinen Ländereien wirklich verlassen wollte?
Die wunderschöne große Halle, mit seinen riesigen Weihnachtsbäumen, die Hagrid so liebevoll aufstellte und das großartige Festmahl was auf ihn wartete.
Einige Schüler, würden auch dieses Jahr nicht nach Hause fahren, sondern in Hogwarts bleiben.
Könnte er das wirklich tun und dieses Jahr wo anders, das Weihnachtsfest verbringen?
Es war schon früh am Morgen, als er sich von seinen Gedanken losriss und aus dem Fenster blickte. Draußen auf dem Schloss Gelände, war alles in weiß gehüllt und über den verbotenen Wald, kamen schon die ersten Sonnenstrahlen hindurch.
Seine Entscheidung stand fest. Er würde es nicht übers Herz bringen, sein Zuhause zu verlassen. Um nichts auf der Welt, könnte er auf Hogwarts verzichten. In diesem Jahr nicht und in Zukunft auch nicht.

Harry Godric

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Dienstag, 13. Dezember 2016, 11:20

Ravenclaw

Grashüpfer - Ohne Titel (3. Platz)


Albus Dumbledore brauchte Urlaub und zwar ganz dringend. Seit Jahren verbrachte er die meiste Zeit in Hogwarts und jetzt fiel ihm zusehends die Decke auf den Kopf.
Grübelnd saß er an seinem Schreibtisch, die Weihnachtstage rückten näher und versuchte sich vorzustellen, wo in der Welt er sich am besten erholen könnte, also mental, denn körperlich belastet fühlte er sich eigentlich nicht.
Vor seinem Auge tauchte ein Bild von einem Zauberer auf, der in Badehose an einem Sandstrand lag, die Füße wurden regelmäßig von lauwarmen Wellen überschwappt und unter dem weißen Bart, der die Brust bedeckte, bildete sich ein feiner Schweißfilm.
Die Vorstellung war nicht sehr verlockend.
Man könnte auch nach Australien, da war gerade Frühling. Aber das Gehopse der Kängurus fand er etwas nervig. Schließlich hopsten das ganze Schuljahr lang die Schüler um ihn herum.
Da kam ihm ein Einfall...
Am Anfang der Weihnachtsferien tauchte mit einem leisen Plopp ein bärtiger Alter in einem Skianzug in Sankt Moritz auf.
Zufrieden lächelnd checkte er in einem Wellnesshotel ein, vor dem etliche festlich geschmückte Christbäume ein warmes Licht und künstliche Weihnachtsstimmung verbreiteten. Wie bei der Buchung vereinbart, wartete die Skiausrüstung schon auf Dumbledores Zimmer und freudestrahlend klemmte er sich die Bretter unter den Arm und marschierte Richtung Lift.
Vor dem Sessellift stand eine ganze Traube Menschen um auf den Berg geschaufelt zu werden, aber am Ankerlift war der Andrang nicht so groß und so entschloss sich der Zauberer erst einmal die kürzere Piste zu befahren um sich ein wenig warm zu machen.
Er schnallte sich die Ski unter die Füße, reihte sich ein und klemmte sich kurz darauf den Bügel unter den Hintern. Mit einem kleinen Ruck spannte sich die Schnur und er glitt den Berg hinauf. Links und rechts standen kleine Tannen und Fichten, alles bedeckt von einer dicken Schicht Schnee. Tierspuren führten über die Liftspur und in den Wald und immer wieder drehte sich der Zauberer halb um, um vielleicht eins der Tiere zu sehen zu bekommen. Es ließ sich aber keines der Tierchen blicken.
Schließlich war Albus oben, der Skifahrer vor ihm schob sich aus dem Bügel und verließ den Lift Richtung Piste. Soooo, nun war er an der Reihe. Er drehte seinen Hintern elegant aus dem Anker und ließ den Bügel nach oben schnellen, als sein Kopf schmerzhaft nach oben ruckte...sein Bart hatte sich im Bügel verfangen!
Der Bügel drehte sich in der Rolle am Liftende im Kreis, begann seinen Weg nach unten und zog dabei einen Zauberer auf Ski am Bart hinter sich her. Albus Ski überkreuzten sich, als er die Kurve nicht so schnell hinbekam, wie der Liftbügel. Er fiel vornüber, die Bindungen lösten sich und der Lift schleppte ihn auf dem Bauch durch den Schnee. Doch unter dem abwärts führenden Seil des Lifts war keine Spur! Der Bügel würde ihn quer durch den Wald ziehen. Hastig versuchte der Zauberer, seinen Zauberstab aus dem Skianzug zu winden. Als die ersten Bäume auftauchten und er schon einen ganzen Berg Schnee vor sich her pflügte, gelang es ihm schließlich. Er öffnete den Mund, der sich fast unmittelbar mit Pulverschnee füllte und prustete einen Spruch. Der Bart löste sich vom Bügel und atemlos blieb der Direktor der berühmten Zauberschule in einem Schneehaufen liegen.
Mit einem kurzen Blick vergewisserte er sich, dass keine Muggel herschauten und apparierte sich ins Hotel zurück. Eine halbe Stunde später lag er bis zum Hals in heißem Sprudelwasser und überlegte, ob er es morgen mit dem Ski fahren wirklich noch einmal versuchen wollte.


Majee - Für das schönere Weihnachten


Ein seltsames Gefühl, dachte Dumbledore als er von Hogwarts nach Hogsmade spazierte, Weihnachten nicht im Schloss zu verbringen, unter seinen Kollegen, von denen ihm die meisten wie Freunde waren. Doch Hogwarts war dieses Jahr auch nicht mehr das, was es früher einmal war. Wahrscheinlich würden die meisten Lehrer ohnehin lieber in ihren Büros das Weihnachtsmal einnehmen.
Mit Sorge wanderten seine Gedanken zu Harry Potter. Er würde seinen Schutz verbessern müssen, doch wie sollte er es am besten anstellen? Er vertrieb die Gedanken – dafür war
später auch noch Zeit. Jetzt benötigte er seine volle Konzentration. Er disapparierte – eine Bohrinsel mitten im Meer, 50 m unter ihm – eine bergige Insel 300m unter ihm – Eine riesige
Festung vor ihm, fester Boden unter den Füßen.
„Für das Größere Wohl“ stand über dem Eingangstor welches er durchschritt geschrieben.
Dumbledore atmete tief durch und ging dann auf das Pförtnerhäuschen zu.
„Guten Abend junger Mann, ich würde gerne Gellert Grindelwald besuchen“, sagte Albus etwas angespannt.
„Wie lautet Ihr Name?“, fragte der Sechzigjährige.
„Albus Dumbledore.“ Der Beamte stutzte und sah ihn überrascht an.
„Und was ist der Grund für Ihren Besuch?“
„Ich möchte ihm gerne ein paar Plätzchen vorbeibringen“, antwortete Dumbledore vergnügt und zog ein Säckchen aus seiner Manteltasche. Der Pförtner sah ihn einen Augenblick wie entgeistert an, ehe er sich wieder fasste und mit seiner monotoner Stimme fortfuhr:
„Dann reichen Sie mir bitte Ihren Zauberstab. Seine Funktionen müssen für die Dauer Ihres Aufenthalts unterbunden werden. Außerdem wird Sie ein Sicherheitsteam begleiten. Weiter muss ich Sie darauf hinweisen, dass Sie in Kürze ein Tor durchschreiten werden, welches jede Art von Zaubertränken, magischen Artefakten, nicht unterbundenen Zauberstäben und
magischen Lebewesen aufspürt. Sollten Sie solche Gegenstände mit sich führen und keinen längeren Aufenthalt in Nurmengard eingeplant haben, raten wir, diese jetzt ebenfalls
abzugeben.“
Wenig später war Dumbledore, begleitet von einer Eskorte Sicherheitszauberer vor der Tür einer hochgelegenen Turmzelle angekommen.
„Danke, ich brauche Sie jetzt nicht mehr.“
„Wir warten vor der Tür und klopfen, wenn die Besuchszeit vorbei ist.“
Dumbledore trat ein. Auf einem Feldbett drei Meter von ihm entfernt saß ein alter, gebrechlicher Mann, der aufsah, als er seinen Gast hörte und seine Augen weiteten sich.
„Das… das ist nicht möglich“, begann Gellert nach einem Moment des Schweigens.
„Ich schätze schon“.
„Weshalb kommst du?“ fragte er argwöhnisch.
„Es ist Weihnachten und ich wollte dich schon lange mal in deinem Haus besuchen“, antworte Dumbledore, zog den Beutel mit Plätzchen hervor und für einen kurzen Moment huschte ein schelmisches Lächeln über seine Lippen, ehe es wieder der vorherigen Anspannung wich.
„Hast du… hm… hast du den Elderstab dabei?“, fragte Gellert vorsichtig, die Neugier in seiner Stimme nicht ganz verbergend.
„Ja, und hier ist er“, sagte Dumbledore schlicht, zog ihn hervor und reichte ihn Grindelwald, der ihn wie eine Reliquie in Empfang nahm und für einen Augenblick huschte ein Leuchten in seine Augen wie Dumbledore es vor über 90 Jahren das letzte Mal bei ihm gesehen hatte.
„Du gibst mir den mächtigsten Zauberstab der Welt in die Hand?“
„Ah. Keine Sorge, seine Magie ist unterbunden.“
„Sie ist was?!!“
„Zeitweilig unterbunden“, ergänzte Albus leicht schmunzelnd über Gellerts heftige Reaktion und fuhr dann ernst fort, „Aber ich werde ihn zerstören, da die Gefahr zu groß ist, dass er in falsche Hände gerät. Ich wollte nur, dass du ihn noch einmal...“
„Verstehe“, sagte Gellert leise und gab den Stab zitternd zurück, „du tust es für das Größere
Wohl“.
Sie schwiegen.
„Ich weiß nicht, wer von uns sie getötet hat“, unterbrach Gellert unvermittelt das Schweigen.
„Aber es tut mir leid, dass ich zur Eskalation beigetragen hatte“.
Schweigen. Dumbledore lief eine Träne über die Wange.
„Ich habe nicht verdient, dass du mich besuchst. Ich hatte mich nur für das vermeintlich Größere Wohl eingesetzt und damit alles zerstört.“
„Du hast an das falsche Wohl geglaubt, Gellert.“
„Für dich war das Größte Wohl die Liebe, nicht wahr?“
„Das ist sie immer noch; wenn vielleicht auch auf eine andere Weise als früher.“ An der Tür klopfte es ungeduldig. Dumbledore strich seinen Umhang glatt und machte Anstalten zu gehen.
„Ich danke dir für die Kekse. Wirst du wieder kommen?“
„Ich habe Urlaub – wenn mich keine eilige Eule aufsucht, bleibe ich vielleicht noch eine Weile in der Gegend.“
„Mir gingen unsere Gespräche ab. Es waren damals die schönsten zwei Monate meines Lebens.“
„… und dann hat sich fast alles als falsch herausgestellt, wie ein Kübel eiskalten Wassers. Es wird nie mehr so sein wie damals, Gellert.“ schloss Dumbledore bitter, senkte den Kopf und wandte sich zum Gehen.
„Albus!“, rief Gellert ihm nach. „Es gibt eine andere Möglichkeit die Macht eines Zauberstabs zu brechen, als ihn zu zerstören! Der Elderstab ist das letzte, was uns verbindet!“
Dumbledore hielt inne und drehte sich nochmal um. „Wenn er wirklich das Einzige ist, was uns noch verbindet, weshalb sollte ich ihn dann bewahren?“

Harry Godric

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Dienstag, 13. Dezember 2016, 11:30

planternol - Dumbledores süßes Weihnachtsfest


"Wie langweilig - dieser Adventskalender, oder wie der genannt wird...", gähnte Dumbledore, als er zum vierundzwanzigsten Mal ein Stück schnöder Vollmilchschokolade aus einer dünnen Pappschachtel holte, die er sich in einem Muggelladen gekauft und in seinem Büro aufgehängt hatte.38
Bei seinen vielen Reisen in jungen Jahren hatte Albus Dumbledore schon so manche süße Leckerei aus der Muggelwelt ausprobiert und zu schätzen gelernt. Diese spezielle Vorliebe hatte immer noch bestand, seit er in Hogwarts Verwandlungen lehrte, und die Weihnachtszeit war aufgrund des reichhaltigen Angebots immer besonders schön. Vor allem die Abwechslung liebte Dumbledore, deswegen fiel der Lindt-Schokoladen-Adventskalender mit seinen gleichartigen Schokoladenstückchen doch deutlich ab.
Es war Heiligabend, nun standen also mehrere Tage Weihnachtsferien vor der Tür. Dumbledore packte seinen Koffer mit einem gekonnten Schwung seines Zauberstabs und sagte zu sich: "Dieses Jahr mag ich mal ganz neue Kreationen kennen lernen - wie wäre es denn mit Amerika, die Muggel dort sollen ja besonders geistreiche Erfinder sein? Außerdem muss ich dringend meine Vorräte an Zitronenbrausebonbons wieder auffüllen, am besten direkt in Panama, dort gibt es die größten Zitronenbäume, wie mir mein früherer Schüler Newt Scamander geeult hat!"
Schon wenig später ließ sich Dumbledore entspannt am Deck der MS Whinehouse nieder, mit Kurs auf New York. Wie der Name schon sagt, war dies ein Kreuzfahrtschiff mit dem Ausschank besonderer Weine an Bord. Dumbledore saß abends lächelnd an der Theke und machte sich einen Spaß daraus, die Humpen der Muggel immer wieder heimlich nachzufüllen, bis die schweren Jungs sturzbesoffen unter den Tischen lagen.
Drei Tage später ging Dumbledore schließlich in New York von Bord und steckte seinen Zauberstab wehmütig erstmal in die Tasche. "Zauberer in Amerika sind sehr nett, aber verstehen so keinen Spaß mit Magie in der Öffentlichkeit", hatte Newt ihm geschrieben. Aber Dumbledore war ja auch gar nicht zum Zaubern hier, sondern bog direkt in den nächstbesten Candy-Shop ein. Seine Augen wurden immer größer: Die Regale waren bis unter die Decke gefüllt von Candy Corn, Butterfinger, Tootsie Rolls und Blow Pops. Und in der Mitte des Raumes loderte ein kleines Feuer, über dem die Besucher so weiche weiße Dinger schmoren konnten.
"Das sind Marshmallows aus Kentucky", erklärte eine ältere Dame, die hinter dem Tresen stand und Dumbledore halb bewundernd, halb belustigt beobachtete. "Sie Sind nicht von hier, oder?"
"Genau, Sie haben einen scharfen Verstand, Madam!" antwortete Dumbledore. "Darf ich welche probieren?"
Sogleich bekam Dumbledore einen warmen, feenweichen Marshmallow in den Mund gesteckt. Er erschauderte... so etwas furchtbar Süßes hatte er nicht erwartet, aber irgendwie würgte Dumbledore den Marshmallow herunter, um nicht unhöflich zu wirken. Dies entging der Verkäuferin jedoch nicht.
"Aaah, Sie sind Engländer, nicht wahr?" sagte sie. "Die meisten von euch mögen unsere Candys nicht. Aber - ganz im Vertrauen - ich habe da den heißesten Tipp der Stadt, jedenfalls wenn Sie Backwaren mögen!"
"Backwaren? Warum nicht..." antwortete Dumbledore und ließ sich die Adresse zustecken.
Wenige Minuten später stand Dumbledore vor einem riesigen Geschäftshaus, wo es aus allen Fenstern süßlich duftete. Es war ein wunderbarer Duft. Dumbledore trat ein und dachte erst, er sei irgendwie zurück in die Zaubererwelt gelangt, denn irgendwie kamen ihm die Formen diverser Kekse und Kuchenstücke sehr vertraut vor. War das dort in die Ecke nicht die Figur eines Erumpents? Aber das konnte ja nicht sein, denn um ihn herum wuselten eindeutig Muggel mit den Taschen voller Dollars und den Tüten voller Gebäckstücke.
"Also hier könnte ich meine Leidenschaft für Süßigkeiten eindeutig auf Backwaren erweitern", dachte sich Dumbledore und versuchte, sich den Namen des Inhabers dieser wundervollen Lokalität einzuprägen. "Welch lustiger Name! K-O-W-A-L-S-K-I."



Gryffindor


grit - Dumbledores Weihnachtsurlaub


Endlich angekommen!
Ein wenig erschöpft war er schon, das musste er unumwunden zugeben, doch es war ganz einfach ungeheuer interessant, einmal ganz nach Muggelart zu verreisen.
Mit einem dieser stählernen Ungetüme, die jeglicher Schwerkraft zu trotzen schienen und schneller flogen als jeder Thestral. Natürlich machten sie eine Menge Lärm, diese Flugzeuge, doch es reiste sich bequem, es gab zu Essen und zu Trinken und man konnte sich alte Filme ansehen.
Selbstverständlich gab es auch reichlich Muggelzeitschriften, die er genüsslich durchblättern und dabei den ein oder anderen Artikel lesen konnte.
Beeindruckt schritt er die Gangway hinunter und folgte den vielen Menschen in eine große Halle, wo sie auf ihr Gepäck warten mussten. Sein Koffer war unter den zahlreichen Gepäckstücken sofort zu erkennen, denn er wirkte wie ein Relikt aus dem vorigen Jahrhundert.
Er spürte die Blicke der Leute, die wahrscheinlich dachten, dass sie beide sehr gut zusammenpassten – der alte Mann mit dem langen weißen Bart und sein uralter Lederkoffer.
Draußen wartete ein Bus, es gab auch Taxis. Rasch musterte er die verschiedenen Fahrer und entschied sich für ein altes Auto, das nur noch durch Farbe und guten Willen zusammenzuhalten schien, dessen Besitzer ihn jedoch neugierig machte.
Viel schneller als erwartet waren sie im Hotel angekommen. Der Strand lockte nur wenige Schritte entfernt und das Wasser war so kristallklar und türkisblau wie auf dem Reiseprospekt.
Albus hielt sich nicht lange in seinem Hotelzimmer auf, er wechselte nur die Kleidung.
Bunt gemusterte Bermudashorts und ein knallig gefärbtes Hawaii-Hemd, geflochtene Strohsandalen und ein breitkrempiger Sonnenhut – das Urbild eines exzentrischen Alten.
Freundlich erkundigte er sich an der Rezeption nach den Ausflugsmöglichkeiten, wobei er sich der Landessprache bediente und damit das Personal sofort für sich einnahm. Als er schon fast an der Tür war, drehte er sich noch einmal um: „Beinahe hätte ich es vergessen.“ Er legte eine Handvoll Münzen auf den Tresen. So ein großzügiges Trinkgeld hatten sie von dem Alten mit dem schäbigen Koffer nicht erwartet.
Mit weit ausgreifenden Schritten, die gar nicht zu seinem Alter zu passen schienen, marschierte er Richtung Strand, wo er sich alsbald unter einen Sonnenschirm setzte und schon nach kurzer Zeit fest zu schlafen schien.
Doch das sah nur so aus. Unter halb geschlossenen Lidern beobachtete er seine Umgebung genau.
Ein paar Kinder, nicht älter als vier oder fünf Jahre, spielten mit einem Wasserball. Sie lachten und tobten und kamen dabei immer näher an ihn heran. „Vorsicht!“, schrie einer von ihnen, doch es war schon zu spät. Der Ball war mitten auf dem Bauch des Alten aufgekommen. Jetzt würde es gleich etwas geben! Vor Schreck hatte der Kleine die Luft angehalten. Der Alte stand auf. Das Donnerwetter jedoch blieb aus. „Darf ich mitspielen?“ Die Jungs trauten ihren Ohren kaum, doch als der Alte weiterhin freundlich lächelte und ein paar tolle Kunststücke mit dem alten Ball vorführte, nickten sie. Dem Alten gelang es, nahezu jeden Ball zu fangen, doch der alte Wasserball verlor mehr und mehr Luft und musste immer wieder neu aufgepustet werden.
„Wir hätte so gern einen richtigen Ball, einen, mit dem man Fußball spielen kann“, verriet der Kleinste der Jungen.
„Oh, nein, die schon wieder!“ - „Los, lasst uns abhauen, die nehmen uns sonst gleich wieder den Ball weg.“ Ehe er sich versah, waren die Jungen verschwunden – wie vom Erdboden verschluckt.
Am nächsten Tag baute er mit den Kleinen Sandburgen, die wie durch ein Wunder nicht zusammenbrachen, selbst unter den zahlreichen Muschelverzierungen nicht. Albus schmunzelte und freute sich. So etwas hatte ihm schon lange gefehlt: Unbeschwerte, glückliche Kindergesichter.
Von einer Sekunde zu anderen konnte er Angst in den Augen der Jungen sehen und er folgte ihrem Blick. Da waren wieder die Jungen, vor denen sie gestern ausgerissen waren, doch diesmal waren sie schon zu nah, um noch unbemerkt zu verschwinden. Sie stürmten direkt auf die Sandburgen zu, um sie mit einem einzigen Tritt zu zerstören. Der erste holte weit mit dem Fuß aus und trat gegen den Sandturm. „Aua, aua, ich glaube, mein Zeh ist gebrochen.“ - „Das ist wohl so“, ließ sich die leise Stimme von Albus vernehmen. Wahrscheinlich bist du gegen einen Stein getreten, so etwas kann schon mal passieren, wenn man nicht aufpasst.“
Der zweite der Jugendlichen wollte die Sandburg mit den Händen hinwegfegen. Er setzte zu einem kräftigen Schlag an, doch als dieser auf die Sandburg traf, quollen Blutstropfen aus einigen Schnittwunden an seinem Unterarm. „Das müssen ein paar scharfkantige Muscheln gewesen sein, das kann schon mal vorkommen, wenn man nicht aufpasst, wo man mit seinen Armen hin schlenkert.“ Mit freundlichem Lächeln sprach der alte Mann, doch wie er sie dabei durchdringend über seine Halbmondbrille hinweg ansah, machte es sie schaudern und sie suchten schleunigst das Weite.
Einen Tag später hatten die kleinen Jungen einen richtigen Fußball und jeder eine Taucherbrille und einen Schnorchel. Gemeinsam bestaunten sie die Welt unter Wasser.
„Ich weiß, wer du bist“, sagte der Kleinste schließlich im Brustton der Überzeugung. Albus erschrak. Es konnte doch nicht sein, dass ihn hier jemand tatsächlich erkannt hatte. Mit zusammengekniffenen Augen blinzelte er gegen die Sonne und musterte die Leute am Strand, dann hielt es der Kleine nicht mehr aus und platzte heraus: „Du bist der Weihnachtsmann auf Urlaub!“
Albus lachte. Selten hatte er so viel Erleichterung verspürt. „Pst, verrat es nur keinem!“, antwortete er streng und der Junge nickte mit Verschwörermiene.

Harry Godric

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Dienstag, 13. Dezember 2016, 11:52

Woelkchen - Wo ist der Schnee?! (2. Platz)


"Wo ist denn der ganze Schnee?", fragte sich Albus Dumbledore als er mit seiner kleinen Reisetasche in dem beschaulichen Städtchen Hohenfels-Essingen in der Vulkaneifel in Deutschland apparierte. Verwirrt schaut er sich um, immer noch in dem Glauben, zur Weihnachtszeit müsse überall Schnee liegen. Schließlich sei dies in Hogwarts ja auch nicht anders. Und damit hatte er natürlich durchaus Recht.
Schulterzuckend ging er also die Straße herunter, sich umschauend, wo denn nur seine Pension "Zum einsamen Eber" zu finden sei. Dabei ignorierte er die altertümlichen Häuser, die doch schon schneebedeckten und in der untergehenden Sonne glitzernden Bergspitzen im Hintergrund und die Leute, die hin und wieder an ihm vorbeigingen und ihn ansahen als sei er aus einer anderen Welt. Denn Albus Dumbledore hatte keineswegs seine Robe abgelegt und sich wie ein Muggel gekleidet. Im Gegenteil, mit seinem grausilbernen Spitzhut, seinem weißen langen Bart und seinem auffällig glitzernden Winterumhang, fiel er auf wie sonst keiner auf der Straße.
Ihn interessierte dies allerdings keineswegs. Enttäuscht, dass hier alles so trocken und grau aussah, fand er seine Pension, betrat diese und lies sich sein Zimmer zuweisen. Er stellte seine Reisetasche ab und legte sich auf das harte Bett. Darüber nachdenkend, ob er seinen Urlaub tatsächlich nach noch nicht einmal einem Tag abbrechen sollte, schrieb er noch schnell und schon fast schlafend eine Eule an Professor McGonagall und schlief dann umgehend ein.
Ein winzig kleiner Sonnenstrahl kitzelt Albus Dumbledore am nächsten Morgen im Gesicht. Sich reckend und streckend stand er auf und rückt seine alten Glieder zurecht. Als er Richtung Fenster ging, konnte er seinen Augen kaum glauben.
"Bei Merlins Bart, was ist das?", platzte es laut aus ihm heraus. Das hätte er nicht erwartet. Voller Vorfreude wendete er kurz einen Reinigungszauber an und verschwand, so schnell es ihm gelang, aus dem Zimmer, aus dem Hotel und raus ins Freie. Um das wirklich zu realisieren, rieb er sich kurz die Augen, aber es war immer noch alles da.
Plötzlich klopfte ihm jemand freundschaftlich auf die Schulter. "Ist das nicht wunderschön hier?!" Albus Dumbledore drehte sich um und schaute in Minerva McGonagalls leuchtende Augen. "Ja, wunderschön Minerva! Aber...was macht ihr denn alle hier?", fragte er sichtlich verdattert und schaut in die Runde. Um ihn herum standen die Weasleys, Harry Potter, Minerva McGonagall, Filius Flitwick und Dädalus Diggel.
"Ach weißt du", sagte Dädalus Diggel, während Harry Potter und die Weasleys eine Schneeballschlacht anzettelten. "Ich dachte mir, ich lass statt Sternschnuppen regnen mal lieber Schnee fallen.", und kicherte dabei ganz kindisch. Alle stimmten in die Schneeballschlacht ein und so wurde es doch noch ein schöner Weihnachtsurlaub mit allen Freunden und vor allem mit viel Schnee.
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"Du suchst jemanden, gefunden hast du jemanden"


Du willst in den HP-Geburtstagskalender ??? - dann poste hier




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