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HufflepuffsUrenkel

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Montag, 2. September 2013, 00:52

James Potter jr. und der Schatz Merlins

So, mit einem guten Monat Verspätung beginnt nun der siebte Teil der Erlebnisse von Harrys ältestem Sohn, in dem diesem, wie einst seinem Vater, die letzte und entscheidende Aufgabe bevorsteht.

Die Figuren gehören selbstverständlich J.K. Rowling.
Grundlage der Geschichte sind die Bücher, nicht aber die Interviews mit J.K.R. nach Buch 7 (So heißen etwa James' Cousins und Cousinen teilweise anders als dort).

Die früheren Bände (umfassen jeweils ein Schuljahr:)

I. Ängstlicher Geist
II. Todessergänge
III. Monsternest
IV. Schlüssel der Macht
V. Greifenorden
VI. Zentaurenheiligtum

Zu den Personen:
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


Aktuelle FFs:
James Potter jr. und das Zentaurenheiligtum
Die Hände des Teufels
Der Fluch des grünen Seffir (OT)

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Montag, 2. September 2013, 00:53

1. Laurin (1)

Muffliato! Repello Muggletum!
„Das ist schon der dritte hintereinander. Glauben Sie wirklich, dass das notwendig ist? Muggel kommen doch diese Wand gar nicht hinauf, oder?“
„O doch, das tun sie; zwar selten, weil die Zugänge versteckt sind, aber es ist schon vorgekommen. Sie haben ihre Möglichkeiten, steile Wände hinaufzusteigen, glauben Sie mir. Viele betreiben das als eine Art Sport. Und wie Sie wissen, sind Muggel leichte Opfer; deshalb dürfen sie absolut nichts mitkriegen.“
„Meinetwegen. Sie müssen Ihr Land besser kennen als ich!“
„Aber sicher. – So, hier sind die Zettel.“ Der bärtige Mann in der Wolljacke verteilte Pergamentstücke an seine Begleiter: Einen blonden Mann Mitte dreißig, eine Frau mit dunklen, buschigen Haaren, die etwas älter sein mochte als er, ein Ehepaar von südländischem Aussehen und einen braunhaarigen Jungen im Teenageralter.
„Die Hütte, in der die Besprechung stattfindet, steht auf einem Felsvorsprung, der nur einen Meter über dem Fuß der Wand liegt“ stand darauf und kaum hatten sie es gelesen, schob sich direkt vor ihnen der Fels nach vorn und eine Holzhütte kam zum Vorschein. Niemanden aus der Gruppe schien dies zu wundern.
Sie traten ein und fanden drin einen Tisch mit sechs Stühlen vor. In der Mitte des Tisches stand ein großer Tonkrug und vor jedem Platz war ein Becher.
„Eine Jause – etwas zu essen – kann ich Ihnen leider nicht anbieten, meine Herrschaften“, bedauerte der Bärtige.
Die Frau mit den buschigen Haaren stellte sich hinter einen Stuhl. „Wir sind ja auch nicht zum Essen hierhergekommen, Mr. Achleitner. Ich habe etwas über den Gürtel in Erfahrung gebracht und wenn ich meinen Schwager richtig verstanden habe, gibt es bei Ihnen eine ähnliche Geschichte.“
„Das ist richtig, Frau Professor Granger-Weasley.“
„Zuviel der Ehre; ich bin nie Lehrerin gewesen.“
„Aber Wissenschaftlerin. – Nun gut, setzen Sie sich, bitte schön! Mögen Sie anfangen?“
Die Südländerin flüsterte ihrem Mann etwas in einer fremden Sprache zu, während der Gastgeber einschenkte.

Hermine Granger-Weasley berichtete: „Wie Sie wissen, war eine Schülerin aus Hogwarts mehrere Jahre im Besitz eines Rings, der ihr gewaltige Kräfte verlieh aber unter fremder Kontrolle stand. Eben diese Schülerin, Lucy Stewart, hat auf fremden Befehl hin ein Zentaurenheiligtum geöffnet und Auroren, die sie dabei erwischt haben, getötet. Sie selbst starb ebenfalls bei dieser Tat. Es gelang ihr, einen Gürtel aus dem Heiligtum zu entwenden. Ihren Ring konnte glücklicherweise James Potter, den Sie hier sehen, bekommen.
Ich habe herausgefunden, dass es sich bei Ring und Gürtel um Besitztümer aus dem Schatz Merlins handeln dürfte. Dieser größte Zauberer in der Geschichte der Britischen Inseln hatte vier Söhne, von denen er jedem einen mächtigen magischen Gegenstand vererbte: Sein Gürtel verlieh dem Träger unbegrenzte Kraft und Unverwundbarkeit, sowohl gegen Zauber als auch gegen Muggelwaffen. Sein Ring hat die Macht, seinem rechtmäßigen Besitzer auf Wunsch jede Fähigkeit zu verleihen. Der Besitzer seines Mantels kann den Trägern von Ring und Gürtel sowie allen Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung unbemerkt Befehle erteilen, denen sie nicht widerstehen können. Der Träger des Huts Merlins kann allerdings die rechtmäßigen Eigentümer von Mantel, Ring und Gürtel bestimmen. Ring und Gürtel können dank einem Spruch Merlins nicht gegeneinander kämpfen.
Von den Söhnen Merlins hatte jeder eine Tugend, die, zufällig oder durch eine magische Verbindung, auf die Gründer von Hogwarts und ihre Häuser ebenfalls zutrifft: Crogalaugh, der Älteste, war stark und tapfer, aber oft impulsiv. Ceilidh, der zweite, war sehr weise, doch fehlte es ihm an der Fähigkeit, anderen seine Gedanken mitzuteilen und sein Wissen praktisch zu nutzen. Gliceas, der dritte, war listig, jedoch machtgierig. Cóirus, der jüngste, war vielleicht der schlechteste Zauberer von ihnen, jedoch freigebig und gerecht.
Cóirus erbte nach dem Willen des Vaters den Ring, da dieser ihm nicht zutraute, Böses zu wünschen. Ceilidh erhielt den Gürtel, da Merlin glaubte, er werde ihn nicht zum Kampf nützen. Crogalaugh erhielt den Hut, da der Vater ihm nicht zutraute, die Kraft des Hutes zu verstehen. Gliceas wurde der Mantel vererbt, gleichzeitig jedoch mit einem Zauber, dass der Träger des Mantels Ring und Gürtel nicht nutzen konnte; von diesem Zauber aber wusste Gliceas nichts.
Nachdem Merlin nun verstorben war, versuchte Gliceas, alle vier magischen Gegenstände zu bekommen. Dazu tötete er seinen Bruder Cóirus und stahl dessen Ring. Als Crogalaugh davon erfuhr, griff er Gliceas an, um Cóirus zu rächen. Gliceas wünschte sich, dass sein Ring ihm die Kraft verleihen möge, auch Crogalaugh zu töten, doch er wusste nichts vom Spruch seines Vaters. Der Ring wirkte nicht gegen Crogalaugh und dieser tötete Gliceas mit bloßen Händen.
Crogalaugh allerdings erschrak über sich selbst, weil er seinen Bruder getötet hatte und tötete sich mit dem Schwert seines Vaters.
Als Ceilidh erfuhr, warum seine drei Brüder gestorben waren, versteckte er Ring, Gürtel, Mantel und Hut an einem geheimen Ort, damit niemand sie nützen könne.

Hier endet die Sage. Es gibt weitere Sagen über Zauberer, die versuchten, die Schätze Merlins zu finden, doch niemandem soll es gelungen sein. Ob die Söhne Merlins Kinder hatten, ist nicht bekannt; schon gar nicht steht fest, ob es heute noch lebende Nachkommen gibt.“
„Sie meinen, dass der Ring Lucy Stewarts und der Gürtel aus dem Heiligtum aus dem Erbe Merlins sind?!“, stellte Achleitner mehr fest als er fragte.
„Es ist auf jeden Fall so, dass der Ring nur Zauberkraft hatte, wenn Lucy ihn trug, dass er aber unter der Kontrolle eines anderen stand, weshalb Lucy schwere Schmerzen hatte, wenn sie den Ring nicht so nutzte, wie der andere es wollte“, ergänzte der Jugendliche, James Potter, die Erzählungen seiner Tante.
„Das heißt, wenn es stimmt – und das mit dem Ring scheint ja festzustehen – hat der Feind den Mantel, mit dem er über den Ring herrscht und nun auch den Gürtel“, stellte die Südländerin fest.
„So sehe ich das auch, Mrs. Genghini“, bestätigte Hermine Granger-Weasley. „Den Hut hat er wohl nicht, sonst hätte er Lucy Stewart die Kraft genommen und sie jemand anderem übertragen, zum Beispiel Athina Thinkwell, die zeitweise den Ring in den Händen hielt.“
„Das heißt, wir brauchen entweder den Mantel oder den Gürtel – und wo ist der Ring?“, wollte Achleitner wissen.
„Den Ring hat mein Vater versteckt. Ich habe einen Eid geschworen, ihn nie zu benutzen und erst zu nehmen, wenn ich weiß, wie ich ihn zerstören kann.“
„Das heißt, Mr. Potter, Sie könnten den Ring auch nicht an sich nehmen, um gegen den Gürtelträger zu kämpfen?!“, schlussfolgerte der Blonde, der bisher still gewesen war.
„Ja, Mr. Ward, das ist wohl so.“
„Und das ist auch gut so, solange andere bestimmen, was der Ringträger tut“, kommentierte seine Tante. „Auch wenn es schwerer ist: Wir brauchen eine andere Möglichkeit, an den Gürtel zu kommen.“
„Und haben Sie eine Idee, wie wir das machen sollen?“
Für sie antwortete James: „Vielleicht können die Halbelfen etwas ausrichten. Sie haben geheime Kräfte, die niemand kennt.“
Der Italiener, der bisher nur zugehört hatte, sprach nun zum ersten Mal: „Erst wir müssen finden Mann mit Gurtel.“
„Genau“, bestätigte Hermine Granger-Weasley. „Wir wissen ja überhaupt noch nicht, wer den Gürtel hat und ob derjenige ihn wirklich benützen kann. – Aber etwas anderes, Mr. Achleitner: Sie sagen, es gebe in Deutschland oder Österreich eine Sage über einen Ring mit ähnlichen Kräften.“

„Ja, Mrs. Granger-Weasley. Die Sage handelt von zwei Mischwesen. Alberich, Sohn eines Magiers und einer Zwergin – Sie würden wohl sagen: Koboldin – lebte unter dem Vogelsberg in Hessen. Dort brannte das heißeste Feuer, mit dem man jedes Eisen schmieden konnte.
Laurin, Sohn einer Magierin und eines Zwerges, lebte nahe Bozen in Südtirol, für die Muggel heute in Italien, für uns Zauberer in Österreich. Dort wurde das beste und härteste Eisen gefunden.
Beide hatten die Zauberkräfte ihrer magischen Vorfahren, aber auch die Schmiedekunst ihrer Koboldsahnen geerbt.
Alberich hatte von dem Eisen in Tirol gehört und machte sich auf den Weg, um es zu bekommen. Als er Laurin traf, merkte er, dass dieser eine Rüstung aus einem schlechteren Eisen trug und fragte ihn nach dem Grund. Traurig antwortete dieser, es gebe weder in Tirol noch in den umliegenden Ländern Feuer, das heiß genug sei, dass man dieses Eisen schmieden könne.
Alberich sagte ihm, er könne dieses Eisen bearbeiten. Laurin bat ihn, ihm eine Rüstung und Waffen zu schmieden, was Alberich auch tat. Laurin bezahlte ihn mit purem Gold, das außerdem verzaubert war. Alberich schmiedete aus dem Gold einen Ring, der seine Schätze vermehren konnte, wie er wollte. Laurin besaß einen Ring, der ihn gegen alle Waffen immun machte.
Beide wurden mithilfe ihrer Waffen und Ringe reich und besiegten viele Feinde, beide konnten aber durch List getötet werden. Alberichs Schätze wurden im Rhein versenkt; Laurin verfügte, nachdem er wieder befreit worden war, selbst, dass sein Ring und seine Waffen in einer Höhle tief unter den Dolomiten vergraben würden; er selbst verschloss sie magisch.
Magier und Muggel – beide Sagen kennen auch die Muggel im deutschsprachigen Gebiet – suchten nach den Schätzen, konnten sie aber noch nicht finden. Es heißt auch, beide Ringe seien verflucht, weil durch beide Blut geflossen ist.“

„Der Ring Alberichs erscheint mir im Moment weniger wichtig“, kommentierte Hermine Granger-Weasley nach einiger Überlegung. „Der Feind will schnell Macht – mit Reichtum kann man diese zwar auch kaufen, doch es sieht nicht so aus, als ob sie sich Zeit lassen wollten. Aber der Ring Laurins könnte ähnliche Kräfte haben wie der Merlins.
Der Italiener sagte etwas auf Deutsch, das er offenbar besser beherrschte als Englisch, zum Gastgeber.
„Mein Freund Amilcare Genghini meint, es gebe die Laurinsage auch in Italien. Mit einem Unterschied: Nur wer reinen Herzens sei, könne die Höhle öffnen, in der Laurins Ring und Waffen seien. So soll Laurin, nachdem er selbst nach seiner Niederlage zum Nachdenken gekommen war und merkte, wie viele unschuldige Tote der Ring verursacht hatte, selbst verfügt haben. Sollte jemand den Öffnungszauber, den außerdem niemand kennt, versuchen, der Böses im Sinn oder Verbrechen begangen hätte, würde die Höhle unwiederbringlich einstürzen. Auch dies ist aber noch nicht passiert. Es ist auch nicht genau bekannt, wo die Höhle ist – weder wir wissen es, noch die Italiener.“
„Was auch ein Vorteil ist: Dann erfährt es auch der Feind nicht ohne weiteres“, war Mr. Ward optimistisch.
„Ganz Ihrer Meinung. Und im Übrigen schauen die Kollegen sehr genau, was in den Dolomiten passiert. Ich habe erst gestern mit dem Minister gesprochen und er weiß, wie ernst die Lage ist. In Italien werden wir ebenfalls Unterstützer haben“, stimmte Wolfgang Achleitner ein.
„Es gibt in Italien viele Hexen und Zauberer, die gegen das Ministerium unter Nardi sind, der wohl mit dem Greifenorden zusammenarbeitet“, bestätigte Frau Genghini. „Ich nenne allerdings keine Namen, denn diese Frauen und Männer sind in Gefahr.“

„Sie halten also den Ring Laurins derzeit nicht für das Hauptproblem?!“, vermutete Hermine Granger-Weasley. Als alle nickten, fuhr sie fort: „Die Frage ist, was der Orden als Nächstes tun wird. Meiner Meinung nach werden sie versuchen, den Ring Merlins zurückzubekommen oder den Laurins zu finden. Beides können wir einigermaßen leicht verhindern. Den Gürtel werden sie nur im direkten Kampf einsetzen; allerdings werden wir erst dann erfahren, wer ihn hat.“
Wolfgang Achleitner legte die Stirn in Falten: „Wir sollten auch darauf achten, was in Deutschland passiert. In zwei bis drei Jahren, Ministerin Holle hat sich noch nicht genau festgelegt, wird dort gewählt. Mit dem Schatz Alberichs ließen sich gewaltige Geschenke machen…“
„Sie meinen…?“
„Gegen eine Achse Deutschland-Italien wäre Österreich machtlos – und sie wäre schnell auch in Mitteleuropa führend, zumal auch in Frankreich Wahlen anstehen. Minister LeMireau wird nicht mehr ewig regieren.“
„Das lässt sich aber beizeiten vielleicht verhindern“, hoffte Hermine Granger-Weasley. „Sie glauben also nicht an einen Angriff des Ordens in nächster Zeit.“
Amilcare Genghini sagte etwas auf Italienisch. Seine Frau übersetzte: „Er meint, das einzige, was er sich vorstellen kann, ist, dass es im Archiv in Rom Informationen gibt, von denen er nichts weiß und dass man damit versucht, die Schätze Laurins zu finden. Das erfahren wir aber rechtzeitig. Wichtig ist vor allem, dass der Ring Merlins so versteckt wird, dass er nicht gefunden werden kann.“
„Das ist er schon, Mrs. Genghini“, bestätigte James Potter.
„Der Orden kann natürlich in anderen Ländern dasselbe tun wie vor anderthalb Jahren bei uns in Italien: Vor den nächsten Wahlen Entführungen und Morde begehen und den gewünschten Kandidaten zum Helden werden lassen, der die Entführten befreit“, fuhr die Angesprochene fort.
„Oder die Ministerien infiltrieren. Das, Francesca, halte ich für noch wahrscheinlicher. Dagegen können wir allerdings nur eins tun: Immer wachsam sein“, antwortete Wolfgang Achleitner. „Also gut: Die Geschichten kennen wir nun und wir sind uns wohl einig, dass wir als Ministerien wenig tun können. Sobald es Hinweise gibt, wo der Gürtel ist oder sonst irgendetwas, wo das österreichische Ministerium Ihnen helfen kann, lassen Sie es mich wissen. Wir werden Ihnen helfen, soweit wir können, das darf ich auch im Namen des Herrn Ministers sagen. In drei Monaten ist Ministerkonferenz; der Herr Minister wird mich sofort informieren, wenn es etwas Neues gibt und ich werde es Ihnen weitergeben.“
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Montag, 2. September 2013, 00:55

1. Laurin (2)

Nach dem Ende der Besprechung apparierten die Teilnehmer getrennt. James landete vor dem Haus, das seine Familie gemietet hatte; alle anderen hatten in größerer Entfernung Wohnungen gemietet. Wolfgang Achleitner war wohl sogar direkt in sein Büro in Wien appariert.
Er betrat das Haus und begrüßte Eltern und Geschwister.
„Wie war es? Hast du mich gut vertreten?“, fragte der Vater.
„Na ja. Wirklich weitergekommen sind wir noch nicht.“ Er erzählte die Sage von Laurin und Alberich.
„Also eher noch ein Problem mehr statt eines weniger“, kommentierte Harry Potter resigniert.
„Immerhin glauben alle, der Orden wird in nächster Zeit nichts tun.“
„Könnte sein, aber das wäre umso schlimmer: Zurzeit sind in den meisten Ländern die Leute wachsam. Wenn ein paar Monate Ruhe ist, kann sich das schnell ändern.“
„Komm, Harry, die wichtigen Leute wissen inzwischen Bescheid“, beruhigte Ginny Potter ihren Mann. „Der Orden ist keine ganz unbekannte Größe mehr.“
„Dein Wort in Merlins Ohr, Ginny!“

James kam vor, als ob sein Vater immer mehr verbittert wäre. Klar, er hatte Grund genug dazu: Seine Beine blieben verkümmert; er konnte nur wenige Schritte gehen und auch nicht mehr auf dem Besen fliegen. Der Orden ließ nichts von sich hören und leider war es durchaus auch denkbar, dass ein großer Angriff bevorstand. James musste sich selbst zwingen, nicht das Schlimmste zu denken.
Es freute ihn, dass Lily ihm eröffnete, er habe Post.
James nahm das Pergament in die Hand. Hi James,
hast du heute Abend noch Zeit oder seid ihr die ganze Nacht beschäftigt? Anna und ich sind bei Enza, weil Mama und Papa auch nicht wussten, wann sie werden heimkommen; wäre super, wenn wir noch können uns treffen. Ciao, Gianna.
Ein Herz schloss den Brief.
„Wann gibt`s Abendessen?“, fragte James.
„Von mir aus gleich – wenn alle mithelfen“, antwortete seine Mutter. Lily eilte schnell in die Küche, während James „Einen Moment noch!“, rief.
Er schrieb noch eine Antwort: Hi Gianna. Ich bin gerade zurückgekommen und wir essen dann auch. Wir können uns in anderthalb Stunden am üblichen Platz treffen. Ich freu mich. James und adressierte gewissenhaft: Signora Giovanna Genghini, nella casa di Vincenza Balici, primo piano, Nido del Lagopus, Campopedrezzo, Friuli, Italien.

„Ich geh nach dem Essen nochmal weg“, verkündete er, nachdem das Abendessen fertig war.
„Wieder dich mit Gianna treffen?! Sei bloß vorsichtig! Nicht ohne Grund machen ihre Eltern offiziell in Slowenien Urlaub.“
„Klar, Papa. Und wir treffen uns sogar in Italien, aber nahe an der Grenze.“
„Trotzdem kann das auffallen, wenn du dich ausgerechnet mit ihr triffst.“
„Je mehr wir darüber reden, desto wahrscheinlicher.“
James schlug die väterlichen Warnungen in den Wind, half noch beim Wegräumen der Reste und apparierte dann. Gianna erwartete ihn bereits. Sie saß auf einem Felsvorsprung; ihren Besen hatte sie neben sich gelegt. Er landete direkt hinter ihr.
„Da bin ich – ci sono!“, rief James.
Gianna sprang auf. „Molto bene!“ Sie umarmten sich.
„Wie war?“
„Nicht viel Neues. Kennst du die Laurinsage?“
„Der foletto – wie sagt man?“
„Kobold wahrscheinlich.“
„Ja, Kobolde, aus den Dolomiten. Ja, ik `abe davon ge`ört. Warum?“
James erzählte es ihr.
„Mehr ik kenne auk nikt. – Aber lasse unse nikte denken an alte Geschikte. – Schau, `ier, die Blumen!“
„Ja, schön!“ James pflückte einige, band die Stiele durch einen Zauber zusammen und wand sie um Giannas Handgelenk. „Prego!“
„Grazie! – Schöne Bande! Zeige mir den Zauber, bitte!“ James tat es und nach drei Versuchen schaffte sie ihn selbst. Sie wand sich einen Kranz, den sie in ihr Haar steckte und den James gebührend lobte.

Arm in Arm mit Gianna betrachtete er den Sonnenuntergang über den Bergen. Sie sprachen kaum, was nicht an Verständigungsschwierigkeiten lag: Sein Italienisch reichte zwar höchstens zum Angeben, doch mit etwas Übung war ihr Akzent ganz gut zu verstehen. Je mehr er mit den fremden Auroren zu tun hatte, umso klarer wurde James, dass ihn von Gianna mehr trennte als knapp zwei Jahre Altersunterschied und gut 1000 Kilometer Entfernung zwischen ihren Elternhäusern: Sie bemühte sich ehrlich, doch konnte sie nicht verstehen, was ihn bewegte. War das wirklich die Tochter des geschassten früheren obersten italienischen Auroren?
Gianna war bildhübsch und es tat gut, wenn sie an seiner Seite lag, ihre Haare ihn am Hals kitzelten und er den Duft ihres Parfüms roch, doch, das musste James sich eingestehen, sie war austauschbar. Gern vergaß er an ihrer Seite die Schrecken der letzten Monate, Lucys Tod, die Angst vor dem Orden, die Krankheit seines Vaters, doch eins wurde ihm von Tag zu Tag klarer: Die Stütze, die er brauchte, würde Gianna ihm nicht geben können. Vielmehr würde er sie unnötig in Gefahr bringen, der sie und ihre Schwester hilflos ausgeliefert wären.
Sie blieben sitzen, bis die Sonne vollständig untergegangen war. Danach apparierte er Seit an Seit mit ihr in Richtung Slowenien, in eine muggelfreie Gegend, von wo aus sie leicht heimfliegen konnte. Er küsste sie zum Abschied auf die Wangen – den Mund wollte er für eine ernsthaftere Beziehung aufheben – und sah ihr nach, wie sie Licht machte, auf den Besen stieg und wegflog. Anschließend apparierte er nach Hause.

„Was habt ihr nun vor?“
„Was in der Rolle steht, weißt du ja. Wir werden unser Opfer bald finden. Ich habe auch schon eine Idee, wie.“
„Was heißt `bald`?“
„In den nächsten Tagen noch nicht. Die Auroren passen zu gut auf und ihre Familie kann ihr auch helfen. Das wird sich demnächst ändern."
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Samstag, 21. September 2013, 15:54

2. Der Plan

Während die Familie Potter beim Frühstück saß, war draußen im Hof ein Stimmengewirr zu hören, was bisher noch nie der Fall gewesen war. Den Grund erfuhren die britischen Gäste schnell: Zwei Eulen, eine von Minister Shacklebolt, eine von Wolfgang Achleitner, berichteten beide, dass in der Nacht Harpyien aus dem Hochsicherheitsgehege in Schweden befreit worden seien. Die Wächter konnten sich nicht einmal erinnern, dass überhaupt jemand nachts dort gewesen war. Das schwedische Ministerium hatte laut Bericht Kingsley Shacklebolts noch keine offiziellen Informationen gebracht, Klatschjournalisten hätten allerdings bereits zahlreiche Spekulationen veröffentlicht.

Auror Achleitner schlug eine Besprechung zu diesem Thema vor, zu der Harry Potter wiederum seinen früheren Stellvertreter und seinen ältesten Sohn schickte.
Die Hütte, in der sie sich trafen, war eine ehemalige Sennhütte, die derzeit allerdings nicht bewirtschaftet war und abseits der großen Muggelwanderwege lag. Wolfgang Achleitner selbst hatte sie versteckt und die Umgebung mit Muggelabwehrzaubern versehen, da sie vom österreichischen Zaubereiministerium häufiger genutzt wurde. Hier hatten sich die Familien Potter und Genghini vor knapp zwei Wochen zum ersten Mal getroffen, um James dem ehemaligen italienischen Auroren und seiner Frau vorzustellen.

James hatte Francesca und Amilcare Genghini bereitwillig vom Greifenorden, von der Suche nach dem Zentaurenheiligtum und von Lucys tragischem Tod erzählt, es jedoch auch genossen, dass deren Töchter ihn angeschwärmt hatten. Eigentlich hatte er keine neue Beziehung anfangen wollen, doch gern hatte er geflirtet, Giannas Eulenbrief beantwortet und sich noch am gleichen Abend mit ihr getroffen – er wusste selbst nicht genau, warum er sich für sie und nicht für ihre Zwillingsschwester Anna entschieden hatte, die er, bisher erfolglos, mit Albus verkuppeln wollte.

Neben den Teilnehmern am letzten Treffen war auch der slowenische Auror Franjo Lasnik, mit dem die Genghinis offenbar Kontakt aufgenommen hatten, und ein deutscher Ministeriumsangestellter namens Martin Vögele anwesend. Dieser hatte eigentlich Informationen über den Schatz Alberichs liefern sollen, die aktuellen Geschehnisse zwangen jedoch zu einer Änderung der Tagesordnung.
Alle Anwesenden waren der Meinung, dass Harpyien nicht mehr unbesiegbar waren und damit vermutlich kein Angriff auf ein Ministerium unmittelbar bevorstand. Unter durchschnittlichen Magiern oder gar Muggeln konnte man allerdings sicher viel anstellen. Genghini verglich den Vorfall mit der Entführung Bruno Savieris im Frühling des Vorjahres: „Damals gelang es uns nicht, Savieri zu befreien“, übersetzte seine Frau. „Eine Aurorin wurde getötet. Später konnten Ordensmitglieder Savieri befreien – genauer gesagt war die Sache wohl mit ihm, der Minister werden sollte, abgesprochen. Es würde uns nicht wundern, wenn in Schweden die Harpyien irgendwann eingefangen werden würden, nachdem dies dem Ministerium lange nicht gelingt – und Ministerin Holgersson entweder zurücktreten oder einen der Leute, denen es gelingt, auf einen der höchsten Posten benennen müsste.“
„In Schweden ist aber in nächster Zeit keine Wahl“, warf Vögele ein. „Da gibt es andere Länder, wo ich eher Attentate befürchte: Portugal zum Beispiel – und bald auch uns: Hella Holle trägt sich mit Rücktrittsgedanken.“
„Das mag sein“, widersprach James‘ Tante. „Aber die Harpyien waren nun einmal in Schweden eingesperrt, weshalb man es auch an ehesten dort den Auroren vorwerfen wird. In Portugal hat der Orden andere Möglichkeiten und in Deutschland – Sie wären sicher in der Lage, die Harpyien abzuwehren und hätten damit Ihre Pflicht erfüllt. Ich rechne sowohl in Portugal als auch in Deutschland mit weiteren Aktionen des Greifenordens, aber was die Freilassung der Harpyien betrifft, teile ich Mr. Genghinis Meinung. Aber wir können gern klären, wie die Schweden das selbst sehen. Zwischen ihnen und uns gibt es viele Kontakte; ich selbst kenne ihren Archivar sehr gut und der kann sicher auch von seiner Ministerin mehr erfahren als sie offiziell vermelden lässt.“
Alle waren mit dem Vorschlag einverstanden. Sie schickte noch vom Treffpunkt aus eine Eule an Schwedens Oberarchivar Olof Lindberg, der auch prompt antwortete, dass er es ebenso sah wie sie und mit der Ministerin zwar noch nicht persönlich gesprochen habe, aber dasselbe vermutete. Eine andere Eule erreichte James von seinem Vater, der sie aus Rumänien weitergeleitet hatte: Onkel Leonidas schrieb, es gebe vielleicht einen Plan, um an den Gürtel zu kommen. Wie er sich das vorstellte, schrieb er nicht.

Am späten Nachmittag traf James sich mit Gianna. Die interessierte sich zwar dafür, was mit den Harpyien los war und erschrak ehrlich, als James ihr erzählte, was diese Wesen anstellen konnten, doch schnell war sie wieder bei anderen Themen: Sie war traurig, dass James gehen musste und wollte mit ihm gemeinsam nach Triest, der nächsten größeren Stadt von ihrem Treffpunkt aus.
James sah sich Giannas Karte an und apparierte mit ihr schließlich an einen Punkt, der nahe an der Stadt lag, aber dennoch weit genug im Wald, dass kaum Muggel dorthin gingen. Von dort aus gingen sie zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle und fuhren per Bus in die Stadt. Beide trugen Muggelkleidung, sodass sie nicht auffielen.
Während sie durch die Innenstadt schlenderten, machte Gianna Bemerkungen, was sie sich gerne kaufen würde: „In Viale di Circe, wo wir Zaubere einkaufe, ik gehe nikte mehre gerne. Ik sehe, wase andere kaufe und ik kann mir nikte leiste, weile Papa hatte nikte Arbeite.“
James packte sie unsanft an den Achseln: „Gianna!“ herrschte er sie an. „Du weißt genau, warum dein Vater seinen Job verloren hat. Du weißt genau, was los ist! – Und du redest nur von Klamotten, die du dir nicht leisten kannst?!“
„Madonna! Aua! Du tuste weh!“
„Tut mir leid! Aber du verstehst doch…“
„Si, va bene, ik verste’e. Abere ik kanne nikt den ganzen Tage daran denke. – James, du musste auk verste’e: Es iste schwere für mik, früher Vater war Aurore, viele Gelde, große Manne in Italia.“
„Ich verstehe. Mein Vater hat zwar noch Geld, aber ist schwerbehindert, vielleicht für sein ganzes Leben. Ich habe selbst gesehen, wie ein Lehrer von uns, wie die Mutter meines besten Freundes und wie meine frühere Freundin ermordet worden sind und wie mein Vater fast verbrannt ist – es ist ein Wunder, dass er noch lebt.“
Gianna nickte. „Ik weiße, es wareschlimme für dik.“
„Ich will dich damit nicht nerven.“ James umarmte sie. „Aber es gibt ganz andere Dinge als was man sich leisten kann.“

Er spendierte ihr einen Kaffee und ein Gebäck. Später, an einem Stand für Modeschmuck, kaufte er eine Kette für sie, die ihr sehr gefiel. Sie bedankte sich überschwänglich und ließ es zu, dass er sie auf den Mund küsste. Anschließend besuchten sie noch das Meeresaquarium, das beiden sehr gefiel und wanderten an der Kaimauer des Hafens, der einst das Tor zur Welt für 50 Millionen Muggel aus elf Völkern gewesen war und nun überdimensioniert schien, entlang.
Sie aßen in einer Pizzeria zu Abend und apparierten anschließend in die Berge.
„Unser letzter Abend zusammen“, stellte James fest. „Morgen reisen wir nach Rumänien.“
„Du kannste dok komme, oder nikt? Du bist dok erwachsene oder nikt?“
„Es ist zu weit zum Apparieren“, antwortete James. Anschließend machte er eine Sprechpause. „Gianna! Ich mag dich wirklich. Du bist wunderschön und auch supernett.“
„Danke!“ Sie verzog das Gesicht, als ob sie merken würde, was er sagen wollte.
„Aber ich…ich kann nicht – nein! – Es wird… es wird nichts mit uns beiden.“
„Was?“ Sie löste ihren Arm von ihm.
„Ich habe meinem Vater versprochen, den Ring zu vernichten. Dazu muss ich vermutlich mein Leben riskieren. Ich würde dich in Gefahr bringen.“
„Ik kann…“
„Nein!“, unterbrach er sie. „Du kannst mir nicht helfen. Es ist…es ist viel zu gefährlich.“
„Ik bin keine Kinde mehr!“
„Aber auch noch nicht erwachsen. Gianna, sieh bitte ein, du hast keine Chance gegen einen erwachsenen Schwarzmagier. Oder kannst du den Avada Kedavra abwehren? Oder den Erstickungsfluch? Oder dich gegen Harpyien verteidigen?“
„James, bitte!“ Sie weinte. Er versuchte, sie in die Arme zu nehmen, doch sie wehrte sich.
„Wenn es gut geht, wenn ich überlebe, dann können wir vielleicht glücklich werden. Aber es kann sein, dass ich nächstes Jahr dort bin, wo Vincenza Maiolino, Deirdre Finnigan und meine liebe Lucy Stewart sind. Das will ich dir ersparen.“
„Nein!“ Sie weinte noch stärker, doch hatte sie ihren Widerstand aufgegeben. Ihr Kopf ruhte an seiner Brust, um ihren Oberkörper hatte er seine Arme geschlungen.
„Es geht nicht, Gianna. Bitte sieh es ein! Ich kann im Moment keine feste Beziehung haben, schon gar nicht mit einem Mädchen, das selbst nicht gegen Schwarzmagier wie die Ordensleute kämpfen kann.“

Der Abschied fiel beiden schwer, obwohl James in Gianna nie die große Liebe gesehen hatte. Noch lange nach Sonnenuntergang saßen sie meist schweigend beieinander.
„Wenn du kommste in Italien, James, du biste immer willkommene!“, sagte Gianna schließlich, während ihr die Tränen noch im Gesicht standen.
„Danke dir! Dasselbe umgekehrt natürlich. Aber ich weiß nicht, ob ich jemals wieder hierher kommen kann.“ Er umarmte sie. „Hoffentlich passiert dir nichts!“
„Bis’er in Civettigatto wir 'aben niktse gemerkt von neue Minister. Mankmale Anna und ik müsse aufpasse. Alle Profesori wisse, Papa ware Freunde von Magnani. Viele Male wir 'abe Strafarbeite bekomme wege niktse. Aber sonste Civettigatto iste sikere.“
„Ich wünsch dir, dass es so bleibt.“

Ehe er disapparierte, küsste er Gianna auf den Mund. „Glaub nicht, dass es mir leicht fallen würde! Ich wäre gern mit dir zusammen, wenn…“
„Lasse diese Thema!“ Sie weinte und klammerte sich umso fester an ihn. „Nur nok eine Moment!“
Der Moment dauerte lange Zeit. Noch nie hatten sie sich so intensiv geküsst wie diesmal, zum Abschied. Schließlich riss James sich aber los.
„Wir haben Bilder in unseren Zweiwegespiegeln. Wir können reden, sooft du willst“, bot James an.
„Rede, ja, aber nit se’e. James, warum gehste du einfake?“
„Ich hab dir nie versprochen, dass es lang dauert. Wir haben eine schöne Zeit zusammen gehabt, aber große Liebe geht anders, das weiß ich und das weißt vermutlich auch du.“
„Ik `abe immer ge’offte. Warum 'ast du vor’er nikte gesagte?“
„Was hätte ich sagen sollen? Dass ich Schluss machen will? Womit denn? Wir waren nie richtig zusammen und ich hab auch nie getan als ob.“
Gianna weinte noch stärker und klammerte sich an ihn. Er streichelte sie über Kopf und Rücken, küsste sie nochmals, schob dann aber ihre Arme sanft weg. „Es muss sein, Gianna. Aus uns beiden kann im Moment nichts werden und wenn du es vorher anders verstanden hast, tut es mir leid.“
Er hörte sie schimpfen, während er disapparierte. Auch er schimpfte mit sich selbst: Es war leichtsinnig, sich derzeit mit Mädchen einzulassen, und nicht nur, weil er in ihnen falsche Hoffnungen erwecken könnte: Womöglich würde er sich verplappern und ein Mädchen wie Gianna wäre für die Ordensleute ein leichtes Opfer. Auch war es möglich, dass ein Mädchen die Naive spielte, in Wirklichkeit aber eine geübte Legilementikerin war oder dass sich jemand aus dem Orden in James‘ Angebetete verwandelte. Nein, sein Vater hatte Recht: Solange der Ring nicht zerstört und der Orden nicht ausgeschaltet war, hatten Frauenbeziehungen keinen Platz in seinem Leben.

Dennoch konnte er die Nacht über schlecht schlafen und war noch müde, als seine Mutter ihn weckte. Sie mussten pünktlich beim Portschlüssel sein, der sie nach Rumänien bringen würde. Ein Junge in James‘ Alter brachte die Gartenschaufel, die in einen solchen verwandelt worden war, vors Haus und – James‘ Blick erstarrte ebenso wie der seiner Eltern – küsste Lily auf den Mund.
Die Mutter musste Lily dreimal ermahnen, sich von ihrem Verehrer loszureißen, ehe der Portschlüssel seine Kraft verlieren würde.
Kaum waren sie in Rumänien, diesmal nicht direkt vor Onkel Charlies Haus, sondern am Fuß des Hügels, auf dem sich dieses befand, gelandet, wollten Eltern und Brüder wissen, wer der Junge war.
„Das ist Philipp Achleitner, der Sohn vom obersten Auroren von Österreich“, antwortete sie. „Er ist ein Jahr älter als ich und geht nach Feenland in die Schule.“
„Und wie…?“
„Wie wir uns kennengelernt haben? Das Haus gehört ja seiner Tante und er war öfter zu Besuch. Irgendwann hat er mich angeredet und wir sind spazieren gegangen. Vorgestern sind wir zum ersten Mal wegappariert – ihr hattet ja immer zu tun oder habt euch mit James und Gianna beschäftigt.“
„Internationale Verbindungen zwischen Aurorennachwuchs“, kommentierte Albus.
„Ich hoffe nur, dass der Feind nichts bemerkt!“, meinte der Vater ernst.

Die Potters wurden von der rumänischen Verwandtschaft herzlich empfangen, doch hatten Tante Nica und Onkel Charlie ernste Gesichter. Nachher, bei Kaffee und Placentakuchen, erklärten sie warum: „Leonidas hat eine Nachricht bekommen, dass die Harpyien zum ersten Mal zugeschlagen haben – in Finnland“, berichtete Onkel Charlie.
„Zwei Tote“, ergänzte Tante Nica. „Ich muss diesen Abend zu Papa ins Büro. Mama wird dann kommen zu euch.“
„Hat er Genaueres gesagt?“, wollte James‘ Vater wissen.
„Er hat eine Nachricht gekriegt, die offenbar an alle Auroren weitergegeben und ist dann sofort zum Minister. Auch sein Bild ist seit über einer Stunde leer.“
„Ich glaube, Papa will, alle Bilder sollen alles hören.“
„Hat er so viele Bilder, um Leute zu informieren?“, platzte James heraus.
„Bei uns natürlich; und Mascha, Marina, hat auch ein Bild und auch Asja, Astreja. Die hat Kontakt mit Olga.“
„Das weiß ich.“
„Aber, was Papa euch sagen wollte: Olga und ihr Var – Cousin – wollen uns helfen.“
„Wie?“
„Arbon, Olgas Cousin, hat das Nura, Asjas Schwester, versprochen, der Dank für die Steine.“
„Und welchen Plan haben sie?“
„Halbelfen können überall apparieren, alle Menschen und Sachen bewegen und Feuer von Dämone machen. Wenn sie wissen, wo Mann mit Gurtel, können es wegnehmen und sie können schnell dort sein, wo Mann mit Gurtel.“
„Wenn er den Gürtel einsetzt“, gab James zu bedenken. „Und der Gürtel soll vor jeder Zauberkraft schützen, also auch der von Elfen.“
„Ich glaube nicht, dass Merlin kannte die Kraft. Wenige wissen das. Ich weiß von Asja und die weiß von Olga und Olga sagte ihr, sie durfte an und für sich keine anderen das nicht sagen. Vater kannte die Magie von den Elfen nicht, als ich ihm erzählte.“
„Aber zu Merlins Zeiten waren die Elfen noch keine Sklaven, soweit wir wissen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Merlin Informationen von ihnen hatte“, wandte James Mutter ein.
„Das haben wir uns auch überlegt, Schwesterherz. Aber, sag mir eins: Hast du je von Steinen, die Dämonenfeuer erzeugen oder von Amuletten, die Flüche abwehren oder Menschen und Gegenstände transportieren können, in Elfenbesitz gehört? Glaubst du ernsthaft, wenn es so etwas gäbe, hätte noch kein Schwarzmagier das eingesetzt? Ich meine, dass gegen Elfen Apparierschutz nichts nützt, wissen wir ja auch und das nützen einige Besitzer von Elfen aus. Das würde mit den anderen Sachen genauso passieren.“
„Da hast du Recht, Onkel Charlie, aber der Ring war stärker als Elfenmagie. Lucy hat gegen einen Halbelfen gewonnen“, erinnerte sich James.
„Ring ist stärkste Waffe von Merlins, James“, antwortete seine Tante für ihren Mann. „Wenn ich ein Amulett, einen Gürtel, einen Ring, egal, mache, der alle Flüche abprallen lässt, ich kann nur gegen Flüche sichern, die ich kenne. Merlin kennt mehr als ich, ja, aber ein Beispiel: Merlin kannte noch nicht Avada Kedavra. Dracula kannte, aber Dracula kannte noch nicht Zauber von Simseks, so dies Amulett“ – sie zeigte ihm ihre Kette – „kann Avada Kedavra abwehren, aber nicht Erstickungsflüche. Der Ring erfüllt Wünsche, so jeder Besitzer kann neue Kraft wünschen.“
„Hoffentlich hast du Recht, Nica. Aber wir können nicht sicher sein.“
„Aber das, Papa, ist die einzige Möglichkeit. Klar, es kann danebengehen, aber sonst hat ja noch niemand eine Idee. – Glaubst du, Tante Nica, die Halbelfen sind im Zweifelsfall schnell genug da, wen gekämpft wird?“
„Die Auroren sind mit allen anderen verbunden, in allem Europa. Und über Papa und mich auch Olga ist in diesem System. Wenn ein Auror, in Schweden, in England, in Spanien, egal, weiß, Feind hat angegriffen, wir wissen alle sofort. Und Halbelfen apparieren sehr weit; Olga ist schon zu Marina appariert, sind mehr als 2000 Kilometer. Im Moment Arbon ist in Mitteleuropa, dann geht Almasin, Sohn Olgas. Einer der drei ist an einem Ort, von wo er nach überall kann apparieren. Olga will nur Bild von Gürtel, damit sie so genau wie möglich weiß, wie richtiger aussieht.“
„Wenn, dann hat Hermine ein solches Bild“, antwortete James‘ Vater. „Sie wollten Ende der Woche auch kommen.“
„Dann kommt auch Olga, mit Nura. Sie bleiben bei meinen Eltern, aber das ist nicht weit zu apparieren. Dann wir können alle sprechen.“
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Dienstag, 24. September 2013, 19:11

RE: 2. Der Plan

Hallo mein Lieber.

Schön wieder von den jungen Wilden zu lesen.
Merlins Schätze haben es in sich, auch die Parallelen die Hermine zu den Hogwarts-Gründern zieht, lassen Spannung pur erwarten.
Dieser Band müsste dann ja so einiges auflösen. Hoffentlich geht es Harry irgendwann besser, obwohl mit den Schätzen müsste das ja realisierbar sein.
Ich komme gerade nicht so zum schreiben, dafür hab ich im Moment nicht die innere Ruhe!
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6

Montag, 11. November 2013, 01:33

3. Das Attentat (1)

Sie apparierten am Freitag zu Tante Nicoletas Eltern, wo sie ebenfalls herzlich
empfangen wurden. James sah den Schlitten, mit dem Astreja und Nura Jetnika
bereits nach Durmstrang gekommen waren, schon im Garten stehen.

Nura und Olga hatten auf der Terrasse gewartet, während Onkel Leonidas, Tante Cedomira,
Alexandru und dessen Freundin vor dem Haus die Potters und die rumänischen
Weasleys empfangen hatten. Olgas Kopf überragte gerade die Platte des
Gartentischs. Sie war einfach gekleidet und ihr einziger Schmuck bestand in
einem Ring mit einem großen roten Stein und einer Kette mit einem silbernen
Medaillon. Optisch war sie ein Gegensatz zur riesigen und, wie bereits im
Frühjahr, üppig mit Gold behängten Nura.
Letztere begann auf Russisch zu reden. „Sie sagt, dass Asja gerne wäre gekommen“, übersetzte
Tante Nica. „Seit zwei Wochen Asja hat eine Tochter, Veduta. Nura ist mit Olga
– hat mit Olga getroffen und hat Steine mitgebracht und Ringe gemacht; sie ist
selbst Goldschmiedin. Nura hat auch gesprochen mit Olgas Vater. Olga hat wieder
versöhnet mit ihrer Familie und alle wollen uns helfen.“
Auch Olga begann zu sprechen. „Es ist fast wie Wunder“, übersetzte Tante Nica.
James‘ Vater wollte wissen, ob Olga glaubte,tatsächlich einem Angreifer jeden magischen Gegenstand entreißen zu können.
„Sie hat noch nicht gefunden ein Zauber der kann widerstehen dem Amulette“, übersetzte
Tante Nica. „Sie ist sicher, sie kann.“
„Ich weiß nicht, ob Sie es wissen“, warf James ein. „Meine damalige Freundin, Lucy
Stewart, hat im Frühjahr einen Halbelf besiegt. Er hat es nicht geschafft, ihr
einen magischen Ring wegzunehmen.“

Seine Tante sprach einige Zeit mit der Halbelfe und antwortete schließlich: „Olga glaubt,
das war dann, weil er nicht hat gewusst von Ring. Wenn weiß, er kann.“ Sie
tippte an ihren Hals und sagte auf Russisch etwas zu Olga. Die antwortete
aufgeregt.


„Olga sagt,
wir können versuchen. Harry, Ginny, James, Albus, Lily, ihr alle wisst, dass
ich habe Amulett Draculas. Wir alle kämpfen mit Olga und sie muss nehmen mein
Amulett.“
„Schedez! – Setzen!“, befahl deren Mutter. „Erst wir haben Kaffee!“
Sie reichte den Gästen reichlich Kuchen und Früchte. James langte tüchtig zu; dennoch hatte
er das Gefühl, der Berg an Gebäck habe sich kaum verringert, als er als letzter
aufhörte zu essen.

„Wir gehen hinunter!“ Von der Terrasse, auf der sie Kaffee getrunken hatten, ging es eine Treppe hinab auf eine Wiese. Olga
stellte sich in die Mitte der Wiese und James, Albus, ihre Mutter, Tante Nica,
Onkel Charlie, Nura und Onkel Leonidas bildeten einen Halbkreis um sie. Olga
rief mit ihrer Piepsstimme etwas auf Russisch.
„Sie wird versuchen, mir Amulett abzunehmen. Ihr alle sollt sie hindern“, übersetzte
Tante Nica.
James hatte ein schlechtes Gewissen, zu siebt ein so kleines Wesen anzugreifen, trotz seinem
Erlebnis, was er im Frühjahr in Durmstrang erlebt hatte. Er zögerte einen
Moment, der genügte, dass eine Kraft, die einem Orkan glich, ihm den Zauberstab
entriss. Auch Nura und Albus wurden so schnell entwaffnet. James‘ Mutter konnte
ausweichen, Tante Nica und ihr Vater gaben sich gegenseitig Deckung und Onkel
Charlie hatte sich umgedreht, um seinen Besen herbeizubeschwören. Im nächsten Moment rannte Nura auf Olga zu
und Tante Nica versuchte einen Fluch. Dieser wurde jedoch in der Luft abgelenkt
und die riesige Halbyeti wurde zurückgeschleudert und schlug einen Salto
rückwärts.
Auch James‘ Mutter beschwor nun ihren Besen herbei, doch nicht schnell genug: Ehe sie ihn
in der Hand hatte, wurden ihr Besen und Zauberstab von einer unsichtbaren Hand
entrissen. Onkel Charlie war schnell genug in der Luft, um diesmal nicht
entwaffnet zu werden, doch sein Schwiegervater reagierte diesmal zu spät: Er
verlor seinen Zauberstab und stürzte zu Boden.
Olga reagierte mit einem neuen Angriff: James fühlte sich, als ob er von einem
gewaltigen Luftdruck in den Bauch gestoßen würde. Er wurde geschätzte zehn
Meter zurückgeschleudert und schlug gegen einen Baum. Seiner Mutter und seinem
Bruder erging es nicht besser. Onkel Charlie versuchte einen Angriff aus der
Luft auf Olga, doch auch sein Fluch wurde abgelenkt. Eine neue magische Welle
traf Onkel Leonidas, der allerdings im letzten Moment disapparieren konnte und
Nura, die sich mit einem Handstandüberschlag vor einer harten Landung retten
konnte. Olga zog erstmals den Zauberstab und ließ James, Albus und ihre Mutter
erstarren.
Tante Nica schienen die Wellen, die Olga immer wieder gegen sie einsetzte, wenig
auszumachen. Nura sprang mit ausgestrecktem Bein auf Olga zu, doch in der Luft
drehte sie plötzlich. Ihr Bein traf auf eine Steinfigur, die daraufhin in
tausend Stücke zerbarst. Durch die nächste Schockwelle Olgas wurde jedoch auch die Halbyeti umgeworfen und durch
Zauber versteinert. Onkel Charlie versuchte vergeblich, Olga zu entwaffnen. Die
steckte ihren Zauberstab wieder weg und konzentrierte ihre Aktivität auf seinen
Besen, den sie schließlich unter Kontrolle bekam. Er rettete sich zwar, nachdem er seinen Besen
verloren hatte, durch einen sehenswerten Überschlag durch die Luft, doch war er
nun chancenlos: Olga traf sofort mit ihrem Zauberstab, während Onkel Leonidas‘
und Tante Nicas Flüche wie an einer riesigen Kugel abgelenkt wurden.
„Dad!“
schrie Alexandra erschrocken von oben, von der Terrasse, während ihre
Großmutter sie und ihren Bruder in die Arme nahm.
Olga konzentrierte sich nun auf Onkel Leonidas. Zweimal konnte er noch
disapparieren, beim dritten Mal traf ihn der Elfenzauber: Er wurde entwaffnet
und flog mehrere Meter durch die Luft. James hoffte, dass er nicht ernsthaft
verletzt war. Seine Frau und seine Enkelkinder auf der Terrasse kreischten.
Nun standen sich Olga und Tante Nica alleine gegenüber. Zwar wurden deren Flüche abgelenkt,
doch schien Draculas Amulett die Schockwellen der Elfenmagie ebenfalls blocken
zu können. Tante Nica schien zwar immer wieder etwas wie einen starken Schubs
zu spüren, doch kam sie nicht einmal ins Stolpern. Ihren Zauberstab konnte Olga
ihr allerdings abnehmen, sodass die ausgebildete Aurorin nun wehrloses Opfer
war. Dennoch dauerte es noch zehn Minuten und mindestens zwanzig magische
Wellen, die die Halbelfe gezielt auf den Hals ihrer Gegnerin richtete, bis das
Amulett Draculas durch die Luft sauste. Ein roter Strahl folgte ihm.
Olga erlöste nun sämtliche Gegner und gab ihnen die Stäbe und Tante Nica ihr Amulett wieder.
Auch der Strahl folgte dem Amulett erneut.
Tante Nica fragte ihren Vater etwas auf Rumänisch, doch James erkannte an ihrem Gesicht,
dass sie besorgt war. Seine Antwort schien sie jedoch zu beruhigen. Er richtete
seinen Zauberstab auf die Trümmer der Statue: Reparo!.
Die Figur stand wieder da, als ob sie nie beschädigt worden wäre.
Alexa und Nick liefen die Treppe herunter, sichtlich froh, dass ihren Eltern und ihrem
Großvater nichts passiert war. Vor Olga, aber auch vor Nura, hatten die beiden
aber weiterhin Angst.

Alle Erwachsenen kehrten nun wieder auf die Terrasse zurück und setzten sich. Onkel Leonidas
sprach sofort Olga auf Russisch an.
„Papa sagt, er glaubt, Olga kann auch gegen Gurtel von des Merlin gewinnen“, übersetzte
Tante Nica, während sie Nick, der auf ihrem Schoß saß, streichelte. „Aber sagt
auch, sie soll nur angreifen, wenn sicher weiß, wer hat Gurtel.“
„Da hat er Recht“, bestätigte James‘ Vater. „Das Amulett kann durch die Elfenmagie nicht
ohne weiteres überwunden werden – und das ist eine reine Verteidigungswaffe. Es
kann sein, dass man mit dem Gürtel auch den Schutzzauber überwinden kann, der
Olga umgibt. Ich bin skeptisch, egal wie beeindruckend das für uns ausgesehen
hat.“
Olga antwortete nun, worauf Onkel Leonidas nochmals etwas sagte. Sie erwiderte
erneut etwas und zeigte ihm ihre rechte Hand, an der sie einen Ring mit einem
roten Stein trug.
„Sie sagt, das ist richtig“, übersetzte Tante Nica. „Sie wird erst angreifen, wenn sie
weiß, wer Gurtel hat. Aber wenn sie nur auf Verteidigen konzentriert, sie wird –
es wird ihr gelingen. Außerdem hat sie die stärkste Waffe nicht gebraucht, das
dämonisches Feuer aus ihrem Ring. Sie wollte niemand verletzen. Gegen Orden sie
will, wenn sein muss. Sie wird auch ihrem Sohn sagen. – Papa meint, sie sollen
lieber beide angreifen.“ Sie verfiel ins Russische. Ihr Vater fiel ihr ins Wort.
„Ich habe gesagt, gut, dass wir wissen von Gurtel aber Feind nicht alles von Halbelfen.
Papa glaubt nicht.“
„Feind auch versucht, Corciture – Halbelfen zu bekommen für sich. Feind weiß, was kennen
und auch, Halbelfen sind mit uns. Wir mussen sein vorsichtige!“, ergänzte ihr
Vater. James‘ Eltern nickten.
Zum Abendessen erschien auch Alexandru mit seiner Freundin Irina. Er hatte es
inzwischen geschafft, in sein Heimatland zurück zu wechseln und spielte nun für
Dragoni Olteni. Da nach der Weltmeisterschaft Ana-Maria Valescu als
Nationalhüterin zurückgetreten war, machte er sich sogar Hoffnungen auf eine
Karriere in seiner Nationalmannschaft. Irina hatte dagegen weniger Glück gehabt
und würde weiterhin in der zweiten Reihe bleiben.

Während Olga bereits am nächsten Tag zurück zu ihrer Sippe apparierte und danach vorhatte,
sich gemeinsam mit ihrem Sohn und einigen anderen Halbelfen so durch Europa zu
bewegen, dass sie im Fall, dass man herausfinden könnte, wer den Gürtel Merlins besaß, schnell eingreifen
könnten, wollte Nura noch einige Tage in Rumänien bleiben. In der Calea Ingusta
wollte sie Kleidung kaufen, hoffte aber, auch Wissen der magischen
Goldschmiedekunst erwerben zu können, das im fernen Jakutien noch unbekannt war.
Auch James und seine Geschwister reisten nach Bukarest, diesmal allerdings in
die Muggelstadt. Onkel Leonidas schärfte ihnen ein, unbedingt zusammenzubleiben
und auf alles Verdächtige zu achten. Auch ihre Eltern sowie Onkel Charlie und
Tante Nica befürchteten, dass der Orden
wusste, dass sie sich in Rumänien aufhielten und versuchen könnte, vor allem James
zu entführen.
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Montag, 11. November 2013, 01:34

3. Das Attentat (2)

Während der Ferien gerieten sie jedoch nicht in Gefahr und geschah in Rumänien auch nichts,
was auf Aktivitäten des Ordens hindeutete. Dagegen gab es zunächst in Finnland
und danach entlang der Ostsee immer wieder Angriffe von Harpyien, teilweise
auch mit Toten. Litauen war schließlich das erste Land, in dem der oberste
Auror seinen Posten verlor. Weder James‘ Vater noch Onkel Leonidas kannten den
Kollegen näher oder konnten den Nachfolger einschätzen, doch alle befürchteten
Schlimmes.

Tante Hermine, die inzwischen mit ihrer Familie ebenfalls nach Rumänien gereist war,
vermutete, dass der Orden ausprobieren wollte, in welchem Land die Strukturen
des Ministeriums am schwächsten waren: „In Schweden hat sich Astrid Holgersson
sofort uneingeschränkt hinter ihre Leute gestellt. Deshalb hat der Orden
zunächst in anderen Ländern zugeschlagen. Ich denke, sie teilen die Länder
danach ein, wie leicht die Ministerien auszuhebeln sind und die Harpyien dienen
dazu, in den Ländern, die sie nicht einschätzen können, vorzufühlen, wie es
aussieht. Der Orden scheint ja keine bestimmte Gruppe von Menschen besonders zu
hassen, aber völlig skrupellos zu agieren.“


„Dann
Rumänien kommt bald“, befürchtete Onkel Leonidas. „Ministerium ist schwach,
korrupt und immer wieder gibt Probleme mit Nationalitäten.“

Er und James‘ Vater schickten Eulen nach in verschiedene Länder, darunter auch ins
wahlkämpfende Portugal. Von ihrem Kollegen erhielten sie die Antwort, dass es
keinen direkten Verdacht gegen einen bestimmten Kandidaten gebe, mit dem Orden
zusammenzuarbeiten. Trotz der Entfernung werde aber über die Harpyienangriffe
diskutiert und versuchten einige Kandidaten, sich als Hardliner zu profilieren,
eine Situation, die die Ministeriumsbeamten am Tejo die in Italien vor
anderthalb Jahren erinnerte.
Gewählt wurde ein Mann namens Octavio Monteiro, muggelstämmig, bisher in der
internationalen magischen Zusammenarbeit in Frankreich und Deutschland beschäftigt
gewesen, dort als kollegial, aber unauffällig bekannt und ansonsten
international eher ein unbeschriebenes Blatt.
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Montag, 11. November 2013, 01:35

3. Das Attentat (3)

Am Tag vor der Rückkehr der Potters ereignete sich in der Winkelgasse, wo der Andrang zum
Schuljahresbeginn in Hogwarts bereits begonnen hatte, ein spektakuläres Attentat.
Der Tagesprophet berichtete:

Gestern Nachmittag gegen 16 Uhr betrat eine unauffällig gekleidete junge
Frau die Buchhandlung Flourish&Blotts. Ohne Vorwarnung löste sie ein
Dämonenfeuer aus. Sämtliche Notausgänge hatte sie offenbar bereits vorher
magisch verschlossen. Im Geschäft brach Panik aus. Die Täterin tötete mehrere
Jugendliche und Erwachsene, die versuchten, zu fliehen, mit dem Avada Kedavra
und lief anschließend zum Bekleidungsgeschäft Madam Malkins, wo sie ebenfalls
Dämonenfeuer legte und Flüchtende tötete. Auch dort waren Notausgänge versperrt
und magische Wände gelegt. Unmittelbar danach verübte sie im Geschäft ‚Weasleys
zauberhafte Zauberscherze‘ ihr drittes Attentat. Dort wurde sie von Auroren und
dem Geschäftsinhaber überwältigt.
Zwar gelang es in allen drei Geschäften, die Feuer zu löschen, doch rechnet das
Ministerium mit mindestens 50 Toten, etwa der Hälfte Kinder und Jugendliche.
Über die Identität der Täterin machte das Ministerium bisher keine Angaben.
Der Fall gilt als der schlimmste Massenmord in Großbritannien seit dem Tod dessen,
dessen Name nicht genannt werden soll.


In einem Kommentar wurde dem Ministerium Untätigkeit gegenüber dem Orden vorgeworfen.
Außerdem war ein Foto von James‘ Onkel George, in dem dieser bleich vor Schreck
war, und eine kurze Stellungnahme abgedruckt.
„Bei Merlin!“, rief James‘ Vater. „Es ist viel schlimmer als ich gedacht habe!“ Die Mutter
weinte.

Zurück in England kontaktierte Harry Potter sofort die Redaktion des Tagespropheten. „Wenn
ich schon nicht aktiv mithelfen kann, muss ich die Auroren unterstützen. Sie haben
sich nichts vorzuwerfen. Ich selbst habe Athina Thinkwell geschätzt und
weiterempfohlen.“ James apparierte mit der Mutter zu Onkel George, der sich
wieder erholt hatte, aber immer noch mitgenommen aussah.
„Vier Kinder hat diese Verrückte allein in meinem Laden ermordet! Und Jennifer Funblade ist verbrannt, eine meiner
besten Leute, außerdem Mutter von drei Kindern“, berichtete er.
„Was ist das nur für ein furchtbares Ungeheuer?“, fügte Tante Cho hinzu. „Mensch kann man
sie nicht mehr nennen. Ich habe überhaupt nur von zwei Menschen gehört, denen
ich so etwas zugetraut hätte, nämlich dem… Ihr-wisst-schon-wen und dieser
Lestrange.“
James‘ Cousin Fred, ansonsten ein aufgeweckter Junge, der nach seinem Vater und dem
Onkel, nach dem er benannt war, zu kommen schien, war verstört und weinte, als
seine Eltern davon sprachen.“
„Wisst ihr, wer diese Mörderin war?“, wollte James wissen.
„Die Auroren haben wohl was mitgekriegt, aber es ist noch geheim“, antworte Onkel George. „Vielleicht
erfährt dein Vater mehr.“

Der Vater erzählte zu Hause, dass er die Kollegen kontaktiert hatte. „Sie haben sie erst
entwaffnet. Dann ist sie selbst ins Feuer gerannt. Die Kollegen konnten das
Feuer zwar stoppen, aber für sie kam jede Hilfe zu spät, ebenso wie für viele
ihrer Opfer. Die Kollegen sind sich sicher, dass sie das Aussehen einer anderen
Person angenommen hat. Von der Leiche sind nur noch Reste übrig. Sie wissen
inzwischen, wem der Zauberstab gehört hat, aber das muss nicht heißen, dass die
Besitzerin auch die Mörderin war.“
„Und wem?“, fragte James.
„Das ist streng geheim“, antwortete der Vater. Er ließ sich auch durch keine Bitten
erweichen, mehr zu sagen.
Gegen Abend erhielt er allerdings Nachricht vom Minister und auch die Erlaubnis, die
Familie zu identifizieren: „Es war Diane Byrnes“, berichtete er tonlos. „Eltern
und Schwester haben sie identifiziert.“
„Nein!“, rief James.
„Doch, leider. Die Verwandten sind sich sicher, sagt Kingsley. Der Orden ist offenbar
in der Lage, das Bewusstsein seiner Mitglieder derart zu verändern. Die
Kollegen gehen davon aus, dass sie sich selbst ermordet hat, weil sie, nachdem
sie ihr den Zauberstab abgenommen haben, gemerkt hat, was sie angerichtet hat.
– James, du weißt, dass es vor allem für dich um Leben oder Tod geht!“
„Ich weiß, Papa.“
„Und dir ist auch klar, dass du auch vorsichtig sein musst.“
„Ja, Papa!“

Am nächsten Tag brachte der Tagesprophet eine Stellungnahme des Ministers. Kingsley
Shacklebolt verteidigte seine Auroren und sonstigen Mitarbeiter und versprach,
die Hintermänner des Attentats streng zu bestrafen. Über die Identität der
Mörderin wurde offiziell noch nichts vermeldet.
Eine weitere Nachricht war für James interessant:
Der Verwaltungsrat des Hogwarts-Instituts für Hexerei und Zauberei hat den
bisherigen Zaubertränkemeister und Hauslehrer des Hauses Slytherin, Elias
Zabini zum Nachfolger der zum Ende des letzten Schuljahrs pensionierten
Direktorin Minerva McGonagall gewählt. Minister Kingsley Shacklebolt gab
gestern, am 24.8.2022, seine Zustimmung zur Wahl bekannt. Der neue Direktor von
Hogwarts bestätigte ebenfalls gestern Septina Vector als stellvertretende
Schulleiterin und ernannte die Lehrerin für Verwandlungen, Edinga Black, zur neuen
Leiterin des Hauses Slytherin.

„Das auch noch! Ausgerechnet Zabini!“, kommentierte Lily. Auch James war nicht gerade
begeistert über den neuen Direktor. Der Vater hielt es dagegen für eine gute
Entscheidung: „Soweit ich weiß, ist Zabini ein hervorragender Zauberer. Damals,
als er zeigen musste, wo er stand, hat er außerdem euch geholfen, vergiss das nicht James!“

Schon am 26.8. kamen Briefe aus Hogwarts und James‘ Brief war ungewohnt schwer. Neben
der Bücherliste enthielt er eine Nadel und ein Anschreiben:
Sehr geehrter Mr. Potter,
hiermit ernennen wir Sie zum Schulsprecher für das kommende Schuljahr. Da wir nach dem
Attentat in der Winkelgasse auch Hogwarts für gefährdet halten, ist uns die
Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern umso wichtiger. Deshalb bitten wir
Sie, sofort mit Ihrer Kollegin Miss Luna Caerphill, Greifenhöhle, St. Buddicca,
Snowdon, Wales, Kontakt aufzunehmen. Wir gratulieren Ihnen und freuen uns auf
die Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Elias Zabini, Direktor
Septina Vector, stellvertretende Direktorin.


Die Eltern gratulierten und selbst Albus lästerte kaum. James schrieb einen Eulenbrief an
Luna, in dem er berichtete, er habe gehört, wer hinter dem Attentat stecke. Er
schlug ihr vor, sich vor Schuljahrsbeginn in der Winkelgasse bei Florean
Fortescue zu treffen.
Gegen Abend erhielt er die Antwort, dass Luna einverstanden war.
Kurz danach bat der Vater James in sein Arbeitszimmer: „Ich habe es mir lange überlegt.
Mama war dagegen und auch ich halte es für gefährlich, aber es muss sein. Bist
du zu allem bereit, was nötig ist, um den Orden zu bekämpfen?“
„Ja, Papa!“
„Auch dazu, eher zu sterben als dich zu ergeben oder vom Orden beeinflussen zu lassen?“
„Auch das, Papa!“
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Sonntag, 8. Dezember 2013, 01:08

Neuer Schrecken (1)

„James, du weißt, was ein unbrechbarer Eid ist?!“, fragte der Vater streng.
„Ich werde mit oder ohne Eid alles tun, um den Orden zu bekämpfen und den Ring zu
zerstören“, versprach James.
„Du bist im Ernstfall nicht mehr Herr deiner selbst. Deshalb muss ich dich leider dazu
bitten.“
James zuckte zusammen. „Wenn du meinst, dass es sein muss.“
„Ich habe mit Tante Hermine gesprochen. Es gibt eine Möglichkeit, den Unbrechbaren Eid so
abzuschwächen, dass du nicht sterben würdest, wenn du ihn ohne eigene Schuld
brechen solltest, doch du könntest dich dann für einige Zeit weder bewegen noch
sprechen. Willst du das also tun?“
„Ich weiß, dass ich mein Leben riskieren muss – und ich werde es tun.“
„Bravo! Das habe ich erwartet. Onkel Ron wird den Verbinder machen, weil Mama es wohl nicht
schafft.“

So geschah es am Abend: Onkel Ron beschwor ein Band um James‘ und seines Vaters Hände,
während Tante Hermine und Rose James‘ Mutter zu beruhigen versuchten.
„Wirst du, James, alles tun, um den Ring zu zerstören?“, fragte der Vater.
"Ja, das werde ich tun.“
„Wirst du ihn niemals benützen und ihn auch niemals jemand anderem in die Hände geben, es
sei denn, um ihn zu zerstören.“
„Bei Merlin, ja!“
„Bist du bereit, zu…“, der Vater stockte. „Bist du bereit, eher zu ste…“
„Ja, Papa, ich bin bereit, eher zu sterben als den Ring oder sonst einen magischen
Gegenstand, sofern ich es irgendwie verhindern kann, in die Hand des Ordens
geraten zu lassen.
Ich bin bereit, eher zu sterben als den Orden irgendwie zu unterstützen. Merlin helfe mir!“
Seine Mutter weinte, sein Vater und sein Pate wurden blass.
„Was auch immer ich tun muss, damit der Orden besiegt und der Schatz Merlins zerstört
wird, bin ich bereit zu tun, so gut ich kann“, fuhr James fort, „auch wenn es
mich das…“
– „James! Ist dir klar, was du da sagst?!“, schrie seine Mutter.
„Klar wie Veritasserum, Mama. Ich wiederhole: Ich will das alles tun, auch wenn es mich
das Leben kostet.“

James erschrak über seine eigene Sicherheit. In seinen Gedanken sah er sich als
Erwachsener, als Auror oder auch als Quidditchprofi, sah undeutliche
Silhouetten einer Frau und mehrerer Kinder. Doch deutlicher sah er Lucy, Diane
und Mrs. Finnigan vor sich. „Ich bin es euch schuldig“, flüsterte er und wurde
wieder lauter. „Was immer ich tun kann und muss, damit wir Erfolg haben, werde
ich tun. Ich will nicht leben, wenn Mörder regieren!“

Onkel Ron brach wortlos den Bindezauber und auch James‘ Vater blieb still sitzen. Rose
brach als erste die Stille, lief auf ihren Cousin zu und umarmte ihn. „Mit oder
ohne unbrechbaren Eid: Auf mich kannst du zählen, James!“, versprach sie.
„Nichts anderes habe ich von dir erwartet, Lieblingscousine!“ Er drückte sie fest an
sich.

Auch noch beim Essen wurde wenig gesprochen. Lily und Albus beglückwünschten den großen
Bruder, während die Mutter traurig wirkte. Kreacher machte sich Sorgen um sie,
worauf der Vater ihn brüsk in die Küche schickte und ihm verbot, über den
Zustand seiner Meisterin zu sprechen.

Kurz nach dem Essen landete ein Brief mit dem Siegel von Hogwarts im Kamin. Er war an
James adressiert, der ihn sofort öffnete.
Sehr geehrte Miss Caerphill,
sehr geehrter Mr. Potter,
angesichts des fürchterlichen Ereignisses, von dem Sie sicherlich erfahren haben, lastet
auf Ihnen beiden eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie und die Vertrauensschüler müssen die anderen Schüler einerseits vor den Gefahren warnen, andererseits vor Panik bewahren. Das Ministerium hat uns Auroren zur
Verfügung gestellt, doch wie Sie sicher ebenfalls wissen, ist das kein hundertprozentiger Schutz. Weisen Sie die Schüler darauf hin, dass sie keinesfalls allein das Gelände verlassen dürfen – auch die Älteren nicht – und
dass sie jeden Fremden und alles Auffällige sofort zu melden haben. Überlegen Sie sich Fragen, mit denen Sie im Zweifelsfall die Identität anderer Schüler erkennen können. Halten Sie umgekehrt Verdächtigungen nach Möglichkeit vor Mitschülern geheim!
Zu Beginn des Schuljahres werden wir einen Kurs über das Erkennen von Tarnungen anbieten,
an dem Sie beide, die Vertrauensschüler und vier bis sechs weitere Schüler pro
Haus, möglichst über die verschiedenen Jahrgangsstufen verteilt, teilnehmen
sollen. Über weitere Entwicklungen werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Sollten Sie vor
Schuljahresbeginn wichtige Dinge erfahren, so lassen Sie es mich wissen. Ich
bin in Hogwarts am üblichen Ort zu erreichen.

Eine Liste der Informationen, die Sie an die Vertrauensschüler weitergeben müssen, liegt
bei.
Mit freundlichen Grüßen
Elias Zabini, Direktor


Diese Informationen waren vor allem Regeln über die Rechte und Pflichten der
Vertrauensschüler, die wohl schon zu Dumbledores Zeiten in dieser Form verteilt
worden waren.

James nahm die Listen mit, als er am nächsten Tag mit seinen Geschwistern in die
Winkelgasse reiste, um Schulsachen für das neue Schuljahr zu kaufen und sich
anschließend mit Luna zu besprechen.

In der Winkelgasse hielten mehrere Auroren Wache. Auch James‘ Zauberstab und die
seiner Geschwister wurden kontrolliert. Vor mehreren Geschäften, darunter dem
seines Onkels George, hing Trauerflor.

Lily traf Talia in „Madam Malkins“ und obwohl die Mädchen sich in den Ferien jeden Tag
Eulen geschrieben hatten, begannen sie sofort eine längere Unterhaltung. James
drückte seiner Schwester deren Anteil am Geld für das neue Schuljahr in die
Hand und ließ sie stehen.

Er selbst beeilte sich bei den Besorgungen, doch als er Florean Fortescues Eisdiele
betrat, saß Luna bereits an einem Tisch.
„Hi James. Ich hab mit Florean gesprochen, wir können in einen Hinterraum, wenn wir
wollen“, berichtete sie.
James sah sich um: „Noch sind kaum Erstklässler hier, also wenn wir das Zeug schnell
hinter uns kriegen, ist das vielleicht gar nicht nötig.“ Er nahm seine Unterlagen aus der Tasche und legte sie auf den Tisch.
„Das erste: Glaubst du, Zabini meint es ehrlich?“, fragte er.
„Ich seh eigentlich keinen Grund, warum nicht.“
„Ich eigentlich auch. Ich mag ihn nicht, er ist halt ein typischer Slytherin, aber er war bisher immer auf der richtigen Seite.
– Zweitens: Erzähl mir was über dich!“
„Wie meinst du das?“ Blitzschnell zog sie ihren Zauberstab und richtete ihn auf James.
„Was hast du gemacht?“
„Verafigura. Rückverwandlungsfluch. Kennst du nicht?“
James schüttelte den Kopf. „Musst du mir nachher zeigen. Hat den gleichen Sinn wie meine Frage: Wir sollten im Zweifelsfall ein paar Dinge voneinander wissen, die nicht jeder wissen kann, falls wir Bedenken haben, ob wirklich die richtige Luna oder der richtige James vor dem anderen steht. – Also: Ich hab mich im
Urlaub in eine Italienerin namens Gianna Genghini verliebt, ein entfernter Verwandter von mir, der Schwager meines Onkels, spielt als Hüter bei Dragoni Olteni und heißt Alexandru Arcan und ich war letztes Jahr mit Lucy und einer
Halbyeti namens Nura Efialtovna bei einem russischen Ministeriumsbeamten namens Aslan Ismailov.“
„Gut, danke!“ Sie überlegte kurz. „Also: Ich bin seit Ostern mit einem Muggel zusammen, der Oliver Mitchell heißt. Er und seine Familie denken, ich gehe auf das St.Clair Institute bei Hull und ein Cousin meines Vaters, Alan Diggory,
arbeitet in der internationalen magischen Zusammenarbeit in Tschechien und der Slowakei.“
„Gute Informationen. Ich hoffe, das wissen nicht allzu viele.“
„Das weiß außer meinen Eltern und meinem Bruder niemand. Sally, meine beste Freundin, weiß, dass etwas war mit Ollie aber nicht einmal ihr hab ich erzählt, dass es ernst ist und wir immer noch zusammen sind. – Ja, ich hab mir übrigens überlegt, es soll sich jeder für zwei, drei andere mehrere Identifizierungsfragen überlegen. Die Vertrauensschüler sollen Listen anlegen, wer über wen Bescheid weiß.“
„Gute Idee. Wir müssen bloß darauf achten, dass die Listen vollständig sind und niemand sie sieht, der nicht soll, aber das ist machbar. – Wie ist das mit dem Verafigura.“
„Zeig ich dir nachher. Ich bin mir sicher, du kriegst den hin und ab der Fünften ungefähr jeder, der ein bisschen Hirn im Kopf hat, auch. Gehen wir zuerst nochmal die Liste durch: Geht das alles klar?“
„Mir ist nichts aufgefallen, was ich nicht kapiere.“
„Okay, mir auch nicht, also zahlen wir und gehen wir rein!“

Sie zeigte ihm den Zauber und James beherrschte die Haltung tatsächlich bereits nach dem
zweiten Versuch sicher und nach dem vierten stumm.
„Ich kann’s hier leider nicht testen, aber demnächst werde ich dir mal verkleidet über den
Weg laufen und schauen, ob du mich erkennst. Kannst du gern auch machen – besser, wir reagieren jetzt falsch als im Ernstfall.“
James nahm sich vor, mit Sean wegen Körpertauschens zu reden. Allerdings war er sich nicht
sicher, ob Lunas Zauber auch in diesem Fall wirken würde, da der Körper ja tatsächlich der war, den jemand anderer vor sich sah.

Die Liste der Vertrauensschüler kam erst am 31. August gegen Abend. Es waren Seans Schwester Eithne und Leon Arningham für Hufflepuff, Linda Dayton und Frederick Avery für Slytherin, Shelby Turner und Tom Dawkins für Ravenclaw sowie Katie Wood und Frank Longbottom für Gryffindor.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
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10

Sonntag, 8. Dezember 2013, 01:10

Neuer Schrecken (2)

Ansonsten hatte Professor Zabini keine Anweisungen vor Schuljahresbeginn, sodass Luna und
James, nachdem sie mit Mühe die aufgeregten Mitschüler in den Zug gescheucht
hatten, ihre Instruktion wie abgesprochen begannen.

Vor allem die beiden Ravenclaw-Vertreter waren aufgeregt. Luna ging auf sie ein: „Wir
alle haben Diane gekannt und, ich schwör euch, ich kann selber nicht glauben,
dass sie zu so was fähig gewesen sein soll. Aber, so sehr ich euch verstehe:
Wir können weder sie noch ihre Opfer wieder lebendig machen. Wir können nur
verhindern, dass noch mehr von uns vom Orden gefangen und umgebracht werden.“


James
erklärte schließlich das Konzept mit den Fragen, die sich jeder überlegen
sollte und forderte alle Vertrauensschüler auf, sich Schülerlisten ihrer Häuser
geben zu lassen.

Luna gab die übrigen Informationen weiter und ermahnte, Häuserstreit und sonstige
Rivalitäten beiseite zu lassen: „Was uns zurzeit bevorsteht, ist gefährlich für
uns alle, egal ob Gryffindor, Hufflepuff, Slytherin oder Ravenclaw. Daher
müssen wir auch alle dagegen kämpfen.

Nach zwei Stunden entließen Luna und James die Vertrauensschüler und genossen ihr
Privileg, als erste bei der Hexe mit den Süßwaren einkaufen zu dürfen. Luna
schrieb einen Brief an ihren Muggelfreund, verzauberte das Pergament in
Muggelpapier mit einer Briefmarke und schickte ihre Eule zum Postamt Hull. James
ging zurück ins Abteil zu seinen Freunden. Mit Sean wurde er sich einig, am
nächsten Morgen zu tauschen; Sean sollte
in James‘ Körper Luna testen. Auch Rose fand die Idee gut.

Der Zug erreichte ohne größere Komplikationen Hogwarts. Direktor Zabini wartete am
Eingangstor auf die Kutschen mit den Schülern und befahl Luna und James, nach
dem Abendessen ins Direktorat zu kommen.

Anschließend setzten sich Schulsprecherin und Schulsprecher an die Tische ihres jeweiligen
Hauses und warteten mit den anderen auf die Erstklässler, Hagrid und die
Zeremonie mit dem Hut. Ein neuer Lehrer, ein großer Mann mit rotem Haar und Vollbart,
saß neben Neville Longbottom.

Endlich betrat Hagrid die Halle, gefolgt von einer Schar Kinder, die ihm nur bis zur
Mitte des Oberschenkels reichten. Er meldete, alles sei gutgegangen und setzte
sich an seinen Platz. Professor Vector trug inzwischen den Sprechenden Hut auf
seinen Stuhl und erklärte, was es damit auf sich hatte.

Der Hut begann sein Lied wie jedes Jahr:

Ich sag schon mehr als tausend Jahr
den neuen Jungs und Mädchen klar,
in welches Haus sie sollen gehen
die Zeit in Hogwarts durchzustehen.
Steht Gryffindor für Mut und Kraft,
in Hufflepuff man ehrlich schafft,
in Ravenclaw die Weisheit ist
so wie in Slytherin die List
das höchste Gut, doch alle müssen
mit ihrem Können, ihrem Wissen
in Einigkeit zusammenhalten
nur so kann Glück und Friede walten.
Mit seiner Tugend jedes Haus
soll helfen bei den anderen aus
damit ihr alle glücklich seid,
trotz der Gefahren unserer Zeit.
Vor Streit und Hass seid auf der Hut,
dies sagt euch euer alter Hut!“


Unter den Erstklässlern waren Katie Woods jüngerer Bruder Charlie, der ebenfalls nach
Gryffindor kam. Nach Slytherin wurde eine gewisse Stella Malfoy, wenn sich
James nicht verhört hatte, zugelost; Scorpius machte jedoch nicht den Eindruck,
das Mädchen besonders gut zu kennen. Die übrigen Namen sagten James nichts.

Zabini stand auf und klopfte auf den Tisch: „Bevor Sie sich nun die Bäuche vollschlagen,
muss ich Sie über einige ernste Dinge informieren: Die Zauberer der ersten
Generation mögen es nicht alle wissen, doch kurz vor Schuljahresbeginn
ereignete sich mitten in London ein Massenmord. Wir trauern um die Opfer. – Wir
sind hier, Merlin sei Dank, sicherer als irgendwo sonst in Großbritannien.
Zudem sichern Auroren alle Zugänge. Ich verlange allerdings von Ihnen allen,
diesen Damen und Herren keine Steine in den Weg zu legen. Wer sich mit
Zaubersprüchen an der Geländegrenze zu schaffen macht oder wer unerlaubt die
Ländereien verlässt oder Fremde hineinlässt, wird Hogwarts ohne weitere Warnung
ganz verlassen. Der Versuch ist strafbar. Im Übrigen werden Ihre Hauslehrer und
Vertrauensschüler Sie über die nötigen Vorsichtsmaßnahmen informieren.“

Er nannte noch einige weitere Verbote, doch dann gab es endlich Abendessen. James tat
sich an vielen Speisen gütlich, unterhielt sich mit den anderen und versuchte,
einen halbwegs normalen Abend zu genießen.


Während man in Hogwarts zu Abend aß, war in Eriwan schon beinahe Mitternacht. Ein Haus lag
jedoch noch hell erleuchtet. An einem Esstisch saßen zwei Männer und eine
Frau. Die beiden Männer waren in den besten Jahren und trugen lange Bärte wie fast alle Zauberer in Osteuropa und
Vorderasien. Die Frau war deutlich jünger und überragte die Männer bei weitem.
Einer der Männer schenkte drei Gläser Wein ein.

„Das ist Nura Efialtovna, eine sehr gute Freundin meiner Tochter Anusch, und das ist
Arscham Ardavastowitsch, unser oberster Auror“, stellte er die Frau und den
anderen Mann einander vor. „Nun, Nura, erzähle noch einmal, was dir passiert
ist.“

„Wie ich schon gesagt habe, Sersch Arpadowitsch, war ich einige Tage in Rumänien bei
einer Freundin meiner ältesten Schwester und deren Mann. Auf der Rückkehr
erhielt ich einen Eulenbrief von Anusch; sie schrieb, sie hatte erfahren, dass
ich halbwegs in der Nähe bin und lud mich für heute Abend ein. Ich freute mich,
denn wir hatten uns über ein Jahr nicht mehr gesehen.

Als ich hier in Eriwan ankam, empfing sie mich auch sofort; zunächst merkte ich nichts, doch
dann wollte sie plötzlich alles Mögliche von mir wissen, unter anderem über
Halbelfen – ich bin mir nicht sicher, ob ich ihr erzählt habe, dass meine
Schwester mit einer von ihnen Kontakt aufgenommen hat.“

„Selbst wenn nicht, weiß sie es vielleicht von Mery. Die war ja dabei, als ihr beim Büro für
magische Kreaturen in Südrussland war und sie hat daheim davon erzählt. Klar
haben auch ihre Mutter und ihre Schwester davon erfahren, wie ich auch.“

„Kann sein, Sersch Arpadowitsch. Jedenfalls habe ich irgendwann gespürt, dass sie
Legilementik angewendet hat, weil ich ihr einiges über die Halbelfen und über
stablose Magie nicht erzählt habe, wovon sie glaubte, dass ich es weiß. Als ich
ihr sagte, sie soll das bleiben lassen, hat sie mir den Zauberstab weggenommen.

Ich bekam ihn jedoch wieder: Auch ich kann ein bisschen stablose Magie und holte ihn mir
zurück. Da ist sie geflohen, disappariert.“

„Hörst du das?“, fragte Sersch Arpadowitsch in einen Zauberspiegel hinein. Aus dem
Spiegel kam eine Antwort in einer anderen Sprache.
„Sprich Russisch! Nura soll dich auch verstehen.“
„Entschuldigung, Papa. Ich war die ganze Zeit bei Mery und Mischa. Gestern waren wir gemeinsam
in Moskau und sind erst am Morgen zurückgekommen; da haben wir lang geschlafen.“
„Das habe ich befürchtet“, brummte ihr Vater.
„Stablose Magie?“, fragte erstmals der Auror. „Man sagt einigen Magiern in Zentralasien
nach, dass sie die beherrschen.“
„In Jakutien, wo ich herkomme, gibt es das auch“, informierte die Frau.
„Haben die…gibt es dort Zaubersprüche, die im Westen Russlands unbekannt sind? Könnten
dortige Zauberer Magie bewirken, gegen die europäische Magie machtlos ist.“
„Nicht, dass ich wüsste, Arscham Ardamastowitsch – also, ja, es gibt andere Formeln, aber
keine völlig fremden Zauber.“
„Dann hat die Person, die Anusch Serschevna gespielt hat, wohl etwas verwechselt; in
Zentralasien gibt es angeblich Zauberer mit Fähigkeiten, die es sonst nirgends
auf der Welt gibt; sie haben indische, europäische, chinesische und arabische
Magie kombiniert.“
„Dann sollten Sie vor allem verhindern, dass diese Leute mit den wirklichen Magiern
in Zentralasien Kontakt aufnehmen. – Und du, Nura, bist heute Nacht natürlich
unser Gast. Morgen hast du wieder die Nerven , um heimzureisen.“


James hatte kaum fertiggegessen, als eine Eule einen Brief auf seinen Platz fallen ließ.

Lieber James,

ich bin verzweifelt: Seit heute Mittag ist meine Schwester Anna verschwunden; niemand weiß, wo sie ist. Die Direktorin hat schon die Auroren informiert.
Ich habe schreckliche Angst wegen sie.

Dich küsst
Deine Gianna
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »HufflepuffsUrenkel« (15. Dezember 2013, 23:48)


ron_weasley

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11

Samstag, 14. Dezember 2013, 10:37

Immer wieder schön, deine Sachen zu lesen, Uriii :)
Bin gespannt, wies weiter geht. --knuddel-- --knuddel--
"Willkommen!", rief er. "Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Bevor wir mit unserem Bankett beginnen, möchte ich ein paar Worte sagen. Und hier sind sie: Schwachkopf! Schwabbelspeck! Krimskrams! Quiek!
Danke sehr!"

HufflepuffsUrenkel

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12

Montag, 6. Januar 2014, 00:05

Rätselhafte Attacken (1)

So, endlich bin ich dazu gekomme, weiterzuschreiben.

Roninchen, danke für den Kommentar --knuddel--
**********************************************************************************************

Nach dem Essen stellte Professor Zabini noch die neue Tränkemeisterin, eine gewisse Mrs.
Pocklemore, vor und erklärte einige für die Erstklässler wichtige Dinge,
während die Älteren sich bereits leise unterhielten.
James war noch am Überlegen, wer Anna Genghini entführt haben könnte, als die Tafel
aufgelöst wurde und Katie und Frank die Erstklässler aufforderten, ihnen zu
folgen.
Wollte irgendjemand Annas und Giannas Eltern erpressen? Aber warum? Amilcare Genghini
war als Auror entlassen worden und wusste auch nicht viel, was dem Orden
gefährlich werden könnte; zumindest hatte er nichts davon erzählt. Andererseits
konnte James sich keinen anderen Grund vorstellen, eine Fünfzehnjährige, die
bisher nicht besonders aufgefallen war, zu entführen. Falls es um eine
Erpressung gehen sollte, müsste sich der Entführer jedenfalls bald melden und
Genghini würde das sicher James‘ Vater mitteilen.
James wandte sich Fiona zu, als die gerade gehen wollte: „Sag mal, Fio, kennst du ein paar
Leute aus dem Jahrgang von deiner Schwester oder kriegst mit, was sie über
andere erzählt?“
„Schon einiges, warum?“
„Zabini will bald einen Enttarnkurs geben und möchte, dass wir ihm aus jedem Haus einige
Leute dafür vorschlagen, auch von den Kleinen, weil sich auch bei denen jemand
einschleichen kann. Es müssen natürlich gerade bei denen die besten sein.“
Fiona legte idie Stirn in Falten: „Dearna hat von einer Sarah erzählt, die recht gut sein
soll und von einem Rodrick Weasley. Ich frag sie aber nochmal, wenn das für
dich okay ist. – Was mich bloß wundert, ist, dass die Lehrer das nicht selber
entscheiden. Die kriegen doch am ehesten mit, wer im Unterricht was kann.“
„Vielleicht hat Longbottom auch eine Vorschlagliste. Schadet jedenfalls nicht, wenn wir
auch ein paar Ideen haben. Also, du fragst sie und sagst mir morgen Bescheid.
Ich red noch ein paar andere an.“
Er ermahnte später auch noch die Vertrauensschüler, nicht zu vergessen, ihn zu informieren
und ging außerdem zu Professor Davies, um einen Termin für das
Quidditchtraining auszumachen. Er war tatsächlich als erster dran und erhielt
das Feld bereits für den folgenden Samstag.


Nura Efialtovna Jetnika war trotz der Aufregung am Vortag schnell in Anuschs von
deren Vater magisch vergrößerten Bett eingeschlafen. Als sie aufwachte, roch es
im Haus bereits nach Kaffee und Gebäck. Anuschs Mutter Melis Manukovna
bewirtete Gäste des Hauses stets reichlich und aufwändig.
Nura wusch sich, richtete sich her, zog sich an und ging in die große Wohnküche hinunter,
wo Melis Manukovna bereits auf sie wartete. Der Tisch war mit zahlreichen
Speisen, von denen Nura, obwohl sie nicht zum ersten Mal hier war, die
wenigsten kannte.
„Guten Morgen Nura. Gut geschlafen? Ich habe eine Überraschung für dich.“
„Guten Morgen Melis Manukovna. Dass Sie eine ausgezeichnete Köchin sind, weiß ich ja
bereits – und trotzdem bin ich immer wieder überrascht.“
„Die Überraschung kann man nicht essen“, antwortete die Gastgeberin, wandte sich zur
Tür und rief etwas auf Armenisch. Die Tür ging auf und Anusch kam herein.
„Das ist diesmal wirklich meine echte Tochter“, erklärte ihre Mutter, während Nura aufstand und
Anusch hochhob, damit sie sich ausgiebig umarmen und küssen können.
„Bist du extra wegen mir heute Nacht noch gekommen?“
„Klar doch. Ich hab sowieso noch ein paar Tage Urlaub und da mach‘ ich lieber mit dir
Eriwan unsicher als Mery zu belästigen. Außerdem will ich wissen, wer sich hier
für mich ausgibt.“
„Ich hab bloß wenig Zeit, Eriwan zu besichtigen. Ich werde vielleicht noch nach ein paar
Motiven schauen, aber spätestens nach dem Mittagessen muss ich heim. Erstens
muss ich den Schlitten da draußen meiner Schwester zurückgeben, zweitens ist
mein Urlaub ziemlich vorbei und drittens muss ich die Leute warnen, hinter
denen deine Doppelgängerin vermutlich her war. Aber wenn du Lust hast, komm
mit. Noch ist es nicht so kalt, dass du sofort erfrieren würdest.“
„Gern doch, danke dir!“ Sie fiel im Stehen Nura, die inzwischen wieder saß, um den Hals.
„Dann krieg ich auch deine kleine Nichte zu sehen, oder? – Darf ich, Mama?“
Es gehörte zu den Dingen, die Nura bei aller Freundschaft nicht verstand, dass Anusch und
wohl auch Mery bei solchen Dingen noch fragen mussten. In ihrer Heimat hatte
man die Eltern zwar zu respektieren, doch wer die Mann- oder
Fraubarkeitsprüfungen bestanden hatte, galt als erwachsen, konnte gehen, wohin
er wollte und sein Wort hatte im Stammesrat das gleiche Gewicht wie das seiner
oder ihrer eigenen Eltern. Immerhin gab Melis Manukovna prompt ihre Zustimmung.

Die beiden jungen Frauen zogen am Vormittag durch die Zaubererläden der armenischen
Hauptstadt. Nura kaufte sich ein Amulett, das aus billigem Material gemacht,
aber fein ziseliert und durchbrochen war. „Das nachzumachen wird eine
Herausforderung!“, stellte sie fest. Sie erzählte der Freundin von der Geburt ihrer
Nichte Dscheila und der Hochzeit ihrer Schwester Lida. Anusch hörte zunächst
interessiert zu. „Bei dir hat sich nichts getan in Sachen Männer?“, fragte sie
schließlich.
„Nichts Festes. Mir gefällt ein Mann aus einer befreundeten Sippe, Gansoreg heißt er,
und ich glaube, er interessiert sich auch für mich. Wir haben uns auch schon
getroffen, aber ein Paar sind wir noch nicht. Und selber?“
Anusch wurde rot: „Ich bin seit ein paar Wochen mit Semja, einem Freund von Mischa,
zusammen. Aber sag das noch nicht meinen Eltern!“
„Ehrensache! – Das mit Mischa und Mery ist wohl ziemlich fest?!“
„Kann man sagen. Nächstes Jahr wollen sie vermutlich heiraten.“
Natürlich wollte Nura mehr über Semjon wissen. Anusch erzählte ihr, dass er für einen
Eulenzüchter arbeitete und derzeit einen Großauftrag der Russischen Magischen
Post ausführte. „Die haben dort ein ziemliches Problem, weil irgendjemand die Eulenpost abfängt. Das Ministerium
hat eine Menge neue Eulen bestellt und einige Privatleute auch. Semjon ist für
seinen Chef quer durch Russland unterwegs; kann sogar sein, dass er so weit in
den Osten kommt, dass wir uns sehen.“

Beim Mittagessen war auch Anuschs Vater zu Hause und berichtete, der Minister habe
ihn nach Taschkent, Almaty und Bischkek geschickt, sodass er ebenfalls
aufbrechen musste und mehrere Tage wegleiben würde. Entsprechend hatte seine
Frau aufgetischt, als ob sowohl die zentralasiatischen Länder als auch Jakutien
Hungerregionen seien.

Nach dem Essen sprach Melis Manukovna eine Segensbeschwörung über Mann und Kinder. Nura
bot Sersch Arpadowitsch an, ihn mitzunehmen, doch dieser meinte, Taschkent sei
durchaus noch in Portschlüsselweite und er habe in Aserbeidschan und Kasachstan
bereits den Überflug angemeldet. Nura mahnte Anusch, einen Wintermantel
mitzunehmen: „Tagsüber ist es so warm wie hier, aber nachts kann es um diese
Zeit schon Frost haben.“
Sie bestiegen den verzauberten Schlitten und erreichten schon nach wenigen Minuten
die Grenze. Die georgischen Grenzmagier sahen nur kurz die Zauberstäbe an und
wünschten gute Reise. Auch die russische Kontrolle zehn Minuten später war kein
Problem.
Der Schlitten sauste über das Kaspische Meer, die Kaspische Senke, in der sich Nura
den Warnruf eines Grenzmagiers einfing, worauf sie wieder landeinwärts lenkte,
das Uralgebirge, die Westsibirische Ebene mit den Flüssen Ob und Jenissej. Anusch bewunderte, wie ruhig der Schlitten
flog und erzählte, dass sie durchaus berufliche Gründe hatte, in die Ferne zu
fliegen: „Amulette sind zurzeit sehr gefragt, kannst du dir ja vorstellen. Und
bei euch gibt es einige unbekannte Zauber und ich kann ausprobieren oder
erfahren, wie man das Material dagegen schützen kann. So kann ich auch von
Reisen für meinen Job lernen, nicht nur du.“
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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13

Montag, 6. Januar 2014, 00:06

Rätselhafte Attacken (2)

Als der Baikal in Sicht kam, drehte Nura bei. Sie wusste, wo an den Ufern des riesigen
Sees der Fahrende Ritter meist Station machte. Dort besorgten sie sich
Stutenmilch und –käse, was zusammen mit den Paketen, die Anuschs Mutter
geschnürt hatte, ein fürstliches Abendessen ergab.
Es war schon Nacht, als sie die Lena abwärts flogen, doch der Schlitten verfügte sowohl über einen Licht-,
als auch über einen Ortungszauber. Als sie spät in der Nacht ihr Dorf
erreichten, waren die Lichter schon erloschen, auch bei Astreja und deren Mann
Jarkusch sowie bei Nuras Eltern. Nura landete den Schlitten neben ihrem
Elternhaus, stieg aus, half Anusch über die für Menschen recht hohen Stufen und
sprach den Öffnungszauber.

Obwohl sie sich Mühe gaben, leise zu sein, hörte die Mutter sie, stand auf, begrüßte die
Tochter und deren Freundin und kochte Tee für sie. Nura musste erzählen, was
geschehen war. Während der Erzählung kam auch ihr Vater aus dem Schlafzimmer.
Auch Nuras Eltern glaubten nicht, dass die Magier der Umgebung, weder ihre Artgenossen
noch die Händler, über derart ungewöhnliche Fähigkeiten verfügten, dass sie
anderen gefährlich werden könnten. Nuras Vater meinte auch, das Dorf sei versteckt genug, dass man nichts zu befürchten habe.
„Wir haben natürlich auch von Asja schon genug gehört und wenn es wirklich hart auf hart
kommen sollte, weiß unsere Sippe, wo sie zu stehen hat“, versprach er. „Aber
zurzeit scheint dieser Orden ja noch nicht den Endkampf zu suchen. Daher können
wir wohl auch wenig helfen. Natürlich bist du, Anusch, und auch deine Eltern
und Geschwister, hier jederzeit willkommen, wenn ihr zu Hause in Gefahr geraten
solltet – falls euch die Entfernung und der Winter nicht abschreckt.“
„Ich danke Ihnen, Efialt Gorgonowitsch.“

Als sie schlafen gingen, dämmerte es bereits. So stand die Sonne schon hoch am Himmel
und Nuras Eltern hatten das Haus längst verlassen, als die Mädchen aufwachten.
Kurz bevor sie zu Astreja aufbrachen, landete eine Eule in Nuras Zimmer. Die Adresse lautete:
Frau
Anusch Serschevna Tigranjana,
bei Nura Efialtovna Jetnika, Chusdjieje, Jakutien, Ferner Osten

„Semja“, rief Anusch aufgeregt und öffnete den Brief.

„Er hat wohl von den Grenzmagiern erfahren, dass ich bei dir mitgeflogen bin“, erklärte sie,
nachdem
sie ihn gelesen hatte. „Und da hat er sich seinen Teil gedacht. Er
lässt dich schön grüßen.“ Sie wurde ernst: „Im Grenzgebiet zwischen
Russland und Kasachstan gab es einen Zaubererkampf mit mehreren Toten.
Die Auroren erfuhren erst davon, als alles vorbei war. Dabei werden die
Grenzen zurzeit ziemlich streng kontrolliert –
haben wir ja mitbekommen.

Ja, er wollte sich erkundigen, ob wir gut angekommen sind. Offensichtlich scheint
irgendetwas beim Meldesystem der Auroren nicht zu funktionieren, weil die so
lange
gebraucht haben – die Stelle, wo der Kampf stattfand, ist in
Apparierweite von Jekaterinburg, wo die nächste Aurorenzentrale sitzt. –
Ich schreib gleich die Antwort, dass alles in Ordnung ist, ja?!“
„Mach ruhig. Ich bring inzwischen Asja den Schlitten; ich denke nicht, dass sie weit weg ist
mit den Kindern. Ihr Haus ist das große mit dem Giebeldach, das neunte, wenn du
von hier aus am Platz entlang nach rechts gehst.“
„Gut, ich komm‘ nach. Sag ihr schöne Grüße!“


Während es in Jakutien auf Mittag zuging, war in Schottland tiefe Nacht. James schlief
nach einem relativ ruhigen Tag gut. Fiona hatte ihr Wort gehalten und ihre
Schwester gefragt, die ihm auch drei Namen nennen konnte. Mrs. Pocklemore hatte
sich als halbwegs faire Lehrerin entpuppt. Ted Lupin hatte das Schuljahr mit
der Wiederholung ungesagter Zauber und der Verteidigung gegen den Imperius
begonnen. Auch in Verwandlungen und Zauberkunst begann das Jahr mit
Wiederholungen bekannten Stoffes. Sowohl Professor Black als auch Penelope
Weasley wiesen darauf hin, dass für die UTZ-Abschlüsse sämtliche Zauber der
letzten sechs Jahre sitzen mussten. Hausaufgaben hatte es in allen Fächern
reichlich gegeben, doch nur wenige hatten am Freitagabend schon begonnen.

James stand früh auf, um rechtzeitig am Quidditchfeld zu sein. Der Kapitän hatte Vorbild zu
sein. Als er zum Frühstück kam, saßen allerdings bereits Rosie, deren Freundin
Darlene und einige jüngere Schüler am Tisch. Rosie las den Tagespropheten und
schob ihn zu James hinüber, als der gerade mit dem Frühstück begonnen hatte. „Da!“,
rief sie.
Die Schlagzeile lautete: Italienischer Exminister spurlos verschwunden. Freunde, Kinder und
Enkelkinder hätten Alcide Magnani in dessen Haus bei Rom vergeblich gesucht.
„In seinem Alter kann auch ein Zauberer langsam verwirrt sein“, stellte Rosie fest. „Aber ich
glaub nicht daran.“
„Ich auch nicht und Papa hatte ja vor einem Jahr noch mit ihm zu tun“, bestätigte James. „Hab
ich dir übrigens erzählt, dass auch Anna verschwunden ist?“
„Welche Anna?“
„Genghini. Gia…die Tochter des früheren obersten Auroren. Ihr Vater und der frühere Minister
waren ganz gut befreundet.“
„Aber warum das? Der Orden sitzt doch in Italien sowieso fest im Sattel.“
„Tja, Rosie, wenn ich das wüsste. Es muss natürlich nichts miteinander zu tun haben, aber…“
„Klar hat das was miteinander zu tun. Aber was? Soll ich an Mama und Max schreiben?“
„Mach das. Ich versprech mir aber nicht viel davon.“

James war unkonzentriert, als er zum Quidditchfeld hinüberging. Er nahm sich vor, endlich
Gianna zu schreiben, doch er wusste nicht recht, wie er es anfangen sollte. Wie
machte man einem Mädchen Mut, deren Schwester spurlos verschwunden war, zumal,
wenn sie keineswegs damit rechnen konnte, dass die Ministeriumszauberer
einschließlich der Auroren es gut mit ihrer Familie meinten?

Im Quidditchteam waren zumindest die Sucher- und eine Jäger- und Treiberposition
neu zu besetzen. Außerdem musste man sehen, wie Fiona mit Lucys Körper klarkam.
Das letztere erwies sich als das geringste Problem: Die neue Fiona vereinte Lucys Kraft,
zumindest ohne den Ring Merlins und die Wurfsicherheit ihres alten Ichs, sodass
sie eine mit James gleichwertige Spitze abgeben würde. Für die dritte
Jägerposition hatte James die Qual der Wahl: Katie Wood, Charlene Denton, Jonas
Anderson und Tim Baldwin spielten in etwa gleichwertig. Katie war im Passspiel
die beste, hatte aber einen nur mittelmäßigen Wurf; Charlene war gut im Abschluss,
aber zu langsam; Jonas hatte den besten Wurf von allen und war auch schnell,
allerdings etwas eigensinnig und Tim beherrschte mehrere Flugtricks, was
allerdings gleichzeitig seine Schwäche war, da er in seiner Quaffelverliebtheit
wenig zielstrebig spielte. James wollte es wieder einmal vom Gegner abhängig
machen. Katie käme zudem als Hüterin in Frage, falls Kevin ausfallen sollte.
Als Treiber empfahl sich nach einigen Runden Henry Parker während in der Sucherposition
nun, da Joanna nicht mehr in Hogwarts war, Albus keine ernsthafte Konkurrenz
hatte.
Im Abschlussspiel teilte James die Jägerkandidaten auf: Katie, Charlene und er
spielten gegen Fiona, Tim und Jonas. Ray als zweiter Hüter war allerdings
heillos überfordert, sodass James und die beiden Mädchen leichte Vorteile
hatten. Dagegen erkannte James Tims Qualität, wenn es darum ging, mit Fiona
gemeinsam Kevin auszuspielen. Gegen Ravenclaw mit dem erfahrenen Adrian als
Hüter könnte das von Nutzen sein; Hufflepuff und Slytherin waren diesbezüglich schwer einzuschätzen.

Nach dem Spiel schrieb James seinen Brief an Gianna. Er musste mehrmals den Löschzauber
sprechen. Er tröstete sie, dass es keinen Sinn ergebe, Anna heimlich zu töten.
Sicher lebe sie noch und werde der Entführer sie nicht töten, solange er noch
auf etwas hoffte. Ich glaube eher, er will eure Eltern erpressen, aber ich
kann mir nicht vorstellen, wozu. Jedenfalls hat er nichts davon, wenn er Anna
umbringt. Eure Eltern können ihn eher hinhalten als er sie.“
Ganz zufrieden war er nicht, als er den Brief seiner Eule übergab, doch er hatte
sich Mühe gegeben, Gianna zu trösten und gleichzeitig alles zu unterlassen, was
ihr
Hoffnungen machen könnte, dass aus ihnen noch ein Paar würde.Am
folgenden Montag meldete der Tagesprophet eine gewaltige Mure in den
Dolomiten.
[i]Natürlich sind solche Erdrutsche in den Alpen nie auszuschließen, doch in
den letzten Wochen hat es dort kaum geregnet, weshalb allgemein eine magische
Ursache angenommen wird. Weder das italienische noch das österreichische
Zaubereiministerium haben jedoch bisher Stellung genommen.


[/i]Noch einen Tag später kam ein Brief von Gianna:
[i]Danke dir, James, für Trost.
Heute hat Papa geschrieben, sie haben Anna gefunden, in den Dolomitenbergen. Die alpine
Hilfe der Muggel hat sie gefunden, doch Zauberer haben sie erkannt. Mama war
bei ihr und sagt, Anna erinnert sich nichts und benimmt sich komisch, aber
lebt. Wie große Freude!
[/i]
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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Montag, 8. September 2014, 01:22

Goldäpfel (1)

James freute sich, dass Anna offenbar halbwegs gesund war, doch immer noch konnte er sich
das Geschehene nicht erklären. Sowohl seinen Mitschülern als auch der Magischen
Öffentlichkeit erging es ähnlich: Im Tagespropheten erschienen mehrere
ganzseitige Artikel, bei denen Rita Skeeter und andere einschlägig bekannte
Personen sich in Spekulationen ergingen: Magnani habe in Wirklichkeit
Schwarzmagier gefördert und sei aus Rache hingerichtet worden, hieß es am
Montag. Am Dienstag wollte dagegen ein Journalist wissen, dass es innerhalb des
Ordens einen Machtkampf gegeben hatte. Rita Skeeter vermutete einen geheimen
Bund zwischen den Eltern Genghini und dem Orden, was James am meisten
verärgerte: „Die haben durch den Orden alles verloren, jetzt beinahe auch noch
die Tochter, und sollen damit im Bund stehen?! Die Skeeter hat doch einen
Knall!“
„Wissen wir doch längst, dass sie einen hat“, bestätigte Rose.

Bis Donnerstag ließ sich das Ministerium mit einer offiziellen Stellungnahme Zeit.
Dann erklärte Kingsley Shacklebolt, Rücksprachen mit ausländischen Behörden
hätten ergeben, dass es noch keine Spur gebe. Magnanis Verschwinden könne,
müsse aber nicht mit dem Einsturz der Höhle und Annas Auftauchen im Norden
Italiens zu tun gehabt haben.

Gianna schrieb James, Anna solle am Montag wieder nach Civettigatto zurückkehren. Es
gehe ihr wieder besser; sie könne sich erinnern, dass sie große Schmerzen
verspürt habe, aber wisse immer noch nicht, wie sie von Kampanien in die
Dolomiten gekommen war und wer sie dort angegriffen hatte.

Rose erhielt am selben Tag einen Brief von ihrer Mutter, die auf die Laurinsage in ihrer
italienischen Version hinwies.
„Ich Idiot!“ James griff sich an den Kopf. „Klar, Anna ist entführt worden, weil sie den
Ring finden sollte. Sie hat natürlich keine bösen Absichten. Aber wer hat dann
verhindert, dass sie die Höhle öffnet und warum?“
„Vielleicht hatte sie kurz vorher einen lichten Moment“, vermutete Rose. „Ich glaube, sie
wurde mit einem bewusstseinsändernden Zauber belegt, der irgendwann nachgelassen
hat.“
James schüttelte den Kopf. „Kann ich mir nicht vorstellen. Der Orden hat sie
gebraucht und bis dahin hat der Vergessenszauber funktioniert. Den hätten sie
erneuert oder sie mit dem Imperius belegt.“
„Aber was kann das sonst gewesen sein?“
„Keine Ahnung.“

Weitere Harpyienangriffe erfolgten in den nächsten Tagen in Schweden und Frankreich. in
Schweden wurden beim zweiten Angriff die Auroren rechtzeitig aufmerksam, doch
konnten die Harpyien mit ihren Bändigern entkommen und der Leiter des
Aurorenbüros fiel in der Schlacht. Hermine Granger-Weasley reiste zur
Beerdigung, ebenso wie Leonidas Arcan und viele leitende Auroren anderer
Länder. Offiziell stellte sich Ministerin Holgersson nach wie vor hinter ihre
Auroren, ebenso wie sämtliche andere Ministeriumsangestellten, doch Roses
Mutter, die recht passabel Schwedisch verstand und sprach, merkte doch, dass
die Stimmung im Land am Kippen war. Ganz unplausibel schienen ihr die Argumente
der Kritiker auch nicht: Harpyien waren nicht mehr unbesiegbar. Sie verstand
selbst nicht, warum Auroren diesen Wesen so völlig hilflos gegenüberstanden.

Auch in Frankreich wurde heftige Kritik am Ministerium laut: Der dortige
Zaubereiminister Francois Le Mireau trat die Flucht nach vorne an, indem er
einerseits den Leiter der Aurorenabteilung und eine weitere langjährige Aurorin
entließ, andererseits zu einer internationalen Krisensitzung einlud.
Hermines Schwibschwägerin Fleur gefiel dies nicht: „Isch `abe bis’er gedacht, LeMireau
ist ein guter Mann – aber das ist nischt richtig. Er `at Armand Cartier, den
Auror, im Juli nok gelobt und gesagt, die Auroren können mit aller
Unterstützung reschnen. Es gefällt mir nischt, dass er jetzt Cartier zum, wie
sagt man, Sündenbock, macht.“

Dass verschiedene Länder unterschiedliche Arten hatten, mit Todesfällen umzugehen,
erfuhr Harry Potter durch einen Eulenbrief von Marina Kupova:
Aslan Ismailov, der Leiter der Abteilung Magische Kreaturen in Südrussland, und einer
seiner Mitarbeiter wurden letzte Woche getötet. Das Ministerium spricht in
Aslans Fall von einer Ermordung durch einen Verrückten, bei seinem Mitarbeiter
von einem tragischen Unfall, doch ich weiß zuverlässig von meinem älteren
Bruder – er war Aslans bester Freund und ist ebenfalls ein höherer
Ministeriumsbeamter – dass das nicht stimmt. Schwarzmagier sind von Kasachstan
her über die Grenze, allerdings wieder geflohen, als die Auroren kamen.

Harry Potter informierte seine früheren Kollegen, seine Schwägerin und seinen Sohn über den
Brief und James zeigte ihn seinen Freunden.


„War dieser Aslan Ismailov derjenige, bei dem Lucy und du wart?“, wollte Rosie wissen.
„Ja. Um das Zentaurenheiligtum kann es nicht mehr gehen, weil das hat der Orden auch
mitgekriegt.“
„Entweder es geht um diese Halbelfen oder sie wollen noch an andere Dinge drankommen – oder
sie glauben, dass er weiß, wo diese Olga ist.“
„Dann wäre das schlimm für ihn, aber der Vorteil, dass der Orden dann auf der falschen
Spur wäre. “
„Vor allen Dingen steht dann noch nicht der Großangriff bevor.“

In Hogwarts ging stattdessen das Leben weiter seinen Gang. In allen Fächern gab es viele
Hausaufgaben, die erste Stunde des Enttarnkurses, die Zabini selbst hielt, ging
kaum über den Faciem Revelio hinaus, doch James musste erkennen, dass vor allem
die jüngeren Schüler sich schwertaten. Er wies im Anschluss an den
Kurs die Vertrauensschüler an, Listen zu erstellen, wer von wem die
Erkennungsfragen wusste.

Das erste Quiddtichspiel fand gegen ein völlig neu gestaltetes Ravenclaw-Team statt.
James war überrascht, seine Schwester an der Spitze der Gegner fliegen zu sehen
und noch mehr, als sie sich zu ihren Mannschaftskameraden umdrehte: „Sie hat
andere getötet, aber sie war selbst ein Opfer. Denken wir für eine Minute an
Diane Byrnes!“ Die Ravenclaws nahmen die Helme ab und formierten sich. James
wies die Gryffindors an, Folge zu leisten.
Professor Black pfiff, James drückte seiner Schwester die Hand und kurz darauf flog der
Quaffel. Fiona fing ihn knapp vor ihrem Gegner, James flog in den Freiraum, sie
sah es, spielte ihn an und James überwand Adrian Smith zum 10:0 für Gryffindor.
Im Gegenzug versuchte Lily ein Solo, wurde jedoch von einem Klatscher von Sean aus der Bahn
geworfen; sie rettete sich im letzten Moment, verlor jedoch den Quaffel an Tim.
Der spielte Fiona an, die sich rechtzeitig unter einem Klatscher wegduckte, ehe
Henry ihn aus der Bahn und auf ihren zurückfliegenden Gegenspieler jagte.
Allein vor Adrian Smith verwandelte sie zum 20:0.
Lily spielte inzwischen ausgezeichnet, doch an James oder Fiona kam sie noch nicht heran.
Auch in allen anderen Positionen war Ravenclaw unterlegen, sodass Gryffindor
bald mit über 100 Punkten führte. Auch Albus täuschte Evelyn Finch-Fletchley
immer wieder. Als der Schnatz wirklich auftauchte, zögerte sie, da sie mit
einem erneuten Bluff gerechnet hatte; als sie reagierte, hielt Albus den
geflügelten Ball bereits in der Hand, obwohl sie eigentlich in günstigerer
Position gewesen wäre. James gratulierte seinem Bruder und allen
Mannschaftskameraden zum überlegenen 230: 20.

„Denk daran, Lily, du hast noch drei Jahre Zeit!“, rief Adrian seiner Spielführerin zu. Später erfuhr James, dass eben dies der Grund für den Aufstieg seiner Schwester war: Adrian rechnete sich in diesem Jahr keine ernsthafte Chance aus, Gryffindor oder Slytherin zu gefährden und so freiwillig zugunsten der drei Jahre jüngeren Lily auf das Kapitänsamt verzichtet.

Slytherin besiegte Hufflepuff, wo zum ersten Mal Eithne mitspielte, ebenso problemlos wie
Gryffindor Ravenclaw. James merkte sich die Spielzüge beider Mannschaften.
Hufflepuff würde kaum ein Problem werden, doch Slytherin hatte mittlerweile
eine gut eingespielte Jägerreihe, sodass Sean und Henry sich nicht mehr auf
Scorpius konzentrieren könnten – und diesen schätzte James nach wie vor als
seinem Bruder überlegen ein.
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
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Montag, 8. September 2014, 01:31

Goldäpfel (2)

hm fiel auf, dass Eithne sich, nachdem sie aus der Kabine kam, allein wegschlich,
anstatt zu ihren Freundinnen zu gehen. Dreimal drehte sie sich um, um
sicherzugehen, dass ihr niemand folgte. Schließlich wurde sie schneller und
packte ihren Besen, flog auf und landete nahe dem Waldrand.
James beschwor den seinen herbei und flog in die gleiche Richtung, allerdings ein
Stück entfernt, damit sie keinen Verdacht schöpfte. Nach dem Landen belegte er
sich mit dem Desillusionierungszauber und ging in die Richtung, in der sie
gelandet war.
James wusste selbst nicht, was ihn dazu trieb, hinter Eithne herzuschleichen. Warum
interessierte es ihn, was sie in dieser Pflanzenzucht nahe am Verbotenen Wald
trieb? Traf sie dort einen Jungen? Selbst Sean wusste nicht sicher, ob seine
Schwester einen neuen Freund hatte, doch was ging ihn, James, das an?
Er sah, wie sie sich umschaute und ihren Zauberstab zog. Sicherheitshalber hielt er sich in
einiger Entfernung, obwohl er sich nicht vorstellen konnte, dass Eithne einen
Zauber wusste, um jemand sichtbar zu machen, den sie nicht direkt traf.
Sie rannte in den Wald hinein, sodass er Mühe hatte, zu folgen. Kurz hinter den ersten Bäumen tauchte eine Lichtung auf, auf der einige Apfelbäume standen. Das Mädchen huschte über die Lichtung, schaute auf die Bäume, schüttelte den Kopf und verschwand am Rand der Lichtung.
James folgte ihr, immer noch unsichtbar. Er hatte die Apfelbäume noch nie gesehen. Die Früchte waren goldfarben und kleiner als normale Äpfel. Er hatte diese Früchte noch nie gesehen, doch eigentlich suchte er etwas ganz anderes, was aber gerade aus seiner Sicht verschwunden war.
Plötzlich hörte er dicht neben sich jemand schluchzen. Er spähte ins Gebüsch und sah Eithnes blonden Haarschopf. Sie schaute kurz auf, ein rotes Licht blitzte vor ihrem Gesicht auf, sie seufzte und blies eine kleine Rauchwolke in die Luft.
Hatte sie sich nur fortgeschlichen, um heimlich zu rauchen? Aber warum sah sie dann so traurig aus?
Sie flüsterte vor sich hin. James kam näher, in der Hoffnung, etwas zu verstehen. „D‘ Äpfel... Mama...Nein, Ari kann das ned wissen“ Er wurde nicht schlau aus den Satzfetzen, zumal sie plötzlich ins Gälische verfiel, sodass er nichts verstand.
James wurde unvorsichtig und trat auf einen Ast, was Eithne aufschreckte. Sie zog den Zauberstab und rief „Ist da wer?“
James gab keine Antwort. Aufs Geratewohl rief sie „[i]Visualizo“[/i]. Obwohl sie ihn knapp verfehlt hatte, machte
James sich freiwillig sichtbar, ohne richtig zu überlegen, was er tat.
„Potter!“, brachte Eithne heraus. „Petrific...“
[i]Expelliarmus[/i]!“, rief James, bevor sie den Fluch vollenden konnte. Das Mädchen musste zusehen, wie ihr
Zauberstab in seine Hand flog.
„Was...was... willst du?“
Ja, was wollte er? War es nur Neugier oder echtes Mitleid mit der Schwester seines – inzwischen wieder – besten Freundes, die wegen irgendeiner Sache verwirrt und traurig schien.
„Ich...“, begann er. „Ich bin dir nachgeschlichen, weil ich gedacht habe, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist.“
„Mit mir ist alles in Ordnung! Gib mir meinen Zauberstab wieder!“
„Nein! Mit dir ist nicht alles in Ordnung, sonst würdest du nicht rumheulen und laut vor dich hin reden. Du...“
Eithne begann wieder zu weinen. James legte ohne nachzudenken den Arm um sie.
„Lass mich, bitte!“, rief sie und tauchte unter seinem Arm weg. „Da ist etwas, was du nicht verstehst, okay?!“
„Was soll ich nicht verstehen? Wenn du Liebeskummer hast, damit kenne ich mich verdammt gut aus.“ Die Erinnerung an seine Beziehung zu Lucy und deren Tod trieb nun ihm die Tränen ins Gesicht.
Sie schüttelte den Kopf. „Es ist wegen der Mama. Diese Äpfel...“
„Was haben die Äpfel damit zu tun?“, fragte James interessiert und gab ihr ihren Zauberstab zurück. „Schau! Wenn ich dir was tun wollte, könnte ich den einfach behalten.“
Sie griff in ihre Tasche und zog einen kleinen goldenen Apfel heraus. Während James diesen begutachtete, öffnete sie eine Blechschachtel, griff hinein, pflückte ein Blatt vom nächsten Busch und ließ es sich magisch um den Tabak oder was auch immer sie aus der Schachtel genommen hatte winden.
„Was ist mit diesem Apfel?“, fragte James, während Eithne ihre neue Zigarette anzündete.
Nach zwei Zügen antwortete sie: „Die Ari – Ariana Summers – mir im Sommer so einen geschenkt. Als Glücksbringer für die Prüfungen. Es ist ein Goldapfel, viel süßer als normale Äpfel – wächst
normalerweise nicht in Schottland oder Irland.
Manche sagen, diese Äpfel haben magische Kräfte. Das hat die Ari auch gedacht. Mich erinnert der Apfel aber vor allem an meine Mama.“
„Hat die auch daran geglaubt?“
„Sie hat Goldäpfel geliebt. Wir haben ja einen Baum im Garten und sie hat jeden Tag mehrmals einen Zauber draufgelegt, sonst wär der eingegangen. Sie hat aus magisch getrockneten Früchten Ornamente gemacht und Goldäpfel waren immer dabei. Der Papa hat für so was nichts übrig, sagt, zum Essen sind ihm die Goldäpfel zu süß und die ganzen Geschichten stimmen nicht. Ich glaub, der einzige Grund, dass er den Baum nicht schon umgehauen
hat, ist, dass er es der Mama nicht antun will.
Ich hab die Ari gefragt, wo sie die Äpfel hergehabt hat, aber sie hat’s im Sommer nicht mehr gefunden. Aber gestern waren die Bäume plötzlich wieder da.
Und mich überkommt’s wieder, wie jedes Mal, wenn ich mich an die Mama erinnern muss. Aber ich geh trotzdem öfter her, weil ich will die Mama nicht vergessen, auch wenn ich jedes Mal weinen muss. – Entschuldigung, vielleicht langweil ich dich. Du hast ja auch Schlimmes erlebt.“
„Deshalb versteh ich dich. Die Sache mit Lucy – und Papa lebt zwar noch, aber es ist nie mehr wie früher. Er ist frustriert, weil er nicht mehr alles machen kann – und schimpft über Kleinigkeiten, was er
vorher nie getan hätte.“
Unwillkürlich berührten sich ihre Hände wieder. „Aber er ist noch da – ich meine, aus Fleisch und Blut, nicht ein Geist
oder ein Bild“, sagte sie matt.
Sie setzte sich wieder auf den Boden, zwischen dichtes Gestrüpp, sodass James nicht ohne weiteres direkt neben sie kommen konnte.
„Ich hab gar nicht gewusst, dass es diese Bäume in Hogwarts gibt“, sagte sie mehr zu sich selbst. „Hab gedacht, die gibt’s bloß in Südfrankreich, Italien oder Spanien.“
„Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die von Natur aus hier wachsen. Du sagst ja selber, deine Mutter hat sich jeden Tag darum kümmern müssen. Meinst du, wir sollen mit Longbottom reden?“
„Warum, meinst du, hat die wer gezüchtet? Ich hab noch nicht erlebt, dass die im Essen waren und auch nicht, dass sie wer als Deko hergenommen hat.“
„Vielleicht fressen irgendwelche Tiere die – können wir auch Hagrid fragen. Irgendeinen Grund wird es schon haben. Was mich noch mehr wundert, Eithne, ist, dass deine Freundin sie erst nicht mehr gefunden hat und jetzt plötzlich wieder. Die hat jemand hier versteckt.“


Den Vormittag über hatte Astreja viel Arbeit gehabt und zwischendurch die kleine Veduta stillen müssen, sodass die meiste Zeit ihr Mann, der Halbriese Sarasch, sich mit Nura und Anusch unterhalten hatte. Zwischendurch waren die beiden jungen Mädchen noch spazieren gegangen. Zum Mittagessen, das sie gemeinsam bereiteten, plante Astreja jedoch genügend Zeit ein.
Nachdem ihre Söhne Efialt und Temur sich verzogen hatten und die kleine Veduta schlief, erkundigte sie sich nochmals genauer nach dem Angriff auf ihre jüngere Schwester. Nura schilderte, was passiert war.
"Ich habe mir schon überlegt, ob sie vielleicht versuchen, die Riesen für sich zu kriegen“, kommentierte Sarasch. „Aber ich habe nicht den Eindruck, dass die sich sonderlich um Angelegenheiten von Zauberern kümmern – viel weiß ich natürlich auch nicht.“
„Auf jeden Fall sollten wir die hiesigen Magier warnen“, meinte Astreja, „wenn sie Leute suchen, die stablose Magie beherrschen, sind hier verdammt viele in Gefahr – auch wenn sie im Ernstfall auch nicht stärker sind als europäische Magier mit ihren Zauberstäben.“
„Aber wieso greifen die dann von Kasachstan aus an? Die Magier, die wirklich mehr können, stammen doch aus Zentralasien“, widersprach Nura.
„Zentralasien ist genauso unbestimmt wie Sibirien, Schwesterherz. Da geht es um riesige Entfernungen und da weiß sicher niemand genau, wer wo welche magischen Fähigkeiten hat.“
„Ich bin deiner Meinung, Asja“, mischte sich Anusch ein. „Aber in Südrussland, also wir reden von der Region um das Kaspische Meer, gibt es niemand mit solchen Fähigkeiten. Da gibt es die Halbelfen, aber ihr glaubt ja, ihr habt die mit euren Edelsteinen im Griff.“
„Das sagt jedenfalls Olga. Aber vielleicht gibt es da auch mehrere Sippen. – Du, Nura, solltest auf jeden Fall mal alle hier warnen, die noch nicht Bescheid wissen, die anderen Sippen von uns und auch die aus der Zaubererkolonie bei Jakutsk. Und ich werde an Olga schreiben, ob sie meint, dass es noch andere Halbelfensippen gibt oder ob sie sonst eine Erklärung hat.“
„Schatz!“ Sarasch breitete die Ausgabe der Zeitung „Prorotschestwo“ aus. „Du solltest vielleicht auch Nica und ihren Vater verständigen. In der Zeitung steht etwas von Unfällen, aber nichts von Angriffen. Das Ministerium mauert offensichtlich – und das heißt, die Europäer erfahren nichts, und so weit ist’s nicht bis Europa.“
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Mittwoch, 10. September 2014, 21:33

Weitere Morde (1)

Astreja, Nura und Anusch überflogen den Artikel. Letztere kommentierte: „Soviel ich weiß, hat dieser Orden doch bisher immer ziemlich gezielt zugeschlagen. Es passt eigentlich nicht zu ihnen, jemanden umzubringen und sofort zu
verschwinden. Entweder, sie wollen drohen – dann werden wir das bald noch hören – oder Aslan Ahmadowitsch musste aus ganz anderen Gründen sterben.“
„Hast du einen Verdacht?“, wollte Nura wissen.
„Hab ich ihn gekannt? Keine Ahnung, was der Orden oder sonst jemand von ihm gewollt haben könnte.“

Sie schrieb am Nachmittag einen Eulenbrief an ihren Vater, dass sie Quellen dafür habe, dass die offiziellen Meldungen des russischen Ministeriums nicht stimmten und Direktor Aslan Ismailov vermutlich ermordet worden war. Sie kenne die Quellen nicht, aber Nura und deren Eltern hätten sie als zuverlässig beschrieben.
Nura flog unterdessen auf ihrem Besen quer über die Wälder Jakutiens zu allen Sippen, die sie kannte und warnte diese vor Angriffen. Ihr Vater kündigte am Abend an, er werde den Sippenrat einberufen und sich mit anderen Vorstehern
kurzschließen. „Wir müssen uns überlegen, was wir tun können. Unsere Dörfer liegen ziemlich versteckt, was den
Vorteil hat, dass ein Fremder Schwarzmagier einige Zeit braucht, um hier bestimmte Leute zu suchen, aber auch den Nachteil, dass man vielleicht zu spät erfährt, wenn andere angegriffen worden sind. Ich muss auch mit den Weisen
reden, ob die etwas von magischen Gegenständen in der Region wissen, die vielleicht für den Feind interessant sein könnten.“
Astreja schrieb den Nachmittag in den Pausen, die sie sich von Arbeit und Kindern nehmen konnte, Briefe an Olga und Nicoleta. Frühmorgens kehrte ihre Eule zurück, trug den Brief an Olga aber immer noch mit sich. Die Heilerin seufzte
und schrieb eine neue Nachricht an ihre ehemalige Schulfreundin, in der sie fragte, ob Nicoleta wusste, wo Olga war.

Zwei Tage nach Aslans Tod meldete Prorotschestwo, es sei ein Schreiben aufgetaucht, in dem dazu aufgerufen wurde, das Ministerium von „Tartaren, Tschuwaschen, Tschetschenen, Mordwinen und anderen türkisch-mongolischen Halbwilden“ zu säubern. Die Gruppe, die die Schreiben verschickt habe, habe sich ausdrücklich zum Mord an Aslan
Ismailov, dem „tartarischen Verräter“ bekannt.
Auch im Lehrerkollegium von Durmstrang wurde heftig darüber diskutiert und viele wunderten sich, da es bisher unter Zauberern kaum derartige Nationalitätenkonflikte gegeben habe.
Marina Kupova erhielt am selben Nachmittag eine Nachricht von ihrem älteren Bruder: „Marischa, ich muss dich dringend sprechen. Kannst du am Samstagnachmittag nach Petersburg kommen?“
Sie ging zu ihrem Direktor und bat um die Freistellung, wobei sie log, ihre Schwägerin sei plötzlich krank geworden, weshalb sie Alexander im Haus und mit den Kindern zur Hand gehen wollte.
„Am Samstag gibt es keinen zwingenden Grund, warum Sie hierbleiben müssten. Also dann Ihrem Bruder schöne Grüße und an Ljubov Petrovna gute Besserung!“

An den folgenden Tagen waren Russlands Zaubererzeitungen voller wütender Proteste von Tartaren und anderen Minderheiten, die teilweise wiederum mit Unterstellungen, die Tartaren wollten sich mithilfe von Riesen oder Monstern unabhängig machen, beantwortet wurden. Über einige Ministeriumsmitarbeiter gab es Gerüchte, sie hätten bestimmte Völker bevorzugt oder benachteiligt.
Derartige Reaktionen hatte jeder befürchtet; Marina wusste selbst nicht, ob sie ihrem Direktor Recht geben sollte, der von einem „dummen Schmierfink“ sprach oder ob etwas anderes dahintersteckte.

Sie apparierte am Samstagvormittag nach Petersburg, wo ihr Bruder mit Familie sie bereits erwarteten. Dessen Frau Ljuba, Tochter Tanja und Söhnchen Roman begrüßten sie herzlich, doch Sascha forderte sie sofort auf, mit ihm in sein
Arbeitszimmer zu kommen.
„Wie geht es Seray und ihren Kindern?“, wollte sie wissen.
„Den Umständen entsprechend. Ich soll übrigens danke sagen für dein Beileid, auch von Minka und ihrer Familie. Von Minka soll ich außerdem ausrichten, du sollst sie besuchen, sobald du Zeit hast. Ihr und ihrem Baby geht’s bestens.“
„Und du? Was hast du mir zu sagen, Brüderchen, was deine Frau und deine Kinder nicht mitkriegen dürfen?“
„Du hast sicher die Zeitung gelesen, Schwesterchen.“ Er zündete seine Pfeife an, nahm ein paar Züge und gab sie an Marina weiter. „Und ich weiß zwar nicht genau, wie viel du in der letzten Zeit Kontakt zu Asik oder Minka hattest, aber dass sie ganz bestimmt nicht Tatarstan von Russland lösen wollen, ganz gleich ob mithilfe von Trollen, Riesen, Halbelfen oder sonst jemandem, weißt du wohl auch.“
Marina nickte. Weder Aslan noch Amina hatten ihre Herkunft verschwiegen, doch hatten sich beide als Russen gefühlt; sie hatte sie auch, selbst untereinander, nie tartarisch sprechen hören.
„Es gab einmal eine Bewegung, die sich „Groß-Turkestan“ nannte, wohl hauptsächlich zu der Zeit, als bei den Muggeln die zentralasiatischen Länder von Russland oder wie es damals bei ihnen hieß, der Sowjetunion, unabhängig werden wollten. Bei uns Zauberern waren die Grenzen sowieso immer anders. Ja, jedenfalls wollten diese Leute ein Großreich von der Türkei bis nach Jakutien.“
„Weiß ich; aber daraus ist nichts geworden, weil die Türken völlig andere magische Traditionen haben, die Usbeken sowieso immer schon unabhängig waren, die Tartaren bei uns immer gleichberechtigt waren und so weiter und so fort. – Meinst du, die gibt’s noch und die haben hier die Finger im Spiel?“
„Als feste Gruppe gibt es sie wohl nicht mehr. Asiks Familie hatte auch nie damit zu tun, aber sie hatten sehr wohl auch bei den Tartaren einige Anhänger. Und diese Leute wollten wirklich mithilfe von Riesen und anderen Wesen gegen Russland kämpfen, wie es in einem Leserbrief heißt. Nur: Warum kocht die Geschichte jetzt wieder hoch?“
Marina zuckte mit den Schultern: „Geralejev meint, irgendein Schmierfink will sich wichtigmachen.“
„Und das glaube ich nicht. Dazu war mir die Reaktion ein bisschen zu heftig, nachdem das so viele Jahre kein Thema war. Ich habe mit Seray, Minka und ihren Eltern darüber gesprochen, ich war ja bis gestern Abend bei ihnen, und keiner von ihnen kann sich an irgendwelche Beleidigungen in dieser Richtung erinnern. Ich denke, wenn es das zu unserer Schulzeit gegeben hätte, hätten wir was mitbekommen – oder kannst du dich an so was erinnern?“
Marina schüttelte den Kopf. In Durmstrang hatte es immer wieder Beleidigungen und Gemeinheiten gegen Muggelstämmige oder Mischwesen gegeben, sehr selten aber gegen Nichtrussen.
„Ljuba hat auch nie so etwas gehört und Mischa und Mery auch nicht“, fuhr Alexander fort.
„Aber warum bringt das dann jemand mit Gewalt wieder aufs Tapet? Also, angenommen der Artikel und die Leserbriefe sind lanciert.“
„Das wollte ich mit dir bereden, Marischa. Du hast mehr Ahnung, welche Schwarzmagier es zurzeit gibt und was sie wollen. Asik wird umgebracht, ohne dass es irgendwelche Probleme in seiner Familie gäbe oder dergleichen, er wird von einem Zauberer umgebracht und zwar offenbar von keinem Russen. Weder in seinem Büro noch in seinem Haus ist etwas gestohlen worden noch gibt es Erpresserbriefe an seine Familie und wohl auch nicht ans Ministerium. Und dann
diese Geschichte.“
„Hm, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ihn jemand umgebracht hat, weil er, also dieser jemand, etwas gegen Tartaren hat. Wenn es Leute gäbe, die zu so was fähig wären, hätte das mit harmloseren Sachen angefangen, meiner Meinung nach. Aber…“
„Was aber?“
„Gesetzt den Fall, du hast Recht und der Mörder und diese Schmierfinken haben miteinander zu tun, dann wollen sie wohl in Südrussland Russen und Tartaren gegeneinander ausspielen. Die Tartaren haben zwar keine besonderen magischen Fähigkeiten, aber vielleicht gibt es bei ihnen irgendwelche Dinge, die in Kernrussland nicht bekannt sind.“
„Was meinst du?“
„Wenn es hart auf hart kommt, sind wir die Stärkeren. Dann brauchen die Tartaren Unterstützung, entweder aus dem Ausland, oder von Riesen oder anderen Wesen – oder sie greifen auf Schwarze Magie zurück, von der sie bisher die Finger gelassen haben, weil sie vielleicht auch für den Anwender selbst gefährlich ist. – Das Ganze ist natürlich nur eine Vermutung; es kann natürlich genauso gut sein, dass Asik irgendeine Schweinerei im Ministerium mitbekommen hat und man ihn deshalb umgebracht hat.“
„Schon möglich. Darüber, dass da einiges schief läuft, müssen wir wohl nicht reden, spätestens seit der offiziellen Meldung nach seinem Tod nicht mehr. Aber dann hätten die Mörder sich leichter andere Geschichten ausdenken können.“
„Welche zum Beispiel?“
„Asik hatte natürlich seine Neider, die gern seinen Posten gehabt hätten. Und er hat natürlich Entscheidungen getroffen, die nicht allen von seinen Leuten gepasst haben – beides ganz normal in so einer Position. Hier einen Rachemord zu konstruieren wäre für mich logischer. Außerdem wäre da noch Serays Ex; der hat, noch als Seray und Asik schon verheiratet waren, versucht, sie mit Gewalt und Schwarzer Magie wieder zu sich zu bringen. Der sitzt zwar in Sibirien, aber ganz ausgeschlossen ist es nicht, dass man dort ausbrechen und sich irgendwie in den Westen transportieren kann. Also, es gibt einige Gründe, die ich mir eher vorstellen könnte, dass jemand Asik deshalb umgebracht hat oder auch wo einer den Verdacht hinlenken will. Daher könnte ich mir schon vorstellen, dass
du Recht hast und jemand hofft, dass er bei den Tartaren etwas findet.“
„Wenn das so ist, sollten wir uns auch überlegen, was dieses etwas sein kann. Vielleicht haben ja Asiks Eltern eine Vermutung – oder Minka oder Seray.“
„Gut, dann fragen wir am besten Mischa, wie wir am besten Eulenpost nach Süden schicken, ohne dass es zu sehr auffällt und du schreibst an Minka und ich an Seray und an Asiks Eltern.“
Gott liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht
ist näher als je du gemeint

Rot und gold allüberall
Gryffindor hat den Pokal
Denn wir sind das beste Haus
uns sticht niemand anderer aus
Es gratuliert der Schüler Schar
Der Sieg ist unser dieses Jahr


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HufflepuffsUrenkel

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17

Mittwoch, 10. September 2014, 21:45

Weitere Morde (2)

In Westeuropa ging es die nächsten Tage über vergleichsweise ruhig zu. Auch in Hogwarts gab es keine besonderen Ereignisse. James und die anderen früheren Mitglieder des Greifenordens trainierten miteinander Duelle, um in Übung zu bleiben und unterrichteten auch die jüngeren Schüler.
Harry Potter erfuhr über Nicoleta von den wahren Geschehnissen in Russland und informierte sofort seine Kollegen im Ministerium sowie die Aurorenabteilungen Schwedens, Österreichs und einiger anderer Länder. Nicoletas Vater Leonidas Arcan schrieb vertraulich an Harry Potter, er habe den Eindruck, das russische Ministerium sei vom Orden unterwandert und er wolle daher über russische Freunde versuchen, Genaueres herauszubekommen.
Harry informierte seinen Vorgesetzten lediglich darüber, dass er möglicherweise Informationen bekommen könne, warum das russische Ministerium nicht die Wahrheit gesagt hatte; Kingsley ließ sich nicht anmerken, ob er wusste, wer die Quelle dieser Informationen war, oder nicht.


James wusste nicht genau, wie er an diesen Ort gekommen war, doch offenbar befand er sich in einem riesigen und prächtigen Palast. Ein Hauself trat auf ihn zu, verneigte sich und fragte ihn nach seinen Wünschen.
„Wo bin ich überhaupt?“, fragte James grob.
„Der Meister ist zu Hause. Und die Meisterin und die Kinder des Meisters sind wohlauf.“
Ohne dass der Elf etwas sagen musste, folgte James ihm in einen Salon, wo eine Frau mit Lucys Gesichtszügen und drei Kinder, ein Junge, der aussah wie er selbst mit elf oder zwölf Jahren, ein Mädchen, das ebenfalls Lucy ähnlich sah und ein oder zwei Jahre jünger als der Bub sein mochte, und ein etwa vierjähriger Junge, der wie eine Mischung aus beiden aussah: Blond wie Lucy aber mit der dichten und unkämmbaren Mähne, die alle männlichen Potters auszeichnete.
Auf dem Tisch ausgebreitet lag eine Ausgabe des Tagespropheten, in der die Heldentaten des Auroren James Potter gelobt wurden.
James schaute unschlüssig durch den Raum und erkannte, dass sich an seiner rechten Hand ein Ring befand, und zwar kein Ehering, sondern Lucys, nein Merlins Ring.
Er erschrak und – atmete auf, als er feststellte, dass er in seinem Bett im Schlafsaal in Hogwarts lag. Aus den anderen Himmelbetten hörte er teils nichts, teils leises Schnarchen, woraus er schloss, dass er zumindest nicht laut geworden war.

Er bemühte sich den nächsten Tag über, den Traum zu vergessen, doch auch in der folgenden Nacht hatte er wieder einen Traum, der in einem Zusammenhang mit dem Ring stand: Eine Frau, die ihn vom Aussehen an seine Tante Hermine erinnerte, aber mit osteuropäischem Akzent sprach, erklärte ihm, sie könne den Ring von seiner Bindung an den Mantel lösen.
Weiter träumte er davon, wie er mithilfe des Rings zahlreiche gefährliche Schwarzmagier besiegte.
Wieder wachte er auf. „Erstens ist mein Vater der Herr des Rings und zweitens habe ich selbst gesehen, was dieses Ding anrichten kann“, flüsterte er.

Auch in den folgenden Nächten und auch tagsüber hatte er ähnliche Träume. Verschiedene Menschen, darunter auch Verwandte wie Onkel Ron oder Freunde wie Sean oder Fiona erklärten ihm, er sei nicht so machtbesessen wie Lucy und daher weniger leicht manipulierbar. In der Nacht von Freitag auf Samstag sah er erst, wie ein unbekannter Mann mit dem Erstickungsfluch getötet wurde, danach, wie sein Vater tot im Wohnzimmer lag.
Noch mehr erschrak
er allerdings, als er am nächsten Tag das Gesicht des Mannes im
„Tagesprophet“ sah und darunter die Schlagzeile „Spanischer Auror getötet“ las.
Er nahm sich den Artikel genauer vor: „Federico Menéndez Cartaya (45) wurde gestern ermordet in seiner Madrider Wohnung aufgefunden. Die Heiler konnten feststellen, dass der Erstickungszauber zum Tod führte. Hinweise auf die Mörder gibt es offenbar bisher nicht.
Menéndez wurde vor seiner Ermordung als wahrscheinlicher Nachfolger des Leiters der Aurorenabteilung, Carlos Montesinos de Gaula (82) gehandelt. Hätte er diesen Posten erreicht, so wäre er der erste Muggelstämmige in diesem Amt seit über 150 Jahren gewesen.
Zudem wurden Menéndez Sympathien für den Greifenorden nachgesagt, was der spanische Zaubereiminister
Octavio Vivar del Toboso allerdings als ‚böse Unterstellung ohne realen Hintergrund‘ bezeichnet hatte.
In einer ersten Stellungnahme erklärte der Minister, alle Spuren würden verfolgt. Hinweise, dass der Erstickungsfluch bisher überwiegend von Mitgliedern des Greifenordens eingesetzt worden seien, nannte er nicht zwingend: ‚Der Fluch ist inzwischen in schwarzmagischen Kreisen bekannt und kann von Gegnern des Greifenordens ebenso eingesetzt worden sein wie von Reinblutfanatikern oder anderen Verbrechern. Bisher war der Greifenorden in Spanien nicht aktiv;
allerdings ist mir auch nichts von Drohungen gegen Sr. Menéndez oder andere Muggelstämmige bekannt. Die spanische Magische Strafverfolgung wird allen Hinweisen nachgehen. Vorschnelle Verdächtigungen gegen Einzelpersonen und
Gruppen werden wir dagegen verhindern.“


„Na, hast du schon einen Verdacht?“, hörte er Roses Stimme hinter sich. James schüttelte den Kopf.
„Man könnte meinen, du hättest, so wie du dich auf den Artikel gestürzt hast.“
Er antwortete wieder nicht.
„Sag mal, James, stimmt mit dir etwas nicht?“
„Hör zu, Rosie, ich möchte nicht darüber reden.“
Muffliato! – Das musst du auch nicht. Falls du es vergessen hast: Ich kann Legilementik.“
„Aber du…wärst du echt so fies?“
„James, dass mit dir irgendetwas nicht stimmt, sehen alle. Und ein Mord ist keine Kleinigkeit. Die Leute, mit denen wir fertigwerden müssen, sind allerdings noch weit schlimmer. Gerade weil ich nicht fies bin, gerade weil ich dir
helfen will, möchte ich das wissen und werde dir auch keine Wahl lassen. Also sag es mir oder ich mache Ernst. Kämpfen kannst du nicht: Du musst den Zauberstab erst ziehen, wenn ich dich überhaupt lasse.“
James griff trotzdem zum Zauberstab, doch Rose sah das und entwaffnete ihn ungesagt. Im nächsten Moment spürte er, wie sie in seine Gedanken drang.
"Okay, du hast gewonnen! Aber gehen wir lieber raus; hier gibt es zu viele Zuschauer.“
Sie verließen die Große Halle, gingen ins Freie und blieben unter einer Baumgruppe stehen. Dort erzählte James seiner Cousine alles über seine Träume.
„James, es ist völlig klar, dass jemand dich dazu bringen will, ernsthaft zu glauben, du könntest den Ring beherrschen“, kommentierte Rose.
„Meinst du, sie werden – oder sie wollen – meinen Vater umbringen?“
„Bin mir nicht sicher. Offensichtlich geht es ihnen um den Ring. Wir wissen nicht, ob es überhaupt möglich ist, die Kräfte des Rings freiwillig zu übertragen.“
"Lucy hat es…zumindest versucht. Auf der anderen Seite hat mein Vater nie nachgeprüft, ob er wirklich Herr des Ringes ist. – Aber wenn, warum hat Thinkwell oder andere vom Orden Lucy dann nicht schon vorher dazu bringen wollen?“
„Zunächst wusste Thinkwell wohl nicht mehr über den Ring als wir. Sie hat die Bücher dazu gelesen. Alles, was man dazu in Hogwarts finden kann, kenne ich, alles, was es im Ministerium dazu gibt, kennt meine Mutter. Dann hat Thinkwell damals noch versucht, uns auf ihre Seite zu bringen. Außerdem hatte, sobald Lucy den Ring völlig beherrscht hat, niemand eine Chance gegen sie.“
„Aber warum hat der Mantelträger sie damals nicht gezwungen?“
„Vielleicht konnte der Mantelträger ihr nicht unbegrenzt Befehle erteilen. Oder der Mantelträger spielt sein eigenes Spiel und der Orden hat sich erst später mit ihm verbündet.“
„Aber in der Vierten…Perot und Brown?“
„Perot und Brown sitzen immer noch in Askaban. Der Orden hätte sie befreien können, wenn er gewollt hätte. Wir wissen zwar, dass sie Schwarzmagier sind, aber nicht, ob sie mit Thinkwell und dem Orden zu tun haben.
Oder Thinkwell ging davon aus, dass Lucy dem Orden einen unbrechbaren Eid schwören würde. Dann wäre das für den Orden ebenso gut gewesen, wie wenn jemand von ihnen den Ring hätte. – Egal: Offensichtlich ging Lucy davon aus, dass sie die Kraft übertragen konnte und geht der Orden davon aus und dein Vater auch. Ansonsten wäre mit Lucys Tod das Problem für die nächste Zeit erledigt gewesen, da ja ihre Eltern als Erben Muggel sind.
Tja, dann lass uns weiter logisch überlegen: Dass der Orden kein Problem damit hat, jemanden umzubringen, wenn er sich etwas davon verspricht, wissen wir beide. Das gilt für deinen Vater und für dich. Das heißt, auch wenn sie von deinem unbrechbaren Eid wissen, ist das für sie kein Hindernis. Aber wenn sie deinen Vater jetzt töten, würdest du zwar Herr des Ringes, aber deshalb noch lange nicht für sie arbeiten, sondern weiter versuchen, den Ring zu zerstören. Deshalb glaube ich, dass die Reihenfolge anders sein wird.“
„Wie denn?“
„Erst sollst du glauben, dass sie dir die Wahrheit sagen und du den Ring selbst beherrschen kannst. Dann werden sie deinen Vater umbringen und dich mit dem Ring eine Heldentat vollbringen lassen, womöglich sogar gegen den Orden.
Entweder, sie können den unbrechbaren Eid wirklich aufheben und hoffen, dass du dann auf ihrer Seite bist, oder sie vermitteln in dieser Zeit nicht nur dir, sondern auch deiner Mutter, Al oder Lily oder demjenigen, den du als Erben einsetzen wirst, dass der Ring nicht mehr unter bösen Mächten steht, damit dein Erbe ihn weiterbenutzt , wenn du stirbst, weil du einen unbrechbaren Eid gebrochen hast. Das heißt, dein Vater ist so lange nicht in Gefahr, wie du diesen Träumen nicht glaubst. Vielleicht redest du auch mit Teddy oder sonst jemandem, wenn du nicht mit deinen Eltern reden willst, und fragst, ob jemand eine Idee hat, wie man diese Träume stoppen kann – oder du übst Okklumantik oder am besten beides. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Träume schon ihre stärkste Waffe gegen
dich sind.“
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18

Mittwoch, 10. September 2014, 21:46

Weitere Morde (3)

Alexander Kupov konnte am selben Tag, an dem dieses Gespräch stattfand, seiner Schwester Marina den ersten Teilerfolg mitteilen: „Serays Vater war früher einmal in der Großturkestan-Bewegung“, berichtete er, „und er weiß auch, dass dieser Verein zumindest Berichte über unbekannte Waffen hat. Er hat uns versprochen, mit seinen früheren Gesinnungsgenossen Kontakt aufzunehmen, damit er etwas rauskriegen kann.“
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19

Freitag, 27. März 2015, 20:11

7. Teil

Hi Urenkel von hufflepuff,
Ich muss nun mal nachhaken was aus Dir geworden ist.
Der wohl letzte Teil deine Septologie liegt nun schon sein ca. 1/ Jahr auf Eis.
Ich hoffe, dass Du nun so kurz vor dem Schluss nicht schlapp machst und die FF abbrichst. ???!
Ich habe Dich allerdings auch auf keiner anderen FF-Forum gefunden wop Du vielleicht weiterschreibst???
Suche Dir eine nette Muse und lass Dich heftig küssen!! Deine Leser werden es Dir danken.
Also, bitte, bitte antworte mal und dann schreib weiter.
Vielen Dank im Voraus
Psimo_de